Indiana Tribüne, Volume 27, Number 287, Indianapolis, Marion County, 26 July 1904 — Page 6

Jud-ana Tribüne, 20. Juli 19051.

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Europäische Nachrichten.

Vrovinz Scyresten. Ares lau. Der etwas über 2 Jahre alte Knabe Bernhard Giersch lief vor dem Grundstück Bismarckstraße 33 dicht vor einem Straßenbahnwagen über den Fahrdamm und wurde umgerissen. Das Kind wurde unter die Schutzvorrichtung gepreßt und erlitt hierbei so schwere Verletzungen, daß im St. Georgs - KrankenHause nur noch der Tod festgestellt werden konnte. Durch Monteure wurde in der Klosettgrube (Einsteigeschacht für WasserleitungsabsperrHähne) in der städtischen Turnhalle auf der Neue Antonienstraße die stark in Verwesung übergegangene Leiche eines Mannes gefunden. Es wird ven.iuthet, daß der Todte mit dem seit dem 29 März vermißten Straßenkehrer Wilhelm Langer von der BerlinerIlrae lvenllscy tjt. Aus welche Weise der Mann in jene Grube, welche ziemlich tief und mit einem Deckel verschlössen ist, gelangt ist, ist noch nicht festgestellt. Stadtkämmerer Weller hat sich erschossen. Wie man' annimmt, ist die Ursache geistige Ueberreizung infolge außergewöhnlicher Ueberanstrengung bei den Arbeiten des Stadtetats. Brieg. Als Leiche aufgefunden wurde die unverehelichte Bertha Laske in ihrer Wohnung auf der Polnischen Straße Hierselbst. Nach dem Befunde der Sektion der Leiche ist der Tod durch Erdrosselung herbeigeführt worden. Es ist nicht ersichtlich, aus wel'chem Grunde die That verübt worden ist. Geld oder Sachen haben in der Wohnung nicht gefehlt. D a m b r a u. Ein Schnellzug Breslau - Oderberg überfuhr das 3jährige Söhnchen des Waldarbeiters Meyer am Scheppelwitzer Ueberwege. Der Tod trat auf der Stelle ein. Halbendorf. Der 20jährige Streckenarbeiter Kiza verunglückte dadurch, daß er in einen bereits in Bewegung gesetzten Zug springen wollte. Er kam zu Fall und es wurde ihm der Unterschenkel des linken Beines zermalmt. Liebenthal. Daö Ackerbürger Lange'sche Eheiar feierte das Fest der goldenen Hochzeit. Melochwitz. Im Melochwitzer Walde wurde die Wittwe Kupschinsky aus Zwornogoschütz todt aufgefunden. Ruda. Auf der Brandenburggrübe verunglückte der Häuer Lipp. Durch herabstürzende 'Kohlenmassen wurde der 23 Jahre alte und verheirathete Arbeiter erschlagen; seine Leiche wurde in's hiesige Knappschaftslazareth geschafft. Sächsisch - Haugsdorf. Während eines FrühgottesdiensieZ wurde der Ortsgeistliche Pastor Hoffmann auf der Kanzel vom Schlage getroffen. Bewußtlos wurde er in seine Wohnung gebracht, wo er verschied. Der Verstorbene war erst 44 Jahre alt und hier geboren, wo sein Vater Schneidermeister war. Z i'e g e n h a l s. Der 9 Jahre alte Sohn des Fleischers Josef Nahler, welcher sich bei feiner Tante in Pflege befand, fiel in den Mühlgraben und ertrank. Frovinz Fassen. ' Posen. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit fand vor der hiesigen Strafkammer die Verhandlung gegen den ,69jährigen Holzhändler Löwissöhn und dessen Sohn Max wegen schwerer Sittlichkeitverbrechen, begangen an Kindern unter 14 Jabren, statt. Die Anklage wurde auch auf die Zimmermannsfrau Schachner ausgedehnt, die beschuldigt wurde, dem unsittlichen Treiben der beiden Löwissohns in ihrer Behausung Vorschub geleistet zu haben. Der alte Löwissohn wurde in sechs Fällen für schuldig erachtet und zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt; sein Sohn Max erhielt ein ' Jahr Gefängniß, Frau Schachner eine Woche Gefängniß wegen Kuppelei. G n e s e n. Aus Anlaß der goldenen Hochzeit ist dem iMnke'schen Ehepaar die Ehejubiläumsmedaille verliehen worden. H iiä t ch e n. Hier starb Rittergutsbesitzer Nowack an einem inneren Leiden, welches die Folge einer Verwundung war, die er als Offizier während des Krieges 1870 71 erlitten hatte. ' K r o t o s ch i n. Der Kreiskassenrendant, RechnungsrathPassart, feierte sein 60jähriges Amtsjubiläum. Regierungsrath Steinbrück, der aus Posen hier eingetroffen war, überbrachte die Glückwünsche des Regierungspräsidenten und der Königlichen Regierung. Lissa. Der 76jährige Oberpostsekretär a. D. Schroeter feierte mit seiner Frau das Fest der goldenen Hochzeit. Neutomischel. Die Wirthschaftsgbäude des Eigenthümers Johann Wolke brannten vollständig nieder. O st r o w o. Rittergutspächter Weder in Kaliszkowice fiel so unglücklich von seinem Pferde, daß er infolge der dabei erlittenen .Gehirnerschütterung alsbald starb. ' R a k o w. Als der Henqstreiter Anton Jerzig in Begleitung des Kutschers Josef Knuska und eines anderen jungen Mannes die Hengste ausritt, stürzte der Hengst des Kutschers Knuska so unglücklich auf die Dorfstraße, daß der Kutscher kopfüber auf das Steinpflaster fiel und sofort todt

n blieb. Der Henastreiter, der in

vollem Galopp hinterher ritt, stürzte mit seinem Hengst über den ersten' Hengst und blieb ebenfalls todt liegen. S ch r i m m. Sein 6Zjähriges Militädienstjubiläum beging in voller Körper- und Geistesfrische der hier Oberst z. D. Ebeling. T r e m e s s e n. Die Meller'sche Besitzung inFreihof ist niedergebrannt. 17 Stück Rindvieh und 12 Schweine sind in den Flammen umgekommen; bie Eigenthümer waren verreist. -Arsvinz Sachsen. Magdeburg. Dem Oberlehrer Professor Dr. Reichau ist der Roth: Adlerorden 4. Klasse, dem LehrerHermann Schulz der Kronenorden 4. Klasse und dem pensionirten Wasser baurath Bicknase das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens verliehen worden. D e l i tz s ch. Der 26jährige Heizer Rich. Röhnicke aus Greppin. der auf einem benachbarten elektrotechnischen Werke beschäftigt war, wurde in der Sauggasanlage todt aufgefunden. Man hatte den Unglücklichen, der verheirathet war und Frau und Kind hinterläßt, schon einige Zeit vermißt und fand ihn dann auf dem Kessel liegend, den Schraubenschlüssel in der Hand. Es stellte sich heraus, daß er durch Einathmen von Kohlenoxydgas getödtet wurde, das dem Kessel entströmt war. G e n t h i n. Der 19jährige Schlos sergeselle Hermann Britt in Briest nahm nach dem Mittagessen ein erfrischendes Bad, wurde dabei von einem Herzschlag getroffen und ver'starb. Halle. Als der Lokomotivführer Paul Eisenhauer auf dem Wege zum Dienstantritt die Geleise passirte, wurde er von einem Personenzug erfaßt, auf die Schienen geschleudert und erdrückt. Eisenhauer war sofort eine Leiche. I e s s e. n. Das silberne Fabrikantenjubiläum des Hermann Fuhrmann, in Firma G. Fuhrmanns Sohn, wurde hier festlich begangen. Von den städtischen Behörden wurden dem Jubilar der Ehrenbürgerbrief überreicht. Kalbe a. S. Im hiesigen Krankenhause verstarb an entsetzlichen Brandwunden die neunjährige Tochter des Stallschweizers Baumbach. Sie hatte vor kurzem zum Feuermachen Steinöl gebraucht, wobei die Kanne explodirt war. Nordhaufen. Pastor Pabst feierte sein 25jähriges Jubiläum als Seelsorger der Altendörfer Kirchengemeinde. Es wurden ihm viele Ehrungen zutheil, von der Gemeinde erhielt er einen silbernen Tafelaufsatz, ein Bild der Altendörfer Kirche sowie ein Diplom. Ummendorf. Der Ackerknecht Friedrich Huhn gerieth auf bisher unaufgeklärte Weise vor die Räder seines mit Steinen beladenen Wagens, die ihm über Brust und Leib gingen und ihn derart verletzten, daß er schon auf dem Transport nach Hause verstarb. Er hinterläßt eine kranke Frau und fünf kleine Kinder. W i t t e n b e r g. Beim Baden in der Elbe bei Pisteritz gerieth der 12jährige Sohn des Maschinenführers Heinz in einen Buhnenstrudel und ertrank vor den Augen seiner Kameraden, von denen ihm einige nachsprangen, die ihn aber, des Tauchens unkundig, nicht mehr erreichen konnten. Die Leiche hat nicht geborgen werden können. Chinesen in Lütiich. Man schreibt aus Brüssel: In Belgien studiren etwa 100. bis 160 junge Chinesen. Warum sie gerade nach Belgien kommen? Vielleicht ist es der Bau von Eisenbahnen in China durch belgischtJngenieure (wie der der Hankong - Canton Eisenbahn) und das weitgehende kommerzielle Interesse des Königs an diesen Unternehmungen, was die Aufmerksamkeit der bezopften Herren auf das kleine regsame Belgien gelenkt hat. Von Zeit zu Zeit rückt eine Truppe chinesischer Studienbeflissener in Belgien an. Sie sind regelmäßig froh, wenn sie die lange Reihe überstanden haben.und in Lüttich, dem Orte ihrer Studien, untergebracht sind. Eine kleine Colonie ist für sie eingerichtet worden, und Herr Jan-Tsao-Ium, der chinesische Gesandte in Belgien, sorgt für die nöthige Ordnung. Anfangs ging bei der zuletzt eingetroffenen Gruppe alles gut, dann aber begannen sich die jungen Herren zu langweilen. Die Kasernirung gefiel ihnen nicht und sie nannten Lüttich ein todtes Nest. Einzelne wollten in ihre Heimath zurück, andere protestirten einfach. Um sie zu beruhigen, ließ man sie nach Brüssel zur Bewillkommung einerSchaar dort neu eingetroffener Landsleute fahren. Die Söhne des himmlischen Reiches hatten aber schnell herausgefunden, daß es in Brüssel bei weitem amüsanter ist, als in Lüttich, und ti bedürfte großer Anstrengungen, jie zur Rückkehr nach dieser Universitätsstadt zu überreden. m m , m X Enfant t e r r i b l e. Der kleine Willy: O Onkel August, wenn ich auf Deinen Knieen reite, das ist doch wunderschön; aber noch schöner stelle ich's mir auf einem wirklichen Esel vor.

Vüsseljagden in Indien.

Nächtliche Jagden mit dem Büffel in Indien werden von einem Europäer wie folgt geschildert: linier den man.cherlei Listen, deren sich der Mensch bedient, um seiner.Jagdlust zu Erfolgen zu verhelfen, beansprucht 'die bei den nächtlichen Jagden mit dem Büffel angewendete ewiß ein besonderes Jnteresse. 3n das Dickicht des troviscken Waldes, der durch seine blattreiche Pflanzenwelt so vielerlei Thiere ernährt, ihnen Schutz und Lager gibt, wird ein Büffel geführt. Diesen kennen die zahmen Waldthiere als Harmlos, die wilden, wie die Panthzr, lockt er, und dem Jäger gibt er durch seine große Gestalt Deckung. Damit der Büffel aber in dem tiefen nächtlichen Schatten dieser Urwälder bemerkt werden kann, wird e erleuchtet. Dies geschieht durch ein korbartiges Geflecht oder einen Kasten, welcher nach einer (Seite offen ist. In dieser Vorrichtung brennen Fackeln, die nur das Licht durch die offene Seite in den Wald 'werfen, während die Jäger im Dunkein bleiben. Das Licht lockt zugleich die Waldthiere an. So ganz leicht ist dies Jagen zur Nachtzeit mit dem Büffel jedoch nicht. Die Fackeln bringen naturgemäß Feuersgefahr mit sich, eine Unmasse von Nachtfaltern stürzen sich auf dasFeuer, verlöschen dies mitunter durch' ihre Menge oder entzünden es durch ihre öligen, schnell ausdörrenden Körper zu großen Lohen, die den Büffel, wild machen und dadurch die Jäger in große Gefahr bringen. Unvermuthet springen auch Leoparden die in diesem Augenblicke beschäftigten Jäger an, und dann ist der betreffende auch meist verloren. Dergleichen Unfälle schrecken jedoch die Jäger nicht ab, mit demBüffel zu jagen. Dies geht auf folgende Weise vor sich. Der mit dem Korbe oder Kasten ausgerüstete Büffel wird Abends in den Wald geführt, ihm eine große Glocke umgehängt und mit dieser geläutet. Das schreckt die Thiere auf. Nun wird die Fackel angezündet, und gebückt hinter dem runden Leib des Büffels lauern Führer und Jäger. Bald tauchen auch durch denLärm und das Licht angelockte Thiere auf, Hirsche, Wildschweine und die großen katzenartigen Thiere. Der Glockenklang macht sie neugierig, das Licht verdutzt und blendet sie. Das Wild steht da und lauscht und starrt auf das Feuer. Diesen Moment benutzen die Jäger zum sicheren Schuß. Ist die Beute geholt, wandert der Jäger mit dem Büffel zu einer anderen Stelle d.'s Waldes, wo seine Erscheinung dann noch neu ist. Es macht einen seltsamen Eindruck, solch einer Jagd beizuwohnen. Da5 mächtige phantastische Blätterwerk des indischen Waldes hat in der röthlichen, schwankenden Fackelbeleuchtung etwas Schauerlich - Gespensterhaftes, die aufgescheuchten Vögel, Affen und die zahlreichen anderen Thiere, welche in den Vaumzweigen sich aufhalten, flattern, kreischen und schreien über den Köpfen der Jäger, und in dem Lichtkreis schleichen und huschen die Jagdthiere. Besorgt. Vesuchcrin: Geben Sie dem Dienstmädchen denn aar kein Fleisch? Hausfrau: Nein; de: Vater ist nämlich Schlächtermeister, und da kriegt sie zu leicht Heimweh! A wg e w a n d t e r F ach a u sd r u ck. Fremder: Gehört. die Dose dem Wirth? Justizrath:' Nein, mir, aber ich habe den Gästen das Nießbrauchsrecht eingeräumt. Zarter Wink. Lieber Karl! Komme doch heute Abend bei mir Ick erwarte Dir bestimmt. Gruß und Kuß Deine Pauline. P. 8. Der Fettfleck is von eene Jänseleberpastete." Die Altsitzerwittwö Frau Euphrosine Meyer in Hohenkirch, Westpreußen, ist Mutter von sie ben ehemaligen preußischen Soldaten, darunter drei Kriegsveteranen. Kürzlich versammelten sich die sieben Söhne zur Feier des 83. Geburtstages ihrer Mutter. Ausrede. Mechanik - Professor: Diese Lokomotive haben Sie nicht richtig gezeichnet. Der Kamin gehört weiter nach vorn, die Räder sind zu eng beisammen und das eine Ventil hier fehlt ganz! Schüler: Ich habe sie eben gezeichnet, wie sie nach einem Zusammenstoß aussehen würde. EininderNähevonClint o n v i l l e, Wis., wohnender Farmer erschoß vor einiger Zeit einen an der Wasserscheu leidenden Hund. Eines seiner Pferde erkrankte dann an der Tollwuth, nachdem es von dem Hunde gebissen worden war, unb griff das andere Pferd im Stalle an. Letzteres erlitt böse Bißwunden. Das zuerst erkrankte Pferd verendete nach zweistündigem Leiden unter allen Symptomen der Hydrophobia. Als eine Folge der si oc u m"-Tragödie wird es bezeichnet, daß auf einem der Sunddampfer ein Mann angestellt ist, der weiter nichts zu thun hat, als im Rauchzimmer darauf zu achten, daß Zündhölzer, brennende Cigarren und Cigaretten kein Unheil anrichten. Wenn Passagiere Zündhölzer n. s. w. wegwerfen, so muß er darauf sehen, daß sie auch wirklich erloschen stnd. Der Posten wurde fast unmittelbar nach der S!o cum"-Katastrophe geschaffen.

D r V'tller als Vlllenbefitzer.

Die berufsmäßigen Bettler in den großen Städten, haben sich nicht selten emen sicheren Kundenkreis errungen, den sie mit der Regelmäßigkeit eines Geschäftsreisenden besuchen jeden Tag ein anderes Stadtviertel. So kam in Wien zu der Wittwe eines hohen Beamten jede Woche ein Bettlersonderling. Da er ihr einmal geklagt hatte, daß sein schwacher Magen das Zehnte" nicht vertrage, vermied sie es, ihm Eßwaaren anzubieten, sondern gab ihm jede Woche ein Zwanzighellerstück, und zwar, so oft es anging, eigenhändig, wofür sie stets einige freundliche Dankesworte und zwischen Thür und Angel einige neueste Erfahrungen" des Alten zu hören bekam. Sechs Jahre währte diese angenehme Geschäftsverbindung". ' Da ging eines Tages die Dame auf die Sommerwohnungssuche. Eine Freundin hatte ihr - einen nordwärts von Wien gelegenen, in etwa einer Stunde zu erreichenden Ort angerathe'n. Sie fand nicht bald, was sie wünschte. Schließlich gelangte sie an ein ziemlich abseits gelegenes, aber nettes, landhausartig gebautes Häuschen mit großem Garten, entdeckte an der Eingangspforte den Zettel: Wohnung zu vermiethen", und trat ein. Ein älteres, bäuerlich gekleidetes Weib empfing sie. Ob die Wohnung zu sehen sei und was sie koste. Ja, darüber müsse mit dem gnädigen Herrn verhandelt werden. Augenscheinlich schlafe der gnädige Herr, und es würde sich also empfehlen, in etwa einer Stunde wieder vorzusprechen. In einer Stunde ist die Dame wieder da, wird in ein überaus nett ausgestattetes, zur Sommerwohnung gehöriges Zimmer geführt und gebeten, zu warten, der gnädige Herr werde gleich kommen. f Kurz darauf ixai der gnädige Herr ein, ein goldgesticktes Käppchen auf dem Kopse, das allerdings nur wenig zu dem feinen schwarzen Gehrock paßte. Er zog das Käppchen, schritt vor und taumelte plötzlich zurück. Nicht minder erschrocken war sein Gegenüber, die Dame. Vor ihr stand ihr" Bettler! Wortlos starrte sie ihn an. Der Greis, zum Erschrecken blaß, faltete die Hände und ächzte: Um Gotteswillen, gnä' Frau, verrathen S' mich nicht. Ich bin fünfundsiebzig Jahr !" Die Dame hat den Alten nicht verrathen, erzählte aber, 'allerdings ohne Namens- und nähere Ortsangabe, ihr ebenso wahres, als verblüffendes Abenteuer.

Zu den seltsamen Geschmacksverirrungen, dlnen man in London immer wieder begegnet, gehört, wie von dort v::ichlct' wird, jedenfalls auch die englische und besonders die schotti'che Vorlikbc für den Dudelsack. Dieses Instrument kommt neuerdings hier so sehr in Mode, daß man kaum mehr ausgehen oder ein Fenster öffnen kann, ohne die entsetzlichen Töne zu hören, die manche Menschen diesen Instrumenten entlocken können. Dudelsacklehrer sind gegenwärtig außerordentlich gesucht und werden sehr hoch bezahlt.besonders wenn sie das schottische Nationalkostüm tragen. Uebrigens soll es durchaus nicht leicht sein, das Instrument zu spielen, und jedenfalls viel schwerer als Klarinette, Flöte und dergleichen mehr. Das hindert aber die Leute durchaus nicht, wenigstens zu versuchen, ob sie es nicht auch erlernen können, und bei diesen Versuchen sind sie meist so schrecklich standhaft, daß man schier verzweifeln könnte. In Concerten darf ein Duselfacksolo schon längst nicht mehr fehlen, und der Bläser kann stets sicher fein, daß ihm von dem Publikum eine ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ein merkwürdiger Kranheitsfall ereignete sich letzter Tage in Wien. Der 19jährige Jüngling Weiß erkrankte scheinbar am Typhus; die Aerzte constatirten aber, es sei kein Typhus, weil Hautveränderungen eintreten, die Typhus ausschließen. Alle Capazitäten vereinigten sich zum Consilium, sie waren rathlos und mußten den Kranken hülflos sterben lassen. Der Hausarzt wurde nunmehr von der M.ltter des Todten ersucht, eine Obduktion der Leiche vorzunehmen. Sie ergab, daß Weiß an einer gänzlich unbekannten Erkrankung der Blutgefäß? gestorben sei, die mit den durch die Wissenschaft erforschten BlutkranZh-'ilen nichts gemein hat; Ursache und Wesen sind bis jetzt vollständiges ' Geheimniß. Als der chinesisch -japa-Nische Dampfer Shimosa" kürzlich nack dreimonatelanger Fahrt in den New Yorker Hafen einfuhr und gerade dex Lootsen an Bord genommen hatte, kreuzte zwei Meilen östlich von Sandy Hook ein 60 Fuß langer Walfisch seinen Bug. Die Shimosa", welche eine Ladung von 8000 Tonnen an Bord hatte und mit einer Schnelligkeit von 132 Knoten fuhr, krachte mit furchtbarer Wucht gegen den Walfisch an, so daß das ganze Schiff erzitterte. Das Thier tauchte unter, und Alle glaubten, daß es getödtet worden sei. Das Erstaunen war aber groß, als der Walfisch plötzlich wieder an die Oberfläche kam und. scheinbar unverletzt, einen mächtigen Wqsserstrahl in die Luft sandte.

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Haus, Hof und Plnd 4-M":-;--!-!-!- . . . . K-I-I-M-Härten von Stahlwerk-" zeugen in Karbolsäure. Zum Härten von stählernen Werkzeugen wird die käufliche Karbolsäure empfohlen. Ohne daß die Härte geringer wäre, als die von in Wasser gehärteten Stücken, ist dieLlastizität und Zähigkeit wesentlich großer. Sardellenrühreier. Fünf große Sardellen werden entgrätet, fein gewiegt, mit zehn qanzen Eiern und zwölf Löffel kaltem Äüasser tüchtig gequirlt und in brauner Butter gar gerührt; nach Belieben kann man auch mehr Sardellen nehmen. Mit Brat kartoffeln servirt, gibt dies eine schöne Speise. Kräutersauce zu Rindfleisch. Man nimmt Schnittlauch. Porree, Dill, Estragon, Petersilie, zwei hartgekochte Eier und saure Sahne. Man wiegt zuerst die Kräuter ganz fein, dann gibt man das Eiweiß gewiegt mit in die Kräuter hinein; h'.erauf werden die Dotter mit feinem Oel verrührt und die ganze Masse mit Essig, Pfeffer, Salz und saurer Sahne glatt gerührt. Schimmelflecke am Led e r. Wenn sich im Sommer bn großer Hitze Schimmelflecke z. B. an Stiefeln zeigen, so entfernt man die Flecke am besten mit Holzessig. Man überzieht einfach dieselben mit Holzessig, welcher vom Leder begierig verschluckt wird. Selbstverständlich ist es nöthig, ste von dem übrigen unangesteckten Lederzeug sogleich zu entfernen und gut durchzulüften. Schläucheflicken. Besch'ädigungen des Schlauches beim Spritzen werden am einfachsten mit einem Leinenverband geschlossen. Die Leinwand zieht sich durch die Nässe schon von selbst zusammen, was bei Gummistoff oder vielleicht geöltem Stoffe nicht der Fall ist, dann aber verbindet sich bei Nässe kein Gummistoff, deshalb ist die erste Bedingung solcher Verbände vollständige Trockenheit, dann aber auch Reinlichkeit." zu welchem Zwecke ja auch Fahrradreifen an den Ausbesserung stellen mit Benzin gereinigt werden. Enten. Man schlachtet dieselben am besten im Aller von sechs Monaten bis ein Jahr. Junge Enten erkennt man an den hellgelben Füßen und Schnäbeln, bei clten sind sie dunkelgelb. Am besten schmecken die Enten vom August bis Dezember. Wilde Enten stnd jung am besten. Ihr Fleisch geht rasch in Fäulniß über und ist dann unbrauchbar. Man untersuche daher bei dem Einkauf die Wildente am Unterleib, ist die Haut noch fest und weiß, so ist die Ente frisch und gut, ist sie aber grünlich, weich, aufgelöst, so ist bereits Fäulniß eingetreten und sie daher verdorben. Den besten Geschmack haben die Enten während der Getreideernte. Natron, doppelkohlensaures, ist in jeder Haushaltung vielfach nützlich. Es darf jedoch nur mit großer Vorsicht angewendet werden. Quirlt man im Sommer z. B. eine ganz kleine Messerspitze voll Natron in Milch oder Sahne (ein Quart) die man abkochen will, so wird dieselbe nicht gerinnen. Hartes, zähes Fleisch, altes Gemüse wird schneller weich durch Anwendung von Natron, nur darf man ja nicht zu viel nehmen, sonst erhält, das Gericht einen unangenehmen Seifengeschmack. Bratensauce bräunt sich schnell, wenn man eine halbe kleine Messerspitze voll Natron hinzufügt. Auch saur:s KcmPott, welches schon viel Zucker verbraucht hat, wird schon durch eine ganz kleine Dosis Natron milder. Als wirksam gegen Leb e r f l e ck e hat sich Meerrettig erwiesen, den man kleingeschnitten in eine Flasche bringt und mit starkem Essig übergießt; gut verkorkt, vergräbt man die Flasche in der Erde, aus der man sie nach 14 Tagen hervorholt; mit der Flüssigkeit reibe man die Leberflecke wiederholt ein. Ein anderes bewährtes Mittel ist solgendes: 15 Gramm weiße Nieswurz wird kleingeschnitten und mit 1 Pint reinem Kornbranntwein Übergossen, acht Tage lang, wohlverkorkt, an die Sonne gestellt und bisweilen umgeschüttelt. Mittelst eines Schwämmchens befeuchtet man die braunen Stellen mit der Flüssigkeit, reibt dann mit der flachsn Hand etwas fest so lange darauf, bis die Flecken trocken sind, worauf 'dieselben sich abreiben lassen; nach acht Tagen wiederholt man das Verfahren, bis die Fleckcn verschwunden sind. Lammfleisch in Sauerampfersauce. Sechs Personen. Zweieinhalb Stunden. Das in schöne Stücke zerlegte Lammfleisch wird in Salzwasser nebst etwas Wurzelwcrk langsam gar gekocht. Zur Sauce nimmt man einen gehäuften Suppenteller frische Sauerampferblätter, verliest und wäscht sie, kocht sie schnell in ein wenig Salzwasser ab, drückt sie aus und hackt sie nebst etwas Schnittlauch recht sein. Dann läßt man in einer Kasserolle 1 bis 2-Unzen Butter zergehen, gibt den gehackten Sauerampfer dazu, läßt ihn unter beständigem Rühren darin gar dämpfen, gibt von der Brühe, in der das Lammfleisch gekocht wurde, dazu, bindet die Sauce mit etwas in Butter" hellgelb gedünstetem Mehl, würzt rnii Salz, nach Geschmack mit einigen Tropfen Citronensaft und 10 bis 12 Tropfen Maggis Würze, und gieß! die Sauce über das Fleisch.