Indiana Tribüne, Volume 27, Number 273, Indianapolis, Marion County, 9 July 1904 — Page 2
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Aufregender Zwischenfall der Zowa Delegation.
Missouri nomwirt den Senator Cockrell durch I. Champ Clark. Convention von 8 Uhr Abends bis nach 4 Uhr Samstag früh in Sitzung
Die Abendsitzung. St. Louis, 3. Juli. Der An drang der Besucher zur Abendfitzung der demokr. National-Convention um 3 Uhr war stärker als je zuvor und dürfte kaum bei einer früheren Na iional.Convention feines Gleichen gehabt haben. Der erste spontane Empfang würde Senator Hill, N. I., zu Theil, der als Erster in der Halle erschien. Gene ral MileS war zum erstenmal an wesend. Um 8 Uhr war kein Sitz mehr frei; die Hitze unerträglich. Die außenstehende Menge war noch größer als die innerhalb des Colisseums. Die Straßen auf dm 4 Seilen des Gebäu des waren niche Passtrbar und die Cars konnten stch nur wit Schierigkeiten durchwinden. Kurz nach 8 Uhr eröffnete Vorsitzen der Clarke die Versammlung und Senator Daniel, der Vorsitzende des Be-fchluß-Comite'S, trat mit einer Ab. schrift der Platform zu seiner Seite. ConventionS Halle, St. L ou is. 8. Juli. - Platform. . Die demokratische Partei der Ver. Staaten, in National-Convermon dersammelt, erklärt ihre Anhänglichkeit an die grundlegenden Principien des demo . . . - kratischen Glaubens, der sie in Partei Gemeinschaft zusammenbringt. Unter ihnen wurden die lokale Selbftverwal tung, nationale Einheit und Prosperität in gleicher Weise errichtet. Sie bilden das Fundament unserer Unab hängigkeit, des Aufbaus unserer freien Republik und jeder demokratischen Aus dehnung von Louisiana bis Californien und Texas bis Oregon. Noch immer erfüllen diese Principien die Magen unseres Volkes, die mit Eifersucht ihre Rechte und Freiheiten bewachen; sie mahnen unS an unsere Pflichten als Bürger und legen uns besonders zu dieser Zeit die Nothwen digkeit einer Reform auf und die Befreiung' der Regierung von den eigen mächtigen und willkürlichen Methoden, welche die Geschäftswelt unsicher machen und in daS öffentliche Leben Mißtrauen und Verwirrung hinein tragen. FundamentalPrin z i p i e n. Die Anwendung dieser Fundamen talPrincipien auf die TageSfragen ist der erste Schritt zum Frieden, zur Sicherheit und zum Fortschritt unserer Nation. Preßfreiheit; Gewissensfreiheit; Re. defreiheit; Gleichheit vor dem Gesetz; das Recht auf einen Geschworenen Prozeß; persönliche Freiheit, durch HadeaS CorpuS-Verfahren sichergestellt, Contraktfreiheit, die nicht durch das Gesetz beschränkt wird; die Ünterord nung des Militärs unter die Zivilbe hörden; eine gutdiSziplinirte National garde; Trennung von Kirche und Staat; sparsame Verwaltung; niedrige Steuern, damit die Arbeiter nicht be drückt werden; pünktliche Erfüllung aller Pflichten, handle es sich um prl vate oder staatliche Obligationen; strenge Befolgung sämmtlicher Ver träge; friedliches Zusammengehen mit allen Völkern der Erde; absolutes Ma joritätsregiment das sind die 8 eh ren, welche die Demokratie predigt. das sind die Grundsätze, die jeder Zeit festgehalten und verbreitet werden' sol lm. Capital und Arbeit. Wir verlangen Erlaß und Anwen dung von Gesetzen, welche die Rechte
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aufgestellt. General Milcs werden gemacht. - zwischen Arbeit und Capital unpar teiisch vertheilen. Capital und Arbeit sollten nicht ! Feinde sem. Beide sind aufeinander angewiesen. JedeS hat seine Rechte, aber die Rechte der Arheit sind nicht weniger begründet", nicht weniger 'heilig" und nicht weniger unveränderlich" als die Rechte des Capitals. Ehrliche Verwaltung. Nach dieser Einleitung aebt die Platform auf Einzelnheiten über, be. tont zunächst die konstitutionellen Ga rantien und tadelt die republikanische Partei des CongresseS, weil sie ein Re aierunaS-Devartement am Abtöne von Contrakten mit verurtheiltenTrusts oder ungesetzlichen Combinationen nicht hinderte. Rückkehr zur Einfachheit der Jeffer son'schen Zeit, vom Präsidenten bis zum niedersten Beamten, wird als der sicherste Weg empfohlen, um Sparsam keit im öffentlichen Dienste zu erzielen. Usurpation derExecutive. Im nächsten Paragraphen' wird die Wahl eines Präsidenten befürwortet, der sich streng an die Konstitution hält und nicht unter diesem oder jenem Vor wand als Usurpator auftritt. I m p e r i al i s m u s. Die offene Thüre im Orient für den Welthandel wird befürwortet, jedoch ohne nnnöthige Einmengung in orien talische und europäische Angelegen heiten. Wir bekämpfen, sagt die Platform, so feurig wie George Wash ington jeglichen Absolutismus und eine Colonial.Politik, ohne Unterschied von wem dieser ausgeht. Mit Jefferson und John AdamS glauben wir, daß keine Regierung das Recht besitzt, ver schiedene Gesetze für die Colonien zu erlassen als wie sie im Mutterlande gelten. Alle Menschen unter der ame rikanischen Flagge haben das Anrecht auf den Schutz der Bunde5-Jnstitutio-nen. Falls ein Volk sich nicht nach amerikanischen Gesetzen regieren läßt, so soll eö keinen Theil des amerik. Herr schaftS-Gebietes bilden. Wir verlangen, daß für die Filipi. nos das Gleiche geschieht, was bereits für die Cubaner gethan wurde; eS ist unsere Pflicht ihnen jetzt unter zweck müßigen Garantien zu versprechen, daß sie zur Zeit unseres Rückzugs frei und unabhängig werden, um ihr eigenes Geschick ausgestalten zu können. Bekämpfung der Trusts. Eine Vermehrung der Besügnisse der zwischenstaatlichen HandelS-Commission wird verlangt, um die Mißbräuche des Transportwesens abschaffen zu können. Die Civil und Strafgesetze gegen alle Trusts und Monopole sind strikt durch zuführen; zur wirksamen Unterdrückung ist der Erlaß weiterer geeigneter Gesetze nothwendig. Kein Trust sollte außer halb deS Staates, in dem er in'S Leben trat, Geschäfte betreiben dürfen. JsthmuS-Kanal. Die Platform hebt sodann die Seg nungen des Newlands BewässerungS Gesetzes, eine von einem Demokraten eingebrachte Maßregel, hervor und er klärt, daß die Partei, falls zur Macht gelangt, den Bau des JsthmuS-CanalS rasch, ehrlich und sparsam durchführen werde. Reciprocität. Wir begünstigen Handels Verein barungen mit Canada und anderen Ländern zum Besten der amer. Land wirthschaft, Industrie, des Bergbaus oder Handels.
Monroe-Döktrin. Wir begünstigen die Aufrechterhal tung der Monroe-Doktrin in voller Un Verkehrtheit. Heer und PenfionS-Wefen. ES wird die Herabsetzung der Stärke der Armee auf ein Minimum empfoh len, das als genügend und sicher" an zusehen ist. Die demokratische Partei erklärt stch auch für liberale aber gerechte Pen sionen, nicht auf Grund willkürlicher Executiv'OrdreS, sondern durch vom Volk zu erlassende Gesetze. Civil Dien st. Die demokr. Partei erklärt stch für daS Princip der CivildienstReform und verurtheilt die Republikaner wegen der fortwährenden Verletzungen des Geistes der Civildienst-Bestimmungen, die willkürlich im Interesse von Günst lingen fuSpendirt wurden. Mißbrauch deS Militärs. DaS. Recht jeder Executive, consti tutionelle Rechte zu mißachten oder aufzuHeben, wird in Abrede gestellt. Das Militär sollte nur zur Aufrecht. Haltung der Gesetze verwandt werden. Seine Verwendung zur summarischen Verbannung von Bürgern ohne Proceß oder zur Controlle der Wahlen wird ohne Einschränkung verurtheilt. Directe Wahl der Senat o r e n. i Wir sind für die Crwählung der Bundessenatoren durch directe Volksadftimmung. DieRassenfrage. Die Rajsenfrage hat über dies Land viel Unheil gebracht. Die weife Ueber legung des amerikanischen Volkes sollte dem ein Ende machen. Die todten und nichtswürdigen Rasse- und sektionellen Feindseligkeiten auf'S neue in irgend einem Theile unseres Landes wieder wachzurufen, bedeutet Verwirrung, geschäftlichen Schaden und das Aufreißen nun glücklich geheilter Wunden. Nord, Süd, Ost undÄest haben erst kürzlich im Kampfe auf den Wälle von Peking und den Hügeln von Santiago zu fammengestanden und als Theilnehmer eines gemeinsamen Ruhmes sollten wir brüderlich die gemeinsamen Lasten tra gen. Wir bedauern und verdammen daher
den selbstsüchtigen und engherzigenBour bonen-Geist, der auf der Chicagoer Convention Rassen und sektionellen Hader auf'S Neue wachzurufen suchte und appelliren dagegen an die Ver nunft und den Patriotismus des Volkes. Die republikanische Administration. Die gegenwärtige republikanische Administration war spasmodisch, erra tisch, sensationell, komödienhaft und willkürlich. Sie war eine Satyre auf Congreß, die Gerichte und die fest stehenden Gebräuche des nationalen und internationalen Rechtes. ' - Sie' berief Congreß in hastige und fruchtlose Extrasitzung und vertagte ihn ehe seine Arbeit vollendet war. Die Administration führte Krieg ohne die Genehmigung vom Congreß elnzuho len und verletzte Gesetze und Verpflich tungen. Sie substituirte für Rich terspruch Bestimmungen vom Congreß. Sie führte eine geheime Untersuchung und rühmt sich der wenigen Muster-Verurtheilungen, während .ste die Bureaux beschütze, die sich ihrer Gunst erfreuten.. Sie griff einige Monopole an, gab sich aber mit dem ersten Sieg zufrieden und ließ die zukünftigen Ziele durch WankelmÜthigkeit verdunkelt. Amerikanisches Bürger t h u m. Wir verpflichten uns, auf gesetzlichem Schutze unserer Bürger hier und in der Fremde zu bestehen, ohne Unterschied von Raffe oder Religion, und falls unter bestehenden Vertrügen ame rikanischen Bürgern der Aufenthalt oder das. Reisen in fremden Ländern erschwert wird, so müssen solche Verträge abgeändert werden. AppellandaöLand. Indem wir die Campagne auf BastS dieser Prinzipienerklärung führen, verlangen wir für unsere 'Candidaten die Unterstützung nicht bloß unserer Partei genossen, sondern aller Bürger, welche
frühere Meinungsverschiedenheiten über vergangene Fragen bei Seite setzen und das Bestehen unserer verfassungsmäßigen Regierung, wie ste die Väter der Republik etablirten, wünschen. Platform ohne 'Debatte angenommen. Unter großer Unruhe kündigte Da niel an, daß er der Convention den einstimmigen Bericht deS Befchluß-ComiteS zu unterbreiten habe. Er verlas dann das Schriftstück unter den Anzeichen großer Erschöpfung von der langen CommifstonS-Sitzung und kam unter großer Unruhe zu Ende, ohne daß jedoch eine Seele in 'der Halle, außer vielleicht der nächftftehende Stenograph, ein Wort verstand. ' Der Senator beantragte am Schlüsse Annahme der Platform ohne Debatte und kurz vor 9 Uhr wurde ste von der Convention diesem Antrage entsprechend ongenommen. NominationSReden für ParkerundHearst. Nach Annahme der Platform began nen die NominationsReden für Prä fident. Richter A. B.s Parker wurde von Martin W. Littleton, Wm. R. Hearst durch D. M. Delmas nominirt. Beide Redner erhielten langanhaltenden Beifall. Anti-Parker-Delegationen suchten Enthusiasmus für ihren Candidaten hervorzurufen, aber die Parker-An Hänger ließen sich nicht stören. Hearst Delegaten zogen durch die Halle, aber die Demonstration war klein im Vergleich zur vorhergehenden Parker-Pro cefsion. NominationS'Reden für LieblingsSöhne" und Sekundirungs-Reden für Parker und Hearst nahmen die Con vention mehrere Stunden in Anspruch. Die ConventionS'Halle hat Sitze für 10,500 Personen, eö schienen aber mehrere Hundert mehr eingelassen. De Höhepunkt der Convention Nomination einrö Präsidentschasts Candidaten folgte unmittelbar der PlatformAnnahme. Alabama wurde aufgerufen und 'trat seinen Platz an New York ab. LiitletonS Rede gesiel den Hörern sehr und nach Schluß seiner Rede er tönte tobender Beifall. Die Scene war von unbeschreiblicher Verwirrung. Die Mädchen in Weiß." Dann folgte ein Vorgang, der an 8 Jahre zurück bei der Nomination BryanS in Chicago erinnerte. Gleich Minnie Murray, der Frau in Weiß", welche von der Galerie aus die Hochrufe ' für Bryan einleitete, sprangen 2 weißgekleidete Mädchen vor die Tribüne und schwenkten Flaggen und Blumen. Die Mädchen hießen Adele und Evelyne Haywood von St. LouiS. Die riesige Menge jauchzte ihnen Beifall zu. bis ein großes Par ker Bild ihre Aufmerksamkeit ablenkte. Nolle 25 Minuten dauerte die Kund gebung und erst nach weiteren 10 Mi nuten konnte der Vorsitzende den näch sten Staat aufrufen. ArkansaS trat seinen Platz an Tenn. ab und Senator Carmack 'ielt eine Unterstützungsrede für Parker. Wäh rend der Rede herrschte große Verwir rung. Dann kam California, ein Hearst Staat. . D. S. Delmar von jenem Staat erhielt das Wort und hielt eine von Beifall seiner Anhänger begleitete Ansprache. - Viele der Zuschauer begannen jetzt den Saal zu verlassen; eS folgte L. Jrving Hand aus Delaware, der Richter George Gray nominirte. O'Donnell von Colorado fekundirte die Nomination von Parker, ebenso der Vorsitzende der Florida Delegation und M. I. Ryan von Philadelphia. SekundirenParker. Die Nomination von Parker unterstützten: Die Delegation von Jndiana durch Kern. Von Georgka durch Wright. Von ArkansaS durch McCarmack. ' Von TexaS durch I. T. Ball, und ebenfalls von Louistana. Champ Clark von Missouri nvminirte Senator Cockrell von Missouri; nachdem er um 1 Uhr 27 geendet, brach eine Demonstration aus, die 15 Minuten lang anhielt. Die Convention fti noch um 2 Uhr in Sitzung.
Hearst sekundirten. Die Nomination von Hearst unter stützten: Die Delegation von Illinois durch Darrow, Florida durch Beard, KansaS durch I. G. Johnson. Iowa durch Rinehart, Californien durch Delmasse. Aufregender Vorfall. Nachdem John W. Kern aus Indiana zur Unterstützung der Nomination Parker'S eine längere Rede gehalim, die gegen Uhr Morgens schloß, erhielt Rinehart aus Iowa zur Sekundirung von Hearft's Nomination das Wort. Einer der Delegaten machte, als Iowa an die Reihe kam, einen Zwischenruf, der große Verwirrung hervorrief und eS wurden Versuche gemacht, die Rede zu unterbrechen. Er sagte, er repräsentire einen der ungekanntesten und unbestechlichen Delegaten aus jenem Staate." In Folge der Opposition in der Jowa-Delegation ging der Reduer zur ArkansaS-Delegation, von wo aus er sprach. S. S. Wright ist der Name des Delegaten und er sprach zur Sekundirung Parker'S. I. G. Johnson sekundirt Hearft's Nomination, worauf Overmeyer. auS KansaS die Nomina tion Von Herrn MileS vorschlägt. Bei dem Vorfalle in der JowaDe legation hatte der Vorsitzende vergebens das Wort verlangt. Er versicherte, daß feine College Wright als Ehren Präsident der Convention von Iowa absetzen wollen. Nachdem Senator Bailey, der inzwischen den Vorsitz in der Convention ein genommen, die weitern Worte hatte, stellte Rinehart für sich und alle Andern aus Iowa in Abrede, sie hätten von irgend Jemand Geld für einen Candidaten empfangen. Aus Kern's Rede. Besonders markant war die folgende Stelle aus Kern'S UnterstützungSrede für Parker: Schweigen! Wenn unser Kandidat am 4. März 1905 in daS Weiße HauS einzieht, wie groß wird die Freude unserer Bürger sein nach dem nicht enden den Redestrom von drei Jahren über Krieg, Wildkatzen, Bä ren - Jagden, Boxer Kunst und Kraftstücken und den Komödien von PanamaDiplomatie und Niggerfrüh stück vernünftige Ruhe zu genießen." Die Vormittags -Sitzung. Die Convention wartete in den VorMittagsstunden auf den Bericht des Beschluß - Comites.' Der Vorsitzende Clark ließ bei dem Comite anfragen, bis wann die Platform der Convention vorgelegt würde. Die ' Emmissare kehrten mit der Mittheilung zurück, daß die Vorbereitung des Berichts bis 8 Uhr in Anspruch nehme, da aber eine Platform eingereicht würde, welche der Partei einen ruhmvollen. Sieg bringe. Die Convention vertagte stch darauf bis 3 Uhr. Capitän Hobson'S Anspräche. Der Vorsitzende Clark hatte die Convention von Anfang fest in der Hand. Durch einen lungenkräftigen Assistenten ließ er verkünden, daß der erste Ruheftörer durch die Polizei an die Luft gesetzt würde. Bourke Cockran sollte eine Ansprache halten, war aber nicht zugegen, und der nach ihm aufgeforderte frühere Senator Ch. A. Towne lehnte ab. Die Wahl siel hierauf auf Capitän R. P. Hobson,' der, enthusiastisch empfangen, vornehmlich über die Wahl-Entrechtungs-Planke der republikani schen Platform sprach und zur Unterstützung der südlichen Demokraten bei ihrer Haltung zwischen Weißen und Schwarzen aufforderte. Die Platform ein Comp r o m i ß W e r k. . St. Louis. 8. Juli. Nach ununterbrochener.i sechzehnftündiger Sitzung kam die Beschluß. Commission mit der Platform zu Ende und beauftragte das Subcomite zur Vorlage des Entwurfs um 6 Uhr, um diesen dann 2 Stunden später der Convention einzuberichten. Die Platform ist ein für alle be theiligten Interessen annehmbarer Compromiß und wurde von der Com misston einstimmig acceptirt. Man
kann das Dokument als ein Zugeständniß an den, Bryan Flügel bezeich nen, ohne jedoch den Standpunkt der Conservativen irgendwie zu beeintrüch tigen. Sehr bezeschnend ist das Feh len einer Auslassung über die Finanz Frage; eS zeigt sich hierin, daß bei dieser Frage eine Allen annehmbare Erklärung sich nicht herbeisühren läßt. Die Commission hatte die ganze Nacht über die Platform berathen und um 9 Uhr wurde der letzte Antrag zu dem Entwurf von dem Subcomite eingebracht. Während der langen Nacht in dem Comite-Zimmer kam eS zu vielen dramatifchen Scenen, wohl die packendste war der Zusammenstoß zwischen Hill . und Bryan. Bryan machte einen seiner zahlreichen Angriffe auf die vom Subcomite vorgelegte Gold -Planke. Er befand sich in großer Erregung und rief dem New Jorker Führer zu, er brauche eine Gold.Platform für seinen Gold-Candidaten, dem er dem Lande aufzwinge. Hill erwiderte, er kenne Parkens Ansichten über die Gesdfrage nicht und wisse nur, daß er ein patriotischer Mann sei, dem man auch dieser Frage vertrauen dürfe. Streik der Schneide, rinnen. Chicago, Jll., 8. Juli. Der Streik der LadieS' Garment WorkerS nahm heute eine Ausdehnung an, als die Angestellten 21 weiterer Firmen die Arbeit niederlegten. ES handelt sich meist um kleine Contractoren, die für größere Häuser liefern. Die Zahl der Neu.AuSftändigen wird auf 600 geschätzt. Budler Bersch. ' S t. LouiS, Mo., 8. Juli. Edmund Bersch, der vor 2 Wochengestand, von dem $47,500 Budel.Fond zur städtischen BeleuchtungS - Vorläge eine BestechungS-Summe angenommen zu haben, wurde heute zu 2 Jahren Zuchthaus verurtheilt. ES ist dies die Minimal-Strafe. Politiker beim Präsid e n t e n. Oyster Bay, L. I., 3. Juli.' Gouverneur Odell traf heute in Begleitung von W. Barne? Jr., dem Vorsitzendendes New Jorker republ. Staats -Executiv-Comites, zu einer Conferenz mit dem Präsidenten über die politische Lage in New Jork ein. Die H o ch f l u t h. KansaS City, 8. Juli. Alle westlichenNiederungen auf der MissouriSeite, darunter der Union Bahnhof und der größte EngroZ-Distrikt von KansaS City find vor Ende deS TageS mit Wasser bedeckt. Ein Dammbruch bei Armourdale sandte einen Wasserström in jene Niederungen, der zunächst die Keller der EngroS-Häuser unter Wasser setzte und sich dann nordwärts nach dem Union Bahnhof wandte. Man fürchtet jedoch nicht, daß das Wasser eine gleich große Höhe erreicht wie im vorigen Jahr.
Sieden Arbeiter durch Tornado über eine Brücke geschleudert. St. LouiS, 8. Juli. Nach einer Depesche aus Cape Girardeau, Mo., kamen in ThebeS, Jlls., heute Abend 7 Arbeiter um'S Leben, indem ein Tornado die Unglücklichen von einer neuen Eisenbahn-Brücke über den Mississippi, wo sie arbeiteten, herabstürzte. Zwei wurden verletzt. Dampfer Valtic. Das größte Passagierschiss der Welt auf seiner ersten Fahrt. New Jork, 3. Juli. Der neue Dampfer Baltic" der White Star Linie kam heute auf seiner ersten Fahrt von Liverpool an. Das Schiff brauchte 7 Tage, 13 Stunden und 7 Minuten bei einer Durchschnitts-Geschwindigkeit von 16 Knoten die Stunde. Dieser . größte Dampfer der Welt legte .die Reise ohne jedes Hinderniß zurück. Unter den Passagieren befanden sich I. P. Morgan und Josef Pulitzer. Baltic ist 726 Fuß lang, TonnenNegifter 24,000. Das Schiff kann etwa 28,000 Tonnen an Ladung befördern und, 2,000 Passagiere aufnehmen. , i
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