Indiana Tribüne, Volume 27, Number 272, Indianapolis, Marion County, 8 July 1904 — Page 4
Jndiana Tribüne, S. Juli 190U,
Jndiana Tribüne. HeraJZgeaehen von der Sutenderg ($. Indianapolis, Ind.
Harry O. Thudium Präsident. GeschäftSloeal! No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. ' nntered at the Post Office of Indianapplij as iccond dass matter. Die Demokratische Convention. St. LouiS, 7. Juli. Die' Sachlage in St. Louis hat bis jetzt noch keine Klärung erfahren. Obwohl Parker eine größere Stärke als man zuerst glaubte zeigt, so ist vordem ersten Ballot alle nur Spekulation. Die Rede deZ Vorsitzers Champ Clark war von Anfang bis Ende eine scharfe und zumeist gerechte Verdammung der Roosevelt'schm Administration, und derjenigen, welche glauben, daß sie, um Patrioten zu sein, die PelitikRoosevelts, welche überhaupt nur die Politik eines Opportunisten sei, unterstützen müßten. Wenn der Präsident seines hohen AmteZ sich würdig zeigen wollte, so müßte er die Leute verachten, welche sagen der Präsident verfolgt eine falsche Politik hinsichtlich der Philippinen, aber wir müssen den Präsidenten unterstützen. Man nehme den Fall, daß Washington und die Legislatur von Virginien den Uebergriffen George des Dritten, dessen Unterthanen sie waren, gesagt hätten, , seine gnädige Majestät , hat .zwar mit Anordnung der Tyeesteuer neme Unge rechtigkeit begangen, aber wir als gute Bürger müssen ihn unterstützen,, anstatt die Ketten zu zerreißen, so wären wir anstatt einer glorreichen' Republik heute noch englische Colonien. ' Hat sich scheinbar die Sachlage seit gestern nicht erheblich, geändert, in Wirklichkeit aber ist ein bedeutender Wechsel eingetreten. Allerdings ist an Zahl der für verpflichteten Delegaten und Stimmen, die lym ohne bindende Instruktionen zugesichert wurden, Richter Alton B. Parker von New York mehr als je der hervorragendste Be Werber um die Nomination ; aber um diese zu erlangen, wird er unter der Zweidrittelregel 662 Stimmen ge -brauchen,' und diese können seine Ma nagerZ noch immer nicht herauSrechnen. Einen bedeutenden Zuwachs erhielt er scheinbar durch die Zusicherung der 63 Stimmen Pennsylvanien's, welche Col. Guffey der Führer der Delegation jenesStaateZ, ihm zusicherte, aber eS ist immerhin möglich, daß Guffey bis heute oder morgen anderen Sinnes werden, oder auch, daß er eZ unmöglich finden möchte, die Waare abzuliefern". Pennsylvania'S Delegation - ist nämlich gänzlich frei von Jnstruk tionen aller Art und wurde eigentlich zu den Anhängern Gorman'S gerechnet. Auch ist sie durch keine EinhcitSregel (unit rule) gebunden, welche eS der Majorität der Delegation freistellt, das Gesammtvotum der Delegation für den ihr genehmen Kandidaten abzugeben. m. i . F . 2jsl5eioe gur au? von uayoma, West.Virginia. Minnesota, Süd-Ca-xolina und einem halben Dutzend anderer Stavdten, die sämmtlich von den Parker-Leuten mitgezählt werden. So gar Maryland, das, wenn Gorman im Felde bleiben sollte, und bisher hat er sich nicht zurückgezogen, sicherlich zu diefern halten würde, wird für Parker mitgezählt. .Thatsache aber ist eS, daß Searft in Minnesota und West-Virgi-nia mehrere Delegaten hat, die direkt für ihn instruirt wurden. Aber selbst mit Hinzuziehung dieser kann man für Parker noch . nicht die erforderliche Stimmenzahl herauSrechnen. Für ihn instruirt sind nachstehende Dele gationen: Alaska .' 6 - ArkansaS. 13 Connecticut.............. 14 Georgia ' 26 Jndiana 30 Aouifiana 18 Mississippi...'...... 20 New York 78 ' Tennessee 24 TexaS... 36 Total. 270
Seine sonstige Stärke beruht auf durch nichts gesicherten Versprechungen. Die Hearst-Leute- führen noch immer eine agressive Campagne und wenn man sie reden hört, sollte man denken, daß die Nomination des gelten" Journalisten so gut wie sicher sei. Aber wie das herausrechnen, ist ein Räthsel.
Hearst verfügt nur über 132 zu seinen Gunsten .instruirte Delegaten, die sich wie solgt zusammensetzen: Arizona 6 California .. .20 Hawaii 6 Jdaho..... 6 Iowa ...26 Illinois 54 Süd-Dakota .... 8 Wyoming..... 6
Total 132 Selbst wenn man ihm auch die ihm angeblich zugesagten Delegationen anrechnet, so kommen erst im Ganzen 184 Stimmen zusammen. Daß er die übrigen 543 auf sich concentrircn könnte, scheint gänzlich ausgeschlossen. Zu . dieser Ansicht ist offenbar auch William Brl, .n gekommen. Er scheint davon überzeugt zu sein, daß, wenn er Parker schlagen will, er sich ein anderes Werkzeug suchen muß. Hierin ist er mit den Tammanyführern ein Herz und eine Seele. Auch ihnen ist eS vor Allem darum zu thun, den Protege Hill'S und Belmont'S kalt zu stellen. Nach einer Conferenz zwischen Bryan und Murphy wurde gestern Vormittag in aller Stille eine Versammlung der Parker feindlichen Elemente nach dem Planter's Hotel berufen, um einen ge meinschastlichen Kriegsplan zu entwerfen. Das Resultat war, daß die bis her zersplitterte Opposition sich jetzt organisirt und auf einen Mann geeinigt hat. Richter Judson Harmon von Ohio war es, der von den Versammelten als die geeignetste Persönlichkeit auserkoren wurde, um die verschiedenen Interessen und Richtungen innerhalb der Partei zu befriedigen. Er war nicht eigentlich Bryan'S Auswahl, fondern er hat es Tammany zu verdanken daß er in den Vordergrund geschoben wurde. . AIS Mitglied von Cleveland'S letztem Cabinet war Richter Harmon dem Staatsmanne von Nebraska eigent lich gerade nicht sympathisch, aber in Anbetracht der gemeinschaftlichen Interegen erklärte Rryan sich bereit, für ihn mit seinem ganzen Einflüsse einzutreten, vorausgesetzt, daß Harmon ihm eine schriftliche Erklärung über seine Stellungnahme in den Campagnen von 1836 und 1900 gebe. Es scheint selbst verständlich, daß Harmon eine dem alten Manne" genehme Erklärung der fassen und beweisen wird, daß er stets ein consequenter .Demokrat gewesen. ES wird erwartet, daß Harmon im zweiten oder dritten Ballot mehr Stimmen auf sich vereinigen werde. als irgend einer der . anderen Kandidaten, Parker vielleicht auZgenom men. Außer seiner eigenen Delegation von Ohio werden . vermuthlich NebraSka,' Maryland, West Virginia, Missouri und der Distrikt von Columbia für ihn stimmen, ' sowie auch die Tammany'Delegaten, welche sich durch die .,Unit"-Regel nicht gebunden fühlen und nur im ersten Vallot für Parker zu stimmen beabsichtigen. Bezüglich der anderen Kandidaten ist noch Alles beim Alten. Wall von Wisconsin, Olney von Massachusetts, Cockrell von Missouri, Gray von Delaware werden alle wenigstens bei der ersten Abstimmung der Delegation ihrer respektiven Heimathstaaten sicher sein.' Wie die Sachen jetzt liegen, wird sich später das Gros der Stim. men auf Parker, Hearst und Harmon konzentriren, jedoch ohne die Wahrscheinlichkeit, daß eS einem der Drei gelingen werde, die erforderlichen 662 Stimmen zufammenzubaingen. Bei all' diesen Berechnungen darf man Gorman nicht aus dem Auge verlieren. Zwar hat 'er gestern scheinbar an Boden verloren, weil er sich bis jetzt zu keiner positiven Eeklärung bezüglich seiner Candidatur herbeigelassen hat, und man daS von 'interessirter Seite dahin auslegen möchte, daß er sich zurückgezogen habe. Wenn er aber in elfter Stunde in die Arena treten sollte, so würde er voraussichtlich Maryland, Pennsylvania, .West Virginia und Missouri auf sich konzentriren können und damit alle vorherigen CombiNationen zerstören. .So lange bezüglich des Präsident-schaftS-Candldaten eine so gänzliche Ungewißheit herrscht, wäre eS müßig, darüber sich den Kopf zerbrechen zu wollen, wer die besten Aussichten habe, als Vice-Prüsident auf dem Ticket zu siguriren. Gerüchtweife verlautet, daß von der.' WiSconsiner Delegation mit den Parker-ManagerS" Verhandlungen gepflogen würden, ihrem Candidaten den zweiten Platz au dem Ticket zu sichern und dasür im zweiten Ballot für Parker zu stimmen. ;
Polizeiliches. Polizist H i t e erwirkte gestern
einen Verhaftsbefehl gegen Doc" Tacoma, einen Clerk in Köhring' Eisen-waaren-Handlung, No. 830 Virgi nia Ave. Derselbe soll auf dem Seitenwege an der Churchman Ave. auf seinem Motor-Zweirad wie ein geölter Blitz dahingesauft sein und auf diese Weife daS Leben der Fußgänger bedroht haben. In furchtbarer Aufregung kam gestern Frau Lizzie Campbell von Süd Alabama Straße' in die PolizeiStation gestürzt und sagte, daß sie von Studenten verfolgt werde. Dieselben hätten bereits über 100 Personen ermordet, um die Leichen für CollegeZwecke zu verwerthen. Sie wurde ihrer eigenen Sicherheit wegen eingesperrt und wird aus ihren Geisteszustand untersucht werden. Grundeigenthums - Nebertragnugen. William T. Cannon an Railrod Men's Building & SavingS Assn., LotS 4. 8, 75 und 82, Clifton Place Add., westlich von Clifton Str., nördlich von 31. Str. $1125. John I. Appel an dieselbe, LotS 9 bis 15 und 24, Schrolucke'S Madiion Ave. Add., westlich von Madtson Ave., nahe Gürtelbahn. $6000. William W. William an Guy R. Eastabrook, Lot 16, Square 1, IndianapliS Car Co.'S Add., südlich der Atlas Werte. S3000. Guy R. Estabrook an William W. Williams, das nämliche Grundstück. $3,090. Arthur V. Brown an John C. Ploeger, Lot 67 in Windhorst Place Add., westlich'von Madison Ave. nördlich von der Gürtelbahn. $1,000. Joseph E. Flack an Viola E. Haldeman. Theil vom südöstlichen Viertel in See. 4, Tp. 15, Range 3 in Wayne Township. $6,000. Lora Gleason u. A. an Rose Con nor, Theil von Lot 25 in -Vajen's Springdale Add., nordöstlich .von Woodruff Place.' $1,200. William Reff an George Jack, Lot 102 in Ruddell & Vinton's Park Place Add., nördlich von Fair Bank. $2000. . William Dickfon an August Kühn, Lots von.2 bis 12 in StubblnS' Mäf. sachusetts Avenue, zwischen Ost Straße und Park Avenue, Nordseite von Mas sachusetts Ave. $24,850. ' John McVey an Sarah Cook, ein Theil von Lot 2 in Darnell'ö Subd. Theil von Park Place, Westseite der Illinois Straße und nördlich , von-5er Creek. $1800. ,, Neue Inkorporationen. Die Lyons Coal Co." von Lyons; Capital $15,000; Directoren: William KateS, R. F. Winters und Geo. E. Tansey. Die Economy Loan Co." von Indianapolis; Capital $2,000; Direkoren: Frank C. Burton, Frank F. Smith, Ray I. Sutherland, M. H. Raschig und gleicher MedeariS. Die Plainsield Oil and GaS Co." von Plainsield; Capital $10,000; Directoren: John W. Marfhall, JameS H. Foster, William SulpeS, Addison Ballard und Willis S. Doan. Der Grundeigenthums Makler I. M. Newby von 1016 West New Jork Str., welcher eine 'Office im Baldwin Gebäude hat, ist feit 14 Tagen spurlos verschwunden. Er ist derheirathet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern. . Bauerlaubnißlchein e. W. H. Brown, Backstein - ApartmentHotel, Meridian- und Pratt-Straße, $50,000. John ChiSlett, zweistöckigeS Holz Doppelgebüudc, No. 2622 Nord Capital Ave., $1375. . Harry G. Wilson, zweistöckiges Holz-Doppel-gebäude, 154156 West 30. Straße, $2000. Besten & Langen, Umbau, 13 und 15 West Washington Str., $10.000. M. L. Hare, Umbau, 35 Oft Maryland Str., hinten, $1000. Pennsylvania Bahn. $1.25 Madison und zurück $1.25 Sonntag, den 10. Juli. Verläßt Indianapolis 7.30 Morgens. Rückfahrt . von Madison um 6 Uhr Abends. - . ; Dampfbootfahrt. 20 Meilen am Ohio River hinauf und zurück für 25 Cents. W. W. Richards on, v A.G. P. A.
Nachrichten aus Jndiana Ein Enkel von John Quin-
cy Adams heimathundmittelloS. Marion, 7. Juli. Ein Greis von 75 Jahren suchte gestern um Aufnähme in die Soldatenheimath nach. Er behauptet, ein Enkel von John Quincy Adams, dem 6.Präsidenten der Ver. Staaten zu sein. Er hat keine Freunde mehr' und ist vollständig mittellös.' Neue elektrische Bahnlinie gewünscht. Colum buö, 7. Juli. Ueber $30,000 Antheile sind soweit in der Umgegend gezeichnet, um eine nee Jnter-urban-Linie von hier nach entweder Seymour oder North Vernon zu bauen. Da die Gesellschaft im Ganzen nur $60,000 gebraucht und außerdem nur 20 Fuß auf jeder Seite der Geleise, so sollte es nicht schwer fallen, das Unternehmen in kurzer Zeit zu verwirklichen. Auf der Suche nach verfchwundenen Kindern. CharleStown, 7. Juli. Auf der Suche nach zwei kleinen Knaben, Edward Hinton und John Wright, die vor zwei Wochen durch einen Strolch doch ihrem, Wohnorte fortgelockt wurden, bereisen Wm. Hinton und Grover Carney, augenblicklich den südlichen Theil des Staates. Beide benutzen ihre Fahrräder und kamen gestern hier an, da sie die Spur der Vermißten bis hier her verfolgten. Beide setzen heute ihren'Weg südlich fort. G e h e i m n i ß v o ! l e S Verschwinden eines Geistlichen. R i ch m o n d, 7. Juli. Rev. Elwood O. ElliS, Pastor der Süd 8. Str. FriendS"-Kirche und Trust des Earlham College, ist seit Dienstag Nachmittag spurlos verschwunden. Er war um 1 Uhr vom Hause fortgegangen und zwar mit der Absicht, einige Rechnungen zu bezahlen. Zu diesem Zwecke hatte er etwa $100 zu sich gesteckt. Seitdem hat seine Familie ihn nicht mehr gesehen. Dieselbe befindet sich natürlich in großer Aufregung. Dynamit-Attentat. Lawrenceburg, Ind., 7. Juli. Eine Meile unterhalb - der Stadt wurde JameS Wilsons -HauS-doot am Ohioufer mit Dynamit in die Luft gesprengt. Wilsons Frau und kleines Kind sind wahrscheinlich dabei umgekommen. Wilson hat ' seit mehreren Tagen stark getrunken, und eS ist bekannt, daß er und seine Frau Streit hatten. Die Trümmer deZ Hausbootes liegen am .Ufer zerstreut. Die Explosion wurde hier gehört, aber man glaubte, der Knall rühre von Fire Crackers" her. Agitation, für öffentliche BadePlatze. Seitdem der Fall Creek ein neues Menschenopfer gefordert hat, ist die Agitation für öffentliche Badeplätze wieder lebhaft im Gange und eS ist möglich, daß 'in der nächsten Sitzung des Stadtraths eine diesbezügliche Or dinanz eingereicht werden wird. Der Coroner ist der Ansicht, daß etwa drei Plätze am Fall Creek resp. White River als öffentliche Badeplätze auserkoren werden sollen. Dieselbm sollen von 25 Uhr Nachmittags und von 6 3 Uhr Abends während der Badesaison, 15. Juni bis 15. Septbr. dem Publikum zugänglich sein und ein jeder Platz soll unter der Aufsicht eines von der Stadt angestellten Mannes. welcher des SchwimmenS kundig ist. stehen. Er glaubt, daß die Aus. lagen sich auf nicht mehr als $500 belaufen werden. Das prosperirende MarlonConnth. Die totale Einschätzung der Corpora tionen in Marion County belöuft sich in diesem Jahre au $3,354,375 mehr als im verflossenen Jahre. Der Gesammtwerth der Corporationen beläuft sich auf $21.319,621 gegen $17,965,242 in 1903. ! Aom Jugendgericht zu Denver, Col., wenden im heurigen Sommer Hunderte von Knaben in die Zuckerrübenfelder bei Longemont, Col., geschickt, um unter Anleitung von Aufsehern dort zu arbeiten. Die Knaben werden entsprechend ausgestattet und können 81.20 bis 52 verdienen. .
r Türkische ZollplzckcrcZcn. 3a verbotene Automobil und der ftaatsge sükzrttche ffcnispreSier. Ein kürzlich in Konstantinopel eingetroffener GesandtschaftS - Attache brachte sein Automobil im Werthe von $3760 mit. Die türkischen Zollbehörden weigerten' sich, die Maschine herauszugeben, unter dem Vorwande, daß deren Benutzung in der Türkei noch nicht gestattet fei. . Die Gesandtschaft theilte die Ansicht der Behörden, daß die Benutzung eines Automobils in den engen Straßen der Hauptstadt eine öffentliche Gefahr bilden würde. Der Attache verpflichtete sich daher, sich seines Wagens nicht zu bedienen. Da er ihn aber nicht sofort nach Hause zurückschicken konnte, bat er, daß man ihm gestatte, den Wagen in einer Remise aufzubewahren, damit er nicht auf der Zollstation einroste. Aber Weber Erklärungen noch Verpflichtungen noch energische Schritte der Gesandtschaft vermochten den hartnäckigen Weigerungen der Zollbehörden gegenüber etwas auszurichten. Inzwischen sah der Attache sich genöthigt, für einige Wochen in seine Heimath zurückzukehren; er bat daher, daß man ihm gestatten möge, sein Automobil wieder mitzunehmen. Selbst das wurde ihm verweigert, oder vielmehr man gestattete es ihm, aber unter der Bedingung, daß er sofort $1880 deponire; die Summe sollte ihm zurückgegeben werden, wenn 9C durch eine amtliche Bescheinigung glaubhaft nachgewiesen haben würde, daß der Wagen am Bestimmungsorte angekommen sei. Nun wurde aber die Gesandtschaft ernstlich böse und sagte den Zollbehörden in diversen Schreiben bittere' Wahrheiten. ' Das wirkte. Die Zöllner sahen endlich ein, daß sie zu weit gegangen waren, und gaben das Automobil heraus. . - Eine Gesandtschaft hatte die größte Mühe, von der Zollbehörde die Herausgäbe eines für eine Tischlerwerkstatt bestimmten Motors zu erlangen; die Behörde fürchtete nämlich,' der Motor könne für ein Automobil benutzt werden. Einem anderen Gesandten wollte man ein Telephon, 'das er sich für seinen persönlichen Gebrauch hatte kommen lassen, nicht herausgeben, weil
man darunter etwas Staatsaefabrr rije. . o .iiZ, n c lillzes miiicrie; eru namoem oer e sandte hoch und Hejlzg versichert hatte, daß sein Telephon den Pestand des türkischen Reiches-nicht, -in Frage' stellen werde, gab man -es. schweren Herzens frei. ' ' ..' r , Die Äinuö i Japan. Ueber die .Ureinwohner "des japani'chen Jnselreich'es,e''.Ainus, finden ich in einem dttetzjeHefte'des Chinese ' Recorder and Missionary Journal" einige interessante Angaben. Darnach haben die Frauen der Ainus, unter denen sich viele schöne Figuren sinden, kleine Hände und Füße, ausgezeichnete Zähne und' eine frische Gesichtsfarbe, der das 'übliche Tätowiren um den Mund kaum viel Eintrag thut. Die Frauen sind durweg bescheiden und keusch. Von den hübschen und anziehenden Kindern wird, unbedingter Gehorsam gefordert. ' Die Männer sind gerade und treu, dabei moralisch und höflich. Sie dürfen nur ein Weib nehmen. Das Heirathen ist 'ihnen nicht vor dem 21. und den Mädchen nicht vor dem 17. Jahre erlaubt. Wenn ein junger Mann ein Mädchen heimzuführen wünscht, so muß' er erst die Erlaubniß seines Häuptlings einholen,' mit dem Vater seiner Erwählten' sprechen zu dürfen. Wird er von diesem günstig aufgenommen, dann schickt er dem Mädchen einen japanischen Gegenstand als Geschenk zü, womit die Verlobung erklärt ist. Die Hochzeit folgt unmittelbar darauf. Das Hochzeitsgefchenk des Bräutigams besteht '.meistens in Ohrringen sowie in einem schönen japanischen Umschlagetuch (Kimono). Kostspielige Nehabilitirnng. Geld macht bekanntlich in China vieles wieder gut und hat im Reiche der Mitte einen weitreichenden Einfluß. Es kann sogar einem Mandarinen, der wegen allzu großer Bestechlichkeit abgesetzt worden ist, feinen Posten und damit sein ganzes Ansehen wiederverschaffen. Das ist allerdings eine sehr theure Geschichte. So wurde vor einiger Zeit in der Provinz Kuangtung ein Bezirksrichtn mit Schimpf und Schande entlassen. Da er jedoch ein sehr vermögender Mann war, 'so steuerte er die beträchtliche Summe von 120.000 Taels für die Unterdrückung der Empörung in der Nachbarprovinz Kuangsi bei und lieferte außerdem noch Mausergewehre im Werthe von 60,000 Taels. Zusammen ließ er sich seine Rehabili--tirung also beinahe $125,000 kosten. Das wirkte. Ein solche? Opfermuth rührte die zuständigen hohen Mandarinen dermaßen, daß sie dem Manne alsbald einen höheren Rang als sein fru herer und außerdem die Anwartschaft auf den einträglichen Posten eines Taotai oder Regierungspräsidenten verschafften. " . ' Bucheinband aus Menschenhaut. Der französische Astronom Camille Flammarion besitzt ein Buch, das mit Haut von einer Dame eingebunden ist, die zu seinen eifrigsten Schülerinnen gehört hatte. Sie sprach in ihrem letzten Wllen den Wunsch aus, daß ihr vor. dem Begräbniß die Rückenhaut abgelöst,' ein gewisses Buch damit eingebunden und dieses dem genannten Gelehrten geschenkt werden sollte. v ' ' .
Indianapolis
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