Indiana Tribüne, Volume 27, Number 291, Indianapolis, Marion County, 30 July 1904 — Page 5

Jndttma Tribttno, 30. Juli 190.

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JHc Blutfehde von ZZrenil)itt. In Kentuckys jüngstem SchreckenSdistritt. Geschichte deS Hargis-Cockrell-Krie ges. Eine Kette teuflischer Berbre chen. Politik und Privatrache. Possenspiel mit der Justiz.

Lezington, Ky., im Heu - Monat. Auf Kriegsschauplätzen im fernen Osten oder sonstwo im eisernen Würfelspiel der Nationen bin ich noch nicht gewesen. Aber jüngst habe ich mir eiuen Ausflug nach Jaöson, dem Hauptti des unheimlichen FehdeCountys Breathitt, geleistet, und bin mit heilem Balg zurückgekehrt, da ich über die inneren Angelegenheiten diefes Countys meine Zunge möglichst im Zaume hielt. In dieser schönen Gegend es braucht leine Ironie zu fein, wenn man sie so nennt, denn nicht viele Theile der Ver. Staaten sind von der Natur so reichgesegnet und bieten eine solche Fülle reizender Landschaftsbilder auf Bergen und in Thälern hier tobt seit über zwei Jahren ein überaus bösartige? Fehdekrieg; ja derselbe ist in gewissen Beziehungen merkwürdiger, als ein Krieg großen Stils, und ist einer Studie über seine Entstehung und seinen bisherigen Verlauf vollauf würdig. Er zieht den ganzen Staat mehr oder weNiger in Mitleidenschaft, und dem braven, patriotischen Kentuckyer, der ziemlich starken Tabak vertragen kann, hat doch vor manchen Vorgängen dieses Krieges die Haut geschaudert, und sein Schamgefühl sich mächtig geregt. Einige neuerliche Ereignisse, über die man sich nur im Flüsterton unterhält, lassen annehmen, daß die Flamme von Mord- und sonstigen Gewaltthaten im County Breathitt, die mehrere Monate einigermaßen gedämpft war, wieder frisch emporschlagen will, und die Cockrells und ihre Freundc, welche bisher im Ganzen mehr der leidende Theil waren, nunmehr ebenfalls sich zu einem aggressiven VernichtungNampf gegen die Hargis-Frac-jion organisirt haben! Schon vier regelrechte" Fehdekriege hat das County in seiner Geschichte gehabt: Der Amis - Strong'sche, der Strong - Callahan'sche, der JettLittle'sche und der Hargis - Cockrell'sche, und seit dem Bürgerkrieg hat es sich nur kurzer Friedens - Zwischenpausen erfreut. Die Hargis-Cockrell'-sche-Fehde aber, welche im Mai vorigen Jahres mit der Ermordung des hervorragenden Anwalts und republikanischen Politikers James B. Marcum ihren vorläufigen Gipfelpunkt erreichte, kann an teuflischen Hinterrücks - Thaten und Schindluderspiel mit der Gerechtigkeit bis jetzt die Palme beanspruchen. Eine Menge Ursachen hat zur Entsiehung der letzteren Fehde mit beigetragen; obenan steht die Politik, oder was man hierherum so nennt. UeberHaupt kommen in der Geschichte Kentuckyer blutrünstiger Verbrechen wahrscheinlich drei Tödtungen aus politifchen" Gründen auf je eine Tödtung aus allen sonstigen Ursachen zusammen. Vor etwa fünf Jahren kam es bei einer Schulwahl zum ersten offenen Bruch zwischen der Hargis - Sippe und Anwalt Marcum. Die Hargisse, die, wie fast alle Betheiligten, zu den öltest ' angesessenen Familien des Countys gehören das seit dem Jahre 1820 weiße Bestellung hat waren von jeher Demolraten; in ihrer sonstigen Eigenschaft sind sie Besitzer des größten Kramladens in Jackson (das keineswegs ein Gebirgler-Hinter-Waldsort, sondern der Endpunkt zweier Bahnlinien mit zusammen 150 Meilen Länge ist und viele moderne Einrichtungen besitzt) und der Einfluß ihres Geldes reicht sehr weit. James Hargis ist zugleich County - Richter. Marcum und eine. Freunde waren, resp, sind Republlkaner der Kentuckyer Couleur. Im obigen Fall beschuldigte Mar-' cum den James Hargis, einen Minderjährigen zum Stimmen zu veranlassen gesucht zu haben, und alsbald blitzten die Sießeisen auf. Doch beiderseitige Bekannte traten dazwischen und verhinderten das Aeußerste. Indeß, der Krieg war eröffnet, und es gab noch allerhand Zwischenfälle, welche den Bruch noch immer mehr erweiterten und die Erbitterung steigerten. Bei der letzten Countybeamten-Wahl candidirte James Hargis für das Countyrichter-, und sein Gefolgsmann Ed. Callahan für das Sheriffs-Amt. Nach einem überaus gehässigen Feldzug wurde dieses Ticket" für gewählt erklärt; aber die Republikaner und diejenigen Demokraten, welche nicht zur Hargis - Sippe gehörten, beanspruchten für ihren gemeinsamen Candidaten den Sieg, schrien über greuliche Betrügereien, und Marcum wurde als Anwalt auserkoren, um ihre Sache vor Gericht zu verfechten. Andererseits engagirte die GegenPartei den Geschäststheilhaber Marcum's, mit dem anzüglichen Namen Pollard. Die beiden Anwälte und ihre Clienten hatten eines Tages in Marcum's Geschäftsstube eine Keilerei, bei welcher mit knapper Noth Blutvergießen verhindert wurde; sie wurden dann sämmtlich durch Haftbefehle vor den Polizeirichter Cardwell citirt. Marcum erschien ohne Weiteres und zahlte eine Geldbuße. Hargis aber, welcher dem Polizeirichter seit zehn Jahren spinnenfeind war, roollte vor diesem nicht prozessirt werden, son-

dein bat' den FriedensrichterEdwards,

einen intimen persönlichen Freund, ihn abzuurtheilen; Edwards bezweifelte indeß seine Zuständigkeit in der Sach. Da kam der 19jährige OrtsbüttelTom Cockrell, begleitet von seinem älteren Bruder Jim der inzwischen auch in's Gras gebissen hat in den Hargis'schen Laden, um den Haftbefehl des Polizeirichters zu vollstrecken. Hargis wollte sich nicht arretiren lassenTom hielt ihm den Revolver unter die Nase, wurde aber selber vom Sheriff Callahan mit dem Revolver gedeckt", und blitzschnell 'deckte" Tom's Bruder den Sheriff ebenfalls. Eine allgemeine Schießerei wurde nur dadurch abgewendet, , daß im letzten Augenblick Marcum noblerweise die ganze Schuld auf sich nahm, und daher der Polizeirichter den Haftbefehl gegen Hargis zurückzog. Dies und Anderes waren sozusagen nur Plänkeleien, denen das Schlachten aber schnell genug folgte. Eines Abends stießen Tom Cockrell und Ben Hargis, der jüngste, der Hargis-Brü-der, in einer der zahlreichen blinden" Schnapskneipen zusammen; als der Revolver - Rauch sich verzogen hatte, lag Hargis todt auf dem Boden, und Cockrell war schwer verwundet. Schon vorher waren zwei andere der Hargis - Brüder abgemurkst worden: Der eine, Tige" genannt, wurde auf einem Bahnzug, nachdem er mit dem Condukteur Händel gehabt, vom ZugDetektiv Jerry Cardwell erschossen; der andere wurde eines Abends in seinem Hof, während er und seine Gattin Sorghum - Melasse machten, durch einen Schuß meuchlings getödtet. Die Schleich - Mordmethode ist überhaupt im County Breathitt die bei Weitem vorherrschende; es sei nur beiläufig bemerkt, daß einmal ein Opfer, das sich

nie mehr aus dem Hause wagte, eines

Nachts dadurch vor den Schuß ge-

bracht wurde, daß der Mörder sich eine

Kuhglocke anhängte und dann, dieselbe

erklingen lassend,- auf allen Vieren durch den Hof seines Feindes ging, worauf dieser von seiner Gattin mit der Bemerkung, eine Kuh sei in den Hof gebrochen und zerstöre die Blumen, veranlaßt wurde, das Bett zu verlassen, und, sowie er die Thür öff-

nete, von der Kuh" die Todeskugel

erhielt!

Tom Cockrell wurde wegen der erst-

genannten Mord - Affäre, obwohl da5

ganze Bewelsmatenal auf Nothwehr seinerseits deutete, vom Kreisrichter D. V. Redwine, welcher, seine Erwählung dem County - Richter James Hargis und dessen Bruder, dem

Staatssenator Alex. Hargis, verdank-

te, ohne Vürgschafts - Zulassung den

Großaescbworenen überwiesen. Dr. B.

D. Cox, ein hochangesener Arzt und Vormund der Cockrell's welche Wai

sen waren betheiligte sich nebst

Tom's Bruder Jim eifrig am Sam meln von Beweismaterial für den na-

henden Prozeß. Eines Nachts wurde

der Doktor telegraphisch p einem Patienten gerufen, und in der Nähe des Courthauses, gerade gegenüber Richter

Hargis' Stall, wurde er meuchlings

erschossen. Nicht lange darauf wurde auch Jim Cockrell durch zwei Schüsse aus einem Fenster des Courthaufes getödtet. Alle Bewohner von Jackson, welche nicht ausgesprochene Parteigänger der Hargis - Sippe waren, zitterten jetzt beständig für ihr Leben. Capt. John Patrick, von dem , man wußte, daß er mindestens einen von Jim's Räubern gesehen hatte, floh nach Le'xington, und hier erklärte er, daß C u r t I e t t einer der Mordbuben gewesen sei. Das war der berüchtigste Strolch des Countys und zugleich ein Neffe von James und Alex Hargis. Zu 'seinen vielen Verbrechen gehörte auch die Vergewaltigung eines Mädchens, dessen alten Vater er beinahe iodtschlug. Da er jedoch zufällig diese That außerhalb des Countys Breathitt verübt hatte, so mußte er dafür in's Zuchthaus wandern; indeß erwirkten seine einflußreichen Onkels bald seine Begnadigung, und dann kam er nach Jackson zurück und war Hilfssheriff unter Callahan, als Cox und Cockrell ermordet wurden! Capt. Patrick und ein gewisser McJntosh wollten nach Jackson kommen und vor den Großgeschworenen zeugen, wenn Miliztruppen zu ihrem Schutz aufgeboten würden. Das verweigerte aber Gouverneur Beckham damals, nachdem ihm die. Hargisse, Richter Redwine und Sheriff Callahan erklärt hatten, daß das Leben im County Breathitt vollkommen sicher" sei. Anwalt Vaughn, der als Vertheidiger Tom Cockrell's bestimmt war, kam zu der Ueberzeugung, daß er ebenfalls für die Mordkugel gezeichnet war, und floh. Dann wurde ein Anwalt aus Lexington engagirt, und dieser erwirkte, nachdem der Gouverneur durch starken Druck von anderen Theilen des Staates bewogen worden war, einen Spezialrichter von der Staatshaupt stadt für diesen Fall zu ernennen, die Verlegung des Prozesses in ein Nach-bar-County. Jetzt zeigten die Brüder Hargis aus einmal gar kein Interesse mehr an dem Prozeß, und Tom wurde freigelassen, weil kein einziger Zeuge gegen ihn erschien. Er hat sich aber nie mehr offen nach Jackson zurück gewagt. Trotzdem ist er mehrmals, natürlich 1 immer schwer bewaffnet, auf der Eisenbah? zufällig mit Hargis - Leuten zusame

mengetroffen; diese fürchten aber den

schneidigen und schnellen jungen Schfr

tzen, wie der Teufel das Weihwasser. Allgemein glaubt man jedoch, daß er so oder so in seinen Stiefeln sterben wird. Noch in frischem Gedächtniß vieler Leser ist jedenfalls die Ermordung des Anwaltes Marcum, der gleichzeitig Bundesccmmissär für den Distrikt war, in welchem Jackson liegt. Es war schon eine Reihe Meuchelmord-Com-plotte gegen ihn geschmiedet worden, und grauenhafte Aussagen wurden von hierfür bestimmten Werkzeugen gemacht. Beiläufig bemerkt, ziehen diese Mordfehdler gar manchmal auch durch Drohungen und Geldbelohnungen Kreaturen heran, welche sie für geschickt zur Ausführung eines Meuchelmordes halten. So wurde u. A. auch Moses Feltner, ein Client Marcum's, dazu auserkoren, diesen um die Ecke zu bringen. Selbiger versprach Alles, was seine Auftraggeber wollten, und verrieth dann Alles an Marcum. Er machte ihm auch die verblüffende Mittheilung, daß ein Tom White ebenfalls dazu bestimmt worden war, ihn zu erschießen, und daß er schon an einem oberen Fenster des Hargis'schen Ladengeschäftes schießfertig stand, jedoch nicht feuerte, weil augenblicklich Marcum sein Kind, einen Säugling von vier Monaten, in den Armen trug. Seitdem ging Marcum nie mehr auf die Straße, ohne sein Kind in den Armen zu tragen. . Nach einigen Wochen jedoch kam er zu der furchtbaren Ueberzeugung, daß keinerlei Vorsicht sein Leben retten könne, wenn er in diesem Höllenpfuhl bleibe, und daher riß er aus. Längere Zeit blieb er flüchtig; schließlich aber entschloß er sich zur Rückkehr. Ich weiß, daß ich in den Tod gehe," sagte er zu Freunden; aber ich bin zu alt, noch anderswo eine neue Praxis aufzubauen, eine zahlreiche Familie hängt von mir ab, und ich will lieber hier Ermordung riskiren, als von meiner Familie getrennt am Leben bleiben." Er wurde mit offenen Armen, in Jackson aufgenommen, und Niemand schien über seine Rückkehr vergnügter, als die Hargis - Brüder, ' welche sich über seine Flucht weidlich lustig gemacht und sich großprotzig erboten hatten, sein Leben zu irgend einem Betrag bis zu $100,000 zu versichern!

Einige Wochen hindurch passirte auch nichts Besonderes. Marcum aber ging keinen Morgen aus, ohne seiner Gattin und seinen Kindern den Lebe-wohl-Kuh zu geben, verließ niemals nach Einbruch der Dunkelheit die Wohnung und trug beständig einen geladenen Revolver, Letzteres nur zur Beruhigung seiner Gattin, denn er wußte, daß ihm Solches gegen Meuchelmord nichts nütze. Und endlich kam der Tag seines Verhängnisses! Marcum sollte gerade an diesem Tag den Vorsitz über eine Convention zu Paris, im County Bourbon, führen; aber wegen wichtiger Anwalts - Geschäfte, zu denen auch das Sammeln von Beweismaterial für demnächst zu verhandelnde Wahlanfechtungs - Prozesse gehörte, mußte er ablehnen. Kurz nach 8 Uhr Morgens ging er durch die Vor-, derthür des Courthauses und wechselte mit dem Hilfssheriff Capt. Ewen der aber nicht zur Hargis - Clique gehörte einige freundliche Worte. Da krachte vom hinteren Theil des Flurs ein Schuß, Marcum stürzte und rief, die Hände ausstreckend: Endlich haben sie mich!" Er hatte eine Kugel im Herzen; aber ein zweiter Schuß riß ihm noch den unteren Theil des Schädels weg. Capt. Ewen drückte sich rasch um die Ecke des Gebäudes, schon ehe der zweite Schuß fiel. Einen Moment rückwärts blickend, bemerkte er Curt Jett, einen großen Revolver in beiden Händen und mit einem teuflischen, Gesichtsausdruck. Einen Augenblick vor dem ersten Schuß war Tom White derselbe, -'du in Feltner's Geständnissen erwähnt wurde grinsend an Marcum vorbei gehuscht. Diese Mordthat erregte im ganzen Staat, ohne Unterschied der Partei, die lebhafteste Empörung. Der Gouverneur sah sich gezwungen, energisch einzuschreiten. Miliztruppen mit Geschützen kamen nach Jackson, und die meisten Orts- und County - Beamten, welche direkte Mordsipp - Gefolgleute waren, wurden vorerst ihres Dienstes enthoben. Extra - Großgeschworene untersuchten die Geschichte. Jett und White wurden in ihren Gebirgler-Hei-men nach einander aufgespürt und gefangen genommen, obwohl ihre Freunde Alles aufgeboten hatten, Solches zu verhindern. Der Prozeß wurde, nach allerhand Winkelzügen des Richters Redwine, schließlich zu Chnthiana, im County Harrison, doch mit Erfolg geführt. Obwohl die Hargisse. Gelo wie Wasser fließen ließen, wurden die beiden Angeklagten hier schuldig befunden, Jett wurde zum Tode und White zu lebenslänglichem Zuchthaus verurtheilt. Es geschah dies, hauptsächlich auf die Aussagen des Capt. Ewen, welcher geflohen und dann unter Soldatenschutz wiedergekommen war, und auf den schon verschiedene Mord- und Brandstiftungs - Anschläge erfolgt sind. Werden die Urtheile vollstreckt werden? Das glauben sehr Viele noch lange nicht. Es schwebt eine Berufung im Staatsybergericht, und es heißt, daß der Hargis Einfluß sich sogar in dieses erstrecke. Aber auch wenn die endgiltige Entscheidung gegen die Ver-

urtheilten fallen sollte, sind noch nicht alle Stricke gerissen ... Schon vor Marcum's Ermordung hatte diese Fehde in ihrer kurzen Dauer

bereits über 30 Todte aefordert und

eine nicht genau bekannte Anzahl Ver-

wunoete, ganz abgesehen von den scheußlichen Corrumvirunaen der Ge-

rechtigkeit, die in Obigem nur flüchtig

gestreift sind. Verzweifelnd an der Möglichkeit, daß die Hauptschuldigen jemals criminell abgeurtheilt werden, hat Marcums Wittwe vom County Clark aus eine Civilklage auf $100,000 Schadenersatz gegen Hargis u. s. w. angestrengt. Viele von Hargis' Gegnern treffen indeß jetzt Anstalt, das Faustrecht, stärker als jemals, anzurufen, und das Ende von alledem ist noch nicht abzusehen! Doch draußen in Feld und Wald lächelt die Natur so lieblich, wie immer. Spectator. Die Hufeisen und daö Glück.

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Oeoeland, Oncinnati, Chicago & St. konis Railwas.

St. Loui Division.

Kaum ein anderer Volksalauben

findet stch so allgemein verbreitet wie

der, daß das Hufeisen Glück bringt, und er ist so alt, daß man über seinen Ursprung nichts Zuverlässiges beibringen kann. Seit der Zeit, seit der die Pferde Hufeisen traaen, haben, wie

eine englische Zeitschrift schreibt, alle Völker und Rassen, die ihren Gebrauch

kannten, dieses Hufeisen für gluckbrmgend angesehen. Die Chinesen nageln

es z. B. über ihre Thür als Amulett

gegen bose Geister, weil es m der Form eine solche Aeblichkeit mit dem gebogenen Körper der heiligen Schlange, Nagendra, einer ihrer Hauptgottheiten, hat. Befragt man einen türkischen Mohammedaner darüber, so erklärt er, das Hufeisen bringe Glück, weil es in der Form wie ein Halbmond, das heilige Emblem des Islams wäre. Ein polnischer Jude wird die Erklärung abgeben, daß beim Passahfest das auf den Oberbalken und die Thürpfosten gesprengte Blut die Hauptpunkte eines Bogens bildet. Daher erkläre sich deutlicher der Werth bogenförmiger Talismane, wie die Hufeisen es sind. Der russische Bauer behauptet dagegen, daß das mit dem Hufeisen verbundene Glück hauptsächlich dem Metall zu verdanken fei, da Eisen, unabhän7.g von seiner Form, ein Zaubermittel wäre, das die böswilligen Absichten böser Geister und Kobolde zu nichte mache. Sehr verschieden davon ist die Geschichte, durch die die Iren ihre Vorliebe für denselben Talisman erklären. Der Name Jronland" oder Irland" hat danach folgenden Ursprung: Einst war die ganze Insel im Meere versenkt, aus dem .sie sich nur einmal in sieben Jahren erhob und dann auch nur für sehr lurze'Zeit.' Viele Versuche waren schon gemacht worden, um öen Zauber zu brechen und das Land dahin zu bringen, ständig über dem Wasser zu bleiben; aber alles war vergeblich, bis eines Tages ein kühner Abenteurer von einem Boot ein Hufeisen auf den oberstenGipfel der Wicklowberge warf, gerade als sie unter den Wellen verschwanden. Da endlich war der Bann gebrochen. Die Smaragdinsel" tauchte wieder aus den Tiefen des Oceans, in den sie gesunken war, auf, und seitdem ist sie mehr oder weniger trockenes Land geblieben. In England wurde bis in eine nicht weit zurückliegende Zeit das Hufeisen fast überall als Amulett gegen Hexen gebraucht, und dieser Brauch ist selbst jetzt noch nicht ausgestorben. Keine Hexe, so pflegte man zu sagen, konnte ein Gebäude betreten, über dessen Thür ein Hufeisen oder noch besser drei mit den Spitzen nach unten befestigt waren. Der Ursprung dieses Volksglaubens bezieht sich auf eine alte Legende von St. Dunstan. Dieser vielseitige englische Geistliche war auch ein geschickter Hufschmied, und während er eines Tages in seiner Schmiede bei der Atbeit war, trat der Böse in Verkleidung ein und bat Dunstan, seinen 'einen Huf" zu beschlagen. Obgleich der Heilige sogleich seinen bösen Kunden erkannte, willigte er ein, aber er fügte ihm während der Operation soviel Schmerzen zu, daß Satan ihn bat, von ihm abzulassen. Das that Dunstan; aber erst mußte der Vöse ihm versprechen, daß weder er noch einer der niederen bösen Geister jemals die Insassen eines Hauses belästigen würde, in dem ein Hufeisen angebracht war.

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6ln eigenthümliche Kl ag e kam im Distriktsgericht von Stillwater, Minn., zum Austrag. Für die Ergreifung des Diebes Bert Oliver, welcher vorigen Winter dem Farwer John Marty ein Gespann Pferde gestohlen und in Hudson verkaust hatte, erhoben fünf Männer Anspruch auf die Belohnung von etwa $200. Zwei davon. Namens Doran und Hughes, hatten angeblich auf die Spur des Diebes gelenkt,, der Polizist M. Moran in St. Paul hatte ihn abgefaßt, der Detektiv Frank Fräser brachte ihn in's Gefängniß und der Polizeichef Carroll in Hudson hatte dem Chef O'Connor in St. Paul die Personal - Beschreibung des Diebes übermittelt. Richter Williston ent, schied, daß keiner zu der Belohnung berechtigt sei, die beiden Ersteren hatten überhaupt nichts dazu gethan, und die drei Anderen wären bezahlte Polizeibeamte, deren Pflicht es sei, irgend einen Verbrecher einzufangen. Ein weiser Spruch!

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