Indiana Tribüne, Volume 27, Number 283, Indianapolis, Marion County, 21 July 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, 21 Juli 190

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Aerzte.

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Entrilstuilgs-Stlmn

In England über Rußland's nchtsniidrige Kapcr-

Politik.

Zar jedoch angeblich in nachgiebiger Stimmung. Kurolis rechter Flügel im

Kampf Vladivostock-Schiffe nach schiff.-Aus dem Ost-Asien. Russenfeindliche Stimm u n g. London, 20. Juli. Heutige Anfragen bei in enger Fühlung mit der Regierung flehenden Personen zeigen wegen Beschlagnahme englischer Schiffe ein feindliches Gefühl gegen Rußland, das an Bitterkeit an die Zeit vor dem KriM'Kriege gemahnt. Der kriegerische Ton von Blättern, wie Timeö". Telegraph", Stand, ard" :c. übt seine Wirkung. Unter allen Klassen herrscht ein Entrüstungs stürm. Nicolauswillkeine Ver. Wicklung mit England. St. Petersburg, 21. Juli. Wie die Assoc. Presse soeben hört. drückte Kaiser NicolauS in einer Unterredung mit Minister Lamsdorff sein Mißfallen über die Wendung der Ereignisse aus und über die Möglichkeit von Verwicklungen mit England, weil Schiffe der russischen freiwilligen Flotte britische Dampfer im rothen Meere anhalten. Falls die Meldung richtig ist, werden die Schwierigkeiten jedenfalls sofort friedlich beigelegt. Kuroki'S Heer im Kampf. London. 21. Juli. Der Standard"-Correspondent bei der ersten japanischen Armee kabelt unterm 19. d. MtZ.: Unsere rechte Flanke seit Morgens im Kampf. 'Der Times"Correspondent bei Kuroki bestätigt die Meldung. Die japanische Strat e g i e. St. Petersburg, 20. Juli. Alle Nachrichten vom Kriegstheater be gütigen die Ansicht, daß der Druck auf Kuropatkin's Südfront bei Ta Tche Kiao nachläßt und daß die Japaner, entsprechend ihrer LieblingStaktik, dem Osten zu operiren, als wollten sie die Verbindung zwischen Mulden und Liao Fang bebrohen oder letzteren Ort direkt angreisen. DaS Gros der Armeen ist jetzt nur noch durch einen Tagemarsch getrennt. Liao Jang'S Bedrohung Die große Bedeutung vom Erschei nen der Japaner auf der- Nord Straße besteht darin, daß Keller's Stellung im Lian Thal umgangen weiden könnte, wie auch später die starke russische Stellung bei Liandiandian, welche die Feng Wang Cheng Straße und 2 klei nere ?lranen von tmoncyena uno Siuyen beherrscht, Über welche die Japaner nach Norden rücken könnten. Dann stände der Weg nach Liao Fang offen." Die Lage vergrößert die Wahrscheinlichkeit auf eine baldige größere Schlacht. Japan. Dampfer in Grund gebohrt. Washington, 20. Juli. Eine amtliche Depesche an die japan. Gesandtfchast meldet, daß am 20. da? Vladivostock Geschwader einen japan. Dampfer von 318 Tonnen etwa 25 Meilen von Hakodate in den Grund bohrte. Die Mannschaft wurde in Cap Jefan gelandet. Yokohama, 20. Juli. Anläßlich deS Vladivostock Geschwaders werden die Dampfer Winghang, Heathen und Lennox den Hafen nicht verlassen. ' Ankunft d e r M a l a c c a. Port Said, 20. Juli. Der gekaperte Dampfer Malacca" (nach Libau. Ostsee, bestimmt) traf hier mit russischer Bemannung ein. Die SchiffsMannschaft ist zu Gefangenen erklärt und keine Verbindung mit dem Ufer gestattet. Vladivostock. Geschwader wieder auf einer Raub fahrte Tokio, 20. Juli. . Die Vladi-vostock-Kreuzer überholten heute östlich von der Tfugari-Straße den japanischen Dampfer Takatshima", der Mittags freikam und inNororaneintraf,meldend die russischen Schiffe seien eilig südöstlich gedampft. Dieser KurS läßt vermu.

Beute aus. Auf Togo's Flaggdeutschen Reich.

then, daß die schiffe nach Saigon, Französisch - Jndochina, fahren, wenn nicht ein Täuschungsmanöver vorliegt. Das russische Geschwader war heute 7 Uhr ohne Torpedoboote in den Stillen Ocean eingefahren und wurde Nachmittags in der Tfugari-Straße gesichtet. Warnungen an die Ostküste Japans sind ergangen und die Handelsschiffe suchen eiligst Schutz. Kuropatkin's Meldung. St. Petersburg. 20. Juli. Eine Depesche General Kuropatkin's vom 19. erklärt die Lage seit 17. jür nicht wesentlich geändert. Am 18. rückte ein erheblicher Theil der japanischen Vorhut gegen Sikseyana auf der Liao Fang Saimatiza Straße gegen eine russ. Abtheilung. Nach zweitägigem Kampfe zogen sich die Russen zurück. Die Attaches bei der zweiten Armee. Tokio, 20. Juli. Die fremden Militär-Attaches für die zweite Armee reisten heute ab, um sich am Samstag in Moji einzuschiffen. Die Correspondenten fahren am Montag von Moji ab. Auf Togo's Flaggschiff. Nagasaki, 19. Juli. Verspätet. Admiral Togo empfing heute.die Passagiere deS Dampfers Manchuria japan. Abgeordnete, Marine-Attaches und ZeitungS Correspondenten auf dem Flaggschiff Mikasa. Es waren Attaches von 7 Mächten und 30 Correspondenten anwesend. Der schweigsame, grauköpsige Admiral, mit dem starken Kinn des geborenen Führers, erklärte sich durch die Anwesenheit der Journalisten für geehrt, die mit kurzen Dankreden erwiderten. Die Manchuria verließ heute früh ihren Ankerplatz hinter der japanischen Flotten-Base, fuhr angesichts der vollen Flotte an der Wachschiff-Linie vorbei und pafsirte die Zentoo Bay, von wo aus man die weißen Zelte des TransportlagerS erblickte. Weiter als bis zur Talienwan-Bucht konnte die Manchuria auS Furcht vor möglichen Minen-Feldern nlcht fahren und drehte daher ihren CurS. Um 2 Uhr begegnete die Manchuria der syttkasa, dem Schlachtschiff Asaki und zwei Torpedoboot-Jägern in der Nähe der japanischen Base.. Die Kriegsschiffe waren vollkommen unbeschädigt. Die Expedition der Manchuria ging nach der japanischen Flotten-Base auf den Elliott-Jnseln. an der Küste der Liao Tung Halbinsel. Rußland vertheidigt sein Recht auf Contre-Bande. St. Petersburg, 20. Juli. Rußland scheint auf alle Vorstellungen Großbritanniens rücksichtlich des AnHaltens von Schiffen im rothen Meer gerüstet. Bevor die Regierung Kreuzer dorthin sandte, wurde durch ein SpionenSystem festgestellt, daß ein ungeheurer Betrag an Contre-Vande von England nach Japan durch'S rothe Meer ging. Man beschloß, diesem Handel ein Ende zu machen. Falls dieser Handel nach der Cap Route abgelenkt wird, sendet die Admiralität Schiffe nach dem Cap der guten Hoffnung. Protest des britischen Botschafters. - Der britische Botschafter Sir Charles Harding überreichte heute im Namen seiner Regierung einen energischen Protest gegen die Kaperung des Peninsula und Oriental Dampfers Malacca," ebenso, gegen das gefammte Vorgehen der russischen Dampfer der freiwilligen Flotte im rothen Meer. i Serbien. Vas M o o l ! l a r oes ermordeten KönigSpaareS. Belgrad, 20. Juli. Das blutbespritzte Mobiliar und die Garderobe deS Königs Alexander und der Königin Draga wurden heute im Schloßgarten verbrannt. König Peter weigerte sich. die Gegenstände an die Schwestern der ermordeten Königin auszuliefern, da er Angst hatte, sie würden zu politischen Zwecken benutzt werden.

Unter Dach. Bülow bringt den russischen Han dels'Vertrag w Stande.

Berlin, 20. Juli. Nach dem Tageblatt" sind die Verhandlungen! zwischen Herrn Witte, dem Präsidenten des russischen MinisterrathZ und Kanzler Bülow über den neuen HandelsVertrag zu erfolgreichem Abschlüsse gelangt. . Rußland nimmt die deutschen Mindest.Zölle auf Getreide an. Deutschland macht einige Concessionen zur Erleichterung der russischen Vieh- und Fleisch.Einfuhr. Deutsch-amerik. KegelTurnier. B e r l i n, 20. Juli. DaS deutschamerikanische Kegel-Turnier in Solingen wurde heute von den Amerikanern mit einem Score von 3493 gegen 3451 gewonnen. Schwartje und Rothermal, N. F., machten den höchsten und zweithöchsten Score. Socialisten?Proceß. Königsberg. 20. Juli. In dem Processe gegen die sieben Socialisten, welche der Einschmuggelung anarchistischer Literatur nach Rußland beschuldigt sind, lehnte der Gerichtshof heute den Antrag auf Vorladung bulgarischer Zeugen ab. Es sollte hierdurch nachgewiesen werden, daß die russische Regierung seit 1881 die Balkanländer durch Agenten unterwühlen ließ. Ebenso wurde der Antrag, die Gefangenen auf Grund der Depesche des Auswärtigen Amts über den Vertrag mit Rußland freizulassen, abgewiesen. Ueble Folgen des RegenMangels. j t II n. 20. Juli. Alle Flüsse haben infolge des leichten Regenfalls einen fehr niederen Wasserstand. Die Gewässer der Elbe und Saale stehen seit 1811 am niedrigsten. In Hambürg ist die Schiffahrt nach der Ober Elbe eingestellt, der Rhein-Fracht-Ver-kehr oberhalb .Köln ist bedeutend gehemmt. In den Kohlenhöfen an der Ruhr häuft sich eine Kohlensammlung an, wie zur Zeit der größten GeschäftsDepression vor ein paar Jahren. In Schlesien mußten zahlreiche Fabuken wegen Massermangels schließen. Seit mehreren Monaten siel so gut wie kein Regen. In ganz Norddeutschland klagen die Landleute. Die Ernte ist bedeutend geschädigt und alle Getreide'Arten litten schwer unter der großen Hitze der letzten Woche. Bei Osnabrück wüthet ein riesiger Wald brand; in Folge Regenmangels sind die Wälder ausnehmend trocken. Niederlande. Wilhelmine über Krüger. Amsterdam, 20. Juli. Köniain Wilhelmine depeschlrte ihr Bel leid an dle Famme des verstorbenen Ex-Präsidenten Krüger unter dem Be: fügen: Möge die Größe seines Charac ters und seines Patriotismus Ihnen und Ihren Landsleuten Trost in Ihrem Kummer gewähren." Frankreich. Delcasse'S Vatikan. . Note. Paris, 20. Juli. Der Text der Note, welche Minister des Aeußern Delcasse an den Vatikan gerichtet,wurde heute dem Mmisterrath nntge theilt. ES wird darin die Zurück nähme der Briefe gefordert, in welchen der Vatikan die Resignation der Bischöfe Gray von Laoal und Wordez von Dizon verlangt. Andernfalls werden alle Beziehungen zwischen Frankreich und dem Vatikan abge brechen. Eine ähnliche Ankündigung' erging an die hiesige päpstliche Nuntlatur. Die Antwort deS Vatikans ist noch nicht eingelaufen: nach Ansicht der Re gierung scheint ein Bruch mit der Curie unvermeidlich zu sem. Oesterreich'Ungarn. Die a m e r. Geschwader. 'T r i e st , 20. Juli. Statthalter Graf Goetz gab heute den Offizieren deS amer. Schlachtschiff- und europäi schen Geschwaders ein Diner. Der Statthalter toastete auf Präsiden Roosevelt, Admiral Barker auf Kaiser Franz Josef. Später gab der Adml ral an Bord der Mayflower ein Ban kett zu Ehren des Statthalters. Das Schlachtschiff.Geschwader unter Admiral Barker fährt Sonntag nach Fmme. Großbritannien. Frau M a y brick frei. T r u r o, Cornwall, 20. Juli. Floren Maybrick ist frei. Sie reifte heute Vormittag nach Frankreich ab.

Franensllldium.

Zulassungsbcstimmungen für Frauen an deutschen Universitäten. Jmmatrikullrte Studentin, und Hörerin nen" Mindestmatz der Vorbildung Unter richtsministerien, Rektoren und Tozente. Rigorose Anforderungen. . Württemberg und ' Baden sind die einzigen deutschen Bundesstaaten, welche den. Frauen das Recht auf Immatrikulation eingeräumt und damit den Zugang zum eigentlichen Universiätsstudium eröffnet haben. Württemberg immatrikulirt reichsangehörige weibliche Personen unter den gleichen Voraussetzungen, wie männliche Personen als ordentliche oder (für das Studium der Zahnheilkunde und Pharmazie) als außerordentliche Siudirende mit allen Rechten und Pflichten der männlichen Studirenden, während Baden Frauen, welche das Reifezeugniß eines deutschen staatlich anerkannten Gymnasiums oder in den hierfür bestimmten besonderen Fällen eines derartigen Realgymnasiums oder einer derartigen Oberrealschule besitzen, einstmalen nur Versuchs- und probeweise" immatrikulirt. Die Universitäten der übrigen Bundesstaaten sind zwar den Frauen nicht verschlossen, lassen aber weibliche Studirende nur als Hofpi-' tantinnen" oder Hörerinnen" oder Gastzuhorermnen" zu; ganz ablehnend verhält sich keine deutsche Hochschule. Ziemlich überall gleich ist das verlangte Mindestmaß an Vorbildung. Im Allgemeinen ist eine der wissenschaftlichen Reife für den EinjährigenFreiwilligen - Militärdienst entsprechende Bildung zurVedingung gemacht. Das Zeugniß über die Bestehung der Lehrerinnen-Prüfung wird dieser Bildung entsprechend erachtet. Das Reifezeugniß emes russischen Madchengymnasiums lehnen verschiedene Urnversitäten als ungenügend ab. Die Entscheidung über die Zulassungsgesuche ist theilweise den Rektoren übertragen, zum Theil den Unterrichts-Ministerien vorbehalten. Sehr verschieden ist der Umfang der Zulassung: an der Meb7zahl der Hochschulen ist sie zu allen Fakultäten möglich, aber an die Zu stimmung der zu hörenden Lehrer gebunden, an der Umversiiät Jena ist sie beschrankt auf die philosophische Fakultät. Nächst Württemberg und Baden trägt Bayern den Bestrebungen der Frauenbewegung am meisten Rechnung. An allen drei bayerischen Universitäten werden weibliche 'Hörerinnen zu allen Fächern zugelassen, und zwar durch die Rektoren, wenn als Borbildungs-Nach-weis das Neifezeugmß eines deutschen Gymnasiums oder Realgymnasiums erbracht wird, die Legitimationspapiere m Ordnung sind und sonstige Bedenken nicht bestehen. In Preußen bestehen bezuglich der Zulassungsbedin gungen für alle Universitäten ziemlich gleiche Grundsätze; sie entsprechen den angegebenen allgemeinen, nur sind sehr oft einzelne Vorlesungen ausgenommen. Die Zulassung als Hospitantin" erfolgt durch den Rektor und ist von der Zustimmung der betreffenden Dozenten abhängig. Rigoroser verfährt das sächsische Kultus-Mimste rium. Es ertheilt den zum Besuch der Universität Leipzig berechtigenden HLrerschem nur Frauen, die eme Vor bildung nachweisen, wie sie von männ lichen Personen ihres Faches verlangt wird, also Maturitatszeugniß eines deutschen Grimnasiums oder Realgym nasiums und ausnahmsweise auch deutschen Lehrerinnen zum Zweck weiterer Ausbildung für ihren Beruf, wenn sie ihre Befähigung zur Ueber nähme eines selbstständigen Lehramts durch Zeugnisse nachweisen. Die mim sterielle Genehmigung erstreckt sich bei Medizinerinnen auf sieben, bei anderen Studentinnen auf fünf bezw. zwei Jahre. Zustimmung der betreffenden Lehrer ist nothwendig. An der hessischen Universität Gießen sind die Be stimmungen weniger streng. Ueber die Zulassung als Hospitantm entschei det auf schriftliches Gesuch der Rektor, dessen Prüfung es auch unterstellt ist, ob eine genügende Vorbildung vorhanden ist. Die Zustimmung des betrefsenden Dozenten ist nothwendig. Für bestimmte Vorlesungen kann der Rektor auf Antrag des Dozenten diesem die allgemeine Ermächtigung zur Zulasfung von Frauen ertheilen. Die reichsländische Universität Straßburg gibt es jedem Dozenten frei, Frauen zu seinen Vorlesungen oder Uebungen zuzulassen oder abzuweisen. Diejenigen Frauen, welche eine Reifeprüfung bestanden oder die Lehrbefähigung für eine deutsche höhere Mädchenschule er worben haben, können durch den Rek tor Hospitantinnen-Bücher zum Anund Abmelden der Vorlesungen, sowie beim Abgange von der Universität amt liche Bescheinigungen über die gehörten Vorlesungen erhalten. An der Universitat Tubmqen und an den zwei badi schen Universitäten Freiburg und Heidelberg werden neben den eigentlich: Studentinnen auch noch Frauen, die eine für die Immatrikulation nothwendige Vorbildung nicht besitzen und im Uebrigen noch genügende Bildung nachweisen, als Hörerinnen" zugelassen in Tübingen mit Zustimmung der betheülgten Lehrer, durch den akademischen Verwaltungsausschuß, an den badlschen Universitäten durch die einzel nen Dozenten.

Das Kreuz von crvicrs."

Interessante Wallfahrt mit Prozession und Tanz tn srunerer Jett. Ein "lenstück zur Echternacher Springpr'-ssion, Luxemburg, bildete m früherLr Zeit eine Wallfahrt, die jährlich am Dienstag nach Pfingsten von Verviere nach Lüttich, Belgien, stattfand und unter dem Namen des Kreuzes von Verviers" bekannt war. An besagtem Tage zog eine Anzahl von Personen als Vertretung der Einwohnerschaft, Ortsbehörde und Geistlichkeit mit emem Zireuze an der Spitze und unter Trommelwirbel und Geigenklang, in aller Frühe aus Verviers. Sobald die Pilger das Lütticher Gebiet erreicht hatten, mußten sie tanzen, und zwar bis zum Amercoeurthore, das sie geschlossen fanden, und das. ihnen erst nach einer Auffordeung an den Stadtvogt auf dessen Befehl geöffnet wurde. Dann tanzten die Wallfahrer, von dem Vogt und den Stadtsoldaten begleitet, weiter bis zur Kathedrale St. Lambert. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Brauch so weit abgeändert. daß der Tanz sich auf das Innere dieser Kirche beschrankte. Sobald die Pilger dort angelangt waren, schritt der Kreuzträger mit den Führern der Prozession zum Altar, wo sie . dem Domdechanten einen an dem Kreuze hängenden Beutel it je einem Gold-, Silber- und Kupferstuck überreichten. Hierauf ließ der Dechant sie auf das Evangelium schwören, die Wallfahrt im nächsten Jahre zu wiederholen, und nunmehr begannen die Pilger unter einer im Hauptschiff der Kirche hängenden großen Blechkrone einen Rundtauz, wobei zeder den Daumen der rechten Hand in die Höhe streckte. Sank diese vor Müdigkeit nieder, so erscholl aus der Zuschauermenge sofort der Ruf: .Daumen hoch! Es geht die Sage, daß, wenn einer der Tänzer bei seinen Sprüngen die Krone mit dem Finger berührt hatte, diese sein eigen geworden und die Stadt Verviers dadurch von der Verpflichtung zu der Prozession entbunden worden wäre, doch wird weiter berichtet, daß, als ein Pilger den Hochsprung fast fertig gebracht habe, die Krone für das nächste Jahr einen halben Fuß höher gehängt worden sei. Von der Kathedrale zogen die Wallfahrer zur Lütticher Getreidehalle, woihr Anführer ein hölzernes Kornmaß nahm, um es auf der Bogenbrücke mit der Stange des Kreuzes von Verviers zu zertrümmern und dann die Stücke in die Maas zu werfen. Ueber den Ursprung der Prozession, die sich ks zur französischen Revolution erhielt, ist nichts bekannt. Ausbildung von Taubstummen. Seitdem man erkannt hat, daß die meisten Taubstummen normale Sprachorgane besitzen, ist man bestrebt gewefen, durch geeignete Methoden sie das Sprechen zu lehren. An der Spitze in dieser Beziehung steht Deutschland, wo nur noch 18 von je 100 taubstummen Kindern ohne Erziehung und Ausbildung bleiben. Diese in besonderen Anstalten ertheilte Ausbildung erstreckt sich aber nicht allein auf den regelrechten Schulunterricht, fondern man trachtet auch danach, die kleinen Unglücklichen in allerlei Handfertigkeiten zu unterweisen und sie dadurch für einen späteren Lebensberus vorzubereiten. Die Mädchen lernen, neben hauswirthschaftlichen Arbeiten, nähen und sticken, die Knaben hobeln und schnitzen, sowie allerlei zierliche Papparbeiten anfertigen. Die Knaben kommen später in die Lehre zu tüchtigen, gut empföhlenen Meistern, welchen der Staat für eine bestimmte Anzahl gut ausgebildeter Lehrlinge Prämien zahlt. Die Taubstummen sind im Allgemeinen in Berufsarten, wo sie nicht viel mit dem Publikum in Berührung kommen, gute und zuverlässige Arbeiter, doch sind ihren Leistungen bestimmte Grenzen gezogen, die nur hier und da von der Begabung einzelner überschritten werden. Immerhin werden sie bei entsprechender Ausbildung doch brauchbare, tüchtige Menschen, befähigt, durch Arbeit ihrem Leben Inhalt zu geben. Das Amt der Lehrer in jenen Anstalten ist freilich ein recht mühseliges; das Bewußtsein jedoch, vielen kleinen, vielleicht verwahrlosten und vernachlässigten Unglücklichen zu einer menschenwürdigen Existenz verholfen zu haben, ist ein so schönes, daß es alle Mühen reich vergilt. ' Verpönte Spielerei. Durch einen Befehl des russischen Höchstkommandirenden General Kuropatkin wurde den Chinesen im ganzen Bereiche des Kriegsschauplatzes das Steigenlassen von Drachen verboten. Bekanntlich gehört das Steigenlassen von Drachen zu den beliebtesten Nationalvergnügungen der Chinesen, welchem sich nicht nur Kinder, sondern -auch Erwachsene mit wahrer Leidenschaft hingeben. Es besteht jedoch der Verdacht, daß die Drachen zu Spionagezwecken benützt und mittelst derselben den Japanern Signale gegeben werden. Elektrische Treppe. Durch das Reißen eines Leitungsdrahtt.s der Straßenbahn wurde in St. Paul, Minn., eine in eine Vierwirthschaft führende eiserne .Treppe elektrisch geladen, und eine ganze Reihe Personen, die in das Lokal treten wollten, erhielten starke elektrische Schläge. Der Bahnangestellte Tyndall, der den Schaden repariren wollte, wurde von dem Drahte berührt und bewußtlos zu Boden geschleudert.