Indiana Tribüne, Volume 27, Number 290, Indianapolis, Marion County, 29 July 1904 — Page 5
Indiens Tribüne, 2. Juli 190a.
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Das grüne Vlatt. Von Otto JulmS Bierbaum Vor meinem Fenster weht Ein Vlatt; der grüne Schein Soll meine Zuversicht Und liebe Ruhe sein. Vor meinem Fenster weht Ein Blatt. Wir leben so Im leisen Auf und Ab Und sind des Schwedens ftoh. Vor meinem Fenster weht Ein Blatt, mit ist so gut. Komm an mein Herz, du Grun, a3 solcye Wunder thut. Amtsrichter Meyer als Hälj schul Festredner. Humoreske von Klara Düsterhxss. Fritz Meyer war ein guter Mensch, darüber waren alle seine Freunde und Bekannte einig. Er hatte nur einen Fehler: er war zu gut, nämlich zu gutmüthig; er konnte keinem etwas abschlagen, und wenn man ihn um das Haupt seines eigenen Vaters gebeten hätte. Niemand kannte diesen seinen großen Fehler besser als er selber, und niemand verdammte ihn so wie er. Er hatte seine amtlichen Befugnisse auszuüben in einer kleinen, sich aber sehr wichtig vorkommenden pommerschen Kreishauptstadt zwei Stunden vom Strande der Ostsee entfernt. Ging er da eines Tages, es war ein herrlicher Maitag, seelenvergnügt vom Amtsgericht nach seiner behaglichen Junggesellenwohnung zurück, als ihm in eiligem Laufe ein Herr entgegenkam. FrZtz Meyer war kurzsichtig und erkannte ihn nicht. Der Herr aber winkte ihm schon von weitem mit der Hand einen Gruß zu und stürzte direkt auf ihn los, um ihm mit überströmender Zärtlicheit die Hand zu schütteln. Da entdeckte der gute Amtsrichter, daß es sein alter Universitätsfreund, der Ortspfarrer Grün, war, und nun war, auch seinerseits die Begrüßung eine sehr warme. Siehst Du, Fritz, Goldmensch, rief der Pfarrer, Dich schickt mir die mitleidige Vorsehung in den Weg. Ich bin nämlich in der äußersten Verlegenheit. Soll ich da heute Nachmittag für die Nähschule der Generalin von Schwarzhals die Festrede zur Jahresfeier ihrer Nähschule halten, die immer mit einem Ausflug in den Stadtforst begangen wird, und jetzt erhalte ich ein Telegramm, daß meine Braut mit ihren Eltern gerade um die Zeit, da ich reden soll, vom Bahnhof abgeholt zu werden wünscht!" Das nennt man ,Pech," warf der Amtsrichter dazwischen. Nicht wahr? Mächtiges Pech! Und das Dumme ist, daß fönst niemand da ist, der meine Stelle bei ihnen vertreten könnte. Sie, wollen nämlich die Einrichtung für unseren zukünftigen Hausstand ausmessen und besprechen. Abzutelegraphiren geht auch nicht sie sitzen längst in der Bahn." Na, solch ein Mißgeschick!" . Ja, und da bin ich nun nothgedrungen auf der Suche nach einem Stellvertreter für die Rede im Stadtforst und finde keinen. Mein HilfsPrediger ist verreist; unser Hauptlehrer liegt krank. Es ist ein Wink von oben, daß Du mir gerade in den Weg kommst. Du mußt statt meiner reden!" Ich!? Mensch, bist Du toll?" Meyer lachte, wie er noch nie in seinein Leben gelacht hatte. Sein Freund aber stieß sich nicht daran. FLieso toll? Kannst Du nicht reden wie ein Buch weit besser als ich? zier' Dich nicht. Du springst für mich ein, und damit basta!" .Ich? Ich soll vor Deinen Nähschulmädchen reden? Ein kapitaler Witz! und Deine Generalin kenne ich ja noch garnicht mal!" Ach was, Nebensache, findet sich alles. Ist ein ganz netter Kreis. Du findest Dich einfach um 4 Uhr auf dem großen freien Platz rechts vom Förster ein, wo ja alle solcheVersammlungen abgehalten werden, da stellst Du Dich der steifen, alten Dame mit der mächtigen goldenen Brille vor. Sie wird Dir sofort in den Weg tre- . ten, wenn Du Dich ihrer Herde näherst. Hier hast Du den Zettel mit den Zahlen und Daten, die Du erwähnen mußt. Alles' andere findet sich dann schon." Aber Mensch " Nun sei so gut und entschuldige m'vqi Ich habe für den Empfang meiner Gäste noch vielerlei zu besorgen." Damit zog der Pfarrer den Hui und stürmte davon. Fritz Meyer sah ihm nach, wollte hinter ihm herstürzen, doch da bog er
um eine Ecke oder trat in einen im den und ward nicht mehr gesehen! Der gute Amtsrichter stand wie angewurzelt und hatte nicht übel Lust, noch einmal in ew schallendes Gelächter auszubrechen. Zum Glück fiel ihm noch bei Zeiten ein, da m solches Verhalten auf offener Straße ihn in der spießbürgerlichen Provinzstadt leicht in einen schrecklichen Verdacht hätte bringen können. Er dezwang sich also und setzte seinen Weg fort. Das Auslachen besorgte 5r inwendig. Siehst Du wohl, mein Junge, das geschieht Dir schon recht," räson-
nirte er mit sich selber. Warum kannst Du nicht nein sagen, ein rundes, entschiedenes Nein, gegegen das kein Mensch mehr ein Wort einzuwenden wagt! Nun hast Du Dir was Gutes eingebrockt, das magst Du zur Strafe auslosfew bis auf den Grund. Ich Wünsche Dir nur, datz "Jüt Geschichte recht kräftig versalzen wird, damit Du Äir für spätere Fälle ein derberes Ruckgrat zulegst. Der Witz ist zu gut! Ich, Amtsrichter Fritz Meyer, habe mich kurzerhand dazu pressen lassen, den Mägdelein in der Nähschule der Frau General von Schwarzhals eine Festrede zu halten! Da möchte ich wirklich Mäuschen sein und zuhören können. Wie sah die edle Dame doch aus? Richtig! Alt, steif, mit einer mächtigen goldenen Brille und als eine Art Schäferhund um ihre Herde herstreichend. Das giebt ja einen Hauptulk!" Um 4 Uhr sollte der Festaktus los gehen, 4 Uhr wars. Also eiligst nach Hause und entsprechend Toilette gemacht. Das Mittagessen und Mittagsschläfchen mußt Du Dir heute verknetfen, mein Sohn. Frau Wrede wird große Augen machen, wenn Du ihr schönes Essen verachtest. Ist Dir aber ganz recht. Muß noch besser kommen!" Frau Wrede machte in der That große Augen, als ihr Miether ihr erklärte, er- müsse gleich wieder fort, sie solle das Essen zum Abend aufheben. Kalbsleber und zum Abend aufheben! Was folch ein Mann vom Kochen für Vorstellungen hat", brummte sie. Fritz Meyer aber stürmte nach
zehn Minuten in Gala wieder da von. Der Weg nach dem Stadtforst?war nicht . weit. Immerhin war es 5 Uhr, ehe er beim Förstvr war. Auf dem weiten Spiel- und Festplatz in der Näye des Forsthauses stand, schon 'erwartungsvoll, eine Schaar geputzter Schulmädchen jeden Alters, und einige junge Damen flüsierten miteinander und sahen sich unruhig nach allen Seiten um. Eine alte, steife. Dame in schwerseidenem Kleide mit einer mächtigen Brille auf der kllhngeschwungenen Nase stand wie ein Cerberus am Eingang und warf drohende Blicke um sich. . Das Pincenez aufgestülpt, fixirte Fritz Meyer die Gesellschaft von einer geringen Entfernung aus. Der Pastor hatte ihm ein ganz richtiges Bild von der Situation entworfen. Sobald sie seiner ansichtig wurde, schritt die alte, steife Dame mit der mächtigen goldenen Brille militärisch stramm auf ihn zu und fragte, so wenig einladend wie möglich:. Sie wünschen, mein Herr?" In diesem Moment trat der Versucher auf Fritz Meyer zu und flüsterte ihm ins Ohr: Laß doch dte alte Schachtel sammt ihrer Nähschule sitzen! Was willst Du Dich für andere Leute opfern? Es geschieht Deinem Freunde Grün auch nach Verdienst, wenn er hier ohneVertretung bleibt. Warum preßt er Dich so rücksichtslos zu etwas, wozu Du doch mal nicht das Zeug hast!" Allein Fntz Meyer hieß nicht um sonst der gute Amtsrichter". Der Versucher mußte weichen. Mit seiner tadellosen Verbeugung stellte der Angeschnaubte sich vor. Gestatten Sie, Frau General mein Name ist Meyer, Amtsrichter. Ich bin von meinem Freunde, dem Pastor Grün, gebeten worden, an seiner Stelle hier die Festrede zu halten, da er selbst unerwartet Besuch von seiner Braut und seinen Schwiegereltern erhalten hat." Die strengen Züge- des Cerberus klärten sich auf. Das ist etwas anderes, num Herr. Dann bitte, treten Sie hier herein. Die Feier kann sogleich beginnen. Es ist schon weit über die festgesetzte Zeit." Nun, die Feier begann. Die Generalin stellte sich stramm vor der Front der jetzt ebenso stramm dastehenden Mädchen auf und sagte: Wir wollen zum Anfang das Lied No. 14 singen." Alles schlug eifrig in den kleinen, abgenutzten Liederbüchern No. 14 auf. Es war ein Choral. Die glockenhelle Stimme einer der jungen Damen fing den Gesang an, und alle stimmten ein. Es klaig wundervoll in dem schweiyenden Walde unter den rauschenden Föhren und Buchen. Selbst Fritz Meyer, der seit seiner Konfirmation keinen Choral gesungen hatte, konnte sich nicht enthalten, aus dem ihm von der Vorsängerin hinübergereichten Buche ganz" herzhaft 'mitzusingen. Dann sprach die Generalin ein langes Gebet und trat zur Seite. Damit, diß sie sich gegen Fritz Meyer verbeugje, gab sie ihm das Zeichen, daß nunmehr die Reihe an ihm sei. Der Amtsrichter trat vor die Front. Es war an dem, was der Pastor gesagt hatte: er konnte sonst reden pie ein Buch. Indeß es war merkwürdig, in dier Umgebung, bei diesem Anlaß, unter dem einschüchternden Einfluß all der munteren, aber verwunderten Kinderaugen, der erwartungsvoll auf ihm ruhenden schönen Augen der jungen Lehrerinnen (wenigstens die , Vorsängerin hatte ohne Zweifel entzückende Augen) namentlich aber der strengen, noch immer mißtraurischen Augen der Gene
rann wollte es ihm mit dem Neven nicht glücken. Er hatte sich auf dem Wege eine kleine Ansprache zurechtgelegt; doch er erinnerte sich ihrer nicht. Und was er nach der Eingebung des Augenblicks zusammenstoppelte,' kam ihm selber so unglaublich trivial vor, daß er sich bis ins Innerste seines Herzens schämte. Liebe Kinder", fing er an, Ihr seid hier als Nähschule versammelt. , Das Nähen ist eine schöne Kunst, es ist eine sehr wichtige .Kunst. Das Wohlbehagen der Menschen hängt zum großen Theile von dieser Kunst ab; denn jeder weiß, daß ein abgenener Knopf, ein fehlendes Band, ein Riß im Kleid oder in in der Wäsche den Menschen vollkommen unglücklich machen -können. Daher ist es eine große Sache, daß Ihr nähen lernt und Eure freundlichen Lehrerinnen machen sich sehr verdient um Euch." In diesem Augenblicke flüsterte ihm die Vorsängerin, die ganz in seiner Nähe stand, vernehmlich zu: Die Generalin!" Dankbar nahm er den Wink auf. Vor allem aber verdient sich Eure verehrte Vorsteherin, die Frau Generalin, Euren Dank und den Eurer zukünftigen Männer." Hier wurde er inne, daß die großen Mädchen heimlich zu kichern anfingen, daß die jungen Lehrerinnen sich theils erstaunte, theils belustigte Blicke zuwarfen, und daß die Generalin mit hochgezogenen Brauen drohend um sich blickte. Diese Wahrnehmungen brachten ihn vollkommen aus dem Texte. Er wußte nicht mehr ein noch aus. Den Zettel mit den anzubringenden Daten
und Zahlen hatte er ganzlich vergessen. Dagegen sagte ihm die. innere Stimme sehr deutlich: Na, so geschieht dir's recht, du blamirst dich wenigstens gründlich. Da wirst du dir jawohl, ein ander Mal deine übelangebrachte, Gutmüthigkeit abgewöhnen! Es muß noch besser kommen." Von seiner Linken her aber tönte ihm wieder der süße Flüsterton seiner Nachbarin ins Ohr: Frömmer frömmer!" Auch das noch?" sagte er sich , mit grimmiger Selbstironie. Das bekommst du ja erst recht nicht, heraus. Damit blamirst du dich bis auf die Knochen." Aber etwas anderes fiel ihm ein, was er für einen sehr guten Ausweg hielt denn", sagte er sich, je nachdrücklicher du dir heut eine Lektion er-' theilst, desto gründlicher wird sie sitzen, und du 'wirst doch endlich für künftige Fälle das Neinsagen lernen." Darum fuhr er mit erhobener Stimme keck und frisch fort: . Und weil Ihr denn heute Euer Jahresfest feiert, so will ich Euch zu Ehren des Tages eine Extrafreude machen und lade Euch für morgen zu einer Nachfeier ein. Ihr. sollt alle meine Gäste sein und mit mir einen hübschen Ausflug an die See machen." Damit verbeugte er sich lächelnd und trat zurück. Dieser Schluß der merkwürdigen Rede war ja nun vollständig nach dem Herzen der Mägdelein. Ei, .ei", tiefen welche, ach ja", sagten andere, hurra", schrieen sogar ein paar. ' Die meisten aber klatschten bloß in die Hände und lachten übers ganze Gesicht. ' Daß seine Rede komisch gewesen war, hatten jawohl alle gefunden; eine Rede aber, die mit solcher Einladung endigt, ist doch immerhin eine großartige Rede. Das fanden sie erst recht alle. Die steife Erscheinung der . alten Generalin, die wieder vor die Front trat, und ihr scharfes: Still!" brachten sogleich Ruhe in die Versammlung. Währenddes trat die liebenswürdige Vorsängerin einen Schritt näher an Fritz Meyer heran und sagte mit neckifchem Lachen: Aber, aber!" Er zuckte nur mit den Schultern und lachte sie gleichfalls an. Die vier anderen Lehrerinnen sahen sich sehr interessirt nach ihnen beiden UM.' . , Er aber hatte nur die triumphirende Empfindung: Nun, die Kur wird doch endlich helfen!" Unterdes ließ sich die barsche Stimme der Generalin vernehmen. ..Ihr wißt, Mädchen, daß ich es nicht gern habe, wenn Ihr zu viele Feste feiert. Der . Mensch braucht wohl kiel Arbeit, aber wenig Vergnügen. Da dieser Herr uns jedoch ein so großmüthiges Anerbieten macht, können wir ihn nicht gut dadurch kränken, daß wir es ablehnen. Und da morge zufällig Sonntag ist, mag's für diesmal mit der Rachfeier hingehen." Sich an Fritz Meyer wendend, fuhr sie fort: Zu welcher Zeit wünschen . Sie denn, daß wir uns zu Ihrer Nachfeier einfinden? Und wo?" . Nun, so früh wie möglich und bei der Abgangsstelle der Omnibusse. Denn wir müssen doch für die Gesellschaft Omnibusse miethen. Oder meinen Sie nicht?" Wenn Ihnen die Sache nicht zu kostspielig wird, wär's freilich am schönsten", meinte die Generalin mit unverkennbarer Hochachtung in Stimme und Miene. Zu laufen ist's ein bischen weit und anstrenaend." :
Ja, freilich, daS geht nicht", erklärte der Amtsrichter, immer mit dem Hintergedanken: Nur zu, ordentlich aufpacken, nur eine unvergeßliche Lektion!" Dann also schon Vormittag?" erkündigte sich die Generalin. Natürlich. Sagen wir um 10 Uhr." Um 10 Uhr ist Gottesdienst", unterbrach ihn die alte Dame streng. Ach ja so. Dann also wenn der Gottesdienst aus ist," corrigirte er sich. Nun wohl. Um 11 Uhr also. Und die Kinder sollen doch wohl ihr Essen mitbringen?" O nein, nein", fuhr der Amtsrichter in seiner Selbstgeißelung fort. Ich
weroe jogleich telephonisch beim Strand-Restaurant ein kräftiges Mittagessen für die Gesellschaft bestellen und Nachmittag einen ordentlichen Kaffee mit Buttersemmeln. Vorher und nachher spielen die Kinder nach Herzenslust. Um 6 lassen wir die Omnibusse zurückfahren." Herr Amtsrichter", konnte die Generalin dach nicht umhin, ihn zu erinnern, Sie unterschätzen vielleicht die Zahl der Theilnehmer. Es sind nahezu sechzig Kinder in der Nähschule." Macht nichts", erwiderte derAmtsrichte? mit einer großartigen Handbewegung, dazu aber mit der inwendigen Randbemerkung: Desto einschneidender wirkt es!" ' Die Lehrerinnen blickten wie ' die Generalin mit immer wachsender Hochachtung auf den spendirlustigen Amtsrichter. Daß er weder Traunoch Verlobungsring trug, hatten sie im Stillen längst festgestellt. Die Kinder klopften vor Wohlgefallen und glücklicher. Erwartung , immerfort heimlich auf die Stelle, wo bei ihnen Herz und Magen saßen, und ihre Augen wurden immer strahlender. Die Generalin verkündete nun noch einmal zusammenfassend Alles, was der gütige Spender eines so herrlichen Festes" mit ihnen vorhatte, und sagte dann: Wir wollen nun noch einen Choral singen, ehe wir an unsere Spiele gehen. Heute .Abend, aber machen wir zeitig Schluß, um morgen gut ausschlafen zu können." Nach dem Gesänge, an dem der Amtsrichter, angeregt durch die Herrliche Glockenstimme seiner Nachbarin mit vollem Herzen theilnahm, empfahl er. sich, um die nöthigen Bestellungen zu machen. Die jungen Damen sahen ihm verstohlen ganz bewundernd nach. Ein schlechter Festredner war er ja freilich gewesen, sonst .aber ein ausgezeichnete? Mensch und sicher ein sehr vermögender Mann. -Nun, damit war es in Wirklichkeit nicht so', weit her. Es wäre aber zu dem, was er vorhatte, einigermaßen nöthig gewesen; denn daß der Spatz ihm die Thränen' aus den Augen beizen' würde, exkannte Fritz Meyer bei feinen Bestellungen sehr bald. Das war's ja aber J gerade, was er beabsichtigte. Die Kur sollte eine ganz einschneidende sein, um' auch eine einschneidende, dauernde Wirkung zu haben. Diese Wirkung hatte sie denn auch, und zwar nicht bloß auf die Weise, wie er es sich vorgestellt hatte. Die sonntägliche Nachfeier verlief, vom schönsten Wetter begünstigt, ganz programmmäßig, bis auf die kleine Abweichung daß statt fast 60 Kinder" sich deren 72 einstellten, nämlich noch ein Mandel solcher, die man in der Nähschule längst für ausgeschieden angesehen hatte. Die Generalin wollte diese Eindringlinge zurückschicken; Fritz Meyer in seiner Selbstkasteiungswuth aber wünschte, daß sie blieben. Drei Omnibusse haben wir zur Verfügung, da lassen sich die Paar noch unterbringen." Unter fröhlichen ' Gesängen wurde die Fahrt zurückgelegt, und es traf sich glücklich, daß Fritz Meyer gerade in den Wagen gerieth, in welchem die muntere Vorsängerin mit .den schönen Augen bereits Platz genommen hatte. So konnte er den ganzen Weg über der angenehmen Verlockung nicht widerstehen, die von ihr angestimmten Lieder begeistert mitzusingen. Beim Spielen am Strande erwies sich dieselbe junge Dame als eine so erfinderische, liebenswürdige Anführerin, bei den Mahlzeiten als ein so umsichtiges, praktisches Hausmütterchen, bei einem kleinen Unfall ferner, der einer Schülerin zustieß, als eine so geschickte Samariterin. daß Fritz Meyers unbewachtes Herz, ehe er es sich versah, Feuer fing. Kurz und gut, als der köstlicheTag, der noch viele Jahre lang in der Erinnerung der theilnehmenden Jugend fortlebte, um war, sah sich Fritz Meyer zwar um 170 Mark baares Geld ärmer, aber im Geheimen um eine zartliche Braut reicher. Und als diese ihm über seine Verschwendung scherzhafte Vorwürfe machte, erwiderte er. au? tiefstem Herzensgrund und ganz der Wahrheit gemäß: ' Aber dafür bin ich auch nun, ich fühl's, von dem bösen Fehler der allzu großen Gutmüthigkeit befreit. Ich werde künftighin Nein sagen können, wo es sich gehört. Und sollte ich doch je wieder schwach werden, so ermächtig'e ich 'Dich, mein Lieb, mich ganz einfach an die Erfahrungen zu erin nern, die ich als Festredner Eurer Nähschule gemacht habe!"
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