Indiana Tribüne, Volume 27, Number 283, Indianapolis, Marion County, 21 July 1904 — Page 7

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Nomau von Ludwig Habicht. Fortsetzung Baron Heinrich senkte die stolz und unruhig funkelnden Augen. Ihr beschänit'mich durch eure Großmuth", sagte er ungewöhnlich leise, aber dein Verzicht auf das Majorat soll nur ei nen Tag gelten, dann trittst du wieder in den Vollbesitz aller Rechte, die ich dir vor meiner Flucht damals eing:räumt habe." Was soll das heißen? Das verstehe ich nicht recht." Es soll heißen, daß ich mich verheirathen und meiner Gattin die Freude machen will, daß sie hier als Tlaoratsherrin einziehen kann." Nun zeigte sich auf dem sonst so ruhigen, stillen Antlitz des jüngeren Barons keine geringe Ueberraschung; dennoch gewann er sogleich seine gewohnte, ruhige Haltung wieder, und er sagte freundlich: Das ist freilich eine große Neuigkeit; aber ich wünsche dir aufrichtig Glück!" Er reichte dem Bruder die Hand hin, die Heinrich kräftig drückte; 'dieser fuhr sogleich lebhaft und in freudiger Aufregung fort: 3a, ich hoffe noch einmal, trotz meiner vorgerückten Jahre, ein großes Glück zu -finden, denn es ist ein ganz herrliches Mädchen, daS ich zu meiner Frau machen will." Wie und wo hast du plötzlich die Herrliche entdeckt?" fragte der jüngere Bruder und in seinem Munde klangen diese Worte nicht einmal wie leichte? Spott. Du hast doch bei uns nizmand weiter gesehen und soviel ich weiß, auch bei unsern Nachbarn keine Besuche gemacht." ua meroer ?yr eucy freilich wundern. Ich fand meine Braut ganz in der Nähe im Walde; sie ist auch ein echtes Kind des Waldes." Du sprichst in Räthseln." Kannst du es nicht errathen?" fragte Baros Heinrich verwundert, dem die Schwerfälligkeit des Bruders seltsam vorkam. Es ist Fräulein von Sauk. die Richte des Försters." Ach die!" sagt: Bernhard etwas gedehnt. Kennst du sie näher?" Durchaus nicht. Ich habe sie nur immer flüchtig gesehen; man sagt, sie solle ein wenig phantastisch sein" und die Augen des Barons blickten jetzt hinter den Brillengläsern mit tU niger Besorgniß auf den Bruder; i hätte ihm am liebsten osfen und rückhaltslos gesagt, daß er diese Wahl keine glückliche nennen könne; aber er schwieg, wußte er doch, daß bei Heinrich solche Vorstellungen völlig vergeblich sein würden. Dieser entgegnete auch sogleich in seiner lerdenschaftlichen, keinen Widerspruch zulassenden Weise: Hedwig ist ganz so, wie ich eine Frau haben will. Ich werde an ihrer Seite noch einmal jung werden und das glücklichste Dasein führen." Das wünsche . ich dir aufrichtig. Möchtest du dir keine Enttäuschung holen." Lieber Bernhard, das ist unmözlich! Ich habe mich stets auf die W:lber verstanden. Hedwig ist das Herrlichste Geschöpf der Erde! Du darfst auch nicht fürchten, daß sie euch hier verdrängen wird; sie will nur den Triumph haben, an ihrem Hochzeitstage mit mir als Herrin einzuziehen, und dann folgt sie mir sofort nach Amerika." Nein, du bist von heut an wieder Majoratsherr", erklärte sogleich Baton' Bernhard mit ungewöhnlicher Entschiedenheit. Wir sind es, die euch den Platz hier für immer einzuräumen haben." Unsinn! Das fällt uns gar nicht ein, mir so wenig, wie meiner Braut! Du sollst sie nur näher kennen lernen und du wirst gestehen, daß sie ein prächtiges, großherziges Geschöpf ist. Ein Fürst brauchte sich ihrer nicht zu schämen." Bernhard lächelte ernst und still vor sich hin; eine solche Sprache fand er bei dem heißblütigen Bruder nicht sehr absonderlich; sah derselbe doch alles gern im rosigsten Lichte oder ganz schwarz; aber sicher würde ihm diesmal die Enttäuschung nicht ausbleiben, denn was er bisher von der Nichte des Sollbachschen Försters gehört, hatte nicht besonders günstig gelautet. Seine Frau, auf deren Urtheil er sich verlassen konnte und die in ihrer milden. freundlichen Weise mit keinem Menschen scharf ins Gericht ging, sprach stets von dem Mädchen mit einer gewissen Abneigung. Sie ist h:ftig, leidenschaftlich und lebt nur in Romanen " und ein solch' phantastisches Geschöpf wollte der Bruder in das nüchterne, dem Praktischen zugewandte Amerika verpflanzen! Dann komm, daß wir den 'andern die große Neuigkeit mittheilen konnen," sagte Bernhard. Bei dem Gedanken, welche Augen die Seinigen bei dieser seltsamenNachricht machen würden, spielte doch ein Lächeln um seine Lippen. Es ist ohnehin bald Zeit für das Abendbrot." Gut,- so gehen wir; laß uns erst ruhig essen, eh' wir mit der Geschichte herausrücken", entgegnete Heinrich, und er schritt dem langsam folgenden Bruder in den Speisesaal voran, wo wirklich schon die ganze Familie versammelt war.

Baron Heinrich hatte sich in den

letzten Tagen gar mcht mehr zum Abendessen eingcfunden, sondern ein einfaches Mahl in der benachbarten Schanke eingenommen, wenn er end lich dem heißgeliebten Mädchen Lebe wohl sagen gemußt. Er war dann nicht in der Stimmung, noch die andern zu sehen und zu sprechen, sondern kam erst gewöhnlich in später Stunde nach Hause, um sich sogleich auf sem Z:mmer zurückzuziehen. Sein unerwartetes Erscheinen erregte deshalb emlge Verwunderung. Nachdem die Aussprache mit dem Bruder erfolgt war, hatte Heinrich die gewohnte Sicherheit völlig wiedergeWonnen, und er begrüßte die Anwesenden so unbefangen und herzlich, als ob sich zwischen ihnen niemals die leiseste Verstimmung eingeschlichen hätte. Er schüttelte allen die Hand und erkündigte sich mit großer Wärme nach Edwins Befinden, was er in der letzten Zeit völlig versäumt hatte. Gerade seinem jüngsten Neffen war er bisher geflissentlich, aber in unauffälligster Weise ausgewichen. So gut gelaunt war Baron Heinrich lange nicht mehr gewesen, und als er stch jetzt zu Tisch setzte, wußte er so frisch und lustig zu plaudern, daß selbst der Bruder sein sonst fast immer forgenvolles Gesicht in freundlichere Faiten zog. Baron Heinrich war niemals einer guten Flasche abhold; aber heute trank er doch mehr als sonst, und mit jedem Glase schien sich seine Heiterkeit zu steigern. Er mußte sich bereits einen kleinen Rausch angetrunken haben, als er von neuem sein Glas füllte, rs plötzlich erhob und mit lauter, kräftider Stimme begann, während er vom Stuhle aufsprang: Und nun, meine Lieben, lasset uns anstoßen auf das Wohl meiner künftigen Gattin, denn, wie ihr mich vor euch seht, bin ich cm glücklicher Bräutigam!" Ein so lustiges Gelächter folgte seinen Worten, daß die andern, bis auf den Bruder, die ganze Sache für einen tollen Scherz hielten und keiner sich gemüßigt fühlte, seiner merkwürdigen Aufforderung zu entsprechen. Als Heinrich bemerkte, wie kühl und gleichgiltig man seineMittheilung aufnahm, rief er dem Bruder zu: So sag' ihnen doch, daß es die volle Wahrheit ist und daß ich schon in den nachsten Wochen mein schönes, prächtiges Weib hier als Gattin heimführen werde." Ja, Heinrich hat sich wirklich verlobt." bestätigt der Baron, und rr wird die Majoratsherrschast wieder antreten." Nur auf einen einzigen Tag, wie ich dir ja schon erklärt habe", rief Heinrich sogleich mit großem Eifer aus. Du hast mir gesagt, daß deine zukünftige Gattin auf Schloß Ehrenfels als Majoratsherrin einziehen wolle, und wie ich die Meinigen kenne. werden wir euch gerne auf immer das Feld räumen. Nicht wahr, du bist damit völlig einverstanden?" wandte er sich zu seiner Gemahlin und ihr Kinder auch?" Noch ehe diese eine bestimmte Antwort ertheilen konnten, warf Heinrich dazwischen: Das wollen wir ja gar nicht! Hedwig will nur die Freude haben, hier als Herrin einziehen zu können, und dann folgt sie mir g:ni nach Amerika. Diesen kleinen 2n umph müßt ihr schon dem herrlichen, lieben Mädchen gönnen!" Hedwig! mit diesem Namen war alles erklärt! Es bedürfte keines großen Scharfsinnes, daß damit nur die Förstersnichte gemeint sein könne, und während die andern - über diese seltsame Kunde, ihr Befremden nicht ganz unterdrücken konnten, malte sich auf dem jetzt schon wieder blühender gewordenen Antlitz Edwins eine große Bestürzung ab. Der Oheim wollte seine Jugendgelieöte heirathen, bi tolle Hedwig! die ihn angeschossen und ihm ewigen Haß geschworen hatte, das war gerade nichts angenehmes und brachte gewiß noch heftige Stürme, denn er' kannte jetzt zur Genüge das leidenschaftliche, heißblütige Wesen der Förstersnichte. Ach und deshalb war ihm der Oheim bisher so sorgfältig ausgewichen und hatte mit keinem Wort verrathen, daß er die Vekanntschaft dieses tollen Mädchens gemacht und sich zuletzt sogar leidenschaftlich in sie verliebt habe, ja, sie jetzt sogar heirathen wolle. Die Ge. schichte drohte ja ganz allerliebst zu werden! und Edwin trommelte leise mit der rechten Hand nervös auf der Tischplatte einen Marsch. Käthe, die wie immer während' der Mahlzeit im Speisesaal anwesend war,' um überall streng nach dem Rechten sehen zu können, selbst wenn sie nicht mit aufwartete und die eben an einem Seitentischchen das gebrauchte Geschirr zusammenstellte, ließ bei Heinrichs Wort einen Teller zu Boden fallen und bückte sich nicht einmal danach, sondern lauschte nur athemlos, was noch weiter erfolgen werde. Sie war in einer Aufregung, die sie kaum noch bemeistern .konnte. Heinrich wollte heirathen und mit seine? Frau wieder hier als MajoratsHerrschaft auftreten! Das war mehr als unverschämt, da hörte doch alles auf! Nun. die Frau Baronin und Arnulf würden doch nicht so. .dumm sein und auf solche Narrenspossen eingehen! Es war ja vor vielen Iahren alles gerichtlich geordnet worden,

und hatte ' man sich 'hier nicht genug

abgequält, um den vernachlässigten und verlodderten Besitz ein wenig in die Höhe zu bringen? Wir werden dir etwas auf die Treppe legen. Mach, daß du fortkommst!" dachte sie ingrimmig.- wahrend sie endlich den Teller aufhob, der zum Gluck völlig ganz geblieben war. In der herrschenden Aufregung hatte ohnehin niemand ihre Unaeschicklichkeit bemerkt. Die brave Käthe war deshalb nicht wenig betroffen, als jetzt die Frau Baromn sowohl wie Arnulf und Jrm gard sogleich dem gnädigen Herrn lebhaft und ganz entschieden zustimmten Die halb verrückte orstersmckte von drüben" sollte also wirklich hier als Majoratsherrin einziehen und sie alle. ihren armen Arnulf verdrängen! Die alte Frau vermochte kaum noch ihre ruhige Haltung zu bewahren; sie hätte am liebsten aus Baron Heinrich losstürzen, ihn an -der Brust packen und ihm zurufen wollen: Was hast du Fastnachtsgeck hier noch zu suchen? Scher dich doch mit deiner Braut zum Henker! Das Majorat gehört dir mcht mehr! Wäret ihr nicht Lumpenpack, so würdet ihr nicht die Hände danach ausstrecken!" aber sie mußte sich still haltenobwohl sie vor Aufregung am ganzen Leibe zitterte. Zwar behauptete Heinrich noch einmal lebhaft, daß es nicht so gemeint sei und er unbedingt, bald nach der Hochzeit die Majoratsherrschaft wieder in die Hände seines Bruders legen werde. Bernhard sowohl wie all die Seinen blieben bei der Erkl'ärung, daß sie unter keinen Umständen diese Begünstigung annehmen würden. Du hast damals nur aus Nou? auf das Majorat verzichtet und ver deiner Rückkehr hatten wir alle sogleich die Empfindung, daß unsere Rechte damit erloschen seien, ' sagte der Bruder viel entschiedener als es sonst seine Gewohnheit war, und seine Gattin stimmte ihm sogleich lebhaft zu. . Arnulf und Jrmgard sprachen sich sogleich in demselben Sinne aus. während Edwin sich damit begnügte, seinen Eltern eifrig zuzunicken; er war ja als Jüngster nicht unmitteldu der Sache betheiligt! Vergeblich war aller Widerspruch Heinrichs; der Baron sowohl wie die Seinigen blieben dabei, daß sie nicht nur für einen Tag, sondern für immer auf das Majorat verzichten wollten. Nicht wahr. Bernhard, wir kehren tftt unsern geliebten Rhein zurück?" sagte die Baronin, und ihre schönen, sanften Augen begannen wunderbar aufzuleuchten; dort werden wir die Genußfähigkeit wiederfinden, die uns hier allen beinahe völlig abhanden gekommen ist." Ja, du hast recht!" stimmte ihr der Baron ungewöhnlich lebhaft zu ; dort am Rheine lebt es sich leichter, glücklicher als hier! Ich bin die Sehnsucht nach meiner zweitsn Heimath niemals los geworden, und ich weiß erst jetzt, welch ein ödes, niederdrückendes Dasein ich hier geführt habe." Deine Schuld!" brauste Heinrich auf, der nicht länger an sich halten konnte. Unsere Altvordern haben hier das lustigste Leben geführt und wer - nur versteht, der kann auch hier noch immer ohne Sorgen und auf das Angenehmste sein Dasein führen." Und weil du das verstehst, so magst du hier gern wieder als Majoratsherr schalten und walten!" In dem, Munde des Barons klangen diese Worte durchaus nicht wie Ironie. Wie oft soll ich es euch noch sagen? Das wollen wir ja gar nicht!" rief Heinrich jetzt ungeduldig aus. Hedwig will nur den Spaß haben, hier als Majoratsherrin einen Tag zu hausen, dann verzichtet sie großmüthig auf den immerhin recht hübschen Bekitz." . Rein, wir werden niemals von dieser Großmuth Gebrauch machen", erklärte Baron Bernhard mit emer Entschiedenheit, die an ihm sonst vö!lig fremd war. Meint ihr das nicht auch?" wandte er sich wieder zu den Semigen, die ihm insgesammt sofort und lebhast zustimmten. Gewiß, lieber Vater, wir gehen! Hier noch länger einen Tag zu bleiben, wäre uns allen unmöglich! fugte Arnulf mit scharfer Betonung hinzu. Das ist ja für uns eme Beleidiiä W rtf mr m . gung! tief Aaron Heinrich aus, oer immer heftiger wurde, da er rasch hinteremander noch einige .Glaser Wein hinuntergestürzt hatte. Es fällt uns ja gar nicht ein, euch zu verdrängen, so seid doch vernünftig! Und daß meine Braut die Ehre haben will, einen einzigen Tag die Majoratsherrin spieUn zu konnen.durft ihr doch nicht wel ter quer nehmen. Rein, lieber Schwager, verarg' uns das nicht", versuchte die Baronin in ihrer milden und dennoch sehr entschlossenen Weise den Aorniaen ein wenig zu besänftigen; aber nur noch aus Gunst und Gnade demer kunft:gen Gattin hier weiter leben zu dürfen, das wäre doch zu tief demüthigend und so ist es für uns alle wirklich das beste, wir machen euch Platz." Lächerlich!" unterbrach sie ziemlich rücksichtslosBaron Heinrich. Bald nach unserer Hochzeit räumen wir euch das Feld, dabei bleibt es!" und ohne weitere Antwort abzuwarten, stürzte er hinaus. . ' . j Nein, dabei bleibt es nicht!" sagte !

Arnulf. Nicht wahr, Vater, wir ge-

yen 5 unv aus fernern edlen, vorneyMkn Antlitz prägte stch der ganze Stolz aus, der ihn beherrschte. Arnulfchen. das ist ja Unstnn!" yatte Rathe Ihrem Liebling zuru mögen: aber sie sckiwica und macbte en ich nur eifrig mit dem Geschirr zu täaf fen, um für ihre innere' Unruhe irgend eine Ableituna zu baben. fam Zweifel! Es war. also allen völliger rnst, ste wollten dem abscheulichen Frauenezimmer das Feld räumea. oamtt dies Geschöpf den Triumvb ba ben sollte, hier als ftrau Baronin und Majoratsherrin herrschen zu können, l I M ' oenn vatz die Förstersnichte nicht nur einen Tag, fondern auf immer hier bleiben würde, davon war-Käthe schon zeZ: uverzeugt. Sobald stch dies Ge schöpf nur einmal bier feitaeniitet bat te, dann ließ es stch gewiß nicht mehr vertreiben. Und ihr Arnulf sollte das Nachsehen haben, als armer Lieutenant sich durch die Welt scblaaen. während ste gehofft, daß ihr Liebling yler emmal em rudlaes. soraenfre ?s Dasein führen würde! Der Herr aron hatte dies freilich nicht gekonnt: er war nun einmal kein rechter LandWirth und hatte, durch seine Bücher verlockt, vieles angefangen, was fehlschlug; aber dennoch war hier schon noch ein schönes Auskommen au sin den. Arnulf war ja viel klüger und vernünftiger, von ihm durfte sie hos sen, daß er das Majorat wieder auf die frühere Hohe bringen werde. Ach. und zur aebeimen Berzweifelung Käthens waren sie alle einer Meinung; selbst Edwin hatte nach dem Weaaanae des Obeims lebbaft zuacstimmt und gesagt: Wir wollen und können uns Nicht von der Gnade dieler Person abhängig machen. Aus der Brüll der alten Kätbe rana siÄ ein schwerer Seufzer; sie wußte, daß es völlig vergeblich sein würde, Arnulf W c es : . c ürr uuu uic ganze yarnine anuein oiuiiw ZU machen, dak bier alle Vorstellungen doch unnütz sein würden, und sie derließ jetzt ebenfalls still und unbemerkt den Sveiselaal. denn sie munte allein fein mit stch und ihren trüben Gedanken. 14. Der Herbst war gekommen; er brachte lenen seltsam berührenden Farbenzauber, der selbst diese reizlose Gegend noch em wenig verschönern konnte. Wie ein Hauch der Sehnsucht, wie ein Locken in weite steine aebt es da durch die Welt. . . Ueber den nun völlig still gewordenen Föhrenwald dehnte sich ein lichtblauer Himmel aus; die Sonne sandte Bündel von warmen Strahlen herab, die noch einmal die welkn Blätter erglänzen ließen und sich in den schweigenden Wald einwühlten, als wollten sie dort ihre Siesta halten. Alles athmete so viel Frieden, so viel Glück. . . und doch über allem und in allem ein schwermüthiges Singen und Klingen. . . als ob wir die letzten Grüße eines scheidenden Freundes hernähmen. . . Eigenthümlicher denn je berührte diesmal doch die Bewohner von Ehrenfels der kommende Herbst, denn nun sollte, geschieden werden von einem Orte, der ihnen zwar wenig Annehmlichkeiten geboten, an dem ste aber doch so viele Jahre ihres Lebens zu gebracht hatten. Die Menschenseele schlägt wie ein Baum selbst in dem dürftigsten Boden tiefe Wurzeln, und einige dieser Wurzeln bleiben in der Erde zurück, wenn der Baum noch einmal seinen Standort wechseln muß. Während Baron Heinrich nur von dem Gedanken seine? nahen Hochzeit und seines Glückes erfüllt war, rüsteten die anderen schon alles zur Abreise. Bernhard hatte jede weitere Auseinanderfetzung mit dem heftigen, leidenschaftlichen Bruder vermieden, aber es war beschlossene Sache, daß die Famille wenige Tage nach der Hochzeit Schloß Ehrenfels verlassen werde. Arnulf würde es sogar gern gesehen haben. wenn man sofort dem Oheim das Feld geräumt hatte; aber der Baron sowohl wie seme Gattm konnten sich dazu nicht entschließen. Man soll nicht glauben, daß wir in Feindschaft auseinandergehen", hatte der Vater gesagt, und er hielt an seiner Ansicht fest, obwohl es ihm so wenig wie den Seinigen leicht fallen mochte, hier noch länger auszuharren und einer HochZeitsfeierlichkeit beizuwohnen, die allen schwerlich 'viel Annehmlichkeiten bieten konnte. Hatte sich doch Hedwig geweieiert, ihren zukünftigen Verwandten nur einen Besuch zu machen, ja,darauf bestanden, daß die Hochzeit im Hause ihres Oheims stattfinden müsse, und der sonst so willensstarke Mann hatte sich auch hier wieder in ihre Laune gefügt; er war in den Händen seine? Braut weiches Wachs geworden, und wagte nicht mehr den leisesten Widerstand zu leisten. (Fortsetzung folgt.) i-EZnguterSohn. "Vater, du brauchst dich vor mir nicht zu geNieren!... Trink' nurnoch a' Maß ich sag's der Mutter nicht!" Boshaft. Dichter: Haben Sie sich über die Witze in meinem Lustspiel nicht krank gelacht?" Direktor: Gewiß vor vielen Jahren schon!" JmVureau. Herr Prinzi pal, ich möchte um einen Tag Urlaub bitten, ich würde gern zum Begräbniß meiner Schwiegermutter gehn." - .Ich auch:. . -

Allerlei sür's HauS.

U m Spielkarten zu r e Z n U gen, werden die Karten einzeln auf den Tisch gelegt, auf welchen man einen Bogen Papier ausgebreitet hat. Man hält die Karte mit einer Hand fest, streicht mit einem Stück harten, gewöhnlichenRindstalgs über die ganze Fläche der Karte und reibt sie dann so lange leicht mit einem wollenen Lappen ab, bis der Schmutz vollständig erweicht und entfernt ist; ebenso verfährt man mit der Rückseite der Karte. Sind alle Karten auf diese Weise gereinigt, so nimmt man einen zweiten reinen, wollenen Lappen und reibt die Karten nochmals auf beiden Seiten behutsam ab, um das Fett gänzlich zu entfernen Hierauf nimmt man feinpulverisirtes Talkum und Polirt damit die Karten, reibt sie dann mit einem anderen ganz reinen, wollenen Lappen so lange ab, bis sie Glanz und Weichheit genug haben. Auf diese Weise recht sorgfältig gereinigte Karten sehen wieder wie neu aus. Tapeten reinigt man, in dem man ein altbackenes Roggenbrot in handgroße Stücke schneidet, die Wände mit einem weichen Haarbesen vom Staub reinigt, und dann sorgsam mit Brotscheiben abreibt. Es muß dies jedoch von oben nach unten, niemals der Quer nach vorgenommen werden. Reinigen' von Wasch geschirr. Um Waschgeschirre zu reinigen, tauche man ein feuchtes Läppchen in Kochsalz und reibe damit die Geschirre aus. Gegen das übermäßige Schwitzen der Hände wird täglich dreimaliges Einrkiben mit nachstehender Lösung empfohlen: Borax, Salicyl säure, von jedem u2 Unze, und 1s6 Unze Borsäure werden in verdünntem Spiritus und Glycerin, von jedem 2 Unzen, gelöst. Ersaß des Weinessigs. Der aus reinem Wein dargestellte Essig hat einen besonderenWohlgeschmack, welchen die nach der üblichen Schnellessigfabrikation dargestellten Essige nicht besitzen. Um nun bei der Salatbereitung den WohlgeschmackesWeinessigs doch zu erzielen, mische man gleiche Theile Wein und feines Speiseöl und schüttle das Gemisch 14 Tage lang auf. Das ganze Aromades Weines geht in das Oel über, mit welchem nun statt des gewöhnlichen Speiseöls der Salat angemacht wird. Letzterer erlangt auf diese Weise ganz den Geschmack, als wenn zu seiner Bereitung wirklicher Weinesstg angewendet worden wäre. Spitzenschirme. Um Spitzenschirme aufzufrischen, empfiehlt sich folgendes einfache Mittel: Man spanne den Schirm bei heftigem Regenwetter auf und lasse ihn tüchtig abregnen. Selbst dem elegantesten Schirm wird diese Prozedur nichts schaden,' im Gegentheil, sie werden frisch und sauber danach werden. Der Schirm ist erst in völlig trockenem Zustande wieder zuzumachen. DauerhafteSchuhsohlen. Um die Dauerhaftigkeit des Leders zu erhöhen, werden die Sohlen drei- bis viermal mit Kopalfirniß überstrichen. Das Leder erhält dadurch das Aussehen von polirtem Mahagoniholz, wird wasserdicht und haltbar, doch muß man den Firniß jedesmal trocknen lassen, ehe man die Sohlen auf's neue überstreicht. Auffrischen vonBrod. Altbackenes Brod macht man frisch dadurch, daß man es auf den Ofen bringt oder auf den Rost legt. Weniger bekannt dürfte es sein, daß dieses Ziel auch erreicht wird, wenn man altbackenes Brod (einen ganzen Laib oder auch ein Stück) in einer Blechbüchse, einem irdenen Topfe oder einem gläsernen Gefäß wohl bedeckt in siedendes Wasser stellt. ' Man macht sein Brod wieder neubacken, ohne daß dasselbe austrocknet, und man kann diese Operation nötigenfalls noch mehrmals wiederholen. Das gelingt auch mit Monate altem Brod, wenn man ihm durch Aufbewahren an einem feuchten Orte wieder den nöthigen Gehalt an Feuchtigkeit giebt. Es bekommt' in jeder Beziehung die Eigenschaften des neugebackenen Brodes, seinen Geschmack, die Sprödigkeit der Kruste und die Weichheit der Krume; es verhält sich am zweiten Tage so, als ob es am Tage vorher gebacken wäre. Brillantine. Dieses Mittel zum Parfümieren des Haares und des Bartes stellt man dadurch her, daß man gleiche Theile Rizinusöl und ganz starkenAlkobol miteinander mischt und dann einige Tropfen eines ätherischen Oe:es hinzufugt. Eme andere Sorte besteht aus 10' Gramm Heliotropduftessenz und 50 Gramm fettemManV." ocioi. Nüsse aufzubewahren. Unmittelbar nach der Ernte - werden die Früchte in reine Blumentöpfe, de ren Abzugslöcher man verstopft hat, einaeleat und darauf die Töpfe, nachdem man , sie mit einem Ziegelstein bedeckt hat, 15 bis 25 Zoll tief im Garten einaearaben. Man wäble die TLpfe nach der Größe des Quantums. wie man die Nüsse verbrauchen will. denn es ist nicht rathsam, dieselben bis zum Gebrauch allzulange der Luft auszusetzen.. Auch bloß in Sand eingelegt und an einem kühlen Orte aufbewahrt, halten sich Nüsse längere Zeit frisch. . .

Feuer - Signale

. Pcnnih! w.ni Itartei ' 5 Englisy's Opern Hauö 4 Sast und Nw Ncrk ? Noble nd Michigan ?N.Jerscyu.rülZZL Pine und North 0 Market und Pine 1 Vermont xi&H Sast 5 Rp. S Cpritzenhau Mass. Ave nahe 9lciU iS Dnaware und Walmu . Jersc? u Cm?al 15 ?!ah.und eorneLAv' Asb ;d 11. Ltraße ? $OXl A UNd 12 Ctt .3 ffctoiiÄ undHlLsid i9 Higbland Av u. Pratt !l Jllmoiz vnd Et. Jo ü Pennsylv. und Pratt 4 Meridian unk 11. Str i5 ?!o. 5 Lpritzenbau 15 nahe Jllinoi J6 E!ateLveu.etCIa 17 Illinoii und Michigan i Ptsylvania und 14, it Senate Lve. und ii0 U No. 1 Spritzen?!? JnsSvenahkMichiga il Mendia und Walnut M California u rmont Blake und S!ew $ort it Ind. Av. u. et Slai? J7 Eity Hospital 5S Blake und North 38 Michigan und nefi ü No. 6 Cprtzenbauk Washington nah Wefi Esldorf u Wasb. 43 Missouri n New For! 5 Meridian u Wash JllmoiS und Ohis ' Capitol Nv. u Waff 4? Ainga' Porkdaut Ttraßenbahn Etäll W. Washington Ctt 11 N. 10 Spritzenhaus Jllinoi u Merrill 5 Jllinoiz u Louisiana ö West und South SlWkjlundMcrarty e Senat ve. u Henry 67 Meridian und Aay No. 4 Cpritzuchaui Madtson v. MorrU öS Madiion Lv.uDMlop tt No t Haken Leiterhau Souty nahe Delawar 12 Penn. Merrill 25 Ttlawar u. MrSartS , afiundMeSarty New Jersq .MerrÄ 97 Birg. SW. u radsha 68 Sast und Prospekt 19 Bicking und High n No. 11 Spritzenhaus Lir Nve. nahe Hur, TI Eckst und Georgia 75 Cedar und Elm 74 Davidson u Georgia ih Snglish Av. u Pine 7k Chelöy und Batek 8 3lo. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Lhelby Fletcher Zlv. u Ehelly 31 Market u. New Jersey 2 Telaware und Wash. gz Last u Washington 44 New York .Davids SS Daubstummm Änstaä ÄS Ler. Staaten Arsenal 37 Orient! und Waff. 9 Frauen-Reformat. N No. 15 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. 12 Meridian u. Seoraia. 3 Meridian und South 4 Pennsyl) u. Louiftana 5 Lirgini Ave u. Tlad. 9 Hauptquartier. 7 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ohl 23 No. 16 Spritzenhaus ' i. und Ash. .24 Alabama und 16. 125 Eentral Ave und li. 126 Aande und 15. :27 Brookside und Achit -'28 Central Ave und 17. t29 Delaivare und 19. 31 Alabama und 11. 32 Bellefontawe und s.'. '34 College Ave und 29. 35 Oelaware und IZ. ,2 Älabama und Norttz '37 Newmann und 19. i38 College Ave und 14. .39 Cornell Ave und 13. Ul FandeS un! 19. '42 High land Ave und 10, .48 Decumseh und 10. .45 New Jersey .ind 22, i46 Alvord und 17. 47 No. 2 Spritzenhaus Hiltside Ave und 16. 28 Pk C 1s ii2 Eaptts! Zst und IV, 215 Pennsylv. u. Sluhtaa 21 SUirtca srnb 20. 215 Senate Are und tt. 21 Pnmsvlvania vnd 22, 17 McriNan und 1. 21 Cavital Ave und 26 2t? Vroadway nd 10. 231 Illinois und McVm 234 No. 14 Spritzenhaus Äcnrcocd und 30. ZZ5 Illinois und 33. ' 33 Sinnetta und 3C 237 No. 9. CrnZkNhZU Udell und Na. 8 UdeU Ladder fiortt 2S9 Jsadel und 27. 241 Meridian und 24 242 Jllinoi u St. CLx 243 Eldridge und 23. M Wrft uub LSalnut 313 ZLeft Ust 12t 514 Howard und 16c 315 Torbet und PacA 316 Capital llve und ife 317 Northwestern Zlve Ö 516 Sent und 18. 319 Canal und 10. 824. Serealine WorkS 324 Vermont und Lynn 525 Bismar u Srandttelk 526 No. 2 Spritzenhaus Haughville. 527 Michigan u. slmeS, 28 Michigan uConcor 341 West und McJntyre 412 Mifsort u. Mailand 413 Missouri und Chio - 415 Capital Ave'- ,Seorgia 416 Mifsourtu entucky. 417 Senats Äve u. Wash. 421 P und s skmttauS W. Washington. 423 Jrren-Hospita!, 424 ZNiley Lv u.JDS 425 Wash. and Harr 426 No. 13 Cpntzenhms W. Washwgt 427 Olwer und Lirch 23 Oliv und OSgood 429 Nordke und Ferk 431 Hadley Ave u. Morris 432 River Ave u. MorrU 454 Niv Lve und Ksy 635 Harding u. Lig 4 R 3? 436 Harding und Olwer 437 No. 19 epriftahcj MorriS und fxabtao ua&txAvazzzz 439 etexSyatdl 451 Srt4r.tr und S2c 45t Howard und fet 455 MorriS und ayM 456 Lamiert id Büvb& 457 Nordsee Ste . s ton Wer 612 West und Sis? 13 KentuSy Ave u. 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Htzhla 616 Market u Arsenal AM 817 Ost 6 Clair und Union Bahn Geleise. 621 Pan Handle Shoxß 325 Vermont und Oalutk L24 Wash. und täte AH, , 65 Nadden'S Lounge Fad 826 Tucka und Dorsey L27 Wash. und evil 829 No. 13 Spritzenhaus Beviüe nahe Muoig 331 Southeaftern Ave 3 Woodsidk. 332 Wa?h. und ZtixUu 634 Sostheastern US Arsenal AveS. 855 New Dork und DempU 912 JZinoiS und Msrl. 15 JllmoiS und MarZet, S14 Penn, nd OcZZ. 9i5Delswe? nnd Ve5 .48 College Ave und 22. ,9 College Ave und 27. .52 Park Ave und 22. i53 C u. 23 Bahn u. 22. l54 Rams? Ave und 10 i56 Stoughton u Newman ,57 AtlaS und Pike. !.ög Bloyd und Pawvaw. öS No. 21 Spritzenhaus Lrightwood Ai Arden und Depot 63 Brigytwood und 25. 164 Rural und Bloyd ;65 St. Clair u. kehstone i67 Arsenal Ave unk 23. :6ö Bellefontawe und sä. Spezial-Signale. rstm l EchlZge, zweiter Alarm, Zweiten K Schläge, dritter Alarm, Dritte 2 Schläge, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch aufgeroQ. 3 Schläge, Wasserdruck ab. 13 Schläge, 13 Uhr Mittags. Die p bezeichneten CignaK werden trat de rz Wächter angegeben da an de betretend StreK Keuzunge keine AlarmVKm angebracht find. OKilDÄM und der große Nordweftm dia Ulakka-Sawaii-PhlliHptue Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. kV" Lon der Mono 47. Str. Station, Cblcag,. sind i nur 5 Minuten mittelst elektrischer Car nac) -den Union Viehdöfen s?renck Lick. Springs, indem Orange Eounty Hochland. Familien-Hotti unter neuer Geschäftkleituna. Pluto, Proserxink ind Bowle Quellen. Beste Mineralwasser der 4Lelt. Zwei Züge täglicd via Sreracanle. Ticket-Offtccn : Union Station, Massachusettk ve und West Washington Straße. R.P.Alg'eo, Tiftnkt La?. Agent, JndlanapoliS, I?d. . H. McDoel, E.H.Rock well. ras. und Gen. Mgr. ' erriebilktit? F r a n k I. R e e d, Sen.B,ff. Agent. Tbicago.' Jll.

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