Indiana Tribüne, Volume 27, Number 280, Indianapolis, Marion County, 18 July 1904 — Page 6

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Die beiden Hausbesitzer: 5!ovellette von F. Herman. Die Tampels, Mann und Frau, waren musterhafte Pörtiersleute, welche in der Ausübung ihres. Amtes Ui nen Spaß verstanden. Dank ihrer unermüdlichen Wachfamkeii waren die Miether ausgezeichnet bedient und es gab von letzte ren so viele, daß das Haus mehr einer Kaserne glich. Zahlreiche schwärzgedruckte Gebote und Verbote auf weißenPapptafeln, die neben und über der Thüre zur Portierswohnung vertheilt hingen, enthielten alle diejenigen Vestimmungen, über deren pünktliche Einhaltung die Dampels auf das strengste zu wachen hatten. . Man las in großen Buchstaben: Den Lieferanten ist'as Betreten des Hauses nach zehn Uhr Morgens untersagt Es ist ausdrücklich verboten, auf die Treppe zu spucken Die Füße sind draußen und auf der Strohmatte zu reinigen Das Teppichklopfen, wie das Halten von Hunden und Kindern, und das Klavierspielen nach acht Uhr Abends ist verboten Der Aufenthalt auf dem Hofe ist untersagt. Und die Dampels verstanden sich auf Disciplin! Jeder Lieferant, welcher sich nach zehn Uhr Morgens zeig wurde unbarmherzig hinausgewiesen. Der Kuckuck sollte den Miether holen der die Treppen bespuckte oder vergaß, sein Schuhwerk vor dem Eintritt'ins Haus zu säubern. Der Portier lief ihm nach und zwang ihn wieder umzukehren und sich der gedruckten Vorschrift anzubequemen. Gab jemand ein Neujahrsgeld, das Dampels für ungenügend erachteten, so bekam er seine Postsachen, die stets unten abge geben werden mußten, nur noch mit achttägiger Verspätung. Hunde und fliegende Artisten, welche die Kühnheit hatten, sich in den Hof zu schleichen, wurden mit dem Besen hinausgejagt, wobei die Dampels nicht den geringsten Unterschied zwischen Mensch und Thier machten Das Haus war soeben verkauft worden. Dampels erwarteten den neuen Herrn nicht ohne gewisse Unruhe. Unter dem alten waren sie die Alleinherrscher gewesen würde der neue auch so gut sein? Das war die Frage. Die Dampels warteten also bis eines Nachmittags ein Wagen vor ihrem Hause hielt und ein elegant gekleideter Herr ausstieg. Putzen Sie Ihre Stiesel ab!. Wohin wollen Sie?" knurrte der Portier den Eintretenden an. Ich bin der neue Besitzer Herr Dampel erhob sich, wie von einer Sprungfeder emporgeschnellt und verneigte sich bis zur E.-de. Sie sind Herr Blaufuß?" Ja. mein Name ist Vlaufuß." Frau Dampel kam eilig herbeigelaufen und knizte ihrerseits auf das unterthäntgste. Und ich nahm den Herrn für einen Miether und forderte ihn auf, feine Füße abzuputzen!" stotterte HerrDampel. Entschuldigen Sie mich nur, Herr Blaufuß." Aber weshalb denn? Sie haben ganz recht gethan. Ich bin durchaus für eine gute Hausordnung." O, der gnädige Herr können ganz ohne Sorgen sein. Ich halte darauf. Sehen Sie nur diese Tafeln." Wahrhaftig! Ausgezeichnet! Ich mache Ihnen mein Compliment." Der gnädige Herr wünschen zweifellos das ganze Haus zu sehen?" Jawohl. Vor allen Dingen möchte ich mich versichern, ob die Miether zufrieden sind, ob es dringende Reparaturen giebt, die gewünscht werden." Der Vorgänger des gnädigen Herrn wollte davon nichts hören." Das ist indessen nicht mein Geschmack." Mit der Mütze in der Hand begleitete der Portier den neuen Eigenthümer hinauf. Der Besitzer befragte jeden Miether selbst. Wünschen Sie irgend eine Reparatur?" Ob wir Reparaturen wünschen!" riefen fast alle. Die Tapeten sind ver blichen, schmutzig, verwohnt, zerrissen! Der alte Hauswirth wollte nie etwas machen lassen." Ich aber will davon unterrichtet sein und werde Ihnen die Handwerker schicken." Die Miether erschöpften sich in Danksagungen. Im zweiten Stock beklagte sich ein Miether, daß die Oefen rauchten. Bei Negenwetter kann man überhaupt kein Feuer ankriegen. In solchen Zeiten ist die Wohnung einfach unbrauchbar Der neue Eigenthümer wandte sich zu dem Portier. Sie werden in meinem Auftrage den Ofensetzer kom men lassen und darauf sehen, daß ti alles thut, damit die Oefen wieder gu ten Zug haben." Und das kann nicht früh genug geschehen," fügte der Miether noch hinzu, sonst würde man mich noch et nes Morgens erstickt finden Im dritten Stockwerk erklärten di, Bewohner, daß dieFenster nicht schl'össen und daher beständig Zugluft Herrw- , ' , Gut! Herr Dampel. Sie wer den dafür sorgen, daß daZ geändert wird Uebeiall nahm der neu Besitzer

die Wünsche der Miether wohwollenb auf, sagte jedem Bewilligung zu und rief überall den besten Eindruck hervor. Ich bin sehr zufrieden," sprach er am Ende zu den Portiersleuten; .ich behalte Sie." ane Stempels dankten ernzucn. Nebenbei", fragte er schließlich, schon zum Gehen gewendet, haben Sie schon alle Miethen erhoben?" Jawohl, gnädiger Herr", beeilte sich der Portier zu antworten; achttausendfünfhundert Mark. Nur zwei Miether sind noch im Rückstände, aber es ist nichts zu befürchten." Geben Sie mir die achttausendfünfhundert Mark." Der Portier holte schleunig das Geld herbei. Der neue Herr schloß es nachlässig in seine Brieftasche und stieg wieder in den Fiaker, der ihn gebracht. Da wandte er sich noch einmal um: Ich habe in einem Bankhause neuntausend Mark zu hinterlegen; mir fehlen fünfhundert. Könnten Sie sie mir vielleicht im Augenblick leihen? Sie können sie von der noch ausstehenden Miethe zurückhalten." Aber mit Vergnügen! Es ist mir eine Ehre!" Dampel holte aus der Tiefe eines Schubfaches fünf Hundertmarkscheine und übergab sie dem neuen Herrn, der im Davonfahren nochmals freundlich zurückwinkte. Ich glaube, wir haben bei dem Wechsel nicht verloren", sagte der Pförtner zu seiner Frau, als sie beide wieder in das Haus gingen. Er ist nicht so zugeknöpft, wie der andere. Wir werden ihn um eine Zuläge angehen können." Drei Tage darauf trat ein dicke? Mann ohne Umstände in die PortiersWohnung. Wohin wollen Sie denn? Sie denken wohl, Sie sind auf der Straße?" schrie ihn Herr Dampel an. Ich denke, ich bin bei mir. Ich bin nämlich der neue Hausbesitzer", versetzte der Eindringling. Ach, was nicht gar!" Der Portier maß ihn von unten bis oben höhnisch mit den Augen, hatte der Mann doch durchaus nicht das Aussehen eines Rentiers. Er blinzelte seine Frau an und sagte dann: Also der Herr ist der neue Hausbescher?" Jawohl. Ich habe nicht früher kommen können." Der Herr hat also das Haus gekauft?" - Ich habe es Ihnen ja schon gesagt." Der Herr will es vielleicht sehen?" Auf der Stelle!" Warten Sie, ich werde Sie begleiien." Der Portier nahm seine Frau beiseite. Das ist ein Spitzbube", flüsterte er; schon an seinem ganzen Auftreten sieht man das. Ich habe in der Zeitung gelesen, daß ein Kerl sich in den Häusern, die den Besitzer wechseln, als der neue . Besitzer vorstellt. Nimm den Besen. . . .ich werde ihn in den Keller führen, dort einsperren, und dann rennst du zur Polizei!" Frau Dampel bewaffnete sich mit einem Besen, Herr Dampel versah sich mit einem Stock. Ich werde damit anfangen, daß ich Ihnen den Keller zeige", wandte er sich an den Unbekannten. Meinetwegen. Fangen wir mit dem Keller an!" Herr Dampel ließ ihn vor sich hin absteigen. Der Herr will gewiß, auch das Miethgeld erheben?" Natürlich, sofort!" Da kannst du unten gleich nachzählen", murmelte der Portier höhnisch in sich hinein. Laut sagte er: Zwei Parteien haben noch nicht bezahlt." Das will ich nicht. Ich habe keine Nachzügler!" Beide waren auf der letzten Stufe der Kellertreppe angekommen. Hier war der Eingang:. Dampel öffnete die Thüre und stieß dann plötzlich den Herrn hinein, wobei seine Frau mit kräftigen Vesenhieben half. Hilfe! Hilfe!" schrie der Unbekannte. Siehst du wohl, jetzt haben wir dich!" triumphirte Herr Dampel, indem er noch zuguterletzt mit seinem Stock zuschlug. Mörder! Hilfe, Hilfe! Das ist eine Falle! Ich jage Sie zum Henker!" Aber der Portier schloß lachend zu. Inzwischen war die Frau zur Polizeiwache gelaufen und hatte die Geschichte athemlos erzählt. Man gab ihr den Wachtmeister mit zwei Schutzleuten mit, die den Gefangenen in Empfang nehmen sollten. - Schurken!" brüllte der Fremde, als er aus dem Keller auftauchte, indem er übel zugerichtet und wuthentbrannt aus die beiden Portiersleute wies. Sie haben versucht, mich zu er morden. Verhaften Sie sie!" Nein. Sie sind es, den ich verhaf ten soll." .Ich?" Sie sind ein Gauner. Diese Leute kennen den neuen Besitzer bereits von Angesicht." Ein Gauner, ich? Hier sind meine Papiere. Balthasar Blaufuß, Bauunternehmer Der Wacbtmeister stukte. Und was

vaven &5te nur erzayll?- wanore er sich an den Portier. , Der neue Wirth war hier. . .vor drei Tagen", stammelte Dampel. Ein sehr feiner Herr. Er hat das ganze Haus besucht! Er hat sogar die Miethen mitgenommen!" ' Miethen mitgenommen?" schrie der neue, richtige Eigenthümer. Miethen mitgenommen? Und StVsind dumm genug gewesen, sie ihm zu ge ben?" Und fünfhundert Mark, die er von. mir geborgt hat, dazu; meine ganzen rlnarnisse!" Frau Dampel fiel in Ohnmacht, und der Portier raufte sich die Haare. Der Schuft! Der Elende! Er war so höflich! Jeder hat sich dadurch täuschen lassen. Er hat alle Wünsche be willigt." Dann sind Sie selbst schuld", untcrbrach ihn der Wachtmeister lachend. Das' hätte Sie stutzig machen müs sen, denn das kommt nicht alle Tage

vor.' Iie Villa. Von Dorothea Göbeler. Warm und hell in golden leuchtender Pracht lag die Sonne über dem eleganten Villenviertel. Wundervoll war es in diesem Viertel: schattige Alleen und Gärten an Gärten. Gärten mit weiten Rasenplätzen und bunten, schimmernden Beeten, Gärten mit dunklen Laubengängen und prächtigen Baumgruppen, und in den Gärten die weißen Villen, kleine Paläste, Wohnungen des Reichthums; die an der Ecke gegenüber dem Part war die schönste. Ein Märchenschloß mit Erkern und Thürmen und einer offenen, säulengetragenen Halle. Leuchtende Glyzinien hingen ihre Blüthen über die Marmorbalustrade, um den Rasen, der sich vor der breiten Freitreppe dehnte, blühten Goldregen und .Jasmin. Kostbare Palmen breiteten ihre schlanken Wedel aus, der Brunnen sprang und warf seine funkelnden Schaumperlen auf ein Beet voll brennend rother Geranien. Kostbare Gartenmöbel standen auf der Veranda, Tischchen und Stühle von imitirten Korallen, hinter den hohen Spiegelscheiden hingen schwere Seidengardinen. Alles, was vorüberging, sah voll Entzücken auf die Villa. Es gingen viele Leute vorüber. Der Weg führte zu den großen Sommerrestaurants im Stadtpark und. das schöne Wetter hatte die Spaziergänger in bellen Schaaren herausgelockt. Elegante Spaziergänger, Damen in glänzenden Toiletten, Herren in Uniform und tadellosem Dreß, geputzte Kinder mit ihren Fräuleins" und bunt kostümirten Wärterinnen. Die beiden paßten nicht recht in die ses Bild sorgloser Lebensfreude. Mann und Frau waren es sauber, aber einfach gekleidet, zu einfach beinah. Das Kleid der Frau zeigte die Formen einer, längst vergangenen Mode, ihrem Strohhut hatten Regen und Sonne übel mitgespielt, der Rock desMannes zeigte abgetragene, blanke Stellen. Sie gingen langsam, besonders die Frau, ein verdrossener Ausdruck lag auf ihrem Gesicht. Des Mannes Augen leuchteten dagegen, er athmete die köstliche, frische Luft in vollen Zügen ein. In der Art, wie er die Gärten die Bäume und die Blumen musterte, lag ein glückliches, stilles Genießen. Manchmal drängte sich ein entzückter Ausruf über seine Lippen: Wie schön, wie wunderschön!" Die Frau sagte keinen Ton. Du bist ja so schweigsam, Käthe?" Sie kniff statt aller Antwort die Lippen nur noch fester zusammen. Sieh doch nur bloß, wie da alles blüht! Ach, und jetzt singt auch eine Drossel, hörst Du?" .Ja doch!" Sie waren bei der hübschen Villa angelangt, der Mann blieb mit einem Ruf jubelnden Entzückens stehen: Sieh doch nur sieh doch nur bloß diese Vlüthenpracht und das junge Grün und das Wasser dazwischen, das ist ja köstlich! Aber was hast Du denn, Käthe?" Sie antwortete nicht, erst nach einer Weile murrte sie trotzig und verbissen: Wären wir lieber zu Hause geblieben!" In unserer Hofwohnung? In der engen Straße? Heute an diesem Herrlichen Frühlingstag, wo alles so schön ist, wo man erst mal wieder so recht empfindet, wie wundervoll das Leben ist?" Und wie wenig man selbst davon hat!" Pfui, Käthe, wieder Dein alter Neid!" Soll man vielleicht nicht neidisch werden?" Ein mühsam zurückgekämpfterGroll brach in ihr hervor:. Haben wir etwa was vom Leben? Ja? Zwei Stuben auf'm Hof, hast's ja selbst schon gesagt. Arbeit und Arbeit von früh bis spät, und wenn Du vom Kontor kommst und ich von der Nähmaschine aufsteh, haben wir gerade so viel, daß wir satt werden." Sei zufrieden, daß Du so viel hast! Manch einer hat auch das nicht mal!" Und hundert andere viel, viel mehr!" Sie sprach in dem unartigen Ton eines störrischen Kindes: Wä-. rum soll ich denn immer an die denken, die weniger-haben? Ich kann ja an die denken, die mehr haben. Wa-

rum Haben denn andere Putz und Vergnügen, und ich nicht?" Hast Du etwa keins? Sei doch nicht so, Käthe. Haben wir nicht heute einen herrlichen Spaziergang gemacht? Und jetzt setzen wir uns hierher und verzehren unser Abendbrot im Grünen." Er wandte sich zu einer Bank, die der hübschen Villa gerade gegenüber stand in einem Boskett von Goldregen und Flieder. Na? Sitzen wir hier nicht wundervoll?" Jawohl, wir sehen, wenigstens, wie andere Braten essen und Bier trinken, während wir unsere trockenen Schmalzstullen speisen." Sie warf einen grollenden Blick nach den großen Restaurants am Parkrande, von denen das Lachen und Gläserklingen deutlich herüber tönte. Mir schmecken meine Stullen prächtig, und mehr als satt essen kann man sich nicht." Er biß herzhaft ein, dann ließ er jedoch das Brötchen sinken und sagte ärgerlich: So laß doch das Gesichterziehen, Käthe, den ganzen schönen Tag verdirbst Du einem." Mir ist er schon lange verdorben." Sie schob die Unterlippe trotzig vor. Nicht mal neues Sommerkleid hab' ich und die geht und putzt sich." Sie wies auf eine Dame, die drüben in dem hübschen Garten auftauchte und sich auf einen der Korallenstühle niederließ. Denkst Du, die muß sich an der Nähmaschine quälen? Nein, die wohnt in 'ner feinen Villa und thut nichts." Wer weiß, was die für Sorgen hat!" Ja, die wird Sorgen haben," Käthe lachte höhnisch vielleicht, ob ihr der neue Hut auch steht. Was so eine schon für Schmerzen hat!" Er antwortete nicht, aber ein trauriger Ausdruck glitt über sein Gesicht. Käthe bohrte mit dem Sonnenschirm im Sande, auf ihrer Stirn lagen böse Falten. So saßen sie eine Weile schweigend, dann hob die Frau plötzlich den Kopf und sagte, mit jähem Interesse aufmerkend: Ach, sieh doch mal!" Sie wies hinüber nach der Villa. Auf der Terrasse war eine dunkle Gestalt erschienen, eine Krankenpflegerin in schwarzer Diakonissentracht. Da scheint Jemand krank zu sein!" Ja, es scheint so!" Er antwortete rein mechanisch, gedankenlos, ihre Augen aber hingen an dem Bilde, das sie plötzlich von ihren vergrollten Gedan ken abzulenken schien. Wer. mag 'n krank sein? Vielleicht der Mann! Sieh mal, jetzt geht sie zu der Frau jeh! Kriegt die einen Schreck, es ist gewiß schlimmer geworden mit ihm." Du weißt ja gar nicht, ob es ein Er" ist!" Na, man sagt es so hin aber er muß schwer krank sein." ,'Ja, sonst hätten sie wohl keine Pflegerin." Es entstand eine neue Pause. Käthe konnte indessen nicht lange schweigen. Sie war mit dem Kranken drüben beschäftigt. Er wird wohl da oben links liegen, wo die Vorhänge so fest geschlossen sind." Das kann wohl sein!" Vielleicht ist er auch schon lange krank und wird noch lange liegen müssen für kurze Sachen nimmt man auch nicht gleich 'ne Schwester." Nein, das stimmt." Wieder stille. Plötzlich schauerte Käthe zusammen: Du, es muß schrecklich sein, so krank zu liegen." Ja, schrecklich!" Er antwortet noch immer einsilbig, verstimmt. Wochenlang im Bett liegen und am iznde auch noch Schmerzen haben und dabei wissen, daß draußen Sommer ist und alles blüht." Nicht wahr? Ja, die Armen, denen es so geht." Er sah mit einem eigenen Blick zu ihr herum. ' Sie bemerkte ihn jedoch nicht, sie gefiel sich darin, dieser Vorstellung nachzuhängen, ohne jeden Nebengedanken offenbar. Ja, der da drüben da liegt er hinter geschlossenen Gardinen und hat von seinem ganzen schönen Garten gar nichts. Ich möchte nicht an seiner Stelle sein nein, nein " So, wirklich nicht?". Jetzt blitzte der Schalk in seinen Augen auf. Ach, Fritz!" Ein jähes Erröthen lief über ihr Gesicht, sie hatte ihn verstanden, alles, was ihr noch vor Kurzem an Neid und Groll durch dieSeele gegangen, stieg wieder empor und stand vor ihr. Wie schuldbewußt schlug sie plötzlich die Augen nieder und stammelte noch einmal: Ach Fritz ja Fritz " Und wie viel liegen so vdte in den Krankenhäusern denk mal und wir " Ja ja" sie ließ ihn nicht ausreden und erröthete noch tiefer. Plötzlich aber . hob sie das Haupt, und wie ein befreites Aufathmen ging es durch ihre Gestalt. Einem jähen Impuls folgend, schlang sie den Arm um ihn und lehnte den Kopf an seine Schulter. Ueber ihre Lippen kam es wie ein Jubellaut: Und wir können hier sitzen in all de? Pracht und keiner braucht sich um den andern zu sorgen, und und und da mach' ich Dir nach das Leben schwer um einen neuen Sommerhut und ach, Fritz, wie glücklich können wir doch sein!"

-Backfisch-Einschatzung. Backfisch: Ja, mein Vetter Arthur steht in der Armeerangliste; mein Onkel Albert allerdings bloß un Conversations - Lciikon." '

Allerlei fiir's HauS. Schonuna der HerrenLeibwäsche.. Es ist oft beinahe unmöglich, goldene und andere Hem-den-und Manschettenknöpfe in gesteifte Wäsche zu bohren, ohne dabei die Fingernägel zu zerbrechen und die Knopflöcher zu verderben. Ein einziges Tröpfchen Wasser, mit dem kleinen Finger aus dem Wasserglase gehoben und auf die Rückseite des Knopfloches getupft, hilft dem Uebelstande ab. Es erweicht die Unterlage, ohne das Anschen der Vorderfeite zu beeinträchtigen. Noch leichter hat man es beim Herausnehmen, da man hierbei nicht so sorgfältig mit dem feuchten Elemente umzugehen braucht. Kleider- und Hutbürsten reinige man nur mit Benzin ohne ZuHilfenahme von Wasser; man braucht sie nur in Benzin zu tauchen und mit einem leinenen Tuche tüchtig abzureiben. Ein Auslüften der Bürsten in der Sonne bei offenem Fenster ist des lange anhaftenden Venzingeruches wegen empfehlenswerth. Sonnenschirme aus Baumwolle oder Bast kann ir.in sehr gut selbst reinigen. Die Schirme werden aufgespannt, mit Seife und lauwarmem Wasser innen und außen tüchtig abgebürstet und mit klarem Wasser nachgespült, worauf man sie aufgespannt trocknen läßt. Wenn die Stofftheile trocken sind, können sie mit einem nicht zu heißen Bügeleisen geplättet werden. Waschen von weiße m Kaschmir. Da weißer ! Kaschmir durch das Waschen gelblich und unansehnlich wird, erfolgt die Reinigung besser durch Abreiben mit erwärmtem Kartoffel- oder Weizenmehl, das nachher tüchtig ausgeklopft werden muß. Einzelne Flecke kann man auch mit einem Brei aus Thon und Wasser bestreichen, der nach dem Trocknen wieder abgebürstet wird. Die betreffende Stelle ist dann auf der linken Seite zu plätten. Hausmittel. Die geschickteste Hausfrau und Köchin schneidet manchmal statt in den Braten in den Finger; man überziehe in Ermangelung von Heftpflaster die vorher sorgfältig gereinigte Schnittwunde mit der abgezogenen Haut der inneren Eischale; diese schließt die Wunde ganz vortrefflich und schützt sie vor jedem Eindringen von Fremdkörpern und Schmutz. Auf frische Braiidwunden streue man eine Prise Natron; dieses verhütet die Vildüng von Blasen. Eiternde Wunden werden vorzüglich gereinigt und geheilt durch warme Auflagen von einem gekochten Brei der Foenum Graecum", das man in jeder Avotheke erhält. Tinte selbst ZU bereiten, Man kauft in der Apotheke für fünf Cents Anilinfarbe, lila, blau, roth oder grün, wie man die Tinte zu haben wünscht, giebt dies in eine Flasche, gießt 1 Taffenkopf voll Wasser darauf wünscht man die Farbe sehr hell, mebr schüttelt um und fertig ist die sSönste, flüssigste, niemals eindickende Tinte. Man kann sogar nach einiger Zeit noch einmal Wasser aufgießen. Silbertressen und Silberstickereien reinigt man folgendermaßen: Man beziehe ein Mangelholz mit einem weißen Tuch, auf welches man die Stickerei oder Tressen wickelt. Dieses Mangelholz schwenke man in recht schaumigem Wasser so lange, bis die Gegenstände rein sind. Dann spüle man in reinem Wasser nach und plätte sie zwischen Tüchern. Altbackenes Brot frisch zu machen dadurch, daß man es auf den Ofen bringt oder auf den Rost legt, ist bekannt. Weniger bekannt dürfte es sein, daß dieses Ziel auch erreicht wird, wenn man altbackenes Brot (einen ganzen Laib oder auch ein Stück) in einer Blechbüchse, eiuem irdenen Topfe oder einem gläsernen Gefäß wohl bedeckt in siedendes Wasser stellt. Man macht sein Brot wieder neubacken, ohne daß dasselbe austrocknet, und man kann diese Operation nöthigenfalls noch mehrmals wiederholen. Dies gelingt auch mit Monate altem Brot, wenn man ihm durch Aufbewahren an einem feuchten Orte wieder den nöthigen Gehalt an Feuchtigkeit giebt. Es bekommt in jeder Beziehung die Eigenschaften des neubackenen Brotes, seinen Geschmack, die Sprödigkeit der Kruste und die Weichheit der Krume; es verhält sich an zweiten Tage so, als ob es am Tage vorher gebacken wäre. Kupfergeschirr zu reinigen. Zum Reinigen von Kupfergeschirr eignet sich sehr gut ein Brei von gekochter Kleie, welchem man nach dem Auskühlen etwas Schwefelsäure zusetzt, die man in dem Brei gut vertheilt. Auf ein Quart Kleie nimmt man einen Eßlöffel Schwefelsäure. Mit diesem sauren Brei werden die betreffenden Gefäße tüchtig gerieben, bis die schöne rothe Farbe des Kupfers erzielt ist; nachhe-r werden sie mit reinem Wasser abgespüli- und getrocknet. Spitzen - Schleier zu waschen. Man legt dieselben in Alkohol und weiches Wasser zu gleichen Theilen, Presse sorgfältig, nicht reiben. Alsdann lege ein Handtuch auf den Tisch, stecke den Schleier darauf fest und lasse ihn trocknen. Zur Fleckenreinigung. Kaffee-, Thee- und Chokoladeflecken tränkt man mit Glycerin, läßt dieses einige Stunden lang einwirken und wäscht dann mit Wasser und Spintus zu gleichen Theilen gemischt.