Indiana Tribüne, Volume 27, Number 278, Indianapolis, Marion County, 15 July 1904 — Page 4

Judtana Tribüne, IS. Juli 1904.

Indiana Tribüne.

HnanZgtAebt vsn der utedtrs C. Indianapolis, Ind. öarry O. Thndiu t t Präsident. GeschäftSlocal: No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 29. Entered at the Post Office of Indianapolis as tecond dass matter. Beurtheilung der japanischen Anleihe. Auf den ersten Blick könnte eö scheinen, als wenn die Vorwürfe, die jetzt dem japanischen Finanzminister Baron Sone gemacht werden, als habe er dem Konsortium, das die Anleihe in England und den Ver. Staaten emittirte, zu günstige Bedigunge bewilligt, be rechtigt wären. Ein EmisfionSkurS von nur 83 Prozent für eine 6pro zentige Anleihe, für die Japans Zoll. einnachmen als Sicherheit dienen, erschien in der City allerdings schon vor dem Siege bei Kintschou als außeror dentlich niedrig. ES war daher kein Wunder, daß die Anleihe 35mal über. zeichnet wurde und schon nach zwei Tagen mit 3 Prozent Prämie weiter. gegeben wurde. Aber Kenner der Verbältnisse, die bei den Allotment letters nicht berücksichtigt wurden, erklärten dennoch, daß Baron Sone den Tadel seiner LandZleute nicht verdient. Er war in einer Zwangslage und hatte mit sehr widerwärtigen Umständen zu rechnen. Die Zwangslage bestand darin, daß ein Mißerfolg, ja sogar eine laue Auf nähme der Anleihe bei den befreunde ten Nationen den Feind außerordent lich ermuthigtZ und -möglicherweile politische Folgen gehabt hätte. Lieber zu viel anbieten als zu wenig, mußte beim Begiun der großen Landoperatio nen daZIPrinzip des japanischen Fi nanzministers sein. Nur darüber kann man' streiten, ob der Emissionskurs nicht doch, wesentlich höher angesetzt werden konnte und ob es nöthig war. was in Japan so tiefen Unwillen erregt hat, die Zolleinnahmen als Sicherheit anzubieten. In Bezug auf den Emls fionskurö ist eS jetzt ja sehr leicht, sich auf . den Erfolg zu berufen und 96 Prozent als das Minimum zu bezeich nen, das hätte verlangt werden sollen. Aber am 10. Mat als die kaiserliche Ermächtigung ertheilt wurde, mußte man noch mit der Möglichkeit rechnen, daß der SiegeSzug der zweiten Armee an dem Isthmus der Halbinsel von Liautung zum vorläusigen Stillstand käme. Auf 2 Prozent mebr oder ws Niger konnte man sich nicht versteifen. Von größerer politischer Bedeutung ist die Frage, ob die Garantie der Zoll einnahmen nicht hätte vermieden sollen. Denn bei der Feinfühligkeit der Japa ner für ihre nationale Ehre war eZ ganz sicher vorauszusehen, daß diese Konzes sion im Lande Anstoß erregen würde. Auch ist wohl nicht zu zweifeln, daß bei den sonst so günstigen Bedingun gen das englische Publikum auch ohne diese Garantie zu haben gewesen wäre. Was aber dennoch die japanische Regie rung bewog, auf die Gefühle ihrer Un terthanen keine Rücksicht zu nehmen und unter dem früher von ihr selbst perhor reszierten kaudinischen Joch der Zoll Verpfändung hindurchzukriechen, hängt mit Irrthümern zusammen, für die Baron Sone nicht verantwortlich ist. Bei den Großkapiialisten, auf deren Hilfe er angewiesen war, war eS be kannt, daß bei der Kriegsanleihe des Jahres 1894 vom japanischen , Parla ment später willkürlich eine Abänderung des TilgungS Planes herbeigeführt wurde. Ein.japanifcher Finanzminister hatte noch im Frühjahre 1900 die Finanzlage seines Landes als hoff nungSloS hingestellt; bei einigen vom Staate genehmigten munizipalen An ' leihen in Japan waren böse Winkel züge vorgekommen; in patriotischem Uebereifer hatte sich bei Beginn des Krieges in Japan die opferwillige, aber zaghaste Ueberzeugung verbreitet, als müffe jetzt bereits jeder Werthgegen stand im Privatbesitz zur Bestreitung der Kriegskosten hergegeben werden. Da lag der Schluß nahe, daß Japan doch ein sehr armes Land sein müsse und daß die KriegSsührung gegen Ruß land seine sinanziellen Hilfskräfte in wenigen Monaten erschöpfen müsse. Der Gewährsmann legte englische, in Japan gedruckte Auslassungen deS hier wohlbekannten Hern? Soeda, damals Präsident der Japanischen Industrie dank, und des Admiral Kimotsuki vor, die überzeugen sollten, daß eine öffent

iche Untersuchung der Kreditfähigkeit

und der Kreditwürdigkeit Japans im Augenblick nicht opportun wäre.- Jeder dringende Anlaß dazu wurde vermie den, wenn die Sicherheit der Zollein nahmen geboten wurde. Wenn das der öffentlichen Meinung n Japau augenblicklich unertrüglich cheint, so ist zu erwidern, daß Japan durch eigene Unvorsichtigkeit und Sen imentalität einen so ungünstigen Schein gegen seine sinanzielle Lei stungsfähigkeit erweckt hat, daß ein besserer Ausweg sich nicht leicht darbot. Als bittere Lehre wird dieser Vorgang n Zukunft jedenfalls heilsame Folgen haben. Die Kriegsnoth wird ja auch dazu beitragen, die bittere Pille, die Baron Sone appliziren mußte, williger heruntergleiten zu laffen, als es in ru higen Zeiten geschehen würde. m-m Auf der eben abgeschlossenen diesährigen Hauptversammlung deS Ver eins deutscher Ingenieure, die in Frankurt, a. M., stattfand, erregte ein Vor rag deS Herrn Max v. Eych, der das Verhältniß zwischen Poesie und Technik behandelte, allgemeines Auffehen. Poesie und Technik nichts scheint einander ferner zu liegen, und doch hat auch die Technik ihre Poesie, doch kann auch die Poesie an einem so gewaltigen Bethätigungsgebiete der modernen Arbeit, wie eS die Technik ist, nicht ge chloffenen Auges vorübergehen. Wenn man als den Prüfstein echter Poesie die Vereinigung des Wahren, Guten und Schönen annimmt, so bemerkt man so gleich Berührungspunkte zwischen ihr und der Technik, deren Werken niemand absprechen kann, daß sie wahr und daß ie gut sind. . Aber auch schön? There's the rubl" ES giebt Werke der Technik, die zweifellos ihre Schönheit haben, das Schiff z. B., auch die Lokomotive hat eine eigene Schönheit. Aber auch das Telephon? Woran liegt es, daß wir chiff oder Lokomotive als schön anerkennen können, daS Telephon aber nicht? Daran, daß Schiff und Lokomotive ihre Bestimmung absolut unverennbar durch ihre Form ausdrücken. während das Telephon jeden, - der es noch nie gesehen und nie etwas davon gehört hat, im Unklaren darüber lassen müßte, 'welcher Bestimmung eS dient. Der todte Punkt in den Beziehungen zwischen Poesie und Technik liegt also darin, daß eS der Technik noch nicht geungen ist, alle ihre Werke so zu for men, daß ihre Aufgabe, ihr Wesen, ozusagen thre Seele an ihren Formen plastisch erkennbar wird. Indeß hat die Poesie bereits längst erkannt, welche Fülle von Möglichkeiten ihr die Arbeit deö Technikers bietet. DerZErste in dieser Reihe war wohl Goethe, der einen Faust als einen Ingenieur enden äßt, der dem Meere neues Land ab gewinnt. Sodann sei an die gigan ifche Darstellung einer Stadt der mo dernen technischen Arbeit in Dickens Curiosity Shop erinnert. Das Leben und die Arbeit deS Bergwerkingenieurs hat Zola im Germinal packend dargestellt. Auch die bildenden Künstler sind an Technik und Technikern keineswegs vorübergegangen. Schon zur Zeit der ersten Weltausstellung in London be gann der geniale Ford Madox Brown jene symbolische Darstellung der Arbeit, die freilich neben manchen großartigen Gestalten auch verworrene Partien ent hält. Höchst überzeugend und von hin reißender Kraft, ist dagegen Adolf von Menzel'S Eisenwalzwerk. Unter den Bildhauern wird der große Belgier Meunier nicht müde, die Männer zu schildern, die daS Eisen schmieden und die Kohlen heben, und den elektrischen Funken hat der Deutsche BegaS in einer reizenden Gruppe symbolisirt, wie er aus der Berührung von Mann und und Frau entspringt. So sehen wir Poesie und Technik ein ander mehr und m?hr sich nähern; die Zeil wird kommen, wo die Heldentha. ten der modernen Arbeit auch ihren Heldengesang finden werden. Lebensmüde. Die Dispensariums-Aerzte SudrauSki und Hawley wurden gestern Abend ge gen halb 12 Uhr in daS Haus 736 Massachusetts Ave. gerufen, um die 23.jährige Lola Roberts vor den Fol gen einer Dosis Morphium und Lau danum zu retten. Lola war schon be denklich unter dem Einfluß deS GisteS. Doch gelang eS den Aerzten, die Ge fahr zu beseitigen. Hochgradige Ner vosität soll das Mädchen zu dem ver zweifelten Schritt getrieben haben. XCT Raucht die Tish I Mingo.

Propaganda, den Canal zu über-

bauen. Chas. A. DaviS. Eeuncilman, hat eS übernommen, darauf hin zu arbeiten, daß der Canal, der von. der WasserwerkS'Compagnie geeignet wird, als offener Wasserweg aufgegeben werden soll. Der Canal wird häusig als eine Gefahr für die Gesundheit der Bürger hingestellt und die GesundheitS Behörde stimmt der Ansicht DaviS' bei, daß etwas gethan werden müsse, um die Verhältnisse zu bessern. Ein Auf trag an die Wasserwerke soll in näch per Sitzung der GesundheitSBehörde erlassen werden, den Canal, der ja augenblicklich trocken ist, einer gründlichen Reinigung zu unterziehen. Der Vorschlag DaviS zielt darauf hin, den Canal zu überbauen und mit Erde zu bedecken. Durch dieses würde ein schöner Weg oder ein Boulevard ge schaffen werden. Pferd- und Wagen Diebstahl. K o k o m o, 14. Juli. Dem Dr. W. A. Hatsielv wurden bei einem Krankenbesuche im Norden der Stadt vorgestern Abend Pferd und Wagen gestohlen. Die Polizei vermuthet, daß die Gebrüder Tyler, welche am Sonntag aus dem Gefängniß auögebrochen sind, den Diebstahl ausgesührt haben, da dieselben den ganzen Dienstag über in Kokomo gesehen worden sind. Die unverwüstliche Nation. Madison, 14. Juli. Carrie Na. tion hielt gestern in Madison eine ihrer Brandreden und riß dann von einem Hause daS Plakat einer Brauerei ab, welches ein Mädchen mit einem Glas Bier in der Hand darstellte. Carrie bezeichnete das Mädchen als einen Schandfleck ihres Geschlechts. 44 Kurze Depeschen. 14. Juli. ! Inland. B u z z a r d S B a y. Frau Cleve land traf hier ein und wurde vom Ex Präsidenten am Bahnhof abgeholt. Er schien bei bester Gesundheit. El mir a. N. N. Die Leichen feier für die Gattin von Mark Twain fand im Hause ihres Bruders General Langdon statt, die Bestattung aus dem Woodlawn Friedhof. - , New Orleans. Postamts Inspektor Anderson ist mit dem Post meiner Feree, von JenrnngS, La., den er in Montreal wegen Unterschlagung verhaftet, angelangt. Die canadischen Behörden behaupten, F. sei entführt worden; wahrscheinlich folgt eine diplo matische Correspondenz.' Aeryängnißvolle S ch i e tzp.r o b e. In dem bayerischen Städtchen Volkach wollten jüngst zwei Schulknaben den Tellschuß probnen. Dabei zielten sie mit ihren Pistolen nach ihren Huten. Em Knabe hzelt die Pistole zu tief und schoß seinen Kameraden in den Kopf. Der Angeschossene starb. Das Entlassulngsgesuöh des bayerischen Finanzministers FreiHerrn v. Niedel ist vom Prinzregenten Luitpold abschlägig beschicken worden. Der Prinzvegent gab dem Wunsch Ausdruck, Riegel möchte so lange wie möglich an der Spitze der bayerischen Finanzverwaltung stehen, und betont es, wie schwer es ihm selbst fallen wiirde, in seinem hohen Alter den erprobten Rath Riedels vermissen zu müssen. Todeösturz eines Aeron a u t e n. In Paterno, Italien, vollführte kürzlich der bekannte Luftsckiffer Zambianchi feinen 300. Aufstieg, indem er unterhalb des Ballons statt einer Gondel, ein Trapez benutzte, auf welchem er unterschiedliche gymnastische Kunststücke ausführte. Unglücklicher Weise herrschte starker Unterwind, der den Ballon über den Kirchthurm führte. Während das Trapez an der Thurmspitze hängen blieb und vom Ballon sich losriß, wurde Zambianchi derart heftig an den Thurmknauf gechleudert, daß er betäubt zu Boden türzte, wo er mit zerschmetterter Hirn 'chale und gebrochenen Gliedern todt tieaen blieb. Suchlichter" für die Polizei. Der Bürgermeister PhilippZ von Davenport, Ja., hat die dortlge Pollzeimannschastmit neuen elektitschen Suchlichtern" ausgestattet, die nur acht Zoll lang sind und die Dicke eines Poliznknuppels haben, also be quem in einer Rock- oder Hinteren Hosentasche getragen werden können, aber ein ganz intensives Licht bis auf 50 Fuß Entfernung werfen, während der Träger des Suchlichtes ganz in der Finsterniß, bleibt. Bei der Aufspürung von Verbrechern in dunklen Gas sen, Durchgängen und Höfen leisten diese Suchllchter der Polize, schätzens werthe Dienste. Die Bergwerke Missour t s liefern 60 Prozent des rn der gan en Welt brauchten Zinks.

Europäische Nachrichten

Sactzse. Dresden. Im Gewerbehause fand ein großes Festconcert anläßlich des 50jährigen Jubiläums des Dresdener Tonkünstlervereins statt. Das Programm umfaßte zur Erinnerung an die Glanzzeit des Dresdener Musiklebens im 19. Jahrhundert Werke von Weber bis Wagner. Von der Niederwarthaer Brücke aus sprang die Frau des Zimmerpoliers Adolf Lehmann aus Cossebaude in die Elbe und ertrank. Privatus Pantel beging i mit seiner Gattm die goldene Hochzeit. Tödtlich Übersahren wurde nahe der Falkenbrücke der auf dem Haupt bahnhofe in Diensten stehende Weichensteller Körner durch einen Perso nenzug. Der Verunglückte, der mit Schraubcnanziehen an den Schienen beschäftigt war, hat jedenfalls bei seiner Arbeit das Herannahen deö Zuges überhört und ist auf diese Welse um sein Leben gekommen. Privatus Enzmann und seine Frau, Neustädter Markt 6, feierten das seltene Fest der diamantenen Hochzeit m seltener geistiger Frische. A n n a b e r g. Nach kurzem Krankenlager ist an den Folgen einer Erkältung Justizrath Dr. Böhme hierselbst gestorben. C h e m n l tz. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte den 24jährigen Maler Alexander Schubert, der am 13. Februar hier seinen Vater mit einer Nadehacke erschlug, zu lebenslänglichem Zuchthaus. F r a n k e n b e r g. In der Zschippeitschen Fabrik zersprang die großß Schleudermaschine, deren Eisentheil den 59 Jahre alten Arbeiter Spröd aus Niederlichtenau trafen, so daß dieser todt zusammenbrach. Das Gebäude wurde auch beschädigt. . Großdehsa bei Löbau. Gartennahrungsbesitzer Jeschke feierte mit seiner Ehefrau die diamantene Hochzeit. ' zconrgsbruck. E:n bedeutendes Vermächtnis ist der hiesigen Stadtgemeinde durch letztwilligen Beschluß des kürzlich' verstorbenen Privatus Hans Müller in Benreck inBayern rn Erinnerung an ferne hier verlebte Jugendzeit und den erhaltenen Schulunterricht in Summe von 80,000 Mark mit der Bestimmung zugewendet worden, daß die Halste der Zinsen dieser Summe alljährlich zur Armenpflege zu verwenden sind, während der. Betrag der anderen ZinsenHälfte 50 Jahre lang zum Kapital zu schlagen ist. KefleN'Aarmstadt. Darmstadt. Der Güterboden-. arbeite? Romig, ein hoher . Sechziger, . hielt sich, obgleich er gewarnt worden war, beim Rangiren zwischen den Geleisen auf der Anfahrtrampe auf. Er hatte dies bei früheren Gelegenheiten auch schon gethan, doch wurde er diesmal von einem breiteren Wagen erfaßt und ihm die Brust eingedrückt. Seine Kollegen bemerkten erst nach der Ausfahrt des Wagens, daß er hingestürzt war; man hielt die Verletzung anfangs nicht für bedenklich, da er bald wieder zum Bewußtsein kam, doch starb er alsbald nach seiner Aufnahme in's Krankenhaus.. B l n g e n. Der Großherzog verlieh Polizeikommissär Freinsheimer zu feinem L5jährigen7Jubiläum als Pollzeikommissar , das Silberne Kreuz zum Philippsorden. Die Auszeichnung wurde dem .Jubilar durch Geheimrath Kreisraty Spamer unter herzlichen Worten der Anerkennung ür sem verdienstvolles Wirken rn hieiger Stadt überreicht. Gießen. Auf eine 25jährige Thätigkeit als ordentlicher Professor und Direktor der medizinische:: Klinik an der hiesigen Universität kann mit Beginn des Sommersemesters 1904 der Geheime Medizinalrath Professor Dr. med. Franz Riegel zurückblicken. Groß - Gerau. In Bischofsheim wurde der Streckenarbeiter Georg HoiD aus ,reour von einem iitan girzug überfahren. Beide Füße wurden ihm abgeschnitten. M a l n z. In der Welsenauer Cementfabrik wurde der Cementarbeiter Balthasar Gresser aus Laubenheim, Vater von vier unmündigen Kmoern, im Getriebe der Cementmaschine töotlicb beriefet aufgefunden. Der sofort herbeigerufene prattlscye'Arz: Dr. 31 mer konnte nur den eingetretenen Tod feststellen. N a u h e i m bei Groß - Gera. Das stltene Fest der goldenen Hochzeit fejerte Gemeindeeinnehmer Müller mit seiner Gattin in voller Rüstigkeit und Körperfrische. Herbstein. Der frühere langjährige Landtagsabgeordnete unseres Wahlkreises, Bürgermeister Muth in Salz, ist im 74. Lebensjahre gestorden. Er war seit 1865 Bürgermeister und gehörte dem Kreisausschuß Lauterbach an. Im Landtag war er Mitglied der nationalliberalen Partei. Waycrn. München. Generalmajor a. D. Friedrich Pflaum ist ndch langem schweren Leiden in der hiesigen Nervcnbeilanstalt Reufriedenheim verfiorben. Vom Hohenwaldeck bei Fischhausen stürzte der ledige Maler Karl Boxdörfer von hier auf einer Klettertour 25 Meter hoch ab und war sofort todt. Der Bruder des verunglückten Boxdörfer, welcher ebenfalls an der Klettertour betbeillat war. stürzte nur einige Meter ab und cfttil

leichte Verletzungen. Das Dienst-

mädchen Marie Kaiser des Kaufmannes S. Neumann rannte letztens über und über in Flammen gehüllt im fliegender Eile die Stiegen. hwab auf die Straße. Ein Schutzmann und der Hausmeister suchten durch rasch herbeigeholte Decken das Feuer zu ernteten, wobei letzterer sich eine arge Verletzung der Hand zuzog. Das unglückliche Mädchen gaban, die SpiritusflöZche auf dem Herd' sei umgefallen, und dabei seien ihre Kleider in Brand gerathen. Die Arme ist bald darauf ihren Verletzungen erlegen. Auasbura. Kürzlick. verstarb hier im Alter von 92 Jahren der durch seinen hervorragenden Sinn für Musik und Kunst wie auch durch seine im Stillen geübten charitatiden Werke in m ? i . n r i welieuen nreen oeranme oerregierungsrath Veit August Freiherr v. Holzschuher. ' B u ch i n a. Durch Genuk von Kubfleisch, welches der Freibank entstammte, wurde die Familie Stammer von schwerer ' Krankheit befallen. Bald darauf verschied eine 18jährige Tochter unter Aergiftungs - Erscheinungen. B a d r e u t b. Der Reaierunasdirektor bei der Finanzkammer Ludwig vixtttx von Fahrmoacher ist in seinem Bureau im Alter von 68 Jahren einem chlagansall erlegen. F ü r t h. Commercienrath Berrolsheim in . Nürnberg spendete seiner Vaterstadt Fürth 160.000 Mark zur Errichtung eines Volksbildungsheims. Ho Yen wart. In emer Schupfe des Oekonomen Enzinger hier brach Feuer auö, das rasch um sich griff. Drei Anwesen nebst allen Nebengebäuden brannten nieder. M ö r s i n a e n. Bei dem Versucbe. nocb Geld und Kleider aus ihrem brennenden 'Hause zu retten, ist die - ...t. ' ? rm'fiet- c eionomensrau avine JU50iyic in oen Flammen umgekommen. Erst später wurde die verkohlte Leiche aus den Trümmern hervorgezogen. Würllemberg... Stuttqart. 'Der ' König hat dem am hiesigen Host beglaubigten großbritannischen Gesandten Sir Regmald Tower das Großkreuz des Friedrichsordens und dem Schaumbürg - Lippe'schen Kammerjunker und Hofkammer - Assessor Frhrn. v. Bülow das Ritterkreuz erster Klasse des Friedrichsordens verliehen. Dem württembergischen ' Ministerpräsidenten und Justizminister Dr. v. Breitling ist anläßlich seines Besuches in München vom Prinzregenten Luitpold das Großkreuz des Verdienstordens der bayerischen Krone verliehen worden. Vernhausen. Am hiesigen Bahnübergang stieß ein Zug der Filderbahn mit dem Gefährt des Metzgermeisters Stoll voii Neuhausen zusammen. Der Wagen wurde zertrümmert und das Pferd getödtet; der Insasse wurde verletzt. Dürren b ach. Der 65 Jahre alte Privatier I. Schwegler, früher hiesiger Großgrundbesitzer, verbrannte in seinem Walde. Um das Setzen von jungen Tannen vorzubereiten, suchte er daS hohe Waldgras durch Wegbrennen zu beseitigen. Infolge der sommerlichen Wärme war aber das Gras dürr geworden, und im Augenblick stand der ganze, drei Morgen große Waldgrund in Flammen, so daß der Mann nicht mehr im Stande war, zu fliehen. In Rauch und Feuer fand er seinen Tod. :. - Neckar sulm. .Unter sehr zahlreicher Betheiligung - fand im Hirschsaale eine Abschiedsfeier zu Ehren, des nach Heslach - Stuttgart beförderten Lehrers Kaufmann statt. R o t t w e i l. In Lackendorf, hiesigen Oberamts, schlug de: Blitz in das Wohn- und Oekonomiegebäud: des Wendelin Rall und zündete. Das AnWesen brannte vollständig nieder. Reutlingen. Der 23jährige Fabrikarbeiter Hämmerle aus Hirsau hat sich vor einem Hause der Mauerstraße, in dem seine Geliebte wohnt, erschossen. Verschmähte Liebe soll der Grund zur That gewesen sein. Tübingen. Schuhmacher Georg Gutekunst von hier, der sich kürzlich von Hause entfernt hat, wurde bei Pliezhausen als Leiche aus dem Neckar gezogen. Ob ein Unglücksfall ode? Selbstmord vorliegt, ist nicht festgestellt. Vaibinqen a. E. In einem der Trockengebäude der Leimfabrik G. Conradt brach Feuer aus, durch weicheö der ganze ca. 200 Kubikmeter große Complex von Trockengebäuden in Asche gelegt wurde. Vaden. Karlsruhe. Sein 50Zähriges Dienstjubiläum beging E. Tritscheler, Oberlehrer an der Realschule hier. Oberförster Hoffmann, der Schwiegervater des verstorbenen Finanzministers Buchenöerger, ist in dem hohen Alter von 84 Jahren verschieden. Hoffmann lebte seit dem Jahre 1890 hier im Ruhestand. Wahl in gen. am Kaiserpuhl. Der 31jährige Schreinermeister Reif erlag einer Blutvergiftung, die sich aus einem kleinen Gcschwürchen herau? entwickelte. D i l l st e i n (Pforzheim). Taglöhner MLssner brachte mit einem Beil feiner Frau eine schwere Verletzung am Kopfe bei. Der Thäter wurde verhaftet. Ettlingen. Ein Ehrenbürger der hiesigen Stadt, Seminarmusikleh-

rer a. vi. ell, xt im yoyen 'ane von 89 Jahren bei seinem Schwicgersöhne gestorben.

m tf Ä rw i Freudenhelm. Beim Baden m Neckar ertrank der zwölf Jahre alte Sohn des Monteurs Jakob Schwenzer. G u t a ch. Im Streit wollte der 20jährige Fabrikarbeiter Ringwald auf semen Vater schießen. Der Schutz traf jedoch seine Mutter, welcher die ganze Ladung in's Gesicht ging. Die Verletzung soll nicht lebensgefährlich sein. Dann mißhandelte der Unhold seinen Vater mit dem Stieselzieher; er wurde verhaftet. K r e s e l b r o n n ber Pforzherm. Kaufmann Ludwig Wolf wurde zum dritten Male zum Bürgermeister gewählt. Wolf hat sich besonders um das Zustandekommen der Wasserdersorguna für die vier Enzgaugemeinden sehr verdient gemacht. Mannheim. Der vom hiesigen Schwurgericht wegen Mordes zum Tode verurtheilte Landwirth Johannes Knapp aus Heddesheim wurde vom Großherzog zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Knapp hatte am 18. October vorigen Jahres seine Geliebte ermordet, um sich der zu erwartenden Alimenten-Ansprüche zu entledigen. Pforzheim. Auf nicht gewöhnliehe Art brachte sich der Portier Christian Gaiffert am städtischen SchlachtHof in seinem Pförtnerhäuschen rnn'ä Leben. Er schoß sich mit dem Schußapparat für Großvieh in's Heiz. Seckenherm. Der Liahrige Sohn des Landwirths Karl Seitz. spielte mit gleichalterigen Kameraden Versteckens; dabei stieg der Junge auf das Gebalk der elterlichen Schürn, stürzte herab und war sofort todt. Trefenbronn (Pforzheim). Adlerwirth Michael Fuchs, welcher erst vor einiger Zeit von Dürrmenz räch hier gezogen war, machte seinem Leben durch einen Schuß in die Brust ein Ende. Trübsinn soll ihn dazu gebracht haben. Vheinpfarz. V i e d e s h e i m. Der vor einiger Zeit in Begleitung seines Bruders Jakob nach Amerika ausgewanderte Mobelfabrikant Philipp Schmitt von hier ist m die Heimath zurückgekehrt und hat sich dem Gerichte freiwillig gestellt. Es liegt den beiden Schmitt zur Last, die Akzepte verschiedener Wechsel rn namhaften " Beträgen gefälscht und dadurch insbesondere einige Vorschußvereine betrogen zu haben. Edenkoben. Der verheiratete 59 Jahre alte Tagner Jakob Gutzler machte seinem' Leben durch Erhängen ein Ende. Der Unglückliche verübte die That in einem Anfalle von Geistesstö-, rung. No. 1 W. Washington Str (Merchant8 National Bank) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europa?. Schiffsscheine r 11n und verkauf ausländischen Geldes. Ein kleiner Lcce ist st der Untergang eines großen Echiffes. Ein Leck in ihren... Ausgaben wird... Sie arm halten... Wenn Sie wohlhabend werden wollen so denken Sie an das Sparen ebensogut wie an das Verdienen. Eine Eigenschaft der NW M U. ist es, kleine Summen zu sammeln und dieselben in Anlagen zu verwandeln welche dem kleinen Eigenthümer von kleinen Sum men, im Verhältniß ebensoviel einträgt als den Eigenthümern von sehr großen Summen. Rath frei ertheilt. Osficen : Jndiana Trust Gebäude. Kapital - $lr000,000.00 Ueberschnk - 225,000.00

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