Indiana Tribüne, Volume 27, Number 277, Indianapolis, Marion County, 14 July 1904 — Page 7

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t.NVMe Roman von Ludwig Habicht. Fortsetzung' cr Äh, wie freue ich mich, dich endlich gesund und glücklich nnederzusehen!begann das junge Mädchen von neuem; aber wie kommst du hierher?" setzte es plötzlich hinzu. Das ist doch nicht der Weg, der 'zu uns führt?" und es richtete fragend die scharfen, dunklen Augen auf den Reiter. Ich wollte auch gar nicht zu Euch, sondern zu Sollbachs", antwortete der Angeredete mit möglichster Unbefangenheit, da er es für das Beste und Klügste hielt, mit der Wahrheit offen herauszurücken. Edwin war jetzt mit seinem Pferde dicht herangekommen, und er wollte der vor ihm Stehenden, die nicht einen Schritt zurückwich, wie einem alten, guten Kameraden freundlich die Hand zum Gruße reichen. Jetzt blicken die Augen des Mädchens fast zornig über den jungen Offizier hinweg. Sie richtete ihre schlanke und dennoch ungewöhnlich kräftige Gestalt noch mehr in die Höhe und die Arme in die Seite stemmend, rief sie heftig aus: So?! Dein erster Gang war also nicht mir bestimmt?! Das ist ja wirklich recht hübsch von dir!" Sei nicht bös, Hedwig!" entgegnete der junge Officier, der sich durch diefe Vorwürfe nicht aus seinem freundlichen Gleichmuth bringen ließ. Ich statte Euch morgen meinen Besuch ab." Warum nicht heute?" Ich habe mich bei Herrn von Sollbach schon angemeldet." Was hast du dort zu suchen? Zu, mir mußtest du zu allererst fern men. Du ahnst ja gar nicht, wie sehr ich mich schon auf dieses Wiedersehen gefreut habe!" und jetzt ruhten ihre Blicke voll schwärmerischer Zärtlichkeit auf dem Offizier. Ach, er war .ja noch viel hübscher geworden seit jenem Tage, an dem sie sich Lebewohl sagen gemußt und er mit in den Krieg gezogen war. Wie stattlich, ja, wie männlich sah er jetzt aus! Nun wollte sie stolz auf den Geliebten sein! Um so heftiger stieg der Groll in ihr auf, daß sein erster Besuch nicht ihr gelten sollte. Hatte er sie schon vergessen? Ah, das sollte er sich nicht einfallen lassen! Bei diesem Gedanken ging in den dunklen Sternen, die eben noch zärtlich auf dem Geliebten geruht, eine Veränderung vor; sie begannen zornig zu funkeln und als er nicht gleich antwortete, fuhr sie mit großer Heftigkeit fort: Ja, was hast du da drüben" zu suchen?" und sie wies mit der Hand nach der Richtung, in der das Sollbach'sche Herrenhaus lag: Das frag' ich dich noch einmal. Mir gehörst du und keiner anderen, daö darfst du nicbt veraessen und der kleinen Sollbach wieder den Hof zu machen, das sollst du dich jetzt nur unterstehen!" Sie erhob drohend die Rechte und der herrschsüchtige, leidenschaftliche Zug ihres Wesens kam jetzt zum vollen Ausbruch. Damit hatte sie ihn ja immer zu unterjochen gewußt. Edwin konnte bei diesen heftig hervorgestoßenen Worten seine Verlegenheit nicht ganz unterdrücken; er blickte sich um, als fürchte er, ein Fremder könne sie belauschen, und dann sagte er mit flüchtigem Lächeln: Sprich' doch nicht so laut. Wenn dich nun Jemand hörte!" Was wäre denn dabei? Du bist glücklich aus dem Kriege heimgekehrt und nun kann es alle Welt erfahren, daß ich deine Braut bin; aber steig' doch herunter, damit wir nach fo langer Zeit gemüthlich miteinander plaudern können." , , Das Pferd hatte schon längst un.geduldig mit den Vorderfüßen gescharrt und sein Reiter hatte Mühe, es noch länger zurückzuhalten. . Du siehst, mein Brauner will nicht stehen. Morgen komme ich zu dir und dann wollen wir vernünftig miteinan derreden." Edwin wollte mit einem freundlichen Gruß feinen Weg fortsetzen; aber das junge Mädchen fiel kurz entschlossen dem Pferde in die Zügel und hielt das sich bäumende Thier mit ungewöhnlicher Kraft fest. Seig' herab, ich muß mit dir sprechen", und ihre Worte klangen fast befehlend. Er kannte die Unbändige schon; sie hatte ja stets ihren Willen durchzusetzen gewußt; freilich, jetzt war er nicht mehr der leicht lenksame Edwin, der er vor dem Kriege gewesen, dennoch wolltr er es nicht schon-beim ersten Wiedersehen zum völligen Bruche treiben und so gab er ohne langes Besin nen zur Antwort: Run, wenn du es durchaus wünschest; aber viel Zeit hab' ich wirklich nicht;" er sprang vom Pferde, band es an einen Baumstamm und sich zu dem jungen Mädchen wendend, fragte er gezwungen auflachend: Bist du nun zufrieden?" Sie sah ihm" noch immer finster grollend in's Antlitz. Nur dann, wenn du heute bei mir bleibst." Das kann ich nicht. Wie ich dir schon gesagt, hab' ich mich heute bei Sollöachs zum Besuch angemeldet." So? um der kleinen, ohnehin schon so eitlen Elfe die Cour zu schneiden. Und denkst du, das werde ich jetzt noch dulden?" ihre Augen blitzten wieder zornig und wie gebieterisch über Ed.win hinweg. Du hast, mir noch nicht

einmal einen Kuß gegeben," fuhr sie mit jenem raschen Stlmmungswechjel fort, der ihr eigenthümlich war, und ich habe .schon lange nach deinen Lippen geschmachtet." Leidenschaftlich zog sie den jungen Offizier an sich und mit flammendm Küssen bedeckte sie seinen Mund. Edwin vermochte sich ihrer stürmischen Zärtlichkeit nicht zu erwehren, und als sie endlich von ihm abließ, rief er laut auflachend aus: Du bleibst schon die tolle Hedwig!" , Und du mein einziger, heißgeliebt Ui Edwin!" sie wollte ihn von neuem an sicb ziehen und den Sturm ihrer Gefühle noch einmal gegen ihn austoben lassen. Er wich aus. Sie wollte es nicht anders und so mußte er ihr schon heut' die Wahrheit sagen. All' seine kühle Ueberlegenheit zusammenraffend, die er sich in der letzten schweren Zeit erworben hatte, sagte er deshalb ernst und ruhig: Liebe Hedwig. wir müssen jetzt vernünftig sein. Wir wollen ehrliche iiwb gute Freunde bleiben; aber " Sie sah ihm ganz verwundert in das plötzlich so veränderte Gesicht. War das noch ihr Etwin, der für sie geschwärmt und il x noch kurz vor der Trennung gesagt hatte: Wenn ich aus dem Kriege glücklich heimkehre, dann wirst du meine Frau" und heute begann er von guter Freundschaft zu schwatzen. Aber ich habe dich vergessen, es war ja eine so lange Zeit, daß ich dich nicht gesehen habe und mein Gedächtniß ist so kurz!" sprudelte sie heftig hervor und sinnlos vor Wuth setzte sie hinzu: Sag', hast du mir nicht ewige Treue geschworen? Elender! Und so hältst du deinen Schwur?" sie wollte ihn an denSchul--tern fassen, ihn hin und her schütteln, als könne sie ihn damit zur Besinnung und zur Erkenntniß seines Unrechtes bringen. Er trat einen Schritt zurück und jetzt war der letzte Rest von glücklicher Sorglosigkeit aus ihm gewichen; mit einer geistigen Ueberlegenheit, die er gegen die Jugendgeliebte früher niemals an den Tag gelegt hatte, sagte er ruhig und ernst: Hedwig, besinne dich. So traurig braucht unsere Jugendfreundschaft nicht in die Brüche zu gehen." Rede doch nicht immer von Freundschaft". brauste sie auf. Ich Iiefo dich tief, glühend, leidenschaftlich; du hast mir schon oft genug dasselbe versichert und mir ewige Treue geschworen!" Bah, vor drei Jahren. Ich war damals noch ein dummer Junge." Beleidige dich nicht selbst. Ein Secondleutnant ist niemals ein dummer Junge." Jetzt mußte der junge Offizier doch lachen: Du bist unverändert geblieben." Und das sollst du auch bleiben. Ein wahrer Edelmann hält unvevrbrüchlich sein Wort, das er einmal gegeben hat." Er muß nur nicht als unreiferBur sche solche Wort fallen gelassen haben." Gleichviel, du hast mir gesagt, daß nichts auf der Welt uns mehr trennen werde." Die Phrasen eines jungen Menschen, der kaum Fähnrich geworden ist, kann doch niemand für ernst nehmen." Warum hätte ich das nicht sollen? Ich war nicht älter als du." O, Mädchen überragen an Weltund Lebenserfahrung den Mann um zehn Jahre." . Ich nicht. Ich bin im Walde aufgewachsen und habe nicht viele Menschen kennen gelernt. Du warst der Erste, an den ich mein Herz verlor, und du wirst der Einzige bleiben." Täusche dich darüber nicht. Du wirst wohl auch noch erfahren, wie schnell man vergißt." Nie." Aber du mußt unsere Kinderei von damals vergessen. Es ist für dich wie für mich das Beste." Und warum, wenn ich fragen darf?" Du fragst noch: warum? Als oer zweite Sohn des Majorathsherrn bin ich darauf angewiesen, einmal eine reiche Frau zu henathen oder aus immer ledig zu bleiben. Jetzt ist der Oheim plötzlich aus Amerika zurückgekehrt, und ich weiß noch nicht einmal, ob wir das Majorat behalten werden, da bleibt für mich keine andere Rettung als eine reiche Frau, das mußt du doch selbst einsehen." Und du erröthest wirklich nicht, solche Ansichten auszukramen, die dem Sohne des Barons Ehrenfels wahrhaftig nicht zur Ehre gereichen?" So 'sei doch vernünftig, Kind! Wenn ich unsere Jugendträume verwirklichen wollte, was hätten wir denn davon? Wir besitzen beide kein Vermögen, und mit meinem Leutnantsgehalt können wir doch nimmermehr einen Haushalt gründen., "" Warum nicht, wenn wir uns einschränken?" Ich sehe schon, daß du eine unverbesserliche Phantastin bist und das Leben nur aus Romanen kennst; aber ich bin in der letzten Zeit in eine gute Schule gegangen und der leichtsinnige, sorglose Secondleutnant, der damals in's Feld zog. ist nicht mehr wiedergekommen, obwohl ich mir noch ein bischen fröhliche Lebenslust bewahrt habe" und Edwin stieß sein helles, noch so jugendlich ' klingendes Lachen aus. Siehst du, daß du dich nicht ändern kannst, du bist noch immer mein lieber, lustiger Kamerad."

aber dabei r.5uß es bleiben. Ich darf dir nie mehr sein, denn bei allem Leichtsinn, der in mir aufsprudelt. bin ich doch ein Ehrenfels." Und deshalb lieb' und bewundere ich dich!" Sie streckte nach ihm zärtlich die Arme aus und wollte ihn von neuem an ihr Herz drücken. ' Rein, laß uns vernünftig sein, Hedwig!" entgegnete der junge Offizier, der rasch seinen Ernst wiedergeWonnen hatte und fest entschlossen war, der leidenschaftlichen Jugendgeliebten gegenüber feine- ruhige Besinnung zu bewahren. Das Beste , für uns ist, wenn sich unsere Wege jetzt für immer trennen und wir die Vergangenheit vergessen." Es mußte ja doch einmal gesagt werden, und warum sollte er nicht mit der bitteren Wahrheit schon heute ehrlich herausrücken? , Nun war es mit dem letzten Rest von Selbstbeherrschung bei ihr zu Ende. Die warme Welle, die eben noch ihr Herz durchfluthet, zerrann bis auf den letzten Tropfen ebenso rasch wie sie gekommen war und wild auflachend keuchte sie hervor. Ja, geh'. Schurke, geh! Hol' dir die Millionärstochter, du elender Krämer! Aber sei ohne Sorge,' die Strafe für deinen niederträchtigen Treubruch wird dich schon erreichen" und mit einem wilden, höhnischen Auflachen, noch ehe Edwin noch einmal die Zornige beschwichtigen gekonnt, war sie im Waldesdickicht verschwunden. Der junge Offizier sah ihr eine Weile ganz verwundert und bestürzt nach, wie Jemand, der von einem heftigen Unwetter überfallen worden, das eben so rasch wieder zerstoben, wie es gekommen war; dann richtete er den gesenkten Kopf in die Höhe und sein Pferd losbindend warf er sich rasch in den Sattel. Damit gewann er die geistige Spannkraft alsbald zurück, die ihm durch jenen heftigen Anprall doch ein wenig verloren gegangen war. Sie bleibt schon ein tolles Geschöpf; aber es war das Beste, daß ich ihr bald reinen Wein eingeschenkt hab'. Es wäre feig und nichtswürdig gewestti, wenn ich sie über mein jetziges Fühlen und Denken noch länger im Unklaren gelassen hätte", und wie erleichtert, daß der Sturm so rasch vorübergegangen war, sprengte er davon. Kapitel 7 . Noch ein scharfer Ritt von einer Viertelstunde, und Edwin von Ehrenfels war am Ziel. Jetzt schimmerten schon durch das junge Grün der Bäume die weißen Mauern des . Sollbach'schen Herrschaftshauses, das freilich mehr einer Villa, als einem Schlosse glich. Ueber dem sehr hohen Erdgeschoß erhob sich nur ein einziges Stockwert. Das ganze Gebäude mit . seinen Balkons, seinen weißen Mauern und hohen, hellen Fenstern schien der Wohnsitz von Leuten zu sein, die nicht mehr daran gedacht hatten, hier eine trotzige Zwingburg zu errichten, sondern ein Haus, das alle Annehmlichkeiten unserer Tage zu bieten vermag. Ja, die Sollbachs verstanden es, sich das Leben behaglich -zu machen, das mußte sich der junge Baron sagen; so oft er hierhergekommen war, hatte er den Eindruck empfangen, als ob hier nur Glück und Sonnenschein herrschte und diesen Beneidenswerthen jede Alltagssorge fern bleiben müsse. Hier schien alles am Schnürchen zu gehen, und wie quälte sich dagegen dcr arme Vater ab, sogar die Mutter und wie besorgt schaute er stets in die Zukunft, ob es wieder eine schlechte, oder endlich eine gute Ernte geben werde! Bei den Sollbachs war von all' dieser Wirthschaftsmisere keine Rede; da wurde musizirt, geplaudert und gelacht und weder der Herr noch die Frau des Hauses verloren ein Wort über das Wetter, das ihnen einen Strich durch die Rechnung machen könne. Als Edwin einmal der Mutter hierüber eine Bemerkung gemacht, hatte sie mit ihrem milden, freudlichen Lächeln erwidert: Die Sollbach'sche Besitzung ist nicht sehr groß, und so können diese lieben Leute mit der Sorglosigkeit des Millionärs , sich diefe kdvlle des Landlebens schon gestatten. Wirklich, dle olioaup n;ui,iu. reich sein, daß sie gar nicht danach zu fragen brauchten, ob ihnen ihr Land einen Ertrag brachte oder nicht, und daß sie nicht nöthig hatten, die Vewirthschaftung ihres Gutes ernst zu nehmen. Edwin hatte sich früher darüber wenig Gedanken gemacht; es war auch nicht der große Reichthum geWesen, der ihn zu den Sollbachs gezogen; aber die kleine Elfe hatte es ihm endlich angethan, und noch ehe er in den Krieg ziehen mußte, war sie es gewesen, die seine Leidenschaft für Hedwig zum Schweigen gebracht hatte. Die jüngste Vergangenheit hatte dann vollends alleö für ihn entschieden. Rein, diese Liebschaft mit der Nichte' des Försters mußte ein Ende nehmen, daraus konnte nie etwas Gutes entstehen. Die kleine Sollbach dageen! Die einmal, zur Frau zu gewinnen, das wäre wohl ein Glück! und bei diesen Gedanken begannen die Augen des jungen Offiziers freudig aufzublitzen. Der Wald war jetzt zu Ende. Edwin wollte schon vom Pferde springen, da gewahrte er, daß der Wildzaun nicht geschlossen war. Welcke Aufmerk-

samkeit von den Nachbarn! Man

erwartete ihn also bestimmt. Der Park, der jetzt den Reiter aufnahm, bewies die sorgfältigste Pflege seines Besitzers. Auf dem breiten Fahrweg war kein Grashalm zu sehen, seltene Bäume standen in verschiedenen Gruppen umher, überall ein hübsches Landschaftsbild gewährend. Je näher dem Hause, je mehr ging der Park in einen Garten über, der mit den schönsten Blumen prangte und aus dessen Strauchwerk hier und da Marmorwer. ke schimmerten. Der Springbrunnen vor dem Hause ließ heute in voller Kraft sein Wasser spielen und auf dem Gipfel des lang gestreckten Gebäudes wehte zum Gruß eine Fahne in den deutschen Farben. Noch ehe Edwin die Pforte erreicht hatte, die den Garten von demHause abschloß, gewahrte er zwei jugendliche Gestalten, die aus einem Laubgang hervortraten; er sprang freudig überrascht vom Pferde, um den Beiden entgegenzueilen; aber dann blieb er plötzlich stehen. Ah, auch der Bruder Elses ging am Stock und hinkte; er war also ebenfalls ein Opfer des Krieges geworden. Das dämpfte doch die Freude des Wiedersehens ein wenig und anstatt lachend und jubelnd die kleine Else zu begrüßen, wie er gehofft hatte, trat er den Beiden ernst und ruhig entgegen und sein erstes Wort war: Sie sind auch Invalide geworden, lieber Norbert! Das wußte ich noch gar nicht. Armer Freund!" und seine Augen ruhten voll aufrichtigem Bedauern auf dem noch immer blassen, leidend aussehenden Antlitz des jungen Sollbach. Es war auch tragisch, daß ich gerade in dem letzten Gefecht, das unser Armeecorps zu bestehen hatte, verwundet wurde", sagte der junge Mann 15 chelnd; aber es ist nicht weiter schlimm, und ich hoffe deshalb noch lange auf dieser schönen Erde herumzuhumpeln." Nun fand auch Edwin, da Norbert mit solchem Gleichmuth das ihm widersahrene Mißgeschick ertrug, seine frohe Laune wieder und nachdem er dem Freunde herzlich die Hand gedrückt hatte, begrüßte er Else, aber doch ein wenig befangen. Gerade weil er 'gekommen war, heute schon sein übervolles Herz auszuschütten und womöglich eine Entscheidung herbeizuführen, fehlte ihm die rechte Sicherheit, die er sonst dem jungen Mädchen gegenüber stets gefühlt hatte. Else war hübscher geworden: die kleine, zierliche Gestalt und das spitze, kluge Gesichtchen hatten etwas rundere Formen erhalten. Endlich sehen Sie mich", rief sie gutmüthig schmollend aus: Ja, ich bin freilich so klein geblieben, während Sie aus dem Feldzug noch größer zurückkehren, und ihre dunklen Auaen scbweiften bewundernd über die schlanke, hübscheErscheinung des heimr..t... r . aeieyrien lunacn eicen ymmea. .Rein. Sie sind wachsen, gnädiges Fräulein. Jetzt reichen Sie mir ja schon ms an die-Schultern". und Eowin trat noch näher an sie heran. Wollen Sie sich mit mir messen? Da schrumpfe ich freilich ganz zusammen", rief sie lachend, und doch stellte sie sich dabei auf die Zehen, um etwas größer zu erscheinen. -Nun mukte auch Edwin soaleich in ihr fröhliches Gelächter einstimmen. Ich werde mich Huten, gnädiges Fräulein, da ziehe ich doch den Kürzeren. Immer noch gnadlges Frauleln?!" entaeanete sie rasch und drohte mit dem Finger. In Ihrem letzten Brie!e habe ich das gar nicht mehr geunden." Sie baben Reckt", entaeanete der junge Offizier Plötzlich ernst. Nicht wahr, meme Lebensretterm wird mir schon gestatten, wenn ich sie auch mündlich mit Liebe Elfe" andere", und iekt rubten seine blauen Augen mit einem innigen, zärtlichen Ausdruck auf dem jungen Madchen. 5iat wirklick mein kleines Geschenk diese gute Wirkung gehabt?" rief Elsa von Sollbach lebhaft auZ, und ihr Antlitz färbte sich höher. Als Sie mir dies schrieben und mich Ihre Lebensretterin nannten, glaubte ich immer. Sie wollten Ihren Scherz mit mir treiben." . MnftnH slffer Antwort zoa Edwm eine mit Perlen gestickte Cigarrentasche hervor, die freilich schon vurcy oen mnmn Kebrauck ein wenia unscheinbar geworden und die gerade in der Mit- . w , fTi - T3 . T Ui te durchlöchert war. e, Ulster ließen erstaunt ihre Blicke über die Tasche gleiten und Norbert mit m großer Ausregung: Wahrhaftig, Edwin. Sie haben Gluck gehabt. JM&l mabr?" entaeanete der jungt Offizier sogleich. Wenn die Chassevotkuel nickt dieS vräcktiae Hinderniß fand, denn hätte sie mir gerade das Herz durchbohrt und yave icy desbalb nickt ein Recht. Ihre liebe Schwester meine theure Lebensretterin zu nennen, der lch ewig oanroar rnci ben muß?" ,?kede andere Ciaarrentasche hatte dies auch gethan", bemerkte Else rufiter, als'wollte sie die überschwängliche Dankbarkeit des jungen Mannes auf das richtige Maß zurückzuführen. -Nein liebe Else. durchaus nicht." widersprach Edwin sehr eifrig. Einfaches Leder hätte die Kugel mcht ausaebalten. das bat nur die Perlenstickerei vermochte und Ihrem hübschen, mir ewig theuren Werke verdanke ich au

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lein meine Rettung." Der Officier barg jetzt wieder mit größter Sorgfalt die kostbare Tasche in seinem Rocke. Das Herz Elsas schwoll auf in unendlicher Seligkeit. So hatte also wirklich das kleine Andenken, das sie ihm mitgegeben, dies Wunder bewirkt! Wenn auch Edwin ihr dies brieflich mitgetheilt und in den lebhaftesten Ausdrücken ihr gedankt hatte, so war sie doch der Ansicht gewesen, daß er die ganze Geschichte recht aufgcbauscht habe, um ihr eine Annehmlichkeit zu sagen, und nun mußte sie sich durch den Augenschein überzeugen, daß ihr Geschenk ihn wirklich vor einer schweren, vielleicht tödtlichen Verwundung geschützt habe. Kommen Sie, lieber Freund", drängte jetzt der junge Sollbach, unsere Eltern erwarten Sie schon;" er hatte einen in der Nähe . befindlichen Knecht herbeigerufen, der das Pferd des Gastes in den Stall führte. Edwin gab Fräulew von Sollbach den Arm, die jetzt glückstrahlend mit ihm dem Hause zuschritt, während Norbert dem Paare langsam folgte. Wirklich, in der schönen, prächtigen Vorhalle standen bereits Herr und Frau von Sollbach und begrüßten ihren jungen Gast mit großer Herzlichkeit. Der alte, noch sehr bewegliche Herr neigte ein wenig zur Wohlbeleibtheit. Aus dem vollen, blühenden Gesicht schauten ein paar ungewöhnlich kluge Augen und um die Lippen spielte gern das überlegene, selbstzufriedene Lächeln eines Mannes, der sein Schäfchen in's Trockene gebracht hat. Frau von Sollbach war eine mittelgroße Frau, deren Formen bereits das richtige Maß etwas überschritten hatten. Sie konnte niemals schön gewe;cn sein; aber ihre weichen, schon ein wenig schwammigen Züge hatten einen ungewöhnlich gutmüthigen Ausdruck. Während Herr von Sollbach noch immer in seinem Reden, wie in seinem ganzen Wesen eine große Lebhaftigkeit verrieth, zeigte seine Gattin eine Ruhe und einen Gleichmuth, die schon an Phlegma streiften. Meine Mutter sucht das Glück in der Bequemlichkeit," hatte Else früher einmal mit der ganzen Offenheit und Zungenschärfe eines sechzehnjährigen Backfisches gesagt, und wer die Frau und die ganze Zimmereinrichtung sah, der konnte die boshafte Bemerkung der Kleinen nicht ganz unrichtig finden. In dem Sollbach'schen Hause war alles auf die größte Bequemlichkeit zugeschnitten. Diese schwellenden Sessel die runden Tische, die kleinen Ecken, die weichen Teppiche, die gedämpften Farben der Möbel und Tapeten, alles schien zu behaglichem Ausruhen einzuladen. Der junge Offizier kannte diese prächtig eingerichteten Räume, durch die man jetzt schritt, und doch war es ihm, als ob sie heut einen noch angenehmeren Eindruck auf ihn machten. Hier kam überall jener Reichthum zur Schau, den zu bewundern er in französischen Schlössern sehr oft Gelegenheit gehabt. Der Empfangssalon, in dem man jetzt Platz nahm, zeigte vollends so viel guten Geschmack, daß auch selbst das verwöhnteste Auge eines vornehmen Franzosen daran nichts auszusetzen gefunden hätte. Edwin mußte zum Essen bleiben; er hatte auch eine solche Einladung erwartet, und obwohl er wußte, daß Herr von Sollbach eine gute Tafel liebte, mußte er doch heut wieder die ausaezeichnete Küche des gastlicheu Hauses anerkennen, die auserlesensten Jahrgänge aus dem Keller des Millionärs erhöhten noch die allgemeine fröhliche Laune. (Fortseiung folgt.) Die kunstsinnige Gattin. Kunstmalersgattin (zum neuen Mädchen): Und nehmen Sie sich in acht, Lina, daß Sie kein noch nasses Bild vom Herrn umwerfen sonst ist der Teppich hin!" Aus dem G e r i ch s f a a l. ... Was, Sie junger kräftiger Mensch, Sie stehlen? Sie könnten sich Ihren Unterhalt sehr wohl durch Arbeit verdienen!" Ja, Herr Präsident, ich würde gerne arbeiten aber ich kann nicht. Meine LegitimationsPapiere sind mir fortgekommen, und ohne solche will mir Niemand Arbeit geben!" Dann hätten Sie sich doch Legitimationspapiere verschaffen müssen!" Ja, Herr Präsident, das hab' ich auch schon einmal gethan da hab' ich aber vier Wochen dafür be-kommen!"

Feuer - Signale.

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Washington SU u 9lo, 10 Spritzenhaus - JllinolZ uWerrill 1 Illinois u Louisiana e West und South West und McTarty tt Senat Ave. u Henry 7 Meridian und Skay ? S!o. 4 Spritzenhaus Madtson Av. Morris es Mdiion Av.u Dunlop No Haken Leiterhaus South nah Delawari 2 Penn, u Merrill Dtlavan u. MeCarU U Vast und RrTarH New Jersey u. MerriÄ 7 Lirg.Av.u LradshsV es Eaft und Prospeet 9 Bicking und High H S!o. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huro Tl Säst und Seorgia 7 Eedar und Qlm 74 Davidson u Georgia 7 english Av.u Pine 75 ChelSy und Bates No. 5 Spritzenhaus Prospect nahe Shelby 19 Fletcher Av. u Shelby öl Market u. New Jersq 62 Delaware und Wash. SS Eaft u Washington -44 New Fort .Davids 5 Taubstummen Anstalt CS Ver. Staaten Arsenal 7 Orients! und Waff. ?s Frauen-Neformat. n No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. 2 Meridian u. iyeoryia. 93 Meridian und South a4 Pennsv. lö u. Louißana -iö ZZirgini Ave u. Zllad. Hauptquartier. V7 Grand Hotel. Capital Av und hl 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 24 Alabama und 18. C5 Zentral Ave und IS. Z)ndes und 15. a Brookside und Jupitet 23 Central Ave und 17. 29 Dclaware und IS. 31 Alabama und 11. 5 Bellefontawe und 54 College Av und N. :iS Oelaware und 13. 35 Alabama und North 37 Newmann und 19. -33 College Ave und 14. 3 Cornell Ave und 13, 41 FandeZ und 19. Highland Ave und 13 43 Tecumseh und 10. 15 Ncw Jersey und 25. 6 Alvord und 17. 47 No. 2 Spritzenhaus Hilside Ave und IS. b College Ave und M. i9 College Lve und 27. 52 Part Av und 82. .SS LEU. WAahnu.!e. 64 Ramsey Ave und 10. .5 Stoughton u Newmen 57 Atlas und Pike. 68 Vlohd und Pawpaw. 5? No. 21 Spritzenhaus Srighttoood k5 Arven und Depot '.3 Brightwood und Lö. U Rural und Blodd .65 St. Elair u. Keystsi .67 Arsenal Ave und 23. -es Bellefontaine und S. , :n Xsxt c ci is. 811 Capital Sse und i. I 215 Pmnsd.lv. u.Viqia 214 Illinois und 20. 215 Senate Ave und 21. 15 Pennsvlvania und 21 tn Meridian und 1. 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Die so bezeichneten Signale werden nur ten r?ur achter angegeben da an den betreffend Straft kreuzunse kein LlannASen yebracht find. - Chicago und der große Nordvesttt, via mm m )tXtzzrrVHJfc alatta-oawatt-Pvtttvpiue Inseln. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Bon der Mono 47. Stt. Station, llhicaao. sind nur 5 Minuten mittelst elektrischer llar nach den Union Biehdöfen Frencli Lick Springs, indem Orange Tounty Hochland. ffamttlen-Hottl avter neuer GeschSftSleitung. Pluto, Proserxtve nd Bowle Quellen. Beste Mineralwasser der elt. Zwei Züge täglich via Greeucastle. Ticket-Ofsicen : Union Station. Massachusetts ve und 25 West Washington Straße. R. P.Alge o, Distrikt Vass. Agent, Jvdianasollk, Ind. . H. McDel, E.H.Rock well, Pras. und Sen.Mgr. Bett!eb!lettke Frank I. ed, en.Baff. Agent, Chicago, J2.

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