Indiana Tribüne, Volume 27, Number 289, Indianapolis, Marion County, 28 July 1904 — Page 6
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Jttdiana Tribütte, 2. Juli 1902.
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Europäische Nachrichten. Frovinz Westfalen. A n r ö ch t e. Das Wohnhaus des Theodor Busch brannte total nieder. Die Ursache des Feuers ist unbekannt, die Mobilien sind versichert. Es wurden zwei Familien obdachlos. Bochum. Auf der Ziegelei WilHelm bei Ueckendorf wurde dem Arbei ter Helm von dem Eöpelbalken der Lehmmühle der Schädel zertrümmert. Dahlhausen. Der Bergmann Johan Wimmershoff wurde als Leiche aus der Ruhr gezogen. Wimmershoff war seit einiger Zeit verschwunden. Gelsenkirchen. Die Schmiedefrau Kraihik erstach in einem Irrstnnsanfall auf der Straße ein Mädchen, verletzte ein anderes schwer und brachte einem Schutzmann und einem Passanten leichte Verletzungen bei. Nur unter Schwierigkeiten gelang ihre Festnahme. Hemer bei Jserlohn. Die entkleideteLciche des sechsjährigenSohnes des Heizers Röse wurde kürzlich im Walde aufgefunden. Es liegt ein Lustmord vor. Der Mörder ist ermittelt und dem Amtsgerichtsgefängniß in Jserlohn eingeliefert worden. Der Thäter ist der 18 Jahre alte Fabrikarbeite? Ewald Schunck. Er hat das Verbrechen bereits eingestanden. Jserlohn. Die 18 Jahre alte Ehefrau Metze hat sich mit Cyankali vergiftet. Die Frau, die sich in Hoffnung befand, wollte sich ein Glas Brauselimonade machen, vergriff sich aber, indem sie ein Cyankalipulver, das ihr Mann zum Präpariren von Vogelbälgen benutzen wollte, nahm, sich den Trunk 'bereitete und austrank. Sie stürzte sofort todt zu Boden. Der Mann, der sich im Zimmer befand und die Verwechselung nicht hinderte, wurde verhaftet unter dem Verdachte, das Cyankli absichtlich pulverisirt und in die Schublade gelegt zu haben, wo seine Frau die Brausepulver aufbewahrte. Osterfelder. Beim Einbauen eines sogenannten Schlittens im Schachte der Zeche Osterfeld verunglückte der Schachtsteiger Sandforth, indem ihm ein Stück Eisen vor die Brust und das Kinn schlug. Der Unterkiefer war zerschmettert. Der Verletzte starb im hiesigen Krankenhauf R Heine. Der frühere Reichstagsabgeordnete Fabrikant TNnmerman ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Siegen. Hier starkem Alter von 73 Jahren der Geheime VergrathGerlach. Der Entschlafene, welcher von 4 Jahren in den Ruhestand getreten war, verwaltete von Ende November 1853 bis Ende März 1870 die Bergrevierbeamtenstelle in Olpe. Sachsen. Dresden. Der Obermeister der hiesigen Fleischerinnung. Richard Fasold, wurde anläßlich seines 25Mrigen Meisterjubiläums in ganz außerordentlicher Weise geehrt. Der bei der Firma Gelbke u. Benedictus G. m. b. H. bedienstete Materialverwalter 'Adolf Hausdorf beging unter ehrender Antheilnahme der Direktoren und Mitarbeiter der Gesellschaft die Feier seiner LZjährigen Thätigkeit bei genannter Firma. Die ledige. 25 Jahre alte Fabrikarbeiterin Agnes Camilla Cruschwitz stürzte in die Düngergrube und erstickte. B r e ck w i tz. Der seit Kurzem von hier verschwundene Weinhändler Wetzig wurde auf Zehrener Flur todt aus der Elbe gezogen. Geld und Werthfachen wurden bei Wetzig gefunden, so daß entweder ein Selbstmord oder ein Unglücksfall vorliegt. Auch der aus Dresden stammende 65 Jahre alte Privatus Stätter wurde hier als Leiehe aus der Elbe gezogen. Giegengrün bei Kirschberg. Der 63 Jahre alte Weber Christian Klotz ermordete seine 66 Jahre alte Ehefrau, indem er ihr mit einem Rasirmesser die Kehle durchschnitt. Daryuf verletzte er seinen 29 Jahre alten Sohn, der seiner Mutter zu Hilfe eilen wollte, durch mehrere Schnitte mit dem Rasirmesser schwer. Sodann brachte sich der Mörder selbst mehrere Schnittwunden am Halse bei, die zwar schwer, aber nicht tödtlich sind. Als Motiv zur That wird Eifersucht angegeben. Jannowitz bei Göda. Nahrungsauszügler Peter Mros .feierte mit seiner Ehefrau die goldene Hochzeit. Dem Jubelpaare überbrachten die beiden Gödaer Geistlichen die vom Evang. - luth. Landes - Consistorium verliehene Ehrenbibel. K ö n i g st e i n. Die Firma Adolf Hickmann Hierselbst, deren Inhaber Wechselfälschungen in Höhe von einer Viertelmillion Mark begangen hat und geflüchtet ist, ist in Concurs gerathen. Der Zusammenbruch dieser Firma hat noch weitere Concurse in Aussig und hier gezeitigt. Die Wechselschulden Hickmann's betragen eine halbe Million. Betroffen, werden hauptsächlich Geldinstitute in Aussig, Leitmeritz, Prag, Schluckenau und Budapest. Leipzig. Kürzlich unternahm der 25jährige Buchhändler und Handelshochschüler Hans Friedländer in einem sog. Grönländer" eine Fahrt auf der Pleiß. Unfern der Waldschänke" in Konnewitz kippte das Boot
plötzlich um, der junge Mann stürzte in's Wasser und ertrank. Der Leichnam wurde nach der Anatomie gebracht. ' SefleN'Varmstadt. D a r m st a d t. Der Redakteur bei Neuen Hessischen Volksblätter", RuMs Ramsveck der V0" m als 30 Jahren das Blatt mit begründete und seit jener Zeit die Redaktion leitete, ist gestorben. Der Verstorbene gründete seinerzeit den Darmstädtcr Joürnalisten- und Schriftstellerverein". Noch niemals dagewesen dürfte wohl sein, daß ein Selbstmörder selbst den Tagesblättern eine Mordthat berichtete. Thatsächlich ist dies aber hier vorgekommen. Der 42jährige, ledige. Schreiner A. Rothermel hat sich in seiner Werkstätte erschossen, während schon vorher die Notiz in den Blättern zu lesen war, daß sich Rothermel aus Schwermuth wegen eines unheilbaren Leidens erschossen habe. Es ist nun festgestellt worden, daß der Selbst, Mörder diese Notiz selbst schrieb und an die Blätter sandte. Tags darauf zeigte Rothermel große Unruhe. Fortwährend sah er nach dem zu erwartenden Zeitungsträger, sodaß dem alten Vater dies auffällig erschien. Als endlich Rothermels Blatt ankam, durchstöberte er es hastig und begab sich in die Werkstätte, wo sofort der tödtliche Schuß fiel. Später entdeckten Nachbarsleute, daß bereits der soeben stattgehabte Selbstmord in dem Blatte zu lesen sei.
Giessen. Die theologische Fakultät der hiesigen Universität hat aus Anlaß der Jubelfeier des Seminars der Brüdergemeinde zu Gnadenfeld den Dozenten der Philosophie daselbst, Theophil Steinmann, zum Lic Theol. Honoris Causa" ernannt. Vayern. München. Der hier Studirende der Chemie Paul Thorvart, Mitglied der Alpenvereinssektion Bayerland, ist von der Dreithorspitze zwischen dem Ost- und Westgipsel abgestürzt und todt geblieben. An der Ecke der Jckstatt- und Auenstraße, gegenüber der Maximilianskirche, erstach der Maurer Karl Schrettenbrunner, ein Uebelbeleumundeter, der Klasse der Louis zugehöriger Mensch, seine Geliebte, die 30 Jahre alte geschiedene Taglöhnersfrau Caroline Wolf. Im Chirurgischen Spitale des Krankhauses l. d. I. ist der vierjährige Knabe Wilhelm Heidfeld gestorben, der kürzlich von seiner Mutter, die sich nachher selbst entleibte, einen Schuß in den Kopf erhielt. Das arme Kind wurde nach dem Tode in das Pathologische Institut verbracht. Augsburg. Die Frau des Eisengießers Schmid versuchte im Keller wohin sie ihren 10jährigen Knaben aus erster Ehe mitgenommen hatte, diesen und danach sich selbst mit einer Waschleine zu erhängen. Die Nachbarn hörten die Hilferufe des Kindes und griffen rasch ein. Bad Reichenhall. Im 60. Lebensjahre verstarb der langjährige Leiter der Fischerbrauerei Felix Theodor Wieninger. Der Verstorbene, weit und breit geschätzt, hat auch im öffentlichen Leben vielfach gewirkt. Er gehörte mehrere Jahre dem Gemeinde- und Magistratscollegium an und war viele Jahre Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr. Endorf. Beim Pflücken von Maiglöckchen stürzte die achtzehnjährige Pflegetochter des A. Lobensammer hier vom sogenannten Seisergewänd unweit der Hofalm kopfüber auf eine Felsplatte und erlitt schwere Verletzungen. Uffenheim. Im nahen Höhlach versetzte bei einer Rauferei der 19jährige Pächterssohn Eisen dem Oekonomenssohn I. Sämann zwei Stiche in das Herz, so daß der Tod sofort eintrat. Würzburg. Ein amtlicher Automobil - Sachverständiger, der Oberbauinspektor Horn, hat kürzlich hier auf eine tragische Weise feinen Befähigungsnachweis zum Automobilfahren erbracht, indem er in der Mergentheimer Straße die Schlossersfrau Oberlins mit seinem Automobil überfuhr und ihr so schwere Verletzungen an Kopf und Brust beibrachte, daß sie bald darauf im Krankenhause starb. WUrtlemverg. Stuttgart. Der Schriftsteller und Rektor der hiesigen technischen Hochschule, Prof. Karl Weitbrecht, ist gestorben. B a ck n a n g. In dem Hause des Färbers Dietrich richtete eine Benzinexplosion an dem Gebäude großen Schaden an. Ein Arbeiter trug so schwereBrandwunden und Ouetschungen davon, daß an seinem Auskommen gezweifelt wird. Fornsbach. Begünstigt durch einen scharfen Nordostwind, brannte das Anwesen des Bauern Welz vollständig nieder. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt. Hall. Die zwei aneinandergebauten Wohngebäude mit abstoßendem Heuschober und Werkstatt des Zimmermannes Drechsel am Südostabhang des Friedensbers brannten nieder. Der eigene jüngere Sohn des Besitzers, ein geistig nicht ganz normaUx Bursche, ist nach eigenem Geständniß der Brandstifter. Der Alte, der nur ungenügend versichert ist, wollte immer wieder in das brennende Haus eindringen, um zu retten, und mußte mit Gewalt zurückgehalten werden.
5tn die Sonne.
Von Ludwig Fulda. Sonne, du listige Gauklerin, Breitest dein Gold allüberall hin Wie ein funkelnd Geschmeid, Wandelst die Hütte mit deinem Glast Für ein Stündchen zum Feenpalast, Hüllst in Flitter daö Leid. Wangen, die bleich von einsamer Noth, Färbst du mit flüchtig flammendem Noth Wie eine sckmclchclndc Hand, Lasse,, die Thräne, die chmerzbaft quillt, Leuchten von deinem Spiegelbild Als geschliffnen Tcmant. Wüsten und Trummer. sie scheinen belebt. Und die vermorschten Gräber umwebt Feiertäglicher Putz; Selbst dem widrigen Kehrichthauf Prägst du täuschenden Adel aus Und vergoldest den Schmutz. Aber ein Wölkchen, sichtbar kaum, Ein verflatterter Ncbclsaum Deckt im Schweifen dich zu . Und dein prangendes Reich zerfällt, Seine betrügliche Jauberwclt Ist versunken im 2?u. Trostlos wieder und doppelt arm Blickt ins Leere hinaus der Harm; Wieder entseelt und kalt Starrt des Gebirges ragender Bau; Purpurne Rosen, sie scheinen grau. Strotzende Jugend scheint alt. Heimatherde wird Kerkcrgruft, Tie mit lähmendem Modcrduft Allem Lebendigem droht; Träume der Menschen, sie werden fahl, Werke der Menschen, sie dünken schal. Und die Schönheit ist todt. Scheine, scheine, du feuriger Stern! Ach. deine Kinder vergessen so gern, Daß deine Kunst nur Schein. Birg uns des Daseins grausamen Sinn; Laß uns, du mächtigste Künstlerin, Lieblich Betrogene sein! Die Wettfahrt um's Erbe. Eine Detektivgeschichte. Nach einer englischen Idee von Elöbeth KlauZ Ich bin Eisenbahn - Detectiv. Heute vor vier Jahren, am Abend, trat Nechtsanwalt P. Watson aus Backstone tu mir ein. Es handelt sich," begann er, um eine Eisenbahnsache und eigentlich auch nicht. Kennen Sie Backstone?" Es liegt hundertfünfzehn Meilen von London." Ganz recht. Und Klein - Houston liegt wieder fünf Meilen von Backstone." Ja. Gewiß." Haben Sie mal etwas von Mr. Wilton Scant gehört?" Dem Sonderling? Ja!" Ich bin der Anwalt seines Neffen Väterlicherseits, von Henry Scant. Diesem und dem Neffen mütterlicherseits, Stuart Pirry, hat der Alte das Haus verboten. Er fürchtete sich vor Erbschleichern. Henry ist nach Indien gegangen. Wohin Pirry sich begab, wußte man bis vor Kurzem nicht. Er hatte nur alle Veranlassung, Gras über eine dunkle Geschichte wachsen zu lassen. Vor drei Monaten ist der Onkel Scant gestorben. Dem alten Grey, seinem Portier, hat er die Verwaltung der Erbschaft auf längstens sechs Monate nach seinem Tode übertragen. In seinem Testament heißt es wörtlich: Mein Erbe gehört demjenigen meiner beiden Neffen, welcher in diesen sechs Monaten zuerst hier ankommt und die Schlüssel zum Hause vom Portier erhalten hat. Für den Fall, daß keiner meiner Neffen mein Eigenthum rettnmirt, vermache ich Alles der ArmenVerwaltung." Schön! Aber was geht das mich an? Und was hat das mih der Eisenbahn zu thun?" Mein Freund und Klient Henry muß zuerst da sein. Meine Depesche mußte ihm auf einer Jagdpartie nachgeschickt werden. Gestern erst erhielt ich folgende Antwortdepesche aus Port Said, die mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf: Unterwegs. Soeben Vetter Stuaxt an Bord. Er weiß Alles. Henry Scant." Das ist peinlich." Von Brindisi lautet die Drahtnachricht: Stuart im Zuge. Scheint Besonderes zu planen. Trefft durchschlagende Vorkehrungen. Henry." Und von Basel die dritte Depesche: Stuart nahm hier Billet für Anschlußboot. Henry." Morgen Abend kommen beide zugleich in London an." Wir sahen uns an, ich schlug das Kursbuch auf. Der ' NachmittagsSchnellzug von Dover, der um sieben Uhr dreißig Minuten auf VictoriaStation in London war, hatte Expreßanschluß nach Backstone um acht Uhr fünf Minuten. Pirry hat telegraphisch in Backstone die beiden schnellsten Pferde für morgen Abend bestellt. Hätte ein Extrazug Sinn?" Nein! Ein Extrazug wird erst nachdem fahrplanmäßigen Zuge abgelassen." Der Rechtsanwalt breitete eine Eisenbahnkarte aus und zeigte auf Backstone. Dann markirte er mit dem Bleistift Klein - Houston. Es ist also fünf Meilen von Backstone?" fragte ich. Dann sehe ich keinen Weg oder warten Sie mal, es ist doch möglich." Ohne Unrecht?" fragte der Rechtsanwalt. Jawohl, aber schwierig ist es." Wie werden Sie es möglich machen?" Ich will es überhaupt nicht möglich machen. Und ich werde es Ihnen auch nicht sagen. Ich habe, keine Lust, mich
mit den Gesetzen oder mit der Eisenbahnverwaltung in Händel einzulassen." Dabei blieb ich. Zuletzt erhob sich mein Besucher ziemlich ärgerlich und sagte: Wenn Sie es nickt sagen wollen, dann gehe ich. Aber sollten Sie es sich überlegen und mich doch noch benachrichtigen wollen,- so finden Sie mich im Mctropolitan - Hotel, wo ich bis morgen früh bkiben werde. Ich brauche wohl nicht hinzuzufügen, .daß Sie sehr gut für Ihren Rath honorirt würden!" Ich verbeugte mich und begleitete ihn zur Thür, indem ich nochmals betonte, daß ich in dieser Sache meinen Rath nicht geben wolle. . Sie werden mich auslachen, aber eine halbe Stunde später hatte ich meine Meinung geändert. Kurz, nach dem mein erster Besucher mich verlassen hatte, wurde mir ein zweiter gemeldet, eine Dame, Miß Alice Brompton. Sie müssen, uns Ihren Rath geben," begann sie. Sie ahnen nicht, wie viel von dem Gelingen abhängt. Bitte, thun Sie es!" Sie bekunden ein recht lebhaftes Interesse für Herrn Henry Scant?!" Allerdings. Mr. Scant und ich sind verlobt, heimlich, und sein Vetter Stuart ist ein Elender." Warum?" Er hat mir einen Heirathsantrag gemacht." ' Ah, deshalb?" !' Nein, nicht deshalb, aber ich wieS ihn zurück, und er drohte, sich an Henry zu rächen. Er ist aber auch ein Vetrüger. Bei Hartings hat er mit falschen Karten gespielt." Hm! Dieser Pirry ist es! Den Namen hatte ich schon gehört. Kein Wunder, daß er England schleunigst verließ. Na, da fühle ich mich beinah: versucht " Ach ja, fühlen Sie und helfen Sie, bitte!" Gehen Sie jetzt nach Hause. Ich werde thun, was ich kann." Sobald Miß Alice gegangen war. zog ich die Uhr. Es war acht. Dann nahm ich nochmals die Eisenbahnkarte zur Hand und suchte mir einen Flecken ungefähr vier Meilen von Backstone aus. Hierauf schrieb ich folgenden Brief: Mein lieber Freund Vlickham! Ich bitte Dich um einen großen Gefallen. Gestern habe ich im Club gehört, daß Du den Bau der Zweigbahn von Nordfield nach Shadefare leitest. Wie weit seid Ihr? Das ist eine feine Leistung, sieben Meilen provisorischen Geleises in fünf Wochen zu legen. Du kennst doch mein Steckenpferd. Willst Du mir für morgen Abend eine Fahrt auf Eurer Strecke erlauben? Bitte um sofortige Drahtantwort." Dann suchte ich im MetropolitanHotel Ms. Watson auf. Ich instruirte ihn, genau zu thun, was ich sagte, und daß Alles davon abhinge, daß Henry Scant den 8,5 Uhr - Zug nach Backstone erreiche. Erwarten Sie ihn in Dover, begleiten Sie ihn, um Tricks seines? Vetters zu verhindern. Nehmen Sie für sich einen Abtheil erster Klasse nach Backstone. Eine halbe Stunde von Backstone verdunkeln Sie die Lampe. Um zehn Uhr, fünf Meilen von Backstone, wird der Zug halten. Sie werden dann Mr. Scant zum Aussteigcn veranlassen. Er soll sich sofort in das Böschungsgras legen und nicht eher aufstehen, bis er seinen Namen hört. Sie selbst fahren weiter und überlassen das Andere mir." Das ist Alles?" Nein; kennen Sie den kleinen Flecken Farewell? Die neue Zweigbahn von Nordfield nach Shadefare wird dort vorbeikommen, verstehen Sie? Dann beordern Sie Jemanden inBackstone, mit einem schnellen Wagen in Farewell zu sein, möglichst nahe bei der neuen Bahnlinie zu halten und zwar Schlag zehn Uhr. Schärfen Sie dem Kutscher ein, seine Laternen gut zu putzen" damit man den Wagen leicht sieht. So, das ist jetzt Alles. Bitte, keine Fragen! Also, Sie werden meine Weisungen genau erledigen?" Selbstverständlich! Aber " Na, dann gute Nacht." Am nächsten Morgen erhielt ich eine zusagende Depesche' von meinem Freunde Vlickham. Als ich ihn Nachmittags besuchte und ihm meinen Zweck auseinandersetze, erklärte er mich für verrückt. Schließlich aber bezwäng ihn gerade das Excentrische an meiner Idee. Um halb Zehn nahm ich meine Stellung an der Hauptstrecke, die der 8,6 Uhr - Zug nach Backstone passiren mußte, ein. Es war eine sehr finstere Nacht. Kurz vor zehn Uhr hörte ich das Fauchen und Räderstampfen des nahenden Zuges. Die Lichtekamen mit unheimlicher Geschwindigkeit heran. Ich legte mich auf die Erde nieder und, meinen Revolver dicht an die Schienen haltend, zielte ich direkt auf einen Schienenstoß. In dem Augenblicke, als die Maschine diese Stelle passirte, feuerte ich rasch drei Schüsse ab. Es war das schönste Nebelsignal, das ich jemals gehört! Ein schriller Pfiff der Locomotive, und bevor noch der ganze Zug die Stelle passirt hatte, flogen die Bremsklotze an die Räder, daß die hellen Funken stoben. Der Zug stand. Ich kollerte den Bahndamm hinunter. Bald darauf hörte ich wieder die Locomotive pfeifen und ein deutlich der-
nehmbareö Wetter!" Sowie der Zug in der Kurve verschwand, lief ich zu der Stelle, wo er gehalten hatte. Mr. Scant! Mr. Scant!" ' Hier!" tönte es aus dem Grase zurück. Schnell, schnell wir haben keine Minute zu verlieren." Nun? Und was weiter?" fragte Mr. Scant, als ich mit ihm querfeldein lief. Eine Spritzfahrt auf der Locomotive!" v ch will Gott danken, wenn erst Alles vorüber ist. Ich bin Tag und Nacht gereist, und mein Vetter hat mir alle erreichbaren Steine in den Weg geworfen." Nun, ch hoffe, wir haben ihm jetzi auch einen Stein in den Weg gelegt." Hiermit hatten wir die provisorische Bahn erreicht, auf der wir die kleine Maschine unter meines Freundes Leitung auf uns warten fanden. Vlickham stellte den Hebel auf Volldampf, und fort ging es. Nie im Leben weide ich diese rasende Fahrt in dunkler Nacht vergessen. Wir sausten dahin, als stände der Teufel auf der Platform. Die kleine Maschine schnaufte und hüpfte, raste die Senkungen hinab, fauchte die Steigungen wieder hinauf; die Kurven wie ein Wirbelwind durchfahrend, stampfte sie über die unfertigen Geleise dahin. Wir dankten Gott, als wir Farewell erreichten und die Lichter des wartenden Wagens durch die Nacht schimmern sahen. Ich bestieg mit Scant eiligst den Wagen, meinem Freunde und seiner braden kleinen Maschine hastigen Abschied zuwinkend. Die Pferde mußten hergeben, was in ihnen war, bis wir in die Allee einbogen, die zu dem erleuchteten Hause führte, wo wir auf die Füße sprangen. Scant hämmerte wie toll am Thor. Sofort wurde geöffnet, und der alte grauhaarige Portier beglückwünschte Mr. Scant mit beiden Händen zum Siege in diesem merkwürdigen Rennen. Die Schlüssel, dieSchlüssel, Alter!" Sie waren schon bereit gehalten, und Henry Scant war also der Erbe. Aus der Finsterniß ließ sich jetzt der Hufschlag eines galoppirenden Pferdes vernehmen. Eine Sekunde später sprang Stuart Pirry vor dem Hause ab. Gesiegt," rief er, gesiegt!" Nein," jubelte Henry und schwang die Schlüssel über dem Kopfe. Der Andere stand eine Sekunde wie angewurzelt, dann knallte plötzlich eine Pistole. Ich konnte ihm gerade noch bie Waffe aus der Hand schlagen, so daß die Kugel in die Decke schlug. Ehe wir ihn fassen konnten, war Pirry im Dunkel verschwunden. Ob ich Recht oder Unrecht gethan habe, weiß ich nicht, aber oft muß ich lachen, wenn ich an das ausgezeichnete Nebelsiznal denke, das ich zu prüfen mir schon lange vor dieser Geschichte vorgenommen hatte'. Ich habe später zur Feldhi.hnerjagd Henry Scant und seine Frau Alice des Oefteren besucht. Und zu meiner Beruhigung muß ich sagen: Er verdiente, was er erhielt." Hoffentlich erhielt auch Pirry, was er verdiente! Auö der Schule. In einer großen Stadt, deren Schulen jetzt von Aufsichts wegen fleißig besichtigt werden, erhielt der prüfende Schulrath kürzlich eine unerwartete Antwort. In der 4. Klasse einer Mädchenschule verlangte der Herr, die Lehrerin solle das Sprichwort: Man soll den Teufel nicht an die Wand malen!" entwickeln, d. h. aus den Kindern herausholen, so daß diese es von selbst fänden. Als diese Absicht trotz alles Fragens und Hinleitens nicht erreicht wurde, meinte der Herr Schulrath: Wissen Sie was, Fräulein, malen Sie doch einmal einen Teufel an die Wandtafel vielleicht finden dann die Kinder, was wir wollen!" Die Lehrerin versucht es, aber alle Versuche mißlingen kläglich, da sie in dieser Art von Malerei durchaus keine Erfahrung hat. Da greift der Schulrath selbst zur Kreide, und unter seinen Händen entsteht zwar kein Kunstwerk, aber doch ein deutlich zu erkennender Teufel mt' Hörnern, Schwanz, Pferdefuß und ein Paar erschrecklichen Augen. Nun Kinder, was habe ich euch da an die Wandtafel gemalt?" Einen Teufel!" Richtig! Und welches recht bekannte Sprichwort habe ich euch damit vor Augen führen wollen?" Lange Pause. Endlich meldet sich ein Kind und stellt triumphirend das gesuchte Sprichwort fest: Narrenhände beschmieren Tisch und Wände!" Der Herr Revisor wandte sich sehr betreten ab und nahm sich vor, den Teufel nicht wieder an die Wand zu malen.
Ein ehemaliger Offizier der deutschen Armee und Sachverständiger in Flottenangelegenheiten, Namens Aug. Baumgart,' hat in Racine, Wis., ein Stahlboot erbaut, mit dem er beabsichtigt, die Rettung von Menschenleben bei Sceunfällen zu erleichtern. Das Rettungsboot hat eine ciaarrenfö.-mige Gestalt, ist ganz aus Stahl erbaut, 24 Fuß lang und in der Mitte 6 Fuß breit. Das Boot ist in eine äußere Stahlwand eingehüllt, die sich auf der See dreht, während die innere Hülle fest bleibt. Die bewegende Kraft wird durch eineSasolinmaschine geliefert.
