Indiana Tribüne, Volume 27, Number 282, Indianapolis, Marion County, 20 July 1904 — Page 6
Jndiana Tribüne,
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Europäische Nachrichten. Frovinz Kannover. Hannover. Erhängt hat sich der etwa 40jährige, nicht unbemittelte Handelsmann Pätzmann, der 13 Iahre bei einer Wirthin in der Schillerstraße auf Logis wohnte. Als letztere von ihrem Äusgange zurückkehrte, fand sie ihren an einem schmerzhaften Leiden erkrankten Logismann hinter der Thür an der Klinke erhängt auf. Seine Leiche wurde in das gerichtlich: Todtenhaus geschafft. - Schwere Brandwunden an den Händen und im Gesicht erlitt in Körtingsdorf der Maler Franz Schneider genannt Becker durch 'Explosion von Gas.en. Der Verletzte wurde mittels Sanitätswagens in das. Krankenhaus 1 .überführt. Änderten. Die fünfjährige Tochter des Halbmeiers Lammers und der vierjährige Sohn des Stationsarbeiters Zweibrück spielten mit einem Beile. Dabei hieb das Mädchen dem Knaben drei Finger der linken Hand glatt ab. Gelle. Malergehilfe Meyer, beim Malermeister Loges hier beschäftigt, stürzte vom Gerüst und starb bald darauf. Ihre goldene Hochzeit begingen der Regierungs-Oberbuchhalter a. D. Winkelman und Frau. . F r i e l i n g e n. Hofbesitzer Luttmann wurde von feinem eigenen Gefährt, auf welchem er Mehl in Säcken transportirte. überfahren. Im Begriff auf den Wagen zu steigen, kam er zu Fall, wobei ihm die Räder über den Kopf gingen, so daß der Tod sofort eintrat. Götlingen. Vom Eisenbahnzuge überfahren wurde der 40 Jahre alte Eisenbahnschafsner Friedrich Brunotte, genannt Hichert, unweit der Leinestraße auf dem Geleise der Bebraer Bahnstrecke. Der Kops war völlig vom Rumpfe getrennt. Es wird angenommen, daß ein Unglücksfall vorliegt. Königshof. Der 'bei Königshof von der Zahnradbahn BlankenburgTanne Ueberfahrene und Getödtete ist der 61 Jahre alte Maurer Karl Dreckmann von hier. Lehrte. Ein goldenes Berufsjubiläum konnte Johannes Simon hier feiern, nämlich der 50jährigen Thätigkeit als Buchdrucker. Der Jubilar, der wiederholt die Redaktion des Lehrter Stadtblattes" versah, ist noch bei der Zeitung als Prokurist thätig. Oldendorf bei Suderburg. Bei einem Gewitter wurde das mit Stroh gedeckte Wohnhaus des Hofbesitzers Drögemüller durch Blitzschlag in Brand gesetzt und vollständig eingeäschert. Torfmoor. Das Ehepaar' C. Garbade, Schneidermeister, erhielt zum Fest der goldenen Hochzeit vom Regierungspräsidenten im Namen des Kaisers ein Gnadengeschenk von 30 Mark. Uetze. Auf traurige Weise verunglückte ein kleines Kind des Arbeiters Bauermeister. Das ljährige Söhnchen spielte mit Bohnen, steckte eine in den Mund und erstickte daran, da die Bohne unglücklicherweise in die Luftröhre gerathen war. Wahrenholz. Das große An--Wesen des Gastwirths Matthies ging in Flammen auf. Der Schaden ist sehr groß; es liegt anscheinend Brandsiistung vor. Wilhelmshaven. Das Allge.meine Ehrenzeichen ist dem Herbergsbater Probst für langjährige treue Dienste verliehen worden. Landrath Dr. Budde überreichte Probst persönlich die Auszeichnung. ,"rotfri3 Westfcrren. M ü n st e r. Verliehen ist dem pensionirten Oberbriefträger Karl Liepe zu Münster i. W. und dem pensionirten Oberpostschffner August Blume in Hagen i. W. das Allgemeine Ehrenzeichen.- N Ahlen. Beim Wildern erschossen wurde der 26jährige Arbeiter Bernhard Hombrock aus Dollberg. Er wurde von dem hiesigen Gendarmen Lange auf der Grenze zwischen Ahlen und Dolberg zur Jagd ausgerüstet angetroffen und aufgefordert,sein Gewehr niederzulegen. " Der Angerufene leistete dieser Aufforderung aber leine Folge,sondern feuerte sofort 2 Schrotschüsse auf den Gendarmen ab. Letzterer erhielt nur eine leichte Verletzung im Gesicht, da er noch rechtzeitig hinter einem Baum Deckung gesucht hatte. Von hier aus schoß der Gendarm auf Hambrock, der alsdann, von einer Kugel getroffen, todt zu Boden fiel. Die Kugel hattedie linke Brustseite oberhalb des Herzens vollständig durchbohrt. . . Buer. Am 25. Mai ds. Js. wurde in einem Walde bei Erle, ein Mann, anscheinend ein Handwerker, mit schweren Kopfverletzungen todt aufgefunden. Wie die Untersuchung ergeben hat, liegt Raubmord vor. Seitens der hiesigen Staatsanwaltschaft ist nunmehr auf die Ergreifung des Thäters eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. Die Persönlichkeit des Ermordeten .ist noch nicht festgestellt. . Dortmund. Der Schmied Friedrich Decker mißhandelte seine Frau, so daß sie in ihrer Angst aus dem Fenster des Mansardenzimmers des vierstockigen Hauses auf den Hof sprang. Die Frau wurde zum Krankenhause
gebracht, woselbst sie-infolge der erhaltenen Verletzungen starb. Decker, ein häufig vorbestrafter Mensch, wurde festgenommen. Hagen. Eine schwere Blutthat verübte der hierher von der Wahner Haide beurlaubte Artillerist Th. Peters vom 13. Fußartillerie-Regimenl.' Er traf auf der Straße seine frühere Braut Klara Wiskott, die inzwischen ein anderes Verhältniß eingegangen war, und versetzte ihr, von Eifersucht erfüllt, nach kurzem Wortwechsel fünf Stiche mit dem Seitengewehr. Das Mädchen liegt hoffnungslos darnie-. der. Peters wurde verhaftet und dem Bezirkscommando zugeführt. H a t t i n g e n. Gestorben ist der Hüttenarbeiter Schwützer von hier an den Folgen eines Unfalles, den er kürzlich auf der Hcinrichshütte erlitten hatte. DerFall ist um so bedauerlicher, als es sich bezüglich Schwützers um einen fleißigen und tüchtigen Arbeiter handelte, welcher erst kürzlich geheirathet hatte. - 'Aheinprovtnz. Köln. Am 1. Juli hat der Bürgermeister von Rodenkirchen, Herr Steisel. seinAmt niedergelegt. Damit rückt die Eingemeindung von Rodenkirchen nach Köln näher. Die Kölner Strafkammer bestrafte den Hauptlehrer Breuer wegen in Ensen an seinen , Zöglingen vorgenommener unzüchtiger Handlungen mit 18 Monaten Zuchthaus und fünfjährigem EhrVerlust. Der Staatsanwalt hatte gegen den verheiratheten Lehrer 2 Jahre Zuchthaus beantragt. Aachen. Geheimer Regierungsrath Professor Dr. Borchers wurde zum Rektor der technischen Hochschule ernannt. D ü r e n. In den Waldungen zwischeu Blatten und Heimbach entstand ein Waldbrand, der rasch um sich griff. Der Brand hat mehrere hundert Moen Wald verwüstet. Auch viel Rehwild ist in dem Feuer umgekommen, f Düsseldorf. . Der von dem Handels- und dem Ackerbauministerium gemeinschaftlich gewidmete goldene Staatspreis mit Diplom wurde neben anderen deutschen Ausstellern der Spiritus - Ausstellung 'der Firma Fred. Emil Jagenberg-Düsseldorf zuerkannt. Essen. Unter dem dringenden Verdachte, den Holländer Lukas Hendrichs aus Beckhausen, ermordert zu haben, wurde der jugendliche Bergmann Johann Nowalski in das hiesie Gerichtsgefängniß eingeliefert. In seinem -Besitze hat man nämlich das Portemonnaie des Erstochenen gefunden. Hilden. Der Kommis Joseph Becker, 18 Jahre alt, ist von einer Radtour nicht nach Hause zurückgekehrt. Man nimmt an, daß ihm ein Unheil zugestoßen ist. München -Gladbach. In der hiesigen Spinnerei und Weberei von Anton Lambert's Christian Sohn feierte der Lagerverwalter Engels sein 50jähriges Dienstjubiläum. Aus diesem Anlasse wurde ihm von dem Männergesangverein Liedertafel" ein Ständchen gebracht. N e u w e r k. In der hiesigen Fabrik von Pong's Spinnereien und Webereien brach Großfeuer aus. Das Feuer zerstörte einen großen Lagerschuppen mit etwa 200 Ballen Rohbaumwolle. FroVinz Löcssen.'FrcTssau. K a s s t l. Der hiesigen . Faßfbrik von M. B. Bodenheim ist für die auf der Internationalen Ausstellung für Spiritusverwerthung und Gährungsgewerbe, Wien 1904, Gruppe Deutschland" ausgestellten Gefäße die höchste Auszeichnung und zwar die große goldene Staatsmedaille zuerkannt worden. Bebra. Der zum Bürgermeister unseres Ortes gewählte' Kaufmann Sopp dahier ist von der Behörde bestätigt und bereits verpflichtet worden. E s ch w e g e. Amtsgerichtsrath Hinselmann ist von hier als Landesgerichtsrath an das Landesgericht Hildesheim versetzt. Gensungen. Beim Baden in der Eder ertrank der Maurer Christian Kleinschmidt. Herl es Hausen. Hier ertrank Frau Rimbach in einem kleinen Bach. Als sie daraus trinken wollte, wurde sie von Kr'ampfen befallen, sie mit dem Gesicht Cl Wasser und fand so ihren Tod. . ' H ü n f e l d. Der Bürgermeister Koch zu Schetzenrod hat sein Mandat als Kreistaasabaeordneter niederaelegt und hat demnächst Ersatzwahl sur denselben stattzufinden. M a r b u r g. In die hiesige Klinik wurde der Güterboden-Arbeiter Jh. Schmidt aus Frankenhain gebracht. Dem' Mann war von einer RangirMaschine in der Nähe von Treysa ein Bein abgefahren würden. Wiesbaden. Generalsekretär des deutschen Weinbauvereins, Oekonomierath Dahlen, Leiter der deutschen Weinbau-Ausstellungen auf den Meltausstellungen von Chicago und Paris, ist hier gestorben. Wolfhagen. Der Landwirth Johann Christoph Appel zu Breuna, ein noch rüstiger 83jähriger Greis, beging mit seiner 72 Jahre alten Frau seine goldene Hochzeitsfeier. ' Mitterdeutsche Staaten. Altenburc. Im benachbarten
Zschernitzsch brach im Mehlhornschen Gute ein Schadenfeuer aus, dem Scheunen und Wirthschaftsgebäude zum Opfer fielen. Es wird Brandstiftung vermuthet. Blankenburg. Ein betrübender Unfall ereignete sich auf dem Grundstück Harzstraße. 15. Daselbst stürzte das anderthalbjährige Töchter-
chen Erna des Dachdeckers. Feiomann beim Spielen aus dem Küchenfenster der im zweiten Stockwerk belcgenen
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ab, brach das Genick und war auf der Stelle .todt. Braunschweig. Durch - den Hufschlag eines Pferdes wurde auf dem Güterbahnhofe der Fuhrmann Karl Täger schwer verletzt. Das Thier traf ihn - in die linke Seite und brachte ihm gefährliche innere Verletzungen bei, die seine Aufnahme ins Herzog!. Krankenhaus nothwendig machten. Dessau. Die Werner'schen Unterschlagungen bei de? hiesigen Zuckerraffinerie des Rheinischen Vereins für Zuckerfabrikation, Sitz Köln, beziffern sich nach der Revision auf 142.000 Mark. . ' Gernrode a. H. Auf einem Bahnübergang in hiesiger Feldmark wurde ein in einem Hundewagen sitzender lljähriger Knabe Namens Pätz von hier von einem Zuge überfahren und so schwer verletzt, daß er kurze Zeit nach seiner Einlieferung in das städtische Krankenhaus in Quedlinbürg nach entsetzlichen Qualen starb. Gotha. Ein schwerer Unglücksfall, der bedeutende Verletzungen von drei Arbeitern zur Folge hatte, ereignete sich in der hiesigen Tivolibrauerei. Beim Pichen von Fässern barst, jedenfalls infolge zu starker Entwickelung von Gasen, ein Vierhektoliterfaß mit furchtbarem Knall, der in einem großen Theile der Stadt hörbar war. Von den drei an der Unfällstelle arbettenden Leuten erhielt' der Oberbrauer Obst, ein Mann von 44 Iahren und Vater von sechs noch schulPflichtigen Kindern, der feit 14 Iahren in der Brauerei thätig ist, durch die umherfliegenden Holzstücke sehr bedenkliche Verletzungen an den Beinen, so daß er in das Krankenhaus geschafft werden mußte; die anderen beiden Arbeiter, Wenthur und Walther, erhielten Brandwunden - im Gesicht und am Körper. Ein blutiges Ende sollte ein Frühstück nehmen, das Frau Mallurian zu Ehren der Versöhnung eines Liebespaares, Frl. Elvire Medard und eines höheren französischen Staatsbeamten, Luden Terlys, veranstaltete. Frl. Medard hatte dem wohlhabenden Fünfziger seit mehreren Jahren ihre Gunst geschenkt. Terlys dachte eben daran, das ihm liebe Band durch die Ehe zu festigen, als seine junge Freundin ihm entfloh. Sie hatte sich in einen Kaufmann, der noch jünger war, als sie selbst, verliebt. Nach wenigen Wochen sollte ihr neuer Freund, Alfred Berthelot, erfahren, daß die Liebe Elvirens nur ein Strohfeuer war. An luxuriöses Leben gewöhnt, konnte sie sich in seine bescheidenen Verhältnisse nicht fügen. Bald war die wohlmeinende Freundin Frau Mallurian zur Hand, welche Elvire die Aussöhnung mit Terlys vorschlug und sie auch zu vermitteln unternahm. An dem Tage,- an dem das Versöhnungsfrühstück bei der Freundin stattfinden sollte, traf Berthelot Elvire vor dem Hause Frau Mallurians. Es kam zu einer peinlichen Auseinandersetzung. Um sie abzubrechen, erklärte Elvire, daß sie in dem Hause nur eine kleine Besorgung zu erledigen habe und bald wiederkommen würde. Geduldig marschirte nun Verthelot vor dem Hause auf und ab. Durch die Portierfrau Znformirt, in welche Wohnung sich Elvire begeben habe, eilte er schließlich hinauf und drang ins Speisezimmer. Es folgte eine entsetzliche Scene. Der eifersüchtige Jllngling zog einen Revolver hervor und gab zunächst auf die Ungetreue mehrere Schüsse ab, die sie tödtlich trafen. Terlys war ausgeglitten und hatte sich einen Arm gebrochen. Als er sich erhob, erhielt er auch einen Schuß. Auf die übrigen Theilnehmer des Frühstücks schleuderte Berthelot in wilder Wuth Weinflaschen. Erst die rasch her" beigeholte Polizei vermochte den Rasenden zu bändigen. ' Rache. Sagen Sie, Angeklagte?, wie sind Sie denn dazu gekommen, diesen Herrn so jämmerlich zu verprügeln?" . . . Ich habe ersahren, daß cr der Verfasser des Liebesbriefstellers . ist, durch den ich meine Frau bekommen!" Unter Kameraden. Student (dem ein Freund einen geborgten Thaler zurückgiebt, gerührt): Aufrichtig gesagt, ich hätte nicht gedacht, daß Du mir das Geld zurückgeben wür-. dest! Aber ich bitteDich... da hätte ich mir doch mebr gepumpt! Boshaft, rau (am zweitem Tage zur neuen Köchin): Nun, Trine, haben Sie-sich von gestern die Eintheilung der Arbeit etwas gemerkt?" Trine: O ja! Erst muß ich Stiefel wichsen, dann die Zimmer richten dann 'was in's Leihbaus tragen!" Starke Einbildung. Kannibale (der eincnWeißea verzehrt): Der Kerl muß Weinresender gewcse sein... der schmeckt "ganz . abscheulich nach 'mPftopfen!" .
Der Morgenritt. - Humoreske von T.'Resa. Es war noch ziemlich früh, als ich in tadellosem Dreß dem Tattersall zuschritt, um mir ein Roß zum Morgenritt zu leihen. Ich erhielt Darling" ein schönes, goldbraunes Pferd und lammfromm," wie der Stallmeister
anzüglich bemerkte. m.i, r m;&?&it2 &;.tj- cty. - bringen. Es blieb mir nichts übrig, als bei dem herbeieilenden Hausknecht ein Glas Bier zu bestellen. Dann trabte das Vieh an. einer endlosen Parkmauer dahin, bis zu einem Teich, wo Darling sinnend an dem schilfbewachsenen Ufer stehen blieb. Mir brach der Angstschweiß aus allen Poren, Herrgott! jetzt sollte die Bestie blos noch Lust kriegen, sich zu baden!! Ich klopfte und streichelte sie ich gab demTeufelsbraten die holdesten Engelsnamen er stand. Von fern sah ich eine schlanke Reiterin herantraben. Potz Blitz! was soll die denn denken, wenn ich hier wie hypnotisirt auf die Glitzerwellchen des Teiches ich hörte die Reiterin herantraben und vorüberreiten da machte Darling so plötzlich kehrt, daß er mich bei einem Haar kopfüber in den bewunderten" Teich befördert hätte. Und im schönsten. Trabe wurde ich nun der schönen Reiterin nachgetragen. .Die Reiterin flog nur fo und ich flog auch! O wie herrlich! So jetzt sausen wir gleich an ihr vorüber ein Augenblick noch jetzt traben die Pferde' Kopf an Kopf. Weiter! Darling! Hoppla Darling! Jawohl!! Vergnüglich trabte Darling Nase an Nase mit dem Rappen der Reiterin. Eine Weile ritten wir fo; dann richtete sich dir Dame, ein Fräulein von Nauen, im Sattel auf und maß mich von oben bis unten mit ihrem hochmüthigsten Blick dann fauste die Peitsche nieder auf. den Hals des Rappen und rasend griff eraus. Und rasend nebenher preschte trotzdem ich wie wahnsinnig an den Zügeln riß, Darling wie angelehnt an den verfl.... Rappen. Fräulein von Nauen riß ihr Pferd herum und hielt Darling stand sofort wie eine Mauer. Mein Herr," sagte sie, mit vor Erregung fast tonloser Stimme, ich bitte, daß Sie mich sofort verlassen!" Aber, gnädiges Fräulein, es ist ja nicht im cntfernslen meine Absicht, mich Ihnen aufzudrängen, es ist der reine Zufall, daß unser Weg der gleiche ist," log ich schwitzend. So werde ich wenden!" sprach sie kühl. Mit diesem stummen Hinweis auf die Merkwürdigkeit des gleichen Weges" wendete sie ihr Roß. Sofort drehte sich Darling wie ein Brummkreifel und trabte dann gelassen, Nase an Nase mit dem Rappen, auf den nächsten Pfad. Zwei schöne Augen, die in Thränen schwammen, richteten sich jetzt bittend auf mich und drehten mir vor Mitgefühl das Herz im Leibe um. Ich bitte Sie, mein Herr, verlassen Sie mich," flehte Fräulein v. Nauen; Sie ahnen nicht, in welch furchtbare Ungelegenheiten Sie mich durch Ihre mir unerklärliche Hartnäckigkeit bringen. Ich appellire jetzt an Ihre Ritterlichkeit! Ich ich erwarte hier meinen Bräutigam ich bin heimlich verlobt Papa hat ein Vorurtheil gegen meinen Bräutigam, das wir mit der Zeit sicher zu überwinden hoffen, ich kann ihn nur heimlich sehen." . Sie schluchzte beinahe und in der That hörte ich Hufschlag sich schnell nähern. Im nächsten Augenblick tauchte ein Reiter an der Wegbiegung auf. Ich kannte ihn auch es war ein Herr von Berg. Ich peitschte auf meine nichtswllrdige Kracke los aber sie bockte blos, machte einen fidelboankrummen Rücken, bleckte die Zähne und rührte sich N'cht vom Fleck. Herr von Berg kam unterdessen heran grüßte mit sehr verstimmtem Gesicht und pries den Zufall", das gnädige Fräulein hier zu treffen. Aber wollen Sie nicht die Güte hauen, mich Ihrem Begleiter vorzustellen?" Ich ich kenne den Herrn gar nicht," stammelte sie, sichtlich verwirrt er reitet ganz zufällig denselben Weg wie ich " Ganz zufällig!" bestätigte ich mit einer Verbeugung. Ah! so? hm!" Herr von Berg warf mir eineil sehr verwunderten, mißtrauischen Blick zu und wandte sich dann zu. feiner schönen Dame, ohne weitere Notiz von mir zu nehmen. Gestatten gnädiges Fräulein meine Begleitung?" mehr hörte ich nicht, da ich mich tief über Darlings Rücken gebeugt hatte, um scheinbar am Sattelzeug etwas zu ordnen, und damit mein Halten zu erklären ich hörte sie fortreiten und wollte eben aufathmen, als .ich einen Ruck bekam, der mit bei einein Haar kopfüber auf den Rasen befördert hätte. Mühsam faßte ich wieder festen Sitz, fühlte mich sanft dahingetragen und landete in der nächsten Minute an der Seite des Fräulein v. Nauen, die mich wahrhaft entsetzt anstarrte, als.sei ich der Gott- ! seibeiunsin höchsteigener Person. Herr v. Berg lief kirschroth an vor
Wuth. Mein Herrrrr!" schnarrte er Das dürfte mein: Sache sein," bemerkte ich kalt. Der Weg ist frei für alle " Ich verbiete Ihnen, nebe dieser Dame zu reiten!" hier schnappte ihm die Stimme über vor Wuth. Sie haben mir gar nichts zu verbieten ich bin nicht Ihr Diener." Hr?rrrr!" schrie er Sie sind ein Unverschämter Sie werden mir Rede stehen an anderer Stelle! hier" er riß ein Etui hervor meine Karte!" Ich nahm sie.und gab ihm die meine Sie werden von mir hören!" Jetzt aber mischte sich Fräulein von Nauen, die bisher schreckensstarr geblieben, ein. Um Gotteswillen!" schrie sie auf lassen Sie es nicht so weit kommen es ist ja doch nur irgend ein Irrthum im E5piel Sie haben doch gewiß nicht die Absich:, uns zu beleidigen " Nichts liegt mir ferner, mein gnädiges Fräulein!" betheuerte ich, die 'Hand auf dem Herzen. O so zeigen Sie es doch verlassen Sie uns doch endlich!" flehte sie. Ich verneigte mich abermals. Und dann überkam mich die Wuth über diese vermaledeite Teufelsbestie, die mich noch ins himmlische Paradies befördern zu wollen schien (denn im Vertrauen! schießen konnte ich etwa ebenso gut wie reiten!!) Und so peitschte ich ihr ein paar über, daß sie genug hatte; erst stieg sie kerzengerade in die Höhe und dann preschte sie davon, als hätte sie die Tarantel gestochen, daß mir Hören und Sehen verging. Aber was war das? Sauste es mir nur in den Ohren, oder war die wilde Jagd hinter mir? Konnte es Herr' von Äerq nicht erwarten, mir den Hals zu brechen? Wer trabte denn im rasenden Galopp hinter mir h?r? Darling spitzte die Ohren und verfiel plötzlich aus seinem Furioso in einen gemüthlichen Zuckeltrab und siehe! neben mir erschien plötzlich das holde, thränenüberströmte Antlitz des Fräuleins v. Nauen auf ihrem Rappen. Wie ein Racheenzel fegte der so plötzlich verlassene Bräutigam hinter ihr her. Und wieder hielten wir drei, wie auf Commando, mitten auf dem Weg. Also eine abgekartete Geschichte!" knirschte Herr v. Berg. Dacht' es mir doch gleich! Sie beliebten, mich zum Narren zu machen, mein gnädiges Fräulein, und nun, wo's dem Galan möglicherweise an den Kragen geh:n soll, vergessen Sie jede Vorsicht jede Weiblichkeit " Aber Egon! Egon!" flehte sie mit gefalteten Händen. N Gestehe! Verrä'therin!" schrie er wüthend. Aber ich kenne doch den Herrn nicht einmal " rief sie weinend. So gestehen Sie denn Mann gegen Mann!" wandte er sich an mich. Sie geben zu, daß Sie und diese Dame sich kennen?" . ' Ein silberhelles Lachen ließ uns beide überrascht auffahren. Wir kennen uns nicht!" jauchzte Fräulein von Nauen; aber, wie es
scheint die Gäule!" Und unseren noch von Zorn ur:d Haß funkelnden Blicken bot sich e'.n Bild der reinsten Idylle. Da stand Darling und hatte zärtlich seinenKopf über den Hals des Rappen gelegt, der sich liebkosend an ihm rieb Ja, die kannten sich sicher! Ja, was ist denn das für ein Pferd? das ist doch Deine Vessie" nicht?" staunte Herr v. Berg. .Aber Egon! Wie hätt' ich von zu Haus ohne Reitknecht fortreiten dürfen!" klagte sie mit vorwurfsvollem Blick .... und den konnten wir doch beim Rendezvous nicht brauchen, ich, hab' mir ein Pferd im Tattersall geliehen." Ich auch!" platzte ich heraus, darum also waren die verwünschten Kracken nicht auseinander zu bringen!" Und wir lachten alle hellauf, so hell, daß alle Feindschaft darin unterging. Wir schüttelten uns die Hände, und selbst die Redereien über meine unverweichliche Reitkunst" störten nicht mehr meine strahlende Heiterkeit. Die Probe auf unsere Vetmuthung konnten wir gleich machen. Fröhlich und ohne alle Unarten trabte Darlikiz Nase an Nase mit dem geliebten Rappen dem heimathlichen Stalle zu, und bald standen sie, die gewohnt waren, stets nebeneinander zu stehen, wie zwei unschuldsvolle Lämmer und freuten sich ihres Hasers. Ich aber that den feierlichen ' Schwur, nie wieder einen Morgenritt zu machen, ehe ich reiten konnte. Gelungen. . . . Sie suggerirten also der jungen Dame, Sie hätten ihr einen Kuß gegeben?!... Ist das Experiment gelungen?" Gewiß -sie hat mir eine furchtbare Ohrfeige gegeben!" . AusdemExamen. Das ist nun schon die dritte Frage, die Sie nicht beantworten können!" Lassen Sie mir nur etwas Zeit zum Nachdenken. Herr Professor!" Gerne... Genügen Ihnen zwei Semester?" Auch etwas. Frau: Har Du mir nichts mitgebracht von der Festlichkeit? Mann: Nein; aber hochleben lassen haben wir die abwesenden Damen!
