Indiana Tribüne, Volume 27, Number 287, Indianapolis, Marion County, 26 July 1904 — Page 1
X O CO fssessysieosscsn Tage und $ t 1 S S -sCy: C o 'vr S (saac unö .f $ 5ottntag5blatt SlOcim; Woche. 1 I I n) " 1 V 1 I VF I - r rotmtajsblait 8 & l()(f per Woche. 5 J 5 TsSSS5SSV5V55s V U" k ixyjwv LSSSLVTV, Erscheint Zeden Nachmittag. Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Dienstag, 26. Jnli 1904 No. 237.
cn.,.
"" 'sp'
rK
MW
JJJ
f JX
Entsetzliches Unglück. Straßenbahn und Pcrsoncnzng kollidieren an der Washington und Missouri Staßc.
Zwei Personen getödtet, eine große Anzahl mehr oder minder schwer verletzt.
Geyern Abend kurz nach 6 Uhr er eignete sich an der Washington und Missouri Straßenkreuzung ein schauer, licher Unglückssall. Der südlich sah. rende Personenzug der Big Four Bahn rannte mit Wucht in die im Begriffe die Geleise zu kreuzende Blake Straßen-bahn-Car No. 614 hinein. DaZ vor dere Ende des Straßenbahn-Wagens wurde völlig demolirt. Zwei Personen verloren bei diesem Unfälle das Leben, eine stoße Anzahl anderer wurden mehr oder weniger ge fährlich verletzt. Die Todten sind: Sam. Ro man, ein weißer Mann, ein Arbeiter, 1503 Montcalm Str. der etwas über 40 Jahre alt sein kann. Eine farbige Frau, die als Frau Wm. I. Harris, 432 Hiawatha Str. ideniifizirt wurde. Die Verwundeten sind: Helene Men denhall, 1505 Montcalm Str., 3 Jahre alt, wurde schwer zerschunden in's Hospital üdersübrt. Ihre Verletzungen find nicht unbedingt gefährlich. W. R. Shannon, 322 N. Senate Avenue, wurde am Kopfe verletzt, jedoch nicht gefährlich. George H. Atkins, 2540 Nord Alabama Str. wurde am Knie, sowie auch am Kopfe verletzt. Mamie Otwell, 1113 Harlan Ave. wurde in's Hospital überführt, da sie außer einer Kopfwunde auch noch schwere Quetsch ungen davontrug. ' Frau A.M Logan, 886 W. Walnut Str., war durch den Anprall besinnungöloZ geworden und wurde so in ihre Wohnung überführt. Joseph A. Moorman, 1336 Silber Avenue, erlitt schmerzliche, jedoch nicht unbedingt gefährliche Verletzungen am Kopfe. Katie Ward, an Washington nahe Missouri Straße wohnhast, wurden verschiedene Zähne ausgeschlagen und außerdem erlitt sie noch schwere Wunden im Gesicht. Es sind Zweifels ohne noch mehr Leute verletzt, jedoch wurden dieselben durch Privatfuhrwerke in ihre Wohnungen überführt, ehe es gelang, die Namen und die Art der Verletzungen festzustellen. , Wie sich der Unglücksfall ereignete, darüber gehen die Meinungen weit au-einander. Ein paar Augenzeugen hatten ihre eigenen Ansichten. Während einzelne derselben sagten, daß der (Xonducteur dem Motormann das Signal zum Weiterfahren gab, sagten andere, daß der Motorman ohne das Signal über die Strecke zu fahren versuchte. Noch wieber andere Augenzeugen behaupteten, daß der Wagen auf den Schienen weiter glitt, trotzdem der Motornier die Bremse angesetzt hatte. Wie dem nun auch sei, erwiesen ist, daß der Straßenbahnwagen auf das Eisenbahngeleise gerieth, von dem Züge getroffen und zur Seite geworfen wurde. Frau Agnes Erane, die sich im Vor derende des Straßenbahnwagen befand, sagte aus, daß ihrer Ansicht nach Straßenbahn und Eisenbahn beide zu gleich die Kreuzung zu überfahren der suchten, denn beide fuhren mit großer Geschwindigkeit aufeinanderloZ. Sowie sich der Zusammenstoß ereignete, er schallten die Hülferufe der Verwunde ten und in wenigen Minuten waren Hunderte von Leuten zur Stelle1 die sich entweder am Rettungswerke be theiligten, oder als Gaffer im Wege standen. Zinnen fünf Minuten nach der Eol lision war die DispensariumsAmbu länz zur Stelle und sofort wurden die Todten . und Verletzten durch dieselbe ihren Bestimmungsorten zugeführt. Auch Superintendent Krüger mit einer
Anzahl Polizisten erschienen auf der
Unfallstätte, um die inzwischen zu Tau senden angewachsene Menschenmenge im Zaume zu halten. Die Mehrzahl der Passagiere des Straßenbahnwagens be fanden sich auf dem Heimwege von der Arbeit. Für eine geraume Zeit stockte der Verkehr auf der Westseite, weil eben die verunglückte Ear den Weg versperrte und die von den anderen Cars unter nommenen Versuche dieselbe wieder aus's Geleise zu bringen, sich fruchtlos erwiesen. Zuletzt gelang eS, nachdem zwei Arbeitszüge angelangt waren, die demolirte Car vorläufig auf die Seite zu werfen und den Verkehr wieder auf neomen zu iam. Wahrend am Schauplatze des Unglücks die nach Tausenden zählende Menge den Berge Arbeiten zusah, hatte sich im städtische Todtenhause, wo die Leichen aufge bahrt, lagen, gleichfalls eine Menge Leute angesammelt, die sich bemühten. die Leichen zu identisiziren. Verschie dene Vermutbunaen. wer die Todten seien, wurden ausgesprochen und voi einzelnen Leuten wurden beide positiv identisizirt, Nachforschungen jedoch er gaben, daß dieselben alle auf Irrthum beruhten. Zuletzt kam ein Farbiger, Wm. I. Harris, der beim Anblicke der inzwischen etwas hergerichteten. Leiche der farbigen Frau, dieselbe positiv als seine Gattin identisizirte und dieselbe durch denZ farbigen Leichenbestatter Willis abholen ließ. Harris war positiv in der Jdentisi cation und so auch der Leichenbestatter, sowie auch noch ein mit den beiden her beigceilter Freund der Familie. Die Unglücksstelle ist eine der gefährlichsten Eisenbahnkreuzungen unserer Stadt. Hohe Gebäude auf jeder Seite der hindern den Ausblick auf die Geleise und die Bewohner der Umgegend sag ten, daß sie in beständiger Aufregung leben. Von allen Seiten hörte man Klagen über die Nachlässigkeit der zu ständigen Behörden, die es nicht durch, zusetzen verstehen, daß die Geleise zum wenigsten auf den gefährlichsten Stel len hoch gelegt würden. Ein Hoch bahnsystem ist was Indianapolis der langt, sagte ein Mann, der auf der verunglückten Car ein Passagier war und e5 scheint fast, daß nach diesem Unglücke keine weiteren Beweise noth wendig wären. Al. Morman war der Motor führer und Louis Alexander der Conductor der verunglückten Car. Der Conductor des Personenzuges war A. Conley, der Lokomotivführer H. Higgs, 1150 Spann Ave. und der Heizer war Jas. Cavanaugh. Nachträglich wurden noch folgende Personen als bei dem furchtbaren Un glück Verletzt angemeldet : Adie Bur ris, 522 Patterson Str., innerlich verletzt ; Peter Speltz, 1021 W. Wal nut Str., Quetschungen ; Frau Alice Perry, 406 W. New York' Str.,' Quetschungen und innere Verletzun. gen, theilweise gelähmt ; George Whit lock, 1015 Rhode Island Str., Arm und Kopf geschunden ; Benj. P. Jones, 513 Blake Str.. Rippen ge brachen, Schulter, Arm' und Beine verletzt, außerdem innerliche Ver letzungen. Dies bringt die Liste der bekannten Verwundeten jetzt auf 13 Personen. ' Heute Morgen um 10 Uhr begann Coroner Tutewiler mit dem Verhör der Augenzeugen des schrecklichen Unfalles, um die verantwortlichen Personen fest zustellen. Die wichtigsten Zeugen werden zuerst verhört.
Großpapa Adolph Baur
Von seinen Mitarbeitern der Tribüne" zu seinem 70. Geburtstage gefeiert. Heute Morgen wurde Herr Adolph Baur, ein Angestellter der Tribüne" von seinen Mitarbeitern und College in angenehmer Weise überrascht. Der selbe beging nämlich seinen 70. ' Ge burtstag und als um drei Uhr Mor genZ die Arbeit beendet war, wurde er in das RedaktionSzlmmer gerufen, wo selbst er die Glückwünsche der anwesen den Redakteure empfing; während dessen waren die Schwarzkünstler eifrig be müht, seineArbeitöstütte schön mit Topf gewächsen und Blumen aukzuschmücken. inmitten dieser wurde eine gedruckte Glückwunsch-Adresse, mit den Namen sämmtlicher Betheiligten unterzeichnet, angebracht. Nachdem Herr Baur zurückkam, ver sammelten fich sämmtliche Angestellte am Eingange deS SetzerLocalS und unter den Klängen eines von Herrn Herm. Borchert auf der Zither vorge tragenen Marsches, gruppirten sich Alle in Reih' und Glied und marschirten auf Herrn Ad. Baur'S ArbeilSstätte zu. Hierauf hielt Herr Rich. Hinze eine kleine, zu Herzen gehende Ansprache, in welcher demselben recht viele Jahre guter Gesundheit und einträglichen Zu sammenwirkenS gewünscht wurde; als dann überreichte er dem Geburtstags kinde einen schönen Spazierstock mit goldenem Knopf, in welchem folgendes eingravirt ift: Zum 70. GeburtstageAdolph Baur am 26. Juli 1904. Herr Baur war sichtlich überrascht, daß er nur einige Worte des Dankes erwidern konnte. Nachdem jeder Einzelne seine herzlichste Gratulation und die besten Glückwünsche dargebracht, schloß die kleine, aber imposante Feier. Herr Baur wurde am 26. Juli 1834 in Stuttgart geboren. Im Jahre 1853 kam er nach Cincinnati. O., und kam 1867 mit dem Spottvogel nach Indianapolis. Er setzte die erste Nummer deS Blattes zusammen. 1863. gründete er eine Tanzschule zu Gunsten deS Indianapolis Turn Vereins" und im Jahre 1869 half er den Schwaben'Verein" ins Leben rufen. Schiller-Loge No. 381, D. O. H. Groß'Barde Christian Orthwein iw stallirte in der gestern Abend abgehal tenen Versammlung der SchillerLoge No. 381 (Deutscher Qrden der Haru gari) folgende Beamte: ExBarde Conrad RieS. Ober-Barde Jacob Schmitt. Unter-Barde Joseph Pflüger. Schatzmeister Charles BaaSke. Sekretär John Dietz. Führer John W. Wörner. Innere Wache Gottlieb Camp haisen. Aeußere Wache Hy. Wischmeyer. Die Loge hat im letzten Halbjahre einen guten finanziellen Erfolg gehabt. Sonntag, den 6. August, findet eine Groß'LogeN'Sitzung in der Harugari Halle. statt, welche sehr interessant zu werden verspricht. Selbstmordversuch. Annie Scott, 751 West North Str., versuchte hente Morgen durch Einneh men einer großen Dosis Laudanum sich aus der Welt zu sHaffen. Der schleu nigst herbeigerufene Dr. Reed vom Dispensarium brachte sie unter An Wendung der Magenpumpe und Gegen gifte jedoch nach harter Arbeit wieder auf die Beine. Sie nahm das Gist in selbstmörderischer Absicht. ! m Beim Fischen ertrunken. P iercev ille. 25. Juli. Ge stern ertrank im Langhery Creek beim Fischen der 26jährige Clarence Dennis von hier in einer Tiefe von nur 3 Fuß, ohne daß ihn feine Genossen, die nicht weit von ihm ebenfalls mit Fischen be schäftigt waren, retten konnten. Den niS hatte kaum das Wasser betreten, als er von Krämpfen befallen wurde und untersank; seine Leiche wurde ge borgen. '
Indianapolis Deutsche Gegenseitige Feuer-BersichernngS Gesellschaft.
Das Directorium obiger F',nerVer ficherungs.Gesellschaft organifirte sich gestern Abend und erwählte folgende Beamte: Präsident Albert Sahm. Vice.Prüsident August Woerner. Schatzmeister August Aldag. Sekretär Fräulein Charlotte Din kelaker. VersicherungS Comite Charles Nuerge, F. Michaelis, ChaS. Balke. Inspektor George Krause. Die Spieler" im Arbeltshanfe. Die nach dem ÄrbeitShause gesandten Spieler sind jetzt emsig an der Arbeit. Zwei derselben fahren Steine, während die anderen beiden Kartoffeln zu schälen und im Keller zu helfen ha ben. Nach fünf Tagen werden sie ihre Freiheit wieder erhalten. Daß ihnen die Geschichte dort nicht gefällt, läßt sich denken; zu sagen haben sie aber nichts, sie lassen sich in keine Conversa tionen, weder mit ihren Mitgefangenen noch mit Anderen, ein. Pensionen für Jndiana. John D. M. CrutS, $12; Adam Stolz. 810; Silvanuö Furrow, $12; JameS Bradley, 810; James C. Knox. 812; Jamcs F. McDorman, 83; Wil son Wells, 810; William Money, 810; Len Crabill, 812; William T. Purviance, 812; William S. Davis, 810; William R. Reed, 812; Gideon Aylie, 812; Solomon Shrock, 810; Martin V. Watson, 814; James W. Bucks, 814; Albert A. Demoney, 812; Elbert Cooper, 814; Michael Vogel, 812; William Cory, 812; George W. Crane, 8l2;, Charles F. Post, 812;' Cornelius FieldS, 812. MonatSversammlnng der Damen vom Sudseite-Tnrnverein. Der DameN'Verein. des Südseite Turnvereins hält heute Abend seine MonatZversammlung ab und werden die Mitglieder um zahlreiches Erscheinen gebeten. Die Jnnes Concsrte. Ein zahlreiches Publikum wohnte gestern beiden Concerten der berühmten Jnnes Kapelle im herrlichen FairBank bei, und bezeugte durch rauschenden Beifall seine Anerkennung für die musikalischen Genüsse. Für heute Abend find folgende Programme fest gesetzt: Abends. 1. Theil. !. Ouvertüre Hamlet" (Neu) Gade. 2. .Dance of the Skeletons" St. Saens. z. Zwei Lieder ohne Wortt. a) Barcarolle, t) wSpring"..Mendelssohn 4. Ouierture Sakuntala" Goldmark, 2. Theil. 1. Ouvertüre Yeomen of the Guard" ... 2. Sacred Ari The Lost Chord". Cornet Solo by Kryl. z. Potpourri Patience" 4. Song A Merry Zingara" Mrs. Partridge. 5. Scenes from The Mikado" I m ottlf cb L eukhardt, Die gemüthliche Ecke," Ecke Noble und Market Str Feuer. Kurz Vor 7 Uhr heute Morgen' rief ein Alarm die Feuerwehr nach dem südöstlichen Theile der Stadt, wo ein Feuer die beiden Wohnhäuser 1304 Naomi Str., Carl Dierking, und' 1302 Naomi Str., Carl Mallenkamp qcd rig. einzuäschern drohte. Nach harter Arbeit gelang eS, das Feuer auf seinen Heerd zu beschränken. Der TotalVer luft wird sich auf etwas über $1000 belaufen, wovon auf Dierking's Eigenthunr annähernd $750 entfallen wer den. -
Stenerrate wird höchftvahrschein-
llch nicht verändert. Mayor Holtzman spricht fich in Be zug auf die Steuervorlage für 1905 dahin aus, daß er nicht glaubt, daß irgendwelche Abänderungen in der 82c Auflage gemacht werden. Die Stadt nimmt beständig an Größe und Ein wohnerzahl und mit. dem Wachsthum vermehren fich natürlich auch die Aus lagen. Bis zum September beabsich tigt er die Berichte der verschiedenen Departements nachzusehen und dann wird er mit dem Stadt Comptroller die Auflage für das nächste Jahr be sprechen und ausarbeiten uirt auf diese BastS hin wird die Taxe Auflage berechnet werden. Der Mayor glaubt nicht, daß eine Erhöhung der Steuerrate nothwendig sein wird, daß aber eine Ermäßigung stattfindet, läßt sich auch nicht erwarten. Nur für politische Effekte, sagt der Mayor, werden keine temporären Reduktionen gemacht. Polizeiliches Allerlei. Heute Morgen kurz nach 8 Uhr lief in der Polizeigation die Nachricht ein, daß ein Knabe an der Blackford Str. durch einen Revolver fchuß schwer verletzt sei. Die angestellte Untersuchung ergab, daß eine Anzahl Knaben in dem unbewohnten Hause, 203 Blackford Str. gespielt, und dort einen kleinen Revolver gefun den hatten. Ein vor der Thüre deS Hauses sitzender Mann von etwas über 21 Jahren, nahm die Waffe, in die Hand, zog den Drücker und schoß dem 150 Geisendorf Str. wohnenden Kna ben Harry Golder eine Kugel durch den Obertheil des ÄrmeS, eine schmerzliche Wunde verursachend. Der Mavm, ben die Junaen leider nicht kannten. machte sich sofort auS dem Staube. Die herbeigerufenen Radlerpolizisten Morgan & Samuels mußten sich vor läufig mit der Feststellung der Thatfachen begnügen. , Harry O'Brien, 617 Senate Ave., wurde wegen 'Perfonification eines Beamten mit $5.00 und Kosten be dacht. Er hatte sich das Schild eines Straßenbahnbeamten angesteckt und den Farbigen Caß Johnson unter der An gäbe, er sei ein Polizist, verhastet. O Arten stellte die bacge als emen im Dusel begangenen Spaß hin, Richter Whallen jedoch schien auf irgend welche Weise den Spaß nicht zu ver stehen und verdonnerte O'Brien. Harry Quisser, ein Wirth, und sein Kellner Albert Gubinsky, wurden durch Polizisten Rankin & Lee wegen Sonn tagsausschankes verhastet. JameS Flicker aus Chicago wurde gestern im Polizeigerichte mit S5 und Kosten wegen Trunkenheit bestraft. Jedesmal wenn ich nach Indianapolis komme, sagte er, werde ich beraubt. Richter Whallon gab ihm den Rath, eutweder den Wirthschaften oder sonst Indianapolis auszuweichen. Frau Harriett L. Betts und ihr drei Jahre altes Kind wurden im Stadthospitale untergebracht. Sie war mit ihrem Manne auf der Reife nach St. Louis gewesen, in Salem JllS. jedoch, hatte er sie sitzen lassen. Sie war von dort nach Jndiana zu Fuß gewandert und hatte schon ver schiedeneMchte unter freiem Himmel geschlafen. Sie gab. der Polizei eine Schilderung ihrer Leiden während ihrer Wanderschaft und dieselbe sorgte sür ihre Ausnahme ln'S Hospital. W e g e n B e r l e tz u n g der Fahr ordinanz wurde gestern Robert H. Häßler, 23 West 13. Str. verhaftet. Er foll mit seinem Automobile zu schnell durch die Straßen gejagt sein. Wm. M itchell, ein Kellner, 26 KansaS Str., wurde wegen Ver tretenS deS Nlckolson . Gesetzes ver haftet. Vergiftete gerettet. M u n c i e , 25. Jut?. Aus Angst vor mehreren gegen sie schwebende Ge richtSsachen nahm die 25jährige Frau Minnie Abbshire Psund Pariser Grün, um ihrem Dasein ein Ende zu machen, doch gelang es den Bemühun gen der Aerzte, .sie am Leben zu er halten. ' v
Nachrichten aus Jndiana.
S t a r b u ck - ff a l l s5eint aufgeklärt; uweroen. GreenSboro, 26. Juli. Nachdem er jetzt, schon seit über eine Woche im Gefängniß gesessen, hat Haley Gipe eingestanden, daß er etwaS über den Starbuck Mordfall weiß. Gipe bestreitet, daß er etwas mit dem Mordfall zu thun hatte, sagt aber uuö, daß William Lockridge und noch ein anderer Mann, dessen Namen an zugeben, er sich weigerte, ihn aufforder ten, an dem Tage mit ihnen zusammen die Starbuck'Familie zu berauben. Er gestand, daß sie wußten, daß Starbuck ein paar Tage vorher eine Partie Schweine verkaufte und daß das Geld im Haufe aufbewahrt wurde. Sie wußten, daß er mehrere Hundert Doll. im Hause hatte und daß eS eine Leichtig keit wäre, das Geld während StarbuckS Abwesenheit zu erbeuten. Auch wußten sie, daß Starbuck jeden Samstag seine älteste Tochter zu seinen Eltern brachte, damit sie am nächsten Morgen die Sonntagsschule besuchen konnte. Er sagte, daß die beiden Männer ihm er klärten, daß Frau Starbuck und ihr jüngstes Kind allein im Haufe fein würden und daß dann die günstigste Gelegenheit sich bieten werde, den Raub auszuführen. Die Abficht war, Frau Starbuck in Angst zu jagen und das Versteck des Geldes von ihr zu erforschen. Die Absicht, sie zu ermorden. war nicht besprochen. Gipe sagt, daß er sich weigerte, an - dem Raube sich zu betheiligen, gestand aber, daß er Ver schwiegenheit gelobte. Am Abend der That, sagt Gipe, begab er 'sich früh zu Betts und weiß von den Vorgängen nur das, was er gehört habe. Er sagt, ferner, daß es möglich ist, daß die beiden Männer die That allein aussührten, daß Frau Starbuck mit Enthüllungen drohte und daß sie dieselbe aus dem Wege schaff ten, um ihrer Verschwiegenheit gewiß zu sein. Obgleich Gipe eö positiv ver neint, an dem Mordfalle betheiligt ge wesen zu sein, haben die Behörden den noch, wie eS scheint, Beweise, daß er nicht zu Hause war. Lockbridge wurde verhaftet, weil er eine alte Strafe noch nicht bezahlt hat und wird festgehalten, während die Untersuchungen mit ver doppelter Energie fortgesetzt werden. Mann mit Frau und zwei Kindern heimlich abgereist. M i s h a w a k a 25. Juli. Seit einigen Tagen ist der geachtete Fabri kant Lee W. Williamson von hier ver. schwunden und sind zu gleicher Zeit seine Frau und zwei Kinder heimlich abgereist. Williamson soll geflohen sein, um einer Untersuchung aus dem Wege zu gehen. James Weikel von Elkhart behauptet, daß Williamson seit drei Jahren mit seiner Frau lebe, die ihm davongelaufen sei, und war im Begriffe, denselben verhaften zu lassen. Gegner des demokrati s ch e n T i ck e t s. Richmond, 25. Juli. Die New Garden Stadtgemeinde ist ein großer Anhänger der freien Silber Währung und befindet fich in offenem Aufruhr gegen die in St. Louis No minirten. ' Die Demokraten dieses TownshipS waren einstimmig für Hearst und ha ben offen erklärt, daß sie das demokra tische Ticket nicht unterstützen werden. Suchte ihren Mann zu morden. E v a n s v i l l e , 25. Juli. Frau Evelyn Pitt, 'Mutter von 6 Töchtern, drang gestern in das Zimmer ihres schlafenden ManneS ein, versetzte ihm mit einem Hammer mehrere Schläge auf den Kopf und brachte ihm dann mit einem Rasirmesser zwei Schnitte im HalS bei, fodaß er jetzt in kritischem Zustande in der Diakonissen Anstalt liegt. Die Frau zeigte bei ihrer Ver Haftung nicht die geringsten Spuren von Reue und glauben die Aerzte, daß sie zeitweilig unzurechnungsfähig sei. tZT Raucht die B0NANZA.
