Indiana Tribüne, Volume 27, Number 278, Indianapolis, Marion County, 15 July 1904 — Page 3
Jndkana Tribüne, 15. Juli 190'i.
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Petersburg jubelt Ueber die große japanische Niederlage beim Sturm aus Port Arthur.
Absolut sichere Bestätigung fehlt aber noch immer. Von der angeblichen Landschlacht. Im Kow den Russen entrissen. 2er Rückzug von Kai (Hurn. Chamöcrkin. Aus Paris.
Ost-Asien. Freude ü b e r P 0 r t A r t h u r Nachrichten hält an. St.Petersburg, 15. Juli. Die Petersdurger begaben sich heute in fröhlicher Gemüths Verfassung zu Bette. Privatdepeschen aus dem Osten be stätigen die Berichte aus Mulden und Che R00. Nach einer gewöhnlich zuverlässigen Quelle betrugen die japanischen 23er luste 23,000, die russischen 1,800. Jedenfalls bezweifelt Niemand bis heute hier die Richtigkeit der Meldung von der japanischen Niederlage vor Port Arthur. Allgemein ist man der Ansicht, daß der Bericht, wenn von Alexiesf dem Generalstab übermittelt, auch wahr sein muß. Die Kunde, daß die Vladivostock Kreuzer und Torpedoboote wieder auf See sind, brachte den Freudenbecher zum Ueberschäumen. Der Rückzug von ZZin Kow und vielleicht von Ta Tche Kiao dämpfte diese Freude nicht. Man sieht in Kurapotkin'S Strategie eine meisterliche Anwendung der Militärwissenschaften. Freude über die Port A r t h u r G e rü ch t e. St. Petersburg, 14. Juli. Der Correspondent der Assoc. Presse beim russischen Hauptquartier in Liao Jang,' dessen Depeschen bisher zuverlässig waren, meldet über den dortigen Empfang der Freuden-Botschaft" über die glänzende Zurückweisung des japan. Angriffs auf Port Arthur, unter einem Verlust von 30,000 Mann. Wie der Correspondent sagt, wurden ganze Massen der Feinde durch Minen in Stücke zerrissen. Von den Russen fielen 1,800 und General Focke derfolgt' die Japaner bis zum Nan Sa Paß. Möglicherweise verwechselt der Correspondent FockeS Verfolgung mit seinem Angriff auf die rechte japanische Flan'e am 5. Juli. Petersburg ungläubig. Die Freude der hiesigen Bevölkerung über die große japanische Niederlage wird durch die Unmöglichkeit, die Quelle der Berichte fest zu stellen, ge dämpst. Die Novoe Vremya" bezweifelt in einem Leitartikel die Wahrheit des Gerüchts, daß die Japaner 30,000 Mann verloren hätten. Rückkehr des Kaisers. Der Kaiser wird morgen oder SamS tag von der Reife nach dem Süden zu rück erwartet, wo er sich von nach der Front gehenden Truppen verabschiedete. In Peterhof sind alle Vorbereitungen für den Empfang eines Thron-Erben, etwa 29. Juli, getroffen. Keine neue ruffifcheAn ' leihe. London, 14. Juli. Der hiesige Finanz-Attache der russischen Botschaft, der heute von einer Eonferenz mit dem russischen Finanz- und inneren Minister in Petersburg zurückkam, bezeichnet die Meldung, Rußland fuche eine neue Anleihe flüssig zu machen, als völlig aus der Luft gegriffen. Die Regierung brauche kein Geld und von der kürzlich in Frankreich aufgenommenen Anleihe fei kein Franc für militärische Zwecke berührt worden. NicolauSaufder Durchreife. Samara, Rußland, 14. Juli Kaiser Nicolaus und Großfürst Michael trafen hcute früh ein; dcr Kaiser besichtigte die nach dem Osten bestimmten Truppen und besuchte nachher die Cathedrale. Unter begeisterten Hochrufen verließen beide Samara. Schlacht bei Ta Tche Kiao. St. Petersburg, 14. Juli. ES ist nicht unwahrscheinlich, daß. bei Ta Tche Kiao jetzt eine Schlacht im Gange ist. Nach russischen Nachrichten standen die Japaner einige Meilen von jenem Platz, indem sie in 2 Abtheilungen vom Süden und in 2 anderen vom Osten,anrückten.
Der General-Stab stellte in Abrede, daß die Russen aus ihren Verschanzungen bei Silzeiyen vertrieben wurden oder daß eS an jenem Platze zu einem ernsten Kampfe kam. Gen. Sakharoff meldet ein kleines Scharmützel mit japanischer Reiterei in der Nähe von New Chwang.
Eontrebande gekapert. Ehe F 0 0 , 14. Juli. Dampfer Haiping" von der. China Mining & Engincering Co. aus Shanghai wurde heute früh von den Japanern zehn Meilen nördlich von hier gekapert. Das Schiff hatte eine Ladung Kriegscontrebände an Bord. Jin Kow genommen. Tokio, 14. Juli. Es wird gemeldet, daß die Japaner Z)Zn Kow ohne Widerstand der russischen Truppen be setzt haben. Der Rückzug von Kai C h 0 u. T a T ch e K i a 0, Montag, 11. Juli. (Durch den Militär - Censar verzögert.) Der russische Rückzug von Kai Chou mit dem Verlust von nur 100 Mann, während die Japaner schwere Verluste erlitten, war eine glänzende Waffenthat, die Gen. Kuropatkin durch Dekoration an jeden betheiligten Offizier belohnte. Der Rückzug, der am 6. begann, wurde unter ungeheuren Schwierigkeiten aus' geführt. Nur die Nordstraße, von den japan. Batterien beschossen, konnte benutzt werden. Die Straße war durch ein Thor abgeschlossen, nahe welcher General Stakelberg die Operationen leitete. Die Beschießung dauerte viele Stunden ; die Japaner schössen zu kurz, die Geschosse flogen über die Stadt Kai Chou; doch schienen die Chinesen nicht beunruhigt und betrieben ihre . Geschäfte ruhig weiter. Die Chinesen gaben den Japanern einen begeisterten Empfang, Straßen und Häuser waren geschmückt. Bei Hai nCheng stehen in einigen Tagen wigtige Ereignisse'bevor. Gefechtbeidenschmarzen Bergen. Hai C h e n g, Dienstag, 12.Juli, (verspätet). Eine Abtheilung von Gen. Miftchenko lieferte heute nahe den schwarzen Bergen eine glänzende Schlacht. Einige Gefangene wurden gemacht. Die Japaner verschanzen sich 5 Meilen von Ta Tche Kiao. Die russischen Truppen befinden sich über die Meldungen von der japanischen Niederlage bei Port Arthur in gehobener Stimmung. S a k h a r 0 f f ' s Bericht. St. Petersburg, 14. Juli. Der Generalstab erhielt eine Depesche von General Sakharoff vom 12., wo nach die Japaner am 10. mit dem Bau von Schanzwerken auf den vöhen zwischen der Bahnlinie und der Straße von Kai Chou nach Ta Tcha Kiao. Am 11. kam eS bei dem Dorf Sin Dian Tsin zu VorpoftenGefechten. Die Japaner zogen sich vor Verstärkungen der Russen zurück. Eine japanische Abtheilung wurde .3 Meilen nordöstlich von Kai Chou entdeckt, die Vorposten erstreckten sich bis Tan Shi Putze, 4 Meilen südlich von Chi Dia Kan begannen. . Sakharoff meldet noch, daß die Japaner Erdmerke auf beiden Seiten von Kheion aufführen. Eine japanische Truppe lagert auf der Straße zwischen Si Mon Cheng und Feng Wang Cheng, ihre Vorposten haben das Thal des Saukhe Flusses besetzt. Chinesischer Kaiser erkrankt. London, 15. Juli. Nach der Morning Post ist der chinesische Kaiser ernstlich an der Ruhr erkrankt. Marocco. Anghara Leute frei. T a n g e r , 14. Juli. Der auswärtige Minister Mohamed El TorreS setzte heute die Anghara Stammesleute, die in Tanger und Tetuan gefangen gehalten waren, in Freiheit. Der Anghara Stamm ist mit diesem Vorgehen, wodurch sich die Entfüh-rungs-Gefahr für Europäer mindert, zufrieden.
Marokk. Banditen
Planen die nochmalige Aushebung des Correspondenten Harris. London, 15. Juli. Der TimesCorrespondent in Tanger, W. B. Harris, telegraphirt, seine Gesandtschaft hahe ihm eröffnet, daß ihn Stammesleute Nachts gefangen nehmen wollen. 50 Soldaten wurden , ihm zum Schutze gesandt. Harris wurde bereits 1903 durch Raisuli entführt und 3 Wochen gefangen gehalten. Frankreich. Das National-Fest. Paris, 14. Juli. Das französische National-Fest wird in der üblichen Weise gefeiert. Die Geschäfte liegen still, die Börse ist geschlossen und die Boulevards sind mit lärmenden Haufen gefüllt. In Longchamp besichtigten Präsident L oubet und der Bey von Tunis heute früh 20,000 Mann Truppen. Die öffentlichen Bälle begannen schon gestern Abend und dauern heute und morgen in der ganzen Stadt an. Cafes und Theater veranstalten Freivorstel lungen. Die Truppenrevue machte sich in Gegenwart des BehS mit seinem pitoresken Gefolge sowie der Botschafter und Militär - Attaches ausnehmend glänzend. Eine Cavallerie-Attaque in voller Carriere machte den Abschluß. Auf den Bey hat die Entfaltung der französischen Militärmacht einen tiefen Eindruck gemacht. Vor der Straßburg-Statue auf dem Place de la Concorde veranstalteten 10,000 Personen eine patriotische Kundgebung, darunter viele Veteranen aus dem 70er Kriege. Die Statue war mit Blumen und Anhänglichkeitszeichen an Elsaß-Lothringen bedeckt. Krueger'5 Tod. Paris, 14. Juli. Der Tod des früheren Transvaal-Präfidenten Krueger ruft hier im Hinblick auf die französische Sympathie für d'e Buren Sache und wegen persönlicher Bewun derung des ExPräsidenten weit! Theilnähme hervor. Als Krueger kürzlich Mentone derließ, waren seine Kräfte durch Altersschwäche nnd ein Halsleiden, das die Lungen zu ergreifen drohte, im Sin ken. Sein Arzt Dr. Heymann befürchtete jedoch keine rasche Krisis und Krueger selbst glaubte nicht anAbnahme seiner Kräfte. Er wollte im Herbst nach Mcntone zurückkehren und die malerische Villa vor der Stadt wieder miethen. Die näheren Freunde erkannten aber, daß Krueger's einst eiserne Gesundheit zusammenbreche. Das Augenlicht hatte gelitten, aber er saß die meiste Zeit mit aufgeschlagener Bibel, bekannte Stellen vor sich hinmurmelnd. Er vermied es, über den Buren-Krieg zu sprechen; kam aber gelegentlich eine Erwähnung vor, so zeigte er keine Reue und hielt an der Zuversicht aus, die Vorsehung werde schließlich der Buren-Sache Gerechtig keit wiederfahren lassen. Pretoria, Transvaal , 14. Juli. General LouiS Botha, der ehemalige Oberbefehlshaber der BurenTruppen, erhielt heute eine Depesche über Herrn Krügers Tod. Die Mittheilung rief allgemeine Trauer hervor, besonders weil der Ex-Präfident im Auslande sein Ende fand. Auf allen Regierungsgebäuden wehen die Fahnen auf Halbmast. Krueger wird neben den früheren Präsidenten des Transvaal beigesetzt, falls nicht das Testament anderweitig verfügt. Am 17. finden in allen holländischen Kirchen Gedächtniß.Gottesdienste statt. General Botha befahl, daß alle Buren bis nach dem Begräbnisse, dem Vertre ter aus jedem Transvaal-Distrikte beiwohnen, Trauer tragen. London, 14. Juli. Krueger'S Tod bildet das. Haupt-Thema aller Nachmittagszeitungen. Alle bringen lange Skizzen über feine Laufbahn. Die Zeitungen sprechen mit Großmuth Von seinen bemerkenswerthen CharakterEigenschaften und enthalten sich aller Lästerungen. Die Pall Mall Gazette" sagt: Die Engländer können ihm geben, was ihm gebührt. Die Geschichte wird nicht umhin können, zuzügeben, daß er ein großer Mann war. Evening Standard" meint: Eine große Persönlichkeit ist nunmehr endgiltig von der Weltbühne abgetreten. Welch verhängnißvollen Einfluß er immer auf die Angelegenheiten Südafrika'S ausgeübt haben mag, die mei-
sten Engländer werden sicherlich zugegehen, daß seine Fähigkeiten ihn z dem vollsten Maße von Achtung berechtigten. Mißglückte Luftfahrt. Montpelier. 14. Juli. Graf Lavaulr, der Luftschiffer, machte heute in seinem lenkbaren Ballon eine mißglückte Fahrt über's Mittelmeer; der Ballon stürzte in'S Meer und der Motor ging verloren. Lavaulx experimentirt unter Mitwirkung der Regierung, die ihm ein Torpedoboot zum Geleite mitgab. Gestrige Probefahrten waren erfolgreich. Grokbritannien. Chamberlain'und feine Partei. L 0 n d 0 n, 14. Juli. Josef Chamberlain wurde heute zum Präsidenten der neu reconstruirten liberal-unioni-stischen Vereinigung gewählt, die LordS LanSdowne und Selborne zu VicePräsidenten. Der Versammlung wohnten 1700 bis 1800 Delegaten aus allen Theilen des Königsreichs an. Ein Beschluß zu Gunsten einer völligen Reform des britischen Fiscal Systems wurde gefaßt, die Forderung des Premiers auf erhöhte Machtbefugnisse zur Abwehr gegen feindliche Tarisse fand Billigung, wie auch die Vorschlüge auf VorzugS-Uebereinkommen zwischen Colonien und Mutterland. Der Beschluß ging fast einstimmig durch. Abends hielt Chamberlain in einer riesigen Massenversammlung in der Albttt-Halle eine Rede. Das große Gebäude war dicht gefüllt und mit Ausfprüchen aus früheren Reden Chamberlain's dekorirt. Auf der Tribüne saßen Frau Chamberlain, zahlreicher Adel, Mitglieder des Unterhauses und . Vertreter der Colonien. Chamberlain bemerkte Eingangs seiner Ansprache, das Ziel der liberalunionistischen Bewegung sei vornehmlich die Aufrechterhaltung der Union zwischen Großbritanien und Irland unter Leitung eines Parlaments. Er besprach dann die FiScalfrage nach Weise früherer Reden und verhöhnte zum Schlüsse die Opposition. Ein Vertrauens-Antrag für die Regierung, nebst Zustimmung zu ihrer FiScal-Politik, gelangte einstimmig zur Annahme. Italien. M g r. F a l c 0 n i 0 beim P a p ft e. Rom, 1. Juli. Der Papst empsing heute den apostolischen Delegaten in Amerika, Mgr. Falconio, in Ab-schiedZ-Audienz und brachte abermals seine Glückwünsche zu den Fortschritten der Vereinigten Staaten auf weltlichem und religiösem Gebiete dar; ferner äußerte er seine Genugthuung über den Eifer des CleruS und die Anhänglichkeit der Katholiken an den heiligen Stuhl. Mgr. Falconio fährt am 21. Juli nach New York. Hl
Schiffsnachrichten. Angekommen: Neapel: Königin Luise" von New Bork. Havre: La Loraine" von New Jork. Liverpool: Teutonic" von New Jork. New York: Algeria" von Neapel. , Neapel: Königin Louise" von New Bork. Cherbourg: Deutschland" von New Bork. Hamburg: Patricia" von New Bork. Liverpool: Wefternland" von Phila- - delphia; Jvernia" von Boston. . Cherbourg: Großer Kurfürst" von New York. Hamburg: Deutschland" von New ' Bork. Abgefahren: QueenStown : Oceanic" nach New Bork. Glasgow: Sarmatian" nach Boston. QueenStown: Merion" nach Phila. Liverpool: Canada" nach Montreal; Cretic" nach Boston; Tunesian" , nach Montreal. San Francisco. TransPortdampfer Thomas" traf aus Manila ein mit 872 l Soldaten, 80 entlassenenSoldaten, 18 Marine-Soldaten und 33 Militär-Gefangenen. St. Louis. Dem ' Deutsch Amerikaner R. Barthold, dem Con-greß-Abg., wurde die ungewöhnliche Ehre, vor der franz.-amerik.' Gesellschast bei der115.Jahresfeier des Falles Z der Bastille zu sprechen.
Zwei unvorsichtige Diplomaten. 2er unerwartete, in Paris erfolgte Tod des spanischen Diplomaten Duvuy de Lome erinnert daran, daß selbst die gewiegtesten Diplomaten sich und Andere durch Unvorsichtigkeit in peinliche Verlegenheit bringen tonnen. De Lome, im August 1851 zu Valencia in Spanien geboren, war ein durchgebildeter Staatsmann, bcwandert auch in den modernen Sprachen, nebenher auch in derAstronomie, und kam in der ersten Hälfte der neunziger Jahre' des vorigen Jahrhunderts als spanischer Gesandter nach Washington. Seine Stellung dort gestaltete sich mit derzeit. inFolge der cubanischn Frage, welche durch die Explosion auf dem amerikanischen Kriegsschiff: Maine" eine brennende wurde, immer schwieriger; er zeigte sich ihr aber gewachsen. Da vertraute er im Februar 1898 seine innersten Gedanken einem an einen Freund in Cuba gerichteten Briefe an, dessen Hauptstelle lautete: Präsident McKinley sei schwach und angle nach dem Pöbel; und als niedriacr Volittker suche er zugleich dem spanischen'Gcsandten eine Thüre offen zu lassen und sich mit den Jingoö seiner Partei gut zu stellen. Dieser Brief kam in Cuba nicht an seine richtige Adresse, sondern wurde von dortigen Insurgenten aufgefangen und kam so an die weiteste Öffentlichkeit. DeLome hatte in diesem Briefe dem Präsidenten Unrecht gethan, der sich redlich bemühte, Spanien zur friedlichen Anerkennung der Selbstständigkeit Cubas zu bewegen und so den Krieg zu vermeiden, in den er dann durch die in den Ver. Staaten immer heftiger gewordene und von Demokraten ebenso wie von Republikanern geschürte Aufregung bineingetrieben wurde. DeLome aber kabelte, sobald. sein Brief bekannt geworden, seine sofortige Abdankung nach Madrid und beeilte sich, unser Land zu verlassen. Die spanische Regierung gab ihm schnell einen Nachfolger in Washington. Doch sein Brief hatte die Aufregung in den Ver. Staaten noch vermehrt und wenige Monate darauf brach der Krieg aus, und die durch ihn herbeigeführten Ereignisse liefzen den Brief schnell in Vergessenheit gerathen, bis jetzt durch den plötzlichen Tod seines Verfassers die Erinnerung, an ihn wieder aufgefrischt wird. ?ln Madrid vergaß man übngens den Zwischenfall schnell und De Lome wurde bald wieder im diploma tischen Dienste verwendet. Zur Zeit seines während eines Besuchs in Paris eingetretenen Todes bekleidete er die höbe Stelle eines spanischen Votschaf- . ters bei der italienischen Regierung. Bei der durch den Tod De Lome's in Erinnerung gerufenen Unvorsichtigkeit eines amschn Diplomaten denkt man unwillkürlich an einen mindestens ebenso unvorsichtigen Brief, den. beinahe zehnJahre zuvor ein anderer europäischer Diplomat in Washington geschrieben hat. Wir meinen den Engiänder Lionel Sackvill e-W e st. der von 1881 bis 1888 englischer Gesandter in Washington war. Als im Laufe des Jahres 1888 der Präsidentenwahlkampf zwischen Präsident Cleveland nud dem Republikaner' Ben Harrison vor sich ging, fragte ein naturalisirter amerikanischer Bürger von englischer Geburt beim englischen Ge-' sandten Sackville-West an, für welchen der beiden Kandidaten er stimmen solle. Statt nun die Anfrage unbeachtet zu lassen oder dem Fragesteller zu antworten, daß der Gesandte einer fremden Macht eine gröbliche PflichtVernachlässigung beginge, wenn er sich irgendwie in einen amerikanischen Wahlkampf einmischte, antwortete Sackville-West dem Fragesteller brieflich: er solle für den demokratifchsn Wahlzettel stimmen, weil dies mehr im englischen Interesse liege. Durch den Empfänger kam der Brief in die Oeffentlichkeit. Was Hat aber Präsident Cleveland. mit dem es Sackville-West so gut gemeint hatte? Er schickte demselben seine Pässe zu, gab ihm also den Laufpas;. 'Cleveland wurde bekanntlich im damaligen Wahlkampfe von Harrison geschlagen. Nachdem er aber vier Jahre darauf den Präsidenten Harrison geschlagen hatte, zeigte er bald nach Beginn seiner zweiten Präsidentschaft, daß er keineswegs, wie Sackville-West gewähnt hatte, den Interessen Englands dienlich war. Denn als England britisch Guiana auf den Theil des venezuelischen Nachbargebietes, in welchem Silberfunde gemacht worden waren, auszudehnen suchte, trat ihm Präsident Cleveland mit größter Entschiedenheit entgegen. In Sondershausen feierte der Rabbiner Professor Heidenheim seinen 90jährigen Geburtstag, nachdem er am 2. Ostertag d. I. sein 70jähriges Amtsjubiläum hatte begehen tön- . nen. Der alte Herr erfreut sich noch körperlicher ffrische und eines überaus regen Geistes. Der Urheber der Familientragcdie in Kiel, über die wir seilttrzeit berichteten, Bahnassistent Quaschnisky aus Posen, der damals einen vierfachen Mordversuch auf seineFrau, seinen Schwiegervater, seine Schwiegermutter und Schwägerin verübte, hat im Kieler Gerichtsgefängniß versucht, sich an der Wand seine: Zelle den Schädel einzurennen. Da angenommen roerden muß. daß QuaschinZky geistig anormal ist, wurde er mit einer erheblichen Verletzung der Irren, . klinik überwiesen. '
