Indiana Tribüne, Volume 27, Number 276, Indianapolis, Marion County, 13 July 1904 — Page 4
Jndiana Trizbüne, IS. Juli WOUi
Jndiana Tribüne. Htraulgegeben von der Tutenderg G. Indianapolis, Ind. varry O.THudiam .... Präsident. Geschäfts local: No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE SSO.
h.ntered i.t the Post Office' of Indianapolis a secood dass matter. Die deutsche Arbeiter-Versicherung auf der WeltauSstellung. Um die in den letzten Jahren mit der Organisation der deutschen ArbeiterVersicherung gemachten Erfahrungen allen Ländern der Welt bequem zu Der anschanlichen, hat das ReichZversicherungZ'Amt in Verbindung mit dem Kaiserlich . Statistischen Amt für die Ausstellung in St. Louiö91 statistisch, graphische Tafeln und 5 von Beamten deS ReichZverficherungS'AmtS verfaßte Hefte über die deutsche Arbeiterverficherung als soziale Einrichtung her ausgegeben. Es handelt sich dabei um eine Organisation von so gewaltigen Dimensionen, wie sie sonst nirgends auf der Welt existirt. Waren doch im Jahre 1902 von 10,700,000 Arbeitern 8,020.514 gegen Krankheit und 8,. 857,000 gegen Invalidität undIltersschwäche versichert ; bei den 5,800,000 arbeitenden Franen und Mädchen betrugen die Zahlen 2.299,050 und 4,542,000. Gegen Unfallsgefahren waren im deutschen Reich sogar 10, 700.000 Männer und 4,894,100 Frauen versichert. An solche Zahlen wird die freiwillige Versicherung selbst mit Hilfe der Trade UnionS, wie sie im September vorigen Jahres auf dem Trade Unions Eongreß in Leicester empfohlen wurde, niemals heranreichen. Die Darstellungen der angesehensten Fachleute widerlegen auch den weitver breiteten Jrthum, als handle es sich in Deutschland um eine StaatSversiche rung. Es ist gerade da? LebenSprinzip der deutschen sozialen Gesetzgebung, die genossenschaftliche Bethätigung nutz bar zu machen für das Wohl der producirenden Stände. Das Reich leistet zwar Zuschüsse, stellt seine Postämter und das ReichsversicherungSamt zur Verfügung und schafft die gesetzlichen Normen; die Ausführung der geetzlichen Bestimmungen ist aber den Organen der zu diesem Zweck ins Leben getretenen Selbstverwaltung überlas sen. Aus kleinen Anfängen ist ein dreifache-, über das ganze Reich gleichmäßig verbreitetes Versicherungssystem hervorgegangen, dessen Bedeutung aus den Zahlen für das Jahr 1901 klar hervorgeht. ' ' ES bestanden 22,770 Krankenkassen, die zusammen eine Einnähme von über 200 Millionen Mark hatten, und 194 Millionen ausgaben. Von den sieben verschiedenen Arten von Krankenkassen hat die Ortskrankenlasse, die von den Verschiedenheiten deS Berufs absieht und alle Arbeiter nach geographischen Gesichtspunkten einordnet, weitaus die größte Zahl der Versicherten. Von den Kosten haben die Arbeiter zwei Drittel, die Arbeitgeber ein Drittel aufzubringen. Von je 100 Versicherten haben 1901 durchschnittlich 40.42 Männer und 32.27 Frauen in Erkrankungsfällen ärztliche Hilfe, Medizin und Krankengeld erhalten. Gegen wirthschaftliche Folgen von Unfällen sind alle im deutschen Reiche beschäftigten Arbeiter durch eine Versicherung geschützt, zu der sie nicht einen '.Pfennig, die Arbeitgeber aber im Jahre 1902 nicht weniger als 125,700,000 Mark beizutragen hatten. Die Kosten werden nämlich am Schlüsse des Jahres berechnet und dxrch Umlagen bei den Arbeitgebern eingezogen. Da in den verschiedenen Gewerben die Unfallsgefahr sehr verschieden ist, so hat man die Unternehmer gleicher und verwandterGewerbe zu BerusSgenossenfchasten organisirt. Es gibt 66 geweibliche Berufsgenossenschaften mit mit 7,100,537 Versicherten und 48 ländliche mit 11,189,071 Versicherten. Bei der Entschädigung spielt eS gar keine Rolle, obder Arbeiter durch eigene Nachlässigkeit seinen Unfall selbst verschuldet hat oder nicht. Daß mit dieser dem Arbeiter günstigsten Anordnung daS Richtige getroffen war, erkennen wir aus den neuesten Aenderungen der englischen und französischen Gesetze über Unfallentschäbigung. Während früher schon SeriouS Negligence" dem verunglückten englischen Arbeiter seinen Anspruch auf Entschädigung nahm, verlangt daS Gesetz jetzt den Nachweis von Serious MiSconduct", und in
der französischen Gesetzgebung jst die Faute Lourde" in eine Fault inexcuSable" verwandelt worden. DaS im November 1902 in England eingesetzte Komite zur Vorbereitung von Abänderungen deS Haftpflichtgefetzes wird voraussichtlich dem deutschen Extrem von Liberalität noch weiter kommen. Der Hauptvorzuz der deutschen Organisation der Unsallversicherung besteht in dem Eiser, den sie bei den Unternehmern entfacht hat, durch gemeinsame Vorkehrungen Unfälle möglichst zu verhüten. Die Berufsgenossenschaften haben deshalb eigene Aufsichtsbeamte angestellt die Schutzkonstruktionen zu beaufsichtigen und über die zweckmäßige Anbringung der selben zu wachen. Durch etwa 1000 Photographien werden die so erzielten Schutzvorkehrungen in der Weltausstellung anschaulich gemacht. Um arbeitsunfähig gewordene und altersschwache Arbeiter mit Renten zu versorgen, ist 1890 die Jnvalidenversicherung geschaffen worden, zu der im Jahre 1902 Arbeitgeber und Arbeiter je 62j Millionen Mk. beitrugen und das Reich 37,9 Millionen zuschoß. Die eigentliche Invalidenrente steigt oder fällt mit der größeren Arbeitsfähigkeit deS Versicherten. Um sie möglichst zu verringern, haben die Jnvalidenkassen das größteJnteresse, invalide gewordene Arbeiter wieder möglichst erwerbsfähig zu machen. Sie haben es vortheilhaft gefunden, namentlich für Lungenkranke Heilstätten und Genesungsheime zu gründen, weil sie an Renten mehr ersparen, -als was daS Heilverfahren im Durchschnitt kostet. So sinden wir für 1902 neben einer Ausgabe von 70,6 Millionen . Mark für Invalidenrente und 23,5.Millionen für Altersrente, auch 9,4 Millionen für Heilverfahren verrechnet. Da die Jnvalidenversiche rung nach elfjährigem Bestehen schon ein Vermögen von 920 Millionen Mark ansammeln konnte, so ist der Zeitpunkt wohl nicht mehr fern, wenn für gefünde Arbeiter die Altersrente statt mit 70 Jahren schon von 65 oder sogar 60 Jahren an beginnen wird. Die Summe von Entschädigungen. die in Deutschland an Arbeiter in den 19 Jahren von 1835 bis 1903 gezahlt morden sind, beträgt nicht weniger als 4,018,134,807 Mark. Davon entfällt etwas mehr als die Hälfte auf die Krankenversicherung, etwa 931 Millionen Mark auf die Unfallversicherung und 845i Millionen auf Invalidenund Altersversicherung. Daß die deutsche Industrie an dieser ihr durch die soziale Gesetzgebung auferlegten Last nicht zu Grunde gegangen ist, lehrt der Augenschein.. Der Zwang für Ardeitgeber und Arbeiter, von Zeit zu Zeit Versicherungsmarken einzukleben und Karten abzuliefern, ist bei diesem System allerdings unvermeidlich Abe die Erfahrung hat auch hier' gelehrt, daß die Menschen sich in ein verhaßtes Müssen weit besser finden als in eine bittere Wahl. Wohl noch niemals ist durch das Zusammenhalten von unmerklich aus. gegebenen Pfennigen zur Erreichung eines großen Zieles so viel geleistet worden, wie auf dem Gebiete der deutschen Arbeiterversi.'rung.
Ans Evansville kommt dieTrauer künde, daß Herr Friedrich Lauenstein, der Herausgeber des EvanSville Demokrat", plötzlich einem Schlaganfalle erlag. Er war gerade im Begriffe, einen Zug nach St. Louis, wo Gattin und Tochter weilten, zu besteigen, als der Tod ihn ereilte. Er war ein Riefe von Statur, dem Niemand ansah, daß er schon 60 Jahre zählte. Er befaß die einzige deutfcheZeitung imStaate, welche außer dem Täglichen Telegraph" den Dienst der Associirten Presse hat. Noch im Mai erfreute uns ein Besuch des nun Verstorbenen in unserer Redaction. Die vielen Freunde, welche Herr Lauensteln sich erworben, werden die Trauernachricht mit aufrichtigem Be dauern entgegennehmen. Er war ein Führer im Streite. Barbier wegen Sonntasssarbeit bestraft. Lawrence Bradley, ein Barbier. 216 Jndiana Avenue, der seiner Beschäftigung am Sonntag nachgegangen war, wurde durch Friedensrichter Smock um $1 und Kosten bestrast. Bradley hatte das Uebereinkommen, am Sonntag seine Barbierstube zu schließen, gebrochen und wurde hieraufhin angezeigt. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho'S Longfellow".
Der weifzc Zchimmcl. . MilitSr-Humoreske von Sllerander Witte. . Es war zwölf Uhr Nachts. Und doch gab es in dem Städtchen MolkWitz nur wenig bürgerliche Seelen, die in friedlichem Schlummer lagen. Die Garnison war eben alarmirt worden. Dumpf dröhnten die engen Straßen von dem Tritt der ausrückendenTruppen. Es war stockdunkel. Nur hin und wieder kam der - Mond hinter schwarzen Wolken hervor und warf sein fahles Licht auf die schwarzen Schaaren, unter denen dann der schneeweiße alte Schimmel des Hauptmanns Zettdorf , wie ein GespensterPferd sichtbar wurde. Einige Kilometer von Molkwitz entfernt entwickelte sich das Nachtgefecht, das gewöhnlich damit endet, daß man den Feind gar nicht getroffen hat und man wieder still nach Hause marschirt, nachdem man einige Stunden erwartungsvoll auf dem Bauche gelegen und die hin und wieder sich vornübersenkenden Helmfpitzen von der durchaus friedfertigen Gesinnung der Kriegerschaar Zeugniß abgelegt hatten. Heute sollte es anders kommen. Am Rande eines Waldes, rechts und links von der Chaussee hatte die Compagnie des Hauptmanns Zettdorf als Spitze in Schützenlinie Aufstellung genommen. Die üblichen Patrouillen waren ausgeschickt und man erwariete nun Nachricht vom Feinde oer diesen selbst. Hauptmann Zettdorf stieg soeben von seinem Gespensterschimmel. Pferdehalter her!" rief er halblaut, da große Stille angezeigt war. Der Hornist Jkatz eilte herzu. Hier Jkatz, nehme er mal das Pferd und führe er es etwas weiter die Straße in den Wald zurück." Zu Befehl, Herr Hauptmann", murmelte der biedere polnische TromPeter und schlug sich seitwärts in die Büsche. r Auf einem. Chausseestein abseits von der Compagnie ließ sich Jkatz nieder. Er war recht müde und ihm war der nächtliche Alarm höchst unerwünscht gekommen. Die Zügel des Pferdes hatte er vornübergenommen und. sich um den Arm geknotet. Nun gedächte er einen kleinen Nicker zu thun.. Doch er hatte die Rechnung ohne das weiße Rössel gemacht. Dies war heute merkwürdig unruhig, bald machte es einen Sah nach .rechts, bald nach links und ließ den müden Trompeter, nicht zur Ruhe kommen. Jkatz versuchte zunächst in Güte den Schimmel, der auf den Namen Oscar" hörte, zu besänftigen. ' ,. . . Hoho, stehn doch, altes Oscar,vbrr, brr", murmelte er mit gesenkten '2lugenlidern und versuchte wieder einzunicken, als ein neuer Seitensprung ihn fast vomChausseestein riß. Nun wurde Jkatz ungemüthlich. d Älter krummer Luder, schlechter gewöhnlicher", ereiferte sich der Pole und versuchte sein verlorenes Gleichgewicht wieder herzustellen. . Da kam ihm eine Idee. Er 'zog Oscar näher, stellte sich auf den Stein -und mit einem kühnen Satz schwang er sich.' in den Sattel. . . So, Oscar, wenn willst Du ja hundertsiebenundfünfzig Pfund mehr auf Puckel, da hast Du ja!" In der That schien der Schimmel ruhiger zu werden und Roß und Reiter zogen - gesenkten Hauptes den Waldweg 'langsam auf und nieder. Doch plötzlich schreckten beide in die Höhe. Von fernher von feindlicher Seite, ertönten schnell hintereinander Schüsse und bald darauf erwiderte ein regelrechtes Schützenfeuer vom Waldrande her. Aha," dachte Jkatz im Stillen, hat ihm ja schon!" Nach kurzer Zeit 'hörte das Feuer auf. Doch was war das? Der alte Schimmel spitzte die Ohren. Von einem abgelegenen Hügel her erschallte plötzlich laut und deutlich der Signalruf: Die berittenen Herren Ossi ciere." Hauptmann Zettdorf sah sich um, von seinem Pferde war nichts zu sehen. .Jkatz, Jkatz, Jkatz!" schrie er nun in den Wald hinein, wo steckt der Lümmel bloß?" Aufgeregt näherte sich der Hauptmann der Straße und versuchte den Wald hinunter zu blicken. Nichts zu sehen. Da plötzlich kam es die Straße in wilder Eile herangaloppirt. Gerade trat der Mond wieder hinter dem Gewölk hervor, und nun sah der Hauptmann den edlen Reiter angesprengt kommen, schon' war er heran. Ein wilder Fluch schwebte dem Häuptling auf den Lippen. Doch was sich nun begab, ließ ihn starr und offenen Mundes verharren. Wie das GeisterPferd aus der seligen -Leonore sausten Roß und Reiter an ihm . vorüber. Und hurre, hurre, hopp, hopp, ging's fort in sausendem Galopp, , daß Kies und Funken stoben und Roß und Reiter schnoben!" Jkatz, Himmelhund, will er wohl?" schrie nun Zettdorf. ' - Jkatz wollte wohl, nicht so Oscar". Der hatte den Osficierruf vernommen und kannte seine Pflicht. Immer wieder schallte das Signal von der entfernten Anhöhe herab. Jkatz riß aus Leibeskräften am Zügel. Bergebens, Oscar reagirte darauf nicht. Wenn Hauptmann Zettdorf, erregt war, riß er stets so ohne Ursache am
Zügel, das kannte Oscar .schon, iinl mit den Jahren hatte sich um das Ge hege seiner Zähne eine derbe Hornhaut gebildet, die ihn für derlei Attentat! unempfindlich machte. Wuthschnaubend mußte sich nun Hauptmann Zettdorf zu Fuß auf den Weg machen, dem Rufe des geinengeu Obersien zu folgen. Doch, der Weg war weit und der Hauptmann infolge seiner zunehmenden Leibesfülle ein schlechter Fußgänger. Dem wilden Reiter trat indessen der Angstschweiß auf die Stirn. Brr. Oscar, brr, stopfen stoooopfen", alles war vergebens, ich möcht' ja lieber sein bei Deiwel", stöhnte Jkatz. Der .Mond hatte sich inzwischen wohl der kommenden Kritik , wegen discret. zurückgezogen, und tiese Dunkelheit bedeckte das Erdreich, militalisch Gelände" genannt. Von der Stellung der Zettdorfschen Compagnie aus war es wohl am weitesten bis zu dem Hügel, auf welchem der Herr Oberst hielt, vielleicht hatte man dort das Signal auch später gehört, jedenfalls schienen schon alle die Gerufenen um ihr Oberhaupt versammelt zu sein, als Oscar angesprengt kam. Jkatz verharrte still auf dem Schimmel und ließ das weitere über sich er gehen. Js ja dunkel wie in strenger Arrest", kam es da plötzlich wir eine Erleuchtung über den biederen Polen, vielleicht sieht ja mir gar nischt der Herr Oberst!" Kommen Sie nur, Herr Hauptmann Zettdorf, kommen Sie, gerade auf Sie warte ich noch", ertönte da plötzlich die Stimme des Gestrengen. Oscar hielt schnaubend. Jkatz zitterte. Sollte er sich als durchgegan gener Pferdehalter" melden oder nicht? Doch der Soldat hat nur zu reden, wenn er gefragt wird", dachte er sich dann und hielt schweigend im Kreise der Häuptlinge. Meine Herren", begann nun der Oberst, ich will mich kurz fassen. Mit dem Ausrücken beim Alarm bin ich zufrieden gewesen, mit der Gefechtsentwicklung 'itnAllgemeinen auch, bis auf das unverantwortliche Gebahren ihrer Spitze, Herr Hauptmann Zettdorf. Wie konnten Sie noch darauf hereinfallen und auf das blinde Feuern einer, einzelnen Patrouille mit Ihrer, ganzen Schützenlinie antWorten. Was haben Sie sich denn dabei gedacht, Herr Hauptmann Zettdorf?" Tiefe Stille. Jkatz drückte angstvoll und krampfhaft seine Commisstiesel in Oscars Lenden. - ' - ' Ja, was haben Sie sich nur dabei gedacht, Herr Hauptmann?" . ließ der Oberst nicht ab. Jkatz drückte immer energischer, bis Oscar mit einem quikenden Laut und einem Wirbel des Schwanzstummels quittirte. ' ' Ihr Schweigen, Herr Hauptmann Zettdorf, zeigt mir zur Genüge, daß Sie sich eben gar nichts dabei gedacht haben. Sie haben durch ihr ganz unangebrachtes Feuern vorzeitig dem Feinde ihre Stellung verrathen und damit das Gefecht zu Gunsten der feindlichen Partei entschieden. ' Es ist mir einfach unverständlich, um es noch einmal zu sagen, Herr Hauptmann, wie ein sonst so erfahrener und besähigter Officier sich so ins Bockshorn jagen lassen konnte. Ein Blick auf die Karte meine Herren, würde uns zeigen. . Schon suchte der Oberst dieselbe hervor und mit der anderen Hand schien er nach Streichhölzern zu tasten. Hat einer von den Herren vielleicht Streichhölzer. , . Jkatz bebte. Jetzt mußte die Entdeckung kommen. . . . Schon hielt der Oberst eine Schachtel in der Hand. Doch nein, meine Herren", besann er sich, ich will morgen Abend bei einem Kriegsspiel Ihnen meine Meinung über das heutige Gefecht genauestens entwickeln. Es ist heute spät geworden und wir wollen abrücken. Ihnen, Herr Hauptmann Zettdorf, habe ich meine Meinung gesagt, ich muß mich, wie gesagt, sehr wundern! Ich danke Ihnen, meine Herren!" Als Jkatz den Aufbruch merkte, riß er den Schimmel herum, hieb ihm die Commisstiesel in die Seiten, und wie der Blitz war er den übrigen entschwunden. Scheint ihm doch etwas in die Nieren gegangen zu sein", dachten die anderen Reiter. Als Jkatz wieder auf der Chaussee war, athmete er auf.. Da hörte er neben sich eine keuchende Gestalt. Jkatz. he, he, he, Jkatz. ist er es, Lümmel?" Es war der Hauptmann Zettdorf, der die Chaussee heranpustete. Jkatz hielt und sprang vom Pserde. Zu- Befehl, Herr Hauptmann", meldete er kleinlaut, is ja mir Pferd durchgegangen vom Walde, konnte ja nicht mehr halten, bis gerade zum Kritik!" Was, Donnerwetter Kerl, bis zur Kritik bist Du geritten? , Da soll doch gleich ein. . .was hat denn der Herr Oberst dazu gesagt?" Zu Befehl, Herr Hauptmann, war ja ganz finster, hat ja jemand nischt gemerken, daß sitzen ja. Hornist Jkatz auf Oscar!" ; - ; ' Der Hauptmann athmete auf, doch konnte er das Unglaubliche kaum fassen. Ist denn nicht von mir geredet worden, Kerl?" erkundigte sich ge spannt der Hauptmann. Zu Befehl,
err aup:mann, ya: a vioy mir ran gesprochen der Herr Oberst, weil ja geglaubt, daß. sein ich unsern Herr Hauptmann Zettdorf." So, was hat er denn gesagt?" forschte Zettdorf. O, daß haben ja der Herr Hauptmann schöner Gef:cht gemachen was hat ja Feinde in Stellung vernichtet, morgen werden ja Oberst -Kriegsspie-lerei machen nochmal und extra mit erfahrener, gefähigter Herr Hauptmann Zettdorf!" Zettdorf strich . sich schmunzelnd den Sckinurrbart. So, so, das hat er gesagt, hatte eigentlich geglaubt. . . na, ja. . . Nun herunter, Lümmel infamer, ' seine Strafe soll ihm nicht ausbleiben, davon sprechen wir noch. Und wenn er ein Wort verlauten läßt über die Verwechselung heute bei der Kritik, dann gibt es drei Tage Loch, verstanden?" Zu Äefehl, Herr Hauptmann", sagte der Hornist und hielt dem aufsteigenden Hauptmann den Steigbü gel. . Da alles so gut verlaufen war, wollte er dem Hornist die Strafe für den Ritt schenken. Als Zettdorf aber tagsdarauf vom Kriegsspiel zurückkehrte, bestraste er Jkatz dennoch.
Die Guillotine für Geflügel. Ein deutscher Thierarzt aus Kleve schildert ein neues, von der Gemeinde Bern eingeführtes Schlachtverfahren für Geflügel, das in weiteren Kreisen Beachtung . verdient. In Bern steht auf dem Geflügelmarkt ein mit einer blutrothen Mütze und sauberen weißen Schürze bekleideter Mann vor einem Tischchen, dessen Mitte eine Art Geflügelguillotine überragt. ' Jeder Käufer eines lebenden Geflügels ist nun gehalten, dieses durch den Angestellten tödten zu lassen. - Dieser befeuchtet mit Wasser seine Singerspitzen, um das Thier fester. fassen zu können, betäubt es durch einen, kunstgerechten Schlag mit einem hölzernen Hammer auf den Kopf, faßt alsdann diesen mit der rechten Hand und legt ihn so an die Guillotine, daß das mit dem Fuß bediente, in einem Rohr herabgleitende Beil die Halsader durchschlägt. Das abfließende Blut, wird in einer verdeckt gehaltenen . Schüssel aufgefangen. Der Beamte gibt das getödtete Thier zurück und erhält dafür einen geringen Lohn. Die Millionäre Italiens. In einer italienischen Monatsschrift behandelt der Nationalökonom Irancesco S. Nitti die Frage, wie viele Millionäre die als so arm verschrieene Apennincnhalbinsel habe, und kommt auf Grund der vom Staate eingehobenen Erbsteuern zu dem Resultat, daß es in Italien 1,500 bis 1,600 Millionäre gibt. In den letzten drei Jahren sind nämlich durchschnittlich 44 Personen gestorben, die mehr als eine Million hinterlassen haben. Wenn man diese Ziffer mit der durchschnittlichen Lebensdauer einer Generation von vermögenden Individuen vervielfacht, erhält man eben das genannte Ergebniß. Auf Grund desselben Systems würde Großbritannien über 30,000, Frankreich 15.000, das Deutsche Reich ungefähr 11,000 Menschen beherbergen, die so glücklich sind, über eine. Million zu verfügen. Bemerkenswerth ist es, daß in dem industrie,reichen Norditalien, das dem Flächeninhalt nach kaum den vierten Theil desKonigreichsumfaßt, mehr als 1,000 Millionäre, in Mittelitalien gegen 350, in Süditalien nur 180 existiren. . . ' Das Salzen der Kinder. In manchen Gegenden Europas und Asiens hält man noch heute an dem äußerst merkwürdigen Brauch fest, neugeborene Kinder zu salzen, obwohl es so grausam wie gefährlich ist. Die Methode wechselt, wie eine englische Zeitschrift schreibt, bet den verschiedenen Völkern. Die Armenier in Rußland bedecken die ganze Haut des Kindes mit einem sehr feinen Salz. Dieses Salz läßt man drei Stunden oder noch länger auf dem Körper des Kindes und wäscht es dann mit warmem Wasser ab. Ein Vergstamm in Kleinasten ist noch grausamer wie die Armenier. Dort bleiben die Neugeborenen 24 Stunden mit Salz bedeckt. Auch die modernen Griechen besprengen ihre Kinder mit Salz. Die Mütter glauben, daß die Kinder durch diese AnWendung von Salz Gesundheit und Kraft bekommen, und daß die bösen Geister von ihnen ferngehalten werden. Bei Ueberwinterung der Pflanzen im Zimmer kommt es häufig vor, daß einzelne üppige Pflanzen infolge der hohen Zimmertemperatur welken. In diesem Falle stelle man den betreffenden Topf bis über den Rand in einen mit lauwarmem Wasser gefüllten Kübel und lasse ihn so lange darin, 'bis sich keine Blasen mehr zeigen. Besonders gilt dies Verfahren für Farnkräuter. Selbstverständlich muß auch im Wiater frische Luft hinzugeführt werden; man sehe aber zu, daß diese nicht direkt durch ein Fenster, sondern durch eine Thür deS Nebenraumes etc. ersolge. Selbstverständlich ist, daß das Eindringen von Frost verhindert werden muß.
kmml !ra
9 No. 1 W. Washington Str (Merchantö National Bank) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen aus alle Städte Europas. Schiffsscheine "8r An und verkauf ausländischen Geldes. Ein kleiner LeL ist oft der Untergang eines großen Schiffes. Ein Leck in ihren.. . Ausgaben wird... Sie arm halten... Wenn Sie wohlhabend werden wollen so denken Sie an das Sparen ebenscgut wie an das Verdienen. Eine Eigenschaft der WM Mb. ist es, kleine Summen zu sammeln und dieselben , in Anlagen zu verwandeln welche dem kleinen Eigenthümer von kleinen Summen, im Verhältniß ebensoviel einträgt al den Eigenthümern von sehr großen Sum men. Math frei ertheilt. Osficen : Jndiana Trust Gebäude. KapUal - - - $1,000,000.00 Ucberschuß - 225,0Q0.00 1 . 3 . Grobe Auswahl von No. 449 Gft Washington Str. Neues Telephon 2525. Grundeigenthums Übertragungen. Union Trust Co., Trustee, an Mary S. Buchanan, Ardmore, östlich von Central Ave-, südlich von 33. Straße. $500. William I. Karslake u. A. an Alice T. Day, Woodland Park Addition, Jrvington. T1325. Nettie B. Lilinö u. A. an C. H. Pearce & Co., Broad Ripple. $800. Martha Ballard an Lucille B. Ballard, Park Place, nördlich von Fair Bank. 8800. Maud S. Hawley u. A. an Irene McKee, südlich von Woobruff Place. 81200. Burton E. Baker an William S. Duvall. West Michigan Str., westlich vom Fluß. $1250. John P. Connor an Thomas H. Connor, Theil der Lots 12 und 13, Ferguson's Add., Haughville. $600. Erna B. Turner an Emma Beigerner, Lot 50, Drake & Mayhew'S erste Addition, westlich von West Str., nahe der 11., S1000. .Arthur- V. Brown an Gustav C. Bluemel. Lot 61, Windhorst Place. westlich von Madifon Ave., nördlich von der Gürtelbahn. $1400. ' John Michaelis an Elizabeth M.' Trimpe, Lot 5, Hendrick'S Subd. von Drake's Add.. nahe Capitol Ave. und 14. Str, $3200. John B. Hann an Wm. T. Haufe, Theil der Lot 117, Bruce Place Add., 22. Str., östlich von College Avenue. $1100. August W. Boetcher an Walter C. Boetcher, Lot 31, Block 11, INord In dianapolis. $1500. Herrmann Lienhoop an Wm. Ade, LotS.1 und 2, Square12, Beaty's Add.. westlich von Shelby Str., nahe der Gürtelbahn. $575. Jasper N. Gunde an Jofiah N. Thompson, Theil von Lot 87, Arm. ftrong'S Keystone Park Add., Rord In. dianapolis. $2800.
2 J -ul I u U Q Ä ( u r ( 4Q yi Mg. VöiM.
