Indiana Tribüne, Volume 27, Number 273, Indianapolis, Marion County, 9 July 1904 — Page 5
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Künstlcrliebe.
Von Gustav Löffel. Sonnenschein und märchendüftige Z5rühlmgspracht woben draußen vor .den weit geöffneten Fenstern, zu denen das Jubiliren einer zum Himmel aufsteigenden Lerche, das Gacker der Hühner, das Hämmern des Dorfschmiedes und alle die anderen anheimelnden Laute' idyllischen Landlebens in leiser Dämpfung hereiniönten. - Welches andere Bild konnte in diesen Rahmen sich einspannen als das einer von Behäbigkeit zeugenden Bauernstube, gediegen und prunklos, wie sie zu Anfang des 17. Jahrhunderts in dem Dörfchen Saventhem bei Brüssel, in welcher Zeit und an welchem Ort unsere Erzählung spielt, wohl zu finden gewesen. Wer im Dorfe lebt, mag er sein, wer er will, ist immer auch Ackerbürger, und er war es damals noch mehr als heut, wo Eisenbahn, Fahrrad und Kraftwagen eine Fülle von städtischem Leben, von städtischen Sitten und Anschauungen auch in die Dörfer tragen und sie mehr und mehr ihres eigenthümlichen intimen Reizes entkleiden. Wer aber darnals durch die von Epheu umrankten Fenster in das Heim des Magisters und Organisten van Ophem hineinge'späht hätte, würde gar seltsam und aufs Angenehmste enttäuscht worden sein.' , " ... - Der große, viereckige Raum hatte einen so farbenfreudigen und phantastischen Ausputz erhalten, wie ihn nur eine Künstlerhand zu 'geben vermag. Er wairr, ein Maleratelier öerwandelt,. welchem -alle Mängel, aber, auch alle Reize der Improvisation noch deutlich anhafteten. Das war aber, nicht die würdevolle und ernste, von der Last der Jahre und der Sorgen gebeugte Greisengestalt van Ophem's, die hier, vor der Staffelei stehend, Palette und Pinsel Handhabte; ein Jüngling, blühend und kraftstrotzend, mit blitzenden Augen und keckem Lächeln auf den schön geschwungenen, vom ersten Flaum beschatteten Lippen, waltete' da seines Künstlerberufes. Seine vornehme Haltung und seine reiche, von auserlefenstem Geschmack zeugende Kleidung ließen Unschwer erkennen, daß seine Wiege in.. keinem Dorfe gestanden, und daß' sein' Bildungsgrad ein anderer gewesen als der der Bewohner von Saventhem. Eher haftete seinem Wesen die höfische Schulung an. ' Er, arbeitete an einer Heiligen Familie", und ab und zu glitt sein Blick nach jener Stelle hinüber, wo Anna van Ophem, seines Wirthes holdseliges Töchierlein, auf einem Schemel saß und Kartoffeln schälte, die neue Feldfrucht, welche von England aus und über das nahe Brüssel ihren Weg auch bis in die Aicker und Gärten von Saventhem gefunden hatte. Anna van Ophem war das Urbild seiner Madonna, wie auch der Joseph von seinem Bilde die Züge des würdigen Magisters trug. Anna's Antlitz war von seltenem Liebreiz. Sie besaß eine natürliche Anmuth, welche die fehlende gesellschaftliche Schulung nicht vermissen ließ. Kaum konnte man sich etwas Lieblicheres denken als diese zarte Mädchengestalt im epheuumsponnenen Fensterrahmen, leicht vorgeneigt und von lichtem Frühlingsgrün , umwöben. Der Wind strich kosend über das Epheugeranke; er setzte ein paar, durch Blattwerk, hereinfallende Sonnenstrahlen, die ihr jetzt den Kopf und Nacken küßten, in zitternde Bewegung. Sie war ganz in ihre Arbeit vertieft, wir noch eben der junge Meister in dre seine. Auf einmal kam ihm das Komische der Situation zum Bewußtsein, und er lachte laut auf.. Anton?" fragte sie, fast erschrocken, und während sie dann bemüht schien, der Ursache seines plötzlich hervorbrechenden Humors nachzuspüren, malte sich auf dem lieben Gesicht eine so köstliche Naivetät, daß sie seiner Madonna immer unähnlicher wurde, worüber er nur noch mehr lachte. Endlich errieth sie den Zusammenhang. Thränen iraten ihr in die Augen, und so sah sie ihn an mit einem Blick, der zugleich Vorwurf und kindliche' Bitte war, sie nicht zu verspotten. Verzeih', Geliebte," -sagte er rasch, von )hrer Hülflosigkeit gerührt, ich weit eben so ganz in Deinen Blick vertieft, daß ich schon im Begriff stand, die heilige Jungfrau als Hausmütterchen zu malen, als mir noch rechtzeitig einfiel,' daß es damals ja noch gar keine Kartoffeln gab, und darüber mußte ich lachen." O sage es nur frei heraus," entgegnete sie, mit ihren Thränen kämpfend, ich bin es, über die Du lachst, und ich werde Dir noch. oft Gelegenheit zum Lachen oder auch zum Schelten geben, wenn es Dir erst voll zum Bewußtsein kommt, wie sehr Du Deiner Würde und Deiner hohen Mission vergaßest, als Du, in einer Künstlerlaune, Dich zur Erde bücktest, um das Gänseblümchen an Deinem Wege zu pflücken und an Deine Brust zu nehmen. Wirf es weg und zertritt es! Zu nichts Anderem ist es nutz." Sie hatte Schürze und Messer in den am Boden stehenden irdenen Napf geworfen und wollte sich eben darnach bücken, um ihn aufzunehmen und fortzugehen, als er ihrer Absicht zuvor kam. Pinsel und Palette flogen in die Ecke. - Ungewollt legten' sich ihre
herabgesenkten Arme um den Nacken des vor ihr Knieenden. Schatz-Engel!" hauchte er mit dem heißen Athem der Leidenschaft. Kein Gänseblümchen, sondern ein süßduftendes Veilchen, das ich aus seiner Verborgenheit hervorholen und durch meine Kunst der Welt zur Bewunderung preisgeben will. Glaube es mir, Mädchen, eine göttliche Schaffenskraft wohnt in dieser Jünglingsbrust. Der Name Anton van Dyck wird nicht verwehen, so lange es yoch eine Kunst auf Erden giebt, und so oft man meinen Namen nennt, wird man auch Deiner gedenken, der Anna van Ophem, die meine irdische Madonna, die mein guter Genius gewesen und die Ketten zerschlagen hat, welche Fürstengunst und Schranzenthum an meine freie Kunst zu legen wagten. Ich floh den Hof und kam hierher zu Euch nach Saventhem. Allein sein, 'fern von Allem, was Schule, und höfischer Zwang hieß; keinen Lehrmeister und keinen weniger begabten Neider; nur mir selber leben, die eigene Schöpferkraft erproben, das war es, was ich wollte. Und da, da fand ich Dich und durch Dich den Weg zur Höhe. Du gabst mir den inneren Frieden wieder. Ich will vom Leben nichts anderes als das stille Glück, das mich hier anheimelt; Tu hast es geschaffen. Erhalte es mir! Gieb mir Deine Liebe und nimm dafür meine Kunst! Die eine Gabe ist der anderen werth. Was ist mir dieMelt, wenn ich Dich habe; was ist mir der Ruhm, wenn nicht Du mir den Lorbeer reichst!" ' Er war aufgesprungen, und sie hatte sich, von seinen Worten berauscht, fest in seine Annr geschmiegt. Seine Küsse raubten ihr fast den Athem. Da ertönte ein. Schritt vom Flur her. Der Vater!" rief sie erschreckt und riß sich aus seinen Armen. Sie griff die .Schüssel auf und wandte sich zum Gehen. Er stand noch wie betäubt von,, seinem Glück. Da ging die Thüre aüf. Der alte Mann trat ein.' ' ' Seine' Blicke gingen von einem zum anderen. i.Anna wagte nicht aufzusehen. . Der ' formengewandte junge Künstler half sich schneller aus der für alle so peinlichen Situation. Ah, Meister van Ophem", sagte er mit einem verbindlichen Lächeln, Ihr kommt mir wie gerufen! Da, seht, wie weit meine Arbeit gediehen ist! Jungfer Anna ist so von Wirthschaftssorgen erfüllt, daß sie mir, trotz meiner Bitten, nicht länger sitzen will. Nun führt Euch. Euer Weg in's Arelier, und Ihr werdet, hoffentlich noch ein Stündchen für mich übrig haben. Heute hüben wir gerade die richtige Beleuchtung, und ich bin so schaffensfreudig wie nie. Wir plaudern dabei und ' kürzen Uns Beiden so die Zeit. Im Unmuth hatte ich Pinsel und Paleite in die Ecke geworfen. Nun will ich sie wieder hervorholen. Und was mach Eure Festkantate? Habt Ihr auf Eurem Spaziergang neue Töne und Harmonien gefunden?" ' Das war eine geschickte Wendung. Sie lockte ein sonniges Lächeln . auf des alten Magisters vergrämte Züge. Er war ja auch Künstler, ein Componist, und die Festkantate sollte dies den staunenden Hörern wieder einmal in Erinnerung bringen. Sie war für die Einweihung des neuen Altarbildes bestimmt, an. welchem van Dyck jetzt arbeitete. , Ja, die Festkantate," sagte er freundlich und trat näher, um den gewohntew Platz : wieder einzunehmen. Sie soll mein Meisterstück werden wie diese Heilige Familie" das Eurige. O, das wird ein großer Tag für uns Beide werden!" fügte er mit dem vollen Künstlerstolz .hinzu., Die Andacht, 'die Ihr mit Eurem Bilde hervorruft, wird in meinen Tönen Flügel nehmen und zum Himmel aufschweben."' , . Van Dyck neigte sich gegen die Leinwand und lächelte überlegen. .Diese im Dorfdienst ergraute Cantor, dessen künstlerischen Offenbarungen ein Häuflein Bauern verständnißlos lauschte, und er, durch dessen junge Seele der Flügelschlag des Ewigen rauschte, dem König Jakob hohe Ehren erwiesen, dem Englands Adel huldigte, den Kronprinz Karl und Graf Arundel, der Mäcenas seiner Zeit, bewunderten, dessen kaum beschwingter Ruhm schon jetzt die Welt erfüllte! Sein Künstlerstolz lehnte ' sich gegen diese Zusammenstellung auf. Wenn Andere das hörten! Doch van Ophem war Anna's Vater. Mochte er in feinem Wahne beharren, der alte Mann. Er würde nie so enden. Inzwischen war Anna nach der Küche geflüchtet. Sie hatte noch ein bischen hinter der Atelierthüre aelauscht, und ihre Angst vor einer Entdeckung ihres heimlichen Liebesverhältnisses durch den Vater war erst gewichen, als sie diesen so ruhig sprechen hörte. Sie hatte Anton Verschwiegenheit gelobt, bis seine Verhältnisse es ihm gestatten würden, selbst vor den alten Mann hinzutreten und um sie zu werben. Das konnte noch lange währen, und die entgegenstehenden Hindernisse schienen unüberwindlich. Was war sie, das schlichte Landmädchen, gegen diesen Großen in der Kunst, die arme Magifterstcchier gegen den Antwerpener Patrizierssohn! Nie wllrden seine Eltern in diese Verbindung willigen, und bei feiner großen Jugend konnten Jahre vergehen, ehe er auf eigenen Füßen stand und seinem Willen Nachdruck zu geben vermochte.- Er
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mußte zurück in die Welt. Hier konnte er nicht bleiben. Sie sah es klarer als er, dem seine Leidenschaft die Ueberlegung raubte. Würde er dann noch noch so denken wie heute, wo er ganz im Banne der neuartigen Verhältnisse stand?. Würde der Zauber, den ihre Gegenwart übte, nicht schwinden, wenn er sie nicht mehr sah? Und wenn er sie vergaß wie all' die anderen, von denen er heute mit lachendem Munde sprach! Das Elend war nicht auszudenken. Dieses große Glück war so plönlich über sie gekommen. In ihrem Herzen lag eine Ahnung, daß es ebenso schnell wieder schwinden und mit einem Schlage vernichtet werden konnte. Auch Antobn zitterte in diesem Augenblick um sein so rasch erblühtes Glück. Der alte Herr mußte doch etwas gemerkt haben. Er sprach mit einer gewissen Absichtlichkeit von seiner nahe bevorstehenden Abreise, sobald die Heilige Familie" vollendet war. Der Adler geselle sich nicht zu den Krähen in der Ackerfurche. Und doch lehrt Euer Beispiel das Gegentheil," schmeichelte Anton, um von dem gefährlichen Thema abzulenken. Wie kommt Ihr, Meister, an die Stelle, die Euch ein kärgliches Brot und Eurer Kunst einen kärglichen Nährboden bietet?" Wie?" Des alten Mannes Augen blitzten. Seine hagere Gestalt reckte sich. Um seine Lippen lag ein Zug von Bitterkeit. Wer sich der Kunst weiht, darf nicht mit der Sorge geh'n. Er darf sein Herz nicht fragen. Dem Glück im Winkel muß er aus dem Wege geh'n. Nur ein Ziel. muß er vor Augen haben und Alles niedertreten, was ihm zur Erreichung desselben hinderlich ist, sei es ein Mitbewerber, sei es ein Weib, das ihn mit Liebe fesselt. Auf seinem Wege giebt es kein Rasten, kein Ausruhen. Er muß weiter stürmen, aus Furcht, seine Kraft könne ihn verlassen, ehe er sein Ziel erreicht. Wie Viele thun das? Ach, die meisten von uns werden müde. Hinter der einen erreichbaren Höhe liegen immer andere. Mihmuthig' lenken sie ab. Im Thal ist's besser wohnen. Sie verfallen der Kleinkunst und genügen sich an dem Lob der Freunde, die sie zu Kennern stempeln. Die heilige Fkamme in ihrer Brust ist längst erloschen. Nur Funken glimmen noch unter der Asche. Ab und zu fährt wohl ein Lufthauch hinein. Ein Flackern, weiter nichts. Es erlischt mit dem Hauch, der es entfachte. Ein Ruf zum Schaffen, doch kein echtes Schaffen mehr. So meine Festkantate, zu der mir Euer Bild die Anregung gegeben. Und wenn Ihr fortgeht, wird auch sie verklingen, vielleicht als letztes Echo einer einst tönegewaltigen Schaffenskraft." Und wenn ich hier bliebe?" fragte Anton in freudiger Erwartung. Um meinen Weg zu gehen?" Um nein, das nicht", stammelte er, von dem furchtbaren Ernst, der in seiner Stimme lag, erschreckt. Ssn Ophem erhob sich. Laßt es genug sein für heute, Meister van Dyck." Er faßte nach seinem Kopf. Ich bin nicht in der Stimmung. Die Unterhaltung eben hat mir so Manches zurückgerufen, was besser vergessen wäre. Ich denke nicht gern daran.' Und, hört Ihr, nichts davon zu meinem Kinde! Sie glaubt mich zufrieden und glücklich. Und wenn ich sie ansehe, bin ich es auch. Sie ist so schön wie gut und . rein und ohne Falsch. Versagt mir d i e s e Stütze, dann breche ich zusammen." Er ging. Anton blieb in großer Verwirrung zurück. Bewußt oder unbewußt hatte van Ophem den Kampf in ihm entfesselt. Das eine lag hier. Es schloß seine Liebe zu Anna ein und gestaltete seine Zukunft so düster und trostlos wie jetzt den Lebensabend ihres Vaters. Das andere lag jenseits aller Höhen und Fernen, und raffte er zu jenem sich auf, so hieß es, so schnell als möglich Saventhem verlassen, um der Gefahr, die hier auf ihn lauerte, zu entrinnen. Stillstehen auf diesem Wege hieß zurückbleiben, und zurückbleiben besiegt werden. Besiegt werden, er, der schnell seinen ersten Lehrmeister, van Balen, der auch Rubens' Schüler war, überflügelt hatte; besiegt, er, der mit vierzehn Jahren die Hand an Rubens' Meisterwerk, die Kreuzesabnahme, hatte legen dürfen, ohne von ihm getadelt oder korrigirt zu werden; besiegt, er, den man selbst schon neben Rubens nannte! Hatte er nicht . England verlassen, -'' weil Buckingham Daniel Mytens ihm vorzog? Van Balen auch einer, der abgelenkt hatte, vom großen RuhmesPfad, der untergehen mußte. Alles das stürmte jetzt auf Anton ein. Eine fürchterliche Angst befiel ihn, er könne zu sehr Mensch, zu wenig Künstler sein. Er wollte sich losreißen; er schwur es. Fast hätte er in seinem ohnmächtigem Wüthen gegen sich selbst sein beinahe vollendetes Meisterwerk vernichtet, tzs sollte unvollendet bleiben. Gleich heute noch wollte er Abschied nehmen.- Und wenn es ihm das Herz zerriß. Es mußte sein. Was muß sein, wenn zwei thränenfeuchte Mädchenaugen bitten, wenn, Brust an Brust geschmiegt, zwei weiche, warme Arme sich um den starren, unbeugsamen Nacken schmiegen. Heißer als je wallte die eine unbezwingliche Leidenschaft in ihm auf. Dieser thörichte alte Mann mit seinem stümperhaften Künstlerthum, das nie die eine große Kunst gewesen, das nach Ent fchuldigungen suchte, um seine Unreife zu bemänteln; das sich in den Schat-
n rer Großen stellte, um selber auch groß zu erscheinen! Er wäre unter allen Verhältnissen derselbe geworden. Und sprach er nicht so, um van Dyck zu schrecken und sein Kleinod zu schützen, daß ihm jener zu rauben drohte? O, es war alles in den Wind gesprochen! Jugend will zur Jugend. Liebe schafft das Höchste im Menschen und in der Künstlerbrust. Sie. hatte ihn zu seiner Heiligen -Familie begeistert. Sie würde ihn weiter führen auf der Ruhmesbahn. Er sagte das Anna, und sie vertraute ihm blindlmgs. Ihr Vater war viel außer dem Hause, und so fanden sie oft Gelegenheit zu vertrautem Beisammensein. Er sprach von seinen Hoffnungen, und sie lausckte ihm mit leuchtenden Augen. Seine Befürchtungen verschloß er in sich. Warum sollte' er sie mit beunruMen? -. Eines Tages kehrte er unzufrieden von einem Spaziergange heim. Seine Heilige Familie war vollendet. Vergebens suchte er nach einem neuen Motiv. Anna flüsterte ihm mit allen Zeichen der Unruhe zu, daß ein Fremder da sei und ihn in feinem Atelier erwarte. Das konnte nur ein Maler sein. Rasch ging er dorthin. Wer wußte von seinem Aufenthalt hier? Er hatte ihn geheim gehalten. - Rubens!" rief er überrascht aus, als jener, der vor der Staffelei faß, sein Bild betrachtend, nach dem Eintretenden sich umwandte. Er eilte hin, um ihm die Hand zu drücken. ! Ja, Anton, Dein alter Lehrmeisier", entgegnete der andere ernst und ließ den Blick prüfend auf ihm ruhen. Bisher war ich gewohnt, Deinen Namen an erster Stelle zu finden, und wenn ich Dich suchte, dann war es in den Palästen der Großen. Jetzt gleicht der Name van Dyck einer verlorenen Stecknadel; man muß sich bücken, um sie zu suchen. Man findet sie oder eine andere. Stecknadel bleibt Stecknadel; sie sind sich alle gleich." Rubens ließ eine Pause eintreten, um seine Worte wirken zu lass en. Den jungen Künstler trafen sie wie ein Geißelhieb. Er biß die Zähne aufeinander, um nicht eine Antwort zu geben, die seiner und des anderen unwürdig war. Sein Blick hing starr an seinem Bilde. Das war doch keine Stecknadel. Vom Königspalast in die BauernHütte, vom Grafen Arundel zum Magister van Ophem! Ich kenne Künstlet,' die den umgekehrten Weg gegangen. Das waren K ü n st l e r", fuhr Rubens fort. , . ' Nun, und ich?" fragte Anton stark. , Rubens lächelte. . Du warst es auch." War es, und bin es jetzt nicht mehr?" , . ' . . :!'Nem." ' ; Und meine Heilige Familie?" . , Du hast Talent zum Porträtiren. Das hab' ich stets gesagt, van Ophem seine Tochter, ganz gut gelungen. Und darum Heilige Familie?" Nein, das ertrag' ich länger mcht," sprach Anton bleich und stammelnd. Stoß' zu und gleich in's Herz! Denn .Du willst todten. Und hier das Bild." .Er hakte seinen Dolch vom Gurt los und' erhob ihn gegen die Leinwand. Was thust Du, Rasender? Ich will nicht todten. Dich lebendig machen. Deinem Schaffen wieder ein Ziel und Deiner Kunst einen Inhalt geben! Das Bild gehört der Kirche, für die Du es gemalt hast. Gönn' Deinem Liebchen diesen einen Trost. Sie hat keinen anderen, nichts mehr, was von Dir zu ihr spricht, als nur dieses Bild. Denn Du mußt fort, gleich' jetzt und ohne Abschied!" Er stand auf. Ich ohne nein warum?" rief Anton abwehrend. .Weil es das letzte Mal ist. Dich für die Kunst zu retten. Um das zu thun, kam ich her. Soll ich Dich noch ferner zu den Unseren zählen, dann folge mir! Es giebt nur diesen einen Weg zurück zur Kunst. Geh' oder nicht, wie Du willst, wie Du es fühlst, ob Du noch Künstler bist, ob nicht. Deine Mutter hat der Schreck aufs Krankenlager geworfen. Mag sie drum sterben. Bleibe hier! Und so leb' wohl. Nenne und kenne mich hinfort nicht mehr! Ich hatte keinen Schüler Deines Namens." Er wandte 'sich stolz hinweg und schritt der Thür zu, die durch den Garten direkt in's Freie führte. van Dyck stand einen Augenblick in schwerem Kampfe. Dann rief er: Rubens!". Der wandte, den Kopf. Ich gehe mit!" Anton's Sachen waren im Dorfkrug untergebracht, wo er schlief. Er hatte dort auch sein Pferd, ein früheres Geschenk Rubens', eingestellt. So ritten sie hinweg. Die Nachricht verbreitete sich schnell. Vor seinem Bilde lag Anna im Gemach. So fand sie der Voter. van Dyck's Heilige Familie" schmückt heute noch den Altar derDorfkirche von Saventhem. Nur sie, die .ihn zu diesem Meisterwerk begeistert hat, nennt niemand mehr. Sie ist vergessen. Künstlerliebe! .Gemüthlich. Miethen: Sehen Sie einmal, wie feucht die Wohnung ist; das ganze Jackett ist verschimmelt und verdorben!" Haus-
Herr: Aber Fräulein, das ist ja ohnennr ntri&i ntefir modern!" 1
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