Indiana Tribüne, Volume 27, Number 285, Indianapolis, Marion County, 23 July 1904 — Page 3

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Bricht zum zlocitcn Male

zur Beilegung

Arbeitgeber hielten das Abkommen

Nähe.-Grobe Excesse Die mexikanische Mordthat Falschmünzcr abgefaßt. Aus Colorado.

Frieden S-Versuche g escheitert. Chicago, 22. Juli. Der heute wiederum erneuerte Streik in den ViehHöfen und in den Zweig'Fabriken der Großschlächtereien des Landes wird noch mindestens einen Tag länger dauern. Eine gemeinsame Conferenz beider Seiten, welche den zweiten Streik zu schlichten versuchte, war erfolglos und die Versammlung vertagte sich zu einer weiteren Besprechung auf morgen früh. Ob eine Beilegung morgen zu Stande kommt, erscheint fraglich. Im ungünftigen Falle dürfte es zu einem Sym pathie-Streik der übrigen Gewerkschasten in der Fleischindustrie kommen. Die Großschlächter neh m e n Stellung. Chicago, 22. Juli. Es der lautet, daß die Großschlächter beschlossen, den Streikern nicht nachzugeben und den Neuausbruch des Kampfes mit völliger Schließung der Schlachthäuser zu erwidern, bis genügend ge übte Nicht-Unionisten gewonnen sind, um den Betrieb in großem Style zu ermöglichen. Der Betrieb mit kleiner Mannschaft hat sich in den Schlacht Häusern als zu kostspielig erwiesen. Zum Sympathie-Streik bereit. Die verschiedeneu Gewerkschaften, welche durch einen SympathieStreik berührt werden, beschlossen bereits, nach Ermessen ihrer Führer an den Ausstand zu gehen. Bürgermeister Harrison, der sich nach Schlichtung des Streiks auf eine Fe rienreise begcben, wurde nach dem Wiederausbruch sofort nach Chicago zurückberufen. Schwere Excesse. Zur ersten Ausschreitung kam es, als ein gewisser Miller von Streikan' Hängern überfallen wurde. Sie mißhandelten ihn so scblimm, daß man im Hospital seine Aussichten auf Rettung als sehr ungünstig bezeichnete. Der An griff, bei dem Miller einen Schädelbruch erlitt, fand vor Armour's Fabrik statt. Ein anderer Nicht-Unionift wurde von einem Straßenbahnwagen gerissen und von einer Menschenmenge mißhandelt. die indessen bei Ankunft der Polizei auseinanderstob. Der Mann wird wiederhergestellt. Streikbrecher blieben. Kanfas City, 22. Juli. Präsident Donnelly's Befehl zur ErNeuerung des Streiks kam als Ueberraschung für Großschlächter und Arbeiter. Obwohl fast alle 'der verschiedenen Tausende, welche sich am Ausstande besunden, arbeitsbereit vor den verschiedenen Fabriken erschienen, wurde doch nur eine beschränkte Zahl zurückgenom men. Jede Gesellschaft nahm gerade so viele Streiker, um eine zum Betriebe vollständige Mannschaft zu erhalten. Den Abgewiesenen machten die Großschlächter keine besonderen Versprechungen und . e'S entstand eine Stimmung leidenschaftlicher Bitterkeit. Fast alle Streibrecher sind geblieben. ANe gehorchendemStreikb e f e h l. Oft St. LouiS, Jll., 22. Juli. Gehorsam dem Befehle Donnelly's ging die Gewerkschaft derMetzger und Fleischschneider, wovon 4500 Leute in den Großschlächtereien angestellt sind, an den Streik und der Betrieb in den Fabriken ist eingestellt. Die meisten Leute hatten wieder um Arbeit nachge sucht und waren ihren alten DepartementS überwiesen worden. Betrieb im Stocken. Omaha, 22. Juli. Mittags wurden alle Leute, die in den Großschlächtereien von Süd Omaha die Ar beit aufgenommen hatten, wieder zum Streik gerufen. Da die Streikbrecher gestern und heute nach ihrer Entlohnung die Stadt verlassen hatten, steht die Lage Übel für die Großschlächter. ' A l e x a n d r i a. Die britische Mittelmeer-Flotte ist hier angekommen.

Strcik

ans. Erste Conscrcnz gescheitert. nicht. Sympathie-Streik in drohender Die Blutthat in Mexico. W a s h i n g t o n, 22. Juli. Rücksichtlich der Tödtung von 2 Amerika nern in AquaS Caliente, Mexico, tele graphirt Conful Kaiser in Mazatlan: Amerikaner depeschirten, Alcalde Terres, Neffe deS Generals Terre, sei im Rausch nach Ways Bureau in Geschäften gekommen, die ihn ersuchten, sich in nüchternem Zustande wieder einzusinden. Terres sandte Untergebene, um Clarence Way und Ed. Latimer zu verhaften; anstatteine Ver Haftung vorzunehmen, verübten diese aber den Mord Untersuchung ist im Gang." Der Consul ist vom Departement angewiesen, in Aquas Caliente weitere Nachforschungen' anstellen zu lassen. Der Platz liegt entfernt; nächstes Consulat war Mazatlan. Falschmünzer im Garn. Allen t own, Pa., 22. Juli. N. Ceroito, A. Tilly und O. Dencita wurden gestern Nacht durch Beamte vom Geheimdienst unter der Anklage verhaftet, falsche halbe Dollars in Easton. Pa. und Philippsburg, N. I., in Verkehr gebracht zu haben. Die Leute standen schon längere Zeit unter Verdacht. 30 falsche Geldstücke fand man bei ihnen, 300 weitere in einem Versteck. Verurtheilte Budler. St. Louis, Mo., 22. Juli. Im Krcisgericht wurden heute I. I. Hannigan und A. I. Denny wegen BestechungS - Annahme als Mitglieder der Municipal-Versammlung zu je 2 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Die Verhaftungen in der Portland-Grube. Victor', Colo., 22. Juli. Die Portland-Grube ist jetzt mit neuen Maschinisten und Heizern in Betrieb an Stelle der durch das Militär Verhasteten, wegen angeblicher Entdeckung einer Verschwörung die Arbeit niederzulegen. Von den 40 Verhafteten wurden 10 durch die Militär-Commission aus dem Distrikt ausgewiesen, der Rest kam auf freien Fuß. Riesiger Andrang. Chicago, 22. Juli. Der Zug nach dem Westen anläßlich der Eröffnung der Rosebud Indianer Reservation in Süd Dakota hat alle Erwartungen übertroffen. Die Chicago & Northwestern Bahn allein brachte 30,000 Menschen nach Bonesteel, Fairfax und Jankton. Morgen ist die letzte Einschreibung; Ziehung beginnt am 23. Im Allgemeinen gehören die Grundstückesucher zum besten Typus des amer. Farmers und des jungen GeschäftsmanneS. U n p ol i t i f ch e Besucher. E s o p u s. N. , 22. Juli. Bis zum 26., dem Zusammentritt des demokratischen NationalComiteS in New. Bork, wird Herr Parker vornehmlich Freunde empfangen, welche Geschäfte nichtpolitischen CharakteS zu ihm führen. Frühzeitig trafen heute zwei perfönliche Freunde ein; Herr und Frau Sheehan wurden zum Gabelfrühstück in Rofemont erwartet. Befürchtungen für den. amer. Orient-Hand el. Washington, 22. Juli. Die Pacific Mail Steamship Co. theilte dem Staatsdepartement ihre Besürchtungen wegen der Ladung einiger Schiffe mit, die zwischen der PacificKüste, China und japanischen Häfen fahren. Anlaß gibt die Beschlagnahme der Malacca" und die Verurtheilung des britischen Dampfers Allenton" durch ein Prifen-Gericht. Die Agenten der Gesellschaft wünschen eine Definition von Contre Bande, welche der Beschlagnahme unterliegt. Die Angelegenheit wird von den jurist! schen Beamten des Departements untersucht. Bombay. P. C. Rondanovsky. erster Sekretär der russischen Gesandtschaft in Peking, beging in einem Bahnzug zwischen Madras und CalI i fc f CriM jVUUU sSClUilUUlU.

Taggart's Freunde

Nunmehr fest von seiner Wahl als Comite-Vorsitzender überzeugt. New York, 22. Juli. Die An. kündigung, daß Senator Gorman nochmals erklärte, nicht als Vorsitzender des National-ComikeS fungiren zu können, hat die Lage nach Ansicht von Taggarts Anhängern vereinfacht. Sie sind der Anficht, daß Taggart am Dienstag einstimmig vom NationalComite zu seinem Vorsitzenden gewählt wird. Die Versuche. W. F. Sheehan an den Vorsitzenden-Platz zu bringen, stören die Taggart Leute nicht, da sie nicht glauben, Richter Parker werde in dieser Richtung einen Einfluß ausüben. Taggart empfing heute im HoffmanHouse eine Anzahl Besucher, darunter verschiedene Comite-Mitglieder. Gormanlehntdefini t i v a b. W a s h i n g t o n, 22. Juli. Senator Gorman, der heute hier weilte, erklärte, er habe Allen, die ihn zum Vorfitzenden des National - Comites wünschen, mitgetheilt, daß es ihm unmöglich sei, die mit dieser Stellung verbundenen Lasten auf sich zu nehmen. Er fügt hinzu, daß keine VerHältnisse eintreten werden, welche ihn umstimmen könnten. Jedoch werde er den Leitern der Campagne alle ihm möglichen Dienste leisten. Besucher des Präsidenten. Oyster B ay, N. 22. Juli. Präsident Roofevelt empfing heute eine Reihe von Besuchern, darunter W. L. Ward, Mitglied, des republ. NationalComites von New 2)ori, den früheren Gesandten in Athen Ch. L. Francis u. A. Herr Ward wird wahrscheinlich Mitglied des Executiv-Comites vom NationalComite und wahrscheinlich während Corielyou's Abwesenheit Leiter des N. Z). Hauptquartiers. Großes Glück. C l a y t o n, N. , 22. Juli. Die Dampf-Jacht Castanel" von der Visgor - Linie gerieth deute auf der Rückkehr von Kingston, Ont., mit 150 Ausflüglern mitten im Strom in Brand und nur den glücklichsten Umständen ist die Vermeidung eines furchtbaren Unglücks zu verdanken. Die Vacht war nur eine halbe Meile vom Ufer entfernt, als das Feuer entdeckt wurde. Die Mannschaft vertheilte Rettungsgürtel an die Passagiere und nahm den Kampf gegen die Flammen aus.- Capitän Nune lenkte den Kurs des Schiffes nach dem Ufar, von der Dampfyacht Noomis" aus New Jork gefolgt, die bei Ausbruch des Brandes eine Meile entfernt war. Auf der Cedar Insel legte daS Boot an und die Passagiere konnten alle heil auf die NoomiS" befördert werden. Den Anstrengungen der Bemannung beider Boote gelang die Löschung der Flammen. Ein Maschinist und ein Heizer erlitten Brandwunden, werden aber genesen. Die Ursache deS Unglücks war eine Gas'Cxplosion, welche die glühenden Kohlen in den Maschinen-Raum schleuderte. in Grand-Jury Erhebt gegen Edward Butler Anklage wegen Bestechung. St. Louis, 22. Juli. Oberst Edward Butler, ein bekannter LokalPolitiker, wurde heute von der GrandJury der Zeugendestechung angeklagt. Die Anklage stützt sich auf das Zeugniß des früheren Delegaten Kelly, der sagt, Butler. habe ihm $15,000 gegeden, damit er sich außer Landes aufhalte, bis die Bestecher, gegen die er schädliche Aussagen machen konnte, durch Verjährung geschützt seien. Andere Anklagen, die man erwartete, sind nicht erfolgt. ES verlautet, Butler habe bereits Bürgschaft gestellt. Kurze Depeschen. 22. Juli. P o r t S a i d. Der britische Kreuzer Venus traf aus Alexandria ein und fuhr, nach Suez bestimmt, in den Canal. . ' Southampton. Dampfer St. Paul von der America Linie, der am 27. nach New York fährt, befördert die Leiche von I. K. LoomiS. Sebastopol. Gloloff, Capitän eines Torpedo-JägerS, ertrank beim Versuche, einen Ertrinkenden zu retten. Letzterer konnte an Bord gebracht werden.

Von ver Wolga. Russische Blätter entwerfen eigenartige StimmungZbildr vzn der Wolga: Schiffsbrände, Zusamenstöße,' sanitäre Ungei-euerlichkeiten' Ausschreitungen der Schiffskapitäne, Prügeleien, Beschimpfungen, Mißhandlungen von Passagieren u. s. w. werden reichlich geschildert und erörtert. Ordnung und Disziplin fehlen. Gearbeitet wird nach Gutdünken, völlig planlos; die Schisfskommandanten sind zumeist Leute ohne Bildung; viele kennen nicht einmal die Signale' oder, richtiger gesagt, sie mißachten sie. , Die Besatzung der Dampfer ist. wie die Nowosti" schreiben, geradezu Gesindel. Die Dampfer sind schlecht eingerichtet. Vorsichismaßregeln , fehlen gänzlich. Es passirt nicht selten, daß ein Dampfer sein Steuer verliert. Neulich stieß dies dem Dampfer Lmrn zu, der ans User getrieben wurde. Die Besatzung ging ans Land, und den Schnapsflaschen wurde tüchtig zugcsprechen. Nachts legte man sich im Dampfer schlafen, da ertönte plötzlich der Ruf: Feuer!" und in wenigen Stunden war der Dampfer ein Raub der Flammen geworden. Ein andncr Fall: auf einer Niesenbarke mit Getreide brach Feuer aus; die LöscharbeZten wurden ziel-und planlos-geleitet; man sluchte und schrie und warf die Säcke mit Getreide hin und her; erst nachdem das Fahrzeug gesunken war, verfiel man darauf, daß man in der Eile den Ausgang der Kajüte mit Säcken verstellt hatte. In dieser Kajüte kamen drei Matrosen elend umZ Leben! Man tröstete sich und genoß nach der Arbeit. und dem Schreck wieder Branntwein . . . Wenn nach all diesem die Lokalpatrioten sich beklagen, daß das Publkum die Wolga vernachlässige und die Zahl der Touristen abnehme, so sind eben die lokalen VerHältnisse schuld daran, nicht das Pub-likum.

Ein sllirccklimes Nutomovil. Ungtü?, dem bei Homburg v. d. ö. der bekannte Berliner Hotelbesitzer Mühling zum Opfer fiel, schildert ein Augenzeuge folgendermaßen: Ich sah den Wagen mit entsetzenerregender Schnelligkeit von der Saalbura heruntersausen. Es wurde mir sofort klar, daß ein Unglück geschehen müsse, und ich gab mir die erdenklichsie Mühe, ein solches zu verhindern. Ich stellte mich auf die Chaussee, nahm mein Taschentuchl in die rechte und meinen Hut' in die lnke Hand und winkte, um den Wagen zu langsamerer Fahrt zu veranlassen. Es war vergeblich er nahte sich mit rasender Geschwindigkeit, einer wahrhaften Höllengeschwindigkeit. Schon auf eine Entfernung von 500 Meter hatte ich die Gefahr wegen der Kurve erkannt die vier Insassen, die Herren Uhl, Mühling. der Chauffeur und ein Herr, den ich nicht kannte, konnten sie wahrfcheinlich nicht bemerken der Wagen sauste an mir vorbei. Im nächsten Augenblick lag er im Roggenfeld, er war zwischen zwei Aepfelbäumen hindurchgesaust und hatte einen 1 Meter tiefen Graben übersprungen. Das linke Vorderrad war abgebrochen und in einem weiten Bogen 30 40 Meter weit seitwärts in ein Haferseld geflogen. Eigentlich, war es ein Wunder, daß nicht gleich alle vier todt waren, denn alle Insassen waren aus dem Wagen gestürzt. Herr Mühling lag rechts vom Wagen, er hatte einen zwölf Zentimeter langen Riß. im Schädel und konnte nicht mehr aufstehen. Ich ließ sofort einen andern Wagen halten und den schwer Verunglückten nach Homburg schaffen, wo er später verstorben ist. EinPolizeiwachtmcistcrals Raub Mörder. Eine schwere Blutthat ist in der Landgemeinde Crottendorf im Erzgebirge verübt worden. Der PolizeiWachtmeister Schramm, der mit seiner Familie das dortige Gemeindeamt allein bewohnt, hat zwischen 1 und 8 Ubr Abends den Gemeindekassirer Dietze erschlagen und dann den Kassenfchrank beraubt. Dietze sollte einer Sitzung des Sparkassenaizsschusses im Restaurant zum Deutschen Hause" beiwohnen. Als er nicht erschien, begab sich der Gemeindevorsteher persönlich nach dem Gemeindeamte, um nach dem Verbleib des pflichttreuen Beamten zu forschen. Das Amtsgebäude war iedoch verschlossen. Nunmehr holte der Gemeindevorsteher noch einige Ausschuß-Mitglieder herbei, und man war eben im Begriff, durch ein Fenster einzusteigen, als Wachtmeister Schramm erschien und die Hausthür öffnete. Es wurde eine Durchsuchung des Amtsgebäudes vorgenommen. Hierbei wurden verschiedentlich Blutspuren entdeckt. Man ging ihnen nach und fand schließlich die schrecklich zugerichtete Leiche des Kassirers. Die Mordthat war mit einem Veile verübt worden, welches, über und über mit Blut besudelt, in einem Aktenregal aufgefunden wurde. Den: Mordbuben stnd über 6000 Mark in die Hände gefallen. Die sofort aufgenommene Verfolgung des flüchtigen Polizisten, der gleich bei Beginn der Nachforschungen verschwunden war. ist bisher erfolglos geblieben. Nach den letzten Festste!, lunaen kostete den englischen Steuerzahlern die Krönung König Eduards die Kleinigkeit von 7.186.780 Mark.

' ;"" 'TödorowitsS. 5uu Belgrad wird der Pol. Kors resp." ge.r.cben: Die zeuclheilung des ehemccliaea Ministers '.es Innern im Kabinet Zm. zar-Markow.tich, Velimir Todoro witsch, hat in den politischen Kreisen nicht überrascht, da man diesen Prozeß allgemein als einen politischen ansieht, und diesen Ausgang im vorhinein vermuthete. Dies war übrigens auch eine natürliche Folge der durch die'Verurtheilung des ehemaligen Kabinetschefs König Alexanders, Dr. Milosch Petronjewitfch. gekennzeichnetenStellungnähme des Gerichts; politisch klug war weder der eine, noch der andere Vorgang. Die beiden Prozesse haben .dein gegenwärtigen Regime, jedenfalls mehr geschccdet, als genützt. Die Tendenz politischer Verfolgung trat insbesondere bei der Affäre Todorowitsch hervor. Hier stehen sich nämlich zwei voll kommen konkrete Fälle gegenüber; der eine derselben wurde von der Regie rung gebilligt, der andere aber als Ver brechen verfolgt. Advokat Draguiia Protitsch und Advokat Velimir Toto, rowitsch waren je zwei Jahre bevoll mächtigte Vertreter des serbischem Staates, in dessen Nachlaßerbscha'h nach dem verstorbenen serbischen Wchlthäte? 'Velimir Todorowitsch. Veidz hatten die Nechtsvertretung des serbischen Staates in der Erbchastsaffäre des in Rumänien Legenden Gutes Negoj vor den rumänischen Gerichten zu leiten und zu überwachen. Beide ent ledigten sich ihres Auftrages auf die gleiche Weis?, beide verrechneten auch die Ausgaben und stellten das ihnen zufallende . Honorar in Rechnung. Protitsch verlangte 60,000 Francs, Todorowitsch für die gleich: Arbeit 40.000 Francs. Die Regierung liquidirte Protitsch 40.000 Francs, ohne ihn weiter zu belästigen, Todorowitsch aber nur 5500, und ' ließ gleichzeitig gegen ihn eine Klage wegen Verunireuung erheben. Es ist richtig, daß Todorowitsch die Rechnung erst im Gefängniß zusammenstellte; daß-er es aber nicht früher thun konnte, war nicht seine Schuld. Im Januar d. I. erhielt er eine zweimonatliche Frist zur Vorlage der Rechnung. Dies hätte auch genügt, und es wäre überhaupt keine Veranlassung zu einer gerichtlichen Verfolgung vorhanden gewesen. Hier aber kommt das politische Moment dazu. Auf Intervention des Führers der extremen Radikalen, Ziwkowitsch, nahm der damalige Finanzminister die erttheilte schriftlche Ermächtgung noch am selben Tage zurück, unfo forderte Todorowitsch auf, die Rechnung binnen fünf Tagen vorzulegen. Da 'dies unmöglich war (Todorowitsch -hatte die erforderlichen Rechnungsbelege nicht bei sich), wurde er verhaftet, und auf diese Weise künstlich das Verbrechen der Veruntreuung konstruiert. Es erscheint daher unzweifelhaft, daß hier eine politisch: Verfolgung bestehe. Die Ausbeutung dieser Angelegenheit zu einer politischen Aktion bringt aber dem neuen Regime nicht nur in Serbien moralischen Nachtheil. Ein merkwürdiges Streiflicht auf den Geisteszustand vieler Serben wirst schließlich die Thatsache, daß sie über den tragischen Widerspruch sich nicht klar zu sein scheinen, welcher zwischen der Straflosigkeit des angetrunkenen Offiziers, der in das Haus des Todo rowitsch eindrang und blindlings auf ihn und seine Familie Revolverschüsse abgab, und der aus politischer Nachsucht erfolgten Verurtheilung des wie durch ein Wunder Geretteten besieht. Ein Prozeß gegen den Apostel Paulus. Ein in Athen erscheinendes Blatt erzählt folgende Geschichte: Ein griechischer Wohlthätigkeitsverein in Konstantinopel veranstaltete kürzlich eine Geldsammlung zu wohlthätigem Zweck. Der an die griechische Kolonie gerichtete Aufruf enthielt einen geeigneten Passus aus des Apostels Paulus Brief an die Galater. Einige Tage nach dem Erlaß dieses Aufrufes erschien ein türkischer Polizist bei dem Besitzer der Druckerei, woselbst das betreffende Dokument" hergestellt worden war und erkundigte sich nach der Adresse eines gewissen Paulus", der aufrührerische Worte an die Bewohner von . . . Galata bekanntlich eine Vorstadt Konstantinopels gerichtet hat te. Der Buchdrucker, der nur mit Mühe seinen Ernst zu bewahren ver mochte, erklärte ihm, daß der betreffen de Paulus bereits vor nahezu 200$ Jahren verschieden sei. Doch in der Annahme, man wolle sich über ihn lustig machen, ging der Polizist entrüstet von dannen, um eine Klage gegen den Buchdrucker anhängig zu machen. Infolge seiner konsequenten Weigerung, des Apostels Adresse anzugeben, wurde der Druckereibesitzer einfach eingesperrt, und der griechische Patriarch mußte seinen ganzen Einfluß aufbieten, um seine Freilassung zu erwirken. Auch eine Moral. Ihr dürft Eure anderen Kinder nicht zum kranken Seppel lassen." sagt der Arzt, dn -Seppel hat Diphtheritis. die rankheit steckt sehr an!" Jo, jo, schon gut," sagt die Bäuerin, ich halt die Kinner von ehm!" Am nächsten Tage ist trotz des Verbotes der Seppel von dielen Kindern umringt. Zum Donnerwetter, Frau." sagt der Arzt. Sie haben ja Ihre Kinder doch wieder zum Seppel gelassen, da müssen sie ja krank werden!" Ei ja," sagt die Bäuerin, '.die sein aach net uns're!"