Indiana Tribüne, Volume 27, Number 280, Indianapolis, Marion County, 18 July 1904 — Page 4
Judkana Tribüne, 18. Juli 19
Indiana Tribüne. HtrauZgegeben von der uttnders lks. Indianapolis, Ind.
vany O. Thudium ... - Präsident. GeschäftSlocal: No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. Kntercd at the Post Office of Indianapolis a second dass matter. Tolstoi's Anklageschrift. Den seltsamsten Gegensatz zu den Depeschen und Berichten vom ostafla tischen Kriegsschauplatz bildet die starke Anklageschrift deö Grafen Leo Tolstoi gegen den Czaren und 'Alle welche die Verantwortlichkeit für den Ausbruch des Krieges tragen. Man muß den Muth des großen Philosophen und Philantropen, der so schonungslos den russischen Machthabern entgegentritt bewundem, wenn man bedenkt, auS was für geringfügigen Ursachen oft in Rußland Solche, die der Regierung mißliebig geworden sind, nach Sibi rien verbannt werden. Die Schrift, welcher Tolstoi den Titel Besinnet Euch!" gegeben hat, ist geradezu revo lutioaär und ist das merkwürdigste und sensationellste aller seltsamen Erzeugniffe deS russischen Philosophen. Sie ist eine Art GlaubenZbekenntniß, dann wieder, wenn man will, ein politisches Manifest, eine phantasievolle Schilderung der Leiden des russischen Bauern, der in den Krieg' zieht, ein Versuch, die Gedanken zu errathen, die diese in das Feld hinausziehenden Leute hegen und so weiter. Das Motiv, da? überall in dem Auf. satz wieder hervortritt, ist da5 fünfte Gebot: Du sollst nicht todten. Der Krieg ist dem Verfasser die größte Sünde; die er sich denken kann, und darum erscheint eS ihm als jedes Russen Pflicht, sich zu weigern, an dem Kampf theilzunehmen zu tödten. Ob du ein Civilist bist oder ein Soldat, das ist ganz einerlei: Du sollst nicht tödten." ES möge kommen, was da wolle, wenn Port Arthur und selbst Petersburg und Moskau in die Hände des FeindeS fal len sollten, eS' bleibt immer die unab weiSbare Pflicht des Aussen, nicht zu tödten. Weder der Autokrat auf dem Throne, noch der Bauer, der das Feld bestellt, habe auch nur ein Recht, über die Consequenzen leiner solchen Haltung nachzudenken. Und wenn eS den Tod des einzelnen oder gar den Untergang des Staates bedeuten soll. Die einzige Pflicht bleibt immer dieselbe, nicht zu tödten. Weiter führt der Verfasser in harten Worten aus, es sei eine Lüge, zu be Häupten, daß Rußland gesucht habe, im fernen Osten den Frieden zu erhalten. Der Vater des Haager Tribu nals habe gesucht, den Frieden zu er halten, indem er anderen Leuten ihr Land wegzenommenjhabe, an welchem die Russen auch' nicht das geringste Recht hatten, und indem er seine Ar meen verstärkte, die dieses Land gestoh len hatten. Die Augriffe auf den Sann .sind äußerst scharf. Dieser unglückliche Mann, heißt es da, der als Führer von hundertunddreißig Millionen Millionen Menschen anerkannt wird, sieht sich zezwungen, allen seinen Vorsätzen entgegen die Truppen zu segnen, die in den Krieg ziehen, um durch Mord dasZöand zu gewinnen, daS dem Zaren ebenso wenig gehört, wie den Soldaten, die er hinausschickt." Die russische Kirche wird noch schärfer angegriffen. Nikolaus Romanoff und Alexei Kuropatkin schickten ganze Schaaren hinaus, die sich dort tödten lassen mußten, um die Dummheiten, die Räubereien und Verbrechen unmo ralischer Leute zu vertheidigen, die ruhig in ihren Palästen süßen, um neuen Ruhm und neuen Prosit aus allen diesen Schlächtereien zu ziehen. Gelegentlich wird behauptet, daß Chinesen von den Russen lebendig begra ben worden seien, während man andere an ihren Zöpfen zusammengebunden und dann in die Amur geworfen habe. Dann ist wieder von dunklen Ge schäften gewissenloser Spekulanten" die Rede, denen es auf weiter nichts ange kommen fei, alSZGeld aus anderer Leute Wäldern zu ziehen. Das, sagt Graf Tolstoi, seien die wahren Gründe, für welche die russischen Bauern jetzt sterben müßten. UebrigenS kommen die Japaner nicht besser weg, denn sie wer den. ebenso scharf dafür angegriffen. daß sie den Herausforderungen der Russen nicht in anderer Weife Wider stand leisteten. ' Der letzte Theil des Aufsatzes ist nach , der Schlacht am Yalu geschrieben, und
der Ton dieses Theiles ist beinahe noch schärfer als der des ersten. Graf Tol stoi fragt, wann das irregeführte Volk sich endlich entschließen werde, seine Sache in die eigene Hand zu nehmen. Wann, fragt er, werden sie einmal zu den Czaren, Mikados, Ministern, Priestern, Generälen, Redakteuren und Spekulanten sagen: Geht und stellt euch selbst in diesen Kugelregen, wir haben keine Lust mehr zu gehen und werden auch nicht mehr gehen." Graf Tolstoi meint, eS würde nur ganz na türlich fein, wenn sie dieses einmal sagen würden. Die meisten von den Soldaten konnten lesen, sie wußten, daß bt Japaner besser bewaffnet seien, als sie selbst, aber sie würden trotzdem fortfahren, hinauszuziehen, nicht etwa aus Patriotismus, sondern lediglich aus Furcht.
Aus dem Bahnbericht der Zwischen staatliuen HandelS-Commission sind folgende Daten von Interesse : Die Zahl der Angestellten wuchs im Jahre um 123,222 und betrug 1,312,. 537-639 auf die Meile, d. h. 45 mehr als im Vorjahre; ein Beweis für die erhebliche Geschäftszunahme. Zu den Angestellten gehören: 52,993 Lokomotivführer, 56,041 Heizer, 39,741 Condukteure und 141,835 andere Zugmannschast; die allgemeine Verwaltung nahm 55,222 Leute in Anspruch, die Erhaltung der Wege und Strukturen: 433,648; die Erhaltung der Equipirung (EisenbahnWerkstät. ten) 253.889, und die Leitung des Transports: 576,831. .Kapitalisirt" ist das Eesammt. Eisenbahn-Vermögen man hat hier, bei selbstverständlich an Verwässerung" zu denken auf circa '12,600 Millionen Dollars, oder $63,186 per Meile. Von diesem Kapital existirt beinahe die Hälfte (6.155 Millionen Dollars) als Aktien, und hiervon ein Fünftel (1,273 Millionen Dollars) als Vor. zugs-Aktien; die andere Hälfte ist an Hypotheken geknüpft. Wie bei verwässerten Aktien zu erwarten, zahlen 44 Prozent derselben keine Dividenden. Reiche und wohlhabende Leute in den Vereinigten Staaten besitzen für 2704 Millionen Dollars werthlose Eisenbahaktien. Die übrigen 56 Prozent der Aktien brachten aber im letzten Jahre 5.70 Prozent Dividende im Durchschnitt. Die Eisenbahn bekam vom Passagier per Meile 2.006 Cents, das heißt 0.02 Cents mehr als im Vorjahre; die Tonnenmeile Fracht ergab 0.763 Cents oder 0.006 Cents mehr als vorher. Dabei war aber auch das Tonnen meilen Quantum um fast 15,933 Millionen gestiegen; es wurden nämlich 173.222t Millionen Tonnen 1 Meile tranSportirt. Die BruttoEinnahmen überschritten demgemäß die des Vorjahres um 174 Millionen Dollars, während die Be-triebs-Ausgaben nur 141 Millionen Dollars höher waren. Somit war das NettoCinkommen um 33 Millionen Dollars größer als im Fiskaljahre 19021903. Durch Unfall verloren auf den Zügen das Leben: 9840 Personen, darunter 355 Passagiere, während 76,553 (darunter 8231 Reisende) Verletzungen erlitten. Die Eisenbahn Angestellten stellen einen ungeheuren Prozentsatz von UnglückZfüllen. Zug - Mannschaft im eigentlichen Sinne: 2070 todt, 25,676 verwundet. Weichensteller, Kreuzungs- und son stige Wächter: 2332352. Andere Angestellte: 125332,453. Die Hauptartm der Unfälle sind: Beim Wagenkoppeln und Loskoppeln: 2313551. Beim Springen vom Zuge- 193 3412. Herabfallen vom Zuge: 5515183. Es kommt zwar auf 1,957,441 Passagiere nur 1'Getödteter; auf 84, 424 dagegen ein Verunglückter. Die Opfer der Angestellten sind nach wie vor Entsetzen erregend: auf je 10 von der Zugmannschaft kommt 1 Ver unglückter; und unter 123 verlor je Einer das Leben. DieSchuldendes flüchtigen und steckbrieflich verfolgten Schweizer Gesandtschaftsattaches in Wien. Dr. Bringolf belauft sich auf etwa 160.000 Fr. Man nimmt an, er sei im Besitze eines fälschlich angefertigten Eesandtschastspasses. Kompetente Schaffhauser schätzen sein eigenes verbrauchtes Vermögen auf 400.000 Fr. Wegen der Strafverfolgung hat der Bundesanwalt die Schaffhauser Behörden mstruirt. Bringolf ist 28 Jahre alt.
Ein Liebesdrama, das Ausseher, erregte, spielte sich in Piacenza ab. Ein junger Student der Medizin, Bettino Padovani, Sohn eines Millionärs aus- Modena, tödtete stine Geliebte, die Pianistin Virginia Namazzini und nahm sich dann selbst das Leben. Das Liebespaar hatte in einem Hotel Wohnung genommen und war während des ganzen Tages in heiterster Stimmung gewesen. Gegen Abend fielen in dem Zimmer, das die beiden klewohnien, drei Schüsse. Man schlug rasch die Thür ein und fand auf dem Bett das junge Mädchen mit einer Schußwunde in der Schläfegegend. Der Tod war bereits eingetreten. Neben Ixm Bett lag der Student mit dem Revolver in der Hand. Er hatte zwei Wunden am Kopf, lebte aber noch und wurde sofort ins Hospital gebracht, wo er bald nach seiner Ankunft starb. Die Familie Padovani, die in Modena sehr bekannt und geachtet ist, hatte gegen die eheliche Verbindung des jungen Studenten mit der Kla Vierlehrerin Einspruch erhoben.
l vrenommage. Altes Fräulein (das etwas schwerhörig ist): Was, Du glaubst, ich hätte keinen Mann mitkriegen können? O, drei Heirathsanträge habe ich gekriegt, und wer weiß, wie viel ich noch überhört habe! ' AuSdemGerichtssaale. Richter (zum Angeklagten): ...Also leugnen Sie nicht länger und legen Sie ein reumüthiges Geständniß ab." Angeklagter (zu seinem Vertheidiger): Was glauben S', Herr Doktor, sollen mer ihm de Freud' machen?" F a t a l e r G e w i n n. . . .Mir soll nochmal einer mit der Ausstellungslotterie kommen!" Haben Sie nichts gewonnen?" Doch einen Kleiderschrank. . . Aber denken Sie sich, was sich da meine Frau alles hineingewllnscht hat!" Wink. Gatte (zu seiner jungen Frau): Das muß ich Dir schon sagen, Emilie, Du könntest etwas regsamer sein. . . bei Dir fühlt man nirgends, daß Du Arme hättest, Du hältst Dich wohl für eine Venus von Milo"?" In der Verlegenheit. Dein Bräutigam gefällt mir sehr nur einen großen Mund hat er!" Ja weißt Du. . . das Bild ist nämlicö verarößert worden!" Der kranke Trinker. . Respekt hat schon mein Arzt vor . mir. . .'s Bier hat er mir zwar verboten, aber nicht etwa bei einem seiner Besuche, sondern per Brief." ,
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Europäische Nachrichten. j3?rom3 'Rrndenvurg. Berlin. Dr. Karl Spener, der bekannte Vorkämpfer für eine gesunde Frauenkleidung, ist plötzlich hier gestorben. Der Verstorbene gehörte eH ner der ältesten Berliner Familien an. Er hat ein Alter von nur 39 Jahren erreicht. Der hervorragende Architekt "Hans Sriesebach, Mitglied der Akademie der Künste, ist gestorben. Er hat das Faberhaus in der -Friedrich-ftraße und das Haus der Sezession in Charlottenburg gebaut und ist ein Bruder des bekannten Dichters Euard Griesebach. Von seinem eigenen Wagen überfahren und tödtlich verletzt wurde der 35 Jahre alte Arbeitskutscher Paul Perroneff aus der Frienwalderstraße 23. Der Maler Max Schmidt wurde in der Grünstraße von dem angetrunkenen Schlosser Franz Moser, dessen Hänseleien er aus dem Wege gehen wollte, mit einem Messer in den Rücken gestochen. Im Krankenhause am Friedrichshain wurde eine schwere Verletzung der Lunge festgestellt. Der Thäter wurde verhaftet. Generalleutnant z. D. Heinrich Harnickell beging sein 60jähriges Militärjubiläum. Webermeister August Delling und seine Ehefrau Wilhelmine feierten im Alter von 79 bezw. 69 Jahren im Kreise von Kindern und Enkeln bei rüstiger Frische die goldene Hochzeit. Der Jubilar feierte schon 1901 sein 60jähriges Meisterjubiläum und im November 1902 das 50jährige Vürgerju'biläum. Der oy2 Jahre alte Sohn des Arbeiters Kornetzki wollte in der Mühlenstraße unmitelbar vor einem Straßenbahnwagen über den Damm laufen. Er wurde von dem Wagen erfaßt, unter den Schutzrahmen gedrückt und auf der Stelle getödtet. Potsdam. Auf der Rennbahn schwer verunglückt ist der Leutnant v. Hoberg vom hiesigen 3. Garde-Ulanen-Regiment. Er stürzte bei einem Hür densprung und zog sich eine Gehirnerschütterung zu. Charlottenburg. Arbeiter Korlep aus der Shillerstraße wurde im Verlauf eines Streites von dem früheren Liebhaber seiner Frau -tödt-lich verletzt. Sein Rivale, ein Arbeiter Wondrak, der aus Eifersucht ge, handelt haben soll, stieß ihm sein Mes" ser tief, in die Brust hinein. Korlep wurde blutüberströmt in hosfnungslo sem Zustande in das hiesige Kranken Haus geschafft. Friedrichsberg. Rummelsburger Straße 24 feierte der Restaurateur Rudolf Finger mit seiner Ehefrau dasFest des Silberjubiläums ihrer glücklichen Ehe. H e r m s d o r f. Dem . bisherigen Leiter der Gemeindeschule Hauptlehrer .Müller ist anläßlich seines Scheidens aus dem Schuldienste der Adler der Inhaber des Hausordens von Hohenzollern verliehen und durch den Schulrath Bandtke im Beisein des Lehrercollegiums und Schulvorstandes überreicht worden. Köpenick. Der Selbstmordversuch einer Russin, Hulda Minsz, die in einem Anfall von Geistesstörung bei dem Berliner Vorort Sadowa aus dem Posener Schnellzug sprang und durch Ueberfahren schwer verletzt wurde, hat den Tod des jungen Mädchens zur Folge' gehabt, nachdem ihm in der Universitätsklinik der rechte Arm und das rechte Bein amputirt worden waren. Ihre Leiche wurde zur Beerdigung in ihre Heimathstadt Kiew überführt. S p a n d a u. Der eine der beiden Mörder des Kutschers Otto Schemel, der Mechaniker August Viller, hat sich im Amtsgerichtsgefängniß in seiner Zelle erhängt und sich so dem irdischen Richter entzogen. W o l d e n b e r g. Infolge eines Streites wurde hier der in Klosterfelde bedienstete 19jährige Knecht Polzfuß aus Wuig auf dem Heimwege von dem Arbeiter Sawatzky und von desfen Schwiegervater Pahl erstochen. Beide Thäter wurden sofort verhaftet. Provinz Hskprcußen. Königsberg. Die Hinterbliebenen des verstorbenen Oberpräsidenten Frhrn. v. Richthofen haben nach dem Wunsche des Verstorbenen der hiesigen Stadt ein Kapital von 10,000 Mark überwiesen. Der Magistrat beabsichtigt, die Summe als Kapital für die Zwecke der Fe.riencolonien anzulegen. Durch einen Messerstich tödtlich verletzt wurde bei einer in der Altstädtischen Hofgasse ausgebrochenen Schlägerei der Arbeiter Valk. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde er durch den Unfallwagen in das städtische Krankenhaus geschafft, wo er bald nach seiner Einlieferung verstarb. Vischofsburg. Weichensteller Andreas Block, der erst vor kurzer Zeit aus Heilsberg hier einzog, gerieth, zwischen die Pusfer zweier rangirender Wagen, so daß ihm die rechte Seite des Brustkorbes zerdrückt wurde. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Bock ist Familienvater, von sieben Kindern ist das älteste nod) schulpslichtig. Groß -Altenhagen. WohnHaus und Scheune des Abbaubesitzers Kasper brannten mit sämmtlichem Mobiliar nieder. Ueber die Entstehung des Feuers konnte nichts ermittelt werden.
Klein - Kronau. Milchfahrer Weinert vcnn hiesigen Rittergute wurde auf der Seeburger Chaussee todt aufgefunden, während das Milchfuhrwerk führerlos den Gutshof erreichte. Mühlhausen. Ein schauer ches Ende bereitete sich kürzlich der Arbeiter Heydmann aus Lauck. Er schnitt sich mit einem Rasirmesser in die Kehle. Der Schnitt muß nicht tief genug gegangen sein; denn Heydmann verlor zunächst nur das Bewußtsein. Als er wieder zu sich gekommen war, schnitt er nochmals zu, woourch er seinen Zweck erreichte. Der Selbstmörder war verheirathet und 39 Jahre alt. Längere Krankheit .soll ihn in den Tod getrieben haben. Sawadden. Die Käthnerfrau Ostwald ist plötzlich -in Irrsinn verfallen. Die Bedauernswerthe bereitete Butter. In demselben Raume hantirte ihre älteste 12jährige Tochter mit dem Messer, um Brot zu schneiden. Plötzlich erhob sich die Mutter und entriß' dem Kinde das Messer, um es zu tödten.Das Kind floh zum Hause hinaus und schrie um Hilfe. Chausseeaufseher Friedrich eilte herbei und fand die Irrsinnige in der Kammer versteckt. Sie hatte sich die Pulsädern an den Händen durchgeschnitten und wäre verblutet, wenn Friedrich nicht einen Nothverband angelegt h'ätte. Die Frau ist 40 Jahre alt und hat vier Kinder. Frovinz Wellprcußen. D a n z i g. Während der Einweihung des Krieger-Denlmals stürzte der Arbeiter Franz Kamin aus Stolzenberg auf den? Holzmarkt in einen tiefen Lichtschlacht und starb an den erlittenen Verletzungen. Maurergeselle Stein stürzte beim Neubau des Polizeipräsidiums . aus dem dritten Stockwerk herab und-erlitt schwere Schädelverletzungen. In hosfnungslosem Zustande wurde er nach dem Stadtlazarett gebracht: 1 Bruß. Das Wohnhaus des Tischlermeisters Wisnowski brannte hier vollständig nieder. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt. Das Gebäude war. nicht versichert. Leider sind auch die unversicherten Habseligkeiten der Wittwe Kovus und des Fräulein v. Prytarski mt: verbrannt. Deutsch - Krone. Im Alter von 81 Jahren ist der Stadtälteste und Beigeordnete Briese gestorben. Seit 1879 Rathsherr und seit 1883 Beigeordneter (zweiter Bürgermeister), hat er sich große Verdienste um die Stadt erworben. Graudenz. Feldwebel Schäfer von der 8. Comp. des Jnf.-Regts. Nr. 129 hat sich in der Kaserne mittels eines Dienstgewehrs erschossen. ' Der Grund der That ist nicht bekannt. K a l t h o f. Das Arbeiter Johann Neumannsche Ehepaar beging die goldene Hochzeit. Pfarrer Gürtler fegnete das Paar in der Kirche ein und überreichte die goldene Bibel und ein Gnadengeschenk. . L e s n i a n. Das einzige Töcherchen des Arbeiters Chille fiel in die Dunggrübe eines Besitzers. Erst nach einiger Zeit fand die Mutter in der Grube die Leiche ihres Kindes. Neu-Kischau. Hier vergiftete sich der Schuhmacher Martschinke. Er hatte in einer Prozeßsache einen Termin in Berent wahrzunehmen. . Da er fürchtete, den Prozeß zu verlieren und vielleicht gleich verhaftet, zu werden, trank er Karbolsäure und starb nach kurzer Zeit. S ch ö n e ck. Die Nowakowskischen Eheleute feierten das Fest der goldenen Hochzeit. Dem Jubelpaare wurde das übliche kaiserliche Geschenk von 30 Mark überreicht. .Der Jubilar war früher Nachtwächter. Zoppot. Am Thürdrücker erhängt vorgefunden wurde in seiner Wohnung der Agent Gustav Steltner von hier. Steltner, Sohn eines Forstkassenrendanten, hatte einige Semester studirt, war dann aber aus die abschüssige Bahn gerathen und fristete in den letzten Jahren durch schriftliche Arbeiten mühsam sein Dasein. Nachdem ihm auch dieser iZrwerbszweig mangels polizeilicher Concession gsrichtlich untersagt war, sollte er wegen abermaliger Uebertretung auf vier Wochen gefänglich eingezogen werden. Frorinz sommern. Stettin. Selbstmord unter besondes grausigen Umständen beging Schneidermeister Walter Donner von hier. Derselbe sprang von der Bahnhofsbrücke aus in die Oder, suchte die zu seiner Rettung herbeieilenden Perfernen mit einem Messer an dem Rettungswerk zu verhindern und ' stieß, als ihm dies nicht gelang, sich selbst das Messer ins Herz. Nur in sterbendem Zustande konnte er in das Boot gezogen werden. Gleich nachdem man ihn an Land gebracht, starb er. V a r t h. Das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feierten die Fischereheleute Miesbrodt. Der Jubelgreis steht im 84. Lebensjahre und ist körperlich und geistig noch frisch, er geht sogar noch seinem schweren Berufe nach. Die Jubelgreisin ist 82 Jahre alt. G r e i f s w a l d. Der Kunsthistoriker Professor Dr. phil. Theodor Pyl hier feierte das 25jährige Jubiläum als Universitätsprofessor. Krampe. Der seit dem 9. Febuar d. I. vermißte Zimmermann Albert Becker von hier ist jetzt im Leba-
fluß todt aufgefunden worden. Aus welche Weise Becker ums Leben gekommen ist, sieht nicht fest. L a u e n b e r g. Die Leiche des seit dem 7. April vermißten 23 Jahre alten taubstummen Eigenthümers Johann Wenta aus Sallakowa wurde unlängst im Walde an der Bütower Chaussee aufgefunden. Es wird angenommen, daß sich Wenta im Walde verirrt hat und umgekommen ist. Ein Verbrechen ist ausgeschlossen. Ramin. Auf dem Boden des Wohnhauses der Eigenthümerin Pagel Hierselbst brach Feuer aus, wodurch das Haus trotz der eifrigen Bemühungen der erschienenen Löschmannschaften ein Raub des verheerenden Elements wurde. Bei dem herrschenden Winde wurde durch die umherfliegenden Funken auch noch das Dach des ungefähr 6 Meter entfernten Stalles des Stellmachermeisters Brunn sehr stark beschädigt. S t a r g a r d. Das siebenjährige Söhnchen des Maurers Erdmann, das am Wei' steig spielte, hatte das Unglück, in i' Jhna zu fallen und zu ertrinken. Am Mühlenteich wurde die Leiche aufgefunden. Wendisch-Tychow. Hier ertrank das über ein Jahr alte Söhnchen des Eigenthümers Unnasch auf dem Gehöft seines Vaters in einer Jauchegrube.
EinSchmeichler. 'Sie haben also beim gestrigen Wohlthätigkeitsfest Küsse verkauft, . gnädiges Fräulein?... Da hat sich doch gewiß mancher Millionär arm geküßt?!" Raffinirt. Freund (zum Kaufmann): Sage mir nur, was das bedeutet, vor der Thür Deines Contors liegt stets ein Musterkoffer?" Kaufmann: ..Das ' thu' ich absichtlich; da denken immer die Reisenden, die mich aufsuchen wollen, es sei ein anderer Reisender Lei mir, und gehen wieder fort." , Weiße Felle reinigt man auf folgende Weise: Man löst gute, weiße Waschseife in kochendem Wasser auf, läßt die Lösung lauwarm werden, schwenkt die Felle tüchtig darin und erneuert das Wasser, sobald das alte schmutzig geworden ist. Die Felle, dürfen nicht gerieben, sondern nur geschüttelt werden, denn sie reißen sehr leicht. Nach dem Waschen (sie dürfen nicht gespült werden) werden die Felle an der freien Luft unter zeitweisem Schütteln getrocknet, jedoch noch feucht wieder abgenommen, auf den Fußboden gelegt, ordentlich gezogen,' mit Reißnägeln befestigt und so ganz getrocknet. Zuletzt reibt man sie mit Kartoffelmehl durch. F 55o. 1 W. Washington Str (Merchants National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte EurcpaS. Schiffsscheine nach und vo Eurcva. 2h und verkauf ausländischen Geldes. Thun Sie es im Zuli ! i Beginnen Sie das lang geplante Svar Conto diesen Monat. Es wird Ihnen Vergnügen machen zu sehen wie die kleinen Summen wachsen. Wen'g aber oft füllt die Börse" Studiren Sie unten stehende Tabelle und sehen Sie was 10 Cents per Tg, oder drei fr - rr 3 crn j. r i c n cvuai zjiuwjLi, ccug o ringen zu o Prozent, halbjährlich, im Mai und November verrechnet. The
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1 Jahr Z 3 53 2 Jahre 74 25 3 Jahre 113 08 4 Jahre 153 06 5 Jahre 194 25 6 Jabre 236 70 7 Jahre 280 45 8 Jahre 325 47 9 Jabre 37187 10 Jahre 419 66 Kapital $1,000,000.00 Ueberschutz - - 225,000.00
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