Indiana Tribüne, Volume 27, Number 289, Indianapolis, Marion County, 28 July 1904 — Page 5

Jndkema TrWüno 28. Juli iDOUl

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Mcnn man Pech hat. Humoreske von K. von Boetticher. Der Herr Stabsarzt sah ganz ab i lein in einem Abtheil zweiter Klasse und starrte mißmuthig zum Fenster hinaus. Trostloses Wetter! naßkalt, regnerisch! und eine monotone Gegend, überhaupt gar keine Gegend! Der Herr Stabsarzt kam vom Rheine her und war erst kürzlich in , diese landschaftlich bevorzugte Provinz versetzt worden. Natürlich sein übliches Pech! Jetzt war er zum Ersatzgeschäft commandirt und befand sich auf der Reise nach dem Städtchen Bernstadt, wo morgen die Musterung beginnen sollte. Nahm denn diese Fahrt kein Ende? Er zog die Uhr heraus, dann blätterte er im Kursbuch, darauf zog er wieder die Uhr. Ach was, das half alles nichts. Die Zeiger krochen heute wie Schnecken, und das Kursbuch bewies chm schwarz auf weiß, daß er erst Abends um 6 Uhr an Ort und Stelle sein würde. Könnte er wenigstens unterwegs schlafen! Aber dies Talent ging ihm ab. Raucher war er auch nicht, das wäre somit immerhin ein kleiner Zeit vertreib, und Lektüre mitzunehmen, hatte er ganz und gar vergessen. Der Herr Stabsarzt hatte sich allerdings zum Spezialisten für Augenleiden ausgebildet, und hätte jedem, der ihn um Rath gefragt, das Lesen in der Bahn, wie das Lesen im Bett oder liegend auf dem Sopha, als schädlich für die Augen verboten, sogar strengstens verboten. Er war indeß der U:berzeugung, daß jede Regel ihre Ausnahme hat. und wie die meisten seiner Cllegen hielt er sich an die Ausnahmen. Die Gesundheitsregeln waren für's Publikum, die Ausnahmen für die Herren Aerzte. . Endlich, endlich war das Reiseziel erreicht. Der Herr Stabsarzt sieht jedoch nichts von einem Städtchen Bcrnstadt. Er sieht bloß ein Stationsgebäude mitten in endloser Ebene. Nach Bernstadt müssen Sie noch 10 Kilometer mit der Post fahren," sagte man ihm. Auch das noch! Nichtig, da steht das vorsintfluthliche Gefährt. Recht wenig einladend sieht .es aus, aber 's ist immer besser, da drinnen sitzen, als bei dem Hundewetter heute Abend noch 10 Kilometer zu Fuß zu laufen. Der Herr Stabsarzt schritt auf den Postwagen zu, doch erschreckt prallt er zu rück. Der Wagen ist gerappelt voll. Wann geht die nächste Post nach Bernstadt?" fragt er. Morgen früh," lautete die tröstliche Antwort. . - Natürlich, mein obligates -Pech," brummt er; übrigens, das sind ja reizende Zustände; wie sollen wir wohl nach Bernstadt kommen, ich, mein Bursche, und mein Gepäck?" Wenn der Herr mit der Post sahren wollte, mußte er vorher Platz bestellen." Das soll einer wissen! Gibt es denn keine andere Fahrgelegenheit nach Bernstadt?" Nee!" Wem gehört die Equipage, die eben dort vor dem Bahnhof hält?" Dem Herrn Baron von Grothe auf Groß-Schönfeld." Liegt das in der Nähe von Bernstadt?" Jawohl, die müssen durch die Stadt durch." Das war ein Hoffnungsstrahl. Boraussichtlich holte die Equipage jemand von der Bahn ab; da stellte man sich vor, erzählte fein Mißgeschick und bei um Erlaubniß, mitfahren zu dürfen. Brillanter Gedanke! Schnell trat der Stabsarzt auf den Wagen zu und fragte den Kutscher: Holen Sie den Herrn Baron ab?" Nein, unseren Herrn Landratb." Jetzt hätte der Herr Stabsarzt fast vor Freude Hurrah geschrien. Das war ja fabelhaftes Glück, anstatt seines schon sprichwörtlich gewordenen Pechs. Der Landrath gehörte zur Erfatzcommission, mit ihm würde er jetzt wochenlang zusammenarbeiten, natürlich nahm der ihn mit. Anstatt in der vollgepfropften Post gründlich durchgeschüttelt zu werden, würde er nun in bester Gesellschaft bequem und rasch sein Ziel erreichen. Da kommen der Herr Landrath schon," flüsterte der Kutscher, und der Stabsarzt erkannte den eleganten Herrn, der erster Klasse gefahren war, sofort wieder. Rasch tritt er auf ihn zu, stellt sich vor und bringt seine Bitte an. Der Landrath nannte darauf, mit üblicher Undeutlichkeit, seinen Namen, den der Stabsarzt nicht verstand; doch das genirte ihn nicht. Der Name that nichts zur Sache, er wußte ja, daß er den Landrath vor sich hatte, und dieser versicherte ihm in der höflichsten Form, daß er sich sehr freue, die Bekanntschaft des Herrn Stabsarztes schon heute zu machen und gefällig sein zu können. Darauf nöthigte er seinen Gast einzusteigen. Verzeihen Sie. bloß einen Augenblick, Herr Landrath, ich möchte nur noch meinen Burschen und meinen Koffer erpediren. Der Postkutscher wird wohl für ein gutes Stück Trinkgeld Platz für beide finden," damit eilte der Stabsarzt davon. Der Herr Landrath aber wollte nicht früher einsteigen als sein Fahrgaft, er stand in seinen feinen Cbevreausiiefeln

ne?en dem Wagen Im Schlamm der aufgeweichten Chaussee, und trat von einem Fuß auf den anderen. Endlich waren Bursche und Gepäck befördert und beide Herren stiegen ein. Sie sind erst kürzlich hierher versetzt, Herr Stabsarzt?" eröffnete der Landrath das Gespräch. Hoffentlich bringen Sie etwas Zug in's Mufterüngsgeschäst. Der Bezirkscom mandeur ist ein sehr liebenswürdiger Herr; aber er hat eine eigene Begabung, die Sache in die Länge zu ziehen. Sie verstehen mich. Da muß man ein bischen entgegenarbeiten. Wir wollen uns dabei unterstützen, nicht wahr?" Natürlich, Herr Landrath, machen wir." Und könnte man nicht etwas gegen die fürchterliche Atmosphäre im Musterungszimmer thun? Mit Eau de Cologne ist gegen dieses Parfüm gar nicht anzukommen." Offene Fenster, Herr Landrath, das wäre das beste Mittel; doch das können wir bei der jetzigen Witterung den Leuten in ihren Adamscostümen nicht bieten, darum heißt es: das Unvermeidliche mit Würde tragen. Sie gewöhnen sich auch noch daran, Herr Landrath." Vielleicht," klang es etwas Zweifelhaft zurück. Im ganzen ein ganz passabler Mensch, dachte der Stabsarzt, den Landrath von der Seite betrachtend, nur ein bischen sehr fein", und dann möchte ich wissen, warum er immer so sonderbar lächelt. Der Herr Stabsarzt war aber nicht der Mann, sich darüber den Kopf zu zerbrechen; schon flogen seine Blicke wieder hinaus über Wald und Wiesen, die der Wagen durcheilte und plötzlich rief er entzückt: Da ist Wild! Sehen Sie, Herr Landrath, da sind Rehe!" Ja," meinte dieser sehr gleichmüthig, wir haben hier viel Wild in unserem Fürstenthum." Ah, wir' sind jetzt im Fürstenthum? Stammen Sie aus der Residenz, Herr Landrath?" " Aber natürlich," gab dieser lächelnd zurück. Der Stabsarzt sah ihn erstaunt an. So besonders natürlich" konnte er das durchaus nicht finden, und was es dabei zu lächeln gab, war ihm erst recht unverständlich. Na, jedem Thierchen sein Plästrchen, dachte er, und laut fügte er hinzu: Serenissimus soll ein gewaltiger Nimrod sein, hörte ich; überhaupt ein ganz annehmbarer Herr, der auch einen guten Tropfen - nicht verachtet, sogar ganz im Gegentheil!' Vor allen Dingen soll er nicht an dem lächerlichen Dünkel leiden, an dem dieDuodezfürsten häufig kranken, und das ist ein großer Vorzug: finden Sie nicht?" ' Sicher," bestätigte der Landrath. Sieht auch ganz passabel aus." fuhr der Stabsarzt unentwegt fort Habe neulich ein Bild in der Woche' gesehen. Seine Söhne sollen ihm fabelhaft ähnlich sehen, hörte ich. Finden Sie das auch, Herr Landrath? Sie als Landeskind haben die Herrschaften gewiß häufig gesehen." Sehr häufig, vielleicht zu häufig, um über Aehnlichkeiten urtheiln zu können. Der Erbprinz sieht dem Vater ähnlich, die Prinzessin wohl noch mehr; die übrigen Söhne aber gleichen ihm kaum," entgegnete der Landrath, um dessen Mundwinkel es verrätherisch zuckte. Ist's eigentlich wahr, daß die junge Prinzeß so colossal stark ist. Man sagt, sie reitet jedes Jahr ein paar Pferde kaput. Nach allem, was man von ihr hört, muß sie ein wahr " Ach sehen Sie doch, Herr Stabsarzt, da ist wieder Wild!" unterbrach ihn der Landrath ziemlich hastig, da, da, links! sehen Sie nichts?" Ich sehe wirklich nichts, es war wohl eine optische Täuschung; aber was ich noch fragen wollte: War das nicht einer der Prinzen, der bei den Gardekürassiren stand und dann zur Linie versetzt wurde, mir Ms doch so?" Jawohl, das ist der jüngste Sohn." Hm. Man erzählte sich damals so allerlei. Na, jedenfalls muß er was Bedenkliches ausgef " Da, da sehen Sie, Herr Stabsarzt, dort sind die Tbürme von Bernstadt. Jetzt sind Sie bald am Ziel." Na, nu." dachte der Stabsarzt, was an den Thürmen von Bernstadt wohl zu sehen sein soll, der macht ja ein Aufhebens, als wenn es der Kölner Dom wäre. Jedenfalls scheint mir dieser gute Landrath mächtig loyal gesinnt zu sein und jeder Kritik über sein angestammtes Fürsienhaus aus dem Wege zu gehen. Na, denn eben nicht; schließlich muß es auch solche Käuze geben, und nun lenkte der Stabsarzt das Gespräch auf ein unverfängliches Gebiet, um des Herrn Landrath loyale Gesinnung zu schonen. Bald fuhr der Wagen über das holprige Pflaster des Städtchens und hielt vor dem Gasthof Zum goldenen Löwen" in dem der Stabsarzt Quartier bestellt hatte. Haben Sie noch vielen Dank, Herr Landrath," sagte er, diesem kräftig die Hand schüttelnd. Q bitte, es war mir ein Vergnügen." Also auf Wiedersehen morgen früh." Fort rollte' der; Wagen, und der Stabsarzt trat in den Flur des Gasthoses. Athemloö kam der dicke Wirth

die Kellertreppe heraufgekeucht. Er hatte grade unten, im Hinblick auf die erwarteten Gäste, seine Weinfl'-" mit möglichst klangvollen Etiketten versehen, als ihn das Vorfahren eines Wagens in seiner nützlichen Thätigkeit unterbracht. Der Herr Stabsarzt!" rief er mit einem Blick auf die Uniform des vor ihm Stehenden. Aber wie kommen der Herr Stabsarzt jetzt schon her, die Post kann erst in einer halben Stunde da sein?" Ich bin mit dem Herrn Landrath gefahren." Ah. mit Seiner Durchlaucht!" Durchlaucht! Wa a s? Wer? Durchlaucht!" stammelte der Stabsarzt. Ja, wissen Herr Stabsarzt nicht, unser Landrath ist doch der Prinz Egon, der, zweite Sohn seiner Durchlaucht des regierenden Fürsten." Himmeldonnerwetter!" stöhnte der Stabsarzt, und nun sag' noch einer, daß ich nicht Pech habe."

Q sieben Mmentöpse. (& Humoreske von Fritz Westphal. Du, Hans, bist Du es wirklich?" Der Amtsrichter Hans Knips, zu dienen! Und ich habe meinen alten Freund, den Sanitätsrath Fritz Kegel, vor mir, nicht?" Sanitätsrath, Freundchen? Willst mir wohl Deinen neugebackenen Amtsrichte? unter die Nase reiben? Nee, soweit haben wir's noch nicht gebracht. Aber was schwatze ich da? Freuen und wundern sollte ich mich. Wie ist es Dir nur eingefallen, nach siebenjähriger Abwesenheit wieder einmal hierher zu kommen? Amtsgeschäfte, wie?" Das gerade nicht," erwiderte der Amtsrichter, verlegen seinen Schnurrbart streichend, aber da ich in der Zeitung las, welch' ein Unglück Dich betroffen hat " Hahaha! So kamst Du her, um zu condoliren. Nun, bin Dir.für Deine gute Absicht sehr verbunden. Heda, Wein her!" rief er dem eintretenden Diener zu. Als der Wein gekommen war, saßen die beiden alten Universitätssreunde verlegen einander gegenüber. . Sie fühlten beide, daß sie eigentlich von dem Unglück" sprechen sollten, aber keiner wollte den Anfang machen. Plötzlich fiel der Blick des Amtsrichtcrs auf das Fensterbrett, auf welchem sieben Blumentöpfe in einer Reihe sianden. Ganz sonderbare Gewächse schienen sie zu enthalten,- jedenfalls aber nicht die gewöhnlichen Zimmerblumen. Du bist also Blumenfreund geworden?" fragte er den Arzt. 'Das nun gerade nicht. Die Töpfe sind hm! " Von ihr?" Falsch gerathen Sie wär keine Freundin von Blumen und' wird es wohl auch nicht werden. Aber was soll ich es Dir verhehlen, diese Blumentöpfe sind die Denkmäler der glücklichen Stunden meiner Eh:." . Also doch glücklich?" '. sagte der Freund, und aus seiner Frage klang deutlich ein Vorwurf heraus. Urtheile nicht so rasch. " Laß Dir die Geschichte dieser Blumentöpfe erzählen. Als ich Martha heirathete, hatten wir schon am ersten Tage unserer Ehe einen erbitterten Streit. Sie wollte durchaus selbst kochen.".' Aber das war doch sehr hübsch von ihr." Gewiß, lieber Hans, aber, ich hatte doch recht. Was sie kochte, war eben nicht-zu genießen. Ihre Küche hat meinen Magen unglaublich geschwächt. Sechs Monate waren wir verheirathet, als eines Sonntags zum ersten Male ein unverbrannter Gänsebraten, meine Lieblingsspeise, auf den Tisch kam. Beinahe zum ersten Male überhaupt etwas Genießbares. Ich fühlte damals das Bedürfniß, diesem Tage ein bleibendes Andenken zu widmen, ich brachte ihr daher vom Spaziergange ein Gänseblümchen heim und setzte es, zum Andenken an den Gänsebraten, in einen Blumentopf. Wie Du siehst, gedeiht es fröhlich, und wenn es im Winter abstirbt, ersetze ich es im Frühjahr durch ein neues." Der zweite Blumentopf, daneben," sagte der Amtsrichter, enthält nur große, grüne Blätter." Tabaksblätter, lieber Freund. Sie konnte das Rauchen nicht leiden und bestand darauf, daß ich es mir abgewohne. Ich mußte nachgeben. Ich konnte meiner Rauchlust nur fröhnen, wenn sie nicht zu Hause war. Einmal kam sie von einem Kaffeeklatsch ganz unvermuthet früh heim. In dem Salon stand das Klavier, auf welchem ich, meine Cigarre rauchend, klimperte. Nun denke Dir das doppelte Berbrechen: Rauchen und noch dazu im Salon. Während ich mit einem Finger klavizirte:.- O wie wohl ist mir am Abend", flog mir etwas ziemlich hart an den Kopf. Es war eine leichte Schüssel von Blech, die ihr gerade in die Hände gefallen war. Nun denke, sie hätte ebenso gut den Bronzekrug nach mir schleudern können, der auf dem Kamin stand. So ofi ich das bedenke, preise ich diese Stunde als eine glückliche." Etwas fark philosophirt, Hans." Gehen wir zum dritten Topf über. Du siehst hier eine Schlüsselblume, die ich stiftete, als ich den Hausschlüssel errang." Gab sie ihn freiwillig?" .Bewahre! Ich instruirte meine

Stammtischfreunde, öfters zu Beginn der Nacht 31p schellen und mich zu Krankenbesuchen herauszurufen. Du begreifst, daß meine nächtliche Praxis allmählich , sehr umfangreich wurde, und da durfte sie mir den Hausschlüssel nicht mehr vorenthalten." Und sie merkte nichts?" Freilich wohl, aber was sollte sie machen? Sie hatte keine faktischen Beweise in Händen. Um sich nun gar nichts vorwerfen zu können, empfing sie mich immer mit einer Gardinenpredigt. Wenn ich trotz derselben einschlief, weckte sie mich u :d ich mußte zuhören, bis sie zu Ende war." Himmel!" rief der Amtsrichter aus, und um dieses Weibes willen sind wir fast als Feinde auseinandergegangen." Ja, Du hattest das bessere Theil erwählt." Ich war der Glücklichere, meinst Du." . Damals, wie wir glaubten, der Unglücklichere. Aber höre weiter. Eines Abends kam ich heim. Sie lag still und schlief, keine Gardinenpredigt störte mich. Was war geschehen? Ein Blick auf das Nachttischchen belehrte mich: ihr Gebiß war zerbrochen, sie konnte nicht sprechen." Ein falsches Gebiß hatte sie auch?" rief der Amtsrichter entsetzt. Schon als Mädchen. Zum' Andenken an jenen glücklichen Abend pflanzte ich in den vierten Topf eine Butterblume, auch Löwenzahn genannt." Wie sinnig! Der fünfte enthält einen Rosenstock, das sehe ich." Ja. Er erinnert mich an einen mit Rosen qarnirten Hut, der hundert Mark kostete. Sie sollte zwischen diesem und einem Veilchenhute wählen, für den nur fünfzig Mark verlangt wurden. Sie kaufte den ersteren." Das ist doch gerade kein freudiger Anlaß." Bedenke, hätte sie den Veilchenhut gekauft, so würde sie sich in kurzer Zeit auch noch den Rosenhut dazu gekauft haben. Also fünfzig Mark erspart, dafür kann man schon einen Blumen topf riskiren. Schon aus Prinzip. Die größte Freude aber ward mir zutheil, als sie zum ersten Male eine längere Badereise antrat, ohne mich mitzunehmen. Als ich auf dem Bahnhöfe stand und ihr mit dem Taschentuch zum Abschied nachwinkte, flössen meine Thränen. Die Leute glaubten, : infolge des Trennungsschmerzes, aber es waren Frcudenthränen. Auf . dem Heimwege kaufte ich beim Gärtner ein Töpfchen mit dieser Pflanze." " Jelängerjelieber! Kein- schlechter Witz! Und das letzte und siebente Töpfchen? Es enthält ein Vergißmeinnjcht?" . -.D'er Arzt erhob sich und ging einige Male auf und ab, ohne zu antworten. Dann blieb er vor dem Freunde stehen und sagte mit beweqter Stimme: Als ich vorgestern' Morgen erwachte, fand ich ihr Bett leer.. Ein Zettel auf dem, Nachttische sagte mir, sie' sei mit dem Schauspieler durchgebrannt." Armer Schauspieler." Daher das Vergißmeinnicht." Du wirst sie also nicht vergessen?" Davon abgesehen. Aber ich werde das Glück nie vergessen, welches ich empfand, als ich mich von ihr befreit wußte. Ein Hoch dem lieben Frieden!" Feierlich klangen die Gläser zusamwen. Neuer Erfolg der Photographie. Photographien bei Planetenlicht hat ein französischer Gelehrter, Dr. Touchet, hergestellt. Es gelang ihm, den Schatten zu photographiren, den das Licht der Venus and des Sirius erzeugt. Um das Licht der Venus seinen Zwecken dienstbar zu machen, befestigte er an einem astronomischen Stativ eine photographische Kamera, deren Objektiv entfernt worden war. Vor der freien Oeffnung war eine Drahtspirale angebracht, die ihren Schatten auf die photographische Platte warf. Mittels eines an dem Stativ angebrachten Fernrohrs wurde genau die Venus eingestellt und die Platte 15 Minuten lang belichtet gelassen, und wirklich erhielt Touchet ein schwaches Negativ des Schattens, das verstärkt ein deutliches Bild derDrahtspirale zeigte. Noch bemerkenswerther ist dieThatsache, daß Touchet auch den von Sirius entworfenen Schatten zu Photographiren vermochte. Er benutzte hierzu eine Kamera, deren Objektiv entfernt und durch eine lange Pappröhre ersetzt war, vor welcher eine Brosche 'befestigt' wurde. Die Brosche war ungefähr zwei Fuß von der photographischen Platte entfernt. Die Kamera war auf einem Fernrohr mit Uhrwerk befestigt, das auf den Sirius eingestellt wurde. Die Platte wurde 65 Minuten belichtet, undTouchet erhielt ein scharfes Bild der Brosche. Welche ungeheure Kraft -muß das Licht bei seinem Abgange vom Sirius besessen haben, um auf eine photographischePlatte zu wirken! Der Sirius ist die unserem Sonnensystem zunächst gelegene. Sonne, und das Licht, welches am 22. März 1903 auf der Platte den Schatten der Brosche abzeichnete, mußte seit dem Jahre 1894 mit der unheimlichen Geschwindigkeit von 300.000 Kilometer in der Sekunde dahingeflogen sein, ehe es

auf Erden ankam.

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