Indiana Tribüne, Volume 27, Number 268, Indianapolis, Marion County, 2 July 1904 — Page 6

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Jndiana Tribüne 2. Juli 19

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MutWnremigKeit entsteht durch ine schlechte Beschaffenheit dS Magen. Gebraucht Dr. Anglist Koenig's Hamburger Tropfen den großen deutschen ' Dlutreinigcr. Sie reinigen den Wkage nd beleben die Leber wo durch reine Blut entsteht. öMZSBLZLS! Warum nicht cii n? ä' q? st P D P V n? ff sparen beim Einkaufe ihrer Möbel ... UNV. . . Teppiche .rV, . . . .sowie. ... Gariand Oefen und ...Ranges... WILLIG'S 141 West Washington Str. 143 Nord chsettnsylvania Stratzt Hauptquartier für ÄriUen d Operngläser PSHd t'42 0C WKr Xdu jffi ' Brillen werden a& den betten Metdoden d Lugen angepaßt. Künstliche Augen werden schmerzlos eingesetzt. Pocahontas ranchlose Kohlen $4.25 per Tonne. Pocahontas rauchlöse Schaufelkohlen 84.00 periTonne. Mnthracite, irgend eine Größe $6.80 per Tonne. für Ablieferung in diesem Monat. . . fc ' n v Zov weniger per ,ornie eiserner soeneuung von 10 Tonnen oder mehr. Zerkleinerte Coke. : . 10c per Bushe! skr Ablieferungen ta diesem und nächsten Monat. Home Fuel Co Jneorpvrirt. Neuer Phone 9291. Altes Phone, Main 1150. Ein Trostwort für Männer. ES giebt keinen traurigeren Zustand, als den des geschwächten Mannes. Seine All--gemeine Gesundheit mag ganz gut sein und dennoch wird ihm durch diese 'geheime Schwäche das Leben zur Last. Ich weiß dies aus einiger Erfahrung und da ich nach langem, nutzlosem Experimentiren endlich die richtig Behandlung gefunden habe, so habe icd mir vorgenommen, diesen sicheren Weg zur Heilung auch Anderen zu zeigen. Sie brauchen mir nur eine Briefmarke zu schicken und ich will ihnen gerne sagen, was Sie thun müssen, um Ihre volle Manneskraft wieder zu erlangen. Mit Farmergruß ZZred. Müller, Fräser, Mich.

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Sonutagsdlcnft.

Von A. Gaber. - Fräulein Bruhm stieß ihre Nachbarin an und zeigte lächelnd mit dem Daumen über die Schulter hin nach einer Tafel, die an der Wand hing. Annie schaute hinüber. Sie sind am dransten, Fräulein! Morgen!" Annie war erst kurze Zeit bei der Firma Biedermann fe Co. Sie hatte die Tafel drüben noch gar nicht beachtet. Sonntagsdienst?" flüsterte sie fragend. Ich? Was hat man denn da zu thun?" Die andere lachte. Bringen Sie sich Frühstück mit und lesen Sie die Zeitung. Und um zwölf gehen Sie wieder. Punkt zwölf!" Am nächsten Morgen schritt Annie über den sauber gefegten, todtenstillen Arbeitshof. Es lag über dem ganzen Hause eine so große Feierruhe, daß sie beinahe glaubte, fehlgegangen zu sein; so fremd muthete sie alles an. Sie raffte das neue Frühjahrs kleid recht hoch, als sie die Treppe hinaufschritt. Daß sie das aber auch gerade hier heute einweihen mußte! Sie hatte Max geschrieben, daß sie erst um halb ein am Potsdamer Bahnhof sein könne statt um zwölf, des Sonntagsdienstes wegen. Und er würde auf sie warten, sicherlich. Sie wiederholte es sich immer und immer wieder, um die bangen Zweifel zu betäuben, die in ihr aufstiegen. Man hatte ihr gesagt, Max sei ein leichter Vogel und Treue nicht gerade eine seiner Tugenden. Sie wußte auch, daß er bereits mit einer anderen angebändelt hatte; aber wer das war, hatte sie noch nicht herausbekommen. Egal nun erst recht! Sie hatte ihr ganzes Geld zusammengerafft und sich ein neues Kostüm gekauft. Hochchic sah sie aus und Max hatte Augen für so etwas. Nun war sie ihres Sieges ganz sicher. Es kam nicht viel vor in diesen Sonntags - Vormittagsstunden, im Contor. Ein paar Arbeiter meldeten sich, welche du jour hatten; dann ein telephonischer Anruf mit falscher Verbindung; der Briefträger brachte eine Handvoll Drucksachen und wenige belanglose Briefe. . So hatte sie n?cht einmal dem Chef eine telephonische Nachricht zu geben. Punkt zwölf schloß sie das Contor wieder zu, lieferte die Schlüssel ab und eilte zum Potsdamer Bahnhof. Eine Menge Spaziergänger strömte ihr entgegen. Das herrliche Wetter hatte alles in'Z Freie gelockt. Doch kein Max war zu sehen. Bis ein Uhr wartete sie. Dann ging sie nach Hause, enttäuscht, bedrückt, wüthend. Als sie in's Wohnzimmer trat, fand sie die Eltern im angelegentlichen Gespräch, das bei Annies Eintritt plötz lich verstummte. Der Vater schien sonderbar bewegt; Mutter fuhr mit dem Taschentuch über die Lider. Annie erschrak. Sie war ein gutes Kind und hing an ihren Eltern mit der ganzen Zärtlichkeit eines weichen Gemüthes. So drängte sie die widerfahrene Enttäuschung in die hinterste Herzensecke zurück und lachte die Eltern strahlend an. Vielleicht hatten sich die beiden gezankt; da war es ja ein wahres Glück, daß sie so plötzlich hineinschneite. Da bist du ja, mein Herzenskind!" Und die Mutter küßte sie wieder und wieder. Selbst der Vater streichelte ihr Kraushaar, was sonst gar nicht in seiner Art lag. , Ist etwas vorgefallen?" fragte Annie befremdet und zog den Paletot aus. Nichts, Kind, nichts!" Und Vater lächelte schelmisch. Aber wie hübsch, daß du da bist ein Glück ist's, eine Fügung eine wahre Fügung!" murmelte er vor sich hin. Mit der Landpartie war's wohl Essig heute?" fragte die Mutter. Sie wußte nichts von Max gottlob Annie hatte davon noch nicht gesprochen, sondern immer nur von einer Freundin, und daß sie mit dieser so oft zusammentraf. Wir haben uns verfehlt" sagte sie kurz und fühlte doch, wie sie erröthete. Ich will heute mal mit euch ausgehen." Hm, hm," machte der Vater, und wieder hob das pfiffige Lächeln seine langen Schnurrbartspitzen. Da will ick doch gleich" Und schon war er zur Thür hinaus. Was hat er denn?" fragte Annie belustigt. Ach, laß ihn nur. Er wird wohl Kuchen holen zum Kaffee, weil du mal da bist!" Annie war ernst geworden. So fremd war sie schon den Eltern zu Hause, daß Vater sie wie einen Besuch behandelte? Kuchen holen konnte man denn sie da nicht schicken? Vedrückt nahm sie am Tische Platz und mühte sich, all' die so lange versäumten Kindespflichten nach Kräften nachzuholen. Es war wie in kleines Fest, und Bater holte sogar ein Flasche Wein, mit dem er sonst so sehr geizte, zur Feier des Tages". Nach dem Essen wusch Annie das Geschirr ab. Sie duldete es nicht, daß Mutter aufstand, und drückte deren alten, lieben Kopf tief in die weichen Sophakissen. Heut habe ich Sonntagsdienst, Mutterchen, verstanden?" Damit schlüpfte sie zur Thür hinaus. Es war ihr so leicht

itrn'3 Herz geworden, so frei. Und es machte ihr ordentlich Lust, dieses Herumwirthschaften in der Küche. Sie trällerte ein Liedchen von Frühlingslust und Liebe; hell zogen die Töne durch das geöffnete Fenster in die warme Märzluft hinaus. Drüden, an den gegenüberliegenden oajet ben der großen Tischlerwerkstatt wurde ein Kopf sichtbar, ein junger Männerköpf, und nickte Annie Zrüßend zu. Was für ein hübscher Mensch der Wilhelm Stahl doch eigentlich war! So groß und stattlich, und ein so freies, offenes Gesicht hatte er mit ernsten, wahren Augen. Max war klein und schmächtig, und die Lider hielt er stets gesenkt, wie in halber Müdigkeit. Ach, sie mochte ihn jetzt gar nicht mehr leiden, den Max. Sie hatte ihn ja auch wohl nie lieb gehabt; nur seine Artigkeiten schmeichelten ihr und die ganze Art und Weise, wie er sie umwarb. Er hatte ihr doch richtig den Kopf verdreht, das erkannte Annie jetzt ganz deutlich. Der junge Tischler war wieder vom Fenster zurückgetreten. Annie sah, wie er den Cylinder bürstete und ein Paar rothe Glacös, so ganz moderne, zurechtlegte. Was mochte er nur vorhaben? Vielleicht hatte er eine Braut, die er heute besuchen wollte. Und sie wurde auf einmal ganz traurig. Rasch beendete sie ihre Arbeit. Eine Stunde später schritt Annie an der Eltern Seite nach dem Thiergarten. Sie hatte das neue Kleid wieder angelegt und ein Veilchensträußchen an die Brust gesteckt, das zwischen dem dunklen Pelzkragen frühlingkündend hervorlugte. Es machte ihr wirklich Spaß, wieder inmal mit den Eltern auszugehen. Und wie lange war sie nicht im Thiergarten gewesen! Max goutirte" ihn nicht, wie er zu sagen pflegte; ihm konnte nichts weit genug sein. Wenn ein Ort nur mit mehr stündiger Eisenbahnfahrt zu erreichen war, schien es ihm doppelt besuchenswerth. Die Sträucher zeigten bereits hier und da hellgrüne Spitzen. Vater wäre am liebsten vor jedem einzelnen stehen geblieben, so freute er sich darüber. Der Mutter fiel das Laufen nicht leicht. Annie bot ihr den Arm, da Vater sich auf den Stock stützte und lieber allein ging. Eine warme, reine Luft strich durch die noch kahlen Wipfel, lind und weich, als wolle sie die Winterschläfer nicht zu jäh aus der Ruhe stören. Und etwas von der A.raumesseligkeit in der noch schlummernden Natur ging auf die Menschen über; man wurde müde. In den Zelten wollen wir Station machen," tröstete Vater die seufzende Gattin. Da erwachten ihre Lebensgeister auf's neue. Ach ja, ich habe solchen Kaffeedurst!" Sie setzten sich in '01t glasumzogene Veranda, so sehnend auch Annie hinausschaute. Sie wäre gar zu gern im Freien geblieben. Draußen zeigte sich ein belebtes Bild. Die ältesten Leute und die jüngsten Babys hatte der Sonnenschein herausgelockt. Droschken, Radler, Kinderwagen in buntem Durcheinander. Ein Automobil kam vorbeigerast. Annie erschrak bis in's innerste Herz hinein. Sie hatte ganz deutlich erkannt, wer darin saß. Max und Fräulein Brahm, ihre Collegin. Und die hatte sogar noch ihr Winterjackett an! Sie ballte die Faust unter dem Tisch. Thränen verhaltener Wuth traten ihr in die Augen. . Der Kaffee kam. Mutter packte den Kuchen aus. Ja, ja, Sie leben und genießen!" hörte da Annie eine frische Stimme hinter sich. Und wie sie erschreckt den Kopf drehte, stand Wilhelm Stahl vor ihr: stattlich, in gesunder Frische, der verkörperte Frühling selbst, und ein warmer Freudenschein lag auf den offenen Zügen. Er folgte der Aufforderung und nahm Platz am Tische, trank Kaffee mit und langte in die Kuchendüte. Es wollte aber kerne rechte Unterhaltung in Fluß kommen. Alles schob und drängte hin und her, es war ein Lärmen, daß man laut sprechen mußte, um sein eigenes Wort zu verstehen. Schon wogten dichte Cigarrenrauchwölken die Decke entlang. Es wurde ungemüthlich. Wir wollen doch gehen," bat die Mutter. Sie erhoben sich. Draußen -winkte Vater einen Taxameter herbei. Komm, Alte, wollen mal leichtsinnig sein!" schmunzelte er. Annie zog das Naschen kraus. Den Kindersitz da an der Rückwand, den kannte sie. Da hatte sie früher auch immer sitzen müssen, wenn Tante Emma, die reiche Tante", mal zu Besuch kam und eine Droschke spendirte. Aber heute bei Mutters Umfang und Vaters langen Beinen! Du willst wohl lieber laufen?" fragte der Vater. Und mit einem raschen Blick zu dem jungen Mann hinüber: Na denn los, Kinder, und Gott befohlen!" ' " Die Zwei schritten querfeldein den einsameren -Wegen zu. Und jetzt kam auch die Unterhaltung in Gang. Er erzählte von dem blühenden Geschäft, das so schnellen Aufschwung nahm und so gute Zukunft prophezeit, und sie sprach von ihrer Stellung und dem vielen Neuen, was sie dort kennen lernte. Und doch haben Sie die Hausarbeit nicht verlernt! Wieich mich freute, als ich sie heute in der Küche Hantiren jh! Es steht Ihnen gut, Fräulein

Annie! Sie würden eine reizende

klem Frau abgeben! Sie schüttelte wehmüthig den Kopf. .Mich will ja keiner!" entfuhr es ihr. So, so. Wlssen S das so genau? Ich weiß bestimmt, daß einer Sie will. Er hat sogar heute, schon bei Ihren Eltrn um Sie angehalten!" Heute?" Jawohl, heute Vormittag. Und da wurde ihm gesagt, daß Sie eine Partie unternehmen wollten mit einer Freundin, und Vater wollte durchaus in's Contor. um Sie nach Hause zu holen. Er" litt es aber nicht, denn er gönnte Ihnen die paar Stunden Erholung in der freien schönen Luft, weil Sie eben so sehr von Herzen lieb hat." . Annie war blaß geworden. Aber woher wissen Sie denn das alles?" Weil ich dabei war. - Weil ich selbst es bin. der Sie liebt. Annie!" Da zog sie ihren Arm aus dem seinen und blieb stehen, still, mit niedergeschlagenen Augen und gefalteten Händen und sagte ihm das von ihrer Lüge und von Max alles. Er war ernst geworden. Aber nur ein Weilchen überlegte er. Dann hob er ihr Köpfchen hoch und sah ihr in die Augen. Rein und klar und groß begegnete ihr Blick dem des Mannes. Da sah er, daß er noch zur rechten Zeit gekommen war. Sie standen an einem der blühenden Frühlingsbeete, und Hunderte von lächelnden Blumengesichtern schauten zu ihnen auf. . Krokus und Tulpen und Veilchen. .Dabei fiel ihr etwas ein. Heute ist mein Einsegnungstag! Vor zehn Jahren! Ach, wenn ich noch dieselbe wäre wie damals!" Er küßte ihren Mund zum Schwei gen. Still, Kind, du hast ja jetzt mich - und ich werde deine junge Seele behüten wie der Gärtner sein Blümchen!" Sie lächelte. Da sieh den Ring hat mir deine Mutter damals geschenkt zur Einsegnung!" Er sah bewegt auf den schlichten, blauen Stein. Gib ihn mir, Annie, denn er soll ja einem andern Platz machen!" Mit raschem Griff vertauschte er den Ring mit einem breiten, goldenen Reifen, in dessen lichten Glanz die untergehende Sonne ihre letzte Strahlen tauchte. Und langsam schritten sie heimwärts. Natürliche Seife In Algier werden jetzt Schritte unternommen, um natürliche Seife in großem Maßstab aus einem Baum zu gewinnen, der in der Wissenschaft Kapindus utilis genannt wird. Dies Gewächs, das ' in Japan, China und Indien seit langem bekannt ist, erzeugt eine Frucht, die in reifem Zustand etwa die Größe einer Kastanie besitzt, glatt und rund ist. Die Farbe wechselt von Gelblichgrün bis Braun,, Das Innere ist von dunkler Farbe und enthält einen öligen Kern. Bei sorgfältiger Auswahl erreichen die Schößlinge von einem Baum in zwei Jahren eine Höhe von 7 Fuß. jedoch gelangt der Stamm erst im sechsten Jahre .zur Reife und trägt dann 50 bis 200 Pfund Früchte, die gegen Ende des Herbst leicht eingesammelt werden können. Aus der Fruckt wird durch Anwendung von Wasser oder Alkohol der seifenartige Bestandtheil ausgezogen. Die Kosten der Gewinnung sollen sehr gering sein, die Seif: selbst 'infolge des Fehlens aller alkalischen Eigenschaften weit besser als die gewöhnliche Seife des Handels. .Rindsrippe von Bordeaux. Man bratet ein Stück Rindsrippe von 45 Pfund ganz oder in dicke Scheiben geschnitten auf einem Rost oder am Spieß. Wo beides nicht vorbanden ist. macht man die Ofenplatte rothglühend, klopft die Rippe ffW mit und bratet sie mit Va 1-3 Pfund frischer Butter unter Angießen ' l '. 1 t . imir. von wenigenossein oou nasser uiuuu und gar, aber immer noch rosa. Indessen hat man nachstehende Sauce bereitet, die man heiß über das Flelsch anrichtet. Hierzu hackt man einen gufw,;r frfviTntttrr ftiiit sie. mit eriXH -" w7- i ' f mz r nem Glas voll Wemessig. Salz. Psef fe und etwas Muskatnuß in eme Kasserolle und läßt sie auf die Halste einkochen, fügt ein Glas voll arke Fleischbrühe hinzu und schüttet die Sauce mit dem 20ta1em.au uvn Fleisch Rinderzunge mit Rosinensauce. Die Zunge wird wie Rindfleisch in Wasser gekocht und gehörig gesalzen. Wenn sie gar ist, so ziebt man die Haut davon ab, und giebt die Rosinenbrühe darüber. Dazu röstet man etwas Mehl in Butter braun, gießt Fleischbrühe und etwaS Wein hinzu, thut gekochte große und kleine Rosinen und etwas geschälte nnh lnnnlick, aescknittene Mandeln. Zucker, Citronenscheiben und Citro nenschale dazu und lafct es zusammen kocben. . Zerstreut. Schüler (zum Professor): Herr Professor, Sie haben uns das letztemal befohlen, Sie heute zu erinnern, daß Sie über das Gehirn des Menschen vortragen wollen." Professor: Lassen Sie mich doch in Ruhe, ich habe jetzt andere Dinge im Kopfe, als daö Gehirn 'de3 Men-lckkn!"

Türkische Iraucntrscht.

Wie sich der Einsluft der Mode auch im Ctient bemerkbar macht. Die Tracht der türkischen Frauen ist wie die der Frauen anderer Länder der Mode unterworfen, und ganz unverkennbar ist es, daß die türkischen Damen sich in dem Schnitt ihrer Kleider immer mehr den europäischen Moden nähern. Noch' vor einem Jahrzehnt herrschte allgemein der weite Mantel, der Feradscheh, der die Gestalt verhüllte und keine weibliche Linie zur Geltung kommen ließ. Er war eine Art Uniform für die Straße, und der Unterschied zwischen reich und arm trat nur in dem Werth des gewählten Stoffes hervor. Grelle Farben galten für aufdringlich, vornehme Frauen trugen ihn nur in Schwarz oder Dunkelblau. Der immev weiße Schleier, Jaschmak. war auf dem Kopf über der goldgestickten Kappe gefaltet und bedeckte dann das Gesicht in der Weise, daß die Augen ganz frei blieben. Im Frauengemach wurde der Feradscheh und der Jaschmak abgelegt. Ungleich andern Frauen, die sich für die Straße schmücken und für ihr eigenes Haus anspruchslos sind, zeigte dann die türkische Frau im Hause die reiche und zweckmäßige Tracht, die wir von Maskenfesten kennen, weite Beinkleider, die an den Knöcheln zugebunden sind, gestickten Gürtel und über dem Hemd, das den Oberkörper und die Arme bedeckte, ein farbiges in Gold oder Silber gesticktes Jäckchen, dem im Stil die Kappe entsprach. Die Straßentracht war damals unschön, nur die Falten ihres Schleiers und die freien Augen boten dem Blick einen angenehmen Ruhepunkt. Heute ist der Feradscheh und der Jaschmak in alter Form verschwunden. Die türkische Dame trägt auf der Straße gewöhnlich ein fränkisch geschnittenes Kleid, dem SerpentinVolants und andere Spitzfindigkeiten nicht fehlen. Darüber erscheint eine farbige Bluse, die wieder durch eine Art kurzer Pelerine mit Capote, die Reste des alten Feradscheh, bedeckt wird, doch so, daß über den Händen ein Stückchen der Aermel der Bluse sichtbar bleibt. Diese Art der Kleidung zeigt die Gestalt kaum weniger, als bei den fränkischen Damen; dunklere Stoffe werden bevorzugt, doch sieht man im Sommer auch hellere Farben. Der Schleier ist. schwarz geworden, doch noch durchsichtiger, als es früher schon bei Frauen Sitte war. die einen aufmerksamen .Blick ertragen zu können glaubten. Dieser Schleier ist wie ein kleiner Vorhang an derKapote befestigt. Was besonders auffällt, ist der Einspruch, den türkische Damen jetzt häufia acaen das Gebot des Verickleierns erheben, und die Gleichgiliigkeit. mit der die Polizei dieser Art türkischer Frauenemanzipation zusieht. Früher waren es nur alte Dienerinnen, die gelegentlich 'ihre ledernen Gesichtszüge ungeahndet zur Schau stellten, und wo die Polizei schleierlose Türkinnen anziehenderer Art erblickte, hatte sie von Amts wegen gegen diese Leichtfertigkeit einzuschreiten. Nicht selten wurden solche Frauen dann wegen zu durchsichtiger Schleier oder wegen eines Augenblicks der' Schleierlosigkeit zur Wache geführt und ihren Eheherren unter Vedeckung zugesandt. Heute nimmt man an der Umgehung des Schleiergebots keinen Anstoß mehr. Trotz aller, einschränkenden Verordnungen ist auch das Auftreten der türkischen Frau freier geworden. Bei Reifen auf europäischen Dampfern kann man sich davon überzeugen, wie sicher und tadellos sick vornebme türkiscöe Frauen auch in fremder Gesellschaft bpneymen und doch dabei eme gewisse entschiedene Zurückhaltung beobachten können, die nun einmal zur guten Erziebuna des Orientalen beiderlei Geschlechts gehört. Irrfahrt einer Posticndung. Infolge eines Irrtbums um die Welt gereist ist eine Postsendung, die vor mehreren Monaten in Vietz. Provinz Vrandenbura. aufaeaeben war und nach einem Ort im Wartyeorucy geschlckt werden sollte. Dort kommen nämlich Ortsnamen wie Sumatra. Jamaika. Marvland. Saratoc-a und andere fremdländische Bezeichnungen vor. und yauttger sind schon Postsendungen, die nach einer solchen Ortschaft bestimmt waren, in's Ausland gelangt, um dann nach Monaten wieder mit dem Vermerk unbestellbar" am Ort -der Auflieferung einzutreffen. Eine Kreuibandsenduna. die an den Gastwirth Mittag in Jamaika gerich:et war, )t kurzlich nach einer Weltreise, auf der sie bis nach Jamaika in Westindien aelanate. ricktia in die Hände des Adressaten in der genannten rtscyast des Warthebruches gekommen. D o k t o r p r o m o t i o n eines Dorfpfarrers. Der Pfarrer Florian Fritz der Patronatspfarre des Deutschen Rnterordens in dem Dor?e Gilschwitz in Oesterreichisck-Schlesien hatte es sich zum Vorsatze gemacht, noch im 56. Lebensjahre das Doktorat der Rechte zu erlangen. Er studrrte am seiner Pfarre Tag und Nacht aus Skripten und wurde kürzlich an der Wiener Universität zum Doktor juris promovirt. Der Rektor Dr. Eschericb und v:ele Anwesende gratunrien ihm zu dem Erfolge. Es erreqte einige Sensation, den bejahrten Pfarrer in der Reihe der jungen Studenten . zu feben.

Für die Küche. - " ' ", R u s s i s ch e E i e r. Pflaumen weich gekochte Eier werden nach dem Erkalten der Länge nach glatt durchgeschnitten und auf nicht zu kraß gebackene Semmelscheiben gelegt- Ueber jedes halbe Ei, die Rundungen müssen nach oben liegen, kommt ein Löffel gut gerührte Mayonnaisensauce und darüber kreuzweise zwei Sardellen. Die Schüssel wird ringsum mit Petersilienblättern ausgeschmückt. Die Mayonnaise bereitet man aus einem Stück Butter und einem Eßlöffel Mehl, indem madies über dem Feuer zusammenrührt. Noch warm, gibt man einen Theelöffel Senf, etwas Zucker und eine Prise Salz dazu. Zuletzt thut man einen Löffel feines Oel und guten Gewürzessig daran und rührt die Masse 1015 Minuten stark nach einer Seite. Spargelsuppe. Der Spargel wird vom Köpfchen nach unten zu geschabt, das Holzige davon abgeschnitten, mit kaltem Wasser abgespült, dann in fingerbreite Stückchen geschnitten, in einem Topf mit Wasser und dem nöthigen Salz weichgekocht, mit dünner gelblicher Einbrenne, worin etwas grüne gehackte Petersilie angelaufen, eingebrannt, und wenn gut aufgekocht, mit oder ohne geröstete Semmelnudeln angerichtet. Wer diese Suppe feiner machen will, seihe, wenn der Spargel weich, die Suppe davon in einen anderen Topf, ' gebe dazu ein Stückchen Butter, etwas gehackte grüne Petersilie und schlage mit dem Rührlöffel in der Suppen - Terrine 1 Ei mit 3 Eßlöffeln Rahm gut ab, gieße dann die kochende Suppe unter schnellem Rühren dazu, gebe den Spargel ebenfalls hinein und richte an. Ochsenschwanz - Raghut. Der reingewaschene Ochsenschwanz

wird in zweifingerdicke Stucke gehauen, mit Salz und etwas weißem Pfeffer eingerieben, in eine Schüssel gelegt, Zwiebel- und Gelbrübenscheiben, ein Dutzend gequetschte Pfefferkörner und ein Lorbeerblatt dazugethan, y2 Quart Essig darüber gegossen und darin zwei bis drei Tage gebeizt; dann mit ebensoviel Wasser als Beize aufgefüllt und gekocht, bis das Fleisch darin weich ist. Von 2 Unzen Schmalz, Mehl (soviel dieses verschluckt) und einem Stückchen Zucker wird eine dunkelbraune Einbrenne gemacht, diese mit obigem zu leicht gebundener Sauce galtt. gerührt, gut ausgekocht und durch ein Sieb gegossen und rein entfettet, mit den Stückchen nochmals aufgekocht und mit Semmelklößchen aufgetischt. C l a m C h o w dernachengli scher Art. Nehme 25 Clams, 6 Kartoffeln, 2 Zwiebeln, Pfund Salzspeck, verHacke dieses zusammen sehr fein und thue es in einen Topf.' Dann gebe ein Eßlöffel voll Butter, Salz und Pfeffer, nach Geschmack, dann thue man in die Clam - Sauce ein Pint Milch, ebensoviel Wasser, 6 Crackers, 1 gestoßene Muskattnuß und noch 1 Theelöffel voll Selleriesamen dazu und lasse dieses 4 Stunden langsam kochen. Im Falle es zu dick wird, sügt man noch Wasser hinzu. Eine halbe Stunde vor dem Serviren giebt man noch 1 Tasse Sauce und 2 Eßlöffel voll Worcerster - Sauce hinein und dann sulekt nocb 1 Glas Rotbwein und 1 Stückchen geschnittene Citrone. Rinderbraten im Topf. Ein Stück von 4 5 Pfund, am besten, vom Schwanzstück eines fetten Rindes, klopft man sehr gut und spickt es sodann mit ganz dicken, in Salz und Pfeffer gemälzten Speckstücken. Nun legt man eine mehr breite als hohe Kasserolle mit reichlich Zwiebelscheiben, etwas ganzem Pfeffer und englisch Gewürz. 2 3 Nelken und einem Lorbeerblatt, auch wenn man sie hat, einigen Speckscheiben, aus, und gießt dann nicht mehr als 14 Quart Wasser über das Fleisch, welches man auf diese Unterlage gelegt hat, welches , man zu vermindern hat, sowie das Fleisch in's Braten kommt. Einen festschließenden Deckel legt man sofort, oder wenn das Fleisch leise zu schmoren beginnt, auf. Hat man keinen Schraubdeckel, so thut man gut, den Deckel mit 2 Plättbolzen zu beschweren. Man beschöpft das Fleisch nicht, sondern legt es sehr oft um und gibt es, wenn es gar ist, was man durch einmaliges Einstechen mit , einer Spicknadel oder einer Gabel feststellen kann, schön tranchirt zu Tisch. Man streicht die Sauce durch ein Sieb und gibt einen Theil davon über das Fleisch, während man die übrige in einer Sauciere reicht. Eine halbe Stunde vor dem Anrichten kann nach und nach V V2 Quart an die Sauce gegossen lverden. Man wählt am besten die sogenannte Kante vom Schwanzstück, die oben eine dicke Fettläge hat. und läßt das Fleisch lang und schmal hacken. - Die geschnittenen Stücke sollen handbreit sein. Auf lauf von Aepfeln. Von zwölf bis vierzehn guten, aromati-. schen, herzhaften Aepfeln wird mit 14 Pfund Zucker ein dickflüssiges Apfelmus bereitet und zum Erkalten gestellt. Nun rührt man 14 Pfund frische Butter zu Sahne, fügt unter fortwähren- -dem Rühren . sieben oder acht Eigelb, das erkaltete Apfelmus, noch knapp ein , viertel Pfund Zucker, etwas abgeriebene 'Citronenschale, zwei geriebene Semmeln, etwas gestoßene Vanille und den steif geschlagenen Eiweißschnee dazu, füllt Alles in eine buüerbestrichene Auflaufform und bäckt die Speise im Ofen.