Indiana Tribüne, Volume 27, Number 280, Indianapolis, Marion County, 18 July 1904 — Page 7

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Roman von Ludwig Habicht. $torifefcun&," Das Wilde, Leidenschaftliche ihrcZ Wesens kam jetzt zum vollen Durchbzuch. Sie hatte sich ebenfalls erhoIvx und stand hoch aufgerichtet da, etwas Dämonisches war um sie gebreitet und gerade das übte auf den Baron erntn eigenthümlichen Zauber aus. Das war ein tolles, seltsames Geschöpf und doch, er mußte es bewundern. Wie geblendet starrte er in das schöne Antlitz, das selbst Zorn und Rachsucht nicht ganz entstellen konnten und da er nicht gleich eine Antwort fand, fuhr sie mit grausamer Kälte fort: 3ch hätte ihm ja eine Kugel durch das treulose Herz jagen können, denn ich treffe sicher; aber ich wollte ihm nur einen kleinen Denkzettel geben.damit er an seine Treulosigkeit stets erinnert wird, er hat sich ja bei seiner Millionenbraut beklagt, daß er ganz unverwundet aus dem Kriege nach Hause gekommen ist. Jetzt kann er den Leuten vorreden, daß er auf dem Schlachtfelde sich diese Verwundung geholt habe," und sie stieß ein kurzes, höhnisches Lachen auS. Thun Sie mit Ihrem Argwohn meinem Neffen nicht Unrecht?" wagte jetzt Baron Heinrich einzuwerfen. Ihr Vorwürfe über ihre That zu machen, das kam ihm schon nicht mehr in den Sinn. Ich kann mir gar nicht denken, daß er ein so herrliches, schönes Mädchen ohne weiteres aufgeben solltt", setzke er lebhaft hinzu, und seine Augen ruhten wieder voll aufrichtiger Bewunderung auf dem jungen Mädchen, das immer mehr seinen Beifall fand, je länger er es sehen und sprechen konnte. J&i bin arm, mein Vater war der Oberförster von Lauk," sagte Hedwig nicht ohne einen gewissen Stolz; aber meine Eltern sind früh gestorben und so mußte ich froh fein, in dem Hause meines Oheims eine Zufluchtsstätte zu finden." Sie sind also aus gutem Hause, gnädiges Fräulein," sagte der Baron, woran ich überhaupt nicht gezweifelt habe." setzte er mit einer Verbeugung hinzu: Edwin hätte also um so weniaer ein Recht, Sie plötzlich aufzugeden." Ich sagte Ihnen schon, ich bin arm, und seine jetzige Auserwählte ist die Tochter eines Millionärs. O, Ihr Neffe ist recht klug aus Frankreich zurückgekehrt; während er früher nach Geld nicht gefragt hat, weiß er jetzt ein großes Vermögen sehr zu schätzen." Ein bitteres Lächeln spielte dabei um ihre Lippen. Ah. .ein Mädchen wie Sie wiegt das größte Vermögen auf!" rief der Baron lebhaft aus. Ich begreife EdWin wirklich nicht, das hätte ich von ihm nicht gedacht! Nun, ich glaube, er wird wohl noch seine Ansicht ändern." Nein, nein, er hat ja gestern schon um die Hand von Fräulein von Sollbach geworben." Hm. er ist nicht gescheit, ein solches Mädchen fahren zu lassen!" und die Blicke des Majoratsherrn schweiften wieder voll aufrichtiger Bewunderung über die fförstersnichte hinweg. Er ist eben nur zu gescheit," war Hedwigs scharfe Entgegnung. Dann verstehe ich unsere Jugend nicht mehr!" rief Baron Heinrich lebhaft auS; ich würde in seinen Jahren für Ihren Besitz eine Königskrone hin? geworfen haben." Gerade die Ueberschwenglichkeit dieser Worte verfehlte auf das phantastische. leidenschaftliche Mädchen nicht ihre Wirkung. Ihre dunklen Augen begannen aufzuleuchten und senkten sich mit ernem seltsamen Feuer m die erglühenden des alten Herrn und sie sagte mit emem triumphnenden Lacheln: Ach. Sie dürfen mir nicht so schmeicheln. Ich bin ja nur ein armes Mädchen, das Welt und Menschen nur aus Büchern kennt." Jetzt stieß sie doch einen Seufzer aus und schaute schmerzlich bewegt vor sich bin. Nun. eZ kann sich jeder glücklich fühlen, der einmal ein solch herrliche Geschöpf sein nennt." Seine Blicke ruhten wieder wie trunken auf der prächtigen Erscheinung der Forsters nichte, dann aber, als habe er sich besonnen, daß er hier kein Recht habe, den schwärmerischen Verehrer zu spie len, setzte er rasch hinzu: Seien Sie ganz ruhig, gnädiges Fräulein, ich werde mitweinem Neffen sprechen und ihm den Kopf zurecht setzen, er darf Sie nicht wegen eines reichen Mädchens aufgeben. Bitte, sagen Sie ihm nichts. Ich bin fertig mit ihm. Er hat mich auf geben können, und ich bin zu stolz, um mich mit seinem bloßen Mitleid zu begnugen. Für diese Sprache hatte der Baron ein Verständniß; er blickte jetzt mit aufrichtiger Bewunderung in dies vornehme, edle Antlitz. Ich weiß, daß er mich nicht mehr liebt, fuhrHedwig in ihrer entschlösse nen Weise fort, die gar kein' Schwanken auflommen lieK. und ich lieb ihn euch nicht mehr. Ich habe seit gestern

sein Bild aus meinem Herzen heraus-

gerissen;" sie starrte zetzt wieder finster und zürnend vor sich hin. Sie lieben ihn wirklich Nicht mehr?" Gewig nicht," versicherte Hedwig mit großer Entschiedenheit. Ah. das ist etwas Andersö! Und doch sage ich: glücklich derjenige, der einmal von Ihnen geliebt wird. Ich beneide ihn jetzt schon." Der Baron schien noch einmal mit seinen Blicken die herrliche Gestalt in sich aufnehmen zu wollen, um ihr Bild für immer festhalten zu können, dann schickte er sich zum Fortgehen an, denn er fühlte, daß er diesem Mädchen gegenüber sich nicht länger beherrschen könne, und er durfte sich doch nicht durch eine unumwundene, plötzliche Liebeserklärung lächerlich machen. Sie wollen gehen, Herr Baron?" sagte Hedwig, die seine Absicht merkte, aber nicht wahr, Sie kommen wieder?" und sie streckte ihm die Hand zum Abschied entgegen, während auf ihrem Gesicht deutlich zu lesen war, daß der Wunsch, ihn wiederzusehen, ehrlich gemeint war. Gewiß, wenn Sie es mir gestatten." entgegnete Baron Heinrich, indem er ihre Hand tri und sie in der seinen festhielt, setzte er hinzu: In ein schönes Gesicht zu sehen, erfreut mein Herz noch immer. . Herr Baron, Sie sind doch nicht alt sagte Hedwig lächelnd und ihre Bl'.cke schweiften dabei über die stattliest Gestalt des Majoratsherrn hmwca. Nicht alt?! Ich bin der Aelteste der Familie und habe einen erwacysenen Sohn." Und eine Gattin?" setzte Hedwig fragend hinzu. ein, die ist längst todt. Ich bin Wittwer." Sie werd aber gewiß noch einmal heirathen, nicht wahr?" Bei jeder Anderen würde der Baron diese kecken Fraaen doch ein wenig unpassend gefunden haben, bei diesem schonen Madchen fand er sie naiv und ganz reizend, und davon belustigt, entgegnete t mit kurzem Auflachen: Ja. wenn ich ein so herrlichesMäd chen gefunden hätte wie Sie, dann weiß ich freilich nicht." O. für einen Mann ist es zum Heirathen niemals zu spät," unterbrach ihn Hedwig lebhaft, dann schien ihr plötzlich etwas anderes einzufallen. denn sie rief ganz erschrocken aus: Ach. mein Braten! Verzeihen Sie, Herr Baron, aber ich muß in dieKüche, sonst verbrennt mir alles, und dann brummt die Tante." Um Himmelswillen! Daran trage ich allein die Schuld!" sagte der Baron mit scheinbarer Bestürzung, den diese Angst des schönen Mädchens nicht wenig belustigte. Hedwig war wie verwandelt: die Sorge um den auf dem Herde stehenden Braten mußte sie jetzt nur noch allein erfüllen und sie erschien ihm niemals reizender als in diesem Augenblick. Sie sind eine so eifriae Wirthin?" Das gerade nicht; im Gegentheil, ich tauge wenig dazu," antworteteHedwig offenherzig; aber ich lasse mich nicht gern ausschelten und so müssen Sie mich schon entschuldigen, Herr Baron." Ihm wie einem alten Bekannten freundlich zunickend, wollte sie sich rasch entfernen. Nicht wahr, ich darf also wiederkommen?" Keine Frage," entgegnete Hedwig in ihrer kurzen, entschlossenen Weise, die dem Baron so ungemein gefiel. Nachmittags habe ich nichts mehr zu thun, da sitze ich gern da drüben unter den Eichen," und sie zeigte auf einige hohe Bäume, die mit ihren schon halb belaubten, hellgrünen Wipfeln aus dem Kieferwalde hervorragten. Also auf baldiges Wiedersehen, mein gnädiges Fräulein." Während Hedwig mit hastigen Schritten dem Hause zueilte, sah ihr der Baron mit funkelnden Augen nach und entfernte sich dann in einer Gemüthsverfassung, Uder die er ncy tibx noch reine klare Rechenschaft geben konnte. 10. Mit welcher Ungeduld wartete Elfe auf das Erscheinen des Geliebten; er wollte ja schon in den nächsten Tagen wiederkommen und dann um ihre Hand werben! Man muß selbst jung sein, um zu verstehen, wie es in einem siebzehnjährigen Herzen aussiebt, das einer solchen Entscheidung mtgegenharrt. Ach. es war ja alles so wunderbar, so märchenhaft! Sie wurde wirklich von Demjenigen geliebt, den sie nur immer mit den Augen ihrer Freundin anaeschaut und bewundert hatte. Durfte sie denn auch seine Liebe erwidern? War es nicht treulos von ihm, daß er so rasch Hedwig vergessen gekonnt? Nein. nein, das war es nicht! Er hatte ja damals noch keine Erfahrung gehabt und war o vlut iuna aewesen. Hedwig war beinahe in seinem Alter und hatte ihn für sich zu erobern ge wußt. Erst der Krieg hatte Edwin zum Manne aemackt. und nun war er zum Bewußtsein gekommen, daß er Hedwig nicht liebe und vatz lein Herz einer anderen aeböre ihr! Else hätte bei diesem Gedanken laut aufjubeln mögen und doch überschlich sie-zu gleicher Zeit ein ängstliches lrn

pfinden. Was würde Hedwig dazu sagen, wenn sie die Wahrheit erfuhr? Würde sie nicht in ihrer stürmischen

Weise sie mit den bittersten Vorwürfen überhäufen, daß sie ihr das Herz des Geliebten abwendig gemacht? Nein. nein, sie hatte dies nicht gethan. sie traf keine Schuld, wenn Edwin die Jugendfreundin Nicht mehr liebte, und trotzdem sah sie der Begegnunq mit ihr voll Unruhe entgegen. Sollte sie ihr schon jetzt die Wahrheit saaen? Und wie wurde die Heftige, Leidenschaftliche diese Wahrheit aufnehmen, die sie gewiß sehr schmerzlich traf? Ach. sie hatte ja stets mit der ganzen Ueberschwenglichkeit eines jungenMädchenherzens für die Freundin geschwärmt: freilich, letzt war sie alter geworden so viel älter, seitdem sie sich von Edwin geliebt wußte, kam sie sich gar nicht mehr so unreif und unbedeutend vor. wie sie sich im Verkehr mit Hedwig stets gefühlt hatte; die war ihr so überlegen; zwar kannte sie das Leben auch mehr aus Romanen, als aus der Wirklichkeit, aber sie hatte so schrecklich viel gelesen und das romantische Verhältniß zu dem jungen Baron hatte ihr in den Augen Elsens vollends einen solchen Nimbus verneben. Was würdeHedwig nur sagen, wenn sie erfuhr, daß Edwin sie nicht mehr liebte, daß jetzt sein 5erz ihr gehörte?! Das gab gewiß einen heftigen Auftritt, und doch, wenn sie es von Anderen erfuhr? Und sie mußte es ja erfahren: war es dann nicht viel schämmer? Konnte Hedwig sie nicht dann der Falschheit anklagen? Wenn auch Else wie im Rausch umherwanderte, seitdem sie sich von Edwin geliebt wußte, beschlich sie doch eine gewisse Unruhe, sobald sie an Hedwig dachte. Konnte sie ihr noch mit der alten Unbefangenheit entgegentreten? Sto aestriae Taa batte ibr eine groke Uederraschung, das höchste Glück gebracht, und heute war die Stunde, wo sich die 'Freundinnen, nach alter Verabredung, an einem schönen, lauschigen . Plätzchen im Walde trafen, denn Hedwig kam nicht gern in das Solibach'sche Haus. Die Eltern Elsens ließen sie zu sehr fühlen, daß sie in ihr nur eine Verwandte ihres Försters sahen, und Hedwigs Stolz bäumte sich stets gegen die kühle Freundlichkeit auf, die Herr von Sollbach und seine Gattin für sie an den Tag legten. Dort im Walde, da gab es keinen Standesunterschied, da waren sich die beiden Freundinnen gleich, ja, Hedwig war stets die Herrschende gewesen. Else hatte sich ihr völlig untergeordnet, obwohl es manchmal auch zwischen den beiden Mädchen zu kleinen Reibereien gekommen war, denn Else war nicht ganz ohne Eitelkeit und empfand es oft recht bitter, daß sich Hedwig über ihre kleinen Schwachen lustig machte und sie gar zu sehr wie ein albernes, unerfahrenes Dings behandeln wollte. Zuweilen suchte sie sich dann gegen die Tyrannei der Freundin ganz entschie den aufzulehnen; aber diese wußte sie immer wieder in Fesseln zu schlagen. Else hatte ja zu ihrem näheren Um gana niemand weiter als die Försters tochter, denn mit Jrmgard war sie nur selten in Berührung gekommen, und es hatte sich zwischen ihnen Niemals ein näheres Verhältniß entwickeln wollen: es war, als ob die beiden jungen Mädchen in verschiedenen Welten aelebt bätten und sich gar nicht oder nur sehr wenig verstehen konnten. Mit Gras Bredow war man in lenier Zeit in weit lebhafteren Verkehr getreten.Else und Komtesse Adelinde verstanden sich aber auch viel besser; wenn sie zusammen kamen, dann schwatzten sie mit einander über alles, was junge, sechzehnjährige Mädchen in ihrem Mittheilungseifer zu schwatzen haben, aber Adelinde besaß doch in ihrem ganzen Wesen etwas Schroffes, Else sah in ihr den weiblichen Antomo. Es läßt sich nicht an seinem Busen ruhen, doch läßt sich ihm vertrauen," und das Töchterchen des Herrn von Sollbach hatte noch die Sehnsucht, sich anzuschmiegen und einer Freundin ihr ganzes Herz zu schenken, weil es mit diesem ihrem Herzchen bisher nichts anderes anzufangen gewußt.- deshalb war ihr Hedwig die liebste Freundin geblieben. Ah, und jetzt kam das Verhängniß und riß sie auseinander, denn Else konnte nicht zweifeln, daß Hedwig ihr allein alle Schuld an der vermeintlichen Treulosigkeit Edwins zuschreiben werde. Nicht ohne Zagen ging sie deshalb zum Stelldichein und diesmal noch etwas früher, um sich erst ein wenig sammeln zu können, aber sie hatte noch nicht den Platz erreicht, auf dem beide so glückliche Stunden genossen, da kam schon Hedwig auf sie zu, und ihr Antlitz verrieth nichts Gutes; da schienen alle Dämonen des Zornes und des Hasses ihr Wesen zu treiben. Ohne den schüchternen und doch herzlichen Gruß der Freundin zu erwidern, ohne wie sonst ihr schwärmerisch die Arme zu öffnen, begann die Förstersnichte sogleich stolz erhobenen Hauvtes:' Du wagst es noch, mir in's Angesicht zu schauen?. Fürchtest Du nicht, daß ich Dich ebenso abstrafe, wie ich Deinen Anbeter abgestraft habe, diesen Elenden, der mir so schändlich die Treue gebrochen hat?" und ihre dunklen Augen ruhten zornfunkelnd auf der erschrockenen Freundin.

Woher weikt Du schon alles?"

stammelte Else verwirrt. Hedwig, sei lieb, sei gut, denke Nichts denke ich. Der saubere Patron wünschte ja so sehr als JnDalide aus dem Felde heimzukehren. Nun. ich habe seinen Wunsch erfüllt: er wird jetzt für immer mit einem lahmen Beine herumhumpeln konnen." Was sagst Du. Hedwia?" rief Else zum Tode erschrocken. Ich habe ihm gestern auf dem Heimwege aufgelauert und ihn lahm geschossen. Ich hatte ihm eine Kugel durch das treulose Herz lagen sollen. aber ich that es nicht: er mag leben und nun mit diesem Denkzettel um Deine Hand werben: oder wirst Du an Deinem lahmen Lieutenant keinen Gefallen mehr haben?' Sie hatte das alles in ihrer heftigen. tollen Weise vorgebracht, ohne der Freundin Zeit zu einer weiteren Frage zu lassen. Du hast auf ihn geschossen?" bebte es von den Lippen Elsens. die aanz fassungslos in das triumphirende Antlitz der Freundin schaute. Sollte ick nicht? Hat er es nickt verdient?" fragte Hedwig sogleich zuruck. Er kann froh sein, daß ich ihm dasLeben geschenkt und mich damit begnügt habe, ihm mit einer Kugel das Bein zu zerschmettern, denn Du weißt, ich nehme es im Schießen mit zedem auf und wenn ich gewollt hätte, so wärst Du jetzt ein trostloses Brautchen." Die Förstersnichte siien ein höhnisches Lachen aus. Ach, was hast Du gethan! Mein armer Edwin!" Das junge' Mädchen brach in Thränen aus. Bei diesem Ausruf, der unwillkürlich über Elfe's Lippen gekommen war, verfinsterte sich das eben noch übermüthig lächelnde Antlitz Hedwigs; wurde sie doch dadurch daran erinnert, daß die Freundin sich schon im sicheren Besitz des Treulosen wähnte, und diese Vorstellung drückte ihr einen tiefen Stachel in das unruhig klopfendeHerz. Du brauchst keine Thränen zu vergieken." sagte sie deskalb kalt und höhnisch: Ich hab' Dir ja schon erklärt, daß er für seine Schlechtigkeit noch gut aenua weakommt." Nein. Du allein bist schlecht und herzlos. Ich hasse Dich jetzt!" rief Else voll tiefer Empörung aus, die nicht mehr an sich halten konnte. Sie war aufgesprungen, ihre kleine, zierliche Gestalt schien förmlich zu wachsen, als sie jetzt ihrer Freundin gegenübertrat und ihre noch feuchten, dunklen Augen voll zorniger Erregung über das spöttische Antlitz der Förstersnichte hinwegblitzten. Das soll mich wenig härmen," entgegnete Hedwig kühl. Ich habe den Elenden bestraft, wie er es verdient, und Du kannst froh fein, daß ich Dir einen lahmen und nicht einen todten Bräutigam geschenkt habe." Noch einmal ein kurzes, hähnisches Lachen ausstoßend, stürmte sie, ohne eine Antwort abzuwarten, in ihrer gewohnten hastigen Weise hinweg. Else sah ihr schmerzlich ergriffen nach. Es war nicht allein das Schicksal Edwins, das sie beunruhigte, zu gleicher Zeit that es ihr bitter weh, daß die Freundin, für die sie geschwärmt, deren Seelengröße sie oft bewundert, sich jetzt rachsüchtig und unedel erwies. Den Mann, den sie so heiß und glühend geliebt, wie sie doch wenigstens stets behauptete, auf immer zum elenden Krüppel zu machen, das war eine Nichtswürdigkeit, die sie ihr niemals zugetraut hätte. Ah. der arme Edwin! Bei diesem Gedanken raffte sich Else aus ihrem schmerzlichen Hinbrüten auf. Sie mußte zu ihm eilen, ihr Platz war jetzt an seiner Seite, und von dieser Vorstellung ganz allein erfüllt, suchte sie ihre Eltern auf. Sie fand beide im Salon, den Vater in das Lesen einer Zeitung vertieft, die Mutter m einen großen Sessel verfunken und geduldig wartend, bis es ihrem Gatten einfiel, ihr das Wesen!lichste aus seiner Zeitung mitzutheilen. Papa, ich muß sofort nach EhrenfelS hinüber. Man hat auf Edwin geschössen und ihn verwundet." platzte Else heraus, nachdem sie kaum die Schwelle des - Salons ' überschritten batte. Die Mutter ließ sich selbst bei dieser unerwarteten Nachricht aus ihrer Ruhe nicht aufscheuchen; sie schaute nur ein wenig verwundert in das erregte Antlitz der Tochter, während der Vater sogleich die Zeitung bei Seite legte und hastig fragte: Wer hat Dir daS gesagt? Ist es wahr?" Else beantwortete nur die zweite Frage: Ja, auf den Aermsten ist gestein auf seinem Heimritt geschossen worden: er ist schwer verwundet und Papa, ich muß sofort hinüber, es ist meine Pflicht." (Fortsetzung folgt.) , HumonstischeS. JnderNaturgeschichtLstunde. Lehrer: Müller, nenne mir einen Vierfüßler." Müller: Ein Tisch." Mager. Erster Diener: Nun, fällt, im Hause des Comemrcienraths viel ab?" Zweiter Diener: Höchstens der Stuck von den Decken." Ausweis. Gendarm: Können ßtV sZck nia RMeiiie leaitimiren?" Mann: Jawohl! Tu, Alte, leg' doch . i rj:.-v.:i fpitf mai in ii einer viaiuinciiy uiiji wi

Auf der Suche nach seiner

Mutter befand sich in New Ulm, Minn., Allen Richal von Chetek, Wis. Als der Bürgerkrieg ausbrach, ließ er sich als junger Bursche in die Armee anwerben; er hörte dann, daß seine Mutter einen Mann heirathete, der Simmons oder ähnlich hieß und dann nach Minnesota verzogen sei. Während des Jndianeraufstandes soll dann die Familie von den Sioux massakrirt worden fein. In späteren Jahren sind ihm darüber doch Zweifel an gediegen und er ist nun auf der Suche, ob er nichts Näheres erfahren kann. In New Ulm ist er erfolglos gewesen, aber es ist ja möglich, daß sich die Familie in einem anderen Theile des. Staates niedergelassen hat. Träume mögen, wie das alte Sprichwort sagt, Schäume sein, oder vom Magen kommen, aber manchmal gehen sie doch in Erfüllung. Das beweist ein tragischer Vorfalls der sich in New Jork ereignete. Neulich Nachts träumte dem 40 Jahre alten Elektriker John I. Jennings, daß er von einem Hochbahnzuge zermalmt wurde, und wenige Stunden später wurde der Traum zur Wirklichkeit. Als entsetzlich verstümmelte Leiche wurde der Unglückliche nach Hause gebracht. Der Mann hatte sich über seinen merkwürdigen Traum sehr aufgeregt. Vergebens versuchte ihm seine Gattin beim Frühstück seine trüben Gedanken .auszureden. Er blieb dabei, daß ihm ein Unglück bevorstehe, und als er um 7 Uhr zur Arbeit ging, nahm er zärtlicher als sonst von Weib und Kindern Abschied. Er holte sogar die Photographien seiner Kleinen aus einer Kommodeschublade, um sie wieder und wieder zu küssen. Zwei Stunden spater war der Aermste nahe der Hochbahn - Station an 125. Str. damit beschäftigt, die defekte Verbindung der Leitungsschiene zu repariren. Er lag flach auf den Schwellen, als ein Zug heranbrauste. Zu spät bemerkte er die Gefahr. Als er aufspringen wollte, wurde er von ben Rädern erfaßt und gräßlich zermalmt. Fünfz ig Jahre hat der jetzt 75 Jahre alte George N. Arnold, ein Farmer am Delavan Lake, Wis.. sich mit einem Paar Stiefeln durch dasLeben geschlagen, die er im Jahre 1852, als ein paar kalbslederne Stiefel, die dem Eigenthümer, für den sie gemacht waren, nicht paßten, im Staate New Jork kaufte. . Zum ersten Mal trug er seine Neuerworbenen bei einer Hochzeit in Moravia, N. ?)., bei der er als Brautführer fungirte. Auch bei seiner eigenen Verheirathung rinb bei seiner goldenen Hochzeit trug er im vergangenen Monat März die Stiefeln. Dieselben sind aus gutem Kalbleder gemacht und zwar zu jener Znt, in der es beinahe ein Jahr nahm, um Kalbleder gehörig zu gerben. Damals gab es noch keine genähten Sohlen, alle waren mit Holzzwecken zusammengenagelt und die Zwecken waren noch mit der Hand aus solidem Mapleholz gemacht. Nur einmal mußten die Stiefel in 32 Jahren reparirt werden, dies geschah im Jahre 1879, als R. S. Miner in der Staats - Taubstummenanstatt neueHalbsohlen auflegen mußte. Herr Arnold schmiert die Stiefel einmal des Jahres mit Neatsfoot-Oel ein und gibt ihnen dann ein French Dressing, sie haben kleine Absätze und der Besitzer erklärt mit Stolz, daß sie ungefähr acht Mal in Mode waren. Etwas Abwechslung in die Monotonie eines New Dorker Polizeigerichts brachten kürzlich d:r italienische Leierkasienmann Giuseppe Degitio und sein Affe, deren Verhaftung am vorhergehenden Abend nach Ansicht des Polizisten Lynch nothwendig geworden war. Lynch gewahrte um die Dämmerstunde an der Ecke des Riverside Drive und der 103. Str. Giuseppl sammt seinem Aesfchen und seiner Drehorgel. Während Giuseppi Gassenhauer herableierte, befand sich sein Affe in der vierten Etage der Faade eines Hauses und machte krampfhafte Anstrengungen, wieder herabzuklettern. Die glatte Fläche der Faade machte es dem putzigen Thierchen unmöglich, wieder zur Mutter Erde und seinem Herrn zurückzukehren. So sehr auch Giuseppi und Lynch bemüht 'waren, Koko" herabzulocken, so wenig war der Affe zum Abstieg zu veranlassen. Da kam Lynch auf den Gedanken, die Feuerwehr zu alarmiren. Ein Haken- und Leiterwagen kam herbei, und eine 65 Fuß hohe Leiter .wurde angesetzt. Ein beherzter Feuerwehrmann kletterte hinauf, packte den Affen und brachte ihn und sich selbst wohlbehalten herunter. Hierauf erfolgte die Verhaftung des Italieners und seines Affen. So standen beide tags darauf vor den Gerichtsschranken, und Giuseppi wurde wegen unordentlichen Betragens zu einer Geldbüße von ZI verurtheilt. Beim Gerichtsschreiber deponirte der arme Teufel, genau gezählt, neunundneunzig Centsstücke. Es fehlte noch ein Cent. Giuseppi flüsterte dem Aeffchen einige Worte in's Ohr, woraus sich Koko kratzte, dann eine allerliebste Fratze schnitt, in das Täschchen seines Wamses langte, den noch fehlenden Pennh herausholte und ihn ' mit einer Verbeugung dem Gerichtsschreiber übergab. So hatte Giuseppi seine Geldbuße entrichtet und konnte mit seinem Aeffchen des Weges gehen. Der Gerechtigkeit war Genüge geleistet. Die kleine Affenkomödie, aber wurde von den Anwesenden herzlich belacht.

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Washington Ctt 5', No. 10 Spritzenhaus Illinois u Werrill Illinois u Lruisiana West und South 54 West und McCarty 55 Senate Ave. u Henry tt Meridian und Rsy Slo. 4 Cpritzenhsu , NadisonLv.uZKorriS Madion Lv. u Dunlop 11 No2HakenLeiterhaub South nahe Delawa? Penn, u Merrill Dklavare u. MeTartS 11 aft und VcSarty New Jerft? u. errÄ 7 Lirg.Lv.uradsha es Last und Prospekt 19 Bicking und High n No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. mlhe Huron ? Cfcst und Georgia 71 Eedar und Cto 74 Davidson u Georgia Ti Snglish Av.Pine 1t Shelöy und Bäte "3 No. S Spritzenhaus Prospekt nahe Sheldy 1t Fletcher v. u Sheiby 31 Market u. New Jersey 32 Dtlaware und Wash. S3 Last u Washington New York .Davidsoe ib Taubstummen Anstalt iS er. Staaten Arsenal 37 Orient! und Wash. 39 Frauen-Resormat. 11 No. 13 Spritzenhaus Marvland nahe Wer. 2 Meridian u. ?eoraia. 33 Meridian und South 34 Pennsyl) u. Louiftana '? Virgini Ave u. LIab. 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Zrsten t Schläge, zweiter Alarm, zweiten Schläge, dritter Alarm, Vrittm Schlage, vierter Alarm. :-2-i, Feuer aui und Schlauch aufgervIZ. 5 Schlage, Wasserdruck ab. J Schläge, 11 Uhr Mittag. Tie so bezeichneten Signale werden nur ds Th Wächter angegeben da an den betreffende LtraK ireuzunge keine AlarmkZsten angebracht sind. Chicago und der grotze Nordweft, via iMsM? SiLÄ kllaSka Sawait-BlzilWPine Insel. Bier tägliche Schnellzüge nach Chicago. PS Bon der Monon 47. Str. Station, Chicago, ftvd S nur s Minute mittelst elekrrischer Sar naq den Union Liehdöfea rrenck lck Springs, Indem Orange Countq Hochland. ffamilien-Hottl ter neuer Geschästileitung. Pluto, Proserxine md BowleS Quellen. Bestes Mineralwasser der Seit. Zwei Züge täglich via Greencaftle. Ticket-Officen : Union Station, Massachusetts ve nd 25 West Washington Straße. R. P. A l g e o. Distrikt Paff. Agent, Indianapolis, Jnd. I.H.MkDoel, T.H.Rockweli, B?äs. und Gen. Mgr. Bettiebkleiter Frank J.Reed, Sen.Pa?i' Agent, hicaao,

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