Indiana Tribüne, Volume 27, Number 273, Indianapolis, Marion County, 9 July 1904 — Page 7
Jndiana Tribune, . Jult loou,
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Roman von Ludwig Habicht. Fortsetzung.' Ja, eine von uns beiden mußte es thun entgegncte Waltrud. da sich Jrmgard sogleich dazu entschloß, überließ ich ihr gern das Vorrecht, und jetzt erst sehe ich ein, wie gut ich daran gethan." Ein freundliches Lächeln erhellte jetzt ihre strengen Züge. . Ja. so hat allesEchlimme zuletzt sein GuteS. , Ohne meine schwere. Verwundung und ohne Jrmgcrrds heldenmüthige Aufopferung würde der Vater niemals in unsere Verbindung gewilligt haben." Und wie ich Jrmgard kenne, wäre sie ohne diese Einwilligung niemals deine Frau geworden, selbst wenn du wirklich demVter trotzen gewollt hattest." Sa yait du recvt. Vlun ist 3 vezser, daß es so gekommen." Nicht wahr, der Vater überläßt dir Klein - Lindenau; er sprach tut nigstens davon." Kurt nickte freudig zustimmend mit dem Kopfe. Dort wollen wir fleißig und tapfer wirthschaften und uns ein reines, stilles Glück schaffen." Die Augen des jungen Grasen leuchteten auf. Und nicht wahr, du kommst dann recht oft zu uns auf Besuch?" Nein; aber ich siedle gleich mit euch in das neue Heim." Den jungen Grafen litt es nicht länger auf seinem Sessel; er wollte sich vor freudiger Erregung erheben, sank über dann doch zurück, während er seine eigene Schwäche nicht weite? It achtend, lebhaft uusrief: Das wolltest du? Ach. das wäre herrlich! Aber was wird der Vater dazu sagen? Wird er dies erlauben?" Ich will mit euch gehen, weil ihr mich brauchen könnt, während ich hier längst ganz überflüssig bin. Wenn auch der Vater meineZntfernung nicht gern haben dürfte, so wird sie unsrer lieben Mutter um so angenehmer sein und die wird schon im entscheidenden Moment ihn umzustimmen wissen." Ein bitteres, sarkastisches Lächeln folgte diesen Worten. Kurt ergriff die Hand der Schwesier. Ja. meine liebe, gute Waltrud, du vergrollst dich hier nur, das hab' ich längst bemerkt und bedauert. Wie glücklich wollen wir alle sein! Ah, daß du zu uns kommst, das ist für uns ein großer Lebensgewinn! Wie wird sich Jrmgard darüber freuen!'" Wir werden uns schon vertragen. Sie ist wohl aus etwas weicherem Stoff gemacht al ich; aber in unseren Gesinnungen stimmen wir doch wunderbar überein. während ich hier " Sie vollendete nicht, denn die Thür ward aufgerissen und der Vater stürmte mit allen Anzeichen heftiger Erregung in das Zimmer; er hielt tu nen Brief in der Hand. Bei dem unerwarteten Anblick des Sohnes und nützen Tochter fraate er ein wemg oermrrr:: 2Lo ijt die Mutter? Ich glaubte, sie wäre noch hier." Sie ist soeben gegangen," antwortcte Kurt. Der Graf schwankte einen Augenblick, ob er sich dann ebenfalls entfer nen oder bleiben folle? er wollte schon den Geschwistern den Rücken kehren und ebenso hastig wieder hinausstürzen, wie er gekommen war, da wandte er sich kurz entschlossen noch einmal um und mit den hastig hervorgestoßenen Worten zu Kurt: ftch, was kann das helfen? Du mußt es ja doch erfahren. Ich denke, mich soll der Schlag rühren! Ist das eine verteufelte Geschichte! Da lies!" Und er legte den offenen Brief, den er in der Hand gehalten hatte, dicht vor dem Sohne hin. Kurt betrachtete erst ein sinnig' erstaunt das Schreiben. Was sollte das bedeuten. Er konnte die furchtbare Aufregung des Vaters nicht begreifen; es mußte.jedoch etwas ganz Besonderes sein. Wie er bemerken konnte, rührte der Brief von seinem Schwiegervater her und nun überflog er rasch die wenigen Zeilen. Das war freilich eine überraschende und seltsame Nachricht. Der Bruder des Barons war gestern plötzlich zurückgekehrt. Durch den Kopf des Sohnes zuckte nur der eine Gedanke: Wie würde sich der Va ter zu diesem unerwarteten Ereigniß stellen? Er schaute fragend und nicht ohne Bestürzung in, dessen Antlitz, während er schweigend das verhängnißvolle Schreiben seiner Schwester reichte, deren Augen bereits voll zärtlicher Besorgniß auf ihm ruhten. Ja, was sagst du?" brauste der Graf jetzt heftig auf: Taucht dieser Mensch hier auf und gerade jetzt! Ich kann ihn nicht sehen! Er mag erst seine Strafe abbüßen, dann will ich die Vergangenheit zu vergessen suchen." Was soll jetzt geschehen?" fragte Kurt leise, dem tausend unruhigeVor stellungen durch den Kopf wirbelten. ' Ihr fahrt natürlich hinüber und feiert die Verlobung, ich habe, einmal mein Wort . gegeben und dabei bleibt's." antwortete der Graf ohne jedes Bedenken. Nur von mir ixt lange nicht, daß ich mitkomme." Du willst hier bleiben?!" rief Kurt voll schmerzlicher Bestürzuna aus. Und ich hatte mich so unendlich freut, daß mit dem heutigen Tage zwischen uns und den Ehrenfels alles in das schönste Geleiö kommen würde!"
Ich war ja dir zu Liebe bereit, mich mit denen ba drüben" völlig auszusöhnen. Jetzt ist eö mir unmögUch! Ich kann nicht mit dem Morder meines Bruders zusammentreffen, der mit seiner alten, übermüthigen Weise mir unverschämt ins Gesicht te chen würde, als wollte er sagen: Siehst du. ich bin und bleibe ein ganz famoser Kerl. Ich schlage allen Gesetzen ein Schnippchen." Baron Heinrich hat deinen Bruder im Duell getödtet. das ist freilich W traurig; aber Mord " Wie willst du es anders nennen?" unterbrach ihn der Graf heftig: Ehrenfels hatte die Wahl der Waffen, er wußte, daß mein Bruder ein sehr schlechter Schütze war. und er entschied sich doch für die Pistole, die in seiner außerordentlich sicheren Hand eine tödtliche Waffe war. Ist das kein Mord?!" und die gro-ßen, unruhig funielnden Augen des Vaters ruhten fraaend auf dem Sobne. Es sind über dies unendlich trau rige Ereigniß jetzt zwanzig Jahre verflössen," entgegnete Kurt leise und doch mit einiger Betonung. . Ich weiß, was du damit sagen willst, aber ich gehöre nun einmal nicht zu den Leuten, die vergessen fön nen. Wäre er damals nicht feige entflohen, hätte er seine Strafe abgebüßt ich würde ihm verziehen haben; er hat es mir unmöglich gemacht, und ihn jetzt wieixrzufehen, ihm vielleicht freundlich die Hand zu schütteln, als ob der Schatten meines gemordeten Bruders nicht noch zwischen uns stän de, daS geht über meine Kraft. Ich werde dem Baron schreiben, daß es bei der Verlobungsfeier sein Bewenden behält. Ihr müßt mich schon entschuldigen . . . f?ahrt alle, aber ich bleibe zu Hause" und als wolle er mit dieser ganz bestimmt abgegebenen Erklärung alle weiteren Bitten und Vorfiellungen abschneiden, stürmte der Graf wieder hinaus. Das ist ein bitterer Wermutstropfen in unseren Freudenber! Was werden Ehrenfels dazu sagen!?" Mit diesen Worten wandte sich Kurt niedergeschlagen und bekümmert zu seiner Schwester. Laß dich nicht zu tief niederdrücken," ermähnte die Schwester in ihrer ruhigen, verständigen Meise, mit der sie so oft über den Bruder den größten Einfluß gewonnen hatte, trotzdem sie beinahe fünf Jahre jünger war als er. , Hast du die Vergangenheit verschuldet? Euch gehört die Gegenwart und die Zukunft und wenn auch dieser letzte kleine Sturm vorüber sein wird, dann seid ihr im Hafen. Kurt antwortete nicht; er drückte nur seiner Schwester die Hand, und dann richtete er sich mit ihrer Hilfe in die Höhe, um nun ebenfalls das Zimmer zu verlassen: aber wie er auch die quälenden Gedanken zu verscheuchen suchte, er ging doch in einer viel trüberen Stimmung hinweg, als er gekommen war; wohl lachte auch jetzt noch einellerFrühlingshimmel herab, ihm jedoch erschien er plötzlich grau und umwölkt. Auch der Zuspruch der Schwester konnte ihm die Sorge nicht verscheuchen, die auf ihm lastete .... Der Vater kam nicht mit. Wie würden die Ehrenfels dies Zeichen der alten IlnversöhnlichZeit aufnehmen? Es war ihm unmöglich, jetzt noch heiter in die Zukunft zu blicken.
3. Es war. als ob die Sonne den Festtag mit begehen wollte, daß sie schon in aller Frühe gar so goldige Strahlen vom wolkenlosen Himmel herabsandte und den im Frühlingsschmuck prangenden Fleck Erde wie in einen Zaubersaal verwandelte, der heut nur zu Lust und Freude bestimmt schien. Selbst die sonst so öde, reizlose Landschast erhielt in dieser glänzenden Beleuchtung einen Schimmer von Poesie. Von den Bewohnern des Heidedorfes war ja auch alles gethan worden, um ihre Straße für den heutigen Festtag zu schmücken. Schon am Anfang der Dorfstraße befand sich eine große Ehrenpforte mit der Inschrift: Willkommen den Siegern!" Das ganze Dorf entlang, bis zum herrschaftlichen Schlosse, waren über die Straße grüne Guirlanden gezogen, aus einzelnen der niederen Häuser wehten sogar kleine Fahnen in den preußischen und deutschen Farben: wurden doch nicht nur die jungen Freiherren erwartet, sond:rn auch einige Bauersöhne hrten heut aus dem Kriege mit heim und so hatte man das Möglichste gethan, um die Krieger würdig zu empfangen. Der Kantor swdirte schon in früHefter Morgenstunde seine lange Rede eifrig ein, mit der die Helden des glorreichen Kampfes begrüßt werden sollten und die Schuljugend, die heut einen Feiertag hatte, schwärmte lärmend umher, voll Ungeduld den Augenblick erwartend, wo die Soldaten dort unten aus dem Walde auftauchen und sie das Zeichen zum Hurrahschreien erhalten würden. Einige Buben' waren schon am Morgen den heimkehrenden Siegern entgegengelaufen,, obwohl diese erst in den Nachmittagsswnden erwartet wurden. Die sonst so stille Dorsstraße war heut merkwürdig belebt, noch wurden hier und da Guirlanden gezogen, und wer früher einmal Soldat gewesen war, der putzte gewiß einen alten Schießprügel, um am Abend damit lustig zu knallen. Geschafft und gearbeitet in Haus und Feld wurde heut I nur das allernothwendigste.. Augen
und Gedanken wanderten immer wieder auf die Dorfstraße hinaus, ob sie nicht bald kommen würden. Auch das alterthümliche, in gotischem Stil errichtete Schloß des Barons war schon festlich geschmückt und sah heut mit feinen vielen Zinnen und Erkern viel freundlicher aus als gewöhnlich. denn die von einem früheren Brande des Wirthschaftsgebäudes arg geschwärzten Mauern des Schlosses wurden heut von der Frühlingssonne in freundlichere Farben gekleidet, aus einigen Fenstern wehten Fahnen, während von den anderen Teppiche und Tücher herabhingen, die vollends dem sonst so düstern alten Bauwer! einen freundlicheren Anstrich gaden. Auch im Schlosse herrschte seit der frühesten Morgenstunde die lebhafteste Bewegung. Obwohl die wackere Frau Vallauf gestern ungewöhnlich spät zu Bette gegangen, war sie doch heut die erste wieder auf. um mit ihrer rheinisehen Lebhaftigkeit alle' anzutreiben, sich zu tummeln; ihren hellen, scharfen Augen entging nicht die geringste Unregelmäßigst, und sie wußte überall geschickt und herzhaft mit anzugreifen, wo es noch etwas anzugreifen und zu verschönern gab; .sie' hatte an diesem Festmorgen nicht einmal Anlaß, viel über das sonst so faule Pack zu sKelten, denn alle schienen heut in freudiger Erregung zu sein und ihr bestes leisten zu wollen, um wenigstens an diesem Ehrentage der strengen Wirthschafterin kein Aergerniß zu geben. Ueberall war ein geschäftig Hin- und Herlaufen, ein eifriges Ausnützen der letzten Stunde: sollten auch die heimkehrenden Krieger erst am Nachmittag eintreffen, so wurden doch die Gäste aus Lindenau fchon früher erwartet. Sogar der Baron wurde heut von dem Freudenstrom, der berauschend über alle hinwegging, ein wenig mit fortgerissen: sein Gesicht zeigte nicht den gewohnten mißmuthigen und verdrießlichen Ausdruck, der sich bei ihm bereits festgesetzt hatte. Der Früh, lingstag war gar zu . herrlich und weckte selbst in seiner sonst so gepreßten Brust ein frischeres Athmen. Sollten nicht auch für ihn und die Seinen wieder fröhlichere, schönere Tage kommen, wie er sie in jener glücklichen Zeit am Rhein voll Lebensmuth genossen hatte? Vte Söhne kehrten yetm, geuno und wohlbehalten, wie durch ein Wunder allen Gefahren entronnen. Jrmgard stand ganz unerwartet am Ziel ihrer heißesten Wünsche und selbst das plötzliche Auftauchen des Bruders erschien ihm jetzt an diesem köstlichen, belebenden Frühlingsmorgen weniger beängstigend und bedrohlich als gestern. Heinrich hatte noch am vergangenen Abend und heut den ganzen Morgen in seiner kecken, kein Hinderniß anerkennenden Weise über alleBedenken hinwegzuhelfen gesucht, die in ihm aufsteigen gewollt. Hab' keine Angst, laß ihn nur kommen," hatte er dem Bruder lachend gesagt. Ich halte mich hinter dir ein wenig versteckt und sobald er aussteigt. springe ich vor und schließe ihn in meine starken Arme. Unser deutsches Vaterland ist jetzt einig, wir müssen es auch sein. In dieser großen Zeit verstummt und stirbt aller kleinlicher Streit und Hader. Glaube mir. wenn ich ihm das sage, dann kann er nicht länger grollen." In einem Winkel seines Innern nistete wohl noch einiges Bedenken; aber der Bruder war seiner Sache so sicher; er nahm an dem Geschick seiner Verwandten einen so warmen, herzlichen Antheil, daß der Baron nicht den Muth fand, ihn in seiner freudigen Zuversicht zu stören. Er hatte nur dem Bruder gesagt, daß er es für seine Pflicht gehalten habe, dem Grafen mitzutheilen, wen er heut hier finden werde, und Heinrich war damit wenig einverstanden gewesen und hatte ärgerlich ausgerufen: Ach, welche Dummheit! Das, hättest du nicht thun sollen! Ich wollte ihn überraschen, da konnte er nicht ausweichen; er mußte mir die Hand zur Versöhnung geben. Aber jetzt?! Wenn er nun nicht kommt? Dickköpfig aenug ist er." Ich war ihm die Wahrheit schulbig." , Hm, die Wahrheit," hatte der Bruder entgegnet. Die kann niw doch nicht immer jedem auftischen! Das ist auch so eine deutsche Marotte! Wer sich da drüben zwanzig Jahre herumgetummelt hat, der lernt die Augen ordentlich aufmachen, da kommt man von selbst hinter jede Wahrheit Seltsam, wie aufrichtig auch die Freude des Barons gewesen war, nach so langer Trennung seinen einzigen Bruder, den er bereits für todt gehalten, so unerwartet wiederzusehen, wid wie sehr auch dieser seine Genugthuung zu erkennen gab, daß ihm die Ueberraschung gelungen sei, es hatten doch nur wenige Stunden des Zusammenseins genügt, um den jetzigen Majoratsherrn empfinden zu lassen, wie groß die Kluft geworden, die sich in dieser langen Zeit zwischen ihnen aufgethan. Das war wohl noch derselbe Heinrich Ehrensels voll unerschöpflicher Lebenslust, voll ritterlicher Gesinnung; aber der vornehme Schliff, der ihm frühec trotz seiner Wildheit eigen gewesenwar doch da drüben" schon derloren gegangen; es kam nur zu seicht ein gar zu rücksichtsloses Benehmen zum Vorschein, ein Sich-gehen-lassen in Worten und Bewegungen, die n Edelmann vermissen ließen, und doch war seine Frische, sein keckes, über
muthiges Erfassen der Wirklichkeit so unwiderstehlich; es riß selbst den vergrämelten und so leicht zur Schwermuth ' neigenden Bruder mit fort. Heinrich schien .den Triumph, den das deutsche Volk errungen, viel stärker zu empfinden, als selbst seiner Freude über den Ruhm und die Größe seines Vaterlandes nicht stark und lebhaft genug Ausdruck geben. Die Baronin und ihre Tochter waren heut ebenfalls früher als sonst thätig gewesen; es gab ja noch so viel zu ordnen gerade in den Zimmern mußte die letzte Hand angelegt und nach dem Rechten gesehen werden, damit es auch an nichts fehle. Als Baron Heinrich, der in aller Frühe überall umhergestrichen war, die beiden geschäftig hin- und hereilenden Frauen sah, rief er lachend aus: Ja, warum haspelt ihr euch ab? Das thut in Amerika die Frau des Hauses niemals. Für was habt ihr denn eure Leute?". Wir können unserer Käthe niä)t alles überlassen, sie hat es ohnehin seit gestern schwer genug," entgegnete die Baronin und fuhr eifrig in ihrer Hantnung fort. . Ihr habt euch wohl dieses Menschenjuwel vom Rhein mitgebracht, denn hier wäre es nicht aufzutreiben." Die Baronin lächelte: Ja, wir sind sehr glücklich, daß wir wenigstens noch unsere Käthe haben und du hast wirklich nicht so unrecht, sie ein Menschenjuwel zu nennen." Sie führt einen scharfen Besen: aber das. ist hier nothwendig. Vorhin hörte ich. wie sie einen der Burschen: Du Tutendübben" schimpfte, da merkte ich gleich, daß sie eine Rheinl'anderin sein müsse." Dübben" nennt sie jeden rasch; aber Tutendübben" ist dann ihr Superlativ," bemerkte die Baronin heiter. Jetzt konnte auch Jrmgard ihre Heiterkeit nicht unterdrücken; sie stieß ihr helles, frisches Lachen aus, das heut noch lustiger, klang als gewöhnlich. Sie war ja so glücklich und selbst das plötzliche Auftauchen des Oheims konnte-sie nicht allzu sehr beunruhigen; sie wußte wohl, daß es dem Vater Kurts nicht besonders angenehm sein würde, mit dem Manne zusammenzutreffen, den er noch immer zu hassen sich förmlich verpflichtet fühlte; aber an diesem herrlichen Tage, da mußte doch all kleinlicher Groll schweigen; der Heimgekehrte hatte wohl Recht, wenn er dies behauptete und darüber gar keinen Zweifel aufkommen ließ, daß über die alte längst vergessene Geschichte ein mächtiger Schwamm hinwegfahren müsse. Ihr seid um eure Käthe zu beneiden," fuhr Baron Heinrich in guter Laune fort: Die wäre in Amerika selbst für schweres Geld nicht zu haben." Ja, sie ist für uns ein großer Schatz, denn sie hängt an uns allen mit wahrhaft rührender Treue." . Die brave Käthe würde für jeden von uns das Leben lassen, aber doch wohl am freudigsten für Arnulf," bemerkte Jrmgard. Sie war seine Amme, und so ist e? ihr erkorener Liebling geblieben," fügte die Baronin hinzu. Ah. dann begreif' ich sagte der Baron. ' Die Gute Hai sich um Arnulf während des ganzen Krieges mehr abgesorgt, als wir alle, und nun stürmt sie nur so rastlos überall umher, um über die Stunde des ungeduldigen Wartens am besten hinwegzukommen." Darum bist du wohl auch nur so geschäftig, liebe Nichte?" wandte sich der Baron scherzend zu Jrmgard, die bereitwilligst seine neckende Frage bejahte. WaL sind doch solch' Verliebte für glückliche Menschen!" rief der Oheim aus, und seine Blicke ruhten voll Wohlgefallen auf dem jungen Mädchen, daS auch in der That, in seiner freudigen Geschäftigkeit einen entzückenden Anblick bot; es war selbst wie ein Stück verkörperter Frühling. Hei, wenn diese Zeiten noch einmal wiederkehren wollten!" setzte er mit einem leichten Seufzer hinzu. Jtzt muß ich so lange warten, bis vielleicht mein Junge diesen Rausch durchmacht und mich dann daran ein wenig ergötzen, wenn überHaupt der Bursche einmal Feuer fangt, was ich kaum glaube." Warum hast du ihn nicht mitgebracht?" fragte die Baronin. Nicht mitgebracht?!" wiederholte Heinrich lachend: Ja, wenn - du glaubst, daß ein amerikanischer Boy, der schon siebzehn Jahre auf dem Rücken hat, sich so einfach mitbringen ließe! Die jungen , Herren da drüben", haben in diesem Alter schon ihren eigenen Willen." Er ist wohl ganz Amerikaner geworden?" Esoriseung folgte " Naiv. ' Feuerwehrvertreter: Nun, wie hat die neue Spritze bei eurem letzten Brande funktionirt?" Hauptmann: Tadellos, nur's Wasser hat uns gefehlt!" Revanche. Oberförster (eingeladen zu einer von dem Geheime Commercienrath erpachteten Jagd): Sehen Sie nur. was für innige, wechselseitige Beziehungen zwischen Herrn Geheiucrath und seinen Hasen bestehen. Jagdgast: Wie meinen Sie daS? Oberförster: Erst schießt der Geheim-' rath ar. dem Hasen vorbei uud dann dulHase an itol
I nderArbeiterkaserne in Schackenthal, unweit Halle a. S., tödtete ein arbeitsscheuer Mensch, dem die Ausweisung drohte, in plötzlich ausbrechender Raserei zwei kleine Kinder des Aufsehers durch Beilhiebe, verwundete das achtjährige Mädchen eines anderen Aufsehers schwer und verübte hierauf Selbstmord durch Erhängen. Eine Eontrollsielle für Thermometer hat das Pariser Eonservatorium der Künste und Kunstgeweebe eingerichtet. Mehrere Gelehrte müssen die von den Erbauern und Berfertigern von Thermometern neu hergestellten Apparate nach dem Laboratorium senden, wo sie auf ihre Präzision hin geprüft werden. Sofort die erste Probe hat merkwürdige Resultate zu Tage gefördert. Bon 440 Thermometern, die an die Eontrollstelle gelang ten, erwiesen sich nur 139 als exakt, die übrigen 301 gaben durchaus falsche und irrthümliche Grade an. Die französischen Zeitungen greifen diese Neuerung mit Befriedigung auf und sprechen die Befürchtung aus, daß eventuell auch die Thermometer der Aerzte, mit denen sie die Höhe des Fiebers bei den Kranken messen, ungenau sein können. Als dieser Tage ein amerikanischer Dompteur in der bekannten Pariser Menagerie von Bostock seine Thierdrefsuren vorführte, stürzte sich plötzlich eine große Tigerin auf ihn, die anscheinend durch das schwere Gewitter, das gerade am Himmel stand, aufgeregt und nervös geworden war. Die Bestie riß dem Bändiger fast das ganze Fleisch vom rechten Oberarm herunter, und des zahlreichen Publikums, das laute Schreie des Schreckens ausstieß, bemächtigte sich große Aufregung. Der Dompteur behielt jedoch seine Geistesgegenwart und umspannte, trotz feiner schweren Verletzung, den Kopf der Tigerin mit seinen Händen wie. mit einemSchraubstocke. Während die anderen Thiere, durch den Blutgeruch gereizt, ebenfalls Miene machten, auf den Bedrängten loszugehen, gelang es diesem, mit Hilfe der Menageriearbeiter, aus dem Käfig zu entkommen.- Gleich darauf fiel er in Ohnmacht. Die anfänglich so kahle Sandbank Trieschen, die vor der Elbmündung etwa eine Meile von der Dithmarscher Küste in Höhe des Ortes Vüsum liegt, ist durch ununterbrochene Antreibung von Seeschlick zu einer fruchtbaren Insel geworden, die nach der neuesten Vermessung 120 Hektar üppigstes Weideland umfaßt. Im Sommer wird diese Insel von SeeHundsjägern bevölkert, die von ihr aus stets mit bestem Erfolge der Seehundsjagd obliegen. Während so das Meer in rastloser Arbeit hier aufbauend ge wirkt, hat es sich unweit davon in glei cher Weise zerstörend . bethätigt. Westlich von Trieschen, etwa in gleicher Höhe, aber durch den Fahrwasserstrom der Elbmündung getrennt, liegt die von allen Schissen sehr gefürchtete Untiefe Groß-Vogelsand. An dieser nagt die See in den letzten Jahren in sehr merkbarer Weife, und besonders in diesem Frühjahr ist die ständig fortschreitende Abbröckelung des Groß-Vogel-fand ganz außergewöhnlich auffällig in Erscheinung getreten. Der schon seit 60 Jahren vorgeschlagene, und immer wieder verworfenePlan, eine direkte Verbindung zwischen Rom und dem Tyrrhenischen Meer herzustellen, scheint endlich seiner Verwirklichung entgegen zu gehen. König Viktor Emanuel III., der persönlich großes Interesse an dem Plan nimmt, wohnte dieser Tage einer Sitzung der bedeutendsten Kaufleute und Industriellen der ewigen Stadt" bei, in der der bedeutende Ingenieur Orlando den fertigen Plan vorlegte. Auf die Benutzung des Tiber muß darnach allerdings verzichtet werden. Seine Wasserverhältnisse und die starke Versandung der Mündung machen die Anlegung eines guten Hafens unmöglich. Die Verbindung soll vielmehr durch einen Kanal, der unweit des alten Ostia münden soll, hergestellt werden. Die Tiefe desselben soll 28 Fuß, die Breite 210 Fuß betragen, um die Durchfahrt großer Handelsschiffe zu ermöglichen. Die Arbeiten würden 5 Jahre in Anspruch nehmen; die Gesammtkosten stnd auf einige 60 Millionen Lire veranschlagt worden. Die Spitzbergen -Rei-s e n des Polarfahrers Kapitäns Bade aus Wismar, jetzt ausgeführt von feinen Söhnen, sind durch Einstellung der neuen Dampf-Lustjacht Oihonna" bedeutend verbessert worden. Dieser Dampfer ist eigens für Fahrten in's Eismeer gebaut und nimmt nur eine beschränkte Anzahl von Reisenden auf. Um die bewegte Nordsee zu vermeiden, tritt die Yacht ihre Reise von Kiel aus an und steuert auf der ruhigeren Ostsee zwischen den dänischen Inseln und unter der jütländischen Küste gegen Norden. An der norwegischen Küste, vom südlichen Eap Skudeönaes bis hinauf zum Nordcap, dampf die Dacht stets unier dem Schutze der Schären und Inseln, so daß die ??ahrt ruhig ist. Vom Nordcap steuert oie Facht nach der Bäreninsel und nördlich weiter nach Spitzbergen und dann, als eimiger Peranügungsdampfer, bis an die Grenze oes ewigen Eises, zwischen 80 bis 90 Grad nördlicher Breite. Auf der Rückreise werden neue Fjorde und Hafenplätze angelaufen, und die Ueberlandfahrt Gudvangen Stahlheim Bergen bietet Gelegenheit, auch das Ännere Norweaens kennen Zu lernen.
Seuer Signale.
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