Indiana Tribüne, Volume 27, Number 286, Indianapolis, Marion County, 25 July 1904 — Page 5

y

Jnd'ona Tribüne, 25 Juli 1904L, V

Kir-Ghali.

Novelle von Alfred Bohnagen. Kir-Ghals besuchte fleißig die H'örsäle ter Universität. Er war keine imj?ulsive. Natur, nur zum Lernen und Lesen und zum immerwährenden Süffeln" gab er seine Zeit. Er wollte sie richtig anwenden, denn er war arm. Das zwang ihn, ohne aufhören vorwärts zu streben, um Amt und Brot für sich und seine Brüder natürlich zu erhalten. Außerdem war er der Proteg6" des Efendi! Das verpflichtete ihn demselben zu großer Dankbarkeit; er mußte sich also des Vertrauens würdig zeigen, und lernen immerzu lernen. Abends, wenn der Mond sich in den blauen Wässern des Bosporus beschaut und lächelnde Blicke hinüber wirft auf die ruhige Stadt und auf das Meer, von welchem noch immer die Dampfer und Schaluppen gezogen kommen, um im Hafen am andern Morgen bei früher Zeit zu handeln und zu tauschen. Wenn die lustige Schaar der Studenten und der Angestellten aus den Bazars und der übrigen Bevölkerung, die sich nach des Tages Hitze zu erholen strebt, hinausströmt in's Freie, an das Meer zum erfrischenden Bade, in schwankenden Gondeln hinaus auf die Gewässer oder sich lagert am Strande, rauchend und schwatzend in vielerlei Dialekt. Dann sitzt 5iir-Ghali noch immer beim Mondlicht am offenen Fenster und studirt Saab Eddin" und andere berühmte Historien und liest über Staatswissenschaft und Philosophie. Die Bücher, die ihm sein Gönner geschenkt, sieht er nicht an. La Metropole Franaise" heißt das eine. Deut sche Aersassungeschichte" das andere. Was sollen ihm die nützen? Paris wird er nicht zu sehen bekommen! Das andere Buch versteht er nicht! Denn er spricht neben seiner Mutterspräche nur französisch, allenfalls noch etwas von der Sprache der Haikhs, armenisch. Und zudem: die Lebensfortsetzung des Vaterlandes bedingt ganz andere Grundlagen, als sie dort vielleicht aufgezeichnet sind. Seine unversorgten Brüder fallen ihm ein. Da heftet er seine Augen von Neuem auf sein Buch und beginnt, emsig Notizen darauf auf einem schmalen Blättchen aufzuzeichnen. Doch bald ist er mit den Gedanken wieder wo anders, und er verwendet längere Zeit aus die einzelnen Notizen. Zuletzt ertappt er sich dabei, wie er die Buchstaben malt; Strich für Strich! Da wirft er die Feder hin und eilt hinaus in die blaue Nacht und der Mond lächelt ihm so freundlich zu. Und während er seine Schritte zum Hafen lenkt, um den herrlichen Anblick der dort verankerten Fahrzeuge zu genießen, dachte er nach über seine Stu-, dien und s eine Philosophie. Und dann ' fiel ihm sein Gönner ein, der Efendi. Was diesen wohl bewogen hatte, ihn studiren zu lassen? Dazwischen gedachte er wieder seiner Brüder. Diese mußten versorgt werden! Denn der Vater war arm, war nur ein Diener im Vazar des reichen Maschitsch. So mußte er also lernen, und streben, vorwärts zu kommen. Er wendete sich um. Der Mond erblaßte hinter einem lichten Wölkchen. ' Da kehrte sich Kir-Ghali - nochmals um, und nahm seinen Weg wieder dem Hafen zu. Die Philosophie trr ihm zu zu sie' brachte ihm zu viele Zweifel. Er würde sich jetzt mit Eifer der Staatswissenschaft zuwenden. Dem Staate dienen. Ja, da wollte er seine ganze Kraft daran setzen. Und ein Efendi wollte er auch werden; im Dienste des Staates! Seine Brüder waren noch jung, die mochten noch lernen, bis die Zeit an sie käme. Dann wollte er ihnen schon helfen. Der Mond lächelte wieder. Ein Boot legte sich hart an die Treppe. Ihm entstieg ein vornehm gekleideter Armenier mit seiner Frau. Ein junges Mädchen folgte ihnen. Da. als dasselbe den Fuß auf die unterste Stufe setzen will, gibt das Boot nach. Es schiebt sich seitwärts, weil sein Führer keine Acht hatte, und lautlos gleitet das Mädchen in die Fluth. Ueber seinem Kopfe schlagen die Wellen zusammen. Der Führer des Bootes sitzt mit übereinander geschlagenen Füßen, rauchend, unbeweglich. Er hat nichts qesehen und nichts gehört. Er ist ein Türke! Da springt Kir-Ghali heran, die Treppe hinunter. Hund!" schreit er dem Türken zu; der rührt sich nicht. Das Boot, das vorn am Bug angekettet ist, ist in einem Halbkreis herumgetrieben. Die Wellen schlagen hart an die Steinwand. Da sieht KirGhali, daß die Wellen das Mädchen schon zwanzig, dreißig Schritte hinweggetrieben haben. Und der Türke rührt sich noch immer nicht. ' Kir-Ghali überlegt. Ein armenisches Mädchen. Hm. Plötzlich reißt . er den Fes vom Kopfe und stürzt sich hinein in die Fluth. Er ist ein tüchtiger Schwimmer, und bald hat er das ohnmächtige Mädchen erfaßt. Er ruft dem Bootsmann zu, ihm in dem starken Wellenschlag an's Ufer zu helfen. Der halt ihm eine Stange entgegen und zieht ihn vorwärts, in die Nähe der Treppe, während Kir-Ghali unablässig mit den Füßen arbeitet, um mit feiner schweren Last an ver

Oberfläche zu bleiben. Auch in seinen Kleidern hat sich das Wasser eingesogen.. Endlich sieht er oben. In seinen Armen ruht die Ohnmächtige, ihr Gesicht vom Monde beschienen. KirGhali kann sich nicht satt sehen an diefem Gesicht. Da nahen die Eltern des Mädchens, die dasselbe erst jetzt vermißt haben. Er erzählt ihnen von dem Torfall, und mit Händeringen und viel Geschrei beschäftigen sie sich um ihr Kind. Um sie her bildet sich ein Kreis von Gaffern und Müßiggängern. Türken, Tataren. Juden. Armenier. Kir-Ghali greift nach seinem Fes. Um ihn bekümmert sich niemand. Er wendet sich ab. denn das Geschrei ekelt ihn an. Uebrigens muß er sich umziehn; also nach Hause. Am andern Morgen ist er pünktlich, wie immer, im Colleg. Wie immer wird er geneckt und angeulkt.. Man mißdeutet ihm seinen Eifer und macht sein ehrliches Streben zur Zielscheibe schlechter Witze. Das . berührt ihn nicht. In großem Ernst hört er einen Vortrag. nach dem andern.. Wenn ein solcher vorüber ist, ordnet er seine Bücher zu dem nächsten oder er vervollständigt seine gemachten Notizen. Mittags geht er speisen in einem billigen Speisehause, und ist zufrieden mit zwei oder drei Gerichten, die der Speisezettel verzeichnet. Der Efendi hat ihn zwar so ausgestattet, daß er auch in jeder Taverna diniren kann, aber er verwendet das Geld, um nützliche Bücher zu kaufen. Manchmal T.b er auch seinen Brüdern einige Piaster. Seine Brüder. Er war lange nicht dort gewesen. Mit den Büchern und seinen Collegheften unter dem Arm schritt er hastig durch die engen und schmutzigs.l Gassen. Früher, als kleiner Knabe, hatte er hier mit anderen schmutzigen Türkenkindern gespielt, bis sein Vater die Stelle in dem Niesenbazar an der Place Altmeidau bekommen hatte. Dann wohnten ' sie dort, zwar unten im Keller, wo' zwei Drittel des Tages die stinkende Oellampe brannte, aber es war doch ein anständiges Viertel. Man bekam'auch öfter einmal einige Paras geschenkt von den Reisenden, die die Stadt besuchten. Und besonders von den fremden Giaurs. Er sah hastig auf. Nein, es hatte ihn niemand gehört, als ihm das Schimpfwort halblaut entschlüpfte. Die Fremden waren ihm heute schließlich lieber wie die einheimischen. Pfui! Solche Gedanken zu hegen. Als zukünftigerDiplomat und Staatsmann mußte er hervorragende Objektivität besitzen lernen, und die Haikhs standen so gut innerhalb der , Verfassung wie die Türken. Es war wieder schrecklich heiß heute! : Im Schatten des Bazars lehnten bunte Gestalten an den Simsen, saßen auf den Trottoirs, mitten auf den Straßen, soweit der Schatten reichte, und schwatzten müde, oder rauchten träge ihre Tschibuks. In den Kaffeestuben mochte es wohl voll sein bei der Hitze. Kir-Ghali schritt die Stufen hinab. Dann öffnete er eine Thür. Seine Mutter lag auf dem Divan, auf der Diele hockten seine Brüder. Servus!" begrüßte er sie. So hatte er es sich auf der Universität angewöhnt; dann ließ er sich auf einem Taburett nieder, nach abendländischer Sitte. ' Salem! Salem!" erwiderten die Knaben. Dann hielten sie die Hände auf. Kir-Ghali entledigte sich einiger Piaster; er gab auch seiner Mutter' einige Münzen. Man erzählte ihm von einem Unfall, der die Tochter des Maschitsch betreffen hatte am Hafen. Fenidze? Und er hatte sie nicht gekannt! Freilich, er war lange fort von daheim, und das in so viele bunte Tuche eingewickelte er mußte 1 lachen das kleine Mädchen, dem der arme schmutzige Türkenknabe nicht zu nahe kommen durfte, mochte sich wohl inzwischen zu einer Schönheit? entwickelt haben. Er erzählte seinen Angehörigen, daß er das Mädchen gerettet habe, diese erzählten es dem eintretenden Vater; der Vater erzählte es mit Stolz den Angestellten im Bazar; diese erzählten es ihrem Chef. So kam es, daß der reiche Besitzer des Riesenbazars nach fünf Minuten in der Kellerwohnung stand, die er bis dahin noch nie betreten hatte. Nun stand er im Rahmen der Thür und. wußte nicht, ob er dem jungen Studenten da den Beutel (etwa 20 Dollars), den er in der Hand hielt, anbieten durfte. Er hatte erwartet einen Lastträger vorzufinden. .. Kir-Ghali nahm die schwulstigen Dankesbetheuerungen des Armeniers gleichgültig entgegen. Er betrachtete das braune aufgedunsene Gesicht, den starken Leib, an dem die Glieder sich in unendlichen Verrenkungen bewegten, die Arme auf und nieder, seitwärts sich drehten und zwängten. Und mit ihnen der Beutel. Kir-Ghali verspürte ein Gefühl der Bitterkeit. Mehr war dem seine Tochter nicht werth gewesen! Und dann der Grimm Ein Almosen! Und von einem Giaur! Mit einer Geberde des AbscheuS und

der Verachtung wollte er sich umdrehen. Da raschelt ein Bündel knisternder Seide herein, mit Julvelen geschmückt und Ketten behängen. Und ein kleines, bräunlichesGesichtchen mit blitzenden Augen, weißen Zähnchen zwischen den frischen Lippen, schaut daraus hervor. Unter dem weißseidenen duftigen Kopfshawl, der mit großer Fertigkeit geschlungen ist, blinzeln verstohlen einige schwarze Löckchen. Kir-Ghali wollte lächeln über die Erscheinung, aber das kleine Gesichtchen verlangt allein sein ganzes Interesse. Da tritt diese kleine Gestalt vor ihn hin, und verschränkt die Arme, und verneigt sich vor ihm, und spricht: Gott segne dich! Ich danke dir für das, was du mir gethan hast." Und Kir-Ghali erschauert bis in's Innerste. Denn dieser Dank in so wenigen Worten hat ihn ergriffen. Und dies kleine Gesichtchen und die blitzenden Augen, die ihn verheißungsvoll und ergeben zugleich anschauen da rafft er sich auf und spricht leise: Fenidze!" Da erröthet das kleine Gesichtchen und färbt sich noch dunkler. Währenddem hat der Armenier die Stube verlassen; er ist froh hinaufgeeilt, um seinem Weibe die Botschaft zu bringen. Aber den Beutel hat er wieder mitgenommen. Vor der Thür der Wohnung aber wechselt fortwährend das Personal aus dem Bazar, die den jungen Türken sehen wollen. Der eine Armenierin gerettet hat! Und andere Gaffer sammeln sich vor der Thür, und Pietrow und Jussuf überlegen noch, ob sie hinausgehen und die Hände aufhalten bei der seltenen Gelegenheit. Kir-Ghali aber, als er wieder allein ist mit seiner Mutetr und mit seinen Brüdern, ist zerstreut und einsilbig geworden. Er schlägt auch den Imbiß aus. den ihm die Mutter anbietet, einst sein Leibgericht. Zerstreut auch verabschiedet er sich von seinen Angehörigen und geht in tiefes Sinnen verloren seiner Wohnung zu. immer flüsiernd das Wort: Fenidze!" Kir-Ghali fand jetzt öfters Zeit, bei seinen Angehörigen vorzusprechen. Urplötzlich war er da, um dann ebenso plötzlich wieder aufzubrechen Da hatte er eines Tages ' Fenidze wieder gesehen und die lange , verhaltene Leidenschaft kam von Neuem zum Ausbruch. Der Ausdruck ihrer Augen bezauberte ihn ganz. Von der Zeit an hatte er täglich etwas bei seinen Eltern zu schaffen. Entweder hatte er gestern eins seiner Hefte vergessen, oder er brachte heute einige Süßigkeiten, oder bestellte, daß er morgen nicht ' kommen' würde, was übrigens den anderen gleichgültig war, und kam morgen doch. Kurz, er war der tägliche Gast in der KellerWohnung, der immer zur' bestimmten Zeit aufbrach, um dann oben im Vorräum der lieblichen Fenidze zu begegnen. ' Und wenn er sie dann anblickte mit Augen, wie ein gequältes Thier, und so herzzerbrechend seufzte, dann lachte sie silberhell und spöttisch zugleich. Und wenn er dann ermuthigt, aber erbittert zugleich, nach ihr griff, dann war sie mit einer schnellen Bewegung seinen Händen entschwunden und eilte leichtfüßig die Stufen empor. Dann wankte er wie ein Träumer von dannen, und Bitterkeit und Groll und die hoffnungslose Liebe zerwühlten 1 sein Inneres. Liebe? Ja, er liebte sie, heiß und innig. Leidenschaftlich! Er vergaß, daß sie eine Armenierin war. Doch eines Tages, als er sie wiedersah, hatte auch sie ein Erbarmen mit ihm. Wir fahren heute Abend wieder hinaus auf das Meer!" sagte sie. Achmed, der Sterndeuter, will uns den Himmel zeigen und. die Zukunft offenbare Komm hinaus! Vielleicht, dassdu mitdarfst." Ich werde kommen," antwortete er. Es klang wie 'ein Jauchzen. Dann eilte er hinweg. - Am Abend aber stand er' schon zeitig am Quai, mit verschränkten Armen, den Himmel anstarrend.' Bis ihn bekannte Stimmen aufschreckten. Da wandte er sich hastig um und begrüßte wie zufällig die Familie des Maschitsch und den Sterndeuter. Als er aber seine Augen in die Fenidzes tauchte, war es wiederum mit seiner Fassung vorbei und er stammelte verworren einige höfliche Phrasen, als ihn der Armenier einlud, mit ihnen hnauszufahren. Sie mietheten eine Dschunke, denn das Weib des Maschitsch wollte sich keinem Boote mehr anvertrauen, und die Chinesen, die Besitzer der Dschunken, waren auch billiger. Man fuhr weit hinaus in den fternenhellen. klaren Abend. Der Sterndeuter war mit dem Armenier und dessen Frau nahe zusammengetreten auf den Vordertheil des Fahrzeugs. Auch die Chinesen waren neugierig Herzugetreten. Achtlos schwamm die Dschunke, und ruhig, auf der blauen glänzenden Fluth. Mit erhobener Stimme erklärte der Alte die Leuchten des Himmels undconstrunte daraus mit erstaunlicher Gewandtheit düstere Prophezeiungen für das Schicksal der armenischen Be-völkerung.

- Und weiter hinten saßen im dunklen Schatten der Segel, die kein Lüftchen bewegte, Kir-Ghali und Fenidze einander gegenüber. Stumm blickten sie einander an, aneinander vorüber, je nachdem. Nur die Stimme des Sterndeuters klang monoton durch die Stille. Kir-Ghali wendete den Kopf; er sah. daß Fenidze ihn betrachtete. Da flatterte ihm ein kleines, weißes Etwas in den Schooß. Er nahm es auf. Ihr Taschentuch. Sie hatte ihm ihr Tuch zugeworfen, nach orientalischer Sitte! &it, die Christentochter! Und plötzlich lag er vor ihr auf den Knien und barg feinen heißen Kopf in ihrem Schooß, und bedeckte ihre Äände mit heißen Küssen. Da beugte sie sich über ihn und drückte ihre Lippen auf seine heiße Stirn t Kir-Ghali ist an diesem Abend wie ein Trunkener heimgekommen; und dann hat er noch lange, lange, am offenen Fenster gesessen und hat hinaufgesehen zu den Sternen. Kir-Ghali studirt nicht mehr. Er hört -sein Colleg mehr. Er schlendert den ganzen Tag in der Stadt herum und besucht die Kaffeehäuser. Oder er macht Partien mit den andern Studenten und lacht und scherzt mit ihnen. Er hat sich auch das Rauchen angewöhnt. Und das Geld, das er sonst seinen Brüdern schenkte, vertrinkt er, heimlich, in süßem Wein. Er ist auch schon öfter bei Maschitsch gewesen. Und hat dort gespeist und Schweinefleisch gegessen. Er musicirt und philosophirt dort in feiner Weise mit Fenidze. Und danach lachen sie, und scherzen, und küssen sich. Der Türke und die Armenierin! Kir-Ghali ist eines Tages wieder im . Colleg erschienen. Doch neckt man ihn nicht mehr, und ulkt ihn auch nicht an. Er wird jetzt von den übrigen Stu denten als einer der ihrigen angesehen. Ihm ist so wüst im Kopfe. Er hat gestern mit einigen Freunden zum ersten Male Opium geraucht! Da hatte er geträumt, er befände sich' auf einem großen Schiffe. Und das Schiff , fuhr nahe an das Gestade eines wunderbar schönen Märchenlandes. Und am Ufer standen holde Jungfrauen und reichgeschmückte Edelleuie. die hielten in ihrer Mitte einen prächtig gezäumten arabischen Hengst. Und sie winkten ihm. und riefen ihm zu? Sie verhießen ihm alle große Eh ren ihr König solle er sein. Hinter ihm aber stand Fenidze, und sah ihn so bittend an! Da fingen die Jungfrauen an, mit unvergleichlich süßer, Stimme zu singen. Leise Lüfte fächelten daher und legten Wolken um die durchsichtige Kleidung der. Sirenen, sodaß die zarten Glieder wie Elfenbein hindurchblickten. Da wollte er hinüber und da war sie es die ihn festhielt Fenidze! Kir-Ghali achtet heute nicht auf die Vorträge, und macht auch keine Noiizen. Er denkj nur immer über den Traum nach und über, seine Bedeütung. Eines Tages aber, . als er wieder über den seltsamen Traum nachdenkt sie sagen, man träume so herrliche Sachen nur, wenn man einen Rausch hat, vom? .Opium! Da tritt sein Wohlthäter herein, der Efendi. Und der sieht die abgelebten Züge in seinem sonst so frischen Gesicht,- und forscht nach der Ursache. Und Kir-Ghali erzählt ihm seinen Traum, und gesteht ihm seine Liebe zu Fenidze. Da ist der Efendi ganz außer sich. Ein .Türke liebt eine Armenierin! Eine Ungläubige! Und er gibt Ku-Ghale Geld, viel Geld; und geleitet ihn auf eins der Schiffe, die nach dem Abendlande fahren. Dort mag er bleiben und studiren, irgendwo! Wo es ihm gefällt; in Deutschland oder in Frankreich, oder in Italien. Nur fort! Und er empfiehlt ihm eifriges Studium und angestrengte Arbeit. Damit er das Christenmädchen vergesse. Allah il Allah! Kir-Ghali ist schon seit einigen Iahren im Abendlande. Bald hier, bald dort. Ihm treibt's ruhelos von Ort zu Ort; vom Norden zum Süden, undmmgekehrt. Ueber seinen Jugendfehler" hat er sich hinweggesetzt. Was sie wohl machen wird?" frägt er sich manchmal, wenn er an Fenidze denkt. Und dann pflegt er aufzulachen und den Kopf zu schütteln über seine Schwäche". Und dann denkt er so: Armenier sind auch Menschen; und der Staat hat die Pflicht, sie zu schützen. Aber wie die Türken sind sie nicht. Und sie sind Ungläubige. Gewiß sehr vernünftig gedacht? Kir-Ghali denkt überhaupt jetzt immer sehr vernünftig. Denn er hat eifrig studirt, und an einer deutschen Universität den Doktorgrad erworben. Wenn er einst heimkehrt, wird es nicht . lange währen, bis er nun endlich ein Efendi ist. Fenidze! Er muß lachen. . Aben-' teuer, oft recht galanter Art, hat er wohl auch mit abendländischen Christinnen gehabt. Allein man liebt sich doch deswegen noch nicht! Kir-Ghali ist wieder ganz derselbe. Wiewohl er nach abendländischer Sitte, gekleidet ist und die Kleidung steht ihm recht gut ist er doch innerlich der echte Türke.' Er trinkt keinen

Wein mehr; er ißt auch kein Schweinefleisch mehr; und Freunde hat er auch nicht, mehr. Und einmal, da trifft ihn mit einer größeren Sendung des Efendi auch ein Brief von diesem, worin ihn dieser zurllckruft. In den Dienst des Vaterlandes! Eine Stellung im Staatsdienst erwartet ihn! Er kennt zwar die Stellungen im Staatsdienst und weiß, daß er lange auf den Sold warten muß. oder vielleicht bekommt er ihn gar nicht. Allein der Efendi wird ihn auch ferner unterstützen, schreibt er ja. Und wenn er erst selbst Efendi ist, wird er dafür sorgen, daß die Beamten ihren gerechten Lohn bekommen. Ja, das wird er! Und dann fällt ihm ein, daß doch eigentlich die Ehe zwischen den AnHängern des Propheten und den Armeniern gestattet werden könne! Vielleicht bedingungsweise! Und dabei denkt er wieder an Fenidze. Aber er lacht nicht Kir-Ghali ist in den Staatsdienst getreten. Er trägt wieder, wie eyeoem, die orientalische Tracht. Aber sie besteht heute aus kostbareren Stoffen wie damals. Au dem Turban, den er in hübschen Formen um den Fez geschlungen hat, prangt sogar ein goldener, steingeschmückter Halbmond. Er erinnert sich seiner Eltern, seiner Brüder und Fenidzes. Um dieser willen wagt er nicht, seine Angehörigen aufzusuchen. Er kommt sich vor als undankbarer Knabe, aber die Philosophie des Efendi hilft ihn darüber hinweg. Kir-Ghali ist wegen seiner Bildung und seines Wissens sehr angesehen. Das macht ihn stolz. Er hat auch ein Buch geschrieben: Die Reform des Staatswesens". Dadurch ist er berühmt geworden. Man preist ihn als den Erretter deS Staates und sieht in ihm den kommenden Mann". Und wirklich! Eines Tages ist KirGhali Efendi geworden. Reis.Efendi wegen seiner vielen Reisen. Das erste,-, was Kir-Ghali nun. macht, ist, feine Angehörigen aufzusuchen und Fenidze. Seine Mutter ist todt, und sein Vater. Von seinen Brüdern ist der eine in die Stellung des Vaters getreten, der andere hat eine Opiumkneipe. Da fällt ihm sein Traum ein, damals, als er zum ersten Mal das Gift genommen Wie recht hatte doch sein Wohlthäter! Was wäre er heute, wenn er sich hätte fesseln lassen von Fenidze. Er betrat den Bazar. Man erkannte die Würde des hohen Beamten und verneigte sich vor ihm. Wie daS der Anstand erforderte! Ein junges Weib . trat heran, eine Armenierin. Sie mochte wohl hübsch gewesen sein, einst. Jetzt zogen sich Falten neben dem Munde durch das gelbe Gesicht. Fenidze? Sie verschränkte die Arme und verneigte sich vor ihm. Sie kannte ihn nicht. . Als Kir-Ghali den Bazar verließ, hatte er einige Sachen gekauft, die er draußen an die Knaben vertheilte. Und dann hatte er auch gesehen, daß sie verheirathet war mit einem Armenier. Kir-Ghali war Minister. Als'solcher ließ er seine Villa renoviren. Und dann saß er in seinen Zimmern und rauchte seinen Tschibuk, oder er las morgen- oder abendländische Zei-' tungen, oder er scherzte mit seinen Frauen, die ihm die Huld seines Herrn verehrt hatte. Seine Bruder hat er vergessen. Sein Buch, Die Reform des StaatsWesens", hat er verlegt; er weiß nicht, wohin. Dafür aber sinnt er auf den Erwerb immer neuer Reichthümer. Und unter ihm seufzen die Beamten noch mehr als zuvor! Er aber ist die Freude seines Wohlthäters, des Efendi, und feines Herrn. Und im Lande wirft die Brandfackel blutigrothen Schein bis an den Serail bis in die Villa des Ministers. Die verfolgten Armenier und alle die Andersgläubigen thun einen gewaltigen Schrei. Der hallt herein zu den Pforten, bis in den Harem des Ministexs! Kir-Ghali aber hört nichts.

Fußvodenanftrich. Einen schönen dauerhaften Anstrich für Fußböden liefert das Wasserglas. Mein reinigt zu diesem Behufe den Fußboden, füllt die Spalten und Risse zwischeu und in den Brettern mit einem aus Wasserglas und gepulvertem Glas bestehenden Kitt aus und streicht den Boden mittels eines steifen Pinsels mit sirupdickem Wasserglas an. Ist dieser Anstrich getrocknet, so wird ein zweiter aufgetragen, dem beliebigen Mineral(nicht vegetabilische) Farbe zugemischt wurde. Um dem Fußboden Glanz zu ertheilen, läßt man noch einen oder zwei neue Anstriche mit reinem Wasla3 folgen. GesroreneFenster thaut man leicht und schnell mit warmem SalzWasser auf. Man taucht einen Schwamm in das warme Wasser, in dem man zuvor etwas Salz aufgelöst hat, und wäscht die gefrorenen Fenster damit ab. Nach kurzer Zeit sind die sterscheiben vom Eise befreit, müssen dann aber sofort nachgerieben werden.

Feuer Signale.

4 PnmshtS 55 Market t- Snzlish'S Opern-HauS Sast und N Dort f Noble und Mich igzn 4 N. Jerjey u. Vlaft 2U Pine und North s Korket und Pine 1 Vermont nahe aji t Tio.8 EpntzcnhauS äSöff. Ave nahe VlclU 3 Drware und Walnu! 4 N.Jcrscyu?mtralA 5 Mais, und Cornel! Lv e SW in li. Lnazie 7 Park Ave und 12 .0 Columbia undHsid 5 Highland Ave n.Pratt '.1 JllinoiZ und Ct. Jo 'S Pnnsylv. und Pratt 4 Meridian und 11. Ctk 5 31. 5 Spritzenhaus t6 nahe Jllinoti Senate Treu. CtCIz 17 Jllinoi und Michigan Teshlvania und 14. Senate Ave. und J5, l 35o. X Spritzenhau, JnoSvenaheMichigen it Meridian und Oalnut 4 California u ermontz 5 Blake und New Dort Ind. Av. u. Et. Clai 57 City Hospital Blake und Norch i9 Michigan und Lgne 31. 6 Spritzenhaus Washington nah LLeL sendorf u Wash. Missouri u New Der! i& Meridian u Wash 6 Jllmoii und Ohto .7 Capitol Av. u Wash i? Kmgan'S PerkhauZ Straßenbahn Still 23. Washington Stt il 91. 10 Spritzenhaus Illinois u Werrill 11 Illinois u i5ouisiana it West und South L4WestundRcraxty Senate Ave. Henry VI Meridian und Staty 8 No. 4 Spritzenhaus Madifon Av. n MorriS ii Madion Lv.u Dunlop No Haken LeiterhauS South nah Delawar H Penn, u Merrill 23 Delsvaru.MrTarttz M afi nnd Mcay 15 New Jersey u. MerrÄ 7 Lira. Av. u Lradsha East und Prospect 9 Bicking und High n No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. ruhe Huro ft Skft und Georgi 1 Eedar und Clrn II Davidson u Georgia m English Av.u Pme it Chelöd und BateS 'S No. S Spritzenhaus Prospect nah Shelby Fletcher Av. u Shelby si Market u. New Jersey 32 Delawar und Wash. Z3 East u Washington 54 New York u. Davids 45 Taubstummen Anstalt 52 Ver. Staaten Arsenal 37 Orients! und Wafh. J9 Frauen-Reformat. No. 15 Spritzenhaus Marvland nah Mer. n Meridian u. Heoraial ü Meridian und South H Pennhl) u. Louiftana )5 Virgini Ave u. tllab. Hauptquartier. J7 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Dh li Ns. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 24 Alabama und 18. 25 Central Av und li. 26 IendeS und 15. 27 Vrookside und Jpit 2g Central Av und 17. .29 Delawar und 19. Zl Alabama und 11 z Bellefontatn und W. 34 College Av und M. 35 Delawar und 15. 56 Alabama und North 27 Newmann und 19. 33 Colleg Av und 14. 39 Cornell Ave und 15. 41 FandeS unl) IS. 42 Highland Ave und 10. 43 Tecumseh und 10. 45 New Jersey und il, 46 Llvcrd und 17. 47 No. 2 Spritzenhaus Hilside As und 16. 8 College Ave und tt. 19 College Av und 7. 52 Park Ave und 12. 68 L E u. W Bahn u. 22. 64 Ramsey Ave und 10. 56 Stoughton u Newmen 57 Atlas und Pik. Blohd und Pawpaw. 69 No. 21 Cpritzenhauö Lrightwood Alt Arden und Depot .5 Brigytwood und 25. .64 Rural und Blohd .se St. Clair u. evswne .67 Arsenal Ade unH 25. 68 Nellefontain und 28. Perl ch lt. 212 CfipUtI 57 nd 57. 215 Pennszlv. u. lchia 214 Jllirtfi und 20. 215 Senate Aoe und 21. 216 Pennsvwania und 2 in Meridian und 16. 21S OrUsll Av und 2& 21) Sroadway und 10. 231 IKinoiS und Mc$0 2-4 No. 14 Trr!?rr.hauS rerircrb und 30. 35 JUincifi und 53. 35 Lnnttta und SO 237 No. 9. Eprizenhzu Qdcll und Jiao 253 Ndetl Ladder Sor X9 Jsabel und 27. 241 Mcndta und 24. 22ö2inoli u Et. Zlcex 243 Eldridg: und 25. 512 West uud Walnut 518 West und 12. 214 Howard und 1& 215 Torbet und Paca 516 Capital Av und IV 517 Northwestern AvV 518 Gent und 18. 819 Canal und 10. 524 Cerealine WorkS 524 Vermont und Lyn 325 BiSma,u Srandv:e? 526 No. 29 Spritzenhaus Hauahville. 827 Michigan u. HolmeS, . 528 Michigan tt. Concor 541 West und McJnrvr 412 Miffouri u. Maryland 415 Miffeurt und f)hio 415 Capital Ave Leorgia 416 Migcuri u entucky A. 417 Senatx Av u. Wash, 421 P und E NundbauI W. Washington. 425 Jrren-Hospital. ' 424 Miley Aveu.JZZuS 425 Wash. and Harr . 426 No. 18 SpritzenZaui W. Washi-kgte 427 Olwer und Birch 428 Oliver und O4good 429 Nordyle und Z)ork 431 Hadley Ave u. MorriS 452 River u. Morr 154 Siiver Ave und 5dtz 435 Harbing U. ig 4 91 9 436 Harding und Olivej 4Z7No. 1 CpriHachqZ MorriS und HarttnO SHvdödO-s5 4Ctotf 451 eiSn und C2 451 Hward und 8 455 MorriS und 5 Lamdt uxb kZcksMi 47 Nordste rve vu Zks ton 2Brtt 512 West no Slstz 615 entud?v Kt u. StarC 14 Meridian und StonP 516 JlinoiS und JbmVtf 517 MorriS und Dakota 618 MorriS und Shurch 519 Capital Sl. u McSar 521 Meridian und Pal 623 Pin und Lord 524 Madisor.Atxu Ltnc,! 42 Meridian und Belt SkS 527 CarloS und 5tay 523 Meridian uud Sriz 529 Meridian u. AatMond 531 Meridian u. 2fc&r.l 632 No. 17 Spritzen! MorriS nah West 612 MeKernanund Douah. 15 Last u. Lincoln In 614 East und Seecher 615 Wright uns SanderS 17 McCarty und Leaty 18 New Jersey tr 71 Spruce un ProZPct TU English Ar, u feurd ,14 Etabe Avu.Belt K 715 Shelby und Beech 116 State Av und OranK m Orange und Laure! 719 Shelby u. CLiapt A 721 LeringtonA.u LauH 728 Fletcher Av:u.SprH 724 State Ave u. PUrl 7 Prospekt und ?IeasanZ 726 Orange und Harla? 723 Liberty und Ma 729 Noble und South 81 31. 15 Spritzchaud Ost Washington 815 Market und Neble 814 Ohio tt. Highland 815 Michigan tt. Highlanz 816 Market Arsenal 817 Ost Clair und Union ahn Seleise. , b2l Pan Handle Shop 825 Lernnt und Wal L24 Wash. und State 825 Wadden'S Lnge Fad 82 TuSn und Drrsey SL7 Wash. und S&tbWt 4 829 No. 1 Spritzenhaus Bcvill nah Michig 851 Southeastern A nd Woodsid. 852 Walh. und Darbtt 854 Southeslter d Arsenal Aveö. 855 New Dork und Zcx$U 12 JlineiS und Maryl. 5 JlinoiS und fXzctd, 14 Penn, und SaZZ. is Delawar und VeS Spezial-Signale. Ersten Schläge, zweiter Alarm, Zweiten Schlag, dritter Alarm, Dritten k Schläge, vierter Alarm. l-2-l, Feuer aus und Schlauch aufgervLl. Z SchlZg, Wasserdruck ab. l Schläge, 1 Uhr Mittags. Die p bezeichnete Signale werd nur Um Zfran Pächter angegeben da an den betresseud Gtnche Kreuzung kein LIarmVste mgedncht sind. Chicago und der große Nordwesttt! dk ( svimmrnn (7(7mr&t MMM , y )Urirütog(W alaSka-Sawali-Vbiliddine Inseln. Vin tägliche Schnellzüge nach Chicago. Von der Mono 47. Str. Station, Chicago, ftnd t nur 5 Minuten mittelst elektrischer Car nach tzen Union Biehdöfen French Lick Springg, Indem Orange County Hochland. ffamttien-Hotet unter neuer Gescbäfteleitung. Pluto, Proser.iwe ,nd Bonile Quellen. Bestes Mineralwasser der I3elt. Xwei Züge täglich oia Sreencastle. Tlcket-Offtcen : Union Station, assachusett fltt nd 25 West Washington Straße. R. P. A l g e 0, Distrikt Vass. Agent, Indianapolis, Ind. . H. M c D 0 e !, S. H. R & to 1 1 1, Vräs. und Sen.Mgr. etriebtteiter FrankJ.Reed. en.B2?. Agent. Ehicag. Jll.