Indiana Tribüne, Volume 27, Number 284, Indianapolis, Marion County, 22 July 1904 — Page 4

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Judiana Tribüne. 22. Juli 1904,

Zndiana Tribüne. Ht?au!geAedn von der ntebtg . Indianapolis, Ind. varry O. Thudium Präsident. GeschäftSlocal: Slo, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269.

.i tered at the Post Office of Indianapolis a second class matter. Polizeiliche Brutalität. Polizei - Superintendent Krüger schlägt den rechten Weg ein, wenn er von seinen Untergebenen gegen Hast linze begangene Brutalitäten streng rügt und bestraft. Ein Polizist darf sich niemals hinreißen lassen, an einem Ge fangenenLynchjustiz zu üben und, wenn dabei ertappt, sollte er unverzüglich aus dem Dienste gejagt werden. Das Gesetz gestattet nicht einmal einemRichter, Prügelstrafe zu verhängen, und ein Polizist, der seine Würde so. weit vergißt, daß er sich an einem wehrlosen Gefangenen vergreift, ist für sein Amt untauglich. In letzter Zeit sind viele Beschwerden über von Polizisten an Gefangenen be gangene Brutalitäten laut geworden und eS ist an'der Zeit, den HerrenBlauröcken klar zu machen, daß die Bürgerschaft sichüber das Vorgehen deS Superintendenten Krüger in dieser Anzelegenheit freut und ihn thatkräftig unterstützen wird, dergleichen Uebergriffe aus der Welt zu schaffen. In den meisten Fällen find unsere Polizisten zu Zweien, wenn sie eineVerHaftung vornehmen. Sie sind zumeist kräftige Veute und mit Knüppel und Revolver bewaffnet. Es dürfte absolut keine Entschuldigung für ein Paar solcher SicherheitZwächter für Ausübung roher Gewalt geben. Wenn zwei solche Männer einen Betrunkenen erst brutal mißhandeln, ehe fiel ihn in die Station abliefern, so find sie entschieden untauglich für das Amt von Polizeidienern. In dem vorliegenden Falle (Mißhandlung eines Reisenden durch die Polizisten Rader und Rochford) lag überhaupt keine Ursache vor, den Gefangenen zu miß handeln. ES war ein überaus feiger, erbärmlicher Angriff auf einen wehr losen Berauschten. Selbst wenn der Verhaftete sich unfläthiger Redensarten bedient haben sollte, so durfte der nüchterne Polizist sich nicht zu einem thätlichen Angriff hinreißen lassen. Er sollte, wenn die Anklagen gegen ihn auf Wahrheit beruhen, vegen thätlichen Angriffs unter Anklage igeflellt und in's Arbeitshaus gesandt werden. ' Ein besonders empörender Fall wurde am 23. Juni berichtet, leider aber nicht von dem Betroffenen verfolgt. Letzterer, ein durchaus anständiger deutscher Bürger wurde ohne jede Ursache von zwei unifoamirten Rowdies" auf'ö Gemeinste mißhandelt und die Kerle glaubten noch ein Bravour stück begangen zu haben. Nur in den seltensten Fällen leistet ein ArrestantlWiderftand, wenn er sich von zwei Polizisten confrontirt sieht; sind diese beiden Polizisten nicht fähig, den Mann ohne Anwendung von Bru talität Handfesseln anzulegen, dann sollten sie Sauhirten werden. Nur wenn ein Polizist von tödtlicher ' Waffe bedroht ist, hat er das Recht, in Sicherung seines eigenen Lebens einen Gefangenen unschädlich zu machen. Der Beifall der gesammten Bürgerschaft ist dem Polizei-Superintendenten für sein energisches Vorgehen gegen brutale Polizisten gewiß. -m Ein Jubiläum. Man schreibt uns aus Berlin vom 10. Juli: , Zehn Jahre sind es jetzt her, seitdem die Centralftelle sür Arbeiter-Wohl fahrtseinrichtungen in Berlin sich an das Werk gemacht hat, für die Berliner Arbeiterbevölkerung VolkSconcerte des größten and edelsten Styles zu veran stalten. Als sie 1895 mit dem Plane hervortrat, BrahmMatthäuS-Passion für die Berliner Arbeiter aufzuführen, begegnete dieser Plan um so größeren Bedenken, als die Berliner Arbeiter schaft für besonders unkirchlich gilt. Der Erfolg war, daß zwei Aufführun gen der MatthäuS-Passion von 7183 Arbeitern besucht wurden! Seitdem hat die Centralstelle die Volöconcerte in Berlin mehr und mehr zu einer Ein richtung -ausgebaut, die ihresgleichen in keiner anderen Stadt findet. In zehn Jahren wurden 57 Concerte ver

anstaltet, die im Ganzen von 125,248 Männern und Frauen aus der ardei tenden Klasse besucht wurden. Von diesen Concerten waren 31 OratorienAufführungen. Sehr begehrt waren von Anfang an die Solistenconcerte. Bei dem Concerte, das Nikisch dirigirte, mußten zahlreiche Bewerbungen um Einlaßkarten abgewiesen werden. Es wurde streng darauf gehalten, alle diese Concerte auf dem höchsten künstlerischen Niveau zu halten; für daS Volk ist das Beste gerade gut genug." Nikischdirigirte, Josef Joachim wirkte als Dirigent wie als Solist mit;

unter den sonstigen Solisten seien nur Namen wie die Sängerinnen Lilli Lehmann, Amalie Joachim, Emilie Her zog, Rosa Sucher, die Klaviervirtuosen Ansorge und Dreyschock, der Geiger Petschnikoff genannt durchweg Künstler von Weltruf. Auch wirkten die großen Berliner Gesangschöre wiederholt mit, und ein Zeichen des gesun den Sinnes des Auditoriums war es, daß eS stets besonders ergriffen sich zeigte, wenn die Berliner Concertvereinigung Madrigal" gute alte Volkslieder vortrug. Ueberhaupt haben die Volksconcerte ganz bündig den Beweis dafür erbracht, welche Fülle echter. natürlicher künstlerischer Genußfühigkeit in dieser Berliner Arbeiterschaft ruht, die man doch als so sehr skeptisch, kritisch und unnaiv zu schildern liebt. Characteristisch ist eS, daß Jofef Joachim sich in dem ersten Concerte, in dem er mitwirkte, nur mit einigem Widerstreben zur Frühlingssonate von Beethoven und der Chaconne von Bach entschloß, da man solche Musik den Leuten doch kaum bieten könne in seinem zweiten Concerte spielte er daS Mendelssohnconcert und die KreutzerSonate, weil er sich davon überzeugt hatte, daß er diesem Publikum durch aus die höchsten und schwierigsten Werke bieten dürse. Der Umstand, daß die Zuhörerschaft hier 3 bis 4 Stunden andachtsvoll den edelsten künstlerischen Darbietungen lauscht, ohne unruhig zu werden und ohne nach Cigarren oder Bier zu verlangen, giebt den Volksconcerten etwas Weihevolles; und daß dem Arbeiter hier für wenige Groschen dieselben höchsten Genüsse zugänglich gemacht werden, die früher einPrivileg der bemittelten Klassen bildeten, das gibt der Veranstaltung ihr soziales Relief. Nichts, sagt man ja, nähere die Menschen einander so schnell, wie Musik und Schachspiel. Der weitere Ausbau der Volksconcerte hängt in erster Linie davon ab, daß Berlin einen Concertsaal für derartige Massenconcertveranftaltungen erhält. Neue Klagen. Noch zwei $5000 Schadenersatzklage. Mary I. Jones verklagte die Jndianavolis Tracton und Terminal Co. auf $5000 Schadenersatz sür ihr zuge fügte Beleidigungen und Schmerzen. Am 11. Juli befand sie sich ihrer Klage nach auf einer Virginia Ave. Straßen-bahn-Car und hatte dem Condukteur ihr Fahrgeld bereits entrichtet, als derselbe auf sie zukam und nochmalige Zahlung verlangte. Sie weigerte sich natürlich und der Conducteur forderte sie dann auf, trotz eines strömenden Regens den Wagen zu verlassen. Da sie dieser Aufforderung nicht nachkam, wandte derselbe Gewalt an und würde sie zweifelsohne in dem strömenden Regen auf die Straße geworfen haben, wenn nicht ein mitleidiger Passagier sich ihrer erbarmt und abermals Fahrgeld für sie bezahlt hätte. Für die ihr zugefügten körperlichen Schmerzen, sowie auch für die erlittene Demüthigung verlangt sie obigen Schadenersatz. $5000 Schadenersatzklage. Florence Felskie reichte gegen die IndianapoliS Traction und Terminal Company eine Klage für $5000 Schadenersatz ein, weil sie durch einen Straßenbahnwagen am 19. Juni auf der River Avenue angerannt wurde. In ihrer Klageschrift giebt sie an, daß der Wagen mit rapider Geschwindigkeit, ohne ein Warnungsfignal zu geben, sie von hinten anfuhr, wodurch sie zur Erde geworfen wurde und sich ein Bein brach. Neue Jncorpoxatioven. Die Jndiana SavingS, Loan and Building Assn.", Terre Haute, hat ihr Actiencapital von $1,000,000 auf $2,000.000 erhöht; ebenfalls die Plainfield Building and Loan Assn." von $50,000 auf $100,000.

Nachrichten aus Jndiana. Ist ihren Verwandte n in Sulli van entschlüpft. S u l l i v a n, 22. Juli. Die 20 Jahre alte Carrie Carter, Tochter von I. W. Carter von Carlisle, Ind., wird von ihren Verwandten in Sullivan vermißt und glaubt man, daß sie mit Charles Willis von Paxton, Sullivan County, durchgebrannt ist. Von der Eisenbahn überfahren. South B e n d, 21. Juli. Auf der Heimfahrt gerieth vergangene Nacht Kittie Hough, die Tochter des Straßen-bahn-ConducteurS Benjamin Hough in Indianapolis, früher in Lagrange, an der Grand Trunk Eisenbahn-Kreuzung mit einem Zug ln Collision, gerieth unter die Locomotive und wurde schrecklich verstümmelt als leblose Masse hervorgezogen. Ihre Begleiterinnen, Lulu Houghton auS Plymouth und Mabel Clark aus Elkhart, wurden aus dem Wagen geschleudert und erlitten schwere Kopfwunden, sowie mehrere Brüche. Sie wurden nach dem Hospital ge schafft. ES wird beabsichtigt, eine Schadenersatzklage gegen die EisenbahnGesellschaft anzustrengen, da die Locomotive die Division Straße entlang mit einer Geschwindigkeit von 20 Meilen die Stunde gefahren fein soll. Erpressungsversuch und Mißbrauch der Post. Muncie, 21. Juli. Emerson McColm, ein wohlhabender Farmer, wurde beschuldigt, den Versuch gemacht zu haben, von seinem Nachbar Thomas Neely $3500 zu erpressen, und unter $1000 Bürgschaft gestellt. McColm und Neely hatten wegen eines ViehVerkaufes Streit miteinander bekommen und erhielt Neely einen anonymen, mit Detective" unterzeichneten Brief, in welchem er aufgefordert wurde, wenn er Gefahr von sich abwenden wolle, solle er $3500 unter eine Brücke in der Nähe von McColmS Wohnhaus legen. Das Geld könne er sich von seiner Tante, Fräulein Hester Neely, versorgen, welche als reichste Frau von Madison County bekannt ist. Auch soll Frau Neely von McColm einen Brief unsittlichen Inhalts empfangen haben. Neely schenkte den Briefen keine Beachtung, -doch wies Postinfpektor Fletcher deren Ursprung von McColm nach und veranlaßte die Verhaftung desselben. Die Verhandlung wird im Bundesgericht in Indianapolis stattfinden. .

Seltsame Ebcschlicszung. Zu dem Pfarrer eines Londoner Kirchspiels kam neulich in großer Aufregung der Küster gestürzt und rief: Herr Pfarrer! Der Herr Kaplan läßt Sie inständigst bitten, gleich in die Kirche zu kommen. Er hat zwei Paare getraut, die unrichtigen Leute zusammengegebcn und' weiß nun nicht, was er thun soll." Haben sie schon das Pfarrregister unterzeichnet?" fragte der Pfarrer. Nein, noch nicht," erwiderte der Küster. Dann," sagte der Pfarrer, kann die Sache noch in's Reine gebracht und die Leute können aus Neue getraut werden. Sagen Sie dem Herrn Kaplan, ich würde in einigen Minuten in der Kirche sein, um selbst die Trauung vorzunehmen." Der Küster eilte in die Kirche zurück, bald erschien auch der Pfarrer an der Kirchthür, wo er die beiden Paare und noch ein paar andere Leute wartend vorfand. Ehe er aber noch ein Wort sagen konnte, trat einer -der beiden Brautigame, ein Polizeibeamter, zu ihm heran und sprach: Wir haben die Sache mit einander besprochen, Herr Pfarrer, und sind zu dem Entschlüsse gekommen, die Sache so bleiben zu lassen, wie sie nun einmal ist." Und es blieb dabei. Die beiden Paare zogen ruhig und kühl ab in den Ehestand hinein, unbekümmert darüber, daß zedes mit emem andern verheirathet war, als es noch eine Stunde vorher erwartet hatte. Von 1 1 c n Berufen, die es gibt, hat die Grubenarbeit auf Quecksilber den schädlichsten Einfluß aus die Zahne. Bleicher und Backer verlieren auch häufig vorzeitig die Zahne. nvlaner als vtecdtSanmalt. In Iowa wurde jüngst der erste Indianer, und zwar in der Person Thomas St. Germaines, zur Anwaltspraris zuaelassen. St. Ger maine ist ein Nachkomme des kanadischen Häuptlings Great Beard, und sein Vater war ein Pelzjäger Namens Germaine. Bis zu seinem 15. Jahre war er verwahrlost, wie die anderen Jndianerkinder, in den Wäldern, dann tarn er m die Regierungsschule zu Rhinelander, Wis., und er wurde der lernbegierigste Junge in der Anstalt. Später kam er in 'die Jndianerschule zu Haskell, Neb., wo er 1901, graduirte. Seitdem studirte St. Germaine im Highland Park College zu Eldorado, Ja., die Rechte. '.Er legte dort ein glänzendes Examen ab.

Parkcrs Cickctgmossc. v 2tt demokratische Vi,epräk!dtntschastSkandiz dat ei Lelf-made Man." Ex-Vundessenaio? Henry Gassaway Davis yon West-Virginien, der von der demokratischen Nationalkonvention in St. Louis zum Vizepräsidenten nominirt ward, zählt bereits 80 Jahre und ist um 'nicht weniger als 28 Jahre älter als der Präsidentschafts -Kandidat Richter Alton B. Parker. Er steht aber noch heute mit erstaunlicher geistiger Frische-und Elastizität seinen zahlrei-

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Henrv Gassaway Tavi?. chen finanziellen Unternehmungen vor und spielt nach wie vor als politischer Führer eine hervorragende Rolle; sein Haar ist ungeachtet seines Alters nur leicht ergraut, und jeden Morgen unternimmt er einen auf 10 bis 20 Meilen sich erstreckenden Spazierritt. Henry G. Davis ist ein Self-made Man" in des Wortes ureigenster Bedeutung. Er wurde in Howard County, Md., geboren und empfing eine einfache Dorfschulbildung. Du sein Vater frühzeitig starb, mußte er schon im Knabenalter seinen Unterhalt durch Farmarbeit verdienen. Mit 20 Jahren erhielt er' eine Anstellung als Bremser bei der eben erbauten Baltimore & Ohio-Eisenbahn, und zwar genießt er die Auszeichnung, der erste Bremser irgend einer Bahn in den Ver. Staaten gewesen zu sein. Vierzehn Jahre stand Davis im Dienste der Bahn, bei der er zum Kondukteur und dann zum Stationsagenten in Piedmont, W. Va., aufrückte. Er etablirte dann dorten ein Holz-, und Kohlengeschäft. Davis erkannte mit prophetischem Blick die ungeheuren Reichthümer, welche in den Kohlenländereien West-Virginiens steckten, doch waren diese Ländereien noch nicht dem Bahnverkehr erschlossen und daher fast werthlos. Davis erwarb einen riesigen Komplex von Kohlenländereien und baute hierauf die West Virginia Central & Pittsburg-Bahn, durch die jenes Kohlengebiet erschlossen und-zu einer Einnahmequelle gemacht wurde, die Davis an die Spitze der industriellen und Finanzkreise jenes Landestheiles stellte. Seine politische Karriere begann Davis im Jahre 1865 als Mitglied des Delegatenhauses von West-Virgi-nien. Er war dann vo r 1867 bis 1869 Staatssenator und vertrat den Little Mountain"-Staat vor. 1871 bis 1883 im Bundessenate. - Davis bethätigte sich als Förderer der panamerikanisch :n Bewegung; er war Kommissär des ersten und Vorsitzender des zweiten panamerikanischen Kongresses. Im Jahre 1890 wurde er zum Mitglied d:r internationalen Eisenbahn-Kommission ernannt. Marquis Dyama. Wesen und Verdienste des berühmten Zapa Nischen Heerführers. Das Eintreffen des zum Höchstkommandirenden der japanischen Armee in der Mandschurei ernannten Feldmarschalls Marquis Oyama auf dem Kriegsschauplatz gibt uns Gelegenheit, an der Hand neuerer Nachrichten eine KW iTTX'fc , . '.V.V'A'' 1" WiL.V5?55Ä.' i a." v vr i .ii.. so&gr wss? MX1 X X' " x Marquis Oyama. Skn?e von dem niüt nur in seinem Vaterlande hochgeschätzten Heersührer zu entwerfen. Marquis Oyama ist ein kleiner dicker Mann von 62 'Jahren. Sein glattrasirtes Gesicht ist voll von Pockennarben. Man gewinnt zuerst den Eindruck, einen langweiligen, schläfrigen Menschen vor sich zu haben, aber ein

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Augenblick der Unterhaltung genügt, um diesen Eindruck zu verwischen. Man erkennt dann sofort, daß de: Marschall ein gewandter, lebhafter Mann ist, der merkwürdig schnell de.iken kann. Er ist die Verkörperung der guten Laune, und feine Altersgenossen wissen von manchem heitern Einfall und humorvollen Geschichten zu erzahlen, mit denen er sie in Augenblicken der Gefahr aufheiterte. Niemand hat in Japan mehr aufrichtige Freunde, denn er ist im öffentlichen wie im Privatleben völlig selbstlos. Obgleich ei Kriegsminister, Chef der Admiralität und Unterrichtsminister war, besitzt el keinen politischen Ehrgeiz und hat nie versucht, eine Part zu bilden. Die Aufrichtigkeit seiner Ziele, und die klar zu Tag tretende Ehrenhaftigkeit aller seiner Handlungen haben ihm einen Einfluß im japanischen Heere verschafft, der nur hinter dem des Marschalls Famagata zurücksteht. Wenig bekannt dürfte es sein, daß Oyama während des deutsch-französi-schen Krieges in der französischen Armee diente. Zu Beginn des Krieges mit China hatte er das Glück, Port Arthur und Weihaiwei zu erobern, und man schrieb es ihm allein zu, daß die Land- und Seestreitkräfte Japans so erfolgreich zusammenwirkten. Seine Energie war phänomenal und Anstrengungen' schienen ihn Nicht zu ermüden. Seine Verdienste wurden mit der Beförderung zum Gensru (Marschall) und der Ernennung zum Marquis belohnt. Nach einer, Periode der Zurückgezogenheit wurde er im Jahre 1899 zum Chef des japanischen Generalstabes ernannt, als Nachfolger des früh verstorbenen japanischen Moltke." Generals Kawakami. Oyama entwarf den ursprünglichen japanischen Kriegsplan. Er wurde dabei anfangs von General Tamura unterstützt. Seit dem Tode des letztgenannten Generals, der vor einigen Monaten erfolgte, hat Ovama die ganze Mobilmachung allein geleitet. . ' Alabamas Eiscnricfc. Eigenartiges, imposantes Schauobjekt det et. Louiser Ausstelln. Wenn man auf der St. Louiser Weltausstellung das Gebäude für Bergbau und Hüttenwesen betritt, sc sieht man an dem Nordost-Flügel einen unheimlichen dunklen Riesen in die Luf! ragen. Es ist der gußeiserne Riese des Staates Alabama, der durch seine Per-

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Eiscls:atlle des Vulkan." , sen die Eisenindustrie dieses anMetallen so reichen Staates repräsentirt. Die Figur stellt den alten Gott der Schmiedekunst, den Vulkan, dar. Das Standbild ist nächst demjenigen der Freiheits-Statue Bartholdis im Hafen New Dorks das größte der Welt. Seine vollständige Höhe ist 56 Fuß, seine Taille 26 Fuß, die Länge eincs Armes 10 Fuß und sein Gewicht 86,500 Pfund. Der Bildhauer G. Moretti aus New Dork schuf Zeichnung und Modell- den Guß führte eine Gießerei in Birmingham aus, in dem dortigen Gußeisen. In's Leben gerufen wurde die Idee zu dieser Koloffalstatue von dem Commercial Club in Birmingham, der damit der weltberühmten Eisen- und Stahlindustrie des dortigen Bezirkes ein bleibendes Denkmal setzen wollte. Die Statue wurde eigens für die Weltausstellung angefertigt und soll später im Capital - Park zu Birmingham aufgestellt werden. Die Kosten des Bildwerkes belaufen sich auf 20.000. Die übrigen im Vergbau-Gebäud; befindliche Exhibits Alabamas, das auf der Ausstellung durch kein offizielles Gebäude vertreten ist, erstrecken sich auf Kohlen, Kokes, Anthrazit, Kupftrerze und schwefelkiesartige Gesteine. Ferner ist die Thonwaaren- und Cement-Jndustrie des Cotton"-Staa-tes in hervorragender Weise vertreten. Wie aus den Berichten . und Plänen über das Hüttenwesen Alabamas zu er sehen, sind die Bergwerke bei ihrer un gefähr 1000 Fuß betragenden Tiefe unersLzopfllch. '

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