Indiana Tribüne, Volume 27, Number 288, Indianapolis, Marion County, 27 July 1904 — Page 7

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Roman von Ludwig Habicht. Fortsetzung Ob Arnulf und Waltrud von ähn lichenEmpfindungen heimgesucht wur den? Sie waren foibc Naturen, die sich von augenblicklichen Eindrücken nicht leicht mit fortreißen ließen; auch fyut blieb ihr Verkehr so ruhigfreundschaftlich.' wie er in der letzten Zeit zwischen ihnen bestanden hatte, der eher seit seiner Rückkehr aus dem Feldzuge kühler statt wärmer gewor-, den war. So lange sie der unbesiegbare Groll des Vaters getrennt hatte, mochte es auf sie alle einen eigenthümlichen Reiz ausgeübt haben, sich heimlich zu sehen und zu sprechen: jetzt war die Schranke gefallen, sie konnten mit einander zusammen kommen, so oft sie nur wollten, und Arnulf machte doch von dieser Gunst 'einen viel spärlicheien Gebrauch als Waltrüd erwartet hatte; ihr Stolz fühlte sich davon verletzt; er konnte doch nun viel öfter sich in Lindenau einfinden. wenn er in Wahrheit ihr so freundschaftlich gesinnt war, wie sie früher stets geglaubt und sobald er dann wirklich einmal kam, dann hatte er stets mit dem Vater so viel zu besprechen und zu berathen, daß für sie kaum einige Augenblicke übrig blieben und sich ihre Unterhaltung auf den Austausch der alltäglichsten Redensarten beschränken müßte. Das war früher ganz anders, viel hübfcher gewesen; da hatte Arnulf ziemlich deutlich verrathen, wie sehr ihn diese heimliche Zusammenkunft erfreue und er hatte stets so lebhaft und so anschaulich zu erzählen gewußt, und jetzt hielt er sich fast geflissentlich zurück. Das genügte der stolzen Gräfin, um ihrerseits von dem Jugendfreunde sich noch einen Schritt weiter zu entfernen und den trennenden Raum größer zu machen, der zwischen ihnen jetzt bestand. Selbst die heutige Hochzeitsfeier brachte bei diesem Paare .keine Annä-. herung hervor. Arnulf war bei dem Anblick seiner Brautjungfer freudig überrascht. Waltrud hatte für Putz und Schmuck wenig Sinn; meistens zeigte sie sich in einem von der ersten besten Dorfschneiderin angefertigten, schlichten, grauen Kleide, das bis oben herauf geschlossen, ihrer hohen, schlanken Gestalt selten zum Vortheil gereichte; auch das üppige blonde Haar, das sie gern nur in einen dicken Änoten zusammenband, gab ihr beinahe mit dem vorn ganz glatten Scheitel ein nüchternes Aussehen. Heute trug sie ein cremefarbenes. mitSpitzen reich geziertes Atlas kleid; das schöne Haar in zwei starken flechten gewunden, umzog wie eine Krone ihre weiße, edle Stirn, und eine einzige dunkle Rose luate aus diesem Haargeflecht hervor. Wohl hatte die ganze Haltung der jungen Gräfin immer etwas vornehmes aber heut erschien sie demJugendfreunde wie eine stolze Herrscherin, die von jedem die Huldigung fordert. So schön war sie ihm noch niemals vorgekommen. Unwillkürlich entschlüpfte ihm bei ihrem ersten Anblick ein bewunderndes Wort und gerade das Lahm Waltrud ungünstig auf. Wie konnte er nur glauben, daß sie leeren. Schmeicheleien zugänglich sei? und anstatt einer freundlichen Antwort zuckte es nur unwillig um ihre fein geschnittenen Lippen. Arnulf erkannte sogleich seine Uebereilung; aber sie war nicht mehr gut zu machen, und so hielt er es auch für das klügste, zu schweigen. Was hatte Waltrud nur? Sie ließ ihn jetzt bei jeder Gelegenheit fühlen, wie sehr sie ihm entfremdet war. Schon das Wiedersehen bei der Rückkehr aus , dem Kriege hatte er sich viel herzlicher gedacht. Wie kühl und zurückhaltend war sie an diesem ersten Tage gewesen und seitdem auch geblieben, obwohl er glaubte, ihr gezeigt zu haben, wie all die stürmische Zeit das Andenken an die Jugendfreundin nicht verlöschen gekonnt, ja, es hatte ihn mitten in das Schlachtgewühl begleitet. Gerade in den Stunden, wo er sein Leben für das Vaterland einsetzen mußte, war es ihm zum vollen Bewußtsein gekom.men. daß er Waltrud liebe, und wenn ihm eine glückliche Heimkehr vergönnt war, dann mußte sie einmal seine Gattin werden, mochte der Graf sich noch so sehr dagegen stemmen. Wenn ihn Waltrud ebenfalls liebte' und nach dem herzlichen Abschied, den sie von einander genommen, zweifelte er kaum an 'diese Liebe. dann hielt sie gewiß treu zu ihm und selbst ein Machtwort ihres Vaters konnte sie nicht trennen; er wußte es, sie war ein Charakter wie aus Stahl. Sie beide paßten für einander; in ihrem Denken und Empfinden, in ihrenAnschauungen stimmten sie stets wunderbar üderein und nun doch dieses sich leise Entfernen. diese Entfremdung, die ihm sehr wehe that und die er gar nicht begreifen konnte. Der Geistliche hielt eine kurze Rede; er mochte sich an diesem flüchtig er richteten Altar nicht so wohl und sicher fühlen wie in seinem Dorfkirchlein, und der sonst ganz treffliche Kanzelredner fand heut nicht solche Worte, die zu Herzen gingen. Die kleine Else, die so gern, wie alle Bräute, ihrem benagten Herzen durch Thränen Lust gemach! hätte, erhielt keine Gelegen-

heit, -und nur Z?rau v. Sollbach zeigte sich ein wenig gerührt. Bald war die Trauungsfeierlichkeit vorüber, und das Brautpaar, begleitet von allen Anwesenden, verließ das elterliche Haus. Der Reisewagen stand schon bereit. Trotzdem Else wußte, daß die sorgfältigste Absperrung und Ueberwachung des Gartens angeordnet worden, konnte sie doch nicht rasch genug mit Edwin in den Wagen kommen und diese Vorstellung, daß der geliebte Mann nun vor allen Nachstellungen der rachsüchtigen Person gesichert sei. überwog alles und half ihr auch jetzt über den Schmerz der Trennung leichter hinweg als eZ sonst wohl der Fall gewesen wäre. Ein letztes Händeschütteln, ein' letztes Lebewohl und der Wagen trug die Neuvermählten in den lachenden, blühenden Frühlingsmorgen hinaus. Nicht wahr. Mutter, du kommst zu uns recht bald zum Besuch?" hatte Elschen in ihrer einschmeichelnden lie benswürdigen Weise der Baronin zugeflüstert, kurz bevor sie das Eltern haus verließ. Du bist ja dann an deinem schönen Rhein, und wenn es dir bei uns gefällt, wie ich hoffe, bleibst du für immer bei uns, die wir dir ein neues Heim bieten." Die Baronin vermochte dem lieben, herzigen Geschöpf nur unter Thränen zuzulächeln. Kaum hatte sich der Wagen in Vewegung gesetzt, da lud Frau von Sollbach ihre Gäste zur Rückkehr in das Haus ein. um ein kleines Mittagsmahl einzunehmen: sie mußte doch .jetzt zeigen, daß sie das Bewirthen vortrefflich verstand und in der Hauptstadt stets geglänzt hatte. Man folgte der Einladung und trat in die festlich geschmückte Villa zurück, die heut' einen noch freundlicheren, ansprechenderen Anblick bot. als sonst. Nur Herr von Sollbach blieb im Vorgarten stehen und sah dem davon rollenden Wagen so lange nach, bis er seinen Blicken völlig verschwand. Es war, als ob sich ein trüber Schleier über seine Augen legen und von jetzt ab Alles in ein farbloses Grau kleiden wollte. Das Gefährt dort, das jetzt schon der grüne Wald verschlungen hatte, trug ja sein heiß geliebtes Kind davon. Der Mann, der sonst in seiner freundlichen, gemüthlichen Weise Alles ruhig hinnahm, mußte nach seinem Taschentuch greifen und sich die feucht gewordenen Augen 'trocknen. Eine Hand legte sich leise auf seine Schulter und er hörte eine weiche, sanfte Stimme: Ich weiß, Sie werden sich jetzt sehr vereinsamt fühlen; aber vielleicht erhalten 'Sie bald für Ihren Verlust einen Ersatz." Herr von Sollbach wandte der Sprecherin das noch feuchte Antlitz zu und er verstand wohl, was die herzensgute Frau damit sagen wollte; aber ein trübes Lächeln huschte um seine Lippen, indem er seufzend antwortete: Ach, sie nimmt doch allen Sonnenschein, meine Else, den bringt mir keine Andere wieder!" Er konnte sich bei diesem schmerzlichen Gedanken nicht fassen, und seine Thränen flössen noch reichlicher die Wangen herab. Mein Sohn ist ein heiterer, gutmüthiger Mensch, die Beiden passen für einander und er wird gewiß Ihre Else glücklich machen," suchte ihn die Baronin zu trösten. Ich hoffe es, und das wird mir auch den Muth geben, meinen Verlust zu ertragen," antwortete Herr von . na bewegter Stimme' preßte dabei die Hand der edlen Frau, und Beide gingen schweigend in das Haus zurück. ,

20. Baronin Ehrenfels war im Begriff, den wiederholt ausgesprochenen Wunsch ihrer Kinder zu erfüllen und ihnen einen Besuch abzustatten; der Herbst war gekommen, dort am Rhein die Weinlese vor der Thür und Else hatte geschrieben: Du mußt nun unbedingt rasch aufbrechen, damit du noch die schönste Zeit hier verleben kannst. Jetzt lacht die Freude von allen Bergen herab, warte nicht länger; wir wollen diese goldenen Tage gemeinsam genießen! Du fehlst uns nur zu unserem Glück!" Run hatte die Baronin sich endlich zu dem großen Entschlüsse aufgerafft; nach diesem jahrelangen Verweilen an einem und demselben Orte gehörte dazu ein Entschluß, die Koffer standen schon gepackt; am anderen Tage wollte sie abreisen, um ihre Kinder und die lang entbehrte theure Heimath wiederzusehen. Jetzt, wo Baronin Ehrenfels die Aussicht hatte, noch einmal einige Zeit in einer Gegend zuzubringen, deren nie verblassende Schönheit in ihrer Erinnerung weiter gelebt, kam es ihr schärfer denn je zumBewußtsein, wie öde und farblos das Dasein gewesen war, das sie hie: in diesem Winkel zugebracht hatte. Edwin hatte ja nun das Glück, für immer dort leben zü können, er war darum zu beneiden und genoß es gewiß voll und ganz, wie aus den Briefen der kleinen jungen Frau hervorging, denn ihr Gatte raffte sich kaum zu einer flüchtigen Rachschrift auf, er war stets zu frisch, zu lebenslustig gewesen, um sich mit dem Niederschreiben langer Briefe zu befassen. Ihr Jüngstgeöorener hatte ja am meisten von ihr jene eigenthümlich ideale, fast rauschartige Lebenslust überkommen, wie sie eben 1 nur dort, n den Ufern unseres schon-

sten Stromes, zu Hause ist, die sie ebenfalls besessen hatte und die ihr hier, in dieser Menschenwüste beinahe völlig abhanden gekommen war. Ah, wie die Beiden, ihr Jüngstgeborener und die kleine, so zur Heiterkeit geneigte Else dorthin einer lachenden, zum Frshsmn stimmenden Gegend das Leben genießen würden! Die Baronin labte sich schon jetzt an dem Genusse, diese Glücklichen zu sehen, und zu gleicher Zeit dachte sie mit Trauer daran, daß Arnulf und Jrmgard verurtheilt waren, hierein dieser trostlos öden Gegend, für immer auszuHarren. Daran durfte sie gar nicht denken; sie wußte, was es 'sie gekostet, hatte, und doch beruhigte sie ein wenig die Vorstellung, daß Arnulf sowohl wie Jrmgard etwas anders geartet waren. Ihr ältester Sohn hatte ein strenges Pflichtgefühl, das ihm über Alles hinweghalf; an' welchen Platz ihn auch das Schicksal stellte, er murrte nicht und ging fest und ruhig seines Weges. Selbst als er während seiner militärischen Laufbahn in die elendesten polnischen Nester gesteckt wurde, hatte er sich niemals, wie Edwin bei solchen Gelegenheiten dies stets gethan, in heftigen Klagen ergangen, sondern ruhig ausgeharrt und auch dort noch seinem gewiß nicht angenehmen Dasein die besten Seiten abzugewinnen gesucht. Die Baronin zweifelte nicht daran ihr ältester Sohn fand sich hier völlig zurecht und in der Erfüllung der schwierigen Aufgabe, die ihm zugefallen, seine volle Befriedigung. Und Jrmgard?! Sie sehnte sich gewiß nicht aus dieser Welt heraus, in die sie einmal eingesponnen war, mochte auch diese Welt noch so still und öde sein. Wann hätte die wahre Liebe je nach dem mehr oder weniger landschaftlichen Reiz eines Ortes gefragt, der ihr eine Heimath bieten soll? Die Mutter wußte es: wo Jrmgard mit dem heiß geliebten Manne leben konnte, da war für sie das Paradies, und seitdem vollends Graf Bredow für seine Schwiegertochter eine solch ausrichtige und innige Zuneigung an den Tag legte, konnte sie um das Schicksal ihres geliebten Kindes völlig unbekümmert sein. Und doch wie sehr sich die Baronin auch sehnte, ihre Kinder und die theure Heimath wiederzusehen, wurde ihr trotzdem das Herz immer schwerer, je näher die Stunde der Trennung heranrückte. Da sollte noch im letzten Augenblick ihr Reiseplan vereitelt werden. Als die Baronin am Vorabend des für die Abreise bestimmten Tages mit ihren Kindern im herzlichsten Geplauder beisammensaß, kam plötzlich die alte Käthe in höchster Aufregung hereingestürzt und begann mit gewohnter Zungenfertigkeit: Da ist ein fremder, junger Herr, der Frau Baronin durchaus sprechen will. Ich sagte ihm, er möchte ein andermal wiederkommen. Sie hätten heute keine Zeit; aber der junge Mann mochte davon nichts wissen, er sagte: Ich bin der Reffe der Frau Baronin und komme aus Amerika! Er gab mir die Karte hier, da steht aber nur Edgar Fels." Die Baronin nahm die Karte in Empfang und nachdem ste einen Blick darauf geworfen, rief sie überrascht aus: tfem Zweifel! Das ist Edgar!" Und sich zu Käthe wendend, fragte sie: Wo ist der Herr geblieben?" Unten im Wagen," antwortete duft. Er hat auch einen großen Kosfer mitgebracht. Der will gewiß so bald nicht wieder fortgehen," setzte sie verdrießlich hinzu Run erhob sich die Baronin rasch. Du hättest ihn doch gleich zu uns führen sollen," bemerkte sie etwas unmuthig. Ich will gleich hinunter und n bearüßen." Willst du das nichtmir überlassen?" fragte Arnulf, und da die Mutter dagegen weiter keinen Einspruch erhob, eilte er sofort hinweg. Meinen Sie wirklich, Frau Baronin, daß dieser hier der Sohn des Barons Heinrich ist?" fragte die alte Käihe und auf ihrem eckigen, ehrlichen Gesicht malte sich keine geringe Betroffenheit. Der junge Mensch heißt ja doch nur Fels." So hat sich mein Schwager in Amerika genannt." Ra, das ist eine schöne Geschichte! Was wird der nur wieder wollen?!" platzte Käthe heras; sie vermochte ihren Unwillen über das plötzliche Erscheinen des jungen Menschen nicht zu verbergen. Er will uns, seine nächsten Verwandten, kennen lernen, liebe Käthe," ließ sich Jrmgard vernehmen, ich finde es wirklich sehr hübsch, daß er die weite Reise nicht gescheut hat." und sie blickte erwartungsvoll auf die Thür, in der bald der Gast erscheinen mußte. Ich nicht," brummte Käthe vor sich hin. Run kann ich morgen unmöglich fort. Es würde ja zu unfreundlich aussehen, wenn ich jetzt reisen wollte." ,AH, das ist wahr, daran hab' ich noch gar nicht gedacht!" rief Jrmgard aus. Was werden dann nur Edwin und Elschen sagen, die dich schon mit solcher Ungeduld erwarten?" Das hilft nichts. Du siehst, wie oft unsere Pläne im letzten Augenblick durchkreuzt werden. Ich werde sofort telegraphiren," und die Baronin wollte sich, rasch entschlossen, an den Schreibtisch setzen, da ging schon die Thür auf und ein junger, hochaufgeschossener

Mensch, von Arnulf begleitet, trat her-

ein. Hier bringe ich Euch unsern Vetter; es ist wirklich Edgar von Ehrenfels, der uns mit seinem Besuche erfreut," sagte der Letztere; aber aus seinen Worten klang nichts weiter als eine große Höflichkeit. Der junge Majoratsherr war mit dem Gefühl aufrichtiger Freude hinuntergeeilt; er hatte den Ankömmling, der schon vom Wagen gestiegen n?ar und mit langen Schritten im Vorhof auf- und abwandert?, herzlich begrüßt; denn er konnte nicht zweifeln, daß Edgar vor ihm stehe, die Ähnlichkeit des Fremden mit der Photographie, die der Oheim von seinem Sohn mitgebracht, war unverkennbar. Das war wirklich der früh gereifte, umsichtige und schon ganz auf sich selber ruhende Mensch, wie ihn der Vater stets geschildert hatte. -Der wußte gewiß immer, was er wollte; er nahm die artige Entschuldigung seines Vetters, daß die Haushälterin ihn nicht sogleich rn's Schloß eingeladen, sehr gleichmüthig hin und entgegnete nur mit einemVerziehen des Mundes, das ein Lächeln sein sollte, bei dem aber nur seine prächtigen Zähne zum Vorschein kamen: Freue mich, Sie kennen zu lernen." Dem jungen Baron wollte es bedünken, daß ihm sein Vetter nicht dieselbe Herzlichkeit entgegentrug. War dies steife, frostige Wesen seine eigenste Natur oder vermochte er nur nicht bei der ersten Begegnung sich sogleich ron der günstigsten Seite zu zeigen? Arnulf hatte das Gefühl, daß, sich zwischen ihm und diesem Menschen kaum ein wahrhaft freundschaftliches Verhältniß eniwickeln werde. Wohl hatte Edgar die dargebotene Hand ergriffen und kräftig geschüttelt, dann jedoch war seine Antwort, die er in ziemlich geläufigem Deutsch vorgebracht, sehr kühl ausgefallen und er hatte rasch hinzugefügt: Well, mein Vater ist ganz plötzlich gestorben, merkwürdig!" Und bei diesen Worten hatten sich seine grauen, hellen Augen mit der forschenden Schärfe einesDetectivs auf seinen Verwandten gerichtet. Arnulf hielt diesen stechenden Blick ruhig aus; er fand ihn nur etwas wunderlich; in Erinnerung an das tragische Ereigniß sagte er jedoch sehr ernst und nicht ohne Bewegung: Ja, das Hinscheiden Ihres und meines Vaters fast zu derselben Zeit hat uns Allen eine iiefe, schwere Wunde geschlagen. Wir haben Beide viel verloren; aber nun kommen Sie, lieber Vetter, meine' Mutter und meine Schwester erwarten Sie schon und werden sich aufrichtig freuen, Sie nun persönlich kennen zu lernen." Wie kühl und ablehnend sich auch noch der junge Vetter zeigen mochte, der Majoratsherr hielt sich trotzdem verpflichtet, seinem Verwandten mit möglichster Herzlichkeit zu begegnen; er rief einen Diener herbei, der den Koffer vom Wagen nehmen und in's Haus tragen mußte, dann schob er seinen Arm in den des Gastes, -um ihn jetzt hinaufzuführen, und diesem blieb weiter nichts übrig, als der freundlichen Einladung, wenn auch etwas zögernd, zu folgen. ' Die beiden Frauen eilten sogleich dem eintretenden Gast entgegen und begrüßten ihn mit großer Herzlichkeit. Seien Sie uns willkommen, lieber Edgar, und decken Sie, daß Sie bei uns für immer eine Heimath .haben," sagte die Baronin und ihre :ilden, braunen Augen schweiften voll Theilnähme über das Antlitz des jungen Mannes hinweg. Kein Zweifel," fuhr sie mit ihrem liebenswürdigen Lächeln soji, das sie stets noch so jung erscheinen ließ,- die Ähnlichkeit mit der Photographie, die mein armer Schwager von Ihnen mitgebracht, ist unverkennbar. Mußt du das nicht auch sagen, Jrmgard?" wandte sie sich zu ihrer Tochter. Gewiß," bestätigte diese, und indem sie ihrem Vetter die Hand reichte, setzte sie in ihrer herzgewinnenden Weise hinju: Der Onkel hat so oft von Ihnen gesprochen, daß Sie uns längst kein Fremder mehr sind." Ja, wir freuen uns, daß Sie gekommen sind, und wir werden uns gewiß Alle bemühen, Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu roachz," fügte die Baronin hinzu; sie lud den Gast zum Sitzen ein und fragte dann nach seinem Begehr. Sagen Sie uns nur, was Sie augenblicklich wünschen, denn wir kennen ja noch nicht Ihre Gewohnheiten." Edgar ließ sich durch all' die ihm entgegengebrachte Freundlichkeit nicht aus dem Geleise bringen, um seine Lippen spielte ein Lächeln, als wollte er sagen: damit fangt ihr mich noch lange nicht, und er entgegnete mit derselben Zurückhaltung, die er schon Arnulf gezeigt: Da möchte ich mein Zimmer aufsuchen; ich bin den ganzen Tag gefahren und sehr müde." ' Das ist etwas Anderes, es wäre unrecht von uns, wenn wir Sie länger zurückhalten wollten. Hoffentlich werden Sie in der Heimäth Ihre? Vorsahren recht gut schlafen." , Das denke ich auch. Also entschuldigen Sie mich, wenn ich mich jetzt schon zurückziehe," und nun versuchte er seinem klugen, wettergebräunten, schmalen Antlitz einen etwas freundlicheren Ausdruck zu geben. Käthe, führe den Herrn auf sein Zimmer." und nach diesen an die Haushälterin gerichteten Worten wandte sie sich wieder ihrem Neffen zu. Wir wollen Ihnen dieselben Räume

geben, die Ihr armer Vater bei uns bewohnt hat. Sie finden noch Alles, so, wie es vor seinem unerwarteten Hinscheiden war." Well, ich danke Ihnen," sagte Edgar und mit einer steifen Verbeugung verließ er in Begleitung der alten Käthe den Salon. Die Letztere hatte kein Auge von dem Ankömmling verwandt und ihn , mit großer Aufmerksamkeit betrachtet; je länger sie in dies scharf geschnittene kluge Antlitz sah, je mehr wuchs die innere Unruhe, die sich ihrer seit dem unerwarteten Eintreffen dieses Gastes bemächtigt hatte. Sie zweifeite schon jetzt nicht daran, daß von diesem Menschen nichts Gutes zu erwarten sei; er führte irgend etwas Schlimmes im Schildeias las sie von seinem frostigen Gesicht, aus seinen unruhigen Augen, die zuweilen das Lauernde eines Raubthieres hatten. M, du hast uns gerade noch gefehlt, wärst du doch dort geblieben, wo der Pfeffer wächst," dachte die Alte, dennoch sagte sie freundlich mit der ihk eigenen Lebhaftigkeit, cü sie mit dem so plötzlich hereingeschneiten Gaste über den Corridor und dem rechten Flügel zuschritt: Wenn's Ihnen nur bei uns gefallen möchte. Wir leben hier sehr still und einsam; das geht nicht so toll hier zu, wie da drüben in Amerika." Edgar betrachtete die Alte erst, wie er einen Nigger angeschaut haben würde, der in irgend einem Hotel ' gevagt hätte, ihn vertraulich anzureden; er wollte gar keine Antwort geben da besann er sich , vielleicht war ' schon von dieser schwatzlustigenPerson etwas zu entlocken, und er sagte deshalb mit möglichster Freundlichkeit: Da hat sich wohl mein Vater hier auch sehr gelangweilt?" Das will ich meinen," antwortete Käthe sogleich. Und die Langeweile war auch der Untergang des Herrn Barons." Das verstehe ich nicht." Ja, was ist da zu sagen? Wahr ist es doch." Was ist wahr?" forschte Edgar weiter. Nun nahm die alte Käthe einen Anlauf; sie gehörte ohnehin nicht zu den Leuten, "die mit ihrem Denken lange zurückhalten können; sie war in ihrer rheinischen Herzhaftigkeit gewöhnt, mit der Sprache stets offen herauszurücken, und so antwortete sie dem jungen Manne nach kurzem Zögern: Na, wenn Sie's durchaus wissen wollen der Herr Baron hat gewiß nur aus Langerweile die Liebelei mit der halbverrückten Förstersnichte angefangen und weil zuletzt dies überspannte Frauenzimmer dem alten Herrn den Kopf ganz verwirrt hatte, so hat er mehr getrunken, als ihm gut war. Kein Wunder, da mußte ihn endlich der Schlag rühren. Ich hab' mir's gleich gedacht, daß die Geschichte nicht gut enden würde." Und warum ist denn mein Onkel gleich dahinter gestorben?" fragte Edgar und er warf dabei verstohlen einen forschenden Blick auf das redselige Frauenzimmer. O, der arme Herr Baron! Er ist am anderen Tage von Wilddieben erschössen worden," antwortete Käthe. Das war schrecklich!" Und sie hatte Mühe, ihre Thränen zurückzuhalten. Fortsetzung folgt.) Hinderniß. Warum haben Sie denn Ihren automobilen Pflug wieder abgeschafft, war er nicht praktisch?" Landwirth: O ja, aber die Knechte fuhren damit spazieren."

Gefälschter billiger Candy. Man kann sehr zuträgliches billiges Zuckerwerk bei uns finden; doch ist gar manches arg mit Glucose, WelschkornStärke und weißem Lehm gefärbt, ganz abgesehen von uybedingt giftigen Substanzen, die mitunter auch vorkommen. Der wichtigste . Verfälschungsstoff auf diesem, wie auf mehreren anderen Gebieten, ist Glucose oder Stärkezucker. Zuckerwerk, das aus Glucose hergestellt ist, läßt sich höufig durch seinen Mangel an Süßigkeit und durch seine Sprödigkeit entdecken. Viele der Zuckerstengel bestehen ' größtenteils aus Glucose mit nur geringem Beisatz wirklichen Rohrzuckers. Man hat diesem Stoff, der heutzutage so Massenhaft bereitet und benutzt wird, schon vieles Böse nachgesagt; die Frage abe:,' ob Zuckerwerk aus Glucose ungesund ist, darf dahin beantwortet werden: Es braucht nicht ungesund zu sein. Die Welschkorn- oder Kartoffelstarke wird, wenn Glucose daraus geWonnen werden soll, mit aufgelöster Schwefelsäure gekocht, und., später wird die überschüssige Säure durch Behandlung mit Kreide, Holzkohle und auch durch Filtriren entfernt; die gereinigte Lösung wird so weit verdunstet, bis sie ein dicker Syrup ist. Auf die Sorgfalt der Reinigung kommt Alles an! Jubelfeier. Morgen feiern wir ein kleines Jubiläum bei uns zu Haus. .So, was denn für eines? Unsere Köchin ist schon 26 Tage bei uns im Dienst. Der Erfinder. Mein Mann ist ein großer Erfinder, sagte Mrs. Edison. Der -meine auch. Er erfindet jeden Tag einen neuen Grund, warum er die Nacht über weg bleiben mußte.

Feuer - Signale.

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Die Zo bezeichneten Signak werden nur de Xur dächter engegeben da an den ttreffd Straße keuzungm keine LIannkäSen ansedracht ftnd. Chicago und der große Nordwest via laka Sawaii Vbllivdte Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Von der Mono 47. Str. Etation. Chicago. stnd S nur 5 Minuten mittelst elektrischer Sar nach den Union Viehdöfen Frencb liiek Springs, Indem Orange County Hochland. ffamilien-Hotel anter neuer Geschastileitung. Pluto. Proserxtne ,nd Bowle Quellen. Beste Mineralwasser der Gtlt. Zwei Züge täglich via Grelcaple. Ticket-Officen : v.nion Station, Massachusetts ve nd es West Washington Straße. R.P.Algeo, Distrikt Dass. aent. Indianapolis. Ind. . H. M c D e l, . H. R o ck w e l l, ras. und Ven. Mgr. BltrlebSIeilkk Jrank J. Reed, eu.P,ff. gent. Ehieaa?, III.

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