Indiana Tribüne, Volume 27, Number 267, Indianapolis, Marion County, 1 July 1904 — Page 3
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"v-öeflf-. slb.lpÄen. vfujB--Dowie von seiner gläubigen Herde in Zion City mit hohen Ehren begrüßt.
Budcl-Untersuchung. Sternburg in Swanee, Teun. Bundes-Grandjury für Slocnm-Unglück. Aus dem Weißen Hause. Nat. Erziehungs-' Verband. Aus Colorado. .
Der Prophet" kehrt zurück. Chicago, 30. Juni. Nach einer Reise um die Erde traf I. A. Domie heute in Chicago wieder ein. Auf dem Bahnhofe harrten indessen keine begeisterten Anhänger, da er Kunde gesandt, er wolle seine Füße nicht mit dem Staube Chicagos beschmutzen. Dowie blieb in seinem Privatwagen, der einem Zuge nach der Ansiedelung Zion City angehängt wurde. Dowie frühstückte, als der Zug einlief; ein weißes Gewand um wallte ihn und er trug eine weiße Mütze. v Das Bankerott-Verfahren im Buw desgerichte gegen Dowie ist noch immer anhängig und wurde von Richter Kohlsaat nur bis zu Dowie's Rückkehr derschoben. Zion City prangte in festlichem Schmucke; alle Läden waren geschlossen. Außer einem Triumphbogen, war vornehmlich das Tabernakel dekorirt; blaue und goldene Zionsfahnen, in der Mitte das Kreuz, flatterten hier in reicher Menge. Der Triumphbogen, in der Nähe von Elijah Avenue, war aus Steinen aufgebaut, deren jeder den Namen einer von Dowie auf seiner Reise besuchten Stadt trug. Schwarze Buchstaben kündeten die Städte, die ihn empfan gen, roth zeigte die Orte, welche ihn abgewiesen. Kie roth bezeichneten Städte waren: San Francisr.o, Sidney, Melbourne, Adelaide, London. 10 Compagnien der Zion City Wachen marschirten dann zum Bahn-Hof,-von der Bevölkerung gefolgt. Nach der Ankunft des Zuges führte Dowu's Equipage, eine Victoria, den Doctor und seinen ersten Aufseher an der Spitze des Zuges unter Musik nach dem Triumphbogen. Hier traten zehn weißgekleidete kleine Mädchen vor, mit blauen Abzeichen auf der Brust, die in goldenen Buchstaben die Namen der zehn von Dowie besuchten Hauptländer anzeigten. Nach Ansprachen Dowie's, seiner Frau und seines Sohnes zog sich der Prophet zurück, um die Berichte seiner Leutnants entgegenzunehmen. Butlervorgeladen. St. Louis, 30. Juni. Oberst E. Butter erschien heute auf eine Vorladung vor Gericht, die ihn der Zeu-gen-Bestechung beschuldigt.. Er wurde unter S10,000 Bürgschaft freigelassen. Der gegen ihn auf Kreis-Anwalts Folk erlassene Haftbefehl ist die Folge der jüngsten Geständnisse der früheren Delegaten Kelly und Gutke. Der Zeuge, den Butter bestochen haden soll, ist vermuthlich der frühere Sprecher des Delegaten-Hauses Kelly, dem $50,000 zu einer Europa-Reise gezahlt wurden, damit sein Zeugniß zu einer kritischen Zeit bei der Budler-An-gelegenheit keine höher stehenden" Persönlichkeiten verwickele. Gutka und Kelly, für die sich an Stelle Butler's- kein anderer Bürge fand, wurden in Untersuchungshaft verbracht. Von, der Ausstellung. St. L ouiS, 30. Juni, WeltAusstellung spl atz, 30. Juni, i Santos-Dumont beabsichtigt, am 7. Juli aus New York mit dem franzöfischen Dampfer Lorraine abzufahren. Die große Kiste mit dem beschädigten Gasbehälter wird heute oder morgen nach New York versandt. Die Bahnen haben alle Vorbereitungen getroffen, um die Delegaten und Besucher zur demokrat. National-Con vention hierher zu bringen. Auf dem Ausftellungsplatze erwartet man am 4. Juli, wo Lafayette Boung aus Des Moines als Hauptredner fungirt, eine ungeheure Menge. Nat. Erziehungs.Verband. S t. Lou is, 30. Juni. Zum Präsidenten de3 nationalen ErziehungsVereins für nächstes Jahr wurde W. H. Maxwell aus New York gewählt. Unter den Rednern, welche heute vor der Convention sprachen, befand sich auch Booker T. Washington, der Ne- - "ger-Erzieher aus TuSkegee, Ala. ,
Sternburg bei einer Uni versitäts Feier. Swanee. Tenn., 30. Juni. Die Schlußfeier bei der Universität des Südens ' gewann heute internationales Interesse durch die Anwesenheit des deutschen Botschafters v. Sternburg, der eine Ansprache hielt und dem ein Ehrendiplom als Doktor des CivilRechtes verliehen wurde. Vom Präsidenten war eine Glückwunschdepesche eingelaufen, auf welche der Vicekanzler erwiederte. Er theilte zugleich die Absenkung einer Begrüßungsdepesche im Namen der Universität an den deutschen Kaiser mit. Die Studentenschaft hörte die Verlesung dieser Botschaften stehend. Fakultät und Studenten trugen anläßlich des Besuchs desBotschafters kleine deutschen Fahnen. Bundes-Grandjury beginnt ihre Untersuchung.' New York, ,30. Juni. Die Bundes - Grandjury nahm heute die Untersuchung des Slocum Unglücks auf. Die Vertretung der Anklage liegt in den Händen der Bundes-Distrikts-Anwälte Burnett und Wise. Unter den geladenen Zeugen befindet sich James K. Atkinson, Sekretär der Knickerbocker Dampfer-Gesellschaft, der den Slocum nach seiner Jndienststellung zweimal persönlich inspicirt hat. Neun Zeugen wurden von der Jury vernommen, darunter Obermaschinist
Conklin und Bootsmann Flannagan. Frank S. Detter, ein , Direktor der Knickerbocker Co., wurde heute vor den Coroner gebracht und zu Bürgschaft zugelassen. Ein anderer Direktor kündigte sein Erscheinen an. Aus demWeiße n.Hause. Washington, 30. Juni. Paul Morton, der morgen als MarineSekretär vereidigt wird.' dinirte heute bei dem Präsidenten. Unter den Besuchern des Weißen Hauses befand sich unter Anderen auch Admiral Dewey. Der Präsident besuchte heute zum ersten Mole das Departement für Handel und Arbeit. Er sprach Sekretär Cortelyou und den übrigen Beamten über das von ihnen Erreichte seine Anerkennung aus. . Deportationen. D e n v e r, 30. Juni. 39 aus Cripple Creek deportirte Mann trafen hier ein, um sich der Verbannten-Colonie anschließen. Die Colonie zählt über 200 Leute und hat eine Gewerkschaft gegründet, welche sich dem westlichen Verbände der Grubenarbeiter anschloß. Gen. Bell wollte die 39 gestern Nacht in Colorado Springs ausladen lassen, allein die dortigen Behörden protestirten energisch und der Zug fuhr weiter. 183 Leute find bis jetzt aus dem Cripple Creek Distrikt durch das Militär deportirt. Hierzu kommen Hunderte, welche aus Furcht vor Ein kerkerung entflohen. Etwa 60 Unioniften, gegen die strafrechtlich vorgegangen werden soll, befinden sich noch im Militär-Gewahrsam zu Cripple Creek und Victor. Haltlose Anklagen gegen M o y e r. ' . . Cripple Creek, Colo., 30. Juni. Staatsanwalt Crump zog heute die Anklage gegen den Präsidenten der Westlichen Grubenarbeiter Ch. Moyer, wegen Betheiligung an der Explosion in der Vindicator Grube am 26. Nov., zurück. Moyer wird jetzt mit andern Arbeiter Führern der Verschwörung anläßlich der Victor Unruhen am 6. Juni angeklagt. Moyer ist noch im mer in Haft hier. Republikaner in M a i n e. B a n g o r . . Me., 30. Juni. Die republikanische Staatsconvention ftellle Wm. T. Cobb von Rockland als Gouverneurs-Candidaten auf. Die Platform erklärt sich für Schutzzoll. Reciprocität im Sinne Blaine's, Arthur's und McKinley's und billigt die Verwaltung des Präsidenten Roofevelt. v ,
Sturmes-Wüthen Im südlichen Zndiaua verursacht erheblichen EizenthnWdschaden.
E V a. s V i lle; Ind., 30. Juni. Süd Jndiana wurde von einem schweren Windfturme verheert, der Bäume und Umzäunungen niederriß, auch hier Bäume zerstörte. Ein altes Mieths Haus stürzte hier ein, den Clerk H. Saure unter den Trümmern begrabend. Er wurde schließlich gerettet und befindet sich in ernstem Zustande., Demokraten von Miss o u r i. I o p l i n, Mo., 30. Juni. Die demokratische Staats Convention, welche 36 Delegaten zur NationalConvention zu wählen hatte, erwählte folgende Delegaten at large: Bundessenator Stone, Gouverneur Dockery sowie die Congreß-Abgeordneten Clark und DeArmond. Ferner wurden 32 Tistrikts-Delegaten erwählt. Die Convention war von dem sogenannten Maschinen"-Element controllirt den Gegnern der Faktion, welche die Gou-verneurs-Candidatur von I. W. Folk unterstützt. Die Convention indossirte die Präsidentschafts Candidatur des Senators F. M. Cockrell und inftruirte die Dele gaten bei allen Fragen ans der Natio-nal-Convention geschlossen zu stimmen. S ch w a b's R ü ck t r i t t. New York, 30. Juni. Das Rücktrittsgesuch des ehemaligen Präsidenten der United States Steel Comp., Ch. W. Schwab's, als Direktor jener Gesellschaft, befindet sich in Händen des Direktoriums und wird in der JuliVersammlung angenommen. Von einem Äeger erschossen. P a t e r s o n , N. I.. 30. Juni. Der Kaufmann Max Wollenberg wurde heute von einem Neger erschossen, der aus seinem Laden einige kleine Gegenstände entwendet hatte und floh. Auch ein anderer Bürger ist ernstlich verletzt. Später wurde der Neger, der sich Aske? nennt, in den Wäldern ergriffen und in die Stadt gebracht. Eine riefige Menge hatee sich beim Rathhaufe angesammelt, es fand aber keine Kund gebung statt. Ansturm auf die Bank in Aurora. Chicago, 30. Juni. Verschiedene hundert Leute belagerten heute die Thüren der deutsch-amerikan. Bank in Aurora, Jll., deren Kasstrer eigenem Gcständniß nach Unterschlagungen in der Höhe von $90,000 beging. Die Beamten erklärten sich für den Ansturm gerüstet. Es find meist kleine Leute, die ihre Einlagen zurückverlangen. Bürgermeister Jones schlimmerkrankt. Toledo, 30. Juni. Bürgermeister Jones, an Lungenentzündung erkrankt, befindet sich in bedenklichem Zustande. Das Befinden ist heute schlimmer als an den vorhergehenden Tagen. Vase-Ball. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: AmericanAssociation. Indianapolis, 30. Juni. Erstes Spiel. Indianapolis.. 1 0 12 0 0 0 7 11 Toledo .......00000 1 000 1 Zweites Spiel. Indianapolis.. 0 0 0 0 0 2 0 0 2 Toledo 00 0 1 0 0 0 0 0 1 J Columbus, O., 30. Juni. Erstes Spiel. Columbus 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Louisville . . . .0 0 0 0 0 0 4 0 0 Zweites Spiel. Columbus ...00001 1 000 Louisville.....0000003 01 Minneapolis, 30. Juni. Minneapolis ..16000100 8 Kansas City. ..0 0 0 0 2 0 0 0 02 St. Paul, 30. Juni. St. Paul . ...200000000 2 Milwaukee 01202011 2 9 National i g a. St. LouiS, 30. Juni. St. LouiS . Chicago . . . New York.. ..01 0 000 00 01 .12 0 001 0 1 05 New York, 30' Juni. .70 0 0 0 0 1 0 2 3 Boston . . ... .0 0.0 0 0 0 0 0 0 0 Philadelphia, 30. Juni. Philadelphia Spiel verschoben, Brooklyn ) Regen.
JeschiMe Ser Aosaken.
Ihre erste Organisation, deren Anlaß und die Weiterentwicklung. Raubzügt der Tartaren Die Saporoger Ko sake:, als Infanteristen Ackerbautreibend nd Kriegerkaste Die Tonkosaken Befreiung von polnischer Herrschaft. Die Kosaken haben von jeher die Avantgarde .Rußlands bei seinen Kriegen in Asien gebildet. Die Geschichte der Kosaken beginnt mit dem Zeitpunkte, wo die Tartaren ihre großen Raubzüge gegen die Grenzprovinzen des damaligen polnischen Reiches machten. Jährlich im Winter erschien das Heer der Khans der Krim in der Stärke von 80,000 Mann mit 200,000 Pferden und führte Thiere und Menschen aus Polen fort. Die letzteren wurden als. Sklaven verkauft." Namentlich war es die Ukraine, die unter diesen Raubzügen schwer zu leiden hatte. Aber hier ermannten sich auch die Bewohner zuerst gegen diese furchtbaren Horden. Da, wo der Dnjepr unterhalb der Stadt Tscherkaffy über Klippen fließt und eine Reihe von Wasserfällen und Inseln bildet, sammelten sich die zunächst wohnenden Ukrainer und suchten nun den Tartaren gleiches mit gleichem zu vergelten, indem sie erst in kleineren, dann größeren Raubzügen auszogen. Da sie sa porogi," d. h. an den Wasserfällen wohnten, so erhielten sie bald den Namen der Saporoger, wogegen sie von den Tartaren einfach-Kosaken, h. Räuber, genannt wurden. - ' . y Im Jahre 1520 fand sich unter ihnen ein Führer Namens Daskowitsch, der es verstand, diese Banden zu organisiren und diszipliniren. Er theilte die Kosaken in Kompagnien und Regimenter, verwandelte ihre unzugängliche Insel in einen Waffenplatz und gab ihnen bestimmte Gesetze, welche die freie Wahl ihrer Offiziere und die gleiche Vertheilung der Beute verbürgten. Rasch wuchs jetzt 'das Kosakenvolk an Zahl und Kraft.und bald vermochte es ein ansehnliches Heer aufzustellen, denn es rekrutirte sich aus entlaufenen Bauern der russischen und polnischen GrenzProvinzen, die in dem Freistaate Aufnähme suchten und fanden. Ursprünalich waren die Kosaken Infanteristen, die unter dem Schutze einer viereckigen Wagenburg kämpften, von wo aus sie die Feinde mit Flintenkugeln begrüßten oder im geeigneten Augenblicke hervorstürmten, um ihre Reihen zu durchbrechen. Allmälig bildete sich unter den Kosaken, nachdem sie von den Inseln des Dnjepr Besitz ergriffen und sich eines großen Theils der Ukraine bemächtigt hatten, neben der Kriegerkaste auch txv. ackerbautreibende Kaste. Nur die erstere übte jetzt noch das Waffenhandwerk, sie wohnten kompagnieweise in einer verschanzten Ortschaft, in der kein weibliches Wesen Zutritt hatte. Heirathen durften diese Krieger nicht. Ihre Oberbefehlshaber, den Ataman oder Hetman, ihre Richter und Lagerkommandanten wählten die Kosaken in allgemeinen Volksversammlungen. Später entstand auch in den Steppen des Don ein Kosakenstaat. Auch hier waren , im Jahre 1570 die ,ersten Gründer Saporoger. Diese Donkosaken hatten Gelegenheit, mehrfach eine große Rolle zu spielen, denn von ihnen ging die Eroberung Sibiriens aus, und zur Zeit des falschen Dimitri vermochten sie sogar auf eine kurze Zeit das 'Reich zu erschüttern. Anders war es mit den Dnjeprkosaken; von ihnen wurde lange Zeit die Oberhoheit Polens anerkannt, und sie leisteten gegen die Türken, Tartaren und die Moskowiter gute Dienste, aber anstatt diese mannhaften Grenzler zu schützen, kehrte sich auch hier die polnische Adelswirthschaft verderbenbrmgend gegen sie; man verfolgte sie wegen ihres griechisch-katholischen Bekenntnisses und verkürzte ihren Besitz in der Ukraine. So bedürfte es nur eines Anstoßes, um die längst vorhandene Gährung in einem großen Aufstande zum Ausbruch zu bringen. Der Kosakenführer Chmielnicki sammelte eine Heeresmacht von 200,000 Kosaken und 160.000 Tartaren um sich, und wo sich die Polen ihm entgegenstellten, warf er sie nieder, so daß der König und der Reichstag schließlich auf die gestellten Bedingungen eingingen, nach denen die alte Verfassung der Saporoger mit ihren politischen und religiösen Freiheiten wieder hergestellt werden sollte. Aber sobald diese wilden Horden wieder in die Krim und die Ukraine zurückgezogen waren und sich dort zerstreut hatten. erklärten die Polen den Friedensvertrag für null und nichtig und rüsteten von Neuem gegen die Kosaken. Da faßte Chmielnicki einen kurzen Entschluß. Im Jahre 1654 berief er sein Volk zu einer allgemeinen Versammlung. und dort beschlossen die Saporoger, sich unter den Schutz des rechtgläubigen" Zaren von Moskau zu stelIen.; In Moskau empfing man sie mit offenen Armen; reiche Geschenke wurden unter sie vertheilt, und gern bestatigte man ihnen ihre Privilegien. Von nun an folgten die Kosaken den Zaren auf allen ihren Heereszügen. Die Einführung des metrischen Systems in den Ver. Staaten würde nach den Berechnungen eines Statistikers allein den amerikanischen Schulkindern , zwei Drittel Zeit im Jahre ersparen, während die . dadurch erzielte Zeitersparnis in allen Han-dels-und Verkehrszweigen gar nicht hoch genug anzuschlagen wäre. ..
Mtzschläge. Ihr zunehmende Häufigkeit Der Weg des . Blitzes Dchädigungen. In den.letztenJahren haben die Fälle von Blitzschlägen sich fraglos vermehrt. Vielleicht ist die größere Häufigkeit nur scheinbar, weil die Berichterstattung besser geworden ist und jeden derartigen Fall schneller als früher zur allgemeinen Kenntniß bringt. Vielleicht aber ist die Zahl der Blitzschläge auch wirklich vermehrt, weil die ausgedehnten Telephon- und Telegraphenleitungen sowie die Schienennetze unserer Eisenbahnen einen häufigeren Elektrizitätsausgleich zwischen Wolken und Erde veranlassen. . Der Blitz, der Ausgleich zwischen der Wolken- und Erdelektrizität, ist einem elektrischen Strom von ungeheurer Spannung gleichzusetzen. Der Weg, den er nehmen wird, ist abhängig von dem Widerstand, d. h., der Blitz, wählt stets den Weg des geringsten Widerstandes im elektrischen Sinn, und dieser Weg braucht nicht immer der kürzeste zu sein. Da die Luft der Elektrizitat einen sehr hohen Widerstand entgegensetzt, wird zwar der Blitz fast immer die höchsten Gegenstände der ErdOberfläche zu erreichen versuchen. Aber für den weiteren Verlauf ist lediglich die Frage des Widerstands maßgebend. Der menschliche Körper ist nun bei seinem gron Wassergehalt als vorzüglicher Elelirizitätsleiter mit relativ geringem Widerstand anzusehen, und so kommt es, daß Menschen, die in der Nähe einer Blitzbahn sich befinden, leicht vom Blitz als Weg benutzt werden. Die Schädigungen, die derartig hochgespannte Ströme auf den Organismus auszuüben vermögen, können ser verschiedenartig sein. Es kann sich um rein mechanische Zerstörungen handeln, oder es können auch hochgradige nervöse Alterationen zustande kommen, die wir unter der Bezeichnung Nervenshock zusammenzufassen pflegen. An der Stelle des Blitzein- und -austritts beobachtet man nicht selten tiefe Brandwunden, auch können eigenthümliche Verbrennungen äußerer Art auf der Hautoberfläche sich zeigen. Im Innern des Körpers kommen Zerreißungen von Organen, z. B. der Leber, des Herzens u. a. vor. Fast alle vom Blitz getroffenen Personen sind während einer längeren oder kürzeren Ze'.t bewußtlos. Dieser Bewußtlofigkeit kann gelegentlich eine Unbesinnlichkeit folgen, die sich auch auf die Zeit vor dem Blitzschlag bezieht. Tritt der Tod nicht ein, was nicht unmittelbar, sondern auch nach Stunden oder nach ' Tagen der Fall sein kann, dann bleiben meist Lähmungen aller Art zurück, die aber im Lauf der Zeit vollkommen zur Norm zurückgehen und dauernde Schädigungen nicht hinterlassen. Wenn der Tod 'erst einige Zeit nach dem Blitzschlag eintritt, pflegt bis dahin in den meisten Fällen Bewußtlosigkeit zu bestehen, so daß die Betrefsenden nur wenig leiden. Es sei noch bemerkt, daß ein Mensch, der vom. Blitz getroffen wird, weder diesen sieht, noch den Donner hört. Die Geschwindigkeit des elektrischen Stroms ist eben viel größer als die des Schalls. So lange man also über einen Blitz und Donner noch erschrecken kann, so lange ist keine Gefahr vorHänden. Es würde zu weit führen, alle Möglichkeiten für Blitzschläge hier zu erörtern. Es mag nur im Allgemeinen erwähnt sein, daß man sich hüten soll, mit seinem Körper während eines Gewitters eine unvollständige elektrische Leitung zu vervollständigen und auf einer größeren Ebene der einzig hervorragende Gegenstand zu sein. Auf freiem Feld lege man sich nieder, und im Wald und in Städten vermeide man es, sich nahe an hohe Bäume' oder Häuser zu stellen. . , Mntbiger Junge. Dieser Tage sind aus der Besserungs - Anstalt in Plankinton, S. D.. drei Sträflinge entflohen. Sie hatten während des Tages im Felde gepflügt; als sie Abends die Pferde ausspannten, schwang sich jeder' plötzlich auf eines derselben, und das Kleeblatt jagte davon. Der Vorfall wurde über eine weite Umgebung bekannt gemacht und auf ihre Ergreifung eine Belohnung ausgesetzt; nach drei Tagen wurden sie von dem 16jährigen Frank Miller in Hand County gefangen genommen. Die Flüchtlinge hatten in zwei Tagen die Pferde zu Schanden geritten und wären dann zu Fuß weiter gewandert, um auf die Jndianer-Re-servation zu .kommen, wo sie Freunde hatten. Der junge Miller sah sie an seines Vaters Farm vorbeikommen, sattelte ein Pferd, nahm eine Winchesterbüchse und ritt den Fliehenden nach; diese leisteten denn auch seinem Befehl, mit ihm nach Plankinton zurückzukehren, Folge. O'e l als Feuerung. Der Frachtdampfer Nebraskan" hat letzthin auf der Fahrt von New Dork via Kap Horn nach San Francisco ausschließlich Vrennöl als Feuerung in dem Maschmenraum gebraucht. Die weite Strecke wurde in 52 Tagen und 10 Stunden zurückgelegt und auf der ganzen Fahrt geriethen die Vorrichtungen für die Oel-Feuerüng niemals in Unordnung. Diefe Leistung ist um so bemerkenswerther in Anbetracht der Thatsache, daß die Reise der Nebraskan" die längste ist, die je von einem Dampfer ausschließlich mit Oel-Feue-rung gemacht worden ist.
Aerzte.
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