Indiana Tribüne, Volume 27, Number 286, Indianapolis, Marion County, 25 July 1904 — Page 4
Jndtana Tribüne, 25. Juli 190H.
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Jndiana Tribüne. Herausgegeben von der Sutenderg C. Indianapolis, Ind.
Harry O. Thudium 9 Präsident. GeschäftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 2G9. fcj.teted at the Post Office of Indianapoli) a second dass matter. Folgen des Krieges in Japan. Der deutsche Generalmajor z. D. W. Bigge, ein Kenner von Land und Leu . ten, schreibt über die Folgen des Kriegeö, die sich nunmehr auch in Japan einzustellen beginnen: Wenn man den Nachrichten auS Japan, die brieflich und ' auf privatem Wege zu unS herüber dringen, also ohne der sonst sehr scharfen Censur zu unterliegen, Glau ben schenken darf Und eS liegt kein Grund vor, dies nicht zu thun so beginnen sich in dem Jnselreiche die Folgen des jetzt schon über vier Monate dauernden Krieges mit Rußland all mühlich in recht unliebsamer Weise fühlbar zu machen. Aeußerlich freilich merkt man nicht allzuviel davon. ES gehört in Japan zum guten Ton, stets und in allen Lagen möglichsten Gleich' muth zu zeigen, und da dort in Sitten, Anschauungen und Lebensart zwischen hoch und niedrig, reich und arm keine so großen Unterschiede bestehen wie bei uns, so kann eS auf den ersten Blick er scheinen, als ob das ganze Volk an dem entscheidenden Kampfe um seine Zu kunft, in den es jetzt eingetreten ist, verhältnißmäßig geringen Antheil näh me. Sieht man aber genauer zu, so überzeugt man sich bald vom Gegen theil. " ES geht eine gewaltige Bewegung, eine hestige Währung durch die ganze ostasiatische Wett, und bei den Japa nern, dem begabtesten Stamme der gelben Rasse, greift sie naturgemäß am tiefsten. Sie zeigt sich freilich nur selten in lauten Ausbrüchen der Freude, der Trauer oder des HaffeS, sie bleibt vielmehr in den Grenzen einer herkömmlichen Gelassenheit allein man thut gut, dieser scheinbaren Ruhe nicht allzu sehr zu vertrauen. So lange Heer und Flotte der Japaner fast nur Erfolge und Siege zu verzeichnen ha ben, mag vielleicht alles bleiben wie bisher. Das Volk der aufgehenden Sonne ist felsenfest davon überzeugt, daß eS in dem Kampfe gegen Rußland nicht unterliegen werde. Wird dieser Glaube aber einmal erschüttert, treten Rückschläge und Niederlagen ein, die ja unvermeidlich sind, so wird sich die Wirkung um so heftiger bemerkbar machen. ES ist daher keinem Europäer, weS Stammes er auch fei, anzurathen, jetzt nach Japan zu gehen oder den Versuch zu machen, sich dort niederzulassen. Er würde überall auf Schwierigkeiten, Mißtrauen nnd unverhohlene Abneigung stoßen. Die Spionenfurcht des Japaners, der ja selbst als ein sehr gewandter Spion gilt ist überaus groß. Sie hat zwar unter dem Eindruck des bisher günstigen Verlaufs des Krieges etwas nachgelaffen, aber sie kann jeden Augenblick wieder in derstärktem Maße auftreten. Besitz und sogar das Leben deS Europäers werden dann auf'S äußerste bedroht fein, denn jeder Fremde gilt dem niederen japanifchen Volke als ein Feind. Dazu treten als weitere Folgen des Krieges wirthschaftliche Schwierigkeiten. Japan ist ein armes Land; das bare Geld ist dort immer knapp gewesen, jetzt aber mehr als je. Der Krieg hat bereits fast unerschwingliche Summen verschlungen, und ein Ende ist noch lange nicht abzusehen. Das wirkt natürlich auf alle Verhältnisse lähmend ein. Die Geschäfte liegen darnieder. Niemand traut sich an ein weit ausschauendes Unternehmen heran. Ja, sogar die sonst so billigen Nrbeitskräste fangen an, selten und theuer zu werden. Das ist erklärlich, wenn man bedenkt, daß außer der ganzen wehrhaften Jugend viele Tausende von KuliS mit auf das asiatische Festland hinübergegan . gen sind, um als Lastträger und Karrenzieher bei der Armee verwendet zu werden. Auch die Lebensmittel und alle sonstigen Lebensbedürfnisse sind ge wältig im Preise gestiegen; waS das für ein Volk, dessen Masse fast ausschließlich von der Hand in den Mund lebt, bedeutet, läßt sich leicht ermessen. Brauchbare Pferde sind selbst 'für schwe5 Geld kaum noch zu haben, denn die Regierung hat sie sämmtlich mit Beschlag belegt. . Trotzdem sollen die Re
monten, die man jetzt der Armee nach schickt, wahre Rosinanten sein. Weitere Schwierigkeiten ergeben sich für den Verkehr und die wirthschaftliche Entwickelung aus der militärischen Inanspruchnahme der Eisenbahnen und überhaupt aller Verkehrsmittel des Landes. DaS japanische KriegSmini sterium geht in dieser Beziehung mit der größten Rücksichtslosigkeit zu Werke. Sobald Truppentransporte nothwendig werden und das ist recht häusig der Fall wird oft ganz plötzlich der gesammte Verkehr gesperrt. Schließlich sei noch bemerkt ob wohl diese Sache mit dem Vorhergesagten nicht in unmittelbarem Zusammenhangc steht daß sich bereits jetzt bei der Armee ein Mangel an Ossi zieren zu zeigen beginnt. Die Verluste an Offizieren in den ' bisherigen Kämpfen sind ungewöhnlich groß ge wesen, was an und für sich dem japanifchen Ossizierscorps sicher zur hohen Ehre gereicht. Im Kriege 18701371 war eö auf deutscher Seite bekanntlich ähnlich, so daß der König von Preußen als Oberfeldherr einen Armeebefehl erlassen mußte, worin er die Offiziere ermähnte, sich nicht mehr als nöthig der Gefahr auszusetzen, und insbesondere den berittenen Jnfanterieoffizieren befahl, im Gefecht vom Pferde zu steigen. Auch die japanischen Offiziere sind offenbar ihren Mannschaften vorangegangen; die Folge davon ist aber, daß sie jetzt in den unteren Dienstgraden fehlen. Um diesem Mangel einigermaßen abzuhelfen, hat man die Zöglinge der obersten Klasse der HauptKadettenanstalt in Tokio schon jetzt auf den Kriegsschauplatz entsandt, wo sie in Kurzem zu Leutnants befördert wer den sollen. Ueber den Germanischen Congreh, der unter den Auspicien des Deutsch Amerikanischen Ntionalbundes am 16. und 1.7. September in St. Louis abgehalten werden soll, werden der N. B. StaatSztg. interessante Mittheilun gen aus Philadelphia gemacht. Da nach findet bei dieser Gelegenheit auch eine Conferenz von Vertretern deS Deutsch - Amerikanischen Vereins von Berlin und Vertretern deS NationalBundes zum Zwecke der Herstellung engerer Beziehungen und Anbahnung eines ersprießlichen Zusammenwirkins der beiden Vereinigungen statt. Zu diesem Zwecke kommt der Vorsitzende deS Deutsch Amerikanischen Vereins von Berlin, Professor von Uechtritz, nach den Ver. Staaten. Als Vertreter der Universität Oxford (England) wird Professor A. A. Maf.Dowell dem Germanischen Congreß beiwohnen. An dere Universitäten haben ebenfalls Vertreter in Ausficht gestellt. Von den zahlreichen eingelaufenen Abhandlun gen sind besonders die folgenden zu nennen: The German Doctor in America" v0n Dr. Carl Beck, NewJork; Schorts Founded by the 48erS" von Dr. A. B. Faust, Madison, WiS.; Die wichtigste Aufgabe germanischer Kulturträger in der Jetztzeit" von Dr. Julius Lingen felder, West Point, Nebr.; The Ger manS in Missouri" von William R. Bck, St. Louis; Die gegenwärtigen literarifchen Vereine in Deutschland" von Pros. D. A. Sauer, Universität Prag; Deutsch -Amerikanische Dich tung" von Konrad Ries, St. Louis. Abhandlungen haben ferner in Ausficht gestellt: Hofrath Prof. Dr. Miner, Universität Wien; Prof: Dr. Runcker, Universität München, sowie mehrere amerikanische Professoren. Als Vorsitzer der deutschen Abtheilung des Ger manischen CongresseS ist Prof. Dr.Otto Heller, St. Louis, ernannt worden, als Vorsitzer der schwedischen Abtheilung Dr. John A. Evander, Chicago. Vorsitzer der dänifch-norwegischen Abtheilung ist Nicolay A. Grevstad, Chicago.
T a p f e r es Mädchen. Gelegentlich eines Zuber-Wettruderns zwischen Mannschaften des Kreuzers Columbia" und- des Hilfskreuzers Yankee" bei League Island unfern Philadelphia kenterte ein Zuber von der gankee," wobei der 23 Jahre alte Matrose Carr von dem Rande des Zubers auf den Kopf getroffen wurde, das Bewußtsein verlor und sank. Fräulein McGuire. welche sich an Bord eines Bootes in nächster .Nähe der Unfallsstelle befand, ariff rasS m fahit Karr I an den Haaren und hielt ihn so lanae I !i , . r v J.- .j mu oem opse uoer watT, bis Hllse vom Land- kam. Carr wurde an Bord seines Schiffes gebracht, wo er bald wieder zu sich kam. Sigoer Ausdriir. Sagen Sie doch, wie geht's Ihrem Vetter, der jetzt, wie ich hörte, die dritte Frau hat?" Herrgott, er mitgiftet ViA so durch."
Ter Kaiser der Sahara' in Brüssel. Jacques I. hat sich seit einigen Segen in Brüssel niedergelassen. Er bewohnt mit seinem Gefolge unter dem Inkognito Marquis de Narey, Herzog d'Arlcuf e'.n möblirtes Haus derlvc nue öouise, das seltsame Ironie dicht neben de:n Heim des Prinzen Viktor 9capoleon gelegen ist. Tie Umstände, die ihn dorthin führten, sind folgende: Vor einigen Monaten liaiic sich Jacques I. zweier Helfer zur Aufrichtung seiner Herrschaft dersichert. Der eine, Lemesurier, sollte die diplomatischen Verhandlungen mit den Schciks der nordafrikanischcn Rüste führen, scheint aber damit kein Glück gehabt zu haben. Ter andere, ein gewisser Scbamyl, bekam mit Majestät Jacqilcs,- der von London nach dem Haog übergesiedelt war. Streit, weil er für Besorgung oricn ialischcr Prunkgcwändcr eine kleine Rechnung von 150,000 Francs über, reichte. Kaiser 'Lebaudy fand diese Rechnung übertrieben, und um allen ärgerlichen Weiterungen, aus dem Wege zu gehen, hat er den Haag ver lassen und sich in Brüssel uiedergclas sen. Er betreibt augenblicklich den Verkauf seiner Güter in Frankreich und unterhandelt durch einen M. Vcausy. um die Scheiks im Norden der Sahara für die Sache seincsWah nes zu gewinnen. Aber Schamyl ist jetzt auch nach Brüssel gekommen und will seine Rechnung bezahlt haben. Da sich Jacques I. in den neuen Gcwän dern bereits von einem Muselmnaen probeweise hat huldigen lassen, so wird er sie am Ende gar bezahlen müssen.
Eine Anti'Hut-Bcwegung in Eg land. Was bisher nur einige Naturmen. sehen" wie Nagel oder Maler Diefsenbach versuchten, nämlich die Emanzipirung von der Kopfbedeckung, beginnt in England zur Losung mancher Kreise zu werden.' Die englische Presse signalisirt die Fortschritte, welche die No-Hat-Crusade" in Leeds, Oxford und London madft. In der erstgenannten Stadt führen die Freunde der Physischen Kultur" regelrechte Kampagnen zu Gunsten der Hutlosigkeit. In zahlreich besuchten Versammlungen legen die Redner alle Uebel dar, welche, in England durch den erst durch, die Normannen elngeführtenHut entstanden sind. Knaben und Zunge Leute) welche dank ihrer Beschäftigung meist ohne Hut gehen, haben nachveislich eine kräftigere Behaarung und sind Erkältungen sowie 5lopfschmerzen wemger ausgesetzt. In Oxford hat der Lehrkörper jüngst die Sitte eingeführt, daß die Schüler zu den verschiedenen Vorträgen von einem Kollege ins andere ohne Hut geführt werden. In London wiederum sind es die Börsianer und Bankbeamten, welche die An-ti-Hutbewegung praktisch fördern. Es hat si chdie Sitte ausgebildet, daß viele von ihnen, wenn sie gegen 5 Uhr Nachmittags die City verlassen, mit unbedecktem Kopfe durch die Straßen gehen. Von den anderen Passanten wird dies heute gar nicht mehr beachtet. Taö Geheimniß der Marke Charticufc". Die Karteuser sind bekanntlich auf Grund der neuen Ordensgesetze aus ihrem berühmten Kloster La Grande Chartreuse", in dem sie den weltbkannten Kräuterlikör erzeugten, vertrieben worden. Ein vom Staate bestallter Liquidator verwaltet nunmehr das Gut. Die Likörbrennerei ist seit jener Vertreibung der Mönche nicht mehr in Betrieb; die Herstellung des berühmten Chartreuse", der seinen Siegeszug durch die ganze Welt hielt, hat dort vollständig aufgehört. Der staatliche Verwalter versucht nun die Fabrikmarke Chartreuse" zu vcrkaufen. Gegen dieses Verkaufsrecht hat der letzte der Leiter der Likörfabrikation, Pater Vamat, im Klageweqe protestirt. Er bestreitet, daß die Bezeichnung Chartreuse" zur B-ncnnung eines beliebigen anderen Likörs verwendet werden dürfe. Denn die Kartäuser haben das Geheimniß über die Zusammensetzung ihres Likörs völlig gewahrt und die Herstellung des beliebten Getränkes nach der spanischen Ortschaft Tarragona verlegt. In diesem Sommer hält der DeutscheSchachbund seinen vierzehnten Kongreß ab. und zwar in Koburg in der Äeit voin 16. bas 20. Juli. Säugende Mutterschafe sind schonend zu behandeln und ihre Ernährung muß möglichst gleichmäßig sein, damit sich die Beschaffenheit der Milch nicht ändert. Mit dem Wechsel des Futters ändert sich die Milch, und es entstehen dadurch leicht Lämmerkrankheiten. Bei. der Frühjahrs- und Sommerlammung werden die Mutterschafe mit ihren Lämmern, nachdem diese vier bis fünf Tage alt geworden sind, auf nahe Weiden getrieben. Ein gutes M i t t e l . g e -gen Schafräude erhält man. wenn man gewöhnlichen Tabak mit Wasser abkocht. Für größere Heerden sind für ein Schaf ein bis zwei Quarts Tabakabkochung erforderlich, zu welcher man auf je drei Gewichtstheile Tabak 22 Gewichtstheile Wasser gebraucht. Mit diesem Absud wird das kranke Thier (mittelst Bürste .oder Strvhwisch) gehörig abgewaschen'
ytnefiswe elfter" Die chinesischen Geister sind als absonderliche und possirliche Käuze bekannt. Eine berechtigte Eigenthümlichkcit der chinesischen Geister ist die, daß man sie häufig in einer formlosen Gestalt sieht, d. h. daß man den Kopf zuerst wahrnimmt, dann die Füße, dann den Körper u. s. w., die verschiedenen Theile erscheinen und verschwinden in schneller Reihenfolge. Auch glaubt der Chinese, daß ein Geist kein Kinn hat; die Redensart, die er häufig anwendet: Du haft kein Kinn," ist gleichbedeutend mit: Du bist ein Geist." Das weiße Gewand, in das der Aberglaube des Westens alle gisterhaften Gäste kleidet, kennt man im Reich der Mitte nicht: ein Geist zeigt sich in diesem Lande fein manierlich in den Kleidern, welche er während Lebzeiten zu tragen gewohnt war. Am häufigsten erscheinen den Lebenden die Geister von Gemordeten, namentlich die von Selbstmördern. Die leheren, die man daran erkennt, daß sie rothe Seidentücher tragen, erscheinen an den Orten, an welchen sie ihre Unthaten begangen haben, und versuchen, andere zu überreden, ihrem Beispiel zu folgen; miunter schicken sie sich an, die zu erwürgen, die nicht geneigt sind, ihrem Ersuchen nachzukommen. In der ersten Zeit nach dem Tode treibt es die Geister am häufigsten und am mächtigsten, ins Leben zurückzukehren. Sie kommen nach ihren früheren Aufenthaltsorten und suchen ihre alten Beschäftigungen wieder aufzunehmen. Uebrigens trauen die Chinesen den gewöhnlichen Geistern keine große Intelligenz zu; man hält ' sie durchschnittlich für dumm, und Personen, die ihre Selbstbeherrschung nicht verlieren, können sie leicht am Gängelbände führen. Am 17. des 7. Monats findet in vielen Häusern eine Zeremonie statt, die darin besteht, daß man auf einen Tisch mit Kuchen gefüllte Teller stellt und dazu eine geschriebene Einladung, die da besagt, daß das Gebiet den ehrwürdigen, heimathlosen Geistern" geweihs sei oder denen, deren Verwandte zu arm sind, um etwas für die Verstorbenen zu thun; dieses sind die Armen des Geisterlandes. Ergehen diese Einladungen auch an die Geister, die fern und nah sind," so scheint es doch als ob ein Armenges?tz bestehe, demzufolge die Unterstützung nur den Armen des betreffenden Bezirkes zugute kommen soll. Jedenfalls aber verschmähen edle und vornehme Geister diese Beköstigung. Sie würden sich überhaupt niemals mit den Lumpen, von Geistern an einen Tisch setzen. . Zum ftau Jlnitzki. Wie man vernimmt, ist der russische Gesandte Schadowsky noch nicht soweit hergestellt, daß er das Haus verlassen kann, doch ist der Verkaufter Heilung, dank dem raschen und erfolgreichen operativen Eingriff des Berner Chirurgen Kocher, ein sehr guter. Den Aufschlüssen, die der Bundesrath ,im Falle Jlnitzli geben wird, .sieht man nach der angekündigten Interpellation im Ständerathe mit Interesse entgegen. Das schweizerische Justiz- und PolizeiDepartement hat bereits, um Mißverständnissen vorzubeugen, mitgetheilt, daß das Departement wiederholt die zuständige Polizeibehörde des Amtsbezirkes Äern, den Regierungsstatthalter von Herrenschwand in B:rn, unter Kenntnißgabe der von Jlnitzki an die russische Gesandtschaft gerichteten Briefe, ersucht Hai, alle Sicherungen für den Gesandten Schadowski zu treffen. Das Departement fügt in seiner Erklärung bei, daß es sowohl Hinsichtlich der getroffenen Maßnahmen als auch hinsichtlich des Verhaltens Jlnitzki's immer beruhigende Nachrichten erhalten habe. Wc Anzeichen . scheinen darauf hinzuweisen, daß es an der Polizei gefehlt hat. Man spricht nun davon, eine eidgenössische Schutzmannschaft zu errichten.
Jaranisch- PrcKcenVur. In Kobe wurde ter Herausgeber des Kode Herald", Herr A. W Curtis, wegen Verletzung des neuerdings erlassenen Preßgesetzes zur MindestStrafe von 20 Yen verurtheilt. Die inkriminirten Stellen lauteten: Vizeadmirals Kanimura gleichartig und ge. schickt zusammengesetztes Geschwader von sechs geschützten Kreuzern befindet sich jetzt an einem gewissen Orte in dem japanischen Meere" und es wurde gemeldet, daß das Geschwader Chinhaiwan sechs oder sieben Tage vorher anlief, wahrscheinlich um nach Wladiwostok oder in dessen Nähe zu gehen. ' Die beiden Stellen, verstießen gegen die Marinepreßgesetze, in denen es heißt: Es darf nie die Zahl von Kriegsschissen, ihre Art oder Zusammensetzung genannt werden und weiter: Es dürfen nie Ortsangaben mit Bezug auf Schifssbewegungcn gemacht werden. Die Strafe, fiel so gelinde aus, weil, wie der Staatsanwalt hervorhob, der ganze Vor Gensan" überschrieben? Artikel sehr schmeichelhaft für die japanischeMarine gehalten war. Himbeer Kalteschale. Ein Quart Himbeeren und ändert, halb Quart Wasser tverden sünf Minuten lang gekocht, durch ein Sieb ge gössen, ein viertel Pfund Zucker dazu gethan und kalt gestellt. Später fügt man ein halbes Quart rohe, aiivgc suchte Himbeeren dazu.
Herzogliche Lebensretter. Wie , der Schwager des deutschen Kaisers und die Schwester der Kaiserin zu Lebensrettern wurden, erzählt man in Kiel folgendermaßen: Der in fehr bescheidenenVerhältnissen lebende Handelsmann Petersen, der auf der Heide bei Kopperby in der Nähe des herzoglichen Gutes Grünholz, östlich vom prinzlichen Gute Hemmelmark wohnt, hatte während einer Geschäftsreise das Unglück, auf einsamer Landstraße von einem im scharfen Galopp ankommenden Gefährt angerannt zu werden. Der Zusammenstoß war so wuchtig, daß der Wagen umschlug, und den Führer unter sich begrub. Petersen brach das Schlüsselbein und blieb hilflos liegen. Der Urheber des Unglücks setzte seine Fahrt, unbekümmert um den Gestürzten, fort. Zufällig passirte der Herzog Friedrich Ferdinand von Schleswig - Holstein - Glücksburg mit seiner Gemahlin Karolme Mathilde, der Schwester der Kaiserin, die Unfallstelle, und beide erblickten den Hilflosen unter dem Wagen. Sie stiegen ab, legten persönlich Hand an und bemühten sich gemeinsam, den Verunglückten un ter dem schweren Gefährt hervorzuziehen. Es geläng. Man brachte dann den Verletzten in seine Wohnung, wo er jetzt seiner Genesung entgegengeht. Eine Vorladung für den Papst. Aus Paris wird geschrieben: Papst Pius X. wird in den nächsten Tagen durch Vermittelung des französischen Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten eine von einem Pariser Gerichtsvollzieher beglaubigte gerichtliche Vorladung erhalten. In dieser Vorladung fordert Herr Charles Wirbel, Vormund des minderjährigen Henri Watkins. den Papst als Nachfolger des verstorbenen Papstes Leo XIII. auf, ein Vermächtniß von 100,000 Francs, das der verstorbene William Watkins dem vorigen Papste, letztwillig hinter.lassen hat. abzulehnen, widrigenfalls sich die Rechtsvertreter des Henri Watkins genöthigt fehen würden, gegen den Papst einen Prozeß anzustrengen, um ienes Testament für ungültig erklären zu lassen. Nach dem Tode des William Watkins fand man zwei Testamente, in welchen von den für den Papst bestimmten 100.000 Francs die Rede war. Später fanden sich aber noch zwei andere Testamente, in welchen
ienes Vermächtmß nicht mehr erwähnt wurde. Darauf stützt und beruft sich der Vormund be: seinem Antrage: An nulliruna der ersten Testamente. Es ist übrigens nicht das erste Mal. daß franzosische Gerichte über die Gültig keit einer, dem Papste zugedachten Erbschaft zu befinden haben. Man erinnert sich vielleicht noch des Rechtsstrep tes zwischen Leo XIII. und den Erben der Marquise von Plessis-Belliere. Die Marquise hatte dem Papste ein Haus auf der Place de la Concorde vermacht, mit der' Bestimmung, daß daselbst die päpstliche Nunhatur Unter kunft finden sollte. Die Erben der Marquise beantragten die Annullirung dieser Testamentsklausel, aber der Papst gewann den Prozeß in allen Instanzen. Die letzte Instanz, der Kassationshof. wurde allerdings nicht angerufen, da inzwischen ein Vergleich zustande gekommen war. Der Papst behielt das Haus, überließ es aber nicht seinem 'untius. sondern verkaufte es an den Automobil-Club, der dort noch heute seine Clubräume bat. Wenn es icht zwischen den Erben oes William Watkins und dem Papste zum Prozesse kommen sollte, würde es sich hauptsächlich um die interessante Frage handeln, ob Papst Pius X. als der legale Erbe Leo's XIII. zu betrachten Motivirt. Was haben Sie nur gegen die ''teuerräthin. daß Sie di smal nicht 'iit zur Geburtstagsgramlation kommen wollen?" Sie hat mich neulich beim Vromenaden-Kon-zert, da sie nit der Baronin ging, vollständig ges'itten. und wissen Sie. über vorsä' ''che Hintansetzung kar.n ich mich grundsätzlich nich: hinwegsetzen!" Versucht cs einmal! Es soll ein Gegenstand mit dem Munde vom Boden , aufgenommen werden, z. B. ein Hut, den man auf die Dielen stellt, so daß die Krampe nach oben gerichtet ist. Die Sache sieht leichter aus, als sie ist, denn dem Spielführer ist es erlaubt, die Stellung vorzuschreiben, in welcher das Aufnehmen geschehen soll. Er kann konunandircn : Beide Hände in die Hüften: nicht niederknien; überhaupt das Knie nicht krümmen: auf einen, Beine stcheii, die linke Hand faßt da rechte Ohr, die rechte Hand den Stic felabsatz am linken Fuße u. s. w. Nun versucht es einmal! Die meinen Geburten ereignen sich' in Oesterreich in den Karstländern Krain. Gö und Gradiska. Jstrien und Dalmatien, die wenigsten in Wstrf flsshrrTJt rtVrn fl7tSrrtiirJrJf 1 1 VilVtUUtk VV4 WVIVVV4ViWi VWlUf Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnten. probat. Köchin (in's Bureau stürzend): Können Sie nicht gleich mit herüber kommen, Herr Kommerzienrath die Frau Kommerzienrath sind in Ohnmacht gefallen." Kommerzienrath: Hab' jetzt k:ine Zeit rufen Sie nur recht laut: ,Frau Kommerzienrath, die Schneiderin ist da!'- dann kommt sie gleich wieder zu sich."
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