Indiana Tribüne, Volume 27, Number 279, Indianapolis, Marion County, 16 July 1904 — Page 4
JuSmna Tribüne, i. Juli 1901
Jndiana Tribüne. HerauZzekeben von der utnbeS 5. Indianapolis, Ind.
Harry O. Thudium , B , Präsident. GeschäftSlocal: No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. Entered at the Pott Office of Indianapolis at sccond class matter. Potttisaier Waxdy Bryan hat wieder einmal Reorgani sationZ-Gedanken. Wenn er dieselben auf seine Person anwenden würde, könnte er schließlich mal ein recht brauchbares Mitglied der demokratischen Partei sein. Der Mann hat, trotzdem ihn die Partei auf der letzten Conven tion in den wohlverdienten Ruhestand versetzt hat, immer noch die Begierde als politischer Factor gelten zu wollen. Bei den Demokraten verhallen seine post festurn" Schwätzereien ja UN gehört. Den republikanischen Pa? teisührern aber geben sie sehnlichst herdeigewünschteS Material. Er ist den Republikanern nahezu unentbehrlich ge worden, da er ihnen allein Angriffspunkte auf die demokratische Partei liefext. Da Schweigen ParkerZ, welches soviel Anlatz zu billigem Spott gelteliefert hatte, hat den republikanischen Campagnezeitern, seitdem daZ Volk weiß, daß e Gold" bedeutete, viel Sorgen bereitet. Bryan scheint sich berufen zu fühlen, ihnen diese Sorgen etwas zu erleichtern. Aber trotz Bryan und seiner Schwär mereien besteht die Thatsache, daß der schweigsame New Jorker Richter die Absichten der Partei betreffs des Gold. Standard über jeden Zweifel erhaben, klar dargelegt hat. Man braucht sich deshalb nicht über Bryan und seine Pläne für 1903 zu beunruhigen. Die Seifenblase des bischen ihm noch der bleibenden Einflusses in der Partei wird bis dahin gänzlich geplatzi sein, i Ein politischer Carton der kürzlich in einer Tageszeitung erschien, stellte Roosevelt dar wie er auf einem Texaner Pferde das Ziel der Präsidentschaft zu erreichen bestredt ist, während Parker als Schwimmer demselben Ziele zueilt. Die Zeichnung kommt der Wahrheit näher als der Zeichner beabsichtigte, denn dieser beabsichtigt zu zeigen, daß der Reiter den Schwimmer besiegen müsse. Betrachtet man aber den Carton von dem Standpunkt, daß der Reiter sich auf fein dressirteS Thier verläßt der Schwimmer aber ganz auf die eigene Kraft und die Strömung des Volkswillens, so muß die Zeichnung als ge nial gelten. Herr Roosevelt hat viele schützenSwerlhe Eigenschaften, aber die Haupt eigenschaft als Haupt einer großen Republik, die überlegene Ruhe fehlt ihm. Und gerade von der Centrale der Regierung sollte diese Ruhe aus gehen und ihren Einfluß geltend ma chen, um dem Lande das Gefühl ökono Mischer Sicherheit zu geben. Zu den guten Eigenschaften Roose velt'S müssen wir in erster Linie die Achtung, die er deutschen Bestrebungen entgegenbringt, rechnen. (Sr hat die Thorheiten der Deutschen Hasser in der Armee streng gerügt und den Deutschhetzereien der JingoPresse die Spitze abgebrochen. Aber von Parker dürfte man dasselbe erwarten, so daß der Deutsche in dieser Beziehung keine Befürchtung zu hegen braucht. ' Eine deutsche Zeitung muß, wenn sie ihrem Leserkreis gerecht sein will, ihre Unabhängigkeit bewahren. Sie darf sich an eine Partei anlehnen, aber sich niemals derselben mit Haut und Haar verschreiben. Unparteilichkeit in allen öffentlichen Fragen muß ihr Grund Prinzip fein. Ein striktes Parteiorgan hört auf eine Zeitung zu fein, weil die Partei interessen selbst eine Färbung der Ta eZneuigkeiten bedingen könnten. Auch die wirklich bedeutenden, in englischer Sprache herausgegebenen TageSzeitun gen sind längst zu der Einsicht gelangt, daß sie, um ihren großen Leserkreis zu befriedigen, öffentliche Angelegenheiten nicht durch die Parteibrille betrachten dürfen. Ohne Frage hat das Ein treten für die Hearft'sche Candidatur den von ihm herausgegebenen Zeitun gen in den Augen der Leser geschadet. Wenn der der Reklame für persönlichen Vortheil gewidmete Raum selbst die editoriellen und Lokalspalten einnimmt, so kann der intelligente Leser kein Ver. trauen in seine Zeitung haben.
Erst das wirkliche Eintreten der Campagne könnte ein wirklich klares Urtheil darüber ermöglichen, welche Partei dem Lande die größten Wohl thaten dringen würde. Selbst dann, wenn eine Zeitung nach bestem Urtheil Kritik übt, wird von eifrigen Parteigängern solche als böswillige Verläumdung betrachtet, obwohl sie selbst wissen, daß es Wahr heit ist. Als in den Bryan Campag nen die meisten Zeitungen, welche sonst stets die demokratische Partei unter stützten, dem Candidaten derselben den Rücken kehrten, da schalt der Parteipo litiker sie Abtrünnige, Verräther u.s.w. Der ruhige denkende Bürger aber schätzte diese überzeugungstreuen Blät ter nur noch höher, selbst wenn er an fangS nicht mit ihnen übereinstimmte, die unparteiischen Zeitungen sind des halb auch die wirklich einflußreichen, denn siebe wegen sich nicht in dem noth gedrungen engen Kreis der Parteipoli tik, sondern auf dem möglichst breiten Plan aller öffentlichen Interessen. Die Nüssen haben wieder mal zu früh gejubelt. Mit den 30,000 todten Japanern ist eS Essig. Die tapferen gelben Kerlchen sind so unverwüstlich lebhaft, daß bei den Russen der fromme Wunsch Vater des Gedankens war. Nun ist der tapfere Oom Krueger auch mit Kummer in seine Grube ge fahren. Er nahm die bitteie Ent täuschung mit sich inS Grab, die ihm die größte Schwesterrepublik, Amerika, bereitet hatte, als sie ihn demselben Feind überließ, von welchem sie sich ihre Unabhängigkeit erkaufen mußte. ES war ' eben das Unglück seiner Nation, daß ' ein LiebeSdiener Englands hier das Steuer' führte. Die Sympathien des amerikanischen Volkes waren mit dem tapferen Burenvolke. Man scheint endlich in Rußland zu der Erkenntniß gekommen zu sein, daß die mitternächtig finstern Zustände, die unter dem jahrhundertelangen Druck des Czarendespotismus sich entwickelt haben, unhaltbar geworden sind. Zu mal die schweren Fehlschläge im osta statischen Krieg und die Krebsschäden im innern Leben Rußland'S, die sie aufgedeckt haben auch den alt russischen Machthabern im Czarenreich die verblendeten Augen geöffnet und sie empfänglicher für die neuzeitlicheren Ideen des Czaren gemacht Ohne den Krieg gegen Japan hätte sich
wahrscheinlich die despotische Herrschaft der Knute noch auf unabsehbare Zeit in Rußland erhalten. Der Czar bringt jetzt eine längst ge hegte Absicht zur Ausführung. Durch einen UkaS will er dem schrecklichen System der Verschickung von politischen Gefangenen auf administrativem Weg, dem unabsehbare Massen von gänzlich Unschuldigen zum Opfer gefallen sind, ein Ende machen. Bisher wurden Leute, die den Be hörden verdächtig waren oder sich bei irgend einem- hohen Beamten miß liebig gemacht hatten, einfach in aller Stille festgenommen. Viele wurden den Henkern überliefert, ohne daß man ihnen ein gerechtes Verhör bewil ligt hätte; Andere kamen in der Nacht der Kerker um; die Meisten aber wur den für eine Reihe von Jahren oder für Lebenszeit in das Elend der sibiri fchen Verbannung geschickt. Wer sich ein Bild davon verschaffen will, was für grauenhafte Zustände diese schreckliche Willkür Über das un glückliche Volk gebracht hat, der braucht nur die Schriften von Dostojewski, Tolstoi, Turgenjeff, Gorkj, oder George Kennan's schreckliches Sibirien" zu lesen. Alle diese Schriften sind eine schwere Anklage gegen die schrecklichen Greuel des ZarendeSpotiSmuS. Alle politisch Verdächtigen sollen in Zukunft in den Gerichten nach Recht und Gesetz prozessirt werden. Wenn eS auch wahrscheinlich dabei noch ziem lich willkürlich zugehen wird, so ist doch immerhin die Abschaffung deS g? Heimen Verfahrens" eine der wichtig sten Reformen, welche in den letzten Jahrzehnten in Rußland eingeführt worden sind. Verhandlung gegen den des Mordes beschuldigten Alvin E. Oldham. P aoli, 15. Juli. Gestern be gann im Orange KreiSgericht die Ver Handlung gegen Alvin E. Oldham, welcher beschuldigt ist, den Tod seines Onkels Ephraim Elliott verursacht zu haben. Oldham hatte seinen Onkel im Octoder vorigen JahreS bei einem Streite geschlagen und war der alte Mann mit dem Hinterkopfe auf eine Cisenstange gefallen, sodaß er an den Folgen der Verletzung später starb.
Nachrichten aus Jndiana. Rev. ElliS noch nicht ge funden. R i ch m o n d . 15. Juli. . Circu lare mit dem Bildniß des Pastors E. O. ElliS wurden über'S ganze Land versandt. .DaS Circular erwähnt auch, daß vielleicht ein Frau mit ihm reise, er soll nämlich am Mittag vor seiner Abreise mit einer Frau gesehen worden sein. Seme Freunde haben alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel ange wandt und warten jetzt auf Nachricht durch die Circulare. Plötzlicher Tod. W a l d s o n, 15. Juli. Gestern Abend verschied plötzlich Frau Eliza beth McKain, Gattin des wohlbekann ten Arztes Dr. I. McKain, an den Folgen eines Herzschlages. Sie sah von der Hausthür ihrem Manne zu, welcher in der Nähe einer Naturgas quelle arbeitete, als plötzlich große Flammen aus letzterer Hervorschossen und in der Befürchtung, ihr Mann sei schwer verbrannt worden, erschrak sie so sehr, daß ein Herzlchlag eintrat, der kurze Zeit darauf ihren Tod zur Folge hatte. Frau McKaini st eine Schwester von A. A. Womack, dem ExSheriff von Marion County, welcher in In dianapoliS lebt. In diesem Zustande vielleicht sah sie den häßlichen Mann, von dem sie im Delirium sprach, wollte ihm entfliehen und ihr Kind retten und dachte natür lich sofort an den alten Brunnen als eine Zufluchtsstätte. - warf ihr Kind hinein und sprang dann selbst nach. Bei dieser Gelegenheit zog sie sich die lange Wunde zu, die vom Fuße bis sast zur Schulter reichte. . Soweit ein Kampf mit einem oder mehreren Unbe kannten in Betracht gezogen wird, ist nur zu bedenken, daß außer dem zer rissenen Fliegenfenster keine weiteren Anzeichen, die auf irgend etwas Außer gewöhnliches hinweisen, vorzufinden waren. Die Möbel im Zimmer waren alle in musterhafter Ordnung, nicht ein einziges Stück war verschoben, im Garten waren keine Spuren irgend welchen Kampfes aufzufinden, keine Blumenbeete, kein Grashalm war be rührt und am Körper der Frau selber waren keine Zeichen irgend welcher Ge walt, keine Anzeichen, daß sie irgend wie ergriffen oder gar geschlagen wär. Die Verwandten der unglücklichen jun gen Frau wollen nicht an die Selbst mordTheorie, begangen in temporärer Unzurechnungsfähigkeit, glauben, me dizinische Autoritäten dagegen sind der Ansicht, daß dieselbe sehr annehm bar und plausibel ist. K i r ch e n R e p a r a t u r. . Lafayette, 15. Juli. ' Die katholische St. Mary Kirche, hier, eine der ältesten Kirchen des Staates, wird vollständig renovirt werden und eine neue HeizungSanlange sowie neues Inventar erhalten, wozu $25,000 zur Verfügung stehen. Vorstand der Gemeinde, die eine der blühendsten im Staate ist, ist Herr Pfarrer John R. Dinnen. Vermißter Knabe. A n d e r s o n , 15. Juli. Seit einiger Zeit wird der 14-iährige Aright Taylor vermißt und seine Mutter be findet sich in tausend Aengsten. Man glaubt, daß sich Taylor mit seinem 20jährigen Cousin Meldin Taylor nach LouiSville begeben hat, und die Poli zei sucht jetzt den Aufenthaltsort deS Knaben zu ermitteln.
Niedriger Fahrpreis nach California via Pennsylvania Linien. August 15. b!5 27. einschließlich, und , vom 28. bis 9. September ein schließlich. ExcursionS - Tickets nach San Francisco und Los Angeles, in Anbetracht des dreijährigen ConclaveS der KnightS Templar und Sovereign Großloge I. O. O. F. werden über Pennsylvania Linien verkauft. Für völlige.' Information bezüglich Fahr preis, Route u.f.w., spreche man bei den TicketAgenten dieser Linien vor, oder schreibe an W. W. Richardson, Distrikt Passagier.Agent, Jndianapo liS, Ind. ' Vor dem Mailänder Schwurgericht wurde unlängst gegen den Buchhalter Olivo, der des Mordes an seiner Frau beschuldigt war, verhandelt. Der Unmensch hat im vo rigen Jahr, nachdem er seine Frau erschlagen hatte, deren Leihnam zerstückelt und zum Theil in eine Senkgrübe, zum Theil bei Genua in das Meer geworfen. Merkwürdiger Weise würbe er von den Geschworenen freigesprochen. Das PuMum brach bei Verkündigung des Urtheils in entrü stete Viotestrufe aus.
Ein großer amerlanlscher Eisenbahnbauer, John Gilbert Meiggs, ist kürzlich in seinerWohnung zu London in England gestorben. Er wurde vor siebenundsiebzig Jahren in einem der Neuengland - Staaten geboren and hat, zusammen mit feinem Bruder, in Peru die berühmte OroyaEisenbahn, eines der anerkanntenMeisterwerke der Jngenieurkunst, gebaut. Später baute er einige wichtige Eisenbahnen in Argentinien. Beim Krach der Firma Baring Bros, in London, wo er seit Jahren lebte, erlitt er empfindliche finanzielle Verluste. Eine Frau Jane Adsiton in Jersey City, N. I., rettete durch ihre Geistesgegenwart zwei Männern, die in demselben Hause wohnen, das Leben. Als sie sich neulich zu früher Stunde von ihrem Zimmer nach unten begeben wollte, sah sie durch die Ritze der Thür der von John Sherman und Michael Flannerty bewohnten Stube Rauch kommen. Sie versuchte die beiden zu wecken, was ihr jedoch nicht gelang. Und da sie die Thür nicht off nen konnte, nahm sie rasch entschlossen einen im Hausflur stehenden Handkoffer und schlug damit dieThürfüllung ein. Dann machte sie dieThür von innen auf und drang trotz des Rauches bis zu den Schlafenden. Es gelang ihr, Sherman .aufzuwecken und -mit seiner Hülfe zog sie Flannerty aus dem Bett. Sherman nahm sich dann seines Swbengenossen an, während Frau Adsiton Wasser herbeischleppte und das Feuer löschte. Mehrere Agenten des Schatzamts untersuchten kürzlich den an einem Brooklyncr Pier liegenden Dampfer Jndrawadi", da man Grund zu der Annahme hatte, daß sich an Bord des Dampfers werthvolle Sachen befanden, die in seinem Manifest,. nicht angeführt waren und die eingeschmuggelt werden sollten. In Verstecken, die nur nach langem Suchen entdeckt werden konnten, wurden denn auch wirklich auf dem Jdrawadi" höchst werthvolle orientalische Kunstgegenstände gefunden, von deren Vorhandensein nicht einmal der Kapitän des Schiffes eine Ahnung hatte. Es wurden u. a. gefunden: sehr kostbare Wandschirme, 4 große Kisten mit Federn. 42 Kisten mit werthvollen Nippsachen aus Elfenbein und Holz, seltene chinesische Vasen, handgestickte seidene Taschentücher und elegante Theeservice. Der Werth der Sachen wird auf $8000 geschätzt. , Ein Original ist dieser Tage im Altenheim zu Louisville in der Person von Chas. Walters gestorben, der in der ganzen Stadt als Boney Miser" bekannt war und im Alter von 75 Jahren stand. Mit etlichen' Hunden lebte Walters als Lumpensammler etwa zwanzig Jahre lang in einer Hütte, die er sich selbst gezimmert hatte, an der 20. und Columbia Str. Ohne alles Recht hatte er sich dort angesiedelt, und vor etwa drei Jahren begann der rechtmäßige Besitzer ein gerichtliches Verfahren, um den Miser" zu vertreiben. Er erwirkte auch ein obsiegendes Urtheil, aber ohne daß dieses Miser" imponirt hätte. Dieser blieb ruhig sitzen.- Schließlich nahm der Besitzer die Hilfe der Polizei in Anspruch. Hunderte von Menschen hatten sich angesammelt, als die Hermandad in'einem' großen Wagen Miser" und seine Lumpen auflud und fortbrachte. Die Hütte wurde abgebrochen und der langjährige Besitzer in's Armenhaus gebracht, wo er eins der immer seltener werdenden Originale. dieser Tage das Zeitliche gesegnet hat. Im Westen von Canada, namentlich in den der Pacific - Küste benachbarten Landschaften, machte sich seit längerer Zeit ein beträchtlicher Mangel an Frauen bemerkbar, derartig, daß um Abhilfe dieses Mangels Seitens der Behörden ersucht - wurde. Jedoch gingen diese Gesuche merkwürdiger weise nicht von heirathslustigen Junggesellen jener Gegend aus, sondern von Frauen aus den östlichen, an Frauenüberschuß leidenden Provinzen Canadas. Es wurde von diesen Damen die Behauptung aufgestellt, daß sich in Manitoba und in Britisch-Co-lumbia annähernd 40,000 Männer befänden,' welche in Folge des dort herrschenden Frauenmangels zum Junggesellthum verurtheilt seien. Diese Schätzung ist sicherlich ungeHeuer übertrieben. Um jedoch jenen armen, unbeweibten Kerlen in Manitoba u. s. w. liebreich unter die Arme zu greifen, sollte der Bürgermeister von Vancouver ein großes Gebäude, ein Heim oder Hotel für junge Mädchen errichten, welche geneigt seien, je ne Junggesellen zu beglücken. Jenes Mädchenhotel stellten sich die Antrag steller vor, als eine Anstalt, wo die Heirathslustigen beiderlei Geschlechts sich unter Aufsicht einer älteren Dame treffen und lieben lernen könnten.' Also ein Heirathsbureau unter staatlicher, respektive bürgermeisterlicher Aufsicht! Die Kosten des Hotels und des Hotelsbetriebs sollten gedeckt werden von den Gebühren, die Männer Terjenigen zu zahlen hätten, die von Hymen beglückt jenes Mädchenheim verlassen. Man hat sich längere Zeit ernsthaft -mit diesem Projekt befaßt, ohne daß es zur Ausführung gehommen wäre. ES scheiterte an der Beschaffung der Kosten zum Bau deS proiektirten Mädchenheims.
Merlei für'S Hauö Eisen und Stahl zü 15 then. Man schmilzt in einem irdenen Gefäße Borax und setzt ein Zehntel Salmiak zu. Sind diese Substanzen geschmolzen und haben sie sich gehörig mit einander vereinigt, so gießt man sie auf eine eiserne Platte und läßt sie kalt werden. Dieser Masse setzt man dann eine gleiche Quantität Kalk zu. Das Eisen oder der Stahl, die man löthen will, rm.en zuerst rothglühend gemacht, dann streiche man die vorher gepulverte Composition darüber. Diese schmilzt und fließt, wie Siegellack. Man bringt die abgebrochenen Stücke nun wieder in's Feuer und erhitzt sie in einer weit höheren Temperatur, als zum Löthen gewöhnlich erforderlich ist. sodann nimmt man sie heraus und schlägt sie mit einem Hammer fest. Die Oberflächen sind dann vollkommen fest vereinigt. Pökelfleisch eine längere Dauer und Haltbarkeit, sowie frische rothe Farbe und angenehmen Geschmack zu ertheilen. Dieses Mittel besteht in einem kleinen' Kunstgriffe, dessen Mittheilung gewiß mancher ein schlachtenden Hausfrau recht kommen möchte. Man macht sich nämlich eine Mischung von 30 Theilen Kochsalz, 1 Theil Salpeter und 2 Theilen weißen Zucker, setzt in einem Kessel so viel Wasser zu, daß eine Lauge entsteht, welche ein Ei zu tragm vermag, schäumt während deS Kochens ab und gießt die erkaltete Brühe auf daS in Fässer geschichtete Schweinefleisch. Der Zusatz von Zucker bedingt die größere Haltbarkeit des Fleisches, macht wem ger Salz nöthig und gilt den Salzstücken einen so lieblichen Geschmack, daß jede Hausfrau, die erst einmal -einen Versuch gemacht hat, so leicht nicht von dieser Methode abgehen wird. Die Aufbewahrung des P e l z w e r k s geschieht an trockenen, möglichst dunklen Orten. Bei Beginn des 'Frühlings müß 'es ' leicht ausgeklopft und mit einer Schicht, klaren Pfeffer bestreut oder mit kleinen Stück chen Campher belegt werden; dann wird es in ein Tuch oder, besser noch, in Theerpapier eingeschlagen und den Sommer über in Kästen eingeschlossen, in welche die Motten nicht , eindringen können. Wollene Blusen befreit man von anhaftendem Schmutz am be sten auf trockenem Wege, indem man sie tüchtig mit Weizenmehl abreibt und sie dann gut im Freien ausklopft. Wasferanwendung ist bei Zeug aus solchen farbigen Wollstoffen möglichst zu vermeiden, da der Stoff dadurch gelb und unansehnlich wird. Hilft das Abreiben mit .Mehl nicht, so lasse man. die Reinigung auf chemischem Wege vornehmen. Cider süß erhalten kann man auf zweierlei Art: Man thue entweder in ein Faß, das 32 Gallonen Cider enthält, ein Pint geschabten Meerrettig. Dadurch wird jede Gährung des Mostes verhindert". Wird der Meerrettig hinzugethan, wenn der Cider bereits in Gährung ist, so hört jede weitere Gährung auf. Oder man seihe den Cider; fülle ein reines Faß bis auf 10 Gallonen voll. Dann werden 6 rohe Eier, 4 Unzen gemahlener Senf, 4 Unzen Alaun mit etwas von demselben Most in einem Eimer bis zur Auflösung durchgerührt und nebst einer Gallone Whiskey 'oder Brandy 'hineingegossen. Hierauf wird es fest verspundet und in :di Spund ein Viertcholl - Löchlein gebohrt. Nun wird der Most nach 8 bis 10 Tagen täglich einmal tüchtig durcheinander gearbeitet. Gegen HauSgrillen. Um Hausgrillen zu vertilgen, nimmt man 2 Theile Borax. 1 Theil Mehl und 1 Theil Zucker, pulverisirt diese Sub-, stanzen und vermischt sie sorgfältig zu einem gleichartigen Pulver, welches man auf viereckigen Stückchen Papier an den Ort legt, wo die Insekten gut dazu gelangen können. Sind dieselben vertilgt, so ist durch Schließen der Spalten und Löcher in der Mauer die Einwanderung einer neuen Colonie zu verhindern. Einfaches Mittel gegen das Schimmeln der Essigg u r k e n. Um das Anlaufen und Schimmeln der Gurken zu verhüten, wende man folgendes einfache Mittel an: Man kgt zu den Gurken ein Säckchen mit schwarzem Senf, etwa 1 Unze, und man wird finden, daß die Essiggurken von jedem Schimmel befreit bleiben.
UnterscheidungvonLeinwandundBaumwolle. Durch bloßes Ansehen läßt sich nicht immer erkennen, ob Leinwand mit Baumwolle verfälscht ist. Befeuchtet man jedoch Leinwand mit Leinöl, so erhält die Leinenfaser ein durchscheinendes Aussehen wie geöltes Papier, während die Baumwollfaser weiß bleibt und durch scheinend wird. In mit Baumwolle verfälschter Leinwand hat man dann weiße und durchscheinende Streifen. Oder man nimmt einen Tropfen Sa lat'öl und benetzt den zu untersuchenden Stoff damit. Streicht man alsdann das Oel mit dem Finger nach der Breitseite, so erscheinen, wenn die Leinwand gefälscht ist, die Garnfäden dun kel und die Baumwollfäden licht, sodaß sie wie liniert aussieht. Ver echter Leinwand bleibt der ganze Fleck gleich dunkel.
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