Indiana Tribüne, Volume 27, Number 280, Indianapolis, Marion County, 18 July 1904 — Page 5

Jndktma Tribüne, 78. Jul!

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Geprellt. Humoreske von Walter Profit. Soll der Menfa Mitleid üben? Nietzsche sagt nein, und meine eigencn Lebenserfahrungen leider muß ich das an dieser Si"!le constatiren sind durchaus nich dazu anacihan, diesen Ausspruch oel großen, Philosophen irgendwie zu entkräften, ein Zugeständniß, von oen: alle Nitzscheaner mit meiner Erlaubniß den ausgiebig ften Gebrauch machen Tonnen. Eine kurze Episode aus meiner Jugendzeit, die jedoch für meine jetzige Lebenswei se von Bedeutung geworden ist, mag diese meine Anschauung einigermaßen zu rechtfertigen versuchen. Vor ungefähr zwanzig Jahren lernte ich auf der technischen Hochschule in dem kleinen Städtchen M. einen früheren Schulkameraden von neuem kennen, der mil mir die gleiche Fakultät besuchte und im selben Semester stand wie ich. Hans Merkel war, wie der Kleinsiädter sagt, kein unübler Mensch", wir waren zudem schon auf der Schule befreundet gewesen, bis sein Vater nach einem Städtchen in Pommern versetzt wurde, und schlössen uns auch hier bald wieder eng aneinander an. Er lag fast den ganzen Tag auf meiner Bude, rauchte meine Cigarren und machte sich nach Möglichkeit um die Vertilgung meines Cognacs verdient. Bald besuchten wir keinPromenadenconcert, keine Theaiervorstellung anders als gemeinsam, kein Maskenball, kein Kostümfest sah nur einen von uns gegenwärtig; man nannte uns auf der Hochschule im Kreise der Kommilitonen bald nur noch die Dioskuren die Unzertrennlichen. Weniger angenehm berührte uns beide freilich die Thatsache, daß auch die Stimmen unserer Herzen sich auf ein und dieselbe Person vereinigten. Schön - Elschen war die Tochter eines reichen Partikuliers, des einzigen früheren Uhrmachers im Städtchen, ein sonniges Geschöpfchen mit lichtblauen Augen und goldblondem Lockenhaar, die schon damals längst den Lyriker in mir geweckt haben würde, wenn ich nicht direkt vor dem Examen gestanden hätte, und wenn der goldige Glückregen nicht gerade für lyrische Gedichte meistens so beängstigend lange auf sich warten ließe. . Ueber ein halbes Jahr machtm wir beide unserer Auserkorenen mit gleich zäher Ausdauer eifrig den Hof. An einem schönen Julisonntage, als wir gerade wieder zu dreien denn Elschens ... siebenjährige Schwester Gertrud rechnete nicht .mit, obgleich das Kind erschreckend frühreif war durch die goldigen Aehrenfelder Pilgerten an diesem Sonntage also entschloß ich, als der Beherztere, mich endlich, die Dame unseres Herzens um eine Entscheidung zu bitten, welchem von uns beiden sie den Vorzug gebe. Schön-Elschen war erst ganz erstaunt, äußerte dann, uns beide ganz gut leiden zu mögen, und erbat sich schließlich für einige Tage Bedenkzeit. Wie ich gehört habe", sagte sie, gehen Sie beide am nächsten Montag ins Examen. Das ist gerade noch eine Woche. Vermeiden Sie bis dahin beide, mich aufzusuchen, und am nächsten Dienstag werde ich Ihnen meinen Entschluß mittheilen." Und während sie schloß, hatte ich die Empfindung, daß sie mich so eigen anblicke, wie noch nie zuvor, und eine heiße Vlutwelle schloß mir in den Kopf und färbte die Narben auf meiner Durchzieherseite tiefdunkelroth. Auch Hans schien diesen Blick . bemerkt zu. haben, denn er schritt ziemlich niedergeschlagen neben uns her, während wir den Rückweg nach Malepartus wir nannten Elses Haus scherzweise so, denn ihr Vater hieß Fuchs in altgewohnter Eintracht einschlugen. Zu Hause angekommen, warf ich mich auf das Sofa, zündete eine Cigarre cm, und während ich sinnend den blauen Ringeln nachsah, zog ich das Fazit des heutigen Tages, nicht ohne eine tiefe innere Befriedigung unterdrücken zu können. Hans war ja ein solcher Leichtfuß! Sollte Elfe das nicht längst gemerkt haben? Und dann der Blick, den sie mir heute zugeworfen! Gewiß, ich hatte Grund, zufrieden zu sein, und mit stolzgeschwellter Brust gab ich meiner Wirthin eine Bestellung auf einen Maßkrug echten Pschorrbräus. Hans erschien am nächsten Tage zur gewohnten Zeit bei mir, noch immer niedergeschlagen und auffallend still. . Ich habe den Gedanken an Else endgültig aufgegeben", sagte er, in Schaukelstuhl sinkend, ich habe ja doch nicht die geringsten Chancen neben dir. Du Glückspilz, dem sie so zugelächelt hat! Ich wäre ihr um den Hals gefallen, aber du bliebst kühl, fast kalt beim Anblick dieser schmelzenden Augen. Ich verstehe dich einfach nicht. Mein Freund, das lerne wohl verstehn, Dies ist die Art. mit Else umzugehn" citirte ich frei nach Goethe selbstgefällig und steckte dabei die blasirteste Miene auf, die mir zur Verfüg.ung stand. .Ich würd; dich gern un eine Ge-

fälligkeit bitten", begann Hans nach einiger Zeit von neuem, aber sie ist so groß, daß ich sie dir kaum zu nennen wage." Nur frisch gewagt, Herr Doktor," citirte ich mit gönnerhaftem Gesichtsausdruck, wenn es sich nicht um Else handelt, beim Pollux, es soll dir gewährt sein!" Du weißt, daß ich die einzige künftige Stütze meiner armen Mutter bin", murmelte er mit beschwörender Stimme, sie würde unglücklich sein, wenn ich auch noch durchs Examen siele. Und bei den Ausflügen in letzter Zeit mit Else hab2 ich alleL andere versäumt. Zudem ist mir der Drehstrommotor, dem unsere Arbeit gilt, unbekannter als der Kaiser von China " Sammt seinerWaschfrau",ergänzte ich, ich hatte immer noch keineAhnung, worauf er hinauswollte. Ich sollte es jedoch sofort erfahren. Ernst!" rief er, und wäre fast in die Knie gesunken, bei dem Glücke, das dir an Elses Seite winkt, beschwöre ich dich, überlasse Mir wenigstens deine Diplomarbeit. Ein Uebermensch wie du kann ja, selbst in fünf Tagen eine neue liefern. Thue es Ernst, ja, bitte?" Die Sache ging mir doch etwas contre coeur. Eine Arbeit, die ich mit so viel Mühe fertiggestellt! Aber ich hatte ihm Erfüllung zugeschworen und würde schließlich auch die Arbeit in etwas anderer Fassung noch einmal liefern können. Sie brauchte ja erst in vier Tagen abgeliefert zu werden. Und so trennte ich mich schweren Herzens von meinen Vorzügen des' Drehstrommotors gegenüber den Kraftmotoren älterer Systeme". Ich sehe das Manuskript heute noch wie damals vor mir, es bestand aus acht Bogen feinsten' Kanzleipapiers das Stück zu drei Reichspfennigen und trug am Kopfe den Titel in tadelloser Rundschrift, meiner Spezialität. ' Mit vielen- Dankesworten für meine freundschaftliche Gesinnung und einer Hymne auf seine arme, alte Mutter verabschiedete sich Hans, während ich mit neuem Eifer an die Arbeit stürzte. Seltsam! So sehr ich überlegte, ich fand keine vernünftigen Satzbildüngen. Der technische Theil der Aufgäbe war mir freilich geläufig, aber das war auch alles. Bei jeder Zeile, die ich zu Papier brachte, sah ich Elses glückstrahlende Blauaugen vor mir; und als ich nach vier Tagen die fertige Arbeit dem Dozenten abliefe?te, schwante mir über das Resultat derselben nichts gutes. Wirklich wurde auch seine Arbeit eigentlich die meine mit dem besten Prädikat censirt, während die von mir unter meinem Namen abgelieferte nur als genügend" bezeichnet wurde. Aber der Gedanke an Else verscheuchte meinen Unmuth rasch. Zur festgesetzten Zeit schritten wir am nächsten Tage zum kleinen Weiher vor dem 'Städtchen hinaus, wo uns Else bereits erwartete. Und nun kam der große Moment: Mit der ihr eigenen Entschiedenheit trat Else zwischen uns und begann: Sie 'wissen bereits aus meinem Munde, meine Herren, daß Sie mir beide nicht unsympatisch sind und mir die Wahl infolgedessen schwer fällt. Ebenso wenig kann es Ihnen verborgen geblieben sein, daß mein Vater einer der begütertsten Einwohner des Städtchens ist. Da ich somit auf Vermögen nicht zu sehen brauche, will ich nur einen in seinem Berufe besonders tüchtigen Gatten und entschließe mich für denjenigen von Ihnen, dessen Diplomarbeit gestern das beste Prädikat erhielt " Fallet über mich, Berge!" wäre alles gewesen, was ich herausgebrach! hätte, wenn ich in diesem Augenblick überhaupt sprechen gekonnt hätte, aber ich war wie vernagelt. Ich kann das mephistophelische Lächeln unmöglich schildern, das mir Hans zuwarf, ehe er Else in seine Arme schloß. Ich war nahe daran, Else über den erschlichenen Sieg meines Gegners aufzuklären, aber ein Blick in ihr glückstrahlendes Gesicht sagte mir alles. Sie hatte scheinbar doch den richtigen gefunden. Und betrübt schob ich ab". Und des Räthsels Lösung? Nichts ist einfacher. Hans hatte sich mit einigen Nickeln in das Vertrauen von Elses jüngster Schwster geschlichen vielleicht hatte sie ihm das vorher direkt nahe gelegt und war so im voraus von allem unterrichtet. Um seine Chancen gründlich zu verbesfern und dabei gleichzeitig die meinigen zu verschlechtern, nahm er grade mir die Arbeit ab. Das Märchen von seiner armen, kranken Mutter war eine Täuschung, auf die ich begreiflicherweise hereinfallen mußte. Denn wie ich später erfuhr, lebte sein Vater noch und bezog ein ansehnliches Gehalt. Jahre sind seitdem vergangen. Ich habe meinem Freunde längst vergeben und es inzwischen auch zu einer out dotirten Stellung gebracht. Aber verheirathet habe "ich mich nicht, und noch heute ergreift mich eine gewisse Wehmuth, wenn mir mein Ingenieurdiplom mit dem nichtssagenden Prädikat genügend" in die Hände ge-räth.

Vom Auslande.

DieRegierunginVritisch - Indien hat beschlossen, einen Dampfmoiorwagen zum. Preise von 32,000 Rupien anzukaufen; derselbe wird versuchsweise auf einer kurzen Strecke der North - Western Railway zur Verwendung kommen. Sofern die Versuche günstig ausfallen, wird die Einführung dieses Fahrsystems auch auf anderen geeigneten Strecken geplant. Der Versuchswagen soll außer einem Gepäckraum Plätze für 63 Personen (darunter 6 Plätze 1. Klasse und 8 Plätze 2. Klasse) haben und Wasser und Heizmaterial für eine Fahrt von 30 Meilen mit sich führen. Einem geriebenen Bauernfänger ist in Köln ein amerikanischer Geistlicher in die Hände gefallen. In der Domkirche drängte sich der Gauner, wie berichtet wird, an den .Geistlichen heran, dem er sich als Amerikaner vorstellte, und schloß Freundschaft mit .ihm. Er verpflichtete sich dem Geistlichen gegenüber, 10,000 Lstrl. für amerikanische Armen zu stiften und händigte dem Geistlichen gefälschte Banknoten ein, wogegen dieser über 3000 M. als Sicherheit dem Gauner anvertraute. Als 'später der Geistliche die gefälschten Scheine zurückgeben .wollte, verschwand der Bauernfänger. Die Kriminalpolizei ist eifrig auf der Suche nach dem Spitzbuben, der auch in anderen rheinischen Städten Fremde um größere Beträge geprellt hat. Ein Vermögen von über $14,000 wurde vor Kurzem in der Wohnung einer im Alter von 83 Iahre gestorbenen Berliner Privatiere Namens Zöllner aufgefunden. Die alte Dame führte ein sehr zurückgezogenes Leben, hielt keinerlei Verkehr und kam auch mit ihren in Berlin lebenden Verwandten nicht zusammen, mit denen sie schon seit Jahrzehnten jede Verbindung abgebrochen hatte. Nach dem Ableben der Greisin beantragten die Erbberechtigten eine gerichtliche Durchsuchung der Wohnung, da nach ihrer Auffassung die Verstorbene mehrere Tausend Mark hinterlassen haben mußte. Es fanden deswegen mehrere Durchsuchungen der Wohnung statt, deren Inhalt aus alten, werthlosen, wurmstichigen Möbeln bestand. Nachdem bereits etwa 6000 Mark in Baar und Banknoten aufgefunden waren, wurden in einer alten Kommode, unter Wäschestücken versteckt, 51,000 Mark, bestehend in Banknoten, Konsols und anderen Werthpapieren, entdeckt. Eine große Heilsarmee - Beerdigung erregte kürzlich vor dem Halleschen Thore in Berlin Aufsehen. Der Trauerzug galt der verstorbenen Gattin des Generalsekretärs der Heilsarmee in Deutschland,' Frau Brigadier" Gauntlet, und erfolgte vom Hauptquartier der Heilsarmee am Blücherplatz aus um 4 Uhr Nachmittags. Die Fahne des Hauptquartiers und das Musikkorps der Heilsarmee setzten sich an die Spitze. Sechs weibliche Offiziere mit weißen Schärpen traten zuSeiten des LeichuiWagens. Dahinter folgte die uniformirte Heilsarmee mit elf Fahnen. Unter Vorantritt von Schutzleuten und Begleitung einer nach Tausenden zählenden Volksmenge bewegte sich der Zug unter gedämpftem Paukenklang das Tempelhofer Ufer entlang und durch die Großbeerenstraße nach der Teltower Straße, um vom TraucrHause die nächsten Leidtragenden und die dort eingegangenen zahlreichen Kränze der Heilsarmee - Commandos abzuholen. In Begleitung einer immer größer werdenden Menschenmenge ging der Zug weiter über das Tempelhofer Feld und durch Tempelhof nach dem Heilig-Kreuz - Friedhof in Mariendorf, wo die Beisetzung erfolgte. In dem zum Aufenthalt der Schlangen dienenden Gebäude in Hagenbeck's Thierpark in der Nähe von Altona hat sich einKampf zwischen Riesenschlangen und Herrn Hagenbeck sowie dessen ältestem Sohne abgspielt, der für die Betheiligten zum Glück noch gut verlaufen ist. Vier Riesenschlangen, die eine Länge von 20, 22, 26 und 23 Fuß haben, sollten mit dem Dampfer Velgravia" nach Amerika gesandt werden. Als nun der älteste Sohn des Herrn Hagenbeck den Käfig betrat, in welchem sich die vier Schlangen befanden, drangen die durch die tropische Temperatur sehr lebhaft gewordenen Thiere auf den jungenMann ein. Hagenbeck jr. rief feinen Vater zur Hilfe herbei. Nach verzweifeltem Kampfe gelang es, zunächst zwei Schlangen durch Ueberwerfen von Säcken, Decken u. s. w. unschädlich zu machen. Als man sich an die dritte, 200 Pfund wiegende Schlange heranmachte, setzte diese sich mit dem Schwanzende an einem Balken fest und sprang mit weitgeöffnetem Rachen vor. Mit vieler Mühe gelang es, ihren Kopf in den bereit gehaltenen Kasten hineinzubekommen. Hagenbeck sr. zog sie dann im Verein mit seinem Inspektor Herrn Castens von ihrem Stützpunkt herunter. Plötzlich packte das Reptil aber mit dem wieder frei gewordenen Schwänze daö Bein des jungen Hagenbeck und umschnürte es mit aller Gewalt. Nach unendlichen Anstrengungen gelang es, auch diese Schlange und schließlich die vierte in die Transportkästen hineinzubringen. Der gefahrvolle Kampf hatte über eine Stunde gedauert.

Für gänzliche Abschaffung der Todesstrafe in, Belgien agitirt eine Massenpetition von dem Verband belgischer Advokaten. Sie steht in ursächlichem Zusammenhang mit den letzten Lütticher Bombenattentaten. Als damals die Anarchisten, die durch ihre Höllenmaschinen bekanntlich mehrere Personen getödtet hatten, zum Tode verurtheilt wurden, hat eine große Anzahl der Bewohner der Provinz Lllttich den König der Belgier ersucht, diesmal von dem ihm zustehen den Recht der Begnadigung keinen Gebrauch zu machen. Daraufhin leitete der Advokatenverband die Agitation zu Gunsten der Abschaffung der To desstrafe ein. In südafrikanischen Blättern wird ein Brief derMutter des im Burcnkriege als Gebellen" erschos-senen-Commandanten'Scheepers an die britische Regierung abgedruckt, worin die bejahrte Frau, nachdem sie sich wiederholt vergeblich an den Seneralgouverneur des Transvaals gewendet hat, um die Erlaubniß nachsucht,, die Gebeine ihres Sohnes in Transvaal beisetzen zu lassen. Es scheint, daß ihre Bitte unerfüllt bleiben wird, denn die britische Regierung schützt vor, daß sie die Stelle, wo Scheepers' Leiche eingcscharrt worden fei, nicht mehr weiß, in Wirklichkeit aber sind die Ueberreste Scheepers' seinerzeit in eine Kalkgrübe geworfen worden. -Ein Eisenbahn - Mus e u m will der Minister v. Budde in Berlin gründen. Das Museum soll einen UebcrblZck über die bisherige EntWickelung des Eisenbahnwesens' in allen seinen Phasen und Besonderheiten, und zwar unter vornehmlicher Berücksichtigung'des deutschen und'preußisehen Eisenbahnwesens bieten. Der unermeßliche Reichthum Physischer unö geistiger Kräfte, der dazu gehört hat, die Schienenwege unter Besicgung von Bergen, Abgründen, Strömen. Mooren, Wüsten und Steppen über die Erde zu legen und die Völker miteinander zu verbinden, sowie der Segen des Wohlstandes und der Kultur, der dieser Verbindung entströmt ist, verleihen einem solchen Museum nicht nur einen hervorragend technischen, sondern auch einen hoch ideellen Werth. Für den Techniker wäre ein derartiges Museum gewiß ein großer Vortheil, denn gerade die sachgemäße Veranschaulichung des Werdens und allmählichen Fortschreitens des Eisenbahnbaues wird ihm neue Ideen zur praktischen Verwirklichung erschließen. EineAbenteurerinhat dieser Tage, wie aus Nizza gemeldet wird, auf gräßliche Art in ihrem Gebürtsorte geendet. Sie hieß Emma und kam als Kindsmädchen aus Jtalien nach Nizza. Hier unterhielt sie zwei '. Liebesverhältnisse zu gleicher Zeit, ersparte 2000 Francs, ging heim' und heirathete. Der' Mann verpraßte das Geld, sie ging ihm durch und war nun höhere -Lebedame", obgleich sie weder lesen nochschreiben konnte. Zu Anfang dieses Jahrhunderts verliebte sich ein Graf della Torre in sie, und als dessen Frau starb, reist' Emma mit ihm als Gräfin della Torre, welchen Titel sie auch nach seinem Tode beibehielt, und mit dem sie in sehr hohen Kreisen verkehrte. Sie leistete verschiedenen Diplomaten Dienste und war letztes Jahr in Japan und später in London Gutsbesitzerin. Als sie sich nun auch in San Remo ankaufen wollte, hatte sie die Unterschrift ihres längst vergessenen Mannes Pisano nöthig, der mittlerweile als Geldfälscher und Spieler sich durchgeschlagen hatte. Er verlangte 100,000 Francs für seine Unterschrift, worüber die Gräfin" in solche Wuth gerieth, daß sie ihn ohrfeigte. Er nahm ein Messer und zerstüekelte sie förmlich 5 dann ging er auf den Friedhof und erhenkte sich. VlutthatensindinBelg i e n, so wird aus Brüssel geschrieben, so häufig, daß es unmöglich ist, über die einzelnen Fälle zu berichten. Der 6. Juni mit seinem reichhaltigen Register von Ermordeten, Erschossenen etc. bildet eine Ausnahme. Zunächst hat in Tilff bei Lüttich ein junger Mann, Namens Piot, seine Großmutter erschossen, weil sie ihm Vorwürfe wegen eines Liebesverhältnisses machte. Der Onkel Piot's, ein Advokat, suchte den Nasenden zu beruhigen, erhielt aber ebenfalls einen Schuß, der ihn lebensgefährlich verletzte. Piot versuchte sich dann mit einigen Schüssen in den Unterleib zü tödten und verwundete sich schwer. Ein zweiter Fall ist von schauerlicher Komik. In der Gemeinde Laethem - St. Martin trieben Hühnerdiebe nächtlicherweile sehr eifrig ihr Werk. Speziell der Schöffe van Risseghem hatte darunter zu leiden. In einer Nacht legten sich deswegen zwei Gendarmen im Gehölz auf Tit Lauer. Der Sicherheit wegen bildete der Feldschätz mit dem Schöffen und einigen anderen Leuten eine zweite Gruppe von Wächtern, die sich ebenfalls verbargen. Plötzlich, Nachts um 10 Uhr. hielten sich die beiden Wächtergruppen gegenseitig für die Diebe und schössen aufeinander. Getödtet wurde der 18jährige Sohn des Feldschützen undein anderer Mann Namens Massenhove; der Schöffe van Risseghem erhielt einen gefährlichen Schuß in die Hüfte. Ferner wurde auf der Landstraße zwischen Jemappe und FlemalleGrande in einer Blutlache ein schwerverwundeter Arbeiter aufgefunden. Er konnte noch angeben, daß er von drei Individuen überfallen worden sei, worauf er starb.

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