Indiana Tribüne, Volume 27, Number 290, Indianapolis, Marion County, 29 July 1904 — Page 4
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Indiana Tribüne. HerauZgezeden von der Vutnlbtrg C. Indianapolis, Ind. Harr) D. Thudwm Präsident. GeschäftSloealt No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269.
trtered at the Pott Office of Indianapolis a, ccond class matter.
Zum Tode Plehwe'ö. D!e russische Regierung muß jetzt für den frevelhaften Versuch, den fortschrittlichen Geist zu hemmen und mit roher Gewalt ihre Ziele zu erreichen, die blutigen Kosten zahlen. Sie erlangt nun die späte Ersah rung, daß eö verderblich ist, sich ri schen die Zahnräder des Zeitgeistes zu stellen, um sie in ihrem Lauf aufzuhal. ten. Die Ermordung des russischen Gouverneurs und Vergewaltigers von Finnland Bobrikoff hätte dem Abfolu tismus in Rußland eine Warnung fein sollen, durch die Beurtheilung, welche die That in Kreisen, welche sonst Mord verdammen, fand. Der unbeugsame Willen deS Volkes, den Tyrannen entge genzutreten, gelangte durch diese That zum Ausdruck. Der finnische Patriot, der nach begangener That freiwillig die Blutschuld mit dem Tode büßte, erklärte, daß auch Plehwe, der Bluthund fallen müsse, ehe der Zar über die fürchterlichen Zustände in seinem Reiche und die Knechtung der Bürger durch die hohen Regierungsbeamten die Wahrheit erfahren würde. Nun ist Plehwe von dem Schicksal, das er durch unerhörte Bedrückung der unteren Volksklassen herausforderte, ereilt worden. Der Mord an sich ist verabfcheuenswürdig, weil er auch an dere Unschuldige traf, dem Manne Plehwe aber schuldet die Mitwelt keine Thräne. Wenn mit Knute und Bayo net regiert wird, werden Mord und i Blutgedanken im Volke gezüchtet. Mit dem Ende des japanischen Krie geS wird auch der Absolutismus in Rußland beendigt sein. Der finstere Aberglauben, der selbst in der Mittel ' klaffe die russische Bevölkerung be herrscht, wird einer vernunftgemäßen Auffassung der Dinge weichen. Der freie Gedanke wird nicht mehr unter drückt, sondern gepflegt werden. Wenn der Zar zum Vergleiche der Japaner von heute mit denen von vor fünfzig Jahren durch die Niederlagen seiner HeereSmacht gezwungen wird und dann bedenkt, wie seine Regierung durch die scheußlichsten Gewaltmittel den Geist deS culturellen Fortschrittes, der Japan siegreich macht, im eigenen Lande trn terdrückte, wird er dem Schicksal dan ken, daß ihm die Augen geöffnet würden. Man kann nicht von Menschen, die man zu Thieren herabwürdigt, verlan gen, daß sie der instinktive Abscheu gegen Blutvergießen, der den Menschen auszeichnet, beseelt. Plehwe hat in seinem Mörder den Mordgedanken selbst großgezogen, der Wurm, den er getreten, erwies sich als Stärkerer.
Hamburgs Seeschiffsverkehr hat nach den Ausweifen des Handels statistischen Bureaus während der ersten 6 Monate des laufenden Jahres aber mals und zwar diesmal einen ganz be sonders ansehnlichen Fortschritt ge macht. Das ist um so erfreulicher, als Antwerpen wenn auch nur unter Zugrundelegung' ungleich günstigerer Erhebungen . Hamburg, den ersten Hafen des EontinentS, an Lebhaftig keit und Umfang des Schiffsverkehrs gern überflügeln möchte. In Ham bürg steht der Schiffszahl und Tonnage nach daS Ergebniß des letzten Halbjahrs ollen auderen in den vorhergehenden Jahren voran. Vom 1. Januar bis Ende Juni 1904 kamen 7167 Seeschiffe mit 4.794,734 Reg.TonS netto an und gingen 7094 . Seeschiffe mit 4,784,154 Reg.TonS netto aus dem Hamburger Hafen ab. Die Zunahme der ankommenden Seeschiffe gegen das vorhergehende Jahr betrug 496 und 404,273 Ton, der abgehenden Schiffe 470 und 341,415 TonS. Seit Jahren befindet sich der hamburgische See schiffahrtZverkehr in ähnlichem gleich mäßigen Wachsthum; 5 Jahre zurück (1899) war der Tonnengehalt der an kommenden Schiffe noch 917,837 und der ausgehenden Schiffe 961,623 TonS geringer. Die Zunahme deS Schiffsverkehrs fällt im letzten Jahre nicht allein den Dampfern, sondern auch den Seglern zu, während im Vorjahr bei den Seg lern" der Tonnage nach ein Rückschlag
eingetreten war. ' Es verkehrten ein kommend und ausgehend im letzten Halbjahre 9486 Dampfer oder 401 mehr als im ersten Halbjahre 1903, während 4775 Segelschiffe in diesem Jahre sogar ein Plus von 565 Schiffen gegen das Vorjahr ausmachen. Der Tonnage nach kamen im letzten Halb jähr auf einkommende Dampfschiffe 4,277,954 TonS (gegen daS Vorjahr Plus 313,942), auf ausgehende Dampfschiffe 4,286.281 (PluS 281, 462), auf eingehende Segelschiffe 516, 780 (PluS 90.331) und auf ausgehende Segelschiffe 497.863 Tons (Plus 59,953). Die Zahl der mit transatlantischen Häfen verkehrenden Schiffe weift einkommend eine namhafte Vermehrung, ausgehend dagegen eine kleine Vermin derung gegen das Vorjahr auf, .der Zuwachs des europäischen Verkehrs übertrifft aber diese Abnahme bedeutend. ES kamen von transatlantischen Häsen im letzten Halbjahr 847, im Vorjahre 762 beladene Schiffe an und gingen 611, im Vorjahre 629 beladene Seeschiffe ab. Von europäischen Häsen kamen jedoch im letzten Semester 4,183, im Vorjahre nur 4,025 beladene See schiffe; die Anzahl der ausgehenden beladenden Seeschiffe in europäischer Fahrt betrug 4,702 gegen 4,311. Die Anzahl der leer nach transatlantischen Häfen bestimmten Seeschiffe ist bis auf 39 (im Vorjahr 42) heruntergegangen. Im europäischen Verkehr war eine Zu nähme der leer expedirten Fahrzeuge zu konstatiren, namentlich kamen mehr leere Schiffe von europäischen Häsen, um Ladung von Hamburg aus weiter zubesördern, nämlich 2,136 gegen 1,381 . Fahrzeuge im' ersten Halbjahr 1903. Bobrikoff und Plehwe hatten der Finnländer wegen den Tod schon zehn fach verdient.
Es wird bald Zeit, daß unser TheaterVerein auS seinem Sommer schlaf erwacht und Pläne für die Sai son macht. Unter den augenblicklich in Rußland herrschenden Umständen,, sollte sich'S der erwartete Thronfolger lieber noch überlegen, ehe er in'S Dasein, tritt. Wenn die Japaner fortfahren, die russischen Generäle undfchädlich zu machen und die Nihilisten sich daheim der Minister annehmen, wird'S wohl zu einer Volksregierung in Rußland kommen müssen. EigeuartigeS Konzert. Das berühmte Kopenhagener Nationalmuseum besitzt mehrere altnordische Trompeten, Luren, die sich zum Theil in ausgezeichnetem Zustande befinden und benutzen lassen. Die Verwaltung des Museums hat daher schon öfter den Kopenhagenern das Vergnügen bereitet, Musikvorträge auf diesen mehrere tausend Jahre alten Luren zum Besten zu geben. Dies geschah auch kürzlich wieder, indem unter Leitung des MusikHistorikers Dr. Hammerich von den Mauern des Museums herab mehrere Stücke geblasen wurden, von denen einige eigens für die Luren komponirt find. Das dänische Nationalmuseum enthält nicht weniger als 23 solcher Instrumente, darunter 14 vollständige. Außerhalb Dänemarks wurden einige mehr oder minder gut erhaltene Luren in Mecklenburg und Schweden gefunden. Sie zeichnen sich durch eine schön gewundene Form aus, für die wahrschemlich Thierhörner als Vorbild dienten. Besonders charakteristisch ist die flache Endfläche mit ihrem Schmuck von Schild buckeln und konzentrischen Ringen sowie der Zierrath am Mundstück. Alles deutet auf sehr'enrwickelten Geschmack und technische Fertigkeit der Menschen der Bronzezeit hm. Von besonderem Interesse ist, daß die Luren immer paarweise gefunden wurden und auch im Ton paarweise zusammengehören, woraus geschlossen werden kann, daß sie paarweise hergestellt und benutzt wurden. Es herrschen zwar Meinungsverschiedenheiten darüber, ob die Luren als Musik-Jnstrumente oder nur als Signalhörner dienten, doch liefern die erhaltenen Instrumente jedenfalls den Beweis, daß mit ihnen Musikstücke ausgeführt werden können. Sie zeichnen sich durch bedeutenden Tonumfang und sanften Klang aus. Eine sensationelle Entd e ck u n g will ein Wiener Drechslermeister, Eduard Tuschek, gemacht haben. .Demnach wäre nicht die Reblaus der Zerstörer der Weinkulturen, sondern der Markwurm. Die Verwüstung der Weingärten ist auf Grund jähre langer Beobachtungen Tuscheks aus. schließlich das Werk dieses Zerstörers. Es ist ein Wurm, der sich in den Wurzelstock der Weinrebe einbohrt, daS Mark dieses WurzelstockeS verzehrt und durch die hierbei dem Weinstocke zugefügte Verletzung die Wurzelsiule und dessen Absterben verursacht.
Einfluß des Polarklimas. Unsteigcn der Lebensfunktioncn und den mehrte Arbeitskraft. Ueber die hygienischen Erfahrungen der schwedischen Südpolarexpedition hat der ärztliche Begleiter Dr. v. Nordcnskjölds an Bord der Antarktika, Dr. Ekelöf, an die schwedische Landesmedizinalbehörde berichtet. Ekelöfs Untersuchungen erstreckten sich nicht allein auf diätetische und klimatische Studien im engeren Sinne, fondern auch auf eingehende Beobachtungen auf dem Gebiete der Bakteriologie, des Blutumlaufs und damit zusammenhängender Sondererscheinungen. Sein Urtheil lautet dahin, daß bei sammtlichen Mitgliedern der Expedition unmittelbar nach der Ankunft in der Antarktis ein wesentliches Ansteigen der mechanischen Lebensfunktionen zu verzeichnen war. Blutcirkulation und Stofsumsatz zeigten sich infolge der vermehrten Wärmeproduktion erhöht, infolge dessen auch ein starker Hang zu körperlicher Thätigkeit, Arbeitsfrische und -Freudigkeit zutage traten. Die Diät der Expedition mußte diesem veränderten Zustande entsprechend angepaßt werden, dergestalt, daß nicht allein erheblich vergrößerte Tagesrationen, oft bis zu vierfachem Umfang des gewöhnlichen Durchschnittes, verabfolgt, sondern auch die Anzahl der täglichen Mahlzeiten durch Zwischenportionen vermehrt werden mußte. Obwohl die Nahrung anfangs zu zwei Dritteln und später zu fast vier Fünfteln aus fettbildenden Stoffen bestand, konnte bei den Mitgliedern keine Gewichtsvermehrung über das reguläre Mittelmaß hinaus bemerkt werden. Hingegen fiel die geradezu phänomenale ' Schnelligkeit auf, mit der die Theilnehmer an den gelegentlich unternommenen Spezialexkursionen nach ihrer Heimkehr an Bord den auf dem anstrengenden Marsch über das Polareis erlittenen GewichtsVerlust wieder ausglichen. Ekelöf führt hierfür ein besonders beleuchtendes Beispie! an. Zwei Matrosen, die an einer Vermessungsfahrt theilgenommen hatte.l, auch infolge des schwierigen Kajaktransportes (Kajaks sind grönländische Mannsboote mit nur einer Oeffnung im Deck, die der darin Sitzende mit seinem Oberleib gerade ausfüllt), den sie wegen des stark heruntergekommenen Zustandes der Zughunde fast ganz allein zu besorgen hatten, ziemlich erschöpft zurückkehrten, nahmen im Verlauf von drei Ruhetagen nicht weniger als 25 Pfund an Körpergewicht zu. Einen wesentlichen Antheil an dem durchweg günstigen Gesundheitszustände der Expedition schreibt Ekelöf dem vorherrschenden Genuß animalischer Nahrung lRobben, Pinguine und Fische) zugute, die besonders nach -dem Untergang des Antarktik" fast ausschließlich . die Beköstigung ausmachte. Auch der Mangel an Konserven erwies sich eher als ein Vortheil, da nach seinen früheren Erfahrungen präparirte Lebensmittcl infolge der starken Temperaturschwankungen und der ungeeigneten Aufbewahrungsweife in Zersetzung gerathen und dann gastrische Störungen erzeugen, die ihrerseits den Ausbruch der typischen Polarkrankheiten (Skorbut u. s. w.) begünstigen. Ekelöf resumirt, daß der Polaraufenthalt während der lichten Jahreszeit einen in jeder Hinsicht wohlthätigen Einfluß äußert, indem er durch die Einwirkung der reinen, bakterienfreien Luft, der nervenstählenden Temperatur und der gesteigerten. Nahrungszufuhr auch bei physisch minderkräftigen Personen ein ansehnliches Maß von Widerstandsfähigkeit und Arbeitskraft erzeugt. Miniatur-Souveräne auf Java. Auf der den Holländern gehörigen Insel Java besteht noch ein Recht." das dem Vermögenden gestattet, Ländereien mit der darauf wohnenden Bevölkerung anzukaufen, um beide, das Land sowohl wie die Leute, als Minia-tur-Souverän zu beherrschen und auszubeuten. Jeder Private. Araber oder Chinese einbegriffen, der über die nöthigen Geldmittel verfügt, kann von diefem Recht Gebrauch machen. Es hängt dabei von der Gewinnsucht oder der Menschenfreundlichkeit des , Käufers ab, wie es den Bewohnern des gekauften Grundstückes ergehen wird. Ein hübscher Beweis dafür, daß ein Chinese dem Europäer vorbildlich sein kann, ist nun unlängst geliefert worden. Die Polizei konstatirte eine stets zunehmende Unsicherheit im Unterdistrikt Bekassi. Sie schrieb dies der Thätigkeit der Tambangs zu, Personen, die den Eingeborenen die Gelegenheit zu einem verbotenen Spiel, einer Art chinesischen Würfelspiels, vermitteln. Ein chinesischer Landbesitzer Namens Phoa Keng Hek, dem es nicht gelang, das unerlaubte Spiel zu unterdrücken, pachtete nun kurzer Hand das Spielmonopol für den ganzen Distrikt Bekassi und ließ dann nicht spielen. Infolge dessen verschwanden die Tambangs. Die Zahl der fremden Reisenden (ausschließlich der Chinesen) iwJapan hat in diesem Jahre beträchtlich abgenommen. Nach den Veröffentlichungen der Regierung zu Kanagawa, . welcher Fokohama untersteht, besuchten 8995 Touristen Yokohama im Jhre 1902 'und 10.989 im Jahre 1903. Die Zahl der Reisenden vom 1. Januar bis Ende April dieses Jahres beträgt nur 1624. das sind
1217 Personen weniger als im Porzahre. ,
Türken und Japaner. Uehnttchkelten und Berührungspunkte im Wesen der beiden Nationen. Vielleicht nirgends verfolgt man die Kämpfe im fernen Osten mit lebhafterer Antheilnahme als in der Residenz Sultan Abdul Hamids; der rund dafür liegt natürlich hauptsächlich auf politischem Gebiete: jede russische Niederlage erscheint den Türken wie ein Ausfluß der ausgleichenden Gerechtigkeit des Himmels dem Erbfeind gegenüber , und erweckt in ihnen die Hoffnung, ihn derart gedemüthigt zu sehen, daß er es für absehbare Zeit nicht wagen wird, sich als Vormund des ottomanischen Reiches aufzuspielen. Aber es gibt noch einen anderen Grund, der vielleicht sogar ein tieferer, wenn auch wohl ein unbewußter ist: die verwandtschaftlichen Beziehungen, die zwischen beiden Nationen bestehen, auf die schon vor zehn Jahren der Münchener Professor Naumann hingewiesen hat. Dieser Gelehrte aber war ganz besonders berufen, über die beiden Völker ein Urtheil abzugeben, weil er eine ganze Reihe von Jahren als Direktor des geologischen Instituts in Japan gelebt hat, bevor er seine Studien dem näheren Orient widmete. So grundverschieden der erste Eindruck ist, den die beiden Völker auf den oberflächlichen Beobachter machen, so viele Aehnlichkeiten und Berührungspunkte findet man zwischen ihnen bei genauerem Zusehen, so daß man geradezu Berechtigung hat, von ihnen als von Verwandten zu sprechen. Da ist zunächst die Sprache. Wenn die Gelehrten dem Japanischen auch nicht eine Stelle in derselben Gruppe der malaltaischen Sprache mit dem Türkischen zusammen einräumen wollen, so schließt es sich doch in seinem ganzen Charakter eng an das Turko-tatarische an; nicht nur sind beide sogenannte agglutinirende Sprachen, deren Wortbeugungen und Satzkonstruktionen gleiche sind, sondern ganze Ausdrücke und Wortformen haben Ähnlichkeit, und dies so stark, daß Naumann verschiedentlich während feiner anatolischen Reise in Versuchung kam, eine türkische Frage auf japanisch zu beantworten. Und auch wo die Worte ganz verschieden sind, erinnert doch die Verdolmetschung des Begriffes an die Verwandtschaft, so zum Beispiel wenn beide Völker für den Begriff Rauchen den Ausdruck Tabak trinken" gebrauchen. Beiden Nationen gemeinsam ist ferner die Idee vom Schicksal, dem unentrinnbaren, das der Türke in dem Wort Kismet," der Japaner im Temmei" verkörpert, oder anders ausgedrückt: während der erste seine Resignation in den Willen des Schicksals mit: Jusch' Allah." wenn Gott will.! zu erkennen gibt, sagt der letztere ebenso fatalistisch: Schikata ga nai." es hilft! nichts (nämlich zu widerstehen); der Gedankengang ist der gleiche. Auch das berechnete Verlangen ihrer Gedanken, das Bemühen, ihre Gcmüthsbewegungen ihren Mitmenschen zu verhüllen, ist bei beiden gleich ausgebildet; beide trainiren ihre Gesichtsmuskeln von Jugend auf für diese Kunst; ja sie verschmähen nicht künstliche Hilfen wie dunkle Brillengläser, lichtdämpfende Schirme oder Vorhänge, um jede Veränderung des Ausdruckes im Blick zu verbergen beide erscheinen die geborenen Diplomaten; daß sie auch geborene Soldaten sind, hat die Welt wiederholt staunend zugestehen müssen. Wenn einmal der Nationalstolz, das nationale Bewußtsein,' das in Japan die treibende Kraft gewesen, in der Türkei erwacht und die religiösen Schranken, die ihre Entwickelung hemmen, niederreißt, dann wird die Aehnlichkeit zwischen den räumlich so weit getrennten Nationen noch einleuchtender werden. i Anzahl der Juden. Laut einer Statistik enthält. das russische Reich unter allen Ländern der Erde die meisten Juden, nämlich 5.032.000. Dann folgt OesterreichUngarn mit 1,994,000; hierauf. kommen die Ver. Staaten mit 1,136.000. dann Deutschland mit 590.000; Rumänien mit 209,000; Afghanistan mit 184,000; England mit 179,000; Marokko mit 150.000; die Niederlände mit 104.000; Frankreich mit 86,000; die Türkei mit 82.000; Palästina mit 78,000; Kaukasien mit 53.000; Algier mit 57,000; Abessinien mit 50.000; Italien mit 47.000; Südafrika mit 30,000; Bulgarien mit 28.000; Egypten mit 25.000; Indien mit 22.000; Arabien mit 20.000; Kanada mit 16,000; die Schweiz mit 13,000; Belgien mit 12.000; Griechenland mit 8400. Die Gesammtzahl der jüdischen Rasse beziffert sich auf 10,597.000 Köpfe. Opfer der Wellen. In der Nähe von Rostow am Don in Rußland hat sich unlängst ein entsetzllches Unglück ereignet, dem fast 200 Frauen und Kinder zum Opfer fielen. Ueber den Fluß wollten 230 Frauen und Kinder übersetzen, der faule Boden des Bootes brach aber während der Fahrt durch. In Folge dessen entstand eine Panik. Die Passagiere, die nicht, ertranken, wurden von der Strömung zu einem Mühlengang getragen,- wo die Aermsten von den Rädern zermalmt wurden. Nur 62 Personen kamen mit dem Lebm davon.
Vri ket t fabrik en gibt es in Deutschland 31. Diese liefern jährlich 1,650,000 Tonnen Stein- und Vrauükohlenpreßsteine. '
Moderner Mcryzosanti. TrombettiS erstaunlickie Qprachkenntnisseund neuartige Forschungen. Ein neuer Stern der vergleichenden Sprachforschung ist in Italien aufgegangen. Es ist der Professor Alfred Trombetti. Von feinem erstaunlich reichen Wissen erhält man einen Begriff, wenn .man erfährt, daß er sich nahezu 500 Sprachgruppen derart zu eigen gemacht hat, daß er sie in tief aufgefaßten Werken erforschen und mit einander vergleichen konnte! Der Priesier Giuseppe Mezzofanti, dessen Name für einen . Kenner vieler Sprachen typisch geworden ist, beherrschte nur" 58 Sprachen. In seinen zahlreichen Werken sucht Trombetti vor Allem die Monogenesis aller Sprachen nachzuweisen, das heißt zu beweisen, daß alle Sprachen einen gemeinsamen .Ursprung haben. Zu diesem Behufe hat er die Sprachen in geographischer Folge studirt, d. h. er erlernte, nachdem er sich die Sprache eines Landes zu eigen gemacht, die Sprache des Nachbarlandes, so daß er, um ein
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Professor Alfred Trombetti. Beispiel anzuführen, von Japan über Asien, nach der Türkei gelangte. Nach Trombettis Ansicht führt ein Weg von den Bantu-Sprachen zu den semitischen Sprachgruppen und von dort zu den kaukasischen Sprachen; dieser Weg streift auch die japanische, chinesische und die malaio-polynesischen Sprachen. Seit einiger Zeit ist Trombetti mit der Verabfassung eines Werkes über altamerikanische Sprachen beschäftigt; für die beste Arbeit auf diesem Gebiete ist ein Preis von $40,000 ausgesetzt. Alfred Trombetti wurde 1866 in Bologna geboren; seine Eltern und Geschwister waren so arm, daß die Stadt ste in's Bettlerasyl schicken mußte. Als siebenjähriger Knabe sprach Trombetti bereits französisch und deutsch; er hatte sich die beiden fremden Sprachen aus alten Lehrbüchern angeeignet. Bis zum 18. Jahre arbeitete er abwechselnd als Lastträger, Barbier und Goldarbeiter, beschäftigte stch aber in feinen Mußestunden mit dem Studium der todten und modernen indo-europäischen Sprachen. Im Jahre 1883 unterzog er sich vor einer Professorenkommission einer Prüfung,, wobei er griechische, lateinische, deutsche und englische Texte mit staunenerregender Sicherheit interpretirte und. etymologisch zergliederte und zugleich Beweise seiner hervorragenden Kenntnisse in der französischen, spanischen, portugiesischen, hebräischen und arabischen Sprache, gab. Die Stadt Bologna gewährte ihm .darauf eine jährliche Unterstützung von 600 Lire ($112.80) zur Fortsetzung seiner Studien. Im Jahre 1891 hatte er seine Universitätsstudien beendigt. Er war erst Gymnasiallehrer in Cuneo und ist seit Kurzem Professor für semitische Sprachen an der Universität Bologna. Sekundärbahn-Jdyll. Ein komisches Intermezzo ereignete sich kürzlich auf dem Bahnhöfe zu Neusten in Württemberg. Es war 20 Minuten nach der vorgeschriebenen Abfahrtzeit des Zuges. Der Zugführer hatte schon zweimal Abfahre" gerufen; die Lokomotive stieß unaufhörlich kurze grelle Pfiffe aus, bewegte sich aber nicht vom Fleck. Endlich riß zweien der drei anwefenden Passagiere die Geduld, und entrüstet wendeten sie sich an den Schaffner: . Warum fahrt's Zigle net ab?" Warum pfeifet se denn so?" Ja," erwiderte seelenruhig der biedere Beamte, wir müsse auf de Lokomotivführer warde; der sitzt noch beim Veschbere; drum weise mer em jetz, daß Zeit isch." Auf Hawai gibt es eine Oertlichkeit mit dem Namen der Zufluchtsfelsen." Hat 'ein Verbrecher diesen Felsen erreicht, ehe er gefangen werden konnte, so ist er, so lange er an der Stelle bleibt, vor jeder Verfolgung sicher. Gewöhnlich versorgt ihn dann seine Familie mit Nahrung, bis er eine Gelegenheit zum Fliehen findet. Zu seinem Stamme darf er jedoch niemals zurückkehren. Trauung am Sterbebette. Der Wiener Hilfsarbeiter Robert Nowotny lag schon seit längerer Zeit an Tuberkulose darnieder. Da sich das Uebel sehr verschlimmerte, ließ er sich dieser Tage mit seiner Geliebten trauen. Seinem Wunsche entsprechend, wurde hierauf noch eine fröhliche Hochzeitsfeier gehalten, die bis zwei Uhr Nachts dauerte. Am ankeren Morgen war er todt.
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