Indiana Tribüne, Volume 27, Number 274, Indianapolis, Marion County, 11 July 1904 — Page 4
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Jndiana Tribüne, II. Juli lDpn.
Jndiana Tribune. HerauSgezeben von der Suteders Indianapolis, Ind. Harr) O. Thudium ... - Präsident. Geschäfts local: No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269.
Kr.tered at the Po$t Office os Indianapolis s tccond dass matter. Die demokratischen Can didaten. Richter Parker, der Candidat der de mokratischen Partei, ist nun in den Mittelpunkt des öffentlichen Jntereffe getreten, der Mann, dem sein Schwel' gen über öffentliche Fragen vor der Convention zum Vorwurf gemacht wurde, Hat sein Schweigen gebrochen. Kurze Worte waren eS nur, aber sie trugen den Stempel der Größe, denn sie bewiesen, daß . er lieber über zeugungstreu als Präsident sein wolle. Man nebme den ganzen Wulst Roosevelt'scher Reden und conden sire sie. Zum Besten dürfte ein Anpreisen seiner Person in erster, zweiter und dritter Linie das Ergebniß sein. Wählt nur mich ! schreit es aus seinen Äußerungen, begleitet von marktschreierischen Posen als kühner Nimrod, Cowboy und rauher Reiter. Mich müßt Ihr wählen, wenn Ihr Prosperität haben wollt, wenn Eure Ernten fruchtbar sein sollen und Ihr die Meere beHerr schen wollt." Alton V. Parker machte kein Ange bot seiner Person vor seiner Nomina tion. Er versprach nichts, er gab keine Erklärungen ab, er war den meisten Mitgliedern seinerPartei eine unbekannte Größe. Durch seine Depesche an die Convention erst brach er sein Schweigen undllzwar nicht mit Versprechungen und Dankesüußerungen, fondern durch die mannhafte Erklärung seines Prinzipes, dem er treu bleiben wollte. Er hat zur rechten Zeit und als Mann gesprochen. - Den Bann des Silbertraumes, der wie ein Fluch über der Partei lag, hat er mit starker Hand zerrissen und daSZVertrauen des Volkes mit einem Schlage gewonnen. Dem Bryan Compromiß bei An nähme der Platform, welcher die Chan cen der' Partei zu gefährden drohte, ist durch Parkers Erklärung der Stachel genommen. Jede Zweideutigkeit ist der Platform genommen und Bryan und seinen Schwärmereien ein Ende gemacht worden. Den Gegnern aber ist von vorne berein jeder Grund zur Androhung von Panic und geschäftlicher Verwir rüng genommen, ihr werthvollstes Campzgneargument hinfällig gemacht wor den. Der demokratischen Partei sieht mit Alton A. Parker, dem Prinzip höher sieht als die höchste Ehrenstelle im Lande, derZWeglzum Siege offen. Wie Parker, der sich durch eigene Kraft in die Höhe gearbeitet hat, ist auch Henry Gaffaway Davis, der Candidat für die Vice.Präfidentschaft, nicht als Silkstocking" auf die Welt gekommen. Vom gewöhnlichen Eisenbahnbremser schwang er sich zum Bahn-Präsidenten hinauf. In den Jahren!1871 83 diente er 'dem Lande als Bundessenator. Wie ParkerS Gattin, ist auch die Gattin von Davis deutscher Abkunft, sie ist eine geborene Bank. ParkerS mannhafte Stellung läßt keine" Deutelei zu. Sie ist zwar ein vernichtender, aberZauch verdienter Schlag für Bryan' ferneren Einfluß. Roofe velt wird einen harten Kamps zu de stehen haben. Der Sängerkrieg auf der Weltausstellung. Heute beginnt das bis zum 16. d. M. währende Preissingen in der Fest' halle der Weltausstellung. Dreizehn Chöre haben sich ang-meldet Preise im Betrage von S1000 85000 gelangen zur Verkeilung. man ist auf die Conzerte aesvannt. Äe Erfahrung in den letzten Wochen hat gelehrt, daß viel zu viel dieser Ne ben'Attraktionen auf der Ausstellung arrangirt werden. DaS Publikum kommt zunächst, um die .Ausstellung zu sehen, und diese nimmt die Besucher so ganz in Anspruch, daß ihnen wenig Zeit übrigbleibt, Sachen mitzumachen. die eigentlich nicht zur Ausstellung ge hören. DaS bewies der Besuch am in iernationalen PreiZ-Turnen und anderen athletischen Spielen im Sta dium, und einige Beamten befürchten,
daß auch.da? Sängerfest sich nicht des erwarteten Besuches erfreuen' wird, zu mal man auch 'hier nicht genügend Propaganda für das bevorstehende Er eigniß machte. - Die folgenden Chöre werden sich be theiligen: 1. Grad Dubuque, Ja., Choral Club; Denver Choral Society; Cvanston, Jll., Musical Club; Scran ton, Pa., Oratorio Society; Belle ville, Jll., Musical Club; Lima, O., Choral Society; S. Coleridge Taylor Choral Society (Neger), Washington, D. C. 2. Grad Colorado Chorus von Denver; RavenSwood, Jll., Mu sical Club; Cathedra! Choir von PittS bürg; Denver, Col., Select Choir; Houston, Tex., Choral Society; S. Coleridge Taylor Choral Society (Ne ger), Toledo, O. Als Preisrichter werden die folgen den Herren fungiren: William F. Ap madoc, Chicago; Charles G. Allum, Chicago; Edwin Broome, Montreal, Canada; William H. Palmer und John LoweiS, St.' LouiS. Während des Sängerfestes werden neben den Concerten, in denen die Chöre um die ausgefetzten Preise in Mitbewerb treten, drei Oratorien auf geführt werden. Heute, Montag, Abend, den 11. Juni, wird der Du buque Choral Club Haydn's Schö pfung" unter Leitung von Professor W. H. PontiuZ aufführen. Die Solisten sind Frl. Helm Bück ley, Sopran, von Chicago, und Herr Marion Green, Baß, ebenfalls von Chicago. ' Am Mittwoch Abend führt die Cvanston. Jllö., Choral Society unter Direktion von Herrn P. C. Lut kin das Oratorium CaractacuS" auf. ES find die folgenden fähigen Solisten gewonnen ' worden: Frau Genevieve Clark Wilfon, Chicago, Sopran; Herr Glen Hall, New York, Tenor; Herr Gwillym MileZ, New Bork, Bariton, und. Gustav Holmquitz, New ZZork, Am Freitag wird die Oratorio Society von Scranton, Pa., Mendelsfohn'o Elms" aufführen. Als Solisten wer den auftreten Frl. Janet Spencer, Alto von New Z)ork; Herr HolmeS Cowper, Tenor, von Chicago, und Gwillym MileS, Baß, von New York. Die Oratorien finden Abends in der Festhalle statt und das Ausstellung Orchester wird die Begleitung über nehmen.. Wahrend der Hauptstadt des Deut schen Reiches von manchen der Vorwurf gemacht wird, daß fie auf sozialem Ge biete nicht daS Maß von Wirksamkeit entfalte, daS von einem fo großartigen Gemeinwesen zu erwarten sei, wird die Verwaltung von Charlottenburg, das fich in kurzer Zelt aus einem Vororte Berlins zu einer mächtig aufblühenden Großstadt entwickelt hat, in einem be merkenSwerthen Geiste sozialen Fort schritteS geführt. Von diesem Geiste legen zwei Ein richtungen Zeugniß ab, zu denen fich die-Stadt' Charlottenburg soeben ent.
schlössen hat. Die eine ist eine Wald schule". Diese Schule ist ausschließlich für Kinder bestimmt, die, ohne bereits krank zu fein, doch zu Krankheiten, besonders zu Lungentuberkulose, dispo ntrt find. Diese Kinder, gegen die ihrer Gesundheit drohenden Gefahren zu schützen und zugleich in angemessener Weise geistig zu entwickeln, ist die Auf gäbe der Waldschule, die in einem Waldterrain nahe der Stadt errichtet werden und vier Monate im Jahre sunktioniren soll. Die Kinder sollen hier den ganzen Tag verweilen, auch auch ihre Mahlzeiten hier abhalten, Unterricht aber nur 2 bis 2j Stunden am Tage empfangen. Die Waldschule wird aus einer Baracke für die Schnle und einer für die Verpflegung bestehen und 120 bis 150 Kindern Raum ge währen. Diese Verbindung von Wald erholungöstätte mit der Schule selbst ist ein neuer Versuch, der für die kränk lichm Kinder der Großstadt von der segensreichsten Bedeutung werden kann. Die Anlagekosten find auf 20,000 Mk. berechnet. Weit kostspieliger ist das große Un ternehmen CharlottenburgS, auf eigeueS Rifiko ein Volkstheater großen Stils zu errichten. Zn diesem Zwecke nöm lich gibt die Stadt Chorlöttenburg ein Darlehen von 2,150,000 Mark her. dessen Verzinsung resp. Autorifirung dnrch den Betrieb des Theaters erzielt werden soll. Bei diesem Betriebe aber ist daS Interesse des . geschäftlichen Ge winneS ausgeschlossen. DaS Theater wird vielmehr von jener Gesellschaft geführt werden, die In Berlin bereits zwei große Bühnen unter dem Namen Schiller-Theater" als Volkstheater be treibt. In diesen -Theatern kosten die
niedrigsten Plätze nur wenige Pfennige, und für 1 Mk. bis 2. Mk. find bereits schon die besten Plätze im Hause zu ha ben. Das Repertoire umfaßt die be sten dramatischen Werke aller Zeiten, Völker und Gattungen; die Darstel lung ist sorgfältig, und der Andrang des Publikums zu diesen Theatern ist so groß, daß die Vorstellungen fast Abend für Abend ausverkauft oder nahezu ausverkauft sind. Während aber die Berliner Schiller-Theater rein private Unternehmungen sind, hat in Charlottenburg und das ist das Bedeutsame die Stadtverwaltung in großherziger Weise die Hand zur Er richtung eines solchen Theaters geboten, das den weitesten Volkskreifen d,e edel sten dramatischen Erzeugnisse in wür diger Form zugänglich macht. . Ein wohlbelegeneS Terrain für den Bau ist gleichfalls bereits gesichert.
Das erste Ballott für Parker. Die Abstimmung über Präsident. schaftSCandidaten nach Staaten.Terri' torien usw. war wie folgt: 8 3 Staaten. IS 2 a f iß r C R ö ö 5? ? n. 2, r " ? ra S . : : Alabama. . . 22 22 ,. .. .. .. 18 .. .. ,.. .. 20 .... .. 4 ö . ... 14 .... .. .. 6 4 .. .. .. 26 6 . . 54 30 .. .. .. .. 26 .. .. .. 7 10 1 .. .. 26 18 .. .. .. .. 7 - 1 .... .. 16 .. 32 23 .. ;. .. .. 9 9 1 20 .. .... .. 36 , , 6 .. .. 4 4 1 ?1 6 .. .. ' 8 .. .. .. 24 .. .. .. .'. o , 24 .. .. '.: :. 46 ' ..: 4 2 ' ' - 68 .. .". v. 2 6 i . 18' .. .. 8 .. .. 24 .. .. .. :. 36 .. .. .. 6 .. .. :. 8 .. V. t-.' 24 ' :. ..7 .. 10 .. .. .. 10 2 .. .. .. 26 ..' 6 .. .. .. 6 .. .. .. .. 6 .. .... .. .. 6 .. .. .. 5 1 .. .. .. 6 .. '.. 2 2 . . . . 1 6 2 4 .. .. .. Arkansas... 18 California.. 20 Colorado... 10 Connecticut. 14 Delaware... 6 Florida .... 10 Georgia 26 Jdaho 6 JllinoisS... 54 Jndiana ... 30 Iowa 26 Kansas..... 20 Kentucky ... 26 Louisiana . . 18 Mains 17 Maryland.. 16 Massachusetts 32 Michigan. . . 23 Minnesota.. 22 Mississippi.. 20 Missouri.... 36 Montana... 6 Nebraska .. 16 Nevada.... 6 N.Hampshire 8 New Jersey. 24 New York. . 73 N. Carolina 24 Nord DaZota 8 Ohio. 46 Oregon 3. Pennsylvania 63 R. Island... 3 S. Carolina 13 Süd Dakota 8 Tennessee... 24 Texas 36 Utah 6 Vermont.... 8 Virginia.... 24 Washington. 10 W. Virginia 14 Wisconsin. . 26 Wyoming... 6 Dist. Col.. 6 Alaska 6 Arizona.... 6 Ind. Terr.. 6 Neu Mexico. 6 Oklahoma... 6 Hawai. 6 Porto Rico. 6 Zusammen .1000 653 204 42 27 ,33 Jdaho, Nevada und Delaware ga ben nun die nun zur ZweidrittelMa jorität fehlenden Stimmen. Kleine Stadtnachrichten. - Der Verfasser der treff lichen Abhandlung über daS Turnen, die im Spottvogel erschien, ist der ge schätzte Superintendent des Turnens in den öffentlichen Schulen Herr Wm. A. Stecher. Der Druckfehlerteufel hatte aus der letzten Silbe au" gemacht. ; sD ieLeiche des Mörders und Selbstmörders Michael Kane wurde von seinem Bruder Martin Kane in North Vernon reclamirt, und wurde ferner Coroner Tutewiler von Frau Mattie Evans, Rockville benach richtigt, daß sie für die Beerdigung ihrer ermordeten Schwester, der Frau Kane, Sorge tragen würde. DerJndianapoliSBicycle Club veranstaltet nächsten Sonntag, den 17. Juli, ein Weitrennen nach Rlverside Park und erhält der Gewin ner ein FreiTicket für die Welt.Auö stellung. Das Rennen ist für Damen und Herren offen und ist als Start die Westseite des Monuments, Vormittags 9.30, festgesetzt. Alexandria, 10. Juli. Die Kelly Ax Manufacturing Co. wird ihre Anlage nach Charleston, W. Va., verlegen, eine S200,000 Hypothek, welche der Union Savings Bank und Trust Co. von Cincinnati gegeben wurde, besagt, daß diese Summe zum Bestreiten der Umzugskosten . verwandt
Äindergesellschaften.
Der Gedanke, eine Kindergesellschaft geben zu müssen, ist den meisten Müttern nicht angenehm, sie fürchten die damit verbundene Unruhe, die Umstände und die Geldausgabe. Ohne die ersteren beiden geht es freilich nicht ab, zumal wenn die Mutter die UnterHaltung der Kinder selbst leitet, was nun einmal ihre Pflicht ist. Ohne eine gewisse Direktion wird die Kindergesellschaft entweder eine sehr lederne sein, oder in wildes Toben ausarten. Die Mütter, welche glauben, daß die Kinder sich am besten unier sich amüsiren, irren ebenso wie jene, die das Amüsement der kindlichen Gäste durch überreichliche Bewirthung, Veranstaltung von Verloosungen etc. herbeizu führen suchen. Die letztere Art ist besonders beliebt, besonders gefürchtet und entschieden verwerflich. Ganz abgesehen davon, daß sie die Kosten einer' Kindergesellschaft ganz erheblich in die Höhe schraubt, fo erzieht sie die Kinder andererseits zu ganz ungerechtfertigten Ansprüchen und nimmt den Geselligkeit die kindliche Harmlosigkeit. Man sehe sich nur diese blasirten Gesellschaftspüppchen an, wenn sie in höchstem Staate in eine Familie kommen, wo die Kindergesellschaften noch nach altem Muster, in schlichter Weise, inscenirt werden. Wie rümpfen sie das Naschen, wenn, beim Kaffee oder bei der Chocolade der Schlagrahm und die theuren Conditorleckereien fehlen, wenn es keine Verloosung, kein warmes Abendessen gibt. Sie lassen dann ihre Enttäuschjung so deutlich merken, daß sie. oft genug die Laune der anderen,. weniger anspruchsvollen Kinder beeinflussen, jedes Spiel durch ihre ostentativ zur Schau getragene Herablassung stören und , den eigenen Kindern, den Gastgebern Thränen der Beschämung erpressen. Leider gibt es viele schwache Mütter, die sich dadurch veranlaßt fühlen, bei der nächsten Kinvergesellschaft die Mode, oder besser gesagt, diesen Unfug mitzumachen, um nur ja keine, sauren Gesichter sehen oder üble Nachrede fürchten zu müssen. Und dann geht es wie bei den Gesellschaften der Großen, fast unmerklich, aber unausbleiblich steigern sich die Ansprüche immer mehr, man wird überboten, überbietet wieder und das Leben über die Verhältnisse" wird dem Kinde als unheilvolle Mitgabe anerzogen. Deshalb sollten verständige Mütter von vornherein und ganz energisch Front gegen diese Unsitte machen und größere Kindergesellschaften entweder garnicht geben oder sie in den .Grenzen halten, die ihren eigenen Verhältnissen und dem Zweck der Ein-, laduna, den Kindern, ein fröhliches Beisammensein und harmloses Vergnügen zu gewähren, entspricht. Jedes Nachäffen der Geselligkeit der Großen sollte unbedingt, vermieden werden. Die Bewirthung sei reichlich und gut, doch nicht, luxuriös. Kaffee oder Chocolade - mit selbstgebackenem Kuchen oder kleinem Gebä ist völlig genügend. Schlagrahm und Torten verderben nur den kindlichen Magen. Einen selbstbereiteten Flammerie mit Fruchtsauce, rothe Grütze mit VanilleSauce oder Gelee von Apfelwein sind eine ebenso gesunde wie wohlschmeckende und erfrischende Zwischenspeise. Für den Durst reiche man nur Limonade von Fruchtsäften oder Apfelwein.' Das Abendbrot sollte außer belegten Butterbroten höchstens noch aus einem guten, milden Heringssalat, der von den meisten Kindern gern gegessen vird, und einem leichten Getränk, wie z. B. Apfelwein bestehen. Das sind, aucö für einfachere Verhältnisse, erschwingbare Unkosten, und die Vorbereitunqen sind nicht umständlich. W?m diese Art Verpflegung nicht paßt, der braucht nicht wieder zu kommen. So einfach, wie die Bewirthungsfrage löst sich die andere der Unterhaltung nicht, da gibt es mehr Kopfzerbrechen, und die Mutter thut gut, sich vorh:r über amüsante Gesellschaftsspiele zu informiren, denn diese sind noch immer die beliebtesten und lassen die Stunden des Beisammenseins wie im Fluge vergehen. Natürlich müssen sie dcmAlter u. dengeistigenFähigkeiten der geladenen Kinder entsprechen, dürfen nicht zu schwierig sein, nicht zu scharfes Nachdenken erfordern. Das ermüdet und verfehlt den Zweck. Im Sommer ist die Unterhaltung der fönder unendlich leichter, namentlich, wenn ein Garten oder Spielplatz vorhanden ist. Fehlt dieser, so hat sich ein kleincr gemeinsamer Ausflug als Ersatz der häuslichen Kindergesellschaft oft sehr gut bewährt und viel Vergnügen bereitet. Man arrangirt dann z. V. ein Kaffeekochen im Walde, was viel Spaß, macht und wobei jeder helfen muß. Oder man. nimmt nur alle EßWaaren mit und bestellt Kaffee und sonstige Getränke in einer schön gelegenen Sommerwirthschaft. Die Unkosten sind nicht so groß, als man vielleicht annimmt, das Vergnügen aber meist ein doppelt großes. Die Zal der Lauf- und Bewegungsspiele ist tu ne so große, daß man mühelos Abwechslung genug ZU bieten vermag. .-' Nun aber zur Geselligkeit im Hause zurück. Außer den bereits erwähnten Gesellschaftsspielen, kann man die Kinder prächtig durch Verkleidungen, Stellen von lebenden Bildern, ImProvisiren einer Märchendarstellung unterhalten. Nichts thun ja Kinder
lieber, als sich verkleiden. Man muß nur alles dazu Nöthige schon vorher bereit legen' damit keine Zeit mit dem Herbeiholen vertrödelt wird. ' Auch das Einstudiren eines Märchenspiels während der Wintersonntage und des sen Aufführung bereitet viel angenehmt Stunden, zumal wenn die Kinde? die dazu erforderlichen Kostüme aus billigstem Material,-alten Ballsachen und dem dankbaren, zu jedem Zweck dienenden bunten Krepppapier, unter Leitung der Mutter, selbst anfertigen dürfen. -Das. gibt .eine schier unerschöpfliche Fülle von Amüsement, bildet den Geschmack, übt die Handfertigkeit, die Bewegungen und regt die Phantasie wohlthätig an. Die Kinder lernen hierbei fpielend das Vortragen, legen manches linkische Wesen, manche Schüchternheit und Unselbständigkeit ab, und der Sinn für geistige Genüsse wird dadurch geweckt und gePflegt. Bei kleineren Kindern genügt zur Unterhaltung ein Kasperletheater, oder wo das nicht vorhanden, die bekannte und immer beliebte-Kartoffel-komödie, mit. der man die schönsten Märchen und Rittergeschichten ausführen kann. Auch die Musik kann seh? zur Unterhaltung. der Krnder beitragen. Gemeinsam gesungene Kinderlieder, ein Einzelvortrag eines stimmbegabten Kindes und schließlich ein Tänzchen erfreuen immer das Kinderherz und lassen oft die verwöhntesten kleinen Salondamen alle Blasirtheit vergessen und froh und echt kindlich mitsingen und -springen, i Aber immer und überall muß die Mutter oder eine ältere Schwester die Leitung, übernehmen, sonst wird's nichts Rechtes, und Egoismus und Unverträglichkeit wagen sich zu leicht hervor und styren die Harmonie. Es ist keine leichte Aufgabe für eine Mutter, in dieser Weise einzugreifen, es kostet Opfer an Zeit und Nerven, aber welche liebevolle und verständige Mutter bringt nicht gern diese Opfer, wenn sie damit ihren Kindern eine , Freude bereiten und dazu beitragen kann, sie vor Blasirtheit, materieller Genußsucht zu schützen und ihnen das Verständniß für die ideellen Güter des Lebens an-, zuerziehen? Derartige Kindergesells schaften bilden gewöhnlich eine bleibende, schöne Erinnerung für die Kinder und vermögen noch, in späteren Jahren den Zauber der Kindheit, das Bild de Elternhauses und der Mutter in ungetrübter Frische hervorzurufen und das Herz mit Dankbarkeit und Wärme zu erfüllen. Ist das nicht ein schöner und hoher Preis für die kleinen, meist nur der Bequemlichkeit - abgerungenen Opfer der Mütter? Ein ironisches Geschenk. Es war vor neun Jahren. Nach der Einnahme von Port Arthur baten der britische Admiral Freemantle und sein Stab den japanischen Admiral Jto um die Erlaubniß, die eroberte Citadelle besichtigen zu dürfen. .Die Japaner waren wüthend über die Engländer, die in gewisser Weise die Chinesen unterstützt hatten, indem siö während der Schlacht derartig manövrirten, daß die Angreifer belästigt wurden. Trotzdem wurde Freemantle's' Gesuch freundlich bewilligt. Sie haben hier einq große Anzahl Siegeszeichen." sagte .Freemantle bei der Besichtigung zum- General Jto, würden Sie uns nicht eins zur Erinnerung schenken?" .Sehr gern," antworteteJto höflich? und nach Beendigung der Besichtigung ließ er dem Admiral und den englischen Offieieren je ein Remington - Gewehr als Geschenk überreichen. Man kann sich denken, was für lange Gesichter die Herren machten, als sie in den Gewehren die von England an China verkauften Waffen wiedererkannten. Das Schleimig- oderZäywerden des Weines ist meistens auf mangelhafte Gährung. zurückzuführen. Der Zucker, anstatt durch die Hefe in Alkohl umgesetzt zu werden, verwandelt sich in eine zähe, schleimige Masse, welche den Wein lang und fettig macht und demselben einen unangenehmen, öligen Geschmack gibt. Solch kranker Wein muß sofort abgestochen werden. Um den Schleim mechanisch zu zerreißen, wird an dem Auslaufkrahn eine Giebkannenbrause befestigt und der Wein durchlaufen gelassen, worauf er in ein stark geschwefeltes Faß gefüllt wird. Dieses Verfahren, wird in 4 Wochen wiederholt, wobei Zucker, 4 Pfund auf 23 Gallonen Wein, und etwas frische Hefe zugesetzt wird. Es wird eine Gährung eintreten, und dies ist das beste Mittel für diese mißliche Minkrankheit. Egoistische Vegeister u n g. Redner: Ja, meine Herren, wenn das so weiter geht, lohnt es sich gar nicht mehr, daß unsere Landwirthe sich noch mit dem Obstbau .abgeben. Unsere Obsteinfuhr muß daher beschränkt werden " Schauspieler (begeistert klatschend): Bravo! Bravo!"
Kastenburg, j Johann Sto schanZki aus Annafeldt stürzte infolge Trunkenheit so unglücklich vom Pferde, daß ihm -die Räder einer schwer beladenen Wagens über die Beine gingen. Ein Unterschenkel wurde ihm dabei vollständig abgerissen, während ihm der Oberschenkel stark gequetscht wurde. Der Verunglückte wurde ins hiefiae Krankenhaus geschafft.
tazeliroa., 3to. 1 W. Washington Str (Merchants National Bank)
Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europas. Schiffsscheine Z und vo-' uropa. An- und verkauf ausländischen Geldes. Mn kleiner LeeL ist oft der Untergang eines . großen Schiffes. Ein Leck in ihren... Ausgaben wird... Sie arm halten... " Wenn Sie wohlhabend werden wollen so denken Sie an das Sparen ebensogut wie an das Verdienen. Eine Eigenschaft der miMk ist es, kleine Summen zu sammeln und dieselben in Anlagen zu verwandeln welche dem kleinen Eigenthümer von kleinen Summen, im Verhältniß ebensoviel einträgt alö den Eigenthümern von sehr großen Sum men. Nath frei ertheilt. Osficen Jndiana Trust Gebäude. ttapital . - - 91,000,000.00 . Ucberschuß - 225,000.00 , Pius X. als Codtenaräbcr. Als Sarto, der gegenwärtige Papst Pius X., noch Landpfarrer war, brachen in seiner Parochie einmal die VfaU tern aus. Fast in jedem Hause gab es Todte, mit denen man aber nicht mehr viel Umstände machte. Ueberall gab t& großes Wehklagen; nur etliche Leute sahen vergnügt drein, denn sie machten ein vorzügliches Geschäft: die Todtengräber. Sie waren den ganzen Tag betrunken und wanderten von Kneipe zu Kneipe. ' Der Pfarrer begann Verdacht zu schöpfen, daß sie es mit ihrem traurigen Handwerk nicht sehr ernst nahmen. Die Todten pflegten um Mitternacht begraben zu werden, die Armen in einer elenden Kiste, die auf einem Karren auf den etwas entfernten Friedhof gefahren wurde. Eines Nachts beschloß Sarto, den Todtengräbern nachzugehen. Wirklich traf er sie mit einem Hagelrausch neben ihrem Karren schnarchend. Die Leiche, es war die einer alten Frau, lag friedlich auf dem Wagen. Er weckte erst den einen, dann den andern oder vielmehr suchte sie zu wecken. Was er aber von den so unliebsam in ihrem Schlummer Gestörten zu hören bekam, waren greuliche Flüche. Da ließ er die beiden Todtengräber weiter schlafen, faßte den Wagen an, fuhr ihn an's Grab, das er erst suchen mußte, ließ die Kiste herab und schaufelte das Grab sorgfältig zu. Die Zvittwcnflagge. Im Innern Sumatras herrscht der sonderbare Brauch, daß derÄZind darüber entscheidet, wie lange die Wittwenschaft einer Frau währen soll, die ihren Gatten verloren hat. Unmittelbar nach dem Tode des Mannes pflanzt die Frau vor ihrer Hütte oder ihrem Hause einen hohen Flaggenstock auf. und hißt an der Spitze des Stockes eine Flagge, die lustig im Winde flattert. So lange die Flagge unbeschädigt bleibt, darf die Wittwe die Qütte nickt verlassen, muh die Trauerkleider beibehalten und den Tod ihres Mannes beklagen. Sobald aber durch den Wind die Flagge beschädigt wird, ein Stück, von ihr aoreißt oder ein Niß m ihr entsteht, hat die Wittwe das Recht, die Trauerkleidung abzulegen und den ersten besten, der kommt, um ihre Hand zu werben, zu heirathen, wenn er' ihr irgendwie gefällt. Ein ordentlicher Sturm ist daher für die Wittwen der Insel Sumatra eine sehr willkommene Erscheinung, besonders für diejenigen, welche Heirathsgedanken haben und von den strengen Vorschriften der Trauer befreit sein wollen. DieProduktion.von Stahlbarren in Havre, Frankreich, belief sich im Jahre 1903 auf 2854,620 Tonnen, gegen 1,563,303 Tonnen im Jahre 1902.
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werden soll. - - - ' V
