Indiana Tribüne, Volume 27, Number 267, Indianapolis, Marion County, 1 July 1904 — Page 7
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X J3a5 Dmustfium x Y Z U Ltn q wo ? o r , v ' p Y Ein Schulroman ans der Ostmark 9 ö Von Karl Susse X ö-OHDKHHKlCKHHK) . (Schluß.) Gern hatte sie die Mahnung des Vaters' zur Heimkehr gehört. - Und nun standen die großen Sterne am Himmel. Ihre Schritte wanderten durch die Nacht; ihre Gedanken wanderten über Tage und Tage. Als sie nach dem Waldgang heimgekommen, hatte sie sich Abends g:fragt: ob sie nun eigentlich verlobt sei. , Es war kein Wort gefallen. Er hatte nur ihre Hand aekükt.
Und auch svater üe batte fi& immer vorgestellt, daß eine Liebeserklärung wie eine Welle feuriger Worte sie überströmen , müsse. Es war alles ganz anders. Ob es nun so werden solle, hatte er nur gefragt. n Und dann die Elster schrie auf und Tnrmi fii-rHi er sro rtofVitil GZ&a, b1-" p1 wuyfcu das dankte sie ihm und wild zugleich. 2)n," hatte er dann gesagt. Aber sie bekam das nicht fertig. Es war lächerlich. Nehmen Sie es nicht übel!" Uebe Dich!" sprach er leise ihr in's Ohr. Du Du Du--Du! Wir wollen's ein Leben lang brauchen." ' Aber sie hatte es scheu umgangen. Die sonderbarsten Konstruktionen hatte sie gebildet. Bis er sie an beide Hände gefaßt hatte: Fräuleir Blücher, wie sagst Du jetzt zu mir?" Du'" tr-K-' r Immer neue Bilder was drängt sich alles in kurze Tage! Er hatte noch bitter ernst" mit ihr zu reden. Er trug eine Sorge., Wenn er nun kein Glück hatte und noch lange Hilfslehrer blieb? Dann mußte sie warten. Ach warten! Sie verstand ihn gar nicht. Mit tausend Freuden, mit seligem Herzen. Ist Warten nicht leicht und köstlich, wenn man ein Glück vor sich hat und schon eins heimlich trägt? Aber seine drängende Sehnsucht wollte nichts davon wissen. Ich glaub?. Dein Vater ist zufrieden mit mir. Wenn er gut berichtet, wenn ich angestellt werde, wenn ich Dich V , tr tu uüiui fiucn rann ; Sie tröstete ihn. Heimlich schämte sie sich fast. So viel lag an ihrem Vater, und sie, dieses Vaters Tochter, konnte nicht helfen. , Vorher will ich auf keinen Fall mit Deinem Vater reden. Es könnte sonst so aussehen so aussehen" . Still!" sagte sie und legte ihm die Hand auf den Mund. Und jetzt ging sie neben ihrem Vater durch die Sternennacht. o... ',.1. i , V H.WV.fcWW4fcV Vi(l doch der Schulrath, Papa nicht?" .. Eine harmlose Frage, aber sie kam so plötzlich und riß Georg Rüdiger aus allen Gedanken. Nein," antwortete er, nein. Diesmal wirst Du den Herrn noch nicht kennen lernen. Ich habe ihn zu vertreten. Das xi ein Vertrauensvotum, macht mir aber noch mehr Arbeit. Na die Schüler werken vergnügt sein!" So," nickte sie und wickelte sich feste? in den Abendmantel Du bist wohl überhaupt mit dem Schüler- und Lehrermateria! zufrieden?" Schüler- und Lehrermaterial ? Er mußte fast lachen. Seit wann inieressirt Dich das?" Na. wenn man die Leute kennt ! Du berichtest doch über die Lehrer ' rncht? Und wenn einer schlecht wegkommt, wird er nicht befördert. Wie viel Macht Du. eigentlich hast!" Ich möchte nur wissen, wo sie hinaus will, dachte der Direktor. Er stimmte deshalb zu. Er hatte also e:gent!lch ganze Menschenschicksale in der Hand. Da müsse man doch müde sein. .Hm, sie war ja plötzlich sehr sanft! -Ob sich denn Herr Stephane! bewähre? Und der Ersatz für Rektor Vrodnicki? Und Doktor Holst? Aha! Hier saß der Haken. Er freute sich, daß er ihn gefunden hatte, und daß es gerad-der war. Schmunzelnd nickte er immer ja." Ob er einen zur Beförderung vorgeschlagen habe? Dann würde es wohl zu Ostern Versetzungen geben. Er blies den Hauch in die Kälte. Ich bin selbst neugierig, was Ostern wird," sagte er lächelnd. s Da zuckte sie die Achseln. Ihr Vater ließ sich nicht ausholen," so weite Umwege sie auch gemacht hatte. Es wäre schön gewesen, wenn ' sie einem gewissen Jemand eine gute Nachricht hätte bringen können. Nun ging es nicht Nun hieß es warten. Es, scherte sie für sich selbst wenig. Aber als die Tage verrannen, fühlte sie wohl, daß der, den sie liebte, immer trüber ward. Er hatte die Hoffnung halb aufgegeben. Es kam dazu, daß sie sich wenig oder gar nicht. sehen konnten. Zwar wußte sie, wann er Unterricht gab, machte sich um diese Zeit im Vorgarten zu thun , und wechselte ein paar Worte mit ihm. Aber' das war zu wenig für beide. Alles verspätete sich auch in diesem Jahr. Das Abiturientenexamen verzögerte sich und wurde erst kurz vor Ostern angesetzt; Der Frühlmg wollte auch nicht
kommen. Die ganze Welt war'erwa'r-' tungsbange. . ''. ,'- ' - An einem Sonnabend man hatte eben gegessen sagte Georg Rüdiger: Bringe mir den Kaffee in mein Zimmer. Kind. Aber schicke nicht das Mädchen damit. Ich habe Neuigkeitm!" ' ' Sie wurde blaß und roth. So schnell hatte sie noch nie Kaffee genlacht. . Er war auch reichlich dünn. . Sie stand wie damals, als sie die große Unterredung mit ihrem Vater hatte, am Ofen. Nur daß es jetzt hell war und ein starkes Licht durch die hohen Scheiben brach. Georg Rüdiger saß am Schreibtisch. Er schüttelte den Kopf, als er den Kaffee kostete. ' Also die Hauptsache: Professor Ende" das war der erste Oberlehrer wird Direktor in einem schlesischen Nest. He, was sagst Du dazu?" Ach was!" Aber die Enttäuschung las man ihr zu deutlich vom Gesicht ab. Eine zweite Neuigkeit stand für sie' auf ähnlicher Stufe. Und endlich verläßt uns mit dem Ablauf des Schuljahrs auch Doktor Holst. Schade, ich verliere eine tüchtige Kraft mit ihm. Er wird ordentlicher Lehrer." Sie konnte sich nicht verstellen. Ihre Augen würden groß. Ja?" fragte sie. Und jubelte selbst die Antwort: Ja!" Wohin kommt er denn, Papa in welche Stadt denn?" Das wird sich wohl erst in den nachsten Tagen entscheiden," nickte er. Wie, der kniff er fo komisch das Auge zu. Du bist ja ganz aus d?m Häuschen! Wenn ich nicht wüßte, daß er Dir viel zu häßlich ist, könnte man auf allerHand Gedanken kommen." Sie strich ein paar lose Härchen aus dem blutrothen Gesicht, drehte sich nach der Wand und sagte: .Er ist gar nicht häßlich." Weiter nichts?" , Ja," sprach sie, ich will nun doch aus dem Haus, Papa Er wird wohl zu Dir kommen ich habe ihn schon lange lieb." Georg Rüdiger erstaunte nicht. Er stand auf. Komm mal her, Gertrud!" Sie bezwäng sich tapfer. Die scheucn Blicke, die abirren wollten, mußten gehorchen. Beide Hände legte ihr der Va.'er auf die Schultern. Sieh mich an!" , . Aber ehe er noch ein Wort reden konnte, sagte sie:- Du glaubst vielleicht, ich betrüge mich selbst und rede mir vor. ihn lieb zu haben, weil ich nur so eine Möglichkeit habe, das Haus verlassen zu können. . Ich hatte die ganzen letzten Tage Furcht, daß Du das glauben könntest. Und das sollst Du nicht, Papa." Ganz fest ruhten jetzt ihre Augen au' den ' seinen. , Und während sie noch röther'ward, sprach sie laut, daß es wie ein Bekenntniß klang: Ich habe ihn lieber als alles auf der Welt." Georg Rüdiger nahm seine Hände von ihren Schultern. Lieber als alles Kind, wie leicht sich das ausspricht! Ich möchte Dir st gern glauben." Er stutzte, als käme ihm ein plötzlicher Gedanke.
Und alles würdest Du seinetwegen opfern?" Alles!". Und wenn Ihr getrennt würdet?" Ihm treu bleiben." Er wandte sich nach dem Fenster. Die Sprache Ruths, der lieblichen Aehrenleserin, ist auch heute noch die Sprache jedes Weibes, das liebt, dachte er. Und dann: Sieh einmal, Kind: wie das wäre ich will nur ein Beispiel wählen. Du hättest, sagen wir. Dich vorher schon einem Menschen versprochen. Und dann siehst Du den, den Du liebst. Aber Pflicht und Ehre gebieten Dir, Dein Versprechen zu halten. Du heirathest also den anderen, der ein guter, treuer, lieber Mensch ist. Und nach vielen Jahren, wennDu wieder allein stehst, triffst Du den wieder, den Du einzig geliebt hast. Ihr seid jetzt beide frei. Die alten Flammen brennen noch. Ihr wollt zuletzt noch das Stückchen Abendweg zusammen gehen den Rest bis zum Tod. - Aber da tritt Dir Dein Kind in den Weg: .Nein, das erlaube ich nicht!' Und da würdest Du Dich still beugen, zum zweitenmal verzichten und allein bleiben. Nicht?" Er schüttelte halb ärgerlich den Kopf. .Ich sehe eben, wie thöricht das Beispie', ist. Das kannst Du heute erst halb verstehen." Sie hatte hingehorcht. Was war das für ein Beispiel? Ich würde ich würde " sprach sie dann. Und -mit einem mal, tonlos: Papa lieber Papa!" 'Da kam in seine, Augen eine große Ruhe und Freude. ' Lassen wir das dumme Beispiel," sagte er und drehte ihr das Antlitz wieder zu. Doch als könne sie seinen Blick nicht ertragen, schlug sie beide Hände vor's Gesicht. . Ich schäme mich," sagte sie leises Statt aller Antwort ging er auf sie zu. nahm ihren Kopf,, drückte ihn mit der linken fest gegen seine Schulter und irrtet) thr mn der rechten das Haar entlang. Du sollst Dich ja freuen, mein Mädel Du sollst ja glücklich sein!" Er fühlte ihr Herz, ihre heftig athmende, Brust. ,'
Wir entgleisen ja alle mal. Aber
ein rechtes Herz hebt uns wieder in die schienen.' . Und morgen laß Deinen Coeurkönig kommen. Ich wette ja, daß' der Hilfslehrer über den Kopf seines Direktors fort intrigirt hat." Sie sagie noch immer Nichts, sie hob nur die Arme und umschlang ihn ganz fest. Dann wollen wir Verlobung feiern. Und die Anzeigen aufsetzen. Und eine davon will ich selbst verschicken, alle anderen sind für Euch. ' Ich habe ..darauf gewartet. Für mich? Nein! Oder wenigstens nicht mit Wissen und Wollen. Nur für.Dich. Glaubst Du mir das?" Ja, sagte sie. Es klang undeutlich so fest lag ihr Gesicht an seiner Schulter. Sie suchte nach seiner Hand, aber er bog ihren Kopf von sich und küßte sie auf den Mund: Nun habe ich aucy mein Madel wieder. Und ich glaube fast, ich muß dem dafür dankbar sein, der sie mir wegnimmt." Es war eine Braut im Haus. Singen auf Flur und Stiegen, in Zimmern und Kammern. ' ' . Das Singen war auf zwei Tage verstummt. Doktor Holst war abgereist, um sich seinem neuen Chef vorzustellen. Wie tm Flug waren die Ostertage gegangen: eine schnelle Fahrt, wenn das Glück die Zügel führt. Nun begann schon wieder ein neues Schuljähr - Georg Rudiger hatte beide Fenster geöffnet und sah hinaus. Der Fruhlmg war spat gekommen. Wohl hatte der Flieder schon junggrüne Knospen, aber die Aeste der Bäume schienen noch kahl, wenn auch an den lauen, wundervollen Abenden sich schon die Fledermäuse tn lautlosem Spiel darüber jagten. Im Vorgarten blühten tn buntem Gemisch schon Veilchen und Stiefmütterchen und Schneeglöckchen. Die Roscn waren aufgedeckt und reckten sich an den Stöcken, doch der Buchsbaum sah noch uberjahrig und verwildert aus. Aus Furcht vor etwaigen Nachtfrösten hatte der Gärtner ihn vorläufig nicht zu beschneiden gewagt. Dabei war fast seit emer Woche der Himmel tiefblau und die Luft sonnendurchfluthet gewesen. Auch heute wurde es einen fchonen Tag geben den ersten Schultag. Der leichte Nebel, versprach ihn. gegen den die Sonne schon kämpfte; es versprach ihn die kühle, frische Luft, tn der sich ixx Morgenwind tummelte. - Und durch Wind und Morgensruhe that die Uhr vom Gymnasium sieben volle Schläge. Da ward es lebendig im Nebenzimmer. , Das Singen begann. Ein Heller Morgengruß folgte. Gut, daß dann die Küche zur Vereitung des ersten Frühstücks rief. t Es war eme Braut tm Haus Altes Glück, dach e Georg Rüdiger, soll mit jungem nicht zusammenblllhen wollen. Es muß still sein und warten. In den großen Ferien, im Juli, würde sich Doktor Holst seine Frau holen. Das Schneidern im Haus begann schflv fetzt. s rV "Und dann? Kurz und herzlich hatte Marie-Anna gratulirt. Es war auch für sie eine schwere Zeit. Der Junge wollte ausgerüstet sein. Er war natürlich bei ihm gewesen, um Abschied zu nehmen. Der Schüler, der sein Schüler nicht mehr war Und es war schwer zu sagen, wer dem anderen dankbarer wär. Ich sehe Sie ja nicht zum letztenmal, Reinhold!" Der Direktor hörte sich heute noch sprechen. Wie die freudige Röthe da in das Knabengesicht gestiegen war, daß der Direktor ihn beim Vornamen nannte! Nein, nein Mama bleibt ja hier!" Und ein gestammelter Dank. Unter den weißen Mützen würde jztzt die fehlen, die der ihm liebste aller Obersekundaner getragen. Der liebste nicht nur, weil er MarieAnnas Sohn war, sondern vor allern: weil er ihm in der fremden Stadt, in der fremde Lieder und Worte ihm entgegengeschallt waren, utn ersten Heimathsgruß geboten h itte. Dcutschland, Deutschland üb? alles, Ueber alles in der Welt ... Ein ganzes Jahr lag dazwischen, seit er das hier so trotzig durch den Abend hatte pfeifen hören. Damals hatte es ihn aufgerichtet. Es sollte auch weiter sein und bleiben der Grundton seines Lebens und Streoens hier. In der Morgenfrische ward ihm das Herz weit über diesen Gedanken. Er hatte so hohe Zuversicht. Es mußie ge lingen, und es würde gelingen. Noch war kein reines und ehrliches Streben unbelohnt geblieben. Gertrud rief zum Kaffee. Er 'saß und plauderte mit ihr, aber sie'merkte wohl, wie viel ihn beschäftigte. Da ging sie bald wieder an ihre Arbeit, Viertelstunde auf Viertelstunde rann. Schon kamen die ersten Schüler. Noch war die Pforte mcht geöffnet.. Man hörte sie vor dem Gitter lachen und sich tagen. Als der Pedell dann würdig die Thür aufmachte, stürmten .die ersten lustig hindurch. Unter diesen ersten war auch Robert Strich. Er trug jetzt die dunkelblaue Mütze der Obertertianer. Er lachte, daß es über den ganzen Schulhof klang Monsieur Jambon. dasLeimchen ist
nicht mehr gedrückt und ängstlich; es hat wieder Vertrauen und Freude ge-
Wonnen; und es soll beides behalten. Vlun schrillte die Glocke doch vom Gymnasium über die ganze Stadt. Sie rief die Säumigen; sie mahnte, daß in zebn Minuten der. Unterricht beaann. Unwillkürlich mußte Georg Rüdiger taeyein. - Vierzehn Tage hatte sie 'geschwiegen nun, wo sie von Neuem tönte, batte er den Kovf dlöklich erboben. So horcht wohl ein alter Kriegsgaul aus das Angriffssignal. Und starrer ward die ftaql der beranströmenden Schülers Es woate von bunten Mützen. Lehrer begrüßten sich und schritten dem Gymnasium zu. Wer Direktor hatte sich welter tn das Zimmer hineingestellt, um nicht von Neuem gegrüßt zu werden. Er leate die Schulgesetze zurecht, die er in der Aula verlesen wollte. Dann sah er wieder auf das bunte Bild. Äwei Säuflein sonderten sich aus dem Schwärm der übrigen Schüler. Sie standen gleichsam beimatb- und herrenlos da. . Hier eine Gruppe von lachenden tungen Menschen die meisten, die vor Kurzem das Abiturienteneramen bestanden hatten Stadtkinder, die erst in einigen Taaen zur Universität aboehen wollten. Sie hatten sich mit Spazierstocken bewaffnet und waren gekommen, um sich von minder glücklichen Klassenkollegen zu verabschieden, von den anderen beneiden ;u lassen. (Este waren keine Sckuler mebr und noch keine Studenten rnuli, die nicht mehr hierhergehörten. Und abseits von ibnen. tn etne Ecke gedrückt, die Schaar der insantes. der Unmündigen, die beute tn dte Serta eingeführt werden sollten. Krampfhaft umklammerten sie ihr Diarium, mit blassen, fragenden Gesichtern sahen sie jeden Vorübergehenden an; ehrfurchtsfcc.il maßen sie das machn Gebäude des Gymnasiums mit den Blicken. Fast ein Jahrzehnt wurde es sie behalten, würden ihm ihre Sorgen und Nöthe gehören. Die Uhr ging auf acht. Die Schüler eilten in ihre Klassen. . Die Muli nickten mit Hand und Stock noch einmal. Dann faßten sie sich unter die Arme und zogen langsam dem Thor zu hinaus in's Freie. Laut und herzlich klang ihr Gesang das alte Muluslied, das auch Georg Rüdiger einst gesungen: So leb denn wohl, Gymnasium! Ich scheide ohne Trauern. -Ich trieb mich lang genug herum In deinen dumpfen Mauern. ' Du sollst mir stets in Ehren sein, Doch bringt kein Gaul mich mehr hinein, Heidi! Und lirum,.larum, Hie flnis est curarum! Sie sahen im Singen den Direktor am Fenster und grüßten, ohne auszusetzen. Sie sahen noch einmal zurück: da holte sich der Ordinarius der Sexta gerade das zage Häuflein der Jnfantes in seine Klasse. Zum erstenmal betraten die Kinder die Anstalt. Auch Georg Rüdiger sah beides zugleich: hier die ausziehenden Muli, dort die hineingeführten Jnfantes. Er wußte: es würde vielen dieser Kinder nicht leicht werden. Er wußte: es würde hier mancher Gram und Kummer erfahren und bitteres Herze leid, das sich nicht verhüten ließ. 'Aber was in seinen Kräften stand, sollte geschehen, daß kein Herz verkümmerte, daß immer weniger zu Heimchen" wurden. Und jene der heute Eingetretenen, die das Ziel erreichten, sollten' einst auch singend davonziehen. Ohne Trauern" sollten sie scheiden ein rechtes Herz muß der größeren Freiheit entgegenjauchzen aber auch sie sollten im tiefsten Herzen sagen können von ihrer Schule: Du sollst mir stets in Ehren sein!" Er nahm an sich, was er zurechtgelegt, und trat aus der Thür. Da stand das Gymnasium vor ihm, von heller Sonne beschienen. Die Sonne hatte gesiegt. Der leichte Nebel war überwunden. Die Fenster blitzten und strahlten. Unwillkürlich blieb er stehen. Alles leuchtete auf hell wie Verheißung. Und von fern klang noch jauchzend der Refrain des Liedes, das die Muli mit allen seinen Strophen sangen: Hic finis est curarum!" Der Sorgen Ende neuen fröhlichen und festen Schaffens Beginn. Und seine Schritte klangen, und seine Augen waren jung, als er die Treppen emporschritt zur Aula. Ende. Diamanten im Müllbanken. Frau George Frank in Chicago hielt ihre Brillanten in ihrer Wohnung in einem alten Schuh versteckt, der neulich infolge eines Versehens in den Müllkästen hinausgeworfen wurde. Der Sanitätsfuhrmann, welcher den Kasten ausräumte, ahnte natürlich nichts von dem werthvollen Inhalt des alten Schuhes, in dem sich Brillanten im Werthe von $2300 befanden, und setzte seine Ladung an einer Straßenecke ab. Frau Frank vermißte indeß bald ihre werthvollen Schätze und machte der Polizei Mittheilung. Zwei Polizisten wurden beauftragt, nach den verlorenen Schätzen zu forschen. Ihre Mühe sollte nicht vergeblich sein, oenn sie fanden richtig den ihnen genau beschriebenen alten Schuh mit sämmtlichen darin versteckten Kleinodien, die sie der höchst erfreuten Frau Frank wieder erstatteten und dafür ihren Dank einheimsten.
Fundenmden. Fashionäblen Damen wird jetzt in Europa reichlich Gelegenheit geboten, ihre vierfüßigen Lieblinge zu putzen. Auch die Hunde haben bereits. ihre Moden, und immer neue Modeschöpfungen werden ersonnen, um das Hundekostüm zu variiren. Die Modeneuheit für Hunde ist gegenwärtig, wie uns aus London berichtet wird, ein Kragen aus weichem Handschuhleder. Dieses wird in allen Farben verwandt, in Scharlachroth, in zartestem Grau, in Lohoder Malvenfarben; aber eine sehr zarte Schattirung von türkisblau, die einen reizenden Gegensatz zu dem weißen oder gelblichen Fellchen der kleinen Träger bildet, ist die beliebteste Farbe. Es aibt eine jetzt sehr moderne genaue Nachahmung des leinenen Herrensteh kragens mit einer kleinen SchleifenkraWatte für Hunde, alles aus Celluloid. Die Kragen sind etwa im Negerstil gehalten und sind meist blau, weiß oder rothgestreift mit passenden Krawatten. Die Hunderöcke sind ferner ein wichtiger Theil der Hundetoilette, der der Mode unterliegt. In Paris werden diese Röcke meist mit der modernen mattgoldenen ode? mattsilbernen Tresse eingefaßt und sind oft aus dem selben Stoff, aus dem die Toilette dr fashionäblen Herrin des Hundes gefertigt ist. Manche Damen machen sich ein besonderes Vergnügen daraus, diese kleinen Hundekleidungsstücke selbst anzufertigen und sie mit der feinsten Stickerei zu verzieren. , Sie werden mit weicher Seide gefüttert und eingefaßt und haben unweigerlich eine winzige aufgesetzte Tasche, die entweder nahe der Schulter oder auf einer Seite des Rückens angebracht ist. Aus der Tasche ragt ein winziges Batisttaschentuch hervor, mit Spitze besetzt oder auch mit einem zierlichen Hohlsaum versehen. Der fashionable Hundestiefel ist ein langschäftiger Stiefel, aus Gummi und hinten zugeschnürt. Die meisten Hundeherren und Hunderherrinnen beschuhen jetzt ihre vierfüßigen Lieblinge bei schlechtem Wetter. Eine andere Art von Fußbekleidung ist wie ein Miniaturschwammbeutel oder wie eins der kleinen Sachets für eine Puderquaste, und eine Gruppe von kleinen Hunden, die alle ihre Pfoten in solche Beutel gebunden tragen, sieht jedenfalls lustig aus. Selbst das Strafinstrument, die Peitsche, wird zu einem Lurusgegenstand gemacht und mit einem Griff von geschnitztem Horn oder getriebenem Gold oder Silber verziert. Im Fluge auf den Zug. Die Möglichkeit, Exprcßzüge während der Fahrt zu besteigen wird
neuerdings wieder ernstlich von einem Ingenieur Namens Marc in einer deutschen Fachschrift besprochen. Es ist ja zweifellos, daß die großen Schnellzüge viel an Werth einbüßen, wenn sie oft halten; denn nicht allein durch den Aufenthalt selbst, sondern auch durch den Bremsweg und durch die Anfahrtstrecke geht viel Zeit verloren. Andererseits haben aber auch die mittelgroßen Städte ein wohlberechtigtes Interesse daran, an dem großen Durchgangsverkehr theilzunehmen. Der Wunsch, einen Schnellzug, roöhrend er die Station durchsaust, besteigen zu können, ist daher nicht so ungerechtfertigt. Schon viele Mittel sind zu diesem Zweck ersonnen worden. Daß man die Passagiere nicht, wie es zum Beispiel mitPostsachen zu geschehen pflegt, in den Zug Dineinschleudern kann, liegt ja' auf der Hand. Marc schlägt daher vor, auf jeder Station, die an dem Durchgangsverkehr theilnehmen will, eine Weiche einzulegen und auf einem Seitengeleise einen Wagen mit eigenem Antrieb halten zu lassen, der den Schnellzug noch an Geschwindigkeit zu überbieten vermag. In diesem Wagen nehmen die Reisenden an der Zwischenstation Platz. , Sobald der Durchgangszug die Station durchsahren hat, setzt sich der Wagen mit in Bewegung, eilt dem Zuge nach und hängt sich an ihm fest. . Eine Brücke vermittelt dann den Austausch der Passagiere, worauf der Lokalwagen sich wieder abhängt und nach seiner Station zurückkehrt. Es ist zweifellos, daß die Betriebssicherheit durch eine derartige Einrichtung nicht erhöht wird, aber doch immerhin bezeichnend, wenn eine Fachzeitschrift diese Frage allen Ernstes ventilirt. Aushilfe. Lieber Freund, im Vertrauen' morgen erwarte ich den Besuch ' meines Schwiegersohnes in spe. Kannst Du mir nicht 'mal für den Abend Deinen Geldschrank pumpen?" Unentbehrlich. Wodurch haben Sie sich denn Ihrem Chef so unentbehrlich gemacht?" Ja sehen Sie, ich führe eben die Bücher so, daß sich kein and'rer Mensch mehr drin auskennt!" Ein Pechvogel. Wie war's denn bei Sekretärs?" Ach, wenig zu essen gab'S und auch sonst habe ich Pech gehabt!" .Nanu, wieso denn?" Ich hatte, mir vorgenommen, wenig oder gar nichts zu reden... da knurrt mir auf einmal der Magen; di ainze Familie meint daraufhin, ich lltte etwas gesagt, verwickelt mich in ein Gespräch und am Ende gratuliren sie mir zu der ältesten Tochter! ' ... -
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Washington Stt 3 Ro. 10 Spritzenhaus JllinoiS u errill JllinoiS u Louifimm SS West und South S4 West und McEarty Senat v u Henry s? Meridian und Rat) W No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u MorrU es Madifon Slv. uDunlop S1 No Haken Leiterhau South nahe Delavar L Penn, u Merrill ss Dklawan u. McCertg M ast und WcSarry New Jersey .ZKerrÄ 7 Birg. Zlv. u Bradsha S Saft und Profpect 9 Bicking und High fl No. 11 Spritzenhaus ir Ave. nah Hnron ? East und Georgis 75 Ceda, und Elm 74 Davidson u Georgia ?S Snglish Av. u Pine 7 Ehelby und BateS 8 No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelby Fletcher Av. u Shelby 31 Market u. New Jersey 32 Delaware und Wash, öS East u Washington 54 New Dork u. Davidso 85 Taubstummen Anstalt 55 Ver. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. 99 Frauen-Reformat. n No. 13 Spritzenhaus Marvland nahe Mer. iZ Mnidian u. Beorqia. 03 Meridian und South 0i Pennshiv u. Louisiana 5 Virgmi Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 37 Grand Hotel. 98 Capital Av und Ohi 13 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ast). :24 Alabama und 16. .25 Central Ave und IS 126 IandeS und 15. 127 Brookside und Jupit .28 Central Ave und 17. 29 Delaware und 19. 21 Alabama und 11. z Bellefontaw und 34 College Ave und . .SS Delaware und 13. .ss Alabama und North 137 Newmann und 19. 138 College Ave und 14. 3d Cornell Ave und IS. .4l IandeS unl) 19. i42 Highland Ave und 10. 43 Tecumseh und 10. .46 New Jersey und 22. 46 Alvord und 17. 47 N. 2 Spritzenhaus Hikside Ave uns 16. .18 College Ave und . 19 College Ave und 27. 52 Park Ave und 22. t53 LEU. WBahnu.22. 64 Ramsey Ave und 10. tks Stoughton u Newmen .s? AtlaS und Pike. 158 Blovd und Pawpav. '.59 No. 21 Spritzenhaus Brightwood iL Arden und Depot 63 Brightwood und 25. 164 Rural und Blovd 165 St. Clair u. etzstone i67 Arsenal Ave unk 23. '.68 Bellefontaine und . m Park 80 aad iH 812 Capital St und IV 213 Vennivlv. . SSidiaca 14 JllinoiS und 26. 215 Senate Ave und 21. 216 Pennsvivania und 22. 17 Meridian und 16. 213 Capital Ave und 2, 219 Broadway und 10. 231 JllinoiS und McLea 284 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 3. 35 Illinois und 83. 36 Annetra und 3C 237 No. 9. Spritzend! Udell und Rader Z33 Udell Ladder MorkZ LS9 Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. .. 242 JllinoiS u Et. ClaÄ; 243 Eldridg und 23. 12 West uud Walnut 313 West und 12. 14 Howard und IS. Lis Torbet und Paca 16 Capital Ave und n 17 Northwestern Ave u A 18 Gent und 13. 19 Canal und 10 321 Eereattn WorkS 24 Vermont und Lönn 25 BiSma,cku Grandvk öS No. 29 Spritzenhaus Hcmghvill. 27 Michigan u. lmeS, 28 Michigan u. Concord 41 West und McJntyre 412 Missouri u. Maryland 41 Missouri und Ohi 415 Capital Ave .Leorgia 416 Migouri u KentuckyZl. 417 Senate Ave u. Wash. -421 P und E NundkauS W. Washington. 425 Jrren-Hospital. 424 Miley Ave u. I D S 425 Wash. nd Harr 426 No. 18 SpritzenHauz W. Washigto " 427 Oliver und Birch 428 Olwa und Osgood 429 Nordhke und Iork 431 Hadley Ave u. Morr 432 River Ave u. Morri 454 River Ave und Rah 435 Harding u. Big 4 R S 436 Harding und Oliv 437 No. 1 Spritzenh! Morrii und ftttttnü 438 Hstsaüd rakfKSta 49 StodyartS 451 Reisn und EftZ 52 Howard und See 45 Morr und a$t 456 Lambat und Lekusj 457 Nordyk Ave u. Zksv um WorkS sn hiia uMh nn via wvj hhv imty 613 entucky Ave u. kZernk: 14 Meridian nd MonS Kl JllinoiS nd ansaS 517 MorriS und Dakota 18 MorriS und Church 519 Capital A. u McCar 521 Meridian und Palm -62 Pine und Lord 24 Madisim Ave Lines! 2 Merian und Belt RS 2? Carlo und Ratz 628 Meridim und Arizons $29 SKeridian u. Ray'.nond 631 Meridian u. McCal i 63 No. 17 SprttzenbA Morri nahe Weff, 1 McKernanund 2m4?61 Saft u. Lincoln ism 614 East und Beecher 16 Wrigbt und Sandert 17 MeCartY und Beaiy 18 New Jersey u B!r Ave 71 Spru und Prospeet 7 English Ave. u. Launi 714 State Ave u Belt N 9 715 Ehelby uud Beech 716 State Av unk Oran? flH Orang und Laurel 719 Shelby u. ü,ttage y 721 Lexington A. Lauch 7,3 Fletcher Ave. Spru 724 State Ave. PleasmS 6 Prospekt und?leasan 726 Orange uno erna 728 Liberty und Wea 729 Noble und South öl No. 15 Spritzenhau Oft Washington V 81 Market und Noble 814 Ohio u. Highland Nv 315 Michigan u. Htghla 1 Market Arsenal A S17 Ost air und Union Bahn Geleise. 21 Pan Handle ShopS S2 Vermont und WaKotk S24 Wash. und State Afc. 825 Madden'SLkmngeFab 636 Tuckn und 'vorsey 827 Wash. und evittk W 829 No. 1 Spritzenhaus eville nah Michig, 831 Southeafter Sve Woodside. 632 WaH. nd Deardffift 614 Southeafter und Arsenal Ave. 885 N? Dork und Tmchl 12 JllinoiS und Maryl. i JllinoiS und Rartrt. 14 Pen. nd Staft 915 Delaware nd l$e$ Spezial Signale. Ersten 2 Schläge, zweiter Alan, Zweiten Schläge, dritter Alarm, Dritten Schläge, vierter Alarm. 1--2-1, Feuer aus und Schlauch aufgeroi. 5 Schlage, Wasserdruck ab. . 1 Schläge, l Uhr Mittag. Die so bezeichnete SignaK werden nur do Thun Wächter angegeben da an den betnffekd Straße keuzunge keine Alannköste angebracht ftnd. Chicago und der große Nord Westen via , QgaMsaMaegajtteBBsti fesa lattaDawattPHUWdtne Insel. Bier tägliche Schnellzüge nach Chicago. tpW Bon der Monon 47. Str. Station, Chicago, sind nur 5 Minuten mittelst elektrischer Car nach den Union Lieh böfen Z?reixod IleK Spring, indem Orange County Hochland. ffamilien-Hotei unter neuer Geschäftsleitung. Pluto, Proserpin td BowleS Quellen. Beste Mineralwasser dn JBIt tnt Qsin nnttA tiin IHrpnrnfffr. Ticket-Ofsicen : Union Station, Massachusetts ve nd SS West Washington Straße. R. P.Alge,' Distrikt Bass. Agent. JndlanapollS. Ind. .H.McDoel, S.H.Rockwell, unv wen. 2gr. errievsinirr Frank I. Reed, en.Paff. Agent. Chicago. Jll.
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