Indiana Tribüne, Volume 27, Number 293, Indianapolis, Marion County, 2 August 1904 — Page 5

Sein besseres Selbst. Von Max Dellenberp. Aus dem Englischen von Marie Schultz. Der berühmte SpezZalist betrachtete mitleidig das eingefallene, abgemagerie Ecsicht des jungen Mannes, der sich um Hilfe an ihn gewendet hatte. Ein abgezirkelter rother Fleck brannte auf jeder der hohlen Wangen auch weit weniger geübte Augen als die des großen Arztes, der die Lungenschwindsucht zum Studium seines ganzen Lebens gemacht hatte, hatten erkennen müssen, daß jene furchtbare Geißel .der Menschheit" einem neuen Opfer ihr tödtliches Siegel aufgedrückt hatte. In diesem Lande", sprach der Dokior mit gutgemeinter Grausamkeit, können Sie mit großer Vorsicht noch ein paar Monate leben. - Ich halte es nicht für möglich, daß Sie den Winter überstehen würden. In einem guten Klima könnten Sie diese Frist vielleicht verdoppeln. Sie sind zu spät zu mir gekommen. Ich würde Ihnen empfehlen, sofort nach dem Engadin, nach St. Moritz, Davos oder einem ähnlichen hochgelegenen Orte mit reiner, trockener Luft abzureisen. Essen Sie, soviel Sie irgend können halten Sie sich möglichst viel im Freien auf." ' Bruce Enderfield starrte mit Au gen, die nichts sahen, auf die Opalnadel, welche in des Doktors makelloser Kravatte steckte. Er hatte sich seit einiger Zeit nicht recht auf demDamm" gefühlt, aber der schreckliche Urtheilsspruch, den er eben vernommen," war gänzlich unerwartet. .Für den Augenblick war seine Wirkung überwältigend. Er legte das Geld für die Consultation auf den Tisch und steckte die Hand aus. Leben Sie wohl", sagte er, sich zusammennehmend. Ich danke Ihnen vielmals daß Sie mir die Wahrheit gerade heraus gesagt haben". Er nahm seinen Hut und Stock.siolperte auf die Straße hinaus und stieg in die Droschke, die er hatte warten lassen, um nach dem Bahnhof zurückrückzufahren. Er stand ganz allein in der Welt Vater, Mutter, Geschwister hatte er nicht. Während der Zug in der Dämmerung dahin fuhr, dachte er an den Rath des Doktors. - Sollte er ihn befolgen? War es der Mühe werth, zu versuchen, den schwachen Funken Lebenskraft, der in ihm glimmte, am Erlöschen zu hindern? Wäre es nicht am besten, er schösse sich eine Kugel vor den Kopf und ersparte sich , und anderen unendlich viel Noth und Mühe? ..Aber im Grunde seines Herzens war ei ein tapferer Mensch, und mit achtundzwanzig Jahren ist es schwer, das Leben ohne, einen Kampf, aufzugeben. ' Mein Leben ist bis jetzt öde genug gewesen", sprach er zu sich selbst. Aus diesen sechs Monaten will ich jedenfalls noch so viel herausschlagen, wie ich kann." Er zog seine Neiseflasche heraus und füllte den silbernen Becher mit Congnac. Ich trinke auf mein Wohl und mein Glück auf sechs Monate", sprach er laut mit bitterem Lächeln, leerte den Becher bis auf den letzten Tropfen und ließ die Flasche wieder in eine innere Tasche seines Ueberrockes gleiten. Dann lehnte er sich zurück und schlummerte friedlich. Hoch oben am Bergeshang, sechstausend Fuß über dem Meeresspiegel, sieht das große Chessex Hotel. Es liegt auf einem flachen Felsvorsprung, wo der müde Bergsteiger auf seinem Aufstieg Rast machen kann. Dahinter steigen, einer über dem anderen, Bergriesen mit Häuptern ewigen Schnees empor; weit unten schimmert der azurblaue, verrätherische See. Im Sommer schiebt eine keuchende, ächzende Lokomotive zwei winzige Wagen einen schmalspurigen Schienenstranz hinauf, aber im Winter ist die Fahrstraße, die sich in vielfachen Windunzen am Berge entlang zieht, der ein zige Verkehrsweg. Auf ihr begegnet man Fußgängern, Schlitten mit hell-

läutenden Silberglocken und schweren mtt Bauholz und Heu beiadenen von Ochsen gezogenen Holzschlitten, die von fröhlichen Schweizer-Bauern in blauen Kitteln gelenkt werden. In der Schweiz ist im Winter der Schnee der große Fahrweg. ' Das Hotel selbst ist ein riesiges, pa lastähnliches Gebäude, das einige vierhundert Gaste beherbergen kann, und unter diesen Gästen befinden sich Verireter aller Nationen Franzosen, Englander, Amerikaner, Russen, Hol länder, Deutsche, Spanier, Italiener, Portugiesen, Griechen, Norweger, Dänen. Das sind einige der vielen Bolker, mit denen der Besucher im großen hessex-Hotel zusammentrifft.' Eines Taaes. am Anfana Decem ber, lag ein junges Mädchen in einem chaukelstuhl ,n der langen Glasve randa, die an der ganzen Längsseite Des Hotels entlang führt eine Art bedeckte Terasse. wo die Kuraäste sich bei dem schlechtesten Wetter Bewegung machen tonnen. In einem kleinen Musikzimmer, das eme Thüre nach der Gallerie hatte, spielte Jemand eine Meisterhand die träumerische, aeheimnißvolle Mondscheinsonate". Draußen fiel der Schnee unaufhorbar herab, und

man sah nichts als' die nied'errieselnden

weißen Flocken, die Bergesgipfel und Thäter unsichtbar machten. Das Mädchen war qroß und schlank, hatte einen besonders weißen Temt und schon gezeichnete Augen brauen. In ihrem vollen dunklenHaar, das hinten auf einem kleinen, wohlgeformten Kopse in schweren Strähnen lag, blitzten im hellen Scheine der elekirischen Lampen seltsame, rostbraune Lichter auf. Ihr rother Mund mit den schon geschweiften Lippen, und das feste energische Kinn fielen von den feinen, re- . 1 e srt r V i n - geimaßigen euazlszugen am meinen auf. Unter den gewölbten Brauen blitzten ein Paar kleine Augen. Eine unbeschreibliche Atmosphäre von Stolz umgab sie vornehme Abkunft hatte der ganzen Gestalt, die in dem amenkamschen Sessel asgestreckt lag, ihren Stempel aufgedrückt. Sie zuckte zusammen und ein mhes. heißes Roth stieg in ihr Antlitz, als die schweren Schritte eines ManneS auf dem Parketfußboden des fernen Billardzimmers, das hinter der GlasVeranda lag, drohnend ertönten, und ein hochgetvachsener, kraftvoller Mann mit emporgedrehtem dunklemSchnurrbart und kalten blauen Augen herrisch auf sie zukam. Franziska!" rief er. in einem Ton, in dem Verwunderung und Zorn ineinander klangen. ' Nun",' sagte sie auf Französisch ein leichter, aber unverkennbarer Accent verrieth, daß es Nicht ihre Muttersprache war. Sie haben doch sicherlich nichts dagegen,' Stephan, daß ich hier bin? Es ist so langwellig m unseren Zimmern", setzte sie hinzu. Der anfangs so trotzige Ton klang m eme leise Abbitte aus. Ihr Verlobter stieß ein kurzes rauhes Lachen aus. Langweilig! rief er und biß auf die Enden seines sorgfältig gepflegten Scknurrbartes. Bist Du meiner schon so überdrüssig? Bedenke, wir sind zwei ganze Tage, verlobt." Das Mädchen richtete sich siolz auf. J- ' Ich glaube, Sie vergessen, Siephan", sprach sie mit deutlichem, kaltem Nachdruck, der das leidenschaftliche, slavische Herz des Barbaren, der dräuend vor ihr stand, peinigte und verletzte, Sie und mem Vater haben die Verlobung so wirkungsvoll in Scene gesetzt, daß keines meiner Worte mich vor einemManne bewahren kann. den sie hielt inne, blickte ihm voll ins Antlitz und brachte dann ihrenSatz mit grausamer Deutlichkeit zu Ende ich über kurz oder lang' hassen z?eroe. Der aroße Mann wurde bei dieser unumwundenen Erklärung leichenblaß, beherrschte .sich aber mit gewaltsamer Anstrengung, duckte sich uno küßte die kleine 'weiße Hand, die so schlaff und - leblos in ihrem Schoße ruhte. Sie zog sie fort, als ob seine Berührung ihr einen ' Stich versetzt hätte. Ich bitte Dich um Verzeihung, entschuldigte er sich, ich wollte Dich nicht böse machen. Ich will Dir nicht länger lästig fallen", und er machte Kehrt und ging mit müden Schritten die lange Galerie hinunter, ohne es zu wagen, sich auch nur einmal umzublicken. Sich selbst überlassen, gelangweilt, unglücklich und verstimmt, fing die Fürstin Elisabeth Osnyiak an leise zu weinen. Sie zählte schließlich erst Zwanzig Jahre sie fühlte sich einfam, und das Wetter war schrecklich. Eie leises Geräusch veranlaßte sie, ihr Taschentuch mit mehr Hast als Würde fortzustecken. In einem Stuhle, der nicht weit von ihrem eigenen stand, saß ein junger Mann 7 ein gut aussehender junger Mcirn, dessen Anzug unverkennbar das Werk eines englischen Schneiders ersten Ranges war. Er war groß und breitschultrig, Übermäßig schlank, mit einem hageren, charakterllen glattrasirten Gesicht und lachenden dunklen Augen, die den ihren mt furchtlosem, freimüthigern Blick begegneten. . Ein eigenartiges Gefühl durchbebte. sie. Sie erhob sich hastig, .glitt dabei auf dem glatten Parketfußboden aus und that einen schweren Fall. Bruce Enderfield sprang auf. In der nächsten Sekunde half er ihr beim Aufstehen und erkundigte sich besorgt, ob Mademoiselle sich weh gethan habe? ' Mademoiselle dankte Monsieur für seinen freundlichen Beistand sie hatte sich gar nicht weh gethan. Trotzdem schlug ihr das Herz fast zum Zerspringen, als sie die elegant ausgestatteten Gemächer ihres Vaters erreichte, und Bruces anziehendes Gesicht verfolgte sie im Schlafe und im Wachen, bis sie sich einige Tage später auf riner Reunion in dem großen Vallsaal des Hotels wieder begegneten. Fürst Stephan Vaskosfs Antlitz wurde finsterer, als das Paar mehr als einmal miteinander tanzte, und der Tartar in ihm blitzte und schimmerte aus seinen kalten Augen, während er sich verstimmt an die Wand lehnte und jede ihrer Bewegungen mit seinen Blicken verfolgte. Bei Gott, sie liebt ihn!" murmelte er. vor sich hin. ' Bruce Enderfield sah nicht aus, wie ein Mensch, dem vor.so kurzer Zeit das Todesurtheil gesprochen worden. Die Yiebe, die sein ödes Dasein erwärmt

Jndittna Tribüne,

hatte, ein sein ganzes Sein erfüllendes Interesse, ein Wunsch, zu leben, der seine Lebenskraft neu belebt hatt: und die reine Gebirgsluft alles war zusammengekommen, um seine Gesundheit völlig wieder herzustellen. Groß und kräftig stand er vier Monate später in der hohen Treppenhalle des Hotels mit ihren Marmorsäulen, seinen leichten Toboggan (em leichter Schlitten) über die Schulte? gehängt. Gleich, darauf glitt der Fahrstuhl geräuschlos herab, 'der hübsche blondbärtige Diener öffnete die eiserne Gitterthür und eine in kostbares Pelzwerk gehüllte holdselige Erscheinung kam auf ihn zu. In ihren blauschwarzen Augen flammte ein gefährliches Licht. Meine Fürstin, flüsterte Bruce leise und bemächtigte sich ihrer beiden Hände. Wo ist Ihre Duenna heute?" Durch ein Wunder bin ich ihr entwischt", erwiderte das Mädchen mit einem Lächeln. Der junge Englänger führte ihre Hände an die Lippen. Kommen Sie mit mir", raunte er ihr zu. Ein Tag des Glückes. Fürstin. Darnach nun, vielleicht le dtfuge!" Sie zögerte einen Augenblick, dann wandte sie sich von ihm, hieß den Portier einen Schlitten für sie auswählen, und nebeneinander, mit einem Schwel-, gen, das beredter war, alsWorte, stiegen sie die Stufen vor dem Hotel hinunter, hinaus in die scharfe, klare Luft und begaben sich nach der schneebedeckten Schlittenbahn, die nach dem großen See hinabführte, der tief unter ihnen wie ein riesiger Stahlspiegel glänzte. Fürst Vaskoff, der auf dem Wege oberhalb des Hotels stand, und afj, ohne gesehen zu werden, knirschte mit den starken, weißen Zähnen, während er das Mädchen, das er vergötterte, beobachtete, wi es blitzschnell auf dem Schlitten die Fahrstraße hinuntersausie hinter dem Manne, den es, wie er wußte, liebte. ' Rasende Wuth, die wahnsinnige Eifersucht seiner Rasse, zog m jem Herz ein, während er da stand. - Tödten will ich den Menschen", sprach er endlich zu einem Raben,der auf einer Tanne faß, tödten tödten tödten!" Dann drehte er sich auf dem Absätze herum und stapfte durch den Schnee nach dem Chalet", wo der savoyische Führer wohnte.. Am - Abend jenes Tages wurde Bruce im Billardzimmer plötzlich von dem großen Russen, der bisher kaum eine Silbe mit ihm gesprochen,' angeredet. . - " Wenn ich nicht irre, Herr, Enderfield", sagte der Mrst, so hörte ich Sie neulich den Wunsch äußern, eine Beisteigung des Rocher de Chessex zu wagen. Ich hege denselben Wunsch. Was meinen Sie dazu, wenn wir den Versuch morgen unternehmen? Ich traf heute Vormittag Savoyex, und er sagte mir, es würde zwar gefährlich aber doch ausführbar sein, besonders mit .einem guten Führer.". , Bruces Augen glänzten " Abgemacht!" rief er eifrig, aber ich bin dafür, daß wir es ohne Führer unternehmen. Wir sollten doch auf den Gipfel des kleinen Berges ohne Führer hinaufkommen!" Eine Sekunde blitzte es in den stahlharten Augen des großen Russen unheimlich auf, dann blickten sie wieder ebenso ausdruckslos wie vorher. Gut", sagte er. Jbr Engländer seid immer tollkühn und waghalsig, aber ein Führer ist allerdings meistens hinderlich. Was meinen Sie dazu, wenn wir morgen früh um acht aufbrechen?" - Bruce erklärte sich bereit, und Fürst Vaskoff trat von ihm fort, an einen der Queueständer. Sein Schnurrbart verbarg kaum ein böses Lächeln, das keineswegs dazu beitrug, den Ausdruck seines Gesichts anziehender zu machen. Hoch oben, auf dem schmalen Grat eines gefährlichen, eisbedeckten FelsenS, zu beiden Seiten ein steilabfallender Abgrund, befanden sich zwei Männer. Bruce Enderfield und Stephan Vas koff. So weit waren sie emporklom men, aber Nicht ohne Unfall, denn En derfield hatte sich das Bein gebrochen. Er war ausgeglitten und gefallen un nur durch ein Wunder nicht abgestürzt. wobei er unfehlbar den Tod gefunden haben würde. Nun saß er da. kreidebleich vor Schmerz und blickte stumm auf den Nuen, vejjen Zweck bei dieser Besteigung des einsamen Berges war, ihn zu tödten. Ganz plötzlich schwankte der Zunqe Engländer und fiel bewußtlos vornüber. Im Falle '.schlug er mit dem op.se aus. Der Russe zog mechanisch eine stl berne Touristenflasche hervor und befeuchtete die weißen Lippen des ande ren mit Cognac. Rack einer Weile schlug der Verletzte die Auaen auf. aber sie blickten verständnislos, und er fing an, wirres Zeug zu reden, von (K4t itnV tv..? rrr.c- w vufc uuu ,tmu, uiiü Pscroen llliv Jagvyunden und vielen anderen Dm gen, von denen sein Feind nichts irnift te. Eine weiße Flocke fiel herab, dann eine zweite und noch eine, und ein schneidender Nordwind vfiff.ibnen um die Ohren. Es wurde bitterkalt und

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der Fürst, der das Gebirae aut kannte. 'wußte, daß sie beide dem Tode nicht enlgeyen wurden, wenn es ihnen mcht gelänge, vor Einbruch der Nacht ein schützendes Obdach zu erreichen. : Ihnen! Nein, es handelte sich nur um ihn. Er hatte Zeit genug, sich in Sicherheit zu bringen, obgleich er wußte, daß, lange ehe er mit Hilfe zurückkehren konnte, Bruce von der Erstarrung jenes Schlafes, aus dem es kein Erwachen mehr gibt, befallen werden würde. Das Schicksal hatte ihn davor bewahrt, wirklich ein Mörder zu werden, und der große Mann brachte feinem Schutzheiligen dafür im Herzen ein Dankgebet dar. Ohne noch einen Blick auf seinen Feind zu werfen, der jetzt in der Betäubung', die so oft der barmbernae Vorläufer des Todes ist, stumm tatog. wendete er sich ab und schritt vorsichtig auf. dem gefährlichen Felsgrat weiter bis er eine Stelle erreichte, wo, so schmal der Weg auch war, sich nur an der einen Seite ein Abgrund befand und eine steile Felswand ihn vor dem schneidenden Winde schützte. Er hatte mit voller Ueberleg'ung seinem Nebenbuhler einem sicheren Tode überlassen. Plötzlich blieb er stehen. Zum ersten Male durchzuckte ein neuer Gedanke sein schwerfälliges Gehirn. .Großer Gott sie liebt ihn!" ächzte er, es wird sie tödien, ihn zu vereren. Aus mir macht sie sich nicht das mindeste." Er ballte die Hände, große Tropfen rannen ihm über das Gesicht, wahrend der schreckliche ttampf zwischen Liebe und Eifersucht tobte. Das Ringen war vorüber. ; Er machte wieder' Kehrt und IkU terte aufwärts, zu dem regungslos Daliegenden, der jetzt von der reinen, kalten Schneehülle fast ganz bedeckt war. Wie ein Wahnwitziger schob er den Schnee fort und fuhr wieder mit seinem cognacgetränkten Tuche über das erdfahle Antlitz. Dann schleifte er den Verunglückten lanzsamund mühselig nach der geschützten Stelle unter der überhängenden Klippe, wo er eS fertig brachte, die zusammengebissenen Zähne auseinander zu zwängen und den Mund mit Cognac anzufeuchten. ' Die Augen öffneten sich und schlossen sich dann wieder, aber Lippen und Wangen waren weniger fahl. Und die mitleidlose Nacht sank herab und hüllte das Gebirge in ihre Schleier. ' Stephan hatte, jetzt keine Wahl: es wäre Wahnsinn gewesen, einen Abstieg 'allein in dem trüben, durchsichtigen Zwielicht zu unternehmen er war zur Unmöglichkeit geworden, jetzt, wo er' einen ' schweren und bewußtlosen Menschen hätte tragen müssen. ytaq kurzer ueoerlegung zog er langsam seinen mit Pelz gefütterten Ueberrock aus und dann auch dieJagd-jvppe-aus-englischem Stoffe, die er darunter, trug. Diese Kleidungsstücke wickelte um die regungslose Gestalt, d!e sö dunkel und still unter den überhängenden Felsen lag. Dann immer mit derselben eigenthümlichen BedächtigkeU nahm der Fürst den jungem Engländer in seine langen Arme und hielt den Bewußtlosen so, daß er so viel als möglich gegen die Kälte geschützt . war, und dann schloß er die Augen und seufzte leise. Alles, was ich habe, wird ihr gehören," flüsterte er vor sich hin. Gute Nacht, meine kleine Franziska!" Ein schöner klarer und windstiller Tag brach an und eine Gruppe Männer, die, durch das lange Ausbleiben der beiden unternehmungslustigen Bergsteiger beunruhigt, aufgebrochen waren, nach' den Vermißten zu suchen, stand und schaute auf die beiden nieder. Der Engländer wird am Leben bleiben, sein Herz schlägt noch," sprach Savoyex, der Führer. Aber Monsieur le Prince ist den Tod eines Hochtourissen gestorben, mes amis. Er hat sein Leben für das feines Gefährten dahingegeben. 'Friede sei mit seiner edlen Seele." Sie wurden nach Chessex hinuntergetragen der Todte und der Lebende. In der brandenburgisch e n Ortschaft Pardubitz wurde der Vürgerschullehrer Vodek mit seiner Frau verhaftet. Die Nachbarn wuß-, ten schon lange, daß Frau Vodek ihren geistig nicht normalen Sohn aus erster Eh: in einer fensterlosen Kammer gefangen hielt; doch getraute sich elf Jahre lang Niemand, derVehörde Anzeige zu erstatten. Dieser Tage end-, lich erstattete ein Fremder die anonyme Anzeige. Die gerichtliche Commission fand die dunkle Kammer ganz mit Streu und Unrath bedeckt, woraus pestilenzialischer Geruch strömte. Als der , wimmernde Knabe hervorgezogen wurde, zeigte es sich, daß sein Körper theilweise zum Skelett abgemagert, theilweise angeschwollen, ganz 'mit eitriaen Wunden bedeckt war, auf denen Ungeziefer und Würmer herumkrochen. Das Haar war verfilzt urtd ganz voll Ungeziefer. Der Knabe erträgt das Tageslicht nicht. Der Bürgerschullehrer entschuldigt sich- damit, er habe nichts über seine Frau vermöcht,. die den Knaben tödtlich haßte. Gute Eignung. WeinHändler: Ihr Reisender bewirbt sich um eine Anstellung bei mir; ist er auch tüchtig?" College: Und viel Der hat schon drei Astinenzlervereine in Saufclubs umgemodelt!"

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