Indiana Tribüne, Volume 27, Number 281, Indianapolis, Marion County, 19 July 1904 — Page 6
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Jakobs dekannt auf der ganzen CFrbe, als tat größte Tchmer,enKetlmittel heilt. W W w W w G G W i W W W Rheumatismus, Neuralgie, Huf tenschmerzen, Ruckenschmerzen, Verrenkungen, Kopfschmerzen, Steifheit. Schmerzen, fo i und alle Lckmerzen welche iln äußerlicdeS Mittel denöhtlgen. Preis 25c und 50c. W ?35?5?1X Warnln nicht (t St (JJ . fi (Ö V P V ? v D sparen beim Einkaufe ihrer Möbel und . . . .sowie. . . . und bei WILLIG'S 141 West Washington Str. MM TXTQ WhSSl c ifrfnr jc v&? nm 142 Nord Pennsylvania Straße Hauptquartier für JOriücn d Operngläser? s- Brillen werden ach den besten Methoden d Äugen angepaßt. Lüngliche Augen erden schmerzlos eingesetzt. VKilö flie Meat Strike's 0n. You'll never rniss the bacon, And you'll never rniss the harn ; You can do without the beefsteak, You can do without the larnb ; But one article of diet You never can forego, And that's the bread called PURITAN, A fact of Course, you know ! Taggart's Puritan sold by grocers and at the Taggart Bakeries.
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Europäische Nachrichten. Provinz ScH5eswlg'Kokltein. Schleswig. Der Großherzog von Mecklenburg - Schwerin hat dem Vorsteher des hiesigen Bahnhofs, Laßmann, den Orden der Wendischen Krone in Gold verliehen. Die Obduktion der Leiche des unter verdächtigen Umständen kürzlich in einem Abort todt aufgefundenen Malers Unger wurde ausgeführt. Sie hat ergeben, daß Unger ohne Einwirkung äußerer Gewalt an Erstickung gestorben ist. Die Erstickung ist dadurch anscheinend herbeigeführt, daß er in seiner T?unkenheit zusammensank und den Kopf nach unten hängend liegen blieb. Todt aufgefunden wurde an der.Lütjenburger (Xhauee der Maler Grippe aus dem Stadttheil Gaarden. Er hatte an einer Familienfeier in Lilienthal theilgenommen und ist' dann auf dem Heimwege von einem Schlaganfall betroffen worden. Altona. Ein alter Kampfgenosse von 154851, der in der Bachstraße Hierselbst wohnende, aus Hochfeld'bei Wilster gebürtige Hafenarbeiter Hans Trede, feierte mit feinerEhefrau Eilly, geb. Ott, aus St. Margareihen, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar diente in der 1. Eomp. 1. Bataillons der vormaligen SchleswigHolstc'nischen Armee und machte den Feldzug gegen Dänemark bis zum Schluß mit. Die Eheleute erfreuen sich noch großer Rüstigkeit. B o r k u m. Beim Landungsmanöder der aktiven Schlachtflotte bei der hiesigen Insel ist der Obermatrose Weber vom Linienschiff Wettin" ertrunken. F l e n s b u r g. Sein 30jähriges Jubiläum im Dienste der Stadt bezw. deren Feuerlöschwesen beging Spritzen meiste? Heinrich Gerdsen. , Linnetschau (Hadersleben). Die 10jährige Tochter der Wittwe Dau verunglückte, indem sie von einem Wagen herabstürzte, überfahren wurde und auf der Stelle todt war. L a s b e ck. Das Fest der diamantenen Hochzeit begingen die Eheleute Arbeiter Hans Mitten und Frau. Die Jubilare sind 84 resp. 82 Jahre alt und noch sehr rüstig. O l d e s l o e. Hier und in der Umgegend entlud sich ein schweres Gewitter. Ein Vlikstrahl entzündete das Gewese des Käthners Puttger inMeddewade, dasselbe wurde in kurzer Zeit völlig eingeäschert. R a m s e n. Der 85jährige Altentheiler P. Thomsen, ein Veteran von 184851, ist hier verschieden. Thomsen diente noch als junger Mann in der dänischen Armee, wurde später aber als Landwehrmann zu den schleswig-holsteinischen Truppen eingezogen. Provinz Schlelien. B r e s l a u. Ihren Verletzungen erlegen ist die 23 Jahre alte Schneiderin Emma Fitzke, welcher in dem Hause Sonnenstraße, 35 durch ihren Geliebten, den Schneider Kaudetzky, schwere Schußwunden in die Brust beigebracht worden. Der Zustand des Thäters, der sich auch geschossen hat, ist nicht unbedenklich. Der im Alter von 80 Jahren verstorbene Rentier Josef Gotthelf von hier hat der Stadt eine Summe von 300.000 Mark zum Bau von Häusern mit kleinen Wohnungen vermacht. Der Miethspreis soll ein ganz billiger sein. Dem gleichen Zweck dient ein Vermächtniß von 200,000 Mark an die hiesige Synagogengemeinde. Ferner hat der Verstorbene 100,000 Mark zu Stipendien für arme Medizinstudirende und eine größere Anzahl von Legaten für Dienstboten etc. hinterlassen. Entseelt aufgefunden wurde in der alten Oder ein 8 Jahre alter Knabe, NamensPaul Köppel, von der Matthiasstraße. Die Leiche des Knaben, der anscheinend beim Baden ertrunken ist, wurde in die Anatomie geschafft. Bärsdorf. Von einem erschütternden Unglücksfall wurde die Familie des Gutsbesitzers Jlgmann hierselbst betroffen. Frau Jlgmann sowie ihre - Schwester, eine 14jährige Tochter und der erwachsene Sohn waren auf der Nachhausefahrt von Schweidnitz begriffen, als in der Nahe von Jakobsdorf plötzlich die Pferde scheuten und durchgingen, wobei die Insassen des Wagens so unglücklich zu Fall kamen, daß das junge Mädchen bereits kurze Zeit nach dem Unfall seinen Verletzungen erlegen ist. Frau Jlgmann erlitt infolge des Schreckens einenSchlaganfall und ihre Schwester liegt ebenfalls an einem Beinbruch und inneren Verletzungen schwer darnieder. Der Sohn kam mit dem Schrecken davon. Görlitz. Auf Geleis 5 (Nordseite) wurde hier der unverheirathete Hilf5rangirer Karl Schneider aus Leschwitz, Kr. Görlitz, beim Rangiren überfahren und sofort getödtet. Eine Kopfwand war beim Ankuppeln aufgesprungen, wodurch Briketts herunterfielen und Schneider zu Falle kam. H ö ck r i ch t. Die 18jahrige Tochter des Häuslers Griebsch ertränkte sich in einem Wasserlcche, wahrscheinlich aus Schwermuth. Lüssen. Stellenbesitzer Heinrich Günther wollte in seinem Garten eine junge Taube für einen kranken Nachbar schießen. Der Schuß zersprengte den unteren Theil des Laufes und riß dem Schützen den Daumen der linken Hand ab. Einzelne Theile des Geweh-
res wurden über 100 Meter weit geschleudert. N a u mb u r g a. B. Die Besitzung des Häuslers Firl wurde ein Raub der Flammen. Firl erlitt an den Händen und im Gesicht Brandwunden. . . P r i e b u s. Auf dem Neubau der Heinzeschen Tischlerei verunglückte der Maurer Richter. Er stürzte vom Gerüst ab und zog sich erhebliche Wunden am Hinterkopfe zu. Sulan. In dem Olbrich'schen Dampfschneidewerk brach Feuer aus und äscherte dasselbe bis auf die Umfassungsmauern ein. Thomaskirch. Im Kreise zahlreicher Kinder, Enkel und Urenkel feierte das Forster'sche Ehepaar sein 60jähriges Ehejubiläum. Frovinz S'oscn. Posen. In der Angelegenheit der unter dem Verdachte der allmählichen Vergiftung ihres Mannes hier in Untersuchung sitzenden Bauersfrau Pawlak aus Golun-Hauland, früher in Marzenin bei' Schwarzenau, ist ihr Liebhaber, der Müller Stanislaus Kostenski aus Schwarzenau, verhaftet worden. Grund der Verhaftung ist wahrscheinlich dringender Verdacht der Beihilfe. F i l e h n e. Seit längerer Zeit bestand zwischen dem Fleischer Eduard Propp und dem 26jährigen Steinsetzer August Welke in Putzig große Feindschaft, die jetzt einen traurigen Abschluß nahm. Propp gerieth mit Welke wiederum in einen heftigen Wortwechsel, in dessen Verlauf Propp ein langes Messer nahm und den auf das Feld flüchtenden Welke verfolgte. Unglücklicherweise strauchelte dieser und fiel zur Erde. Propp versetzte ihm drei Messerstiche in Hals, Brust und Rücken, so daß Welke binnen kurzer Zeit starb. Der Thäter konnte nicht ergriffen werden. ' Jnowrazlaw. Ein Automobil rannte, als es einem Fuhrwerk ausbiegen wollte, gegen einen Baum, so daß einer der Insassen, Kaufmann Davidsohn, herausgeschleudert wurde und derartige Verletzungen erlitt, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Rektor Sckell, der 26 Jahre hier wirkte, ist gestorben. K r o n e a. B r. In der Werkstätte des Schuhmachers Maselkowski brach Feuer 'aus. Der Freiwilligen Feuerwehr gelang es, den Brand zu bewältigen. Der Giebel des Gebäudes ist durchgebrannt. Angrenzende Baulichkeiten sind gleichfalls beschädigt worden. ' O st r o w o. Die 20 Jahre alte WirthstochterFranziska Prudnitzki in Konschkow wurde im Brunnen ihrer Eltern als Leiche aufgefunden: es ist nicht festgestellt, ob Selbstmord oder Verbrechen vorliegt. S ch ö n l a n k e. Rabbiner Wäldler, welcher 40 Jahre in der jüdischen Gemeinde thätig war, ist hier gestorben. Er war der Senior der ostdeutschen Rabbinerschaft. Das dreijährige Kind des Schuhmachers Guderjahn bekam von seinem Spielgenossen ein Stück Johannisbrod geschenkt; ein Stück blieb dem Kinde in der Kehle stecken, und. das Kind erlitt den Erstickungstod. Frsvinz Sachsen. Magdeburg. Der Deserteur Powileit vom hiesigen 26. Jnfanterieregiment zündete in Parchau ein Gehöft an und ertränkte sich, als berittene Soldaten ihn verfolgten. B a r n e b e r g. Der hiesige Männergesangverein beging unter Betheiligung von 20 befreundeten Gesangvereinen der Umgegend und des Ortes das Fest seines 25jährigen Bestehens. E n d o r f. Kürzlich machte sich die Hanscheider von hier mit ihrer Tragkiepe auf den Weg nach Aschersleben, um ihre Waare, bestehend aus Butter und Eiern, dort abzusetzen Kaum hundert Meter vom Orte kam ihr getrennt von ihr lebender Ehemann, der Chausseearbeiter Marscheider, plötzlich aus einem Gebüsch auf sie zu, schlug sie mit 5 bis 6 Beilhieben in den Kopf nieder und erhängte sich dann an einem Chausseebaum. Die Frau, die wegen schwerer Mißhandlungen seitens des Mannes während der vor Jahresfrist abgeschlossenen Ehe die Scheidung beantragt hatte, liegt hoffnungslos darnieder. Großwelsbach. In dem früheren preußischen Handelsminister v. Berlepsch gehörenden Rittergute brannten acht Gebäude nebst Inhalt nieder. Das Feuer ist in der Scheune zum Ausbruch gekommen und wahrscheinlich böswillig angelegt. Der Schaden ist bedeutend, aber durch Versicherung gedeckt. Heiligenstadt. Die seit 30 Jahren in der Familie v. Westernhagen hier in Diensten siehende Dorothea Bode war mit Fensterputzen beschaftigt. Sie stürzte aus einem Fenster des ersten Stockes auf den Hof, zerschlug sich den Schädel und war sofort todt. Klein - Otter sieben. Ein betrübender Unglücksfall ereignete sich in hiesiger Gemeinde. Das dreijährige Kind des Schlossers Jensen, welches auf der Straße spielte, wurde von einem nach ' Donnersleben fahrenden Omnibus überfahren und war auf der Stelle todt. Ob den Geschirrführer das Verschulden trifft, wird die Untersuchung aufklären. -
Pfeift Zabersack's Zchreibebries.
Vo. Z4X. Oeohrter Mister Edithor! Wie alles in die Stehschen gesettelt un der Prissener lffgelackt war, do hen ich Order gewwe, daß die ganze Kompenie Affissersch, das meint uff deiisch Kappersch, m die Stehschen stehn sollte, bis ich Widder 'reduhr frrcme deht. Dann hen ich enSchniek for heim genomme un mich diefend gedreßt. Die Seim Hot mich gefragt, ob ich e wenig ebbes zu esse hen wollt, awwer ich hen gesagt, wann ich ebbes esse wollt, dann deht ich in den Restaurant gehn, biseids das wär Mittneit keine Mielzeit. Die Selma Hot aestart zu greine un weil ich das nit stende kann, do sin ich reiteweg Widder fort. Wie ich in die Stehschen komme sin, do hen se nock all do gestanne un hen alliwwer gctrembelt. Ich hen se antrete losse un dann sin ich e paar Mol die Front obb un baun gange mitaus e Wort zu sage; dann hen ich se angeguckt un hen gesagt: Ihr seid mich e schönes Seit; Voliesmänner wollt Ihr sein? Nattings seid Ihr! Ihr könnt Affe un Kischte ketsche, awwer Burklersch un Diefs, die könnt Ihr nit ketsche. Wann Ihr en annere Thiereckter hätt', dann wärt Ihr mehbie auch annerschtcr, awwer so wie's is, do seht Jhr's ja nit besser un wann der Feller, wo an den Hett stehn duht, nit besser is, was kann mer da ösn Euch eckspeckte. Ihr seid ahlreit, for die Dehgohs die Pienotts weg zu fresse un die Frielonsch Kaunters zu inspeckte un die Saluhnkiepersch for frie Drinks streike; Ihr fillt auch die Bill, wann Ihr en arme Feller ketsche könnt, wo e Gläsche zuviel gedrunke Hot un wo nit mehr den Differen' bitwien den Nord un den Saudpohl ausmache kann; auch wann e arme Frau e paar Lümpcher Kohl uffpicke duht, do kann mer auch an Euch kaunte, wann Ihr grad kein anneres Bißnes an Hand habt, wo gewöhnlich in den Saluhn abgewickelt werd. Das is awwer das End von Eure glorreiche Aecktiffithee. Wann's awwer druff ankomme duht, en Vurkler zu ketsche odder Pickpackets un Diefs einzuronne, dann seid Ihr mt in it. Ich sin schuhr, wann lwwer Nacht die gane Zittiehahl fortgeschleppt deht wer'n, dann deht Jhr's nit ehnder ausfinne, bis ich's Euch am nächste Morge sage deht. Wo seid Ihr for Insten e paar Stunde zurück gewefe? In die Saluhns habt Ihr gehockt odder geschlofe habt Ihr! Newwer meind, Sullivan, ich will kein Backtahk, zu das tahle duhn ich jetzt alleins tende; wann Ihr Burklersch erreste duht, dann habt Ihr das Wort un nit befohr. Schottab, O'Rourke, sonst könne Se sich en annere Schapp suche; ich saae, es is e dörtie Schehm, de Weg, wie Ihr Eure Duttie duhn duht. Un Ihr sickert an e Rehs? Eschehmt sollt Ihr fein un sollt e Pettischen uffmache, wo Ihr for e Riedockschcn von Euer Sällerie frage duht. Jetzt duht emol lissenc, was ich Euch sage duhn: for e halwes Johr kriegt keiner Feckehschen un jeder kriegt in dieselwe Zeit nur drei Stunde den Dag for Rest, die annere drei un zwanzig Stunde seid Ihr an Duttie un biseids das hen ich mich e kleine List gemacht, wo all die Nehms druff stehn wo mitaus Daut mitin e paar Däg gestiert wär'n. So, jetzt wißt Ihr, wie ich in den Kehs denke un, fell hätt ich purtinier ' vergesse, for drei Monat kriegt jeder die Hälft von fein Sällerie diedocktet." Damit hen ich fe stehn losse un sin fort. Der Saluhnkieper Hot schon geklohst gehabt, awwer ich hen so lang an die Dohr genackt, bis mich der Neitwatschmann uffgemacht Hot. Do hen ich dann noch e Battelche Wein gehabt, for mich for mei Heldenthat zu riewahrde; ich hen mich kongrättjulehtet for mei Schmartneß un hen mehreremol for denselwe Riesen Händs mit mich gesche'hkt. Bei Galle,ich hen doch die ganzeBoliesfohrs beschämt un so was is e wenig Riewahrd werth. Ich hen so gut gefiehlt, daß ich den Saluhnkieper auch aus sein Bett hen hole losse un der Hot noch e Battel mit mich drinke müsse. Dann sin ich in den beseeligende Bewußtsein for heim gestart, daß ich en große Dag hinncr mich hen un daß ich for die Kappersch e (richtendes Eckzempel konftituirt hen. In Fäckt ich hen mich so gefreut, daß icb in Front von mei Haus noch emol zurück sin un den Saluhnkieper noch emcl eraus gekloppt hen. Uff .das freidige Eriigniß hen mer unner alle Zirkumstenzes noch e Battel drinke misse. Ich hen mich so en Entußjiassem angedrunke, daß ich nit eher genug von den Wein gehabt hen, bis ich kein mehr in mich kriegt hen. Dann Hot mich der Saluhnkieper, um alle Mißverständnisse zu vermeide, heim gebracht; awwer nit an merFieß, nosser, er Hot sei Boggie aus den Stebbel gebolt un Hot mich
en Reit gewwe. Er Hot gesagt, in die Kandischen, wo ich drin wär, deht ich mehbie e.Distörbens rehse un das war doch en böse Finnisch von den große Dag. Wo wisse Sie denn her, daß das en großer Dag war? hen, ich gefragt, bikahs ich sin qanz surpreift aewee. Do Hot er gesagt, ich hätt's ihn doch schon slwwezehnmol verzählt. Well, ennihau sin ich froh gewefe, wie ich in mei Bett gelege hen un es is auch die höchste Zeit gewese, bikahs 'die Sonn Hot schon puttinier geschohne. Well, ich hen noch keine Stund geschlofe, do weckt mich uff eemol der Christ uff un sagt: Meik, gett obb, 'Du mußt reiteweg nach die Zittiehahl, es is en schreckliche Trubel. Was is die Mätter? hen ich gesagt. Wei die ganze Boliesfohrs is an Streick un mer hen nit en einzige Mann an Duttie; se sage, wann se nit 80 Prozent gerehst wer'n dehte, dann könnt ich un Du die Rabbersch allein ketsche. Well, sell sin mich schöne Geschichte gewese. Die Watfchmänner m die Schehl sin doch noch do?chen ich gefragt. Nosser. die sin auch fort un der Feller, wo Du letzte Nacht errestet Host, der is auch fort. Well, do sin ich awwer aus den Bett getschumpt als wann's an Feier war. Das nächste Mol will ich Jhne verzähle, wie die Geschicht ausgange is. Mit beste RiegahrdZ Juhrs Trulie, Meik Habersack, Eskweier un Scheriff von Apple Jaö Holie Terrer Kauntie.
rint spiritistische Manifestation. Das neuerdings wieder so aktuell gewordene Thema des Spiritismus weckt die Erinnerung an eine heitere Episode aus der Zeit der Anfänge der spiritistischen Bewegung in Berlin eine Episode, die wegen der dabei betheiligten Persönlichkeiten auch heute noch auf ein gewisses Interesse rechnen darf. Allbekannt ist der Name der Gebrüder Davenport, die damalsVorstellungen im Geisterspuk heute sagt man Seancen" in Berlin veranstalteten. Einmal veranstalteten sie eine derartige Probevorstellung vor einer geladenen Gesellschaft, meistens Journalisten, wobei sie ihre zugkräftigsten Kunststücke produzirten. Die Zuschauer mußten, wie gewöhnlich, eine Kette bilden, Hand auf Hand legen, der Saal wurde verdunkelt) und als bald vernahm man über den Köpfen das Geräusch von schnell durch die Luft geschleuderten Saiteninstrumenten, deren Saiten sausten und schwirrten. Auf einer Bank saß Glasbrenner, der bekannte Humorist und Begründer der .längst eingegangenen Berliner Montags - Zeitung, und hinter diesem Dohm vom Kladderadatsch", der zur Rechten seinen Collegen Scholz und zur Linken seinen Collegen Kalisch hatte. Um unangenehmen Berührungen mit den durch die Lust fliegenden Gegenständen zu entgehen, hatten die Zuschauer die Hüte aufgesetzt. In einer Pause zwischen zwei Kunststücken (oder Manifestationen") sagte Dohm leise zu seinen Nachbarn: Kinder, Wenn's wieder dunkel gemacht wird, laßt meine Hände los!" Und richtig, sobald Dohm die Hände frei hatte, bog er sich in der tiefen Finsterniß nach vorn und trieb mit kräftigem Schlage Glasbrcnner den Hut ein. Es wurde Wieder hell gemacht,, und Dohm, der inzwischen feine Hände wieder keusch und züchtig auf die der Nachbarn gelegt hatte, saß artig und erwartungsvoll da. Glasbrenner, der sich nicht hatte rühren können, da seine beiden Hände ebenfalls festgehalten wurden, bot einen traurigen Anblick dar. Sein schöner, neuer Cylinder war ihm bis über foie Ohren hinuntergeschlagen. Allseitiges Erstaunen und fröhliches Gelächter. Glasbrenner befreite seinen Kopf aus der drangvoll fürchterlichen Enge, in die er gekeilt ist. Man umringt ihn, man fragt. Ja, meine Herren," sagt Glasbrenner, ich glaube ja nicht an den Schwindel; ade: daß ich einen Schlag gekriegt hade einen fürchterlichen Schlag das kann ich beschwören!" Kalisch, Dohm und Scholz stellen das entschieden in Abrede: Sinnestäuschung." Nein, -meine Herren! Ich schwöre es Ihnen!" betheuerte Glasbrenner mit erhobener Stimme. Die drei protestirten wiederum. Meine Herren," schreitGlasbrenner, was ich gefühlt habe, das habe ich gefühlt; einen Schlag, der nicht von schlechten Eltern war!" Was sich die Gebrüder Davenport bei dem Anblick des unglücklichen Glasbrenner und bei dieser unvorhergesehenen Unterstützung ihrer Kunst durch einen freiwilligen Mitarbeiter gedacht haben, darüber kann man nur Vermuthungen anstellen. Glasbrenner ist übrigens niemals über den ihm gespielten Streich aufgeklärt worden. Metallgegenstände zu versilbern: Fünf Theile Chlorsilber werden durch Kochen mit 16 Theilen Kochsalz, 16 Theilen Weinstein und der nöthigen Menge Wasser in einem glasirten gußeisernen Kessel aufgelöstem die kochende Flüssigkeit bringt man die zu versilbernden Gegenstände, welche nach etwa einer Stunde mit dem aus dem Chlornlber abgeschiedenen Silber bedeckt erscheinen, abgespült und abgetrocknet wer-den.
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3 Allerlei. ö i -O HM&KH''ÖÖÖ o Den Doktorgrad der Phi!oscphie erwarb sich in Würzburg Fräulein Helene A'Nanu aus Jassy in Rumänien. In der medizinalen Fakultät rer Züricher Universität promoviert?F:äulein Maigareie Kruscyell aus Polen. Eine internationale Arbritcrschutzkonserenz ist für das nächste Iah? in der Schweiz geplant Es soll sich dabei vor Allem um die Beseitigung der geweiblichen Nachtarbrit der Frauen un) das Verbot der Verwendung des WeißPhosphors in der Zünholzfabrikalin handeln. Zum Unterarzt des Klauscnburger staatlichen Kinderasyls ernannte der ungarische Minister des Inneren Fräulein Dr.Jda Szendew. Die Stelle, welche mit 1200 Kronen und freier Station d'otirt ist und auch noch Privatpraxis gestattet, ist eine der verantwortungsreichsten der ganzen Kinderschutzorganisaticn. Der Schillerverband deutsche? Frauen hat bisher 124.021 Mark gesammelt. Straßburg hat einschließlich der B.iträge aus verschiedenen Orten, des Elsaß und Lothringens, worunter besonders 167.90 Mark von der Ortsgruppe Zabern als Reinertrag einer am 17. April veranstalteten musi-kalisch-deklamatorischen Abend-Unter-Haltung hervorzuheben sind, bei der Rheinischen Kreditbank in Straßburz 1476.95 Mark eingezahlt und reiht sich damit anderen Städten Deutschlands würdig an. Der Schularzt Dr. Flachs zu Dresden hat über das Korsett in der Mädchenschule Erhebungen angestellt. Obgleich der Kreis der Kinder, auf den diese ausgedehnt wurden, Verhältnißmäßig klein ist, so sind die Ermittlungen doch ein werthvoller Beitrag zu dem Kapitel der Volksgesundheit oder besser der Volkskrankheiten. Nach den Festsiellungen von Dr. Flachs trugen in den uz'tcrsuchten höheren Klassen der Dresdner Volks- und der einfachen Bürgerschulen 8, 14 und 23 v. H. der Kinder Korsette, in drei oberen Klassen der höheren Töchterschule jedoch 70, 69 und 50 v. H. Der genannte Schularzt beansprucht für die Schule das Recht, zum mindesten während der Turnstunde das Korsett zu verbieten. Im übrigen erwartet er eine Besserung von dem guten Beispiel der Lehrerinnen und ausreichender Belehrung der Kinder und Eltern über Körperpflege und Hygiene. Die beste Hülfe ist im Hause zu suchen; wer gegen das Korsett der Schulmädchen kämpft, muß bei den Müttern anfangen. Die älteste Aerztin. über deren Persönlichkeit urkundliche Ueberlieferungen vorhanden sind, war Antiochis aus der kleinasiatischen Stadt Tlos. Heraklid aus Tarent soll ihr einige seiner Werke über Naturgeschichte und über dieEigenschaften der Medikamente gewidmet haben. - Ter berühmle Galen (13 200 n. Chr.) nennt sie die Erfinderin von Umschlägen gegenSchmerzen in der Milz, gegen Wassersucht, Hüftweh und Gicht. Kürzlich wurde nun in den Ruinen der alten Stadt Tlos der Sockel eines Standbildes aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. gefunden, auf dem noch folgende Inschrift zu entziffern war: Der Rath und die Gemeinde der Säadt Tlos ließen diese Statue auf ihre Kosten errichten für Antiochis. die Tochter des Diototos. aus Tlos als Anerkennung für ihre ärztliche Geschicklichkeit." Es ist bezeichnend für die freie Richtung der altgriechischen Kultur, daß auch ein weiblicher Arzt von den ersten Autoritäten seiner Zeit voll und ganz ancrkannt wurde. ch In Wien steht augenblicklich ein: hochwichtige Frage zur Diskussion. Es soll Entscheidung darüber getroffen werden, ob weibliche Aerzte zum praktischen Dienst in den öffentlichen Krankenanstalten völlig gleichberechtigt mit den männlichen Aerzten in den Spitälern zuzulassen seien. Aufgerollt ist die Frage von der niederösierreichischen - . . j , i n r v Staotyalterel; anueu t geworbn durch die Anmeldung diplomirter weiblicher Aerzte zum Spitalsdienste. Hofrath Schnabl, Professor der Augenheilkunde. hat sich zu der Sache folgendermaßen geäußert: Es wird im Diplom der Aerztinnen deutlich und ausdrücklich erklärt,daß ihnen dasRecht ertheilt ist. aus dem gesammten Gebiete der Medizin Praris auszuüben, daß ihnen sämmtliche Rechte und Privilegien des ärztlichen Standes verliehen werden. Zu diesen-gehört. unzwiiselhaft auch der Anspruch auf Anstell'nz an den Spitals - Abtheilungen in öffentlichen Krankenanstalten. Dazu ertbeilt ihnen die Universität in AusÜbung des ihr vom Staate verliehenen Rechtes in feierlicher Weise den Anspruch genau so wie ihren männlichen Kollegen. .Damit ist. glaube ich, die' Frage des Rechtsstandpunktes gelöst Sie existirt einfach gar nicht. Eine andere Frage ist jedoch, wie sich die Sache in der Praris gestalten wird. Es' giebt einen Kauökobold von sehr bösartigen Wesen, der heißt: verscho bene Arbeit.
