Indiana Tribüne, Volume 27, Number 279, Indianapolis, Marion County, 16 July 1904 — Page 7
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tMV.MS. Roman von Ludwig Habicht. Fortsetzung. Ja, dieser alte, brave Hausdrache, hatte. er nicht Necht? Was wollte er dnn noch hier? Er hatte ja seine Verwandten. ,das , Schloß seiner Väter wiedergesehen, nun blieb es das Klüg ste, so , rasch wie möglich wieder das freie Amerika aufzusuchen. Hier konnte er sich doch nicht mehr heimisch fühlen. Nur aus der Ferne hatten die großen Ereignisse eine so glänzende Farbe erhalten. , . Dem Majoratsherrn war es gewesen, als müsse das deutsche Volk wie berauscht sein und ein anderes, neues Leben beginnen, und nun erschienen, ihm die Menschen so unverändert, so ruhig und nüchtern, als hätten sie nicht eben das Höchste und Größte vollbracht und die Bewundernng der ganzen Welt erregt. Das waren noch immer dieselben Menschen, die er verlassen hatte, nur kamen sie ihm noch gedrückter, engherziger vor. Und dieser Graf Bredow, der noch immer seinen alten, kleinlichen Groll bewahrte, als ob seitdem nichts weiter in der Welt geschehen sei. was seinen Gedanken endlich eine andere Richtung hätte geben können!. Nein, nein, das alte Deutschland blieb noch immer das alte Krähwinkel, und es war das Klügste, so rasch wie möglich wieder hinüberzusegeln. Auch bei Tisch ging es heute sehr still zu; sie schienen alle noch unter den Nachwehen des Festes zu leiden, und vergeblich suchte der Majoratsherr die Unterhaltung ein wenig zu beleben; er mochte noch so lustige Geschieh ten vorbringen, ein fröhliches, beif'alliges Gelächter konnte er damit nicht wecken. Das waren nun seine Angehörigen, auf deren Wiedersehen er sich so unendlich gefreut hatte! Theilten sie nicht seine Freude? Am ersten Tage war ihm das Venehmen seiner Verwandten weniger aufgefallen, aber jetzt glaubte er doch zu bemerken, daß es der rechten Herzlichkeit entbehre. Es war, als ob auf allen ein gewisser Druck laste und seine Gegenwart ihnen doch nicht -so erwünscht sei, als er gehofft hatte. Fürchteten sie, er werde seine alten Rechte geltend machen und hier wieder als Majoratsherr hausen wollen? Er hatte ihnen ja gleich in der ersten Stunde erklärt, daß davon niemals die Rede sein werde, und doch fühlte er nur zu gut, daß etwas zwischen ihnen lag und es durchaus nicht recht zusammenklingen wolle. Nun, sie würden ihn ja bald wieder los werden und dann schon sehen, daß ihre Furcht völlig unbegründet gewesen war. Warum war nur Edwin so rasch verschwunden? Um einen Nachbar, den Besitzer von Sollbach zu besuchen. Konnte er nicht damit noch warten und ihm heute Gesellschaft leisten, da sein Aufenthalt in der Heimath doch nur auf ganz kurze Zeit berechnet war? Und gerade dieser Neffe fehlte ihm, der war ganz nach seinem Geschmack, mit dem hätte' er so gern auch heut noch fröhlich zusammcnsitzen wollen. Baron Heinrich konnte die Rückkehr Edwins gar nicht erwarten. Wie, wenn er ihm entgegenritt? Es war ja hier zum Sterben langweilig und er mußte doch bald kommen. Vom Entschluß zur Ausführung war es bei dem unruhigen, leidenschaftlichzn Manne niemals weit. Wenige Minuten später, nachdem ihm dieser Gedanke gekommen war, saß er schon im Sattel, um auf dem ihm unbekannten Waldwege mit Edwin zusammenzutreffen. Was der Neffe für Augen maqen würde? DaS gab wenigstens einen Spaß und söhnte mit dem langweiltgen Tage wenigstens etwaö aus. , In dem Kiefernwalde begann es bereits zu dunkeln, die Sonne sandte nur noch einzelne müde Strahlen durch die Kronen, um sie golden zu färben. Die Kiesernheide lag im tiefsten Schweigen, kein Laut, ließ sich hören. Da krachte aus weiter Ferne ein Schuß. War's ein Förster oder ein Wilddieb, der auf Itm Nachbarrevier, in dem er schon angelangt war, einen Rehbock aufs Korn genommen hatte? . Im nächsten Augenblick ließ sich Pferdegetrapp vernehmen. Das konnte nur Edwin sein; aber warum jagte er denn wie toll dahin? Ah, was soll das bedeuten? DaZ Pferd kam ohne Reiter in wildesten Sätzen dahergebraust. Hatte es gescheut und seinen Herrn abgeworfen? Nun kam das Roß schon ganz nahe und wollte an ihm vorbeisausen. Mit einem einzigen Griff hatte es der Baron am Jügel erfaßt und zum Stehen gebracht.' Das Thier zitterte am gan zen Leibe. Es mit sich fortführend, ritt der Maioratsherr langsam weiter, scharf vor sich hinspähend, um seinen Neffen zu entdecken, der vielleicht verunglückt am Wege lag. Der Maioratsherr brauchte -nicht weit zu reiten, da gewahrte er wir!lich einen Menschen auf der Erde ausgestreckt, und er hörte einen leisen Hilferuf. War dies der Nesfe? Auf
seinen Anruf: Edwin, bist 'du es?" kam schon die Antwort: Ja, Oheim, und welch' ein Glück, daß du kommst, sonst hätte ich hier wohl noch lange elend lieqen bleiben können." Der Oheim, war. schon vom Pferde gesprungen und fragte hastig: Was ist geschehen? Bist du' gestürzt? Hast du dir etwas gebrochen?" und seine Augen spähten jetzt unruhig prüfend über den Neffen hinweg. Trotz der hier herrschenden Dunkelheit gewahrte er am Boden eine Blutlache, und ehe Edwin antworten konnte, setzte er bestürzt hinzu: Mein Gott, du bist verwundet. Man dat auf dich aeschossenlWo itt'der nichtswürdige Hund hingeratye.r, Gewiß ein Wilddieb!" . , Edwin tzab auf all diese stürmisch hervorgestoßenen Fragen nur die Antwort: Ja, so denke ich auch." Ich hörte noch den Schuß ; aber ich konnte mir nicht denken, daß. es auf dich gemünzt sei. Aus dem Feldzuge kommst du heil und gesund, und nun schießt dich eine nichtswürdige Person hier an, das ist doch niederträchtig!" " Edwin stieß ein kurzes Lachen aus: Ja, das meine ich auch." ' Als er jetzt gewahrte, daß. der Oheim' sein Pferd eingefangen und ihm zurückgebracht habe.fügte er,. sich mühsam aufrichtend, hinzu: Wenn du mir in den Sattel helfen wolltest, vielleicht käme ich dann glücklich nach Hause." Laß mich doch erst nach deiner Wunde sehen," meinte der Oheim. Habe keine Sorge; eZ ist nicht so schlimm. Ich möchte nur rasch nach Hause kommen, und sobald ich nur mit deiner Hilfe im Sattel bin, will ich schon froh sein." Baron ' Heinrich nahm nun ohne weiteres den Neffen in seine starken Arme und hob ihn vorsichtig aufs Pferd. Ich danke dir, lieber Oheim", sagte Edwin mit großer Herzlichkeit. Wie gut, daZ du mich , aufsuchen kamst, sonst hätte ich "mich endlich zu Fuß fortschleppen müssen und wäre wohl erst um Mitternacht nach Hause gekommen. Ach und nun bin ich schon glücklich!" Und mit der Jugendfrische, die ihm eigen war, schien er alle Schmerzen und den ganzen Unfall von sich abschüttele zu wollen. Ja, sag mir nur in aller Welt, warum dieser Kujon, der Wilddieb, dich aufs Korn genommen hat?"' Weiß ich selbst nicht", entgegnete Edwin. Ich ritt ganz heiter und könnte auch sagen, dachte gar nichts weiter, da krachte hinter mir ein Schuß, Talbot", das dumme Thier, bäumte sich erschrocken auf, und da ich mich eines solchen Abenteuers gar nicht versehen hatte, purzelte ich herunter. Erst als ich unten angekommen war, fühlte ich, daß es mir warm am Schenkel herniederrieselte und da hatte. ich meine Blessur endlich weg, die ich mir in der Schlacht vergeblich gesucht", und. der junge Lieutenant stieß ein kurzes, sich selbst verspottendes Lachen aus. Nein, es ist zu niederträchtig!" sagte der Oheim, der sich besorgt mit seinem Pferde dicht an der Seite Edwins hielt und ihn trotz der Herrschenden Dämmerung nicht aus den Augen verlor. Ich werde schon morgen mit dem Förster unseres Nachbars sprechen, daß er den Wilddieben seines Reviers das Handwerk legt." Ach. gieb dir weiter keine Mühe, lieber Oheim. Ich habe den Kerl vielleicht gestört, als er auf dem Anstand gelegen und da hat er geglaubt, mir ttnxlö tnL Bein geven zu mu fen." Danke schön!" Wenn der Förster ordentlich auf dem Posten wäre, dann käme so was nicht vor. Zu meiner Zeit gab eö in der ganzen Umgegend keine Wilddiebe, dafür hatten wir gesorgt, Graf Bredow und ich." Warum wolltest du erst dem armen, guten Förster den Kopf warm machen, der kann ja nichts dafür." Doch, ich werde ihn unbedingt morgen aufsuchen und ein ernstesWort mit ihm reden. Das Gesinde! muß ausgerottet werden." Edwin widersprach nicht weiter; er glaubte jetzt seinen Oheim zu kennen, .der sich von einem gefaßten Entschlusse nicht so leicht abbringen ließ. Sallte er ihm die Wahrheit sagen? Nein, nein, es durfte niemand ersahren, wem er diese Verwundung zu verdanken hatte, und doch klang ihm noch immer daö Hohngelächter im Ohr, das er bald nach dem Schusse ge. hört; er wußte nur zu gut, daß ihm Hedwig diese Kugel nachgeschickt hatte, dem leidenschaftlichen Mädchen war eben jeto Tollheit zuzutrauen. Nun, sie hatte ihn ja noch leidlich geschont, denn er wußte, daß er jetzt schon sein jungeö Leben eingebüßt, wenn sie es gewollt hätte, nahm sie es doch im Schießen mit dem tüchtig sten Jäger auf. Beide ritten jetzt schweigend durch den stillen Wald. Jeder mochte seinen eigenen Gedanken nachhängen, als sie aber in die Nähe des Schlosses, la men, rief Baron Heinrich -. lebhaft aus: Gott sei Dank, daß wir bald zu Hause sind, denn ich fürchte, mit dir steht eö schlechter, als du verrathen willst." ' ' . .-'rchaus nicht", eniqegneie Edwin eifrig, die . Wunde hat gewiß gar nichts zu bedeuten. Ich fühle kaum noch Schmerzen."
Trotzdem ließ sich der Oheim durch diese Versicherung nicht so leicht oeruhigen, kaum hatte er den Schloßhof erreicht, rief er nach dem Kutscher, befahl ihm rasch anzuspannen und sofort den Arzt herbeizuholen. . Edwin hätte am liebsten, ohne alleS Aufsehen zu erregen, sein Zimmer aufsuchen wollen, aber als er sich jetzt aus dem Sattel zu schwingen suchte, fühlte er doch, daß es mit seiner Kraft zu Ende sei, und er wäre zu Boden gesunken, wenn, ihn nicht der Oheim, der wohl geahnt, daß es so kommen würde, sogleich in seinen Armen aufgefangen hätte.
Der junge Herr hatte das Bewußtl
sein verloren, und er wurde jetzt vonl hinzunehmen, daö sie gewöhnt sei. Mit - r vlrj- y il i- ii c x.
einigen herbeieilenden Leuten in daö Schloß getragen. Die Heimkehr des Verwundeten tu regte die furchtbarste Bestürzung, und Baron Heinrich hatte alle Mühe, die Besorgnisse seiner Verwandten zu beschwichtigen. Es ist wirklich keine Gefahr. Der lange Ritt hat ihn nur zu sehr angegriffen. Aber ich habe'bereits nach dem Arzt geschickt und ihr werdet bald hören, daß es mit dem guten Jungen durchaus nicht schlimm steht," war seine Versicherung. Während Mutter und Schwester sich mit zärtlicher Besorgniß um den Ohnmächtigen bemühten, der allmählich sein Bewußtsein wieder erhielt, mußte derMajoratsherr erzählen, waS er von dem Unfall wußte. Es war freilich wenig genug. " Nach einer Stunde voll Angst und Aufregung erschien schon der Doktor, der nach sorgfältiger Untersuchung alle Unruhe der Familie mit der bestimmten Erklärung beschwichtigte: EL ist nur eine Fleischwunde, edle Theile sind zum Glück nicht verletzt und der junge Baron wird in wenigen Wochen hergestellt sein." Nun erst drang man in Edwin, zu sagen, wie das alleö gekommen sei? Er konnte nur wiederholen, was er bereits dem Oheim mitgetheilt hatte. . 9. . Baron Heinrich führte schon am andern Tage seinen Vorsatz aus. Edwins Verwundung war wirklich nicht bedenklich; aber diesem nichtswürdigen Wilddieb mußte man doch aufs Dach steigen, und wenn 'sich der alte Förster nicht aufraffen konnte, dann blieb nichts anderes übrig, als mit dem Nachbar selbst zu sprechen und ihn zu veranlassen, daß er der Unsicherheit in seinem Walde ein Ende machte. Das Forsthaus war nach scharfem Ritt bald erreicht. Als der MajoratsHerr vom Pferde sprang und sein Roß an den Zaun des kleinen Vorgartens anbinden wollte, erschien ein junges Mädchen in der Thür und fragte nach seinem Begehr.. Ich wünsche, mit Ihrem Vater zu sprechen", antwortete der Baron, der voraussetzte, daß er die Tochter des alten Waidmannes vor .sich habe. Mein Oheim ist nicht zu Hause, er ist mit der Tante in die Stadt gefahren, und. er dürfte vielleicht in einer halben Stunde zurückkehren, wenn Sie so lange warten wollen.dann bitte einzutreten," entgegnete das junge Mädchen, und machte eine einladende Handbewegung. . Das Benehmen der Förstersnichte hatte etwas so Bestimmtes, Entschiedenes, und es war zu gleicher Zeit eine solche Vornehmheit um sie gebreitet, daß der-Baron davon förmlich verblüfft wurde. Selbst das einfache graue Hauskleid, die vorgebundene Küchenschürze konnten dem blendenden Eindruck, den sie auf ihn ausübte, nicht den mindesten Eintrag thun; im wegenryell; yt verskürttin njn nur, und sie schien dies auch zu wissen, denn sie zeigte nicht die mindeste Verlchenheit, daß sie von dem Fremden in diesem Anzun überrascht worden; ihre regelmatzigen, edlen Formen kamen gerade w dem schlichten, abgetragenen Hauskleide noch mehr zur Geltung. Der graue, weiche Stoff hatte sich lange genug an den blühenden Körper anschließen müssen, um jetzt zu verrathen, wie schlank und prächtig gewachsen seine. Trägerin war. Das schwarze, reiche Haar war hinten rn einen Knoten gebunden während sich über die nicht hohe, aber gewölbte Stirn leichte Löckchen kräuselten. Und welche Augen! Der Baron glaubte seit vielen, vielen Jahren nicht mehr in so köstlich funkelnde Sterne geblickt zu haben. Die ganze Erscheinung des jungen Mädchens übte auf ihn eine förmlich bestechende Wirkung aus. Trotz seiner vorgerückten Jahre konnte er auch jetzt noch nicht dem Zauber weiblicher Schönheit widerstehen, dem er nur zu oft unterlegen war und während seine großen, unruhigen Augen voll Vewunderung auf d hohen schlanken Gestalt deS jungen Mädchens ruhten, fagte er sehr höflich: . Ich danke Ihnen, mein Fräulein. Wenn Sie gestatten, bleibe ich draußen und erwarte hier bxt Rückkehr Jhres Ohetmö." Sie lieben also auch nicht die Zimmerluft", erwiderte sie ganz unbefangen. Da geht eö Ihnen wie mir. Ich bin am liebsten im Freien. Wollen Sie vielleicht in unseren kleinen Garten treten? Dort giebt eö ein hübsches, schattiges Plätzchen." . Die Förstersnichte 'schien eine so seltsame Mischung von frischem Wadlinde und Salondame zu sein, daß der Baron immer' mehr, von ihr
angezogen wurde. Die Gelegene,
sich mit diesem herrlichen Geschöpf noch länger unterhalten u können, war zu verlockend, deshalb sagte er sehr verbindlich: , Gern, wenn Sie so freundlich sein wollen, mir den 'Weg dahin zu ze:gen." - Seine Augen ruhten dabei mit rückhaltloser Bewunderung auf der prächtigen Mädchenerschcinung; als alter Herr glaubte er dieZ Recht offener Bewunderung zu haben. ' Die Förstersnichke gedeih auch wirklich darüber nicht, in. Verlegenheit: st: schien vielmehr" diesen Tribut der Huldigung ihrer Schönheit als etwas raschen Schritten ging sie jetzt durch den Vorgarten, und eine kleine Seitenpforte öffnend, sagte sie mit einem Lächeln, das ihr gebräuntes, .ausdrucksvolles Antlitz noch mehr verschönte: Darf ich Sie-bitten?" Sie trat zurück, um ihn zuerst in den Garten zu lassen, doch der Baron rief lebhast aus: Nach Ihnen, verehrtes Fräulein, die Damen haben stets den Vortritt" und er zog noch einmal fast ehrfurchtsvoll vor ihr den Hut. Ohne Zögern machte sie von dem ihr eingeräumten Vorrecht Gejauch irnfc schritt auf . die Fliederlau! I zu, die sich im Hintergrunde deö kleinen, mit reichem Blumenflor geschmückten Garten befand. . Wollen Sie hier Platz nehmen und darf ich Ihnen eine Erfrischung anbieten? Vielleicht ein Glas Bier?" Ein solch weltsicheres Benehmen in dieser Waldeinsamkeit erregte immer mehr das Erstaunen und die Theilnähme deS BaronS. Nein, ich danke Ihnen, liebeS Fräulein", sagte er mit großer Artigkeit, aber am Ende brauche ich nicht erst Ihren Oheim abzuwarten, und ich kann Ihnen sagen, waS mich hierher geführt hat. Vielleicht sind Sie dann so freundlich und theilen ihm al les mit." Es erschien ih mein solches Vergnügen, mit dem schönen Mädchen noch länger zu plaudern, daß er um jeden Preis die Gelegenheit dazu ergreifen wollte. Sehr gern", war die Antwort der Förstersnichte; aber wird Ihnen unsere einfache Holzbank nicht zu unbequem sein?" Durchaus nicht", entgegnete Baron Heinrich in guter Laune. Ich habe oft viel schlechter gesessen und selten in angenehmerer Gesellschaft"; er sprach die letzten Worte mit einer Betonung, daß sie durchaus nicht wie eine leere Schmeichelei klangen. Hedwig .schien dies auch wirklich nicht vorauszusetzen, denn ihre dunklen Augen ruhten jetzt mit einem zewissen Wohlgefallen auf dem alten Herrn, dessen Benehmen jedenfalls ihrer Eitelkeit schmeicheln mochte. Nehmen Sie ebenfalls Platz und dann will ich hnen sagen, warum ich mir die Freiheit genommen habe, hier einzudringen; aber zunächst gestatten Sie mir wohl, mich Ihnen vorzustellen. Ich komme direkt auö Amerika und bin der älteste Bruder Ihres Nachbarn, des Baron Ehrenfels." Ah, des Majoratsherrn!" rief Hedwig lebhaft aus. Ich hätte es mir denken können, die Aehnlichkeit ist unverkennbar", ihre Blicke ruhten wie prüfend auf dem wettergebräunten Antlitz , des Barons. Ja, man sagt, daß Edwin besonders mir sehr ähnlich sei, und um seinetwillen bin ich hierher gekommen. Denken Sie, Wilddiebe haben gestern in dem Revier Jhreö OheimS auf ihn geschossen." - t Ich weiß", sagte Hedwig sehr ruhig, ohne eine Miene zu verziehen. Sie haben es schon erfahren? Und was sagt Ihr Oheim, zu solcher Niedertracht? Der Kerl verdient doch die empfindlichste Züchtigung und deshalb " Es war keirt Mann, der aus ihn geschossen hat", unterbrach ihn Hedwig. Kein Mann?" rief der Baron verwundert aus. Nein", entgegnete Hedwig mit großer Entschiedenheit, während ihre Augen fest und ruhig auf. den Baron gerichtet blieben, als wolle sie die Wirkung ihrer Worte beobachten, setzte sie, ohne mit der Wimper zu zucken, hinzu: Ich war es selbst." ... Bei diesen Worten sprang Baron Heinrich von seinem Sttze auf und rief voll Erstaunen: Was sagen Sie, liebeZ' Fräulein! Das ist ja unmöglich! Oder Sie haben eö nur aus Versehen gethan!" .Nein, mit voller Absicht." entgegnete Hedwig; jetzt begannen ihre Augen unheimlich aufzublim, und !n ihrem schonen, regelmäßigen Antlitz zeigte sich ein finsterer Zug des Hasses und der Rachsucht. Das ist ja gar nicht möglich! WaS hat Ihnen denn der arme Junge gethan?" Er hat mir noch kurz vor seinem Abgang ins Feld' ewige Treue geschworen, und nach , seiner Rückkehr will er mich vergessen-und um die Hand einer andern werben, die freilich die .Tochter eines Millionärs ist. und für diesen elenden Verrath mußte er doch seine Bezahlung erhalten. . 'Fortsetzung folgt.) tzr Raucht die B0NANZA.
Eine aufregende Jagd
auf eimn Verbrecher hat sich in Essen abgespielt. Der dort lange gesuchteEinbrecher Licht wurde auf der Straße gesehen und von mehreren Beamten verfolgt. Hierbei gab -Licht auf die Criminalbeamten zwölf Revolverschüsse ab, ohne jedoch zu' treffen. Die Beamten schössen gleichfalls und verMundeten den Flüchtling leicht, worauf sie ihn verhafteten. Leider wurde auch ein Passant, ein junger Mann, verletzt; die Verwundung ist nicht lebensgefährlich. D e m ü b e r 80 I a h r e a l t e n Rentner, Korallis in Pillkallen flog vor einiger Zeit eine Granne von einer Gerstenähre in's linke Auge. Anstatt nun einen Arzt zu Rathe zu ziehen, nahm er seine Zuflucht zu einer weisen Frau, die das verletzte Auge mit der Zunge ausleckte". Jedenfalls bohrte sich die Granne durch dieses Verfahren tiefer hinein, und der Mann verlor die Sehkraft. Da die Sehkraft auf dem rechten Auge bereits früher verloren gegangen war, so ist er nun vollständig blind. ' Daß die formlose Eheschließung, die den kleinen schottischen Grenzort Gretna - Green weltberühmt gemacht hat, in ganz Schottland noch immer rechtsgiltig ist, hat wieder einmal ein schottischer Richter bestätigt. Vor einiger Zeit hatte ein von London nach Glasgow geflüchteteS Liebespaar sich im Eisenbahnzuge auf schottischem Boden als gegenseitig ehelich verbunden erklärt, und diese Eheschließung hatte ein Edinburger Gericht als giltig anerkannt. Darauf hatte ein Edinburger Richter über die Giltigkeit einer durch schriftlichen Vertrag eingegangenen Ehe zu entscheiden, und er hat die Giltigkeit bejaht. Im Jahre 1900 hatte die in Glasgow lebende Wittwe Keith einen Spanier Namens Duran als Logiergast bei sich aufgenommen. Es entspann sich ein Verhältniß, und am 19. November wurde ein Schriftstück aufgesetzt, in dem Herr Duran und Frau Keith sich als Eheleute anerkannten. Herr Duran machte geltend, Frau Keith Labe gedroht, sich umzubringen, wenn er das erwähnte Schriftstück nicht unterzeichnete. Der Richter, Lord Kincairney, erklärte, die Ehe sei gesetzlich giltig, obgleich sie weder von einem Geistlichen noch von einem Staatsbeamten geschlossen sei. In der Berliner Univ erst tät fiel seit einiger Zeit ein junger Mann auf, mit dem es nicht ganz richtig" zu sein schien. Er ging nach der neuesten Mode gekleidet und hatte so viel vernarbte Schmisse, als ob er mindestens einige zwanzig Mal auf der Mensur gestanden hätte. Als er dann gar zu rempeln anfing, um einige Kontrahagen zu bekommen, nahm man Veranlassung, sich ihn doch etwas näher anzusehen, und nun stellte sich heraus, daß man es mit einem Geisteskranken zu thun hatte. Der junge Mann war nicht Student, sondern ein Schlosserlehrling Richard Müller, der bei seiner Mutter im Norden der Stadt wohnte. Er hatte nach einem Jahre die Lehre aufgegeben und war nicht mehr zum Arbeitm zu bewegen. Wenn ihn seine Mutter dazu anhalten wollte, lief sie jedesmal Gefahr, von ihm mißhandelt zu werden. Sie ließ ihn daher gewähren. Müller schneiderte sich nun aus den Kleidern seines verstorbenen Vaters tadellos sitzende Anzüge selbst zurecht. Einen hohen Stehkragen machte er aus einem Stück Blech, das er mit weißer Oelfärbe strich. Um sich einen fremdländischen Anstrich zu geben, färbte er sich sein blondes Haar mit Ruß und Lack pechschwarz. Dann nahm er ein Messer und brachte sich nach und nach eine Menge Schmisse" bei. Nach Festste!lung seiner Persönlichkeit wurde der falsche Student wieder in eine Anstalt gebracht, in der er sich schon einmal befunden hatte. Das große Brandunglück in. der norwegischen Küsienstadt in Aalesund zieht noch immer weitere Wellenkreise. Die privaten norwegischen Versicherungsgesellschaften haben jetzt beschlossen, die VersicherungsPrämie. für die von Holz , errichteten Ortschaften um durchschnittlich 12 Prozent zu erhohen. Die Erhöhung -ist nicht überall, gleichförmig; die bessergestellten Städte erfahren geringe oder keine Erhöhung, 'bei den am meisten der Gefahr ausgesetzten Ortschaften geht die Prämiensteigerung noch über den vorerwähntenSatz hinaus. Gleichzeitig ist an sämmtliche Städte die Aufförderung .gerichtet worden, in bestimmte? Frist ihr Löschwesen auf einen völlig anderen Fuß zu stellen, widrigenfalls eine-weitere Prämienerhö hung UM 10 Prozent eintreten wird. Die Forderungen scheinen rigoros. Wenn man aber bedenkt, daß der Brand von Aalesund den privaten Versicherungsgesellschaften des Landes mehr als iy2 Millionen Dollars gekostet hat, über dreimal soviel wie die Versicherungsprämien aus ganz Norwegen mit Ausnahme der drei Städte Christiania, Bergen und Drontheim dann wird man das . Boxgehen , der Gesellschaften begreifen. Die letzteren haben übrigens ihren Aufforderungen eine statistische Denkschrift mit dem Nachweis von der finanziellen Nothwendigkeit der Erhöhung beigefügt. An dem zu Beginn des Juni in Christiania versammelt gewesenen Versicherungscongreß nahmen übrigens die Vertreter schwedischer und dänischer Gesellschaften theil.
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CrrisenhZu Udell und Raoer 283 Udell Lad der Lor esö Jsabel und 27. 241 Meridian und 2 242 JZinoi u St. Cl 243 Eldridge und 23. -212 West uud Walnut 318 West und 12. 14 Howard nd 1. 316 Torbet und Px 816 Capital Ave und IV 17 5!erthwestern Ave u 21 13 Gent und IS. 819 Canal und 10. 824 Eerealine Worts 824 Vermont und Ltzn 825 Biema,e u Srandvie 26 No. 2 Sprenhaus Haughville, 827 Wichigan u. Holmes, 328 Michigan u. Concord ' 41 Lest und McJntyre 412 Missouri u. Marylautz 618 Missouri und fthi 415 Capital Ave.'ieorgi 416 Mißouri u entucky L. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und C Hu 3. Washington. 428 Irren-Hospital. - 424 Milev Aveu.JDS 425 Wash und Harr 426 No. 13 Spritzen 93. Washmgto 427 Ol&cr und Zvirch 423 Oliver und Osgood 42 ZZordhke und ZZork 481 Hadley Ave u, Morr 432 River Ave u. Morris 484 River Ave nd SZatz 485 Harding u. 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