Indiana Tribüne, Volume 27, Number 289, Indianapolis, Marion County, 28 July 1904 — Page 7

Jndlana Tribüne, 28. Juli ROV

j 99 tnVme. Roma von LudOig Habicht. Fortsetzung,' Edgar sann einen Augenblick nach. Sollte er noch weiter forschen? Diese Person hatte bei all' ihrer SchwatzhaftigKit doch etwas in den Augen, das keine geringe Schlauheit verrieth. Wenn sie wirklich etwas wußte über die eigentliche Todesart seines Vaters, so war es ihr gewiß nicht si) leicht zu entlocken; er hielt es deshalb für das Klügst?, in sein bequemes Schneeigen zu verfallen und die Alte reden zu lassen. Käthe hatte während dieser Unterredung Alles geordnet. Der Koffer war bereits herausgebracht worden und sie fragte jetzt: Wünschen der Herr Baron wirklich beute gar nichts mehr? Nicht irgend eine Erfrischung? Vielleicht eine' Tasse Thee?" Nein, ich bin müde, will nur noch eine Cigarre rauchen und dann schlafen gehen." Und was wünschen der Herr Baron morgen zum Frühstück? Kaffee oder Thee?" Thee Um welche Zeit?" Ich werde schellen." Käthe warf noch einen musternden Blick über das Zimmer, um sich zu überzeugen, ob auch wirklich Alles in Ordnung sei. Dann wünsche ich Jhnen eine gute Nacht, Herr Baron," und . ohne seinen Dank abzuwarten, ging sie geräuschlos hinaus. Sie waren ja Alle recht freundlich zu mir und gar nicht verlegen," dachte Edgar. Nun, ich werde schon dahinterkommen. Neugierig bin ich nur, wie die Braut meines Vaters aussehen wird." Der junge Amerikaner zündete sich eine Cigarre an, warf sich in den ersten besten Sessel und die Beine, nach Gewohnheit seines Landes, auf den nach ften Stuhl legend, verfiel er in jenes angenehme Sinnen, das der Rauch einer guten Cigarre so sehr unterstützt. Well, ich werde sie fangen," dachte er zuletzt und entschlief. Als Edgar nach einigen Stunden erwachte, dämmerte bereits ein schwaches Morgenlicht in das Fenster; er wollte schon munter bleiben, aber das riesige Bett sah ihn so verlockend an, hier hatte also sein Vater geschlafen, bis die lieben Verwandten ihm das Lebenslicht ausgeblasen. Nun, sie sollten schon ersaoren, rnii wem ne es zu lyun hatten. Rasch warf der junge Mann seine Kleider ab, er sprang in vas Bett und mit der glücklichen Gabe der Jugend schlief er von Neuem ein. Tag war schon weit vorgerückt, als' er endlich erwachte. 21.' Voll Ungeduld hatte Hedwig auf die Ankunft des jungen Ehrenfels gewartet. Wenn er nun doch nicht kam und sich wenig darum kümmerte, ob sein Vater eines natürlichen Todes gestorben oder nicht, da gingen die Leute da drüben" völlig straflos aus und konnten glücklich und sorglos weiter leben, sogar glücklicher als je, seitdem sich Graf Bredow mit ihnen völlig, ausgesöhnt hatteja, mit ihnen, wie sie er-. fuhr ,ein Herz und eine Seele war. Die kleine Elfe hatte nun auch ihren Edwin glücklich in Sicherheit gebracht, und Hedwig war nicht wenig von der Todesangst belustigt worden, die ihre Freundin erfüllt hatte. Sie gönnte ihr diese Unruhe und Sorge von ganzem Herzen, denn man hatte aus bloßer Furcht bor ihr die Hochzeit in aller Stille feiern und an diesem Tage sogar überall Wachen ausstellen müssen. O, das war ja zum Kranklachen! Und man hatte auch wirklich in der ganzen Umgegend nicht wenig darüber gespottet, wie Hedwig zu ihrer großen Genugthuung von der Tante gehört; denn die ganze Hochzeitsgeschichte .war Allen doch zu albern und thöricht vorgekommen und man hatte vergeblich nach den Gründen dieses unsinnigen Treibens geforscht. Hedwig allein hätte den Nachbarn toe nöthige Auskunft geben können, aber sie schwieg sich selbst gegen ihre Tante darüber aus, um so größer war im Stillen ihr Triumph. Ach, das dumme Gänschen brauchte sich wirklich nicht weiter zu ängstigen; sie hatte ihr ja gesagt, daß sie dem erbärmlichen Burschen nichts mehr thun werde und die Kleine mußte doch wissen, daß sie stets Wort hielt; der Treulose hatte seinen Denkzettel erhalten, wie sie sich geschworen; mit dem war sie fertig. Aber die Anderen, die sie noch im . letzten Augenblick um einen Triumph gebracht, auf den sie sich so sehr gefreut hatte, die sollten ihre Strafe erhalten und ihre Schändlichkeit mußte an das Licht gezogen werden. Ach, Edgar kam noch immer nicht; er hatte nicht einmal geantwortet. Hedwig verlor bereits alle Hoffnung, daß der junge Mensch sich Zeit und Mühe nehmen werde, über den Ocean zu kommen. Hatte denn der Sohn gar nichts mehr für seinen Vater übrig und ihn schon völlig vergessen? Es waren jetzt beinahe neun Monate seit dem Tode des Majoratsherrn verstrichen und Edgar ließ noch immer nichts von sich hören und sehen. -Ein herrlicher Herbsttag wußte auch selbst diese von Natur so !ärglich aus-

gestattete Gegend noch zu vergolden und zu verschönen und ihr einen höheren Reiz zu geben. Ueber den Kiefernwald schickte die sich bereits ein wenig neigende Mittagssonne ihre goldigsten Strahlen herab, die sich in Moos und Heidekraut verloren. In dem freundlichen F'örsterhause herrschte das tiefste Schweigen. Hedwig saß allein in der großen Wohnstube, wie immer, wenn sie weiter keine Beschäftigung hatte, in das Lesen eines Romans vertieft. Oheim und Tante hielten im Nebenzimmer ihren Nachmittagsschlaf und das Schnarchduett, das von dort herüberklang, bewies am besten, daß sich die alten, wackeren Leute eine Stunde völligen Ausruhens gönnten. Ein leises Knurren des Jagdhundes machte Hedwig aufmerksam. Willst du wohl still sein, Diana!" sagte sie leise, als sie bemerkte, daß der Hund laut anschlagen wollte. Weißt du nicht, daß Onkel und Tante schlafen und du sie nicht wecken darfst?" Das kluge Thier verstand wohl, was ihm befohlen wurde; aber zu gleicher Zeit sah es Hedwig sehr unruhig an und wandte sich dann zur Thür, als wollte es sagen: Ja, merkst du denn nicht, daß ein völlig Fremdcr kommt?" Hedwigs scharfes Ohr vernahm dann auch schon sich nähernde Schritte, trotzdem der weiche Waldboden das Geräusch des sich Nähernden so ziemlich verschlang; sie schaute rasch hinaus und ein freudiger Schreck durchrieselte sie. Kein Zweifel! Der hochgewachsene, junge Fremde, der sich mit raschen, festen Schritten dem Hause näherte, konnte Niemand anders sein, als Edgar; denn seine ganze Erscheinung hatte so gar nichts von einem Deutschen. So wenigstens hatte sie sich stets einen Amerikaner vorgestellt. Die Kleidung ein wenig nachlässig und doch elegant, den Hut mehr nach hinten geschoben, um für die klugen, unruhigen Augen stets einen freien Ausblick zu haben, der Gang hastig und lebhaft, als könne man nichts erwarten. Alles, was sie an dem Fremden mit einem Blick beobachtet hatte, bewies ihr zur Genüge, daß sie mit ihrer Beobachtung im Recht sei. In freudiger Aufregung wollte Hedwig hinauseilen, dann besann sie sich eines Anderen; sie warf nur noch einen prüfenden Blick in den Spiegel, ob sie sich auch so vor dem Sohne ihres verstorbenen Bräutigams zeigen dürfe, strich eine Locke ein wenig aus der Stirn und nahm dann wieder Buch zur Hand. Jetzt hatte sich der Fremde schon d'ttn Hause genähert; er mochte vergeblich nach einem Klingelzuge gesucht haben, als er ihn nicht fand, klopfte er an die Hausthür. Mana hielt es jetzt doch für ihre Hundepflicht, den Ankömmling zu melden; aber sie wurde von Hedwig so energisch zur Ruhe gewiesen, daß sie es über einen hastig hervorgestoßenenBelllaut nicht hinausbrachte. Hedwig sah nun ein, daß sie .dem Fremden die Hausthür werde öffnen müssen, und sie eilte rasch hinaus; sie hatte ihrem Gesicht einen sehr ernsten Ausdruck zu geben versucht, aber als sie jetzt Edgar vor sich stehen sah, vergaß sie ihren Vorsatz und rief in freudiger Erregung aus: Endlich sehe ich Sie! O, wie habe ich Sie erwartet! Seien Sie mir herzlich willkommen!" Und sie streckte ihm beide Hände entgegen. Sie kennen mich?" fragte Edgar ein wenig verwundert über diese lebhafte Begrüßung. Wer anders könnten Sie sein, als der Sohn meines mir unvergeßlichen Bräutigams! Hat doch Ihr theurer Vater so viel von Ihnen gesprochen und mir Ihre Photographie geschenkt!" Edgar musterte Hedwig so unbefang:n und aufmerksam, als ob sie nicht eine Person, sondern irgend eine merkwürdige Sache sei; ohne ein Wort wei:er zu sagen, folgte er ihrer Einladung und trat mit ihr in das Zimmer. Hedwig vermochte jetzt doch eine gewisse Unruhe nicht zu verbergen. Baro Heinrich hatte ihr wohl den Sohn geschildert, aber er war doch ganz anders. als sie sich vorgestellt, und diesem kühl-schweigsamen jungen Manne gegenüber verlor sie etwas von der Sicherheit, mit der sie gewöhnlich aufzutreten pflegte; sie verstand es wohl sonst, sich aufzuspielen; aber diesmal wollte es ihr nicht gleich gelingen. Sil bat Edgar, Platz zu nehmen, und suchte in ziemlich geschraubten Worten noch einmal ihrer Freude Ausdruck zu geben, daß er endlich gekommen sei. Ich habe mich ja so nach Ihnen gesehnt," setzte sie hinzu, und sie blickte dabei mit einer Zärtlichkeit auf ihren Gast, die freilich zweifelhaft ließ, ob sie dem Sohne ihres verstorbenen Bräutigams oder dem jungen, hübsch gebauten Manne galt. . Edgar war zwar keine. fesselnde, imponirende Erscheinung, es fehlte ihm das Vornehme, Aristokratische, er erinnerte weit eher an einen Farmer, als an einen Edelmann, und er wäre von seinem Vater sogar noch heute in den Schatten gestellt worden, der trotz seines Alters ein schöner, stattlicher Mann genannt werden mußte; aber das scharf geschnittene Gesicht verrieth so viel Klugheit, so viel Willenskraft, und er sah sie mit Augen an, die älter waren, als er selbst; eö ging ein nuchterner, verständiger Zug durch sein ganzes Wesen. Auf Edgar schien auch tvirklich ihre

mütterliche' Zärtlichkeit wenig Eindruck

zu machen; er hatte sich auf den ihm gebotenen Rohrstuhl gesetzt, und, die Beine jetzt übereinander schlagend, begann er, nachdem sie geendigt: Sie haben mir geschrieben. Welche Beweise haben Sie für Ihre Behauptung?" Seine Blicke ruhten dabei scharf und forschend auf ihrem gerötheten Antlitz. Hedwig hatte sich das erste Zusamnentreffen mit Edgar ganz anders gcträumt. Der junge Mensch dürfte gewiß bei ihrem Anblick die Fassung verlieren; von ihrer Schönheit bezaubert, zunächst gar nicht an den eigentlichen Zweck seines Kommens sich erinnein können, sondern ihr nur sofort seine Huldigungen darbringen, und nun zeigte sich der Sohn ihres verstordenen Bräutigams so ruhig undnüchtern, wie ein alter Justizbeamter, der nur erschienen ist, um einen Criminalfall zu erörtern. Das warf all' ihre Hoffnungen über den Haufen; denn gar sollte nicht nur die Ehrenfels zvr wohlverdienten Rechenschaft ziehen, sondern auch für sie noch leidenschaftlicher schwärmen, als es sein Vater gethan hatte. Nun, er würde schon noch anzufangen sein, tröstete sie sich, und deshalb hielt sie es für das Klügste, ohne weitere Umschweife auf die Sache einzugehen, die ihn herüberzelcckt hatte. Es ist gar kein Zweifel," begann sie mit möglichster Ruhe und Kälte: die Ehrenfels haben Ihren Vater vergiftet; er war ja kerngesund und verließ mich an jenem Abenv so heiter und glücklich, denn schon in den nächsten Tagen sollte ich seine Gattin werden und mit ihm in das Schloß seiner Väter einziehen, das mußten diese Elenden um jeden Preis zu hindern suchen; es wäre ihnen ja als eine zu tiefe Demüthigung erschienen, daß sie aus meiner Hand das Majorat zurückerhalten sollten, und deshalb blieb ihnen kein anderer Ausweg, als noch im letzten Augenlick den Mann beiseite zu räumen, der mir sein ganzes Herz geschenkt hatte und mich, die er so innig liebte, zur Herrin von Ehrenfels machen wollte." Hedwig hatte das Alles in theatralischer Haltung mit einem gewissen Pathos gesprochen, sie mochte sich dabei selbst wie eine Heldin aus einem ihrer Lieblingsromane vorkommen. Auf Edgar machte gerade diese Erählungsweise einen wunderlichen Eindruck; er hatte, während sein Gegenüber sprach, die Hände in die Taschen seiner Beinkleider gesteckt und gleichmüthig zum Fenster hinausgeschaut, als wolle er die Blätter der alten Eiche zählen, die beinahe ihre Aeste in das Zimmer zu strecken suchte. Ist das Alles, was Sie mir zu sagen haben?" fragte er jetzt, als Hedwig geendet hatte, und er wandte ihr endlich wieder sein ruhiges, noch immer ganz unbewegliches Antlitz zu. Ist das nicht Beweis genug?" fragte Hedwig zurück und fuhr seh? eifrig fort: Lassen Sie den Leichnam untersuchen, und das Gift .wird stch sicher finden." Als Edgar nicht gleich anwortete, setzte sie mit großem Eifer hinzu, während ihre dunklen Augen unheimlich zu funkeln begannen: Sie sind es dem Andenken Ihres Vaters schuldig, daß Sie die Verbrech'r zur Rechenschaft ziehen. O, lieber Cdgar, Sie müssen das thun, ich beschwöre Sie. Ich habe sonst keine ruhige Stunde mehr!" Edgar hatte sich erhoben und zögerte noch immer, eine Antwort zu geben; aber da eilte sie auf ihn zu und zärtlich ihre Arme auf seine Schultern legend, während ihre unruhigen Augen sich in die seinigen senkten, rief sie aus: Nicht wahr, Sie werden die Schändlichen entlarven? Sie sind ja, trotz Ihrer Jugend, ein so klugerenetLischer Mensch!" Als jetzt die schöne, blühende Frauengestalt sich so zärtlich an seine Brust schmiegte, da rieselte doch eine heißere Blutwelle durch seine Adern; er zog seine Hände aus den Taschen, und vielleicht würde er sie im nächsten Augenblick voll aufflammender, leioenschaftlichr Gluth um dies verführerisch schöne Mädchen geschlungen haben, wenn nicht jetzt die Thür aufgegangen und der alte Förster mit seiner Gattin erschienen wären. Ach, sie hätten auch noch, weiter schlafen können," dachte Hedwig, die kaum ihren Unmuth über diese unliebsame Störung zu verbergen ver.och'te; dennoch suchte sie sich nach Möglichkeit zu fassen und sich, zu ihren Verwandten wendend, sagte sie triumphirend: Der Sohn meines Bräutigams ist doch gekommen; hier stelle ich euch den Baron Edgar von Ehrenfels vor, den rechtmäßigen Majoratsherrn und, lieber Edgar, das ist mein Oheim und seine treue Lebensgefährtin, die redlichsten und besten Menschen der Welt." Der alte Förster begrüßte mit der schlichten Gradheit, die bei seinem Stande fast immer zu finden ist, den Gast, seine redselige Frau dagegen erschöpfte sich in Versicherungen, wie sie sich freue, den jungen Baron endlich zu sehen, von dem ihre Nichte schon viel gesprochen habe. Edgar schüttelte wohl den alten Leuten kräftig die Hände; er murmelte noch einige Wvrte, die als Dank für das freundliche Entgegenkämmen gelten konnten, aber dann wollte er sich mit einem nochmaligen Händedruck rasch entfernen. Ich begleite Sie ein Stück rief Hedwig sogleich aus. Ich habe Jhnen ja noch so viel zu sagen!" Und ohne

seine Einwilligung abzuwarten, schloß sie sich ihm ohne Weiteres an; ja, als sie das Haus kaum verlassen hatten und jetzt den schmalen Waldweg betraten, begann sie ganz zutraulich: Geben Sie mir Ihren Arm, lieber Edgar. Sie wären ja ohne diesen heimtückischen Mord mein Sohn geworden. Ihr Vater hat mir oft gesagt: Nicht wahr, du wirst Edgar auch ein wenig lieb habm, er ist ein prächtiger Mensch! Ich hab' ihm das versprechen müssen, und ich will nun auch mein Gelübde halten. Ich will Sie wie eine Mutter lieben." Nach diesen Worten neigte sie ihm ihr Antlitz zu und sie sah ihm mit einer Zärtlichkeit in die Augen, die bei der kaum Zweiundzwanzigjährigen von mütterlichen Empfindungen ziemlich weit entfernt war. Edgar suchte die Aufwallung niederzukämpsen, die sich seiner bemächtigen wollte. Nein, nein, .sie mochte noch schön sein, ein noch so bestrickendes Mesen haben; er dürfte nicht in dieselben Netze fallen, in die sein Vater gerathen war; obwohl er bei Frauen noch wenig Erfahrung hatte, entging es seiner schärfen Beobachtungsgabe nicht, daß dies Mädchen eine heillose Kokette sei, die jetzt auf ihn Jagd machte. Ah, so rasch wollte er sich doch nicht einfangen lassen und deshalb suchte er ihren zärtlichen, zündenden Blicken ruhig Stand zu halten. Ich habe meine Mutter früh verloren; aber wir Amerikaner lernen zeitig auf uns selber ruhen und allein unsern Weg durch die Welt suchen," gab er in feiner nüchternen Weise zur Antwort. Haben Sie die Mutterliebe nicht gekannt. Sie Acrmster? Ich will sie Ihnen ersetzen!" rief Hedwig rnit großer Wärme aus, die sich durch die kühle Antwort Edgars nicht beirren ließ und ihre Augen senkten sich wieder voll Zärtlichkeit in das Antlitz ihres Begleiiers. Als Edgar darauf keine Antwort gab, fuhr sie ohne Weiteres fort: Und als mein Sohn müssen Sie schon ein wenig auf mich hören und mir gehorchen. Sie dürfen die da drüben" nicht im Majorat lassen, das sie sich durch ein schändliches Verbrechen gesichert haben, das sind Sie nun einmal dem Andenken Ihres Vaters schuldig. Machen Sie Ihre Rechte geltend." Ich wüßte nicht, daß ich ein Recht dazu hätte." Kein Recht? War Ihr Vater nicht der älteste Baron Ehrenfels?" Er hat gerichtlich darauf verzichtet." Aus Noth und weil er fliehen mußte; aber sobald er zurückkam, war er von Gott und Rechtswegen wieder Majoratsherr; das haben die da drüben" auch anerkannt, und sie waren bereit, ihm das Majorat wieder zu überlassen, die elenden Heuchler!" Mein Vater wollte das Majorat zurückhaben?" fragte Edgar etwas verwundert; ihm waren ja diese Verhältnisse völlig unbekannt geblieben. Er wollte nur einen einzigen Tag als Majoratsherr dort mit mir einziehen, dann hätten wir ihnen ja gern Alles überlassen und ich wäre mit Ihrem Vater nach Amerika gegangen, denn ich wußte, daß er mich grenzenlos liebte." Als Edgar schwieg, fuhr sie in großer Erregung fort: Die Elenden da drüben" haben sich nur deshalb seinem Willen gefügt, weil sie sich schon einen viel besseren Ausweg ausgesonnen hatten. Sie durften ihn ja nur rasch beseitigen, dann hatten sie für immer vor ihm Ruhe, und das ist ihnen nur zu gut gelungen; denn mein armer Heinrich war ja so arglos und so hab' ich ihn verloren, den besten und Herrlichsten Menschen, der mich grenzenlos geliebt hat und der keinen anderen Gedanken kannte, als mein Glück!" Sie schaute ihm dabei wieder in's Antlitz, als erwartete sie von ihm ein tröstendes Wort. . Edgar hatte wohl aufmerksam zugehört; aber all' ihre so leidenschaftlich gefärbten Mittheilungen konnten ihn nicht aus seinem Gleichmuth aufcheu chen und er sagte jetzt so ruhig nxe bisher: Sie glauben also nicht, daß mein Vater eines natürlichen Todes gestorben ist?" Und Sie zweifeln noch immer?" rief sie lebhaft aus. Bringen Sie niix das Verbrechen ruhig zur Anzeige und sobald man den Leichnam untersucht, wird auch das Gift zu finden sein. Werden Sie das thun? Sie müssen es!" setzte sie fast gebieterisch hinzu und ihre Augen begannen unheimlich zu funkeln. Versprechen Sie es mir, sonst kann ja Ihr Vater im Grabe keine Ruhe finden!" Ich werde versuchen, hinter die Wahrheit zu kommen," erwiderte Edgar. Aber nun darf ich Ihre Begleitung doch nicht länger annehmen," setzte er mit einer Verbeugung und einem freundlichen Lächeln hinzu.- Obwohl er endlich eine Unterhaltung abbrechen wollte, die ihm bereits etwas langweilig geworden war, mochte er jetzt doch nicht die Rücksicht aus den Augen setzen, die jeder Amerikaner dem weiblichen Geschlecht unbedingt schuldig zu sein glaubt, und deshalb nahm sein Versuch, sich zu verabschieden, die höflichsten Formen an. . (Fortsetzung folgt.) Nach der Prüfung. Professor: Und auf welcher Universität haben Sie sich diese Mangel an Kenntnissen erworben?

Die Affen - Theorie.

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Ja, meine Damen, ich bin fehr alten Ursprunges; erst lange vor den Kreuzzügen geht unsere Spur verloren; schade, daß ich sie nicht weiter verfolgen kann!" Na, weiß denn der Darwin da nicht Rath??!" m . Schreckliche Vorstellung. Süffel: Das wär' entsetzlich, wenn das Amt des Geldbriefträgers und Gerichtsvollziehers in einer Person vereinigt wäre!" Enfant terrible. Die etwas strenge Großmama ist einige Wochen zu Besuch gewesen. Am Tage ihrer Abreise fragte sie den kleinen Hans, wie man das so im Scherze thut: Nun, Hänschen, Du bist wohl recht froh, daß ich wieder fortfahre?" Hans (erstaunt): Ja, woher weißt Du denn das, Großmama?!"' M a liz iö s. Schauspieler (zum Autor des aufgeführten Stückes, das sich stark an Minna von Barnhelm" anlehnt): Das Publikum ruft nach dem Verfasser, gehen Sie doch hinaus, nehmen Sie aber aus dem Conferenzzimmer die Büste von Lessing unter'n Arm." Vom Kasernenhof. Leutnant: Was, Hofschauspieler wollen Sie sein und bleiben gleich im ersten Aufzug stecken?!" Bei Protzens. . Sie: Eduard, auf Deinem Schreibtisch liegt immer so viel Papiergeld herum, Du mußt Dir einen Banknotenbeschwerer kaufen." Zuvielverlangt. Was losten die Nüsse?" Acht Stück ein Fünferl!" Im Detail verkaufen Sie sie wohl mcht? " Bescheidener Wunsch. Köchin (aus Pommern gebürtig): Ach, gnädige Frau, sagen Sie doch nicht immer dumme Gans" zu mir, da kriege ich ja jedesmal Heimweh!" Bosheit. Zu was in otm eigentlich bei jeder Hinrichtung ein Arzt?" Für den Fall, daß der Scharfrichter allein mch fertig wird." Aha! Arzt: Bekommen Sie Herzklopfen beim Tanzen? Backfisch (erröthend): Ja, Herr Doktor, das kommt ganz' darauf an, mit. wem ich tanze! . .

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Washiigto 427 Olwer und Birch 423 Oliver und OSgeod 429 Nordhke und Fork 431 Hadley Ave u. Morr 432 River Ave u. Morr 454 River Ave und Sdq 485 Harding u,Big4RU 436 Harding und Oüv 437 No. 19 SpritzenhLZ WorriS und fiafcW 49rtnaCSs 43 StoSv 451 Keiln und 2c 452 Howard und Stt 455 MorxiS und 45 Lambert und Btlx&eä 457 Nordsk tXt u. lW5 tKOit Works 612 West und Rah 515 entuSh Av u. UerrÄ 14 Meridian und WorrjD 51 JllinoiS nd ZtanZaZ 017 Morris und Dakota 18 MorriS und Ehurch 19 Capital 'X u McCiä 521 Meridian und Pals 25 Pine und Lord 24 MadisonAvu LtnW 426 Meridian und Belt XS 27 Carlo und Ratz 628 Meridian und Zlriznu 529 1eridian u. Nav'.nond 31 Meridian u. M:Cak i 632 No. 17 Spritzent-uS MorriS nahe West 1 McKnaund Douah. 615 East u. Lincoln Zm 614 East und Siecher 61 Wright unr Sanders 617 McCarttz und Leaztz 118 Rew Jersey 712 Spruc un Proftt 71 English 25.ee. u. Laurel 714 Etateve u.Dklt NV 715 Shelby und Beecha 716 State Ave und Orane? 713 Orange und Lame! 719 Sbelby u. 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Vächkr cmgegeben da an den betreffenden Streit ireuzung keine LlarmLsten angebracht foV. Chicago nd der große Nordweften vla ti ( rvimmmm C7crnr. mmm mmi )) trag feiiitesui Pjjg - laSka-Sawalt-VHUitchiue Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. k-Von der Monon 47. Etr. Station, Chicago. 5nd 4 nur 5 Minuten mittelst elektrischer klar nach den Union Liehdöfen irrench liiek Spring: 8, indem Orange County Hochland. ffamilten-Hottl unter neuer GeschaftSleitung. Pluto. Proserpine ,nd iowleS Quellen. Bestes Mineralwasser der Selt. Zwei Züge tig.'ich via Gre.-neastle. Ticket-Officea : Union Etatton, affachuseNS ve nd U West Washington Straße. R. P. A l g e , DlKttkt M. Agent, Jndkanarollt, Ind. H.MeDoel. E. H. kwell. ras. und Sen. Mgr. BeMebkltUt? Frank I. tteed, Seu-Vass. Agent. Chicago. Jll.