Indiana Tribüne, Volume 27, Number 280, Indianapolis, Marion County, 18 July 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, 18 Juli 1904U

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Aerzte.

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Leichtfertige Excesse Beim Chicagocr-Strcik. Aussichten ans eine baldige Schlichtung noch ebenso trnbe.

Arbeitgeber zu keinerlei Concessionen bereit. Guter Bcsnch der Ausstellung. Richter Parker und Kern aus Jndiana. Dampfer St. Louis".

Dr. Preuß, bekannter Journalist, t

Ernste Ausschreitungen. Chicago, 17. Juli. Heute Nachmittag machte ein Mob einen Angriff auf vier farbige Streikbrecher in der Nähe der Viehhöfe. wobei zwei Weiße, ein Polizist und 4 weiße Streikbrecher schwere Verletzungen er litten. Revolver und Meffer wurden benutzt. Die Ä Farbigen kamen nach ihrer TageSarbeit bei Schwarzschild & Sulzberger an einem Ball'Spiel Platz vorbei, deffen Zuschauer, etwa 1,000, meist aus Freunden der Streiker be standen. Irgend Jemand rief 5cab" und sosort stürzte sich die Menge auf die Neger; letztere setzten sich erbittert zur Wehre, waren aber vor Ankunft der Polizei bewußloZ zu Boden geschlagen. Verschiedene Aufrührer sind in Haft. Lage wenig geändert. Chicago, 17. Juli. In dem Schlachthaus-Streik ist heute kaum eine Aenderung zu verzeichnen. Da der Streikführer M. Donnelly in St. Louis weilt, um dort nach den Schwieriqkeiten zu sehen, so fand heute kein Versuch zur Erneuerung der FriedensVerhandlungen statt, die nach dreitägi ger Dauer gestern resultatloZ zu Ende gingen. Ob ein weiterer Versuch zur Errei chung eine Schiedsgerichts gemacht wird, erscheint fraglich, da die Groß schlächter sehr wenig zu Concessionen an die Streiker geneigt find. Eins ist sicher, daß die Schlächter die Stellung, welche sie in der Conferenz in der letztenWoche eingenommen, nicht aufgeben und daß die Streiker sich dem Ultimatum der Arbeitgeber fügen müs sen, falls weitere Friedenspläne er folgreich fein sollen. Dieser .Entschluß der Arbeitgeber steigert noch den Umstand, daß sie bis heute ihre Arbeitskräfte in den Fabri' ken stetig vermehrten, wie es heißt, sollen die Zustände in einigen Anlagen nahezu normal sein. Die Arbeitgeber sind deßhalb heute Abend mehr denn je entschlossen, daß die Streiker die Bedingungen für schiedsgerichtliche Erledigung nicht bis tiren sollen. Nachdem die Streiker erklärt, sie hätten letzte Woche bei jedem möglichen Punkt nachgegeben, so dürften wenigstens zunächst weitere Con ferenzen nicht viel zu einer befriedigenden Lösung beitragen. Der schwierigste Punkt für die ganze SchiedZgerichts-Frage ist die WiederEinstellung der Streiker. Donnelly ließ gestern alle andere Forderungen fallen und verstand sich für alle Disferenzen zu schiedSgerichtlicherSchlichtung, falls die Großschlächter sämmtliche Streiker in corpore zurücknehmen wollten. ' Die Arbeitgeber lehnten dies ab. da sie ihre neuen Arbeiter nicht ohne Weitereö wegschicken könnten. Sie versprachen jedoch, die alten Angestellten baldmöglichst wieder anzunehmen, der Reihenfolge der Applikationen nach. Die GewerkschaftS-Beamten werden diesen Vorschlag niemals annehmen, da hierdurch die Union in drei Monaten aufgelöst wäre. Noch verwickelter wird der Streit durch die Unruhe der verwandten Ge werkschaftsVerbänds in den Viehhöfen, zusammen 14,000 Leute, die sehr zu einem Sympathie.Streik neigen. Hier über wird morgen nach Donnelly'S Rückkehr entschieden. Der Spielteufel. N e w .Y o r k, 17. Juli. George W. Johnson, ein Mann von 25 Iah ren, welcher wegen Diebstahls neunmal im Zuchthause saß und kürzlich reige lassen wurde, hat sich mit der Bitte an den Richter Ommen gewendet, ihn wie der in'S Zuchthaus zu schicken, da er nicht im Stande sei, Arbeit zu bekom men und entweder hungern oder sterben müsse. Der Richter hat das Gesuch mit dem Hinzufügen bewilligt, daß er ver suchen wolle, für Johnson eine Stel lung zu finden, in welcher er an seine Vergangenheit nicht erinnert werde. Johnson hat eine gute Erziehung genossen. Seinen Untergang schreibt er dem Spiefteufel zu.

Guter Ausstellungs-Besuch. St. Louis, Mo., 17. Juli. Trotz des Regens am Anfang der letz, ten und der gräßlichen Hitze am Ende der Woche, stellt sich die Zahl der Welt. ausstellungsbefucher für die 7 Tage auf über eine halbe Million. ES gab keineu einzigen Special-Tag, der den Besuch hätte vermehren können und die Aussiellungs.Leitung ist mit dem Berichte sehr zufrieden. Im Ganzen wurden eingelassen 500,359 Personen. Kern's Besuch. Esopus, N. Y., 17. Juli. Der heutige zweite Sonntag seit Richter Parker's Nomination verlief sehr still. Er conferirte mit I.. W. Kern, seinem Gaste aus Indianapolis, W. F. Sheehan u. A. Die Frage, wer Vorsitzender des National-Tomite's, wird erst morgen auf einer N. I. Conferenz der Führer berathen. Kern begibt sich morgen früh per Boot dahin. Kern sagte, er sei in Geschäften nach Albany gekommen und er habe auf Senator Hill's AnreÄng den ihm seit 9 Jahren bekannten Richter Parker be sucht. Er habe über die Vorstands frage nicht mit Parker gesprochen und sei nicht im Interesse des Comite-Mit-gliedes. Taggart aus Jndiana nach Rosemont gekommen. Herr Parker besuchte Morgens die Kirche in Kingston, während Kern mit StaatS-Senator Linson eine Fahrt durch die Stadtünternahm. Wie verlautet, hat Parker bin Tam many'Führer Murphy nicht nach Rosemont eingeladen. Dampfer St. Louis". New York, 17. Juli. Der Dampfer St. LouiS" von der America Linie, der mitten auf dem Ocean am 12. in beschädigtem Zustande gesichtet wurde, fuhr heute Abend östlich an Fire Island vorbei. Dr. Preuß gestorben. St. L o u i s, 17. Juli. Dr. Ed ward Preuß, 70, 30 Jahre lang Chefredakteur der America", einer täg

lichen deutsch'katholischen Zeitung, er lag heute einer sichdurch 3 Jahre hinziehenden Krankheit von Nerven-Zer rüttung. Preuß war in Königsberg, Preußen, 1834 geboren. ' 1869 kam er- nach Amerika, wo er zunächst als TheologieProfessor am lutherischen Concordia Seminar fungirte. Nachher war er bis vor 2 Jahren als Journalist thä tig. Er hinterläßt eine Wittwe, 7 Söhne und eine Tochter. Preuß war eine Zeitlang Direktor an einem Gym nasium zu Berlin. AeiBrandloschuna veru n g l ü ck t. Hartford City, 16. Juli. George Gibbison aus Gibbstown, N. I., versuchte, in der Jndiana Gly. cerin Co. ein Feuer zu löschen, welches durch Ueberlaufen eines mit Salpeter säure gefüllten Kessels entstanden war. wurde aber vom Rauche überwältigt und liegt jetzt an Lungenentzündung erkrankt darnieder. H. G. D a v i s a u f R e i f e n. W a s h i n g t o n, 12. Juli. Henry G. Davis, der demokr. Candidat- für die Vice Präsidentschaft, traf heute Mittag ein und fuhr eine Stunde darauf nach New Jork. Nur . einige Verwandte erwarteten ihn am Bahn Hof. Die Meldung, er wolle in Laurel, Md., seine Fahrt unterbrechen um Senator Gorman zu sprechen. wurde als irrthümlich bezeichnet. Tragisches Familien Geschick. Jackson, Ky., 17. Juli. Cd ward Cox, der 8-jährige Sohn deö vor 2 Jahren ermordeten Dr. B. D. Cox, erschoß heute durch Zufall sein vierjäh rigeS Brüderchen. Die Kugel drang durch den Kopf. Der Knabe spielte mit einem alten Gewehr seines Vaters, das seit dessen Tod niemals" entladen worden war.

Heißester Tag.

Drei Todesfälle und eine Menge von Hihschlägen die Folge. Chicago, 17. Juli. Der heutige Tag war der heißeste seit 3 Jahren; drei Todesfälle und eine Menge von Sonnenstichen sind als Folge hiervon zu verzeichnen. Um 8 Uhr früh zeigte das Thermo. meter 82 Grad, bald nach Mittag 90, um 4 Uhr 94 Grad, und diese Tempe ratur hielt zwei Stunden lang an. Kaum ein Luftzug wehte und die Pein war entsetzlich. Selbst um 10 Uhr Nachts ist die Hitze wenig vermindert. DerheißesteTag. Detroit, 17. Juli. Heute war hier der heißeste Sommertag des Iahres mit 90 Grad um 4 UhrNachmittags. Bis Abends waren der Polizei keine Hitzschläge gemeldet. Hier war's erträglich. St. Louiö, Mo., 17. Juli. Die MeltauSstellungsStadt war bei Weitem nicht der heißeste Ort im Lande. Der höchste vom Thermometer erreichte Punkt betrug 92 Grad, 1 Grad niedriger als das Maximum von gestern. Eine kühle Brise machte die Hitze erträglich. Es kamen wenig Hitz? schlüge vor. Bahnunfall. D a l l a S, Tex., 17. Juli. Bei der Entgleisung eines Passazierzuges der Golf, Colorado & Santa Fe Bahn neun Meilen südlich von hier, wurden heute fast ein Dutzend Personen verletzt, ein Bahnbediensteter lebensgefährlich. Große Fälschungen. Denver, 17. Juli. Ein großer Eisenbahnfahrkartenschwindel , durch welchen die Eisenbahnen, welche Ossicen in Denver haben, Tausende von Dollars verlieren, ist entdeckt worden. wie eln Geheimdienst-agent des Railroad Ticket Protective Bureau" mit theilt und die bisherigen Schritte sind nur der Beginn der Bemühungen, eine Bande von Fahrkartenfälschern dingfest zu machen. Drei Verhaftungen wurden heute gemacht; die Namen der Verhafteten sind A.L. Hatch, E. E. Sisson und I. K. Roßneu, Letzterer ist der Geschäftsführer der hiesigen Globe Ticket Agentur", welche, wie behauptet wird, das Eigenthum der beiden erste. ren ist. Diese Männer werden angeklagt, Fahrkarten der Denver, Rio Grande & Burling-Eisenbahn durch Aenderung der Bestimmungsorte, Ver stopfen der gemachten Löcher in ungül tig gewordene Fahrkarten und durch anderweite Aenderungen in anscheinend ordnungsmäßigen Zustand versetzt zu haben. Eine Anzahl von Gummistempeln, Säure zum Ausradiren von mibTinte geschriebenen Bemerkungen nnd anderes Material, das zur Aenderung von Fahrkarten diente, wurde von den Beamten gefunden. Base-Ball. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: American Association. MinneapoliS, 17. Juli. MinneapoliS ..1 0120700 11 Indianapolis. .0002 1 001 0 4 St. Paul, 17. Juli. St. Paul 2 00 1 0001 4 Toledo 2000000002 Milwaukee, 17. Juli. Milwaukee 000000 22 LouiZville 10002003 Kansas City, 17. Juli. ErstesSpiel. KanfaS City ..0 020300005 Columbus....2 0 0 0'012 10 6 Zweites Spiel. Kansas City. . ..00101 2 Columbus .000202 National-L iga. Cincinnati, 17. Juli. Cincinnati ... .0 0 0 0 2 0 0 0 0 2 Brooklyn 0040 0 000 0 4 Chicago, 17. Juli. Chicago 21015000 9 Philadelphia... 0 0010020 36 St. Louis, 17. Juli. St. Louis ....2 0101200 6 Boston 0001 002 00 3 M e a d v i l l e, Pa. I. Barnett und W. Stafford von Cleveland, )'., ertranken betm Baden im French Cröek.

Tribüne brach. Zine Anzahl Zuschauer bei eiuem Ballspiel ernstlich verletzt.

Cleveland, O., 17. Juli. - Durch den Einsturz einer Tribüne im Brighton Park, einer Vorstadt, wurden heute 200 Personen zu Boden geschleu dert. Ein Ball-Spiel war im Gang, als die übersüllte Tribüne plötzlich zuammenbrach. Andere Zuschauer und die Ball Spieler machten sich sofort daran, die Leute aus den Trümmern vorzuziehen, während Ambulanzen beordert wurden. Es fand sich, daß 10 Personen Arm- oder Beinbrüche davongetragen hatten, eine Anzahl An derer wurden leichter verletzt. StarkesStück. ' New York, 17. Juli. Richter D. McKoon, ein hiesiger Anwalt, ist verschwunden und die Polizei ist von seinem Associe Dardy benachrichtigt, daß McKoon am Freitag Mittag auf dem unteren Broadway entführt wurde. Er Wird jetzt für Lösegeld festgehalten; nach Briefen des Anwalts beträgt das selbe $5000. Der Entführte, der 76 Jahre zähtt. hatte am Freitag eine geschäftliche Verabredung mit 3 Leuten, die ihn in ein ihm unbekanntes HauS führten und dort bewachen. Seine Briefe warf er einem vorübergehenden Knaben zu. Schiffsnachrichten. Angekommen: New Jork: Hamburg" von Ham bürg, Dover und Boulogne ; Etruria" von Liverpool und Queenstown; Columbia" von Glasgow; Graf Waldersee" von Hamburg, Dover und Boulogne; St. LouiS" von Southampton und Cherbourg. Liverpool; Umbria" von New Jork via Queenstown; Celtic" von New Jork via Queenstown. San Francisco: Glenard" von Dun kirk; Sixtus" von Antwerpen; American Maru" nach Jokohama; Annapolis" von Joko hama. Abgefahren: Dover: Penna" nach Hamburg. Queenstown: Lucannia" nach Liverpool. Boulogne: Rotterdam" ftach Rotter dam. Bremen: Bremen" nach New Bork via Cherbourg. Liverpool: Bovic" nach New York. In der ungarischen Gemeinde Grabock im Tolnaer Komitat ist vor Kurzem die Wittwe des ehemaligen Insassen Andreas Bosnyak :m Alter von 113 Jahren g:storben. Die im Jahre 1791 geborene Frau arbeitete bis vor zwei Jahren noch rüstig auf dem Felde und zu Hause und war niemals krank. Der größte Phonograph der Welt ist auf der St. Lomser Ausstellung im Palast für freie Künste ausgestellt. Es ist eine genaue Kopie des dem Schah von Persien verkauften Apparates, welcher mehrere Cylinder aufweist, die sich besonders bei vierstimmigen Liedern bewähren, indem die Harmonie mehr zur Geltung kommt. Ein v e r h ä n g n i tz'v o l I r Scherz." Hermann Paul in St. Louis stand in einem dortigen Geschäftshause in der Nähe des Elevators und wartete auf den Fahrstuhl, als ein gewisser Fred; Kratz ihn unversehens kitzelte. Paul that einen Sprung und sprang sammt einer Kiste, die er auf der. Schulter trug, zehn Fuß tief in den Elevatorschacht hinab. Er brach hierbei vier Rippen und zog sich außerdem innere Verletzungen zu. Daö Vermehren der Nelken durch Stecklinge nimmt man gewöhnlich nur bei besseren Sorten vor. Die beste Zeit ist von Juni bis August, jedoch bei den in Töpfen gepflanzten auch im Januar und Februar. Die Hauptsache ist, die Stecklinge beim Trennen von der Mutterpflanze nicht zu schneiden, sondern abSUJUpfen oder zu brechen und zwar an einem Knoten derselben. Zur Hälfte mit Sand vermischte Mistbeeterde wird in's kalte Beet gebracht, gut ausgedrückt, die Stecklinge darauf gestopft, durch Fenst gut geschlossen und nach Bedarf gespritzt undnur mäßig schattirt. In circa drei Wochen haben die Stecklinge Wurzeln, dann werden die Fenster entfernt, einiae Zeit darauf werden die Pflanzen in'ö Freie gepflanzt. Die zeitig vermehrten und erstarkten werden im September eingetopft. MUderungs gründ. Vertheidiger (fortfahrend): Und dann, meine Herren Geschworenen, bitte ich als strafmildernd zu betrachten daß der Angeklagte bei der Ausübung des, Einbruchdiebstahls Schuhe und Strümpfe ausgezogen hat, nur um die im Zimmer schlafende kranke Frau in ihrer Nachtruhe nicht zu stören."

Fluthmcllcn. Ihre Auedehnung und Nitsengewalt an verschieden cn Zeevesküsten. Täglich stürzt sich in den breiten Eingang des Bristolschen Kanals, England, eine Fluthwoge von 33 Fuß Höhe und einer Länge von nicht weniger als 60 englischen Meilen. Sie durcheilt mit der Geschwindigkeit eines Eilzuges die tiefe Bucht und steigt bis hoch in den Severnfluß hinauf. Weder der Uebergang aus den beiden Meerbusen in das verhältnißmäßig schmale Flußbett noch die Reibung auf dem flachen steinigen Grunde vermag sie aufzuhalten. Schon aus weiter Ferne hört man das Brausen der nabnden Fluth, das sich schnell bis zum Donnern eines mächtigen Wasserfalles steigert. Eine weiße, den ganzen Fluß quer überspannende Schaumwoge, der Vorläufer der eigentlichen Fluthwelle, stürzt heran, und in einem Augenblicke ist der stille Spiegel des Wassers in eine tobende See verwandelt. Das Donnern der Brandungswelle verhallt in der Ferne, der Spiegel aber steigt zwischen den schirmenden Dämmen unausgesetzt bis zu 20. ja 26 Fuß über den gewöhnlichen Wasserstand, um erst nach Stunden mit der abschließenden Ebbe wieder zu weichen. Die mechanische Energie, welche sich in dieser Naturerscheinung austobt, sj?ottet jeder Berechnung; doch ist es gewiß, daß in dem Augenblicke, wo die Fluth sich in ihrer vollen Höhe und Breite aus dem Atlantischen Ozean in den Kanal stürzt, alle Dampf- und Maschinenkräfte der Erde nicht stark genug sein würden, um sie aufzuhalten. Und doch gibt es Uferstrecken, an denen sich die Gezeiten noch weit lebhafter äußerr., so zum Beispiel auf Neuschoitland, wo die Fluth 40 bis 50 Fuß erreicht, oder an der Mündung des Amazonenstromes, wo man an jedem Tage das Brüllen der mit dem Strom kämpfenden Fluthwoge meilenweit hört. An den deutschen Meeresküsten kommen' derartige mächtige Flutherscheinungen nicht vor; in der Nordsee steigt die Fluth nicht über 6Z bis 10 Fuß. und an den Ostseeküsten bedarf es schon genauer Mesfungen, um überhaupt noch ein periodisches Steigen und Fallen nachzuweisen. Um so grimmiger aber tobt sich hier die Natur in den Sturmfluthen aus, welche die unvorbereiteten Küstenbewohner von Zeit zu Zeit schwer heimsuchen. Bei der schweren Sturmfluth der Ostsee am 13. November 1872 wälzte sich innerhalb 12 Stunden gegen die ganze 700 englische Meilen lange deutsche Ostseeküste ein Wogenschwall von 13 Fuß Höhe heran. Man braucht die Breite dieser Fluthwelle nur auf 4j Meilen anzunehmen, um zu berechnen, daß allein die Hebung des FluthWassers während der Steigezeit die Arbeit von 5.000,000 Pfcrdekräften ver-

zehren mußte. Die gesammte Energie. welche sich in diesem Naturereigniß offenbarte, ist aber sicherlich auf das Sehn- bis Zwanzigfache zu schätzen. Schwierigkeiten für Taucher. Wenn ein gesunkenes Schiff gehoben werden soll, so ist dabei die Mithilfe von Tauchern unerläßlich. Den Versuchen, in größere Wassertiefen einzudringen, stellen sich jedoch unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen. Mit je 10 Metern (1 Meter gleich 39.37 Zoll) Tiefe nimmt der Druck, unter dem sich der Taucher befindet, um eine Atmosphäre zu, und für das Leben und Athmen unter dem Druck von mehreren Atmosphären ist der menschliche Körper nicht eingerichtet. Die meisten Menschen können, mit Tauchapparaten ausgerüstet, das Verweilen in einer Tiefe von 10 Metern längere Zeit hindurch vertragen. Tiefer hinabzusteigen, vermögen schon wenige; das Athmen wird mühsam und muß besonders erlernt werden. Größere Tiefen als 20 Meter werden selbst von Berufstauchern gemieden. Ein tüchtiger Taucher Namens Deschamp versuchte vor einer Reihe von Jahren, das Wrack eines bei Quessant in der Tiefe von 70 Metern liegenden Dampfers zu erreichen. Aber selbst seine kräftige Konstitution war dem starken Drucke nicht gewachsen. Bei 60 Meter Tiefe wurde er nach unsäglichen Qualen von Halluzinationen erfaßt, er zitterte am ganzen Körper und wurde vollständig bewußtlos ' heraufgeholt. Aehnliche Fälle wurden oft beobachtet. In Tiefen von mehr als 40 Metern sind die Störungen der Lebensfunktionen von ernstester Natur. Man kann also bei gesunkenen Schiffen, die 40 und mehr Meter unter dem Wasserfpiegel auf dem Grunde liegen, an Bergungsarbeiten überhaupt nicht denken. Der Gipfel der LoyalZi ä t. Der Gymnasialoberlehrer Weidauer in Plauen, Sachsen, hatte bei der Schulfeier zum Sedanfest einen rothen Schlips getragen. In einer Besprechung der Schulfeier stellte Schriftsteller Leisner das als eine fozialdemokratische Demonstration hin. Weidauer stellte deswegen Strafantrag wegen Beleidigung. Das Schöffengericht erkannte auf Freisprechung. Die Strafkammer erkannte dagegen auf 30 Mark Geldstrafe,, weil es schon eine Beleidigung sei, einem Staatsbeamten antimonarchische Gesinnung vorzuwerfen.. NaiVität utxh Dumtnheit. Dame: Doktorchen, wir haben uns gestern Abend über Naivität und Dummheit gestritten. Bitte, wie würden Sie das auseinanderhalten?" Doktor: Naivität wäre es, wenn ich an Ihre Krankheit glauben würde, Dummheit, wenn ich nichts dagegen verordnete."