Indiana Tribüne, Volume 27, Number 291, Indianapolis, Marion County, 30 July 1904 — Page 1
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gBses&ösacss&ssa h Tage und g f fr 5ssss rKSVrt xvo ncs Tage und öonntaasblatt ( Sonntagsblatt J'sxO" w l0 lOo per Woche. 8 i lOc Per Woche. 'V V SSSSSSSSSSSSÄ Erscheint Zeden Nachmittag. Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Samstag, 30. Juli 1904 No. 291.
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Die Eisenbahnen wollen 75 Prozent der Kosten tragen. Mayor Holtzman erhielt heute einen Brief vom Anwalt der Big Four Bahn John T. Dye, in welchem die Eisen bahnen sich erbieten, 75 Prozent der Unkosten für die vorgeschlagene Wer befserung der Straßen- und Eisenbahnkreuzungen an der Oft 10. Straße zu tragen, falls sich die Stadt bereit erklärt, die anderen 25 Prozent auf sich zu nehmen. Das Schriftstück war von den Beamten der Big Four, Monon und L. E.& 233. Eisenbahnen unter, zeichnet. Kein neuer Termin für Frau Sicks.
DaZ Gericht verwarf den Antrag der Anwälte für Frau Ella Hickö, die JoJoseph Iddings erschoß, einen neuen Ter min zu bewilligen und heute verur theilte Richter Alford vom Krimenal gerichte dieselbe zu lebenslänglichem Zuchthaus. Sie war des Mordes im ersten Grade schuldig befunden. Am Montag wird sie in'Z Frauengefängniß überführt werden. Geldschranksprenger an der Arbeit. Heute Morgen früh machten Geld schranksprenger den mißglückten Ver such den Geldschrank der Somerville Laundry Co., 470 Virginia Avenue, unter Anwendung von Dynamit zu sprengen und zu berauben. Die erste Ladung des angewandten Explosiv ftoffeS erwieZ sich als zu klein berechnet. und ehe es ihnen gelang, den zweiten Versuch erfolgreich zur Ausführung zu bringen, waren schon Nachbarn von verschiedenen Richtungen herbei geeilt. Die Näuber wurden gesehen, so daß jetzt die Detektive eine Beschreibung der selben haben, die ihnen im Verfolgen und in der Aufspürung derUebelthäter von einigem Nutzen sein wird. Nahm zu viel Chloroform. Rose Fewell, 719z Massachusetts Ave., die schon seit längerer Zeit an rheumathischen Schmerzen litt, nahm zur Linderung derselben eine Dosis Chloroform, irrte sich jedoch in der anzuwendenden Quantität und wurde nur nach langerAnstrengung durch Dr. Heinrichs vom Dispensarium gerette ,,, m Demokraten-Versammlung. Die Demokraten deS 11. Bezirks halten heute Sonnabend Abend 8 Uhr eine Versammlung in der .Germania Halle ab, um Vorbereitungen für den Empfang ThomoZ 'TaggartS zu tref fen, welcher nächsten Dienstag Abend von New Jork hier eintrifft, und wird auf das Erscheinen aller guten Demo kraten bestimmt gerechnet. DaS Gartsn-Coneert Des Deutschen Klub und Musik-VereinS. Trotz des JnneS-ConcerteS in Fair Banks war der Garten des Deutschen Hauses beim gestrigen Abend-Concert überfüllt. Das Publikum erfreute sich der trefflichen Genüsse und gab durch enthusiastischen Beifall seiner Anerken nung für die vorzüglichen Leistungen Ausdruck. Die Solistin Flora Gollup.Atkins wurde besonders durch reichen Beifall ausgezeichnet. Sie verfügt über eine ungewöhnlich reizvolle Altstimme, die selbst in den zartesten Lagen wunder bar zur Geltung kam. Die angenehme Witterung hielt das Publikum bis Mittemacht im Garten und selten ist ihm ein so genußreicher Abend geboten worden. Aus deutschen Vereinen. DieArbeiter-Kranken-lasse hält morgen Vormittag 10 Uhr ihre halbjährliche Versammlung in der Columbia Halle ab. Die Wahl eines Trust wird vorgenommen.
Junger Mann begeht Selbste
mord. H I. Leonard, ein junger Mann aus Alexandria tödtete sich gestern im Spencer House, durch Einnehmen einer Dosis Blausäure. Schlechte Gesund. heit und mißglückte GeschäftZunterneh men warben als Motive angesehen. In einem hinterlassenen Brief an seine Frau nennt er verschiedene kleinere Schulden, die sie aus seiner Lebens' Versicherung, die sich auf $3,500 be läuft, begleichen möge. Den Odd Fello Orden, dessen Mitglied er war, bittet, er um Uebernahme der Beerdi gung. Die Leiche wird zur Beerdigung nach Alexandria überführt wer. den. Leonard'S Familie, die sich im Spiritualisten . Camp in Chesterfield befindet, wurde von seinem Tode im terrichtet. Er hinterläßt Frau und fünf Kinder. Jnneö Concert in Fair-Sank. Wie vorauszusehen war, hatte der ge gestrige Wagnerabend ein so zahlreiches Publikum nach Fairbank gelockt, daß nicht genügend Stühle sür die Besucher vorhanden waren und ein großer Theil auf dem grünen Rasen Platz nehmen mußte. Die hochgespannten Erwar tungen der Erschienenen wurden denn auch nicht nur in vollstem Maaße' er füllt, sondern durch die geniale Aus führung der Werke des großen Meisters Seitens des Herrn DirectorS JnneS und seiner Kapelle noch übertroffen und mächtige BeifallSsalven dröhnten nach Beendigung der einzelnen Serien zum nächtlichen Himmel empor. ES wurde aber auch ein seltener Sockaenuß geboten; Kapelle und Di recto'r schienen ein Ganzes zu sein, jeder Nerv und Muskel wurde angespann und athemloS lauschte daS Publikum den mächtigen und doch wieder so heh ren Klängen aus Lohengrin, Tann Häuser und Parsifal. Der reiche Bei fall war wohlverdient und revanchirte sich Direktor JnneS für denselben noch durch Dreingabe reizender Gavotten. Für heute Abend lautet daS Pro gramm wie folgt: Abschieds-Prograrnm. I. How can I leavethe" (Festival Orerture Lassen. 2. Farewell From Trompeter of Saeckingen Nessler Mr. Kryl. 3. A Trip to the St. Louis World's Fair Innes Intermission. 4. Auld Lang Syne" (gcotch OrerUre) Bwins 5. Goodby, (Song ior Sopiano) Tost! Mrs. Partridge. 6. Two well-known Marcbes a. Stars and Stripes" Sou$a b. Love is King".. Innes 7. Scenes srom ,1! Troyatore" Verdi Ans den Gerichtshöfen. Criminalgericht. Walter Wez aus New Jork erhiel gestern durch Richter Alford im Criminal'Gericht eine Strafe von 1 Jahren Zuchthaus. Wez ist ein Farbiger, der sich die Leichtgläubigk-i seiner Rassegenossen .zu Nutze machte. indem er denselben bei jeder sich bieten den Gelegenheit die Wolle über die Ohren zog. Er hatte eine. Uhr ge liehen, die er sofort versetzte, dasselbe that er auch mit einem Fahrrade. Geld borgte er auch, um es zu 50 Procent jährlichen Zinsen anzulegen usw. Er wird jetzt seinen farbigen Brüdern eine Zeitlang Ruhe gewähren, um sich seiner Erholung zu widmen. Die Bewohner der West Washington Str. wurden letzte Nacht durch eine Unmenge kleiner weißer Insekten überrascht, die wilb die elektrischen Lichter umflogen, in die Häuser und Straßenbahnwagen dran gen und so dicht sich in der Straße nie derließen, daß dieselbe förmlich wie be schneit aussah. Zu Millionen, meh rere Fuß dicht, flogen sie fast eine halbe Stunde lang ununterbrochen nach Oftm und stiegen kurz vor der Mis souri Str, wieder in die Höhe, um in den Lüften ihren Weg fortzusetzen.
Der Mannerchor
Be: Herrn AloiS Geiger zu Gaste. Gestern Abend war der Männerchor zur Abhaltuug seiner Gesangsstunde bei Herrn und Frau AloiS Geiger zu Gaste. DaS kosige Heim der Familie Geiger, No. 1314 Madison Avenue, war zur Feier der Gelegenheit geschmackvoll de onrt und bald, nachdem die lieben Gäste von den Gastgebern begrüßt wor den waren, durchtönte die Räume Herricher Männergesang. Auch eine An zahl passive Mitglieder des Männerchor waren mit ihren Damen erschienen und als der Probe Genüge gethan war und die liebenswürdige Gastgeberin ihre besten Sachen aus Küche und Keller auftragen ließ, da fanden sich die Männerchörler und Chörlerinnen bei gemüthlicher Unterhaltung heimisch.. . Das Männerchor Quartett kargte nicht mit klangvollen Beiträgen zur Unterhaltung, und als zu vorgerückter Stunde die Gäste an den Heimweg dachten, da waren alle darüber einig, daß die Sommerproben ihren besonde ren Reiz haben, und bekräftigten dies durch enthusiastische Männerchor-Hochs auf die unübertresflichen Gastgeber. Union-Karte wird ans der Denisou-Sotel Barbierfinbe entfernt. Zum 3. Male im Zeitraume eines JahreS wurde die Union-Karte aus dem Barbierladen im Denifon Hotel entfernt. Alle Angestellten verließen das Geschäft. Die Zwistigkeiten be ruhen auf Meinungsverschiedenheiten bezüglich des zu zahlenden Lohnes. Die Indianapolis Union hatte den Anthei des Barbiers, wenn er auf Commission arbeitet, mit 60 Prozent festgesetzt, während W. O. Armstrong, der Eigen thümer, sich weigerte, mehr wie 50 Pro zent zu zahlen. Die früheren Mei nungsverschiedenheiten betrafen auch die Lohnskala und einmal die Länge der Arbeitszeit. Jugendlicher Sünder. Wm. Douglaß,. 9, der farbige Junge, der schon drei mal in RoeSners Grocery, 541 Süd Illinois Str., ein brach und im Ganzen etwas über $35 stahl, wurde gestern in die Reform schule übersandt. Lively Bryan und Willie Lylcs, die ebenfalls implicirt waren, jedoch nur Wache gestanden, kamen mit leichteren Strafen davon. Das Geld theilten sich die Jungen. Polizist Sullivan, der schon längere Zeit auf die Diebe gefahndet hatte, ge lang eö, dieselben abzufassen. Pensionen für Jndiana. John T. Whiting, 100; William Meggenhofor, $14; Joseph Estell, $12; John E. Washey, $8; S. B. Shimer, $8; James McFadden, $14; Wesley G. Sanders, $8; Lucy A. Wallick, $8; Clara A. Joung, $12; Caroline Det rich, $3; Mary R. Hidgeway, $3; Virginia Stewart, $3; Eliza I. Sayre, $12; Mary Emmet, $3; Sophronia B. Snow, $12; Lorie A. Hendrix, $3; A. H. Drennan, $6; Fred. D. Ballou, $24; Benjamin Coble, $8; Samuel Shepardson, $3; Jsaiah Gilpin, $10. Carrie Nation auf der Fair in Madison v i l l e, K y. Evansville, 29. Juli. Carrie Nation, die Saloon'Zerstörerin, er regte auf der HopkinS County Fair in Madifonville, Ky., am Mittwoch wie der einmal Aufsehen. Sie . war im Lucile Hotel abgestiegen und bemerkte nach längererjZeit im Speisefaal Weib liche Sportbilder. Sofort verließ sie das Hotel und nahm ihre Mahlzeiten im Freien ein, sagte aber vorher dem Hotelbesitzer ihre Meinung über die nach ihrer Ansicht unzüchtigen Bilder und schimpfte gleichzeitig über die Bier Wirthe und Cigarrettenraucher. Nächste Woche uill sie bei der Tri State Fair hier zwei Vorträge halten.
Mahor an den Stadtrath.
Mayor Holtzman belegte die Ordi nanz, in welcher den Polizeideamten größere Saläre bewilligt wurden, mit einem Veto. In seinem Begleitschrei ben an den Stadtrath sagte er, daß eö hm leid thue, dazu gezwungen zu sein. edoch ließe sich solches nur durch eine Erhöhung der Steuerrate oder durch eine Bondauflage möglich machen. Seiner Ansicht nach sei eine Vergröße rung der Polizeimacht nothwendiger. wie eme Erhöhung des Gehalts. Es wurde veranschlagt, daß durch die Ordinanz eine Mehrausgabe von 920,000 bedingt sein würde für den Polizeidienst von gegenwärtiger Stärke. In Bezug auf den vorgeschlagenen Ankauf der Ländereien der Taubftum menanstalt für Parkzwecke, -sagte der Mayor, daß seiner Ansicht nach dies Land angekauft werden sollte, daß je doch eine Spezialsteuer erhoben werden müßte, um die zur Bezahlung nöthigen Gelder zusammenzubringen. D. M. Parrh nnd der Des MoineS Arbeitertag. Die Des MoineS Trade und Labor Assembly, soll, wie verschiedentlich be richtet wurde, beschlossen haben, D. M. Parry, den Präsidenten der Na tionalen Manufacturers und CitizenS Jndustrial Association of America, als Redner am Arbeitertage einzuladen, und., vielfach wunderte man sich, was denn Parry auf diese Einladung ant Worten, und wie er dieselbe aufnehmen werde. Bis jetzt ist jedoch in dieser Sache nichts geschehen, wenigstens ist bis jetzt Herrn Parry noch keine Ein ladung gesandt worden, auf dieöbezüg liche Fragen hin jedoch soll er geant woriet haben, daß, falls er in seinem Geschäfte, nicht verhindert sei, sehe er keinen Grund, weshalb er nicht eine solche Einladung annehmen solle, wenn sie ihm, wie berichtet, übersandt würde. Polizeiliches Allerlei. Fred. B e n n i o n, ein Versiche rungs-Agent aus San Francisco, Cal. wurde durch die DetectivS Haley und Splan unter der Anklage, ein Gesetzes ffüchtling zu sein, verhaftet und unter $5000 Bürgschaft gestellt. Ein hiesi ger prominenter Versicherungsmann sagte gut für ihn, so daß er nicht im Stationshause zu sitzen brauchte. F. H. Pennington und I. C. Mar shall, zwei Taubstumme, die an der Vermont und Blake Straße ein Bil liardzimmer betrieben, wurden gestern Abend spät unter der Anklage, Min derjührige in ihrem Lokale geduldet zu haben, verhaftet. Mit ihnen zugleich wurden eine ganze Anzahl Jungen im Alter von 1618 Jahren, die in dem Lokale einen Heidenlärm aufgeführt hatten, verhaftet. Die beiden Taub stummen sind zu bedauern, da die Jungen, stch'die Taubheit derselben zu Nutze machend, ihnen durch den Spek takel das Geschäft ruinirten. Verheerender Gewitter stürm. H a m m o n d, 29. Juli. Am Mittwoch Abend wurde unsere Gegend durch einen furchtbaren Gewittersturm heimgesucht, der vielen Schaden an richtete. Blitze beschädigten das neue Franklin Schulhaus, sowie das Wohn haus von Frank Krumer. Eine Un menge Telegraphenstangen sind nieder gerissen und viele Getreidefelder ver wüstet worden. Die TelepbonVer bindung zwischen den Städten in der CalumetGegend ist vollständig zer stört. .,, Bauerlaubnißschein e. R. C. FiöcuS, Cottage, Addison Str.. nahe New York, $1,650. C. F. Pal mer, hölzernes Wohnhaus. 27. Str., nahe Illinois, $2,222. G. Kossow, Anbau, 2551 Roosevelt Ave., $100. Edward Hecker, Reparaturen. 27 But ler Ave., $200. R. A. Wyrick, höl zerneS Wohnhaus, 2404 Bellesontaine Str., $2,225. H. Lieber Company, Schuppen, 1410 Madison Ave., $500.
Tamenverein des Socialen Turnvereins.
Zeitgemäßer Aufruf der Frau Präsidentin. In allen Kreisen des Socialen TurnVereins macbt sich frische Arbeitslust bemerkbar, und mit ihr tritt das eifrige Bestreben in den Vordergrund, alle im Vereine verfügbaren Kräfte zu verein!gen, damit für das im Juni nächsten Jahres hier stattsindende 29. Bundes Turnfest ein bis jetzt unerreichter Er folg außer Frage gestellt werden könne. Unter den denkbar günstigsten An zeichen hat das FestComite die gewaltige Arbeit in Angriff genommen, in geradezu überraschender Weise bethä tigt die Bürgerschaft ihren Opferwil len, und an alle Zweige deS Vereins, unter dessen Leitung das große Fest veranstaltet wird, ist der Aufruf zu neuer, unermüdlicher Thätigkeit ergan gen. Daß der Damenverein in der Ent faltung von nutzbringendem Eifer nicht zurücksteht, wenn es gilt, feine Bestimmung, die Ziele des Turner bundes zu fördern und den Verein in seinen Bestrebungen thatkräftig zu un terstützen, zu erfüllen, geht zur Genüge aus einem Rundschreiben hervor, wel cheö Frau Anna Sieboldt, die Pflicht eifrige Präsidentin, dieser Tage an die Damen der Mitglieder des Socialen Turnvereins richtete. In Berücksichti gung der Thatsache, daß unter denje nigen Damen, welche der Sache der Turnerei sonst recht ergeben sind, gar manche zu sinden ist, welche ihre so tüchtigen, brauchbaren Kräfte dem Damenverein bisher vorenthielt, und wohl im Hinblick auf das bevorstehende bedeutungsvolle Fest, zu welchem auch das zarte Geschlecht" nothwendiger Weise herbeigezogen werden muß, wen det sich der Sendbote der 28 Jahre be stehenden Damensection vertrauensvoll an die der Vereinigung noch fernstehen den, fortschrittlich gesinnten Frauen und Jungfrauen, ladet sie freundlichst zum Beitritt ein und ersucht sie, die Erklärung der Mitgliedschaft recht bald der Vereinsprüsidentin zustellen zu wollen. Gleichzeitig wird darauf hingewie fen, daß der Damen Verein in seinen Vereinszimmern im Deut schen Hause allmonatlich mehrere Unterhaltungen veranstaltet, welche u. a. nicht wenig dazu beitragen, den freundschaftlichen Verkehr unter den Mitgliedern zu fördern." Der Grad des Erfolges dieses Rund schreibens wird sich schon in der am Mittwoch, den 3. August, Abends 8 Uhr im Deutschen Hause stattfinden, den Vereinsversammlung bestimmen lassen. Eine Massenaufnahme von neuen Mitgliedern, wozu fürsorglich Vorbereitungen getroffen werden, ist zu erwarten. Darum : Bahn frei ! Personal-Notizen. Frau Albert Metzger nebst Kinder sind in New Ulm, Minnesotata, bei der Mutter der Frau Metzger auf Besuch. Zwischen Himmel und Erde. Frau Jacobs in Luxemburg, Minn., hatte von dem sich hinter ihrem Hause befindlichen Brunnen Wasser geholt und wollte sich nach ihrer Wohnung zurückbegeben, als plötzlich die Erde unter ihren Füßen nachgab. Die zu Tode erschreckte Frau sank immer tiefer und tiefer, doch klammerte sie sich noch rechtzeitig an den Wurzeln eines Eichenbaumes an, während der Boden unter ihren Füßen immer iiefer hinabsank. Sie hing volle zwei Stunden in dieser verzweifelten Lag.?, bis sie von zwei jungen Leuten, d:e zufällig des Weges kargen und. ihre Hilferufe gehört hatten, xu Sicherheit gebracht wurde. Eine Untersuchung ergab, daß sich an der betreffenden Stelle ein alter, etwa 600 Fuß tiefer Minenschacht befand, wo infolge vieler Regengüsse die Erde eingesunken war. In der französischen Kolonie Cochinchina fanden vor Kurzem durch einen Taifun 5000 Menschen ihren Tod. Der Materialschaden wird auf mehrere Millionen Francs geschätzt. tzr Raucht die B0NANZA.
Nachrichten aus Jndiana.
Entmischter Gauner ander Spitze eines großen Unternehmens. Portland, 29. Juli. Heute wurde hier begannt, daß Jeremiah Zi. Schell jetzt in Louisiana an der Spie eines $6,000,000 betragenden WasseUnternehmens stehe. Schell war vor einigen Jahren Besitzer einer Faßboden Fabrik in Bryant, die mit $28,000 Unterbilanz fallirte, und organisirte dann die Schell Loan & Investment Co. in Ft. Wayne, welche ihren Grün dern. $175,000 kostete. Schell sollte f. Zt. in Ft. Wayne wegen Betrugs arretirt werden, entzog sich aber seiner Verhastung durch Flucht. Mitleidige Schwester nimmt sich ihres verwahrlosten kranken Bruders an. G o s h e n, 29. Juli. Frank Putz, welcher von seinem Vater Michael Putz, einem wohlbekannten Bürger von To ledo, O., wegen Arbeitsscheu in der CorrectionS'Anstalt von Lancaster, )., untergebracht worden war, gelang eS, aus der Anstalt zu entfliehen, doch brach er auf der Flucht, als er in die Näheunserer Stadt kam, auf der Landstraße ein Bein. Putz sollte nach dem County. Krankenhaus gebracht werden, da tele phonirte seine Schwester aus Toledo, die von dem Unfall gehört hatte, an den Sheriff, man möge ihn ihr zur Pflege schicken und wurde dem Wunsche entsprochen. Von einem elektrischen Bahnwagen abgestürzt. , Muncie, 29. Juli. Heute Nacht stürzte der 33jährige Oliver Franklin aus Jorktown in der Nähe von Daleville aus einem Wagen der Union Traction Co. und zog sich le bensgefkhrliche Verletzungen zu, so daß er nach dem hiesigen Stadthospitale ge bracht werden mußte. Blutvergiftung durch ei n e n N a g e l. G r e e n f i e l d, 29. Juli. Ge stern starb im Hause ihrer Tochter, der Frau A. E. Chappel in Eden, Frau Josephine Scott, eine Dame aus einer im ganzen Staate sehr bekannten und geehrtenFamilie, an den Folgen einer Blutvergiftung. Frau Scott war vor 2 Wochen auf einen verrosteten Nagel getreten und hatte sich anscheinend eine nur kleine Wund, am Fuße zugezogen, der sie zuerst keine Beachtung schenkte, bis der Fuß anschwoll und Blutver giftung eintrat. Durch einen Backstein wurf tödtlich verletzt. Evansville. 29. Juli. Ge stern Abend hatten die beiden Nach barskinder Emma Christ und Orville Weder einen Streit mit einander und warf die kleine Christ dem Weber im Verlaufe desselben ein Stück Backstein an den Kopf, so daß der Getroffene be sinnungslos hinstürzte. Der Knabe wurde in das hiesige Sanatorium ge schafft und constatirte Dr. Welborn daselbst einen Schädelbruch, hofftjedoch, den Knaben am Leben erhalten zu können. Verunglückter auf dem WegederBesserung. E lw o o d, 29. Juli. Wie wir erfahren, wird eS gelingen, den jungen Farmer Omer Scott, dem vor einigen Tagen eine vom Wagen fallende Heu gabel den Nacken durchgefpießt hatte, am Leben zu erhalten. Als das Un glück pafsirt war, hatte man geglaubt, Scott würde nur noch wenige Minuten leben. Die Neger können es nicht lassen. N o b l e S v i 1 1 e, 29. Juli. Gestern Abend wurde der Farbige Bert Tice arretirt und unter $1000 Bürg schast gestellt, weil er beschuldigt ist. die weiße Mary Lother auf dem Heim weg thätlich angegriffen zu haben. Um sich unkenntlich zu machen, hatte Tice sein Gesicht mit einem Taschentuch verhüllt, war aber doch erkannt wor den. Dem Mädchen war eS gelungen zu entfliehen,doch war sie von dem aus gestandenen Schrecken mehrere Stunden bewußtlos.
