Indiana Tribüne, Volume 27, Number 280, Indianapolis, Marion County, 18 July 1904 — Page 1
O O rrO 4V0 rrCv oo rsstÄ&ssi rSSÄ2rl3SS aae- und rcnntaasblatt S jllOepcr Woche. ?i Tage und V s CS Xj( i fp l SonniagsMatt $ ii r t i u lOcJJcr Woche. ivwu 10 ÜA STTVLVSSSSSS Erscheint Zeden ladimittan. Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Montag, 18. Juli 1904 No. 28.
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Zwei weitere Ertrinknngen im Fall Creek. Gestern ertrank beim Baden im Fall Creek, nahe der 21. Straße, der 25 jährige Levy Miller, No. 1165 West 13. Straße wohnhaft. Die Leiche wurde geborgen. Miller, der augenscheinlich nicht schwimmen konnte, war mit einem Freunde zusammen zum Baden gegangen und sprang, sowie er sich entkleidet hatte, sofort in'S Wasser. Kaum war er drinnen, so warf er auch schon die Arme in die Höhe und rief um Hilfe. Sein Begleiter, Matthew Traut auZ Ogden, der mit ihm zusammen badete, glaubte, da Miller ihm erzählte, er
könne schwimmen, daß derselbe Ulk treibe und wartete eine kurze Zeit um denselben wieder zur Oberfläche zurück kehren zu sehen, da derselbe aber nicht wieder auftauchte, suchte Traut nach ihm und benachrichtigte zuletzt die Polizei, und Radlerpolizisten Samuels und Morgan eilten zur Stelle und brachten nach harter Arbeit die Leiche an's Land. Miller war in eine Grube gerathen, hi durck erausbolen von Kies dort entstanden und deren Tiefe zum Min besten 25 Fuß betrügt. Noch ein weitere Opfer unserer Jlüffe wurde Alexander McGuire, angeblich em New Yorker, der im Eagle Creek bei der Kentucky Avenue Brücke ertrank. McGuire hatte dem Anscheine nach ein wenig getrunken und sagte daß er ein Taucher sei, d. h. daß er von der 25 Fuß hohen Brücke zn'5 Waffer " tauchen wolle. Sein Versuch mißlang, denn er schlug mi der ganzen Körperlänge seitwärts auf und sank sofort unter, durch den Schlag betäubt. In der Nähe sich befindende Leute, die die ganze Affaire mit angesehen hatten, waren der Ansicht, daß McGuire Kunststücke auf. führe und wurden erst gewahr, daß er am Ertrinken sei, als es bereits zu spät war ihn zu retten. Seine Leiche wird höchstwahrscheinlich nach Steu benville, Ohio, wo er Verwandte hat, gesandt werden. Auch seine Leiche wurde durch Samuels und Morgan aufgefunden. Die Ambulanz des DiSpensariumS jagte im gestreckten Gallopp nach dem White River und der Bandalia Brücke um einem daselbst angeblich Ertrunkenen Hülfe angedeihen zu lasten. Dr. Reed fand jedoch daß zwar ein dort Badender nahe am Ertrinken gewesen, durch Freunde aber noch zur rechten Zeit gerettet und nach Hause itranSpor tirt wurde. Verschiedene andere angebliche Ertringungsfälle wurden gemeldet, soweit jedoch wurden glücklicherweise nur die beiden Obigen als auf Wahrheit be ruhend befunden. Soweit also sind in dieser Saison 17 Todesfälle durch Ertrinken zu verzeich nen und es wird die höchste Zeit daß . öffentliche Badeanstalten angelegt werden um-weiteren UnglückZfällen vorzubeugen. Der Stadtrath wird sich heute Abend mit dieser Frage angelegentlichst beschäftigen. Junger Ehemann öermikt. John Weiß. 2145 Roossvelt Ave. berichtet der Polizei, daß seit Samstag Abend 6 Uhr sein Schwiegersohn John H. Wheeler, ein Angestellter der Stra ßenbahn Co. vermißt wird. Wheeler wurde zuletzt gesehen, wie er um 6 Uhr an der Ecke der Illinois und Georgia Straße einen Straßenbahnwagen verließ. Ta keine Gründe für seine Ab. Wesenheit vorliegen, wird von der Familis befürchtet, daß ihm ein Unglück zugestoßen ist. Ueberfallen und verletzt. John Irwin, ein Farbiger, wurde gestern durch einen Unbekannten in Bobb'S Hoital gebracht. Er hatte eine große Kopfwunde, die ihm seinen Aussagen nach, durch Unbekannte, die ihn Übersielen, beigebracht wurden. Nachdem er verbunden, wurde er ent lassen. Seine Wunden sind schmerz haft aber nicht gefährlich.
Eine Handverrenkung kann des
Leben kosten. D. H. E. Frigg, 329 9ted Illinois Str. liegt schwer erkrankt iu seiner Wohnung darnieder. Der Fall dejungen Arzte ist ein bemerkenswerther, insofern als er am Donnerstag, wäh rend er im Hause seines Vaters eine Bank beiseite setzen wollte, sich nur das Handgelenk verrenkte. Zuerst waren die Schmerzen verhält nißmäßig erträglich, später jedoch stei gerten sie sich derartig, daß der junge Mann unter dem Einflüsse von Chloroform gehalten werden mußte und die ihn behandelnden Aerzte fürchten jetzt. da sich Vergiftungssymptome im Hand gelenke bemerkbar machen, daß? er viel leicht an der Verrenkung des Gelenkes sterben mag. Wurde durch eine Kinderpistole verletzt. Hirschell Andrews, ein 10 Jahre alter Negerknabe, verletzte gestern durch einen Schuß mit einer Kinderpistole die 13 Jahre alte, gleichfalls farbige Rey Woerner Beide wohnen in Norwood und eine Zeit lang herrschte ziemliche Ausregung in der Vorstadt. Der Knabe wird im Kindergerichte vorgeführt werden. Falls nicht etwa .Kinnbackenkrampf hinzutritt, wird die Wunde nicht ge fährlich sein. Soll seinen kranken Freund bestöhlen haben. Martin Dugan, 39 Süd West Str., wurde durch die Detek;ivS Haley und Splun verhaftet. Dugan ist ange klagt, John Kelly, 43 Süd West Str. um 830 baar, einen Depositenschein für 5450 und eine $95 Note beftohlcn zu haben. Kelly war krank und Dugan war zu seiner Pflege eine kurze Zeit bei bei ihm. Den Depositenschein hatte er bei seiner Verhaftung in der Tasche. . . Kleine Stadtnachrichten. Nächsten Freitag findet in der Office deS Ingenieurs Jeup die Prüfung der Feuer-Jnfpector-Candi' daten statt; der neue Feuer-Jnfpector wird zugleich die Pflichten eines Bau JnspectorS übernehmen und ein Salair von 81200 per Jahr beziehen. Gleich' zeitig findet die Prüfung des Jnfpec tors für die elektrische Construction statt, welche? von der Indianapolis Feuer'VersicherungS'Gesellschast bezahlt wird. " Apollo meinte eS gestern wieder zu gut und sandte seine heißesten Strahlen auf die lechzende Menschheit herab. Das Thermometer zeigte 90 Grad und hatten die Besitzer der Jce Creme Stores und Bierwirthschasten alle Hände voll zu thun, all' die durstigen Kehlen von Jung und Alt zu besriedigen, die sich hilfesuchend bei ihnen einstellten. Kein Faden am Leibe blieb trocken und Taschentücher und Fächer führten daS Scepter. Wer konnte, flüchtete in Gottes freie Natur, suchte und fand Erholung unter den schatti gen Bäumen unserer prächtigen Parks. NächstenFreitag findet die Verhandlung gegen Bernard Megel statt, welcher in No. 40 Scioto Str. eine Wirthschaft eröffnet hat. Scioto Straße ist die Alley zwischen Washing. ton und Market Str. und Meridian und Pennsylvania Str. ES wird sich dann entscheiden, ob eine Durchfahrt, oder eine Alley, die mit dem Namen einer Straße belegt ist, auch gerichtlich als eine solche anerkannt wird. Der Drulden-Carneval. Der Druiden-Carneval, welcher näch ften Mittwoch an der Capital Ave. und Ohio Str. beginnt und 10 Tage dauert, wird 20 verschiedene Attrac tionen bringen und bürgt der Unter nehmer dasür, daß etwas Hervorra gendeS geboten wird. Vom Polizeiamt werden 30 Patrolmänner und Detectivs commandirt, um die Ordnung aufrecht zu erhalten.
Das Preissingen.
Pennsylvania Chor siegreich. Der während der letzten Woche auf der Ausstellung abgehaltene Sänger. Krieg wurde mit dem PreiZsingen zwi. schen der Scranton-Oratory Society von Scranton, Pa., und dem Belleville Cboral Somvbony Club von Belleville, Jll., zum Abschluß gebracht. Obaleick die Concerte während der Woche nur wenige St. Louiser veran. laßten, 'ihrethalben die Ausstellung zu besuchen, ist das Musik-Bureau mit den Erfolgen zufriedengestellt. Mit den aktiven Sängern trafen Tausende von Besuchern aus den Städten, welche die an dem Sängerkrieg theilnehmenden Ehöre lieferten, hier ein und sie Verfölgen die Resultate mit sichtlichem Interesse. Der Chor, welcher den ersten Preis gewonnen hat, wird in seiner Heimathstadt noch nach Jahren gefeiert werden und auf die Auszeich. nung stolz sein. Das Preissingen aber bewies nochmals, daß die Weltausstellung an sich für die St. Louiser und für den größeren Theil der Besucher eine genügende Attraktion bildet und alle so ganz in Anspruch nimmt, daß für Unternehmungen wie ein Sängerfest oder ein nationales athletisches Turnier wenig Interesse übrig bleibt., Bei dem Preissingen am Nachmittag war die Scranton Oratory Society durch 150 und der Belleville Choral Sympjony Club durch 105 Stimmen vertreten. Die für alle betheiligten Chöre vorgeschriebenen Nummern wurden vorgetragen und die 500 Zuhörer nahmen die Leistungen höchst beifällig auf. Die Scranton Oratory Society hatte als Schlußnummer das Lied Harald Harfager" gewählt, während der Belleviller Chor unter der Leitung von Ludwig Carl das von ihm selbst gewählte Werk Jubilate" von Max Bruch sang. Fräulein Emma rn f . p t ? n pi i Vlicyos, meicye als toonnm auftrat, erntete in letztgenanntem Vortrage stür mischen Beifall. Die Preise im Gesamtbeträge von $16,000 wurden wie folgt vertheilt Chöre des 1. Grades 1. Preis, 85,000; Scranton Oratorio Society, Scranton, Pa.; 2. Preis, 83,509, Evanston Choral Society, Evanston, Jll.; 3. Preis, $2,500, Denver Cho ral Society, Denver, Col. Chöre des 2. Grades 1. Preis, $2,500 Denver Select Choir, Denver, rr r cy 1 kix. cv , , , . oi.; vzn. i,ouu; Pillsourg Cathedral Choir, Pittsburg, Pa.; 3. Preis, $1,000, Ravenswood Choral Society. Ravenswood, Jll. Als Preisrichter fungirten die folaenoen velanmen neunter: nornyer, l W M M w M. . nm r- cr rr-1 r. rvn rnn.s. Pommer, ouis; 'M. Madoc, Chicago; Chas. E. Allum, FF f 9 - - n w . w cvi rwi agicaflo; eonmro roome. Mn,rei, lion., uno jornt Towers von t. m i n . .-fc , Louis. w 99 V23 velyeulglen ncy neun yore an dem Preisfingen, vier im ersten Grad, ZU dem nur Chöre von über 100 Stim men zugelassen wurden, und fünf im zwenen raoe, m nmcyem nur vore 9 1 r i jvon 60 Stimmen berücksichtigt wurden. 3ük nenver rakono Society, die unter der fähigen Leitung von Claude A. Rosstgnol steht, sang unter PianoBegleitung von Frau Agnes Sotz das allerliebste Liedchen Mother's Lnlla. by", von Herr Rosstgnol komponirt, und erzielte einen so durchschlagenden Crsolg, daß selbst die Preisrichter nNsisfkttdkvtpn. Nps infWti(f)rr 5sZ,v. rrnviiil "WH AMUVktWVVV VfcV i i n v wi . -t tretung würde die Organtsatron vlel. leicdt den ersten Vreis davonaetraa? haben. Der ..Denver Select Cboir". welcher den ersten Preis unter den Chören des zweiten Grades davontrug, zeichnete sich ebenfalls aus, indem er die ge. wählten Lieder mit Präcision und klarer Aussprache vortrug. Die Chöre, die sich an dem Preissingen betheilig ten, sind: 1. Grad Oratory So cieiy, Scranton, Pa.; Choral Clud, Dubuque, Ja.; Musical Club, Evaw ston, Jll.; Choral Society, Denver, Colo.; Choral Symphonv Societv. Belleville, Jll. 2. Grad Colorado Chorus. Denver; Musical Club, Ra. Venswood. Jll.; Pittsburg Cathedra! Choir und Denver Select Choir.
Durste nicht in'S Grüne,
Deshalb inscenirte Frau Greene einen Selbstmords-Versuch. Frau Arabella Greene hatte sich zum Ausgehen fertig geputzt. Sie wollte daS frische Grün der Bäume in den Parks genießen. Schon hatte sie die grünangestrichenen Fensterladen' ihrer Wohnung, No. 302 Ost Nord New Jork, geschlossen, als ihr Gatte. Herr Greene. sie frug, wohin sie wolle. Im Riverside Park wolle sie lust wandeln, sagte Frau Arabella Greene. Da erwachte das grünäugige Monster in Herrn Greene's Busen und er gebot ftmer Lebensgefährtin, zu Hause zu bleiben. Frau Greene fügte sich, faßte aber den Entschluß, aus dem Jammerleben in die Seligkeit einzugehen. Sie er lundlgte sich bei einem Apotheker, wie viel Morphium eS nehmen würde einen Menschen zu tödten. Der Apotheker war welterfahren und nannte ihr eine Quantität, die kaum einem Hühnchen schaden konnte. Um ganz sicher zu sein, nahm Frau Greene nur die Hälfte der bezeichneten Dosis. Dann legte sie sich zum Sterben hin, nachdem sie eine Nachbaun von dem Geschehmffe unter richtet hatte. Diese benachrichtigte so fort Herrn Greene und beschuldigte ihn. seine Frau unter den grünen Rasen gebracht zu haben. Herr Greene war verzweifelt. Er telephonirte nach dem Dispensarium und bald kamen die Aerzte. Ihr geüb teS Auge ersah sofort, daß Frau Greene in keiner Gefahr schwebe. Der Nach mittag aber sah Herrn und Frau Greene im Park unter grünen Bäumen auf grünem Rasen, so eng aneinander geschmiegt lustwandeln, daß der grün üugige Dämon sich nicht zwischen sie drängen konnte. Jndianapottskr im MchlgaN See I ' v ertrunken. Dennis Sugrow, 824 Meek Str., ertrank im zau clcylgan, wayreno er mit Freunden sich auf einer Bootfahrt befand. Seine Leiche wurde nach hier , M rv- . v . -r . gesandt und gestern von den trauern den Verwandten empfangen. Kleines Madchen fiel ans dem Fenster. Die lw z.jabriae Bearl Mont gomery, 973 Ost Georgia Str., wurde am Samstag Nacht von ihren Eltem m 0r, nh. aufunk,,. Rlnb welches sich früb zur Rube batte I ' ' mm h-aeben wollen, war bei dem Bersucbe. I " ' r etwas frilcbe Luft ,u sckövfen. aus bem Fester des zweiten Stockwerkes I w 1 a.fflne. balle sich aber alücklickerweike. ' ' w wi, KZ, 1-N,NNN,N,-N? iTr " - WQ..VyV t.V suchung ergab, nicht ernstlich verletzt. Aus deutschen Vereinskreisen. Der Deutsche Gegenseitige Unter stützungs'Berein hielt gestern seine l viertel ährliche Versammlung. die außerordentlich zahlreich besucht war. in der Columbia Halle ab. Nachdem die Routinegeschäfte erledigt und mehrere neue Mitglieder aufgenommen worden waren, blieben die Mitglieder bei schmackhaften Erfrischungen noch lange beisammen. ! T t , r . , , Cherusker Loge O. D. H. S. Bei gutbesuchter Versammlung in ftallirte gestern in den Logenräumen der Columbia Halle. Grobpräsident Jacob Rebenack die folgenden Beamten: Präsident Peter Hammerle. Vice-Präsident Philipp SengeS. Protokollirender Sekretär C. Thielmann. ginanz'Sekretär K. O. Kloger. Schatzmeister Moritz Eschenbach. Führer Georg Pröschel. Innere Wache Paul Dux. Aeußere Wache Max Kluger. Trust H. Wodtke. Nach der Versammlung fand ein ge nlüthlicheS Beisammensein der Logen brüder statt.
Jahres-Eonvention
Des Jugendbundes der Deutsch - Evangelischen 'Synode vom Dienstag bis Donnerstag. Am nächsten Dienstag Abend wird die 2. jährliche Convention deS Iu gendbundeS der Deuisch-Evangel. Sy node in der Ev. Ct. Lucas Kirche in EvanSville ihren Anfang nehmen und bis Donnerstag Abend andauern. Ein sorgfältig ausgearbeitetes . Pro gramm mit guter Musik und Anfpra chen in Deutsch und Englisch ist vorgesehen worden. Die Versammlung am Dienstag Abend beginnt um 8 Uhr. Ansprachen werden gehalten von Edw. G. Klemm, einem Anwalt von Louisville, Ky., Rev. C. Christansen, Ren. C. W. Locher von New Albany, Ind., uind Rev. S. A. John von Ann Arbor, Mich. Die Mittwoch Morgen Sitzung beginnt um 9 Uhr. Unter den Sprechern besinden sich Frau W. A. Bomhard von Owensboro, Ky., und Dr. F. L. Dorn von Hamilton, O. Der jährliche Bericht des Sekretärs wird in die ser Sitzung verlesen und die verschiede nen Comites werden ernannt. Mittwoch Nachmittag findet keine Sitzung statt, so daß auswärtige Be sucher die Plätze von Interesse in EvanSville besuchen können. Mittwoch Abend werden die Besucher durch eine Bootfahrt auf dem Dampfer Jewel" und Barke unterhalten. Das Publikum ist dazu eingeladen. Fahrkarten kosten 25 CentS. In der um 9 Uhr beginnenden Mor genfitzung am Donnerstag werden Rev. I. Baltzer von St. Louis, Mo., Rev. I. I. Meyer von Boonville, Ind., und Rev. I. C. PeterS von Jndiana. polis die Hauptredner fein. , Donnerstag Nachmittag beginnt die Versammlung um 2 Uhr mit Pastor H. F. Grefe von Princeton, Ind., und Dr. F. L. Dorn von Hamilton, O., als Hauptrednern. In dieser Ver sammlung berichten die Comitesund vier TrufteeS werden erwählt. Donnerstag Abend um 8 Uhr beginnt die Schlußsitzung. Reden werden gehalten von Rev. I. Baltzer von St. Louis, Mo., und Pastor S. A. John von Ann Arbor. Mich. Der musikalische Theil des Mittwoch MorgenProgrammS wird wie folgt fein: Violin-Solo, Frl. Grace.Giesecke; Baß.Solo, Herr Edwin C. Grieß; Piano.Solo, Frl. Olive Threlfeld. Dasjenige für Donnerstag Morgen ist wie folgt: Piano-Solo, Hr. Carl Schwer; Contralto-Solo, Frau E. E. HoSkinson; Trio: Violine, Herr Otto Puder, Cello, Herr Emil Niednagel, Piano, Herr Carl Schluer. Das Programm für Donnerstag Nachmittag ist folgendes: ViolinSolo, Herr Otto Geiß; Sopran-Solo, Frau Wm. Hughes; Bariton - Solo, Herr Wm. Wittekindt. Das Publikum ist herzlich eingeladen, allen Sitzungen der Convention beizuwohnen. Zwischen 100 und 150 Delegaten von Nachbarstädten und Ortschaften Jndiana'S Kentucky'S und Ohio'S werden erwartet. ß7 Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's Longfellow". Wer hat Recht? Ueber den Tod der grau Ora Schoo ler, 627 W. Maryland Str. sind sich die Aerzte im Unklaren; denn während die Dispensariums-Aerzte Hawley und SuchanSky behaupten, Frau Schooler habe Morphium genommen, glaubt Dr. Koon. sie sei infolge eines Herz fehlerS gestorben. Der Coroner wird deshalb wahr scheinlich eine Autopsie veranstalten, um die Todesursache festzustellen. yolizkilicheS Allerlei. John Kiddwell, 1314 YandeS Str' wohnhaft, wurde gestern Abend ver haftet, weil er den Neger Gilbert Willis mir einer Schrotflinte be drohte.
Bundschuh Waldsest. Bei herrlichem Sonnenschein und
blauem Himmel hielt gestern der fidele Bundschuh in dem schattigen Parke deS Herrn Thiesing sein Waldfest mit P'u . nie ab. Die Bundschuhbauern mit Frauen und Kindern waren vollzählig erschienen und seine zahlreichen Freunde nahmen an der freudige' Stimmung Theil. Die Bauern des Buudschuh empfingen unter der bewährten Leitung deS tapferen HauptmannS Eugen Schellköpf und des ebenso tüchtigen Adjutan. ten Henry Mösh die ankommenden Gäste und brachten dieselben unter Trommelschlag und mit Lanzen bewaffnet in den Kreis der übrigen Bauern, von denen sie mit Hurrah begrüßt wur den. Bei die Hitze" fehlte e5 selbstverständlich uicht an dem nöthigen flüs sigen Stoffe und die schmucken Bäuerin nen hatten für schmackhaften Imbiß reichlich gesorgt. Das immer fertige Redetalent, OScar Pflumm überreichte in Humorist! scher Weise den gemüthlichen Besitzern deS Grove, Herrn und Frau Thiesing, eiuen silbernen Löffel und einen deut schen Bierkrug in Anerkennung für die freundliche Aufnahme und Ueber lassung deS Parks. Vom Bauer Möfh und anderen redeseligen Bauern wurden verschiedmeReden geschwungen, die dann von den Bauern mit Gesang geschlossen wurden. DaS gestrige überaus gelungene Waldfest verlief in der schönsten Weise und hat sich der Bundschuh damit viele neue Freunde erworben. Der bekannte joviale August Hook beehrte den Bundschuh mit seinem Besuche und versprach den Bundschuh s. Zt. bei sich zu empfangen. Im dunkclstrn Asien. Durchquerung Tibctö durch den Jesuiienva ter Gruebcr lax 17. Jahrhundert. Im Hinblick auf die englische TibetExpedition dürfte es von Jntercffe sein, zu erfahren, daß die ersten genaueren' Nachrichten über Tibet einem Deutschen zu verdanken sind: dem aus Linz gebürtigen Jesuitenpater Johannes Grueber (oder Gruber), der jenes Hochland im Jahre -1661 von Nordost nach Südwest durchwandert und auch in Lhassa sich einige Zeit aufgehalten hat. Damals, im 17. Jahrhundert, und auch später waren die christlichen Missionare in China gern gesehen, und die Kaiser übertrugen speziell den Jesuiten wissenschaftliche Arbeiten zur besseren Kenntniß des Reiches. Grueber ging 1656 zu Schiff nach Ostasien und wurde 1659 von dem ersten MandschuKaiser als Mathematiker und Astronom nach Peking berufen. Dorthin begab er sich auf dem Landwege. In Peking versah er seine Stellung zwei Jahre, worauf ihn sein Orden zurückberief mit der Aufgabe, einen neuen, möglichst kurzen Landweg von Peking nach Indien ausfindig zu machen; man betraute ihn also mit einer Art geograpbischer Mission. Grueber zog in Begteitung eines Amtsgenossen, des Pater de Dorville (gewöhnlich d'Orville genannt) in etwa 14. Monaten über Singanfu nach Swing (Kukunor) und von da über Lhassa, Schigatse .und Kathmandu in Nepal nach Indien. Die Reisenden benutzten wahrscheinlich die uralte Hauptkarawanenstraße zwischen Sining und Lhassa, die nachmals (1845) auch von Huc und Gäbet, von neueren wissenschaftlichen Reisenden aber nur theilweise begangen worden ist, da diese im Interesse ihrer Pläne es vermeiden mußten, die stark frequentirte Handels- und Pilgerstraße nach Lhassa zu verfolgen. Der Weg von Lhassa nach Kathmandu ist heute jedem Europäer verschlossen. Zu den Ergebnissen von Gruebers Reise gehören außer Mittheilungen über Land und Volk von Tibet astronomische Ortsbestimmungen und Zeichnungen. Freilich hat stch herausgestellt, daß Gruebers Ortsbestimmungen in Tibet (Breiten) wenig verläßlich sind. Sein Material übergab Grueber nach der Heimkehr seinem Kollegen Kircher, der es für seine China lllustrata44 (Amsterdam 1667) verwerthet hat. Hier findet stch auch eine Grueber'sche Heuhnung des berühmten Klosierschlosses Potala, der Residenz des DalaiLama, die uns bis vor wenigen Jahren allein eine Vorstellung von diesem Bauwerk gab, und zwar eine in der Hauptsache zutreffende, wie die seitdem veröffentlichten Photographien zeigen.
Raucht die TUli I Mingo.
