Indiana Tribüne, Volume 27, Number 281, Indianapolis, Marion County, 19 July 1904 — Page 5

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Ein ZZesuch. Clizze von Anna Wahlenberg. In Ux Coupeecke lehnte die be Tuhmte Malerin, indeß der Zug nordwärts brauste und sich immer mehr der Heimath näherte. Sie kam von Paris, wo sie einen zweiten Preis im Salon errungen, ein paar ihrer großen Bilder verkauft hatte. Nun fuhr sie durch ihr eigenes, liebes, altes Schweden, wo sie sich noch nicht aufgehalten hatte, um neue Huldiqungen und Glückwünsche in Empfang zu nehmen. Ihr Ruf war ihr vorausgeeilt. Sie war daheim bekannt und geschätzt, hatte sie doch das ihre beigetragen, um dem alten Land im hohen Norden Ehre und Ruhm zu bringen. Bald war sie am Endziel ihrer Reise, oben in der ersten Stadt des Reichs. Aber sie wollte dennoch nicht ganz direkt hinfahren. Es gab eine kleine Stadt, am Weg, in der sie am Vormittag abzusteigen gedachte, um dort zu bleiben, bis der Abendzug sie weiter führte. Sie wollte eine Be kannte besuchen, die dort verheirathet war. Sie hatten sich vor mehreren Iahren bei einem ihrer früheren Studienaufenthalte in Paris getroffen. Da war die jetzige Frau Anderson auch dort gewesen, um zu malen und Kunst zu ftudiren, und wenn sie sich gesehen hatten, war sie immer voll enthusiasti scher Bewunderung für das große Talent der schon damals hervorragenden Künstlerin gewesen. .Ich prophezeie," pflegte sie zu sagen, 'es wird nicht lange dauern, so werden alle Menschen wissen, wer Gertrud Widerstedt ist." Nun hatte sie so ziemlich recht behalten. Aber sie selbst saß als eine kleine, unbedeutende Frau Anderson da unten in einer Kleinstadt, hatte die Kunst aufgegeben und widmete sich statt dessen Mann und Kindern. Aber so ganz in's Alltagsleben vergraben war sie doch nicht. Sie hatte es verstanden, ihre geistigen Interessen so lebendig zu erhalten, daß es ihr gelungen war, eine Art von Anstellung bei einer Zeitschrift zu bekomme!., und für diese war sie noch hie und da einmal mit Gertrud Widerstedt in Berührung gekommen. Sie hatte bei einer Gelegenheit für die Zeitschrift um die Erlaubniß ersucht, eins ihrer Bilder zu reproduziren, und nun zuletzt hatte sie geschrieben und um ihr Porträt zu ähnlichen Zwecken gebeten. Und ihr Brief war so überströmend von Bewunderung und Komplimenten für Gertrud's Kunst gewesen und hatte so warm den Wunsch ausgedrückt, sie einmal wiederzusehen, daß die Künstlerin ganz gerührt gewesen war. Und so beschloß' siem dem kleinen Provinzstädtchen abzusteigen. Als sie den Zug verließ, kam ihr Niemand entgegen. Aber das war ganz natürlich, denn sie hatte wohl geschrieben, daß sie kommen würde, aber nickit den Tag und die Stunde angegeben. Einen Weaweiser brauchte sie auch nicht. Sie fand leicht die Straße und die Nummer und trat in ein niedriges, gelb gestrichenes Holzhaus, dessen lange Reihe klarer Fensterscheiken mit weißen, frisch gestärktenMullgardinen geschmückt waren. Sie klingelte, wurde in einen länglichen, geräumigen Salon geführt, der eben so rein, hell und zierlich war wie die weißen Gardinen, und gleich darauf stand die Frau des Hauses in der Thür. Sie kam ihr mit ausgestrecktenHänden entgegen und so lebhaft, als ihre kleine, mit den Jahren gerundete Gestatt es zuließ Nein, wie reizend! So außerordentlich freundlich und liebenswürdig von Ihnen, herzukommen!" Und Gertrud mußte gleich Mantel und Hut ablegen und sich niedersetzen. Zu denken, daß die berühmte, gefeierte Gertrud Widerstedt geruhte, m diese kleine Stadt $u kommen, und nun in ihrem einfachen, niedrigen Salon saß! Gertrud begann zu plaudern. Sie sprach von alten Zeiten, als sie noch zusammen in der herrlichen Seinestadt waren, und sie sprach von der letzten Zeit mit ihrer Lebendigkeit und all ihren neuen Ideen. Und die kleine Frau lausckte mit leuchtenden Augen und legte ihre Achs "und Os" mit großer Begeisterung ein. Sie war so dankbar, ihren Ausflug in die große Welt noch einmal zu durchleben und Neues zu hören, daß ihr Gast sich reichlich für fein Kommen belohnt fühlte. Und die Thür öffnete sich und eine hoffnungsvolle kleine Knospe nach der andern trat ein, schlich sich sachte durch's Zimmer und stellte sich nach gebührlicher Vorstellung hinter die Mutter, um zuzuhören. Dann kam Herr Anderson selbst mit frisch gebürstetem Haar und seiner besten Laune. Aller Augen hingen mit gespannter Aufmerksamkeit an der Fremden. Alle sogen begehrlich die Kunde ein, die ihnen vom Leben außerhalb ihres kleinen Winkels mitgetheilt wurde, und nur in größter Verehrung und Demuth stellte Herr Andttson die eine oder die andere Frage. Aber endlich konnte Gertrud doch nicht umhin, sich ein wenig zu wundern, daß sie diese schweigende ZuHörerandacht so lange aushielten. Warum bot sich Niemand an, sie zu begleiten, um ihr die Umgegend zu zei-

gen? Sie hatte ja schon längst erwähnt, daß sie ausgehen wollte und sehen, ob sie, zum Malen taugte. Und warum wurde nicht erwähnt, um wie viel Uhr zu Mittag gegessen wurde? Nun ja, sie interessirten sich natürsich so für das, was sie erzählte, daß sie alles andere vergaßen. Me sie so im besten Plaudern waren, ließ sich jedoch ein zorniges, durchdringendes Prasseln aus den Küchenregionen hören, und ein starker Speisengeruch wurde trotz der geschlossenen Thüren bemerkbar. Die Hausfrau bekam nach einigen Augenblicken ein unruhiges Aussehen und flüsterte ihrer ältesten Tochter etwas zu, die aleich verschwand, aber bald wieder da war und ihrer Mutter Bescheid zuflüsterte, worauf wieder Ruhe eintrat. Eine Weisung für das Mittagessen," dachte die Malerin. Und so fuhr sie mit ihren Schilderungen und inhaltsreichen Vetrachtungen fort. Die anderen blieben bei ihrer Zuhörerandacht, und auf diese Weise verstrich wieder eine Viertelstunde. Aber da setzte das Prasseln in der Küche mit erneuter Stärke ein. Es klang noch zorniger als das erstemal, und mit einem leisen Pardon" lief die Hausfrau plötzlich zur Thür hinaus. Nun ja, jetzt glaubt sie, daß das Mädchen es nicht recht machen kann," dachte Gertrud. Es dauerte jedoch nicht lange, so saß Frau Anderson wieder auf ihrem Sessel, die Arme gekreuzt, auf dem Gesicht ein liebenswürdiges Lächeln und ganz Ohr. So allmälig fühlte jedoch Gertrud Widerstedt sich weniger behaglich als früher. Diese unruhige Thür, durch die das Prasseln und W Speisengeruch vom Küchendepartement eindrang, machte sie nervös. Sie konnte es nicht lassen, hinzusehen, und es war ihr, als sähen alle anderen auch hin, als erwarteten sie etwas Neues von dort, und es war unmöglich, zu verhindern, daß hie und da Pausen im Gespräch entstanden. Und richtig ' schließlich vermochte die Thür sich nicht mehr ruhig zu verhalten. Sie knarrte, öffnete sich behutsam, bis eine handbreite Spalte entstand, und in der Spalte zeigte sich ein rothes, fragendes Gesicht unter einem lichtkarirten Kopftuch. , Eine abwehrende Hand streckte sich augenblicklich gegen die Erscheinung aus, was zur Folge hatte, daß sie ebenso .rasch verschwand, wie sie gekommen war. Gott, diese Dienstmädchen verstehcn doch nie etwas," sagte Frau Anderson mit einem Seufzer, aber ging nun weder selbst hinaus, noch schickte sie eine Botschaft. Es mochte draußen gehen, wie es wollte. Die Pausen wurden länger, die Luft wurde schwül, die Kinder spielten mit den Fauteuilfransen,Herr Anderson drehte seine Uhrkette, seine Frau lächelte und zupfte an der Tischdecke, und es kam Gertrud vor, als schwebten heimliche Gedanken um sie, die alle außer ihr lesen konnten. Da knarrte die Thür wieder, aber so leise, daß man kaum wußte, ob es ein Knarren war oder nicht. Es mußte doch wohl so sein, denn auch jetzt bildete sich eine zunehmende Spalte, die einen immer größeren Theil eines glühendrothen "menschlichen Gesichts zeigte. 'Gnä' Frau," sagte eine ängstliche Stimme, kann ich mit der Gnä' Frau sprechen?" Die Hausfrau flog sofort zur Thürspalte. Gnä' Frau," piepste es, sie sind schon bald kohlschwarz, kohlschwarz." In diesem Augenblick flog ein Gedanke durch das Hirn der berühmten Malerin. Wenn sie es recht bedachte, war sie ja noch nicht formell zum Mittagessen eingeladen worden. Sie mußte trachten, über die Sache in's Klare zu kommen, und als die Hausfrau sich ihr nun mit einer etwas abwesenden Miene zuwandte, erhob sie sich. Nein," sagte sie, ich sitze vielleicht da und halte die Herrschaften vom Mittagessen ab?" Und wirklich, sie konnte kaum fassen, was sie sah, aber es verhielt sich thatsächlich so, daß all die anderen auch aufstanden, und obendrein mit einer Miene der Erleichterung. Keiner bat sie, sich wieder zu setzen. Die Hausfrau trat nur auf sie zu und drückte ihre Hand mit großer Innigkeit. Ach, wir essen hier so zeitig," sagte sie. Ganz kleinstädtisch. Und leider ist es bei mir nicht so, daß ich Sie bitten kann, zu bleiben. Wenn ich gewußt hätte, an welchem Tag Sie kommen würden, so wäre es etwas anderes gewesen. Aber so.... Es ist so schade, aber es ist wirklich unmöglich. Und s- kurz haben wie Sie gehabt! Ja, wirklich und wahrhaftig. Es ist etwas so Herrliches und Schönes, einen Blick in die große Welt zu thun!" Und während Fräulein Widerstedt Abschied von den andern nahm, ging sie neben ihr her, für die unbeschreiblich große Freude dankend, die sie ihnen bereitet. Sie wollte gar nicht aufhören, ihre Hände zu drücken, und noch nachdem sie die Vorzimmerthür geöffnet batte, stand sie da und hielt eine Hano in den ihren und streichelte und liebkoste sie. Ich will Ihren' etwas jan, flüsterte sie vertraulich in ihr Ohr.

Ich hätte Sie nie so früh fortgelas. sen. Aber sehen Sie, die Sache ist die,' daß wir heute gebratene Flundern ZUM Mittagessen haben. Und Sie wissen, daß Fisch nicht gut wird, wenn er stehn muß. Verzeihen Sie, liebstes Fräulein Widerstedt, es thut mir so furchtbar leid, so furchtbar leid, aber Sie verstehen mich doch . . . ." 3, gewiß, ja, gewiß," sagte Gerirud. Frau Anderson brauchte gar nicht zu fürchten, daß sie eine natürliche Sache nicht verstehen würde. Und so ging sie unter vielem freundlichem Nicken. Auf und ab wanderte sie in den Straßen der kleinen Stadt und in deren Umgebung, doch ohne sie mit Maleraugen anzusehen. Nach ein paar Stunden aß sie ihr einsames Mittagbrod im Stadthotel. Und als die Zeit gekommen war, bestieg sie schließlich den Nachtzug und reiste weiter. Aber als sie es sich wieder in einer guten Coupeecke bequem gemacht hatte, träumte sie keine Triumphträume mehr wie vor ihrem Besuch in der kleinen Stadt. Der Ruhmesrausch hatte sich verflüchtigt, und sie philosophirte statt dessen. Woher mag es kommen," dachte sie, daß man verehrt und bewundert und unendlich hoch gestellt werden kann und Menschen einem versichern können, wie sehr sie durch seine bloße Gegenwart beglückt werden, und man doch, ganz plötzlich entdecken kann, daß man für dieselben Menschen weniger bedeutet als eine gebratene Flunder?" Weniger als eine Flunder! Das war eineEntdeckung, die gemischte Gefühle hervorrief, doch mehr seltsamer als eigentlich erhebender Natur. Ein neuer Salomo gesucht.

Wie aus Bombay berichtet wird, hat sich im Süden Indiens ein Fall ereignet, der alle Vorbedingungen zu einem neuen salomonischen Urtheil" bietet. Zwei eingeborene Schäferfrauen wohnten zusammen in einer Hütte bei Vangalore. Vor ungefähr zwei Monaten schenkte jede einemKnaben das Leben. Nach Verlauf von sechs Wochen starb eines der Kinder. Jede der Frauen gab nun das überlebend Kind für ihr eigenes aus. Da in diesem Falle jedoch kein' König Salomo'' zur Stelle war, beschlossen die beiden, die Frage durch einen Kampf zu entscheiden. Beide Mütter fielen mit aU ler Gewalt über einander her, wurden jedoch durch die Polizei getrennt, die nunmehr salomonische Fähigkeiten zu beweisen haben wird. Die russische Censur. Wie man die Censur umgeht, davon krzählt ein Correspondent ein charakteristisches Stückchen vom Kriegsschau olatz. Die Mutter eines jüdischenÄrzles, der von Warschau nach dem Kriegsschauplatz geschickt wurde, erhielt von ihrem Sohne einen Brief, der :in bezeichnendes Lidft auf die Thätig keit der russischen Censur wirft. Der Brief ist in dem üblichen russischen Stil geschrieben und trägt ben Stempel des Censors. Der Schreiber melbet, daß er gesund sei, daß unter den Truppen bewundernswerthe Ordnung herrsche, daß die Soldaten des Sieges zewiß und reichlich mit allem Nöthigen versehen seien, und daß es so wenige Krankheiten gebe, daß die Militäriirzte kaum etwas zu thun hätten. Der Brief schließt aber mit der Bitte, die Mutter möge ihm einige hebräische Lücher schicken, und dabei gibt er folzende Titel in hebräischer Sprache an: Hungersnoth und höchstes Elend". .Daraus sich ergebende schreckliche Epioemien". Kaum irgend welche sanitären Vorrichtungen". Ständig zunehmende Demoralisation des Heeres". Ende der Disziplin". Ich wünschte, ich wäre gefangen genommen". Augenscheinlich verstand der Tensor kein Hebräisch. Gloduö aus Stein. Ein excentrischer Engländer hat sich einen großen Erdglobus aus Stein hauen lassen und denselben auf seinem Stammsitze in. Swanage aufgestellt, so zwar, daß er über's Meer hinausragt und weithin sichtbar ist. Man kann um ihn herumgehen und ein bischen Erdkunde studiren. Die ebenen Flächen, also Meere, Seen, Wüsten sind mit Bibelsprüchen ausgefüllt, welche speziell auf die betreffende Oertlichkeit passen. Japanische Heirathsannonce. a einem in London publizirten Buche giebt der Verfasser ein Heirathsinserat aus einer Tokioer Tageszeitung wieder, das folgender maßen lautet: Ich bin eine hübsche Frau. Mein prächtiges langes Haar umhüllt mich wie eine Wolke. Geschmeidig wie eine Weide ist meine Büste. Weich und. schön, wie eine zarte Blüthe ist mein Antlitz. Ich bin reich genug, um sorgenlos mit meinem künftigen Gatten. Hand in Hand, die Pfade dieses Lebens zu wandeln. Würde ich einen gütigen, klugen, gebildeten Herrn mit guten Manieren finden, so würde ich mit ihm den Bund für's 2t ben schließen und später das Vergnü gen mit ihm theilen, in einem Sarkophage aus rosafarbigem Marmor zur Ewiakeit beiaesekt in werden."

Die Leidensgeschichte eine? Königötoaiter. Die allgemach ziemlich reichhaltig gewordene Literatur über die Liebesgeschichte der Prinzessin Luise von Kobürg, oh bekanntlich von ihrem Ge mahl, dem Prinzen Philipp von Sach-sen-Koburg und Gotha in der Irrenanstalt Koswig bei Dresden internirt ist, und des -ehemaligen österreichischen UlanenoberleutnÄnts Grafen Geza Mattachich-Keglevich ist neuerdings durch eine Broschüre bereichert worden, die gewissermaßen eine Ergänzung der von Mattachich selbst verfaßten Memoiren darstellt. Der Autor der in Zürich bei Cäsar Schmiß herausgegedenen Broschüre, der sich hinter dem Pseudonym Richard Dahl"' verbirgt, hat dort eingesetzt, wo Mattachich, sei es aus Schonung für die Prinzessin, sei es aus anderen Gründen, es verabsäumt hat, den Schleier des Geheimnisses von jener Angelegenheit zu ziehen, die ihn in den Kerker brachte, bei der Wechselsälschung. Richard TXlhl, der von der Unschuld Mattachichs soweit diese bei der Fälschung des Giros der ehemaligen Kronprin-zessin-Wittwe Stephanu in Frage kommt vollkommen durchdrungen ist, führt einen scharfen Kampf gegen die österreichischen Behörden, die in der Angelegenheit intervenirt haben, und insbesondere gegen den Vertreter des Prinzen von Koburg, den Wiener Hofund Gerichtsadvokaten Dr. VachrOch. den er als den Urheber des angeblich an Mattachich verübten Justizmordes bezeichnet. So wendet sich der Autor gegen alle die zahlreichen Rechtsbeugungen" die verübt wurden, um Mattachich als Wechselfälscher entehren und die Prinzessin als Irrsinnige in einer Irrenanstalt unterbringen zu können. Der Wiener Staatsanwaltschaft wirft er vor, daß sie nach einem von oben" erhaltenen Winke die Untersuchung gegen unbekannte Thäter weai Wechselfälschung eingestellt habe, dann aber, als Mattachich auf Vetreiben Bachrachs von der Militärbehörde verhaftet worden war, dieser mitgetheilt habe, daß Mattachich der muthmaßliche" Thäter sei. Und wer die Unterschrift der KronprinzessinWittwe Stephanie wirklich gefälscht hat? Richard Dahl sagt es klipp und klar: Es war der ehemalige, wegen diverser Lumpereien inzwischen in München verstorbeneSekretär des Fürsien Ferdinand von Bulgarien. Pfannenstiel." Die Wucherer, welche die mit Einwilligung des Prinzen Philipp von Koburg von der Prinzessin ausgestellten Wechsel diskontiren sollten, verlangten das Giro der Kronprinzessin. Da die Prinzessin . wußte, daß ihre Schwester zu dieser Unterschrift nicht zu haben sein werde, ließ sie die Unterschrift durch Pfannenstiel, der hierfür mit einigen Tausend Gulden abgelohnt wurde, fälschen. Mattachich hatte angeblich mit den Wechseln nichts weiter zu thun, als sie im Auftrage der Prinzessin dem mit den Wucherern in Verkehr getretenen Advokaten Dr. Varber, der sein Rechtsfreund war. zu übersenden. Der Verfasser der Broschüre. der 'das ehebrecherische Treiben des Mattachich übrigens verdammt, empfiehlt diesem, die Vertheidigung der Prinzessin und ihre Befreiung aus dem Irrenhause der öffentlichen. Meinung zu überlassen. Durch seine unglücklichen Entsührungsideen und Versuche werde nur erreicht, daß das bißchen Freiheit, deren sich die Prinzessin jetzt erfreue, eingeschränkt werde. Richard Dahl hat auch längere Zeit bei Koswig gelebt, um persönlich die Prinzessin' zu beobachten. Er ist der tiefsten Ueberzeugung, daß Prinzessin Luise mindestens so zurechnungsfähig sei wie die übrigen Mitglieder , der Familie Koburg. Vom Grafen Häscler, dem ofigenannten Generaloberst und schneidigen Truppenführer, hört man,' daß er Grundbesitzer in den Reichslanden geworden ist, indem er ein Schloßgut in Plappeville, in unmittelbarer Nähe von Metz, angekauft hat. Derartige Erwerbungen bedeuten stets einen Schritt vorwärts auf der Bahn dec Förderung des Deutschthums in den Neichslanden. Es giebt um und bei Metz unzählige einsam und verlassen daligende Besitzungen. Die Eizenthümer, meist Stockfranzosen, haben sich vor den maudits prussiens" nach Paris gerettet, wo sie dann festgewurzelt sind, und NUN nicken über die ' hohen grauen Steinmauern nur verträumt die grünen Zweige alter herrliche? Parkbäume ' hinüber, und über Die blankgewichsten Parkettböden, auf denen früher der Stöckelschuh der graziös trippelnden Französin widerhallte, schlürft nur noch auf leisen Filzsohlen der concierge", der die gestrichene:! Fensterläden zurückschlägt, um der Moderluft der unbewohnten Räume Abzug zu verschaffen. Der Deutsche, der sich in solchen altfranzösischen Besitzungen niederläßt, hzt wohl ansang' lich mit dem Mißtrauen der sich vielfach aus -französischen Elementen zusammensetzenden Landbevölkerung zu kämpfen. Hat er aber erst einmal den von Grund auf liebenswürdigen Franzosen für sich erobert, so findet er in ihm den angenehmsten Nachbar und treuesten Freund in allen Fährlichkeiien des Lebens. L i z e n s e n zum Spirituosenverkauf wurden Heuer in New Iork in den Boroughs Manhattan und Bronx 6650 ausgegeben. Die Stadt erzielte dadurch einen Gewinn von $7,300,000.

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Cleveland, Cincinnati, Chicago & St. kouis Railway.

St. Louis "271X0 Worldo Abgang 8.12 0553m ..12 2053m .. 6 40Jm ds 8 OOVm 8.10 4553m ..11 25m ..11 45Bm New Fork & Pgh Ltd tgl New Ior! Ltd tägl s St Loutö Mail....... N I Pgh & L Exp tgl Southweftern Lim tgl ä p Wafh & St 2 Exp tgl ä s St Louiö Expreß tägl.... St. Louis Ltd täglds... Terre Haute & Maftt Ace American Expreß tägl... E . . 3 15Nm .. 6 OONm . . 7 05Nm leveland St Lou's PghkNAExtgs 4 20 m American Expreß täglich 4 40Vm Muncie FtW ck B H Exp. . 7 05Vrn R S & 33 Lim täglich 8 d. . . 7 30Vrn Clevland Accom . 10 4533m Anderson Exp p '..11 3023m 95S d B Lim, täglds.... 2 ööVm Union City & Elkh Ace tägl 5 20Nm Knickerbacker Sv täalich d fes 6 159im New Iork & Pgh Lm, tgl s. 8 5531m Cineinnat Ein & LouS Nachtexvreß tgl s 3 46Vm St LouS & Ein Nachtexp tg s 4 25Vm Eincinnati Exp tag 8 7 35Vm Cincinnati Expreß, tägl 12 ZONm Cincinnati Lim tägl p 2 55Nm Louikville Expreß 2 55Nm Cincinnati Accom 4 OONm Ein Wafh Rich Lim tgl ä p s 6 OSN u Eine & Wafh F L tg 6 k p 6 l5Nm Chicago Chicago Nachtexpreß tägl 8.. 12 lOVm Kankakee Accom 7 OOVm Cbicago Fast Expreß tgl d p 11 60Vm White City Special s d fc p. 3 2 Mm LaFahette Accom .. 5 25Nm Mi chigan Benton Harbor Expreß. .. .. 7 OöVm Michigan Mail Expreß p...ll 3vVm Elkhart Ace täglich 6 20Nm Peoria Divi Peoria Expreß taglich 8 ....12 lOVm Peoria Expreß & Mail. .... 7 2SVm Wegern Expreß täglich p d. .11 övBrn Charnpaign Accom 4 05Nm

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Abgang World's Fair Spcl., tägl 3.12 05Vrn Terre Haute Accom., tägl. . . 6 OOVm St Louis Lim täglich 8 fc d b 6 50Vm Capital Expreß tägl sd.... 7 OvVm St LouiS Expreß tägl d 3.12 20Nrn St LsuiS Expreß täglich d 8.. 3 2öNm T H & Efsingharn Acc täglich 4 OONm St L Fast Mail, täglich... 8 35Nm

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