Indiana Tribüne, Volume 27, Number 282, Indianapolis, Marion County, 20 July 1904 — Page 7
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M6 Roman von Ludwig Habicht. Fortsetzung" "Tga, Kind, wie soll ich dirs denn beweisen, daß ich's ehrlich mit dir meine?!" rief Baron Heinrich eines Tages ganz verzweifelt. aus. Wenn du willst, werde ich sofort mit deinem Oheim sprechen und 10 deine Hand anhalten." Sie' stieß ein kurzes, spöttisches Gelächter aus und entgegnete sogleich: Wenn ich nun aber gar nicht daran denke, Ihnen die Hand zu geben?" und sie blickte übermüthig in sein jetzt ganz s.pstürztes Antlitz. Könntest du mich wirklich nicht ein bischen lieben? Bin ich denn schon gar so. alt?" rief Heinrich betroffen aus, und er mußte daran denken, daß ihm sein Spiegel noch gestern das Bild eines stattlichen Mannes gezeigt und er dabei die schmeichelhafte Meinung von sich selber gewonnen hatte, daß er viel leicht doch imstande sei, auf ein jun ges, lebensfrohes Mädchen noch einigen Eindruck zu machen. Ich würde Sie sogar heiß und leZdenschaftlich lieben, wenn Sie der Ma ' tafirr wären." Wie soll ich das verstehen, Kind?!" fragte Baron Heinrich verwundert. Hältst du mich für arm? Ich habe mir da drüben" ein gaz hübsches Bermögen erworben und kann meiner Gattin ein sehr angenehmes Dasein bieten." Das lockt mich gar nicht," entgegnete Hedwig mit einem geringschätzigen Lächeln. Ich will Maioratsherrin werden!" und sie warf bei diesen Worten das schöne Haupt in den Nacken. Aber, liebe Hedwig, was hättest du davon? So sei doch vernünftig!" Was ich davon hätte!" rief die Förstersnichte heftig aus, und ihre dunklen Augen begannen feltsam zu leuchten, da waren die drüben" gedemüthigt, und ich könnte dem stolzen, hochwüthigen Volke den Fuß auf den Nafen setzen. Sie war in diesem Augenblick von einer dämonischen Schönheit; aller Haß, der in ihrem Herzen noch immer gegen den Treulosen kochen mußte, prägte sich jetzt in ihrem Antlitz aus, zuckte um die blühenden, energisch geschnittenen Lippen. Baron Heinrich fühlte sich von diesem heißen, finstern Groll nicht abgestoßen; er hatte für eine solch heftige, alles mit fortreißende Leidenschaft stets ein Verständniß gehabt, und er sagte deshalb nur: Diesen Kitzel deines Ehrgeizes kann ich dir leider nicht verschaffen." Es ist kein Ehrgeiz entgegnete sie rückhaltlos; es ist Haß, grimmiger Haß, den ich gegen den Treulosen eingesogen habe und den ich gegen all die Seinigen empfinde, denn nur ihrem Vorurtheil hab ich es zu verdanken, daß er jetzt so schändlich sein Wort geKrochen hat." 'Und genügt es dir nicht, wenn du jetzt durch mich ebenfalls eine Baronin Ehrenfels wirst?" - Nein," entgegnete sie rasch und heftig, während es wieder um ihre Lippen zuckte, fuhr sie mit großer Leidenschaftlichkeit fort: Wenn ich dort als Majoratsherrin einziehen könnte, dann erst hätte mein Haß Befriedigung gefunden." ' Das ist leider unmöglich." Warum?! Haben Sie mir nicht selbst erzählt, daß Ihr Bruder Ihnen sogleich angeboten hat, Ihnen wieder alle Rechte, als Majoraksherr einzuräumen?" . Es war von ihm eine noblesse du coeur, die ich nicht mißbrauchen und deshalb niemals annehmen kann." Dann, Herr Baron, dürfen Sie auch niemals darauf rechnen, daß ich Ihre Frau werde," entgegnete Hedwig kurz und entschieden, und noch ehe er darauf eine Antwort ertheilen und sie zurückhalten konnte, war sie verschwunden. Ein tolles Geschöpf! und doch, wie prächtig!" murmelte der Baron vor sich hin, und er sah ihr so lange nach, bis die dunklen Kiefern ihre schlanke, hohe Gestalt seinen Blicken entzogen hatten. Am anderen Tage fand sich Baron Heinrich doch wieder zur gewohnten Zeit unter den Eichen ein; er fürchtete schon; sie würde nicht mehr kommen; aber zu seiner großen Freude erschien sie .doch. Und nun entspann sich zwischen den beiden ein hart.er Kampf; je mehr das junge Mädchen, auf seinem wunderlichen Wunsche und seinem Kopfe bestand, je heftiger entbrannte die Leidenschaft in dem Herzen des Barons. Ich will an deiner Seite da drüben" als Majoratsherrin einziehen, dann sollen sie schon am nächsten Tage aus meiner Hand alles zurückerhalten , und wenn du mich wahrhaftig liebst, dann mußt du mir diesen kleinen Triumph gönnen und verschaffen erklärte Hedwig immer und immer - wieder. . Alle Ueberredungskünste des Barons vermochten über das tolle Geschöpf nichts; sie schien sich nun einmal in den Gedanken völlig verrannt zu haben, die Eltern Edwins und mit ihnen den ehemaligen Geliebten auf's Tiefste zu demüthigen, um zuletzt doch gegen sie die Großmüthige spielen zu können. Baron Heinrich gewann schließlich die Ueberzeugung, daß Hedwig niemals ihren Sinn ändern werde und.
doch vermochte er sich ohne den Besitz dieses herrlichen Mädchens die Welt und das Leben gar nicht mehr zu denken. Sie hatte ihn völlig gefangen genommen und wenn sie einmal auf ihrem Kopfe bestand, mußte er sich ihrem Willen beugen, so schwer es ihm auch ankam. Als sie auch heute wieder, nachdem der Baron noch einmal einen letzten, verzweifelten Versuch gewagt, sie anderen Sinnes zu machen, mit der ihr eigenen Entschiedenheit erklärte, daß ihre Hand nur zu haben fei, wenn er ihren Wunsch erfülle, da rief er nach einem letzten inneren Kampfe aus: Nun gut, du tolles Kind! Ich werde mit meinem Bruder sprechen und wie ich Ihn kenne, wird er gewiß einwilligen, obwohl ich dir ehrlich bekenne " Sie ließ ihn nicht ausreden, sondern sörana bei oifen Worten auf. und rtrfi an seine Brust werfend, jubelte sie hervor: Dann bist du auch mein lieber, theurer Heinrich .und du sollst sehen, wie glücklich ich dich machen werde!" Sie preßte voll leidenschaftlicher Gluth ihre Lippen auf seinen Mund, dann aber setzte sie rasch hinzu: Also es bleibt dabei. Du sprichst noch heut mit oemem ruoer uno morgen vrmgn ou mir Antwort." Er hatte seine Arme um sie geschlungen und wollte sie noch inniger an sich ziehen; aber mit einer aalglatten Bewegung wußte sie sich ihm zu entminden und sie sagte nur: Leb' wohl, Geliebter! Also auf morgen!" und dann stürmte sie hinweg. ,12. Baron Heinrich, von dem es schien, daß er seinen jüngsten Neffen ganz besonders an das Herz geschlossen haoe, bekümmerte sich schon wenige Tag: nach der Verwundung Edwins fast gar nicht mehr um ihn; er fragte wohl nach seinem Befinden, aber er suchte ihn nicht auf und er mochte die Sache, da jede Gefahr für seinen jungen Verwandten ausgeschlossen, in gewohnter Weise leicht nehmen und wie zu seiner Entschuldigung sagte er einmal dem Bruder: Ich bin zum Krankenwärter nicht geschasfenz'dZe Stubenluft ist mir ein Gräuel; übrigens hat dein Edrein Glück," setzte er lachend hinzu, nun kann alle Welt denken, daß er aus dem Kriege dies lahme Bein mitgebracht hat." Baron Bernhard hatte darauf seine' Antwort. Daß auch sein Bruder so ganz verwildert wiedergekommen war! und der Majoratsherr machte die bittere Erfahrung, die uns selten erspart bleibt, wieviel Trennendes Zeit und Leben selbst für Herzen bringen, die einst verbunden waren. Edwin dagegen fühlte sich durch die plötzlich hervortretende Kälte und Gleichgültigkeit seines Onkels wenig verletzt, sein, Gemüth war jetzt von' ganz anderen Dingen erfüllt, um die Rücksichtslosigkeit seines Verwandten peinlich zu empfinden; er war ja so glücklich, trotzdem sein Schicksal durch den Schuß des tollen Geschöpfes eine ganz andere Wendung genommen hatte, und mit der Sorglosigkeit der Jugend und der phantasiegetragenen BeMöglichkeit seines Geistes, sah er in eine rosige, lachende Zukunft. Auf feine militärische Laufbahn mußte er nun freilich verzichten; damit war es auf immer vorbei; aber, der Krieg war zu Ende und nach menschlichem Ermessen ein neuer Waffentanz sobald nicht zu erwarten, und der Dienst im Frieden hatte für ihn nicht mehr viel Verlockendes. Bei einem zweiten längeren Besuch, den Herr von Sollbach wenige Tage später allein abgestattet, war alles zwischen ihm und dem Schwiegervater über die Zukunft des jungen Paares verabredet worden. Herr von Sollbach war sehr damit einverstanden, daß EdWin seinen Abschied nehmen sollte. Er habe bereits mit Elfe darüber gesprochen, die wünsche, daß er ihnen ein kleines Gut kaufen möge. Ich. würd: das gern in unserer Nachbarschaft erwerben," hatte der alte Herr hinzugefügt, damit wir unsere Kinder in der Nähe hätten; aber Else will leider davon nichts wissen; sie sagt, in dieser elenden Sandwüste möchte sie mit ihrem zukünftigen Manne nicht einmal begraben sein, geschweige hier weiter leben. Wie denken Sie darüber?" wandte er sich zu Edwin, mit der freilich sehr geringen Hoffnung in der Brust, daß dieser anderer Ansicht sein würde, als seine Tochter. Der junge Mann vermochte kaum sein Entzücken über diese Mittheilung zu verbergen. Ah, die Kleine war wirklich guj und lieb; sie verstand es, sich einmal das Leben angenehm zu gestalten. Ganz seine Meinung! Um Himmelswillen nur nicht hier in der Lausitz bleiben, nur fort, eine fchöne Gegend aufsuchen! Dennoch hielt er sich verpflichtet, seine Ablehnung in die verbindlichste Form zu kleiden und er sagte deshalb nach einigem Sinnen, als habe er die Sache erst reiflich erwägen müssen: Es ist gewiß recht traurig, daß wir beide uns.v.on unseren lieben Eltern trennen sollen; aber ich kann doch meiner Braut nicht so unrecht geben, und Sie müssen selbst gestehen, lieber Schwiegervater, daß unsere Gegend wenig landschaftliche Reize, überhaupt wenig Annehmlichkeiten bietet, und wir sind ja noch so jung!" Die letzten Worte, die fast unwillkürlich über seine Lippen gekommen waren, verriethen wieder einmal die unerschöpfliche Lebenslust, die in EdWin sprudelte 3a. ick bab' eö auch schon Zereut.
daß ich mich hier niedergelassen," sagte der alte Herr mit einem leichten Seufzer, aber nach dem langen, aufregenden Leben in der Hauptstadt, wollte ich mit den Meinen die Einsamkeit aufsuchen und so war mir dieser stille Winkel gerade recht. Jetzt wünschte ich freilich, ich hätte mich hier nicht angekauft." ' Ah, sagen Sie das nicht, lieber Schwiegervater," rief Edwin sogleich lebhaft aus, dann hätte, ich ja meine Else nicht kennen gelernt." So war es nicht gemeint," entschuldigte sich Herr von Sollbach, aber wenn uns Else verläßt und mit Ihnen in die Ferne zieht, geht unsere ganze Lebensfreude mit fort, sie ist der Sonnenschein in unserem Hause, denn Norbert ist zu ernst und still, und, wenn ich ehrlich sein will, wir stimmen nur noch selten miteinander überein, denn seine sozialistischen Ansichten wollen mir wenig gefallen, deshalb werden wir Else am meisten vermissen," und das volle, sonst immer freundlich dreinschauende Antlitz des Mannes nahm einen sehr bekümmerten Ausdruck an. - O, was sind jetzt Entfernungen in unseren Taaen?" suchte Edwkn seinem Schwiegervater zu trösten. Wir lommen auf längere Zeit zum Besuch zu Ihnen oder Sie zu uns je nachdem." Herr von Sollbach nickte bei diesen Worten zustimmend, Else hatte erklärt, um keinen Preis mit ihrem zukünftigen Gatten in dieser Gegend bleiben zu wollen und was war mit dem kleinen Trotzkopf zu machen? Ihr Wille mußte erfüllt werden, um so mehr, als sich jetzt ihr Verlobter sofort auf ihre Seite stellte. Nun, der alte Herr hatte wohl eiAentlich nichts anderes erwartet und wenn er über die Sache ruhig nachdachte, konnte er dem jungen Volke nicht so unrecht geben. Das Leben hier war doch gar zu eintönig und paßte wohl für alte Leute, die nach einem arbeits- und mühevollen Dasein sich zur Ruhe setzen wollten; aber nicht für Menschen, die noch auf der Schwelle standen undvon der Welt noch ihren vollen Antheil an Genuß und Lebensfreude erwarteten. Wer war froher als Edwins Ein kleines Gut, so entfernt wie möglich von hier am liebsten am Rhein konnte es etwas Schöneres geben? Davon hatte er schon immer geträumt und dann war er aus dem Bereich dieses unheimlichen Frauenzimmers, das immerhin zu fürchten war, wenn er mit seiner jungen Frau in der Nähe blieb. Dann war Else selbst noch einmal zu Besuch gekommen und jetzt mit ihrer Mutter. Edwin war bereits so weit hergestellt, daß er mit seiner Braut im Park umherwandern konnte; freilich noch am Stock und etwas hinkend; aber man merkte es kaum und Else war nicht wenig glücklich darüber. ; Die Mutter hatte die Liebenden nicht in den Park begleitet und war bei der Baronin geblieben. Nun waren die Beiden allein und konnten stch alles sagen, was ste noch auf ihrem Herzen hatten. Edwin fand seine Braut entzückender denn je, und ste entwarf mit ihrer beweglichen Phantasie die schönsten Traumbilder. Ach, wie dank' ich dir, das: duIZapa bestimmt hast, uns in einer schöneren Gegend als der unsrigen ein Gütchen zu kaufen! Du bist meine liebe, kluge Else!" ' Ja, wo denkst du hin? Wir müssen so weit fort wie möglich!" rief Else sogleich lebhaft aus und als Edwin ihr verwundert ins erregte Antlitz blickte, fuhr ste ohne Zögern fort: Wir dürfen um keinen Preis hier bleiben! Ich hätte keine ruhige Stunde, denn ich würde immer fürchten ;" ste stockte . und wollte nun doch mit der Sprache nicht völlig heraus. Ah, du weißt, wer auf mich geschössen hat?" rief Edwin überrascht aus, der jetzt alles errieth. Sie nickte eifrig zustimmend mit dem Kopfe. Die Schändliche! sie hat es mir selbst gesagt und deshalb, Edwin, müssen wir auch unsere Verlobung ganz geheim halten; . sie wäre sonst imstande, noch einmal auf dich zu schießen." Ich hoffe, ihr Rachedurst ist befriedigt; sie hat ja erreicht, was sie gewollt." Nein, Edwin, du kennst sie ja noch nicht so wie ich," entgegnete Else so eifrig, daß ihr Verlobter kaum ein Lächeln unterdrücken konnte; sie war geradezu reizend, die Kleine, in ihrer zärtlichen Vesorgniß um sein Leben. Sie 4st jedes Verbrechens fähig und sobald sie erfährt, daß wir wirklich Verlobte sind, wird sie dir wieder auflauern und dich diesmal gewiß todt schießen. O, mein Gott!" und Else brach nach diesen Worten in ein' heftiges Schluchzen aus. Beruhige dich nur, meine liebe einzig gute Else ." suchte der junge Mann seine Braut zu trösten. Ich werde wohl auf meiner Hut sein und mich nicht wieder ihrer Kugel aussetzen." All' deine Vorsicht wäre vergebens, sobald durch das Bekanntwerden unserer Verlobung ihre Wuth noch mehr gereizt wird, bist du verloren. Die müssen wir unbedingt ganz geheim halten, und was braucht die Welt davon zu wissen, nicht wahr, Edwin?, Wir gehören jetzt doch auf immer zusammen!" und sie sah mit ihren noch feuchten, dunklen Augen zärtlich fragend in sein Antlitz. Während Edwin den. Stock in die linke Hand najm umschlang er mit
der Rechten den Nacken des lieblichen Geschöpfes und sagte mit einem Ernst, der ihm heut so wohl stand: Unsere Eltern haben ihre Einwilligung gegeben und weiter braucht es zwischen uns nichts. Du bist meine liebe, süße Braut und sobald nur unser Oheim wieder fort ist, feiern wir eine Doppelhochzeit." Er ist hier recht wie ein Störenfried aufgetaucht," meinte Else. Hm, unser Oheim ist etwas wunderlich und launenhaft," entgegnete Edwin. In den ersten Tagen waren wir ein Herz und eine Seele miteinander; auch bald nach meiner Verwundung zeigte er stch theilnahmsvoll, aber jetzt bekümmert er sich gar nicht mehr um mich und läßt stch überhaupt nur selten vor uns sehen." Er ist also ein echter. Amerikaner geworden, der rücksichtslos seinen eigenen Weg geht," bemerkte - Else. Nun, hoffentlich verschwindet er so rasch wieder, wie er gekommen ist." Süße Else! für diesen Wunsch mußt du einen Kuß haben!" rief Edwin belustigt aus. Ach, ich habe ja dabei gür nicht an unsere Hochzeit gedacht!" entgegnete die Kleine erröthend; aber sie weigerte sich dennoch nicht und bot ihm gern ihre frischen Erdbeerlippen. Und welch' ein fröhliches, glllckliches Leben wollen wir dort am Rhein führen! Wie dank' ich dir, mein liebes, kluges. Kind, daß du nicht hier bleiben willst," Edwin legte, noch einmal seine Rechte zärtlich um ihren Hals. Das ist ja Pflicht der Selbsterhaltung! Wie können wir uns vor deiner Feindin schützen? sagte Else eifrig. Ich wollte schon Papa alles sagen, damit er den Förster rssch entläßt und Hedwig von hier fort muß; aber ich fürchte, daß dann ihre Rachsucht vollends keine Grenzen kennt und wir niemals vor ihr Ruhe haben würden." Ich bewundere dich immer mehr, du bist wirklich klug"-, entgegnete Edwin, und als seine Braut erröthend dies überschwengliche Lob ablehnen wollte, setzte er eifrig hinzu: Nein, nein, es ist die volle Wahrheit, du bist viel klüger und umsichtiger als ich, und das ist gut so; wir passen prächtig zusammen. Du hast auch vollkommen jtecht. Das beste ist, wenn wir über die ganze Geschichte das tiefste Schweigen.beobachten. ' Hedwig ist wie eine Wespe, die uns erst recht angreift und zu stechen sucht, wenn wir sie verjagen wollen." 'Else stieß über dieses kühne Bild ihres Verlobten , ein belustigtes Lachen aus. Ach, in welch' sonnenbeglänzte Zu.kunft blickten die beiden glücklichen Menschenkinder hinaus! 13. Wie sehr auch Baron Heinrich sein ganzes Leben über geneigt gewesen war, alles leicht zu nehmen; eine solche Auseinandersetzung mit dem Bruder siel ihm diesmal doch sehr schwer; er sagte stch selbst, daß er dabei nicht eine sehr glänzende Rolle spielen werde; aber es mußte sein, Hedwig wollte es und sie hatte leider auf diesen wunderlichen Einfall ihren Kopf gesetzt. Nun der Baron sich einmal entschlössen hatte, den Wunsch tos tollen Mädchens zu erfüllen, war er auch der Mann, der nicht lange zögerte, die dumme Geschichte rasch zu Elfte zu bringen, und doch konnte er seine Verlegenheit nicht ganz unterdrücken, als er nach der Heimkehr erfahren hatte, daß Bernhard im Arbeitszimmer sei und er nun dem Bruder gegenüberstand. Ich habe mit dir etwas zu besprechen", sagte er langsam und stockend.. Baron Bernhard saß an seinem Schreibtisch über große Bücher gebückt; er erhob sich rasch und dem Bruder die Hand entgegenstreckend, sagte er: Ist es so dringend? Sonst müßte ich dir 'ehrlich bekennen, daß ich in diesem Augenblicke nicht gern gestört sein möchte, denn diese Rechnungen " Ja. es ist eine dringende Angelegenheit", preßte Heinrich mühsam hervor,, dann in gewohnter Weise den Kopf zurückwerfend, um damit anzudeuten, daß er entschlossen sei. zu beendigen, was er einmal 'angefangen habe, fuhr er rasch und lebhaft fort: Du hast mir gleich 'bei meiner Rückkehr angeboten, daß du mir sofort wi--der alle Rechte an das Majorat abtreten wolltest. Wärest du noch so gesonnen?" und jetzt ruhten doch die Blicke Heinrichs verlegen und unsicher auf dem Antlitz des Bruders. Wie kannst du fragen?" entgegnete dieser in seiner schlichten einfachen Weise: Du bist der Erstgeborene, und ichräume dir in jedem Augenblick die mir abgetretenen Rechte wieder ein." Und die Deinen? werden ste damit einverstanden sein?" ' ' Kein Zweifel! Meine Frau' wie auch meine Kinder empfinden es ohnehin peinlich, daß .ich hier noch als Majoratsherr weiter schalten .soll, während du wieder hier bist und dir allein dies Recht zukommt. Die unglückliche Duellgeschichte, -die dich damals über den Oz?an getrieben, ist verjährt, und so kannst du hier ruhig und unangefochten weiter leben." .. (Fortsetzung folgt.)'
X Äauebt die Tish I Mingo.
Aus dem achtzehn Meilen nordwestlich von New Albany in'Harrison Eounty, Ind., gelegenen Weiler Eroß Roads kommt verbürgte Kunde von einem Falle von Scheintod. Es handelte sich um Frl. Alma Smith, die sechzehnjährige Tochter von Herrn und Frau A. I. Smith, einem bekannten Ehepaare des Weilers. Am 12. Juni glaubte man, daß das Mädchen,' das längere Zeit krank gewesen war, gestorben sei und sein Körper wurde zur Beerdigung hergerichtet. Wer beschreibt das Entsetzen der Eltern und anderer Angehöriger, als einige Stunden später die Todte" stch aus dem Sarge erhob und darauf bestand, daß ihr gestattet werde, an der Feier des Kindertages, welche am folgenden Sonntage in einer Kirche in der Nachbarschaft' stattfinden sollte, theilzunehmen. Einige Tage später verschlimmerte sich ihr Zustand und bald darauf trat ihr Tod ein. Eingedenk des Vorfalls vor einigen Tagen ließ ihre Familie nlle bekannten Wiederbelebungsversuche anstellen, diese aber blieben erfolglos und am dritten Tage fand die Beerdigung statt. Ein schlauer Pole ist Älekolena Thoma. Er kam, mit einer Schiffskarte versehen, aus der Kohlenregion nach Hoboken, um von da nach seiner Heimath zu gelangen. Irgend ein Spaßvogel zweiter Güte muß ihm gerathen haben, seine Schiffskarte in einen Briefkasten nahe den Docks zu werfen, denn als er den Dampfer betreten wollte, hatte er keine Schiffskarte und durfte deshalb nicht auf's Schiff. Vergebens wies er darauf hin, daß sein Billet stch im Briefkasten befinde, er wollte das' sogar beschwören; doch es nützte ihm nichts, das Schiff fuhr ohne ihn ab. Thoma war darüber außer stch und versuchte, dem Dampfer nachzuschwimmen, indem er stch m's Wasser stürzte, doch auch damit hatte er kein Glück, denn er wurde rechtzeitig herausgefischt. Seine Erzählung, daß er seine Schiffskarte in einen Briefkasten geworfen, glaubte kein Mensch, als man ihn aber aus dem Wasser gefischt hatte und er immer noch bei seiner Erzählung beharrte, fragte man im Postamte an, und stehe da, die Schiffskarte hatte sich wirklich in einem Briefkasten gefunden. Thoma konnte dann am nächsten Tage abreisen. Ein Wunder von Schlaflostgkeit besitzt die Stadt Trenton, R. I., in Albert E. Herpin. . Er schläft nie, wird nie schläfrig und erfreut sich dabei einer vorzüglichen Gesundheit. Dr. C. H. Waters, ein angesehener Arzt Trenton's, der ihn seit Monaten in Behandlung hat, erklärt, Herpin sei ein Phänomen, an welchem die Pathologie und die Erfahrung scheiterrd.'Er habe Herpin die stärksten Schlafmittel verabreicht, doch sei er damit nicht jrn Stande gewesen, bei ihm Schlaf oder Schläfrigkeit hervorzurufen. Dr. William B. Van Duyn gab an, er habe Herpin zehn Jahre lang behandelt und itebe nicht an, zu erklären, daß dieser Fall in der Geschichte der Medizin einzig dastehe. Man habe bis jetzt Herpin's Zustand auf , seinen eigenen Wunsch hin geheim gehalten, aber diese Erscheinung sei ,so außerordentlich, daß die Aerzte die Sache nicht länger verbergen können. Ein dritter Arzt, der Herpin ebenfalls behandelte, sagt über den' Fall: Als Herpin zu mir kam, betrachtete ich ihn als einen Simulanten; ich setzte daher' eine Woche zur Untersuchung fest. In dieser Woche blieb er keine Stunde ohne Aufstcht, und ich muß gestehen, daß ich mir seinen Zustand nicht erklären kann. Dabei ist Herpin nicht im geringsten nervös, hat regelmäßigen Puls und sehr guten Appetit und verliert nicht an Gewicht." Von seinen Freunden dazu verleitet, und , um ihnen zu zeigen, daß er kein Feigling sei, versuchte der 12jährige Arnold Thiessen aus Hudson City, N. I., auf dem Hackensack einen dreißig Fuß hohen Kopfsprung auszuführen und verlor dabei sein Leben. Soweit von dem Unfall bekannt geworden ist, hatte Thiessen seinen Kameraden vor längerer Zeit versprochen, daß er von einer Anzahl Pfähle, die vor der' Brücke der LackawannaBahn stehen, einen Kopfsprung ausführen würde. Die pfähle ragen etwa dreißig Fuß aus izemWasser, und was für einen erwachsenen guten Schwimmer schon eine außerordentliche Leistung ist, mußte für den Knaben gefährlich werden. Er hatte denn auch bereits einige Zeit gewartet; aber es kränkte ihn, wie es scheint, daß jedesmal, wenn er mit seinen, Kameraden in die Nähe jener Brücke kam, ihn diese neckten, weil er fein Versprechen nicht gehalten habe. Schließlich konnte er ihre Sticheleien nicht länger ertragen, und als ste kürzlich wieder an den Fluß kamen, machte er sich bereit, sein Versprechen zu erfüllen. 1 Sobald seine Freunde sahen, daß er Ernst machte, baten sie ihn, von dem Vorhaben abzustehen, aber Arnold wollte davon nichts wissen. Einen Augenblick wartete er, um gute Stellung zu nehmen, und dann ließ er sich fallen. Die Entfernung war zu groß; derKnabe überschlug sich, um im nächsten Augenblick mit furchtbarer Gewalt flach mit. dem Leibe auf das Wasser zu schlagen. Der Junge war sofort todt und die Wellen trugen den Körper weit fort. Die Augenzeugen liefen erschreckt fort, und als später Männer noch dem Körper suchten, war die Leiche verschwunden.
Feuer - Signale
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Virgini Ave u, Llab. ; Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 33 Capital Ave und D& 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 24 Alabama und 16. is Central Ave und li. 26 Aandes und 15. n Brooksid und Jupit 23 Central Ave und 17. 29 Te'aware und 19. 31 Alabama und ll. 52 BeUefontawe und k,'. 34 College Av und 29. :5 Telaware und 18. .35 Alabama und North Z7 Newmann und 1. 38 College Ade und 14, 39 Cornell Ave und 15. tl DandeS un 19. 42 Highland Ave und 10. 43 Tecumseh und 10. 45 New Jersey und 2. 46 Alvord und 17. 17 No. 2 Spritzenhaus Hikside Ave und ie. 16 College Ave und 22. & College Av und 27. 52 Park Lve und 22. 68 6 tt. 23 Bahn u. 12. 54 Rams?y Ave und 10. 6 Stoughton u Nclvman 57 Atlas und Pike. .'3 Blohd und Pavpa. 59 No. 21 Spritzenhaus Srtghtwood i'i Arbcn und Depot 3 Brigytwood und 25. 64 Rural und Bloyd es St. Elair u. eystone 67 Arsenal Ave und 23. 63 Vellefontaine unl s. m Park 5ü srI il 212 Capital txt und 47, 213 Pennsvw. tt. 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