Indiana Tribüne, Volume 27, Number 265, Indianapolis, Marion County, 29 June 1904 — Page 6
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Europäische Nachrichten. Keffen'Aarmssadt. " D a r m st a d t. Die Leiche des vor einiger Zeit nach Unterschlagungen flüchtig gegangenen Bankiers Schade von hier wurde in stark verwestem Zustände bei St. Goarshausen gelandet. Der 25 Jahre alte Taglöhner Christoph Geist aus Roßdorf, Sohn des daselbst wohnenden Landwirths Jakob Geiß, brachte sich im Herrngarten auf dem Hauptweg, auf einer Bank sitzend, einen Revolverschuß in die Herzgegend bei. Sein Zustand ist hoffnungslos. Geiß hat nach einem bei ihm vorgefundenen Brief, der an seine Braut gerichtet war, die That aus Liebeskummer begangen. Bingen. 1876 übernahm dte Lehrerin Franziska Hutter eine Lehrstelle an der hiesigen katholischenBolksschule und wirkte daselbst ununterbrachen also 25 Jahre in ihrem Amte. Die Leiche der seit einiger Zeit vermißten Frau Kaschenbach von f hier wurde im Rhein bei St. Goar gelandet. Babenhausen. Der auf dem polizeilichen Transport von Mittenberg nach Groß-Umstadt sich befindende Dienftknecht Leonhard Weigel aus Höchst hat sich im hiesigen Ortsgefängniß, wo er von einem Zug zum anderen untergebracht war, erhängt. Der Lebensmüde sollte wegen Betrugs nach dem Amtsgericht Groß-Umstadt überführt werden. Lampertheim. Auf , seinen Antrag ist Oberlehrer Geißler in den wohlverdienten Ruhestand versetzt worden. Derselbe hat 54 Dienstjahre als Lehrer aufzuweisen und ist einer der ältesten, wenn nicht der Nestor der aktiven hessischen Volksschullehrer. Seit 11 Jahren hatte er die Funktionen eines Oberlehrers auszuüben. ! Mainz. Der 36 Jahre alte Rangirer Buschmann, der mit einer Glocke vor einem abfahrendem Zug die War-nungs-Signale geben sollte, setzte sich auf die Puffer, fiel herunter und wurde zermalmt. Zwingenberg. Dem Bürgermeiste? Zerweck wurde anläßlich seines 25jährigen Amtsjubiläums eine große Ovation zutheil. Sactzsen. Dresden. Schwere Vrandwunden erlitt an der ganzen vorderen Körperseite in der Leisniger Straße das zwölfjährige Mädchen Frieda Köhler, dessen Kleider beim Essenkochen Feuer fingen. Das unglückliche Kind wurde ins Friedrichstädter Krankenhaus gebracht, wo es hoff-
nungslos darniederliegt. Das Ehepaar F. Enke in Dresden-Neustadt, Großenhain Straße No. 146, beging die goldene Hochzeit in voller Frische. Geh. Hofrath Dietrich, Großindustrieller und früherer Parlamentrier, ist infolge einer Herzlähmung hier gestorben. A l b e r o d a. Handelsmann Otto Becher stürzte so unglücklich mit dem Rde, daß er kurz darauf verschied. Brockwitz bei Meißen. Der seit Kurzem von hier verschwundene Weinhändler Max Wetzig ist in Spaar aus der Elbe gezogen worden. Er hat zweifellos Selbstmord begangen. Dittersbach. Im Dachraum des Bäckermeister Dehneschen WohnHauses entstand Feuer, durch welches dieses zum Theil und zwei Gebäude des gegenüber wohnenden Tischler meisters Schaal völlig eingeäschert wurden. E b e r s b a ch.-Der zehn Jahre alte Sohn Gustav des Eisenbahnarbeiters Graf fiel in ein Masserbassin und ertrank. G l a u ch a u. Dem Baumeister und Stadtbauführer Peeger wurde für Errettung eines Kindes vom Tode des Ertrinkens die silberne Lebensrettungsmedaille verliehen. Leipzig. Im Rayon des hiesigen Magdeburger Bahnhofs wurde der 36jährige Wagenputzer Bola aus Glewo von einem Zuge derart überfahren, daß der Tod alsbald eintrat. Meißen. Der Weinftubenbesitzer Gebhardt auf der Stadtparkhöhe hat sich aus Schwermuth errängt. Pockau-Lengefekd. Auf dem hiesigen Bahnhofe wurde der Packer Berthold durch einen von Hilbersdorf nach Reitzenhein verkehrenden Güterzug überfahren und get.ödtet. Spitzkunnersdorf. Hier feierte der Gedingegärtner Neuncann mit seiner Ehefrau die diamantene Hochzeit bei bester Gesundheit. Türchau. Der Kutfcher Garbe, welcher kürzlich bei Hirschfelde mit seinem Geschirr von einem Eisenbahnzuge erfaßt und schwer verletzt wurde, ist in der Klinik des Dr. Dreyzehner in Zittau gestorben, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Zittau. Zimmermann Böhmer aus Ringelshain vergiftete .sich auf dem hiesigen Frauenfriedhofe mittels Karbols. Württemberg. Stuttgart. Am Aufaang von der Kaifemerstraße zum Postdörfte wurde der 25 Jahre alte Schneider Gottlob Stoll aus Neuenfelden nach vorausgegangenem kurzem Wortwechsel von einem Unbekannten mittels eines Revolvers in's linke Auge gefchosseit; der Schwerverletzte wurde iit's Katharinenhospital überführt und ist dort gestorben, noch ehe ihm ärztliche Hilfe gewährt werden konnte. Nach dem Thäter, der sich in Gesellschaft
von zwei anderen jungen Männern befand, wird gefahndet. Der Weingärtner Gabriel Kärcher in Gablenberg und seine Ehefrau begingen das Fest der goldenen Hochzeit im Kreise von 4 Kindern, 24 Enkeln und 5 Ur enkeln. Ochsenhausen. Ackerbauschüler Pfaller von hier gerieth infolge Scheuens der Pferde unter den schwer beladenen Wagen, die Räder gingen ihm über den Hals und der Tod trat sofort ein. Stetten i. R. Der etwa 49 Jahre alte, verheirathete Bauer G. Merz von hier wurde erhängt im Walde aufgefunden. Der früheer Gemeindediener Johann Konzmann machte im Alter von etwa 60 Jahren ebenfalls durch Erhängen seinem LebeneinEnde. Werden. Karlsruhe. Erschossen fand
ein Reisender im Schnellzuge ' Frank-furt-Konstanz, im Abort eines BahnWagens den etwa 28jährigcn Regierungsbaumeister A. Ziegler von hier; der Bedauernswerthe hatte eine Schußwunde durch die Schläfe. Die That dürfte zwischen Triberg und Jmmendingen verübt worden sein. Man nimmt Schwermuth an, da der Unglückliche sich auf der Reise nach einer Krankenheilanstalt befand. Atzenbach i. W. Die hiesige Gemeinde feierte in erhebender Weise das 30jährige Ortsjubiläum ihres Hauptlehrers Graf. Frei bürg i. Br. Erschossen hat sich hier ein in der Merian Straße wohnender Einjähriger des hiesigen Infanterie - Regiments No: 113. Es ist dies der 21jährige Chemiker Paul Liermann, ein Stiefsohn des Abgeordneten Rechtsanwalt Preiß in Kolmar. Man fand den jungen Mann mit geöffnerter Pulsader der linken Hand und einem Schuß im Kopf angekleidet todt im Bette liegen. Der Verstorbene "ftand bei der 7. Compagnie des genannten Regiments. Das Motiv zu dem Selbstmord ist unbekannt, doch nimmt man an, daß der Unglückliche die That in einem Anfall von Geistesstörung verübte. Großschönach (P füllen d o r f). Das Gasthaus und Oekonomiegebäude des Joh. Wick brannte nieder. Der Brandbcschädigte ist dersichert. Der Schaden beträgt etwa 14,500, Mark. Heidelberg. Auf dem NeckarVorland oberhalb der neuen Brücke fand man den Ueberzieher des BuchHalters Eugen Bark von der Fabrik Maquet; darinnen steckten Rechnungen und Briefe, sowie ein Packet mit 16.000 Mark in Werthpapieren, die er in seinem Brief seiner Schwester vermachte. Bark war in der letzten Zeit sehr nervös; er wurde seit Kur zem vermißt und .suchte jedenfalls den Tod im Neckar. Müllheim. Im Eifenhammer", wo sie aushilfsweise beschäftigt war, begab sich die 32jährige. ledige Helene Schwab, Tochter eines Rechtsagenten, als alle Hausbewohner schliefen, in die Waschküche, wo sie sich mit dem Petroleum der Küchenlampe, sowie mit Spiritus übergoß und sich dann in Brand steckte. Zu einem unkenntlichen Klumpen zusammengekauert und verbrannt, fand man die Unglückliche, von der man weder Jam-mer-, noch Hilferufe, in ihren gräßlichen Schmerzen vernommen hatte, beim Oeffnen der Waschküche. Was das Mädchen in den Tod trieb, ist noch nicht bekannt. Pforzheim. Zu Ehren des Oberlehrers I. H. Konrad, der fein 50jähriges Lehrerjubiläum feierte, fand im Kaiserhof" ein Bankett statt, das von der Lehrerschaft nahezu vollzählig besucht war. S t e i n b a ch. Altbürgermeister Oser, der älteste Grenadier des Landes, feierte seinen 90. Geburtstag. Er bekleidete neben anderen Ehrenämtern 45 Jahre das Amt eines Bürgermeisters. . W i e s l o ch. Hier fiel der 27jährige Dienstknecht A. Heck von Mückenloch in der Scheuer vom Heustock auf die Tenne herunter, wobei ihm ein Schaufelstiel in den Unterleib drang. Im Krankenhaus in Heidelberg erlag er nach der Operation seinen Berletzungen. ' VHeinpkarz. S p e y e r. Der 21jährige Sohn des hiesigen Kieslieferanten Holzinger, Schiffer Heinrich Holzinger, fiel bei Duisburg in den Rhein und ertrank. Die Eltern trifft dieser Unglücksfall um so härter, als sie im Vorjahr einen zwölf Jahre alten Sohn durch Sturz von einem Baum verloren haben. Dürkheim. Der Ausgangs der 40er Jahre siehende Winzer Jakob Kochenburger von hier wurde auf dem nahegelegenen Schlammberg" erhängt aufgefunden. Das Motiv ist unbekannt. Kochenburger hinterläßt einc Wittwe und sechs Kinder, von denen das iünoste ein Jahr alt ist. Falk'enstetn. Das sechsjährige Söhnchen des Landwirthes Phil. Schlicher -vom Bornshof kam beim Futterschneiden so unglücklich in das Getriebe des Göppelwerkes, daß ihm der linke Arm vollständig abgetrennt wurde. K a n d e l. Der 40 Jahre alte ledige Ackerer Johannes Moritz wurde in Minderslachen in seinem Wohnzimmer erhängt aufgefunden. Aus welchem Grunde Moritz Selbstmord be ging, konnte nicht festgestellt werden.
Millionäre aw MUcr. In Moskau, starb vor etlichen Iah keu ein gewisser Solodownikow, der sich durch Börsen- und Landspekulationen ein riesiges Vermögen erworben hatte. Wenn sein Sinn danach gestanden wäre.'.hätte er jährlich 500.000 Rubel (1 Rubel gleich 76 Cents) für seine Bequemlichkeit ausgeben können, ohne sein Kapital im Geringsten zu verkleinern. Aber Solodownikow hatte sein Geld nicht zu dem Zwecke errungen, um es wieder auszugeben. Daher lebte er in einem alten, zerfallenen zweistöckigen Häuschen in einem der ärmsten Viertel von Moskau und leitete von dort aus feine großartigen Spekulationsgeschäfte. Seine größte Freude bestand darin, die von ihm angestellten kleinen Mädchen zu überwachen, wie sie mit den Koupons hantirten, und mit seinem Reichthum zu prahlen, während er auf einem zerschlissenen alten Sopha saß, in einen geflickten Schlafrock gehüllt. Als der alte Mann von dieser Erde und von feinem Geldsacke scheiden mußte, fand man in seinem Testament, daß er Millionen für Wohlihätigkeitsund Vildungszwecke hinterlassen hatte. 'George T. Cline in Chicago hinterließ, als er im Alter von ?3 Jahren das Zeitliche segnete, seinen Verwandten ein Vermögen von 5,000,000. Trotz feines Reichthums lebte Cline eine lang: Reihe von Jahren hindurch bis zu seinem Tode in einem einzigen Zimmer ohne den geringsten Komfort. Seine Sparsucht ging so weit, daß er oft tagelang hungerte, um das Geld zu ersparen, welches er sich für seine Kost erlaubte. Wenn endlich der Hunger die Oberhand gewann, dann schlich er sich aus dem Hause in ein nahegelegenes billiges Gasthaus und vergönnte sich ein Mahl, das aber nicht mehr als zehn Cents kosten durfte, und nahm seinen eigenen Thee mit. Trotzdem führte dieser Millionenmann, der ein so klägliches Dasein fristete, kein unglückliches Leben, denn er lebte mit und für seine Geigen. Acht von diesen, darunter eine, werthvolle Amati, verwahrte er unter jenem Gestelle, das er als Bett bezeichnete. Oftmals konnte man den Saitenklang seiner Geigen die ganze Nacht hindurch vernehmen. Im August 1903 wurde in Wien ein Mann Namens Kerki todt in seinem Bette aufgefunden. In seinen Armen hielt er fest umklammert einen ausgestopften Affen. Seinen Nachbarn war er immer nur als ein sehr armer Mann bekannt gewesen, und thatsächlich hatte er in den letzten Jahren seines Lebens eine Pfründe genossen. Als der Affe untersucht wurde, entdeckte man, daß er ganz mit Werthpapieren und Banknoten ausgestopft war, die eine enorme Summe repräsentirten. Ein Pariser mit Namen Blanc lebte 30 Jahre lang in einer elenden Dachkammer. Seine Nachbarn hielten ihn für einen Bettler, denn Morgens verließ er, in Lumpen gehüllt, erbärmlich aussehend, seine Kammer und kehrte immer erst spät am Abend heim. Er sprach mit keiner Menschenseele und verrichtete seine Haushaltaröeit selbst. Als er aber dann einige Tage hindurch sein Zimmer nicht verließ, wurde die Thür behördlich erbrochen, und man fand den alten Blanc todt in seinem Bette. Das Zimmer enthielt nichts weiter als ein paar zerbrochene Möbelstücke, dafür fand 'man in seinem Kopfkissen und in der Matratze WerthPapiere von nahezu 3,000,000 Francs (1 Franc gleich 18.8 Cents). Außerdem war unter den Dielen des Fußbodens ein halbes Dutzend Säcke mit Goldmünzen versteckt. In einer ärmlichen Hütte an der Peripherie Brooklyns. N. , lebte mit einer alten Wirthschaften zusammen ein gewisser Milman. Er hatte ein Vermögen von 6.000,000 von seinem Vater geerbt, doch da seiner Ansicht nach das Geld nicht auf reelle Art erworben war, weigerte er' sich, auch nur einen einzigen Cent mehr davon für sich in Anspruch zu nehmen, als unumgänglich nothwendig war, und setzte si zu . diesem Zwecke eine Summe von 55 per Woche aus. Er hatte sich zum Lebenszwecke gemacht, wahrhaft bedürftige und nothleidende Menschen ausfindig zu machen, und wanderte zu diesem Behufe oft viele Tage hindurch in schäbiger Kleidung tn den Straßen und Gassen des New Forker ArmenViertels umher. Sobald er Arme antraf, die nach feinem Ermessen einer Unterstützung würdig waren, schickte er entweder eine beträchtliche Summe anonym oder hinterließ das Geld persönlich. Im letzteren Falle eilte er aber dann so schleunig von bannen, als hätt? er die ärgste Missethat begangen. Aus diese Art vertheilte Milman heimlich ungezählte Summen an andere.
Dem Tode entgangen. Auf der Messe in Antwerpen, Belgien, gerieth unlängst durch Kurzschluß die Bude eines Kinematographenbesitzers in Brand. Die Schaubude war in w.'nigen Minuten eingeäschert; glücklicherweise konnten an 20 Kinder, die der Vorstellung harrten,, zeitig fliehen. Der Sachschaden wird auf 30.000 Francs geschätzt. ' Auf der Kanzel gestorb e n ist letzthin in Haugsdorf bei Lauban. Königreich Sachsen, der Ortsgeistliche, Past-r Hoffmann. Der Geistliehe befand sich mitten in seiner Predigt. als er plötzlich wankte und ru Boden fiel; er war von einem Schlaganfall betroffen worden,' der den Tod zur Folge Utk.
Meid Haversalk's Schreibebrief.
Vo. 348. Seohrter Mister Edithor! Ich hen Jhne in mein letzte Schreibebrief ecksplickehtet, was ich for en Trubel in den Restaurant gehabt hen. Wie ich fort sin for heim zu gehn, do sin ich an die Stritt for e Minnit un e halb stehn gebliwwe un in die Minnit do hen ich mehr gedenkt, wie in Schillers sämmtliche Werke in Schweinsleder gehn duht. Ich kann Jhne off Kohrs nit alles fage, was ich gedenkt hen, bikahs Sie wolle doch nit jeden Dreck in Jhne Ihr Pehper printe, awwer ich will Jhne wenigstens die Haupt Peunts mitdheile. Also in die erschte Lein hen ich gedenkt, daß ich ausgucke deht wie en rehgeller Trämp un daß mei schenerell Eppierenz dorch das roffe Händele von die Kappersch nit viel impruhft hätt. Dann hen ich gewißt, wann ich mich in die Kandischen an die Stritt sehn deht losse, daß ich dann in leß denn no Teim die gan ze Kraut Kids hinner mich hätt un daß ich noch mehr Nohtorrithee nit er fordern könnt. Dann hen ich noch gedenkt, daß die Sclma nur Widder fri sche Stoff kriege deht, ihr Mailche spaziere gehn zu losse, wann ich so am helle Dag heim gehn deht. Ein Ding hen ich schuhr gewißt, daß ich e gute Rest hen mißt un for all die Riesens, wo ich owe gemenschcnd hen un e ganze Latt annere, wo ich nit gemenschend hen, hen ich mein Meind uffgemacht, daß ich besser gar nit heim gehn deht, sondern in den Restaurant stehn deht, bis es dunkel wer'n deht. Wann ich awwer emol mein Meind uffgemacht hen, dann stick ich als e Ruhl auch dazu un befor daß die Minnit un e halb iwwer war, hen ich rechtsum kehrt gemacht un sin Widder in den Restaurant. Ich hen mich! den Propreiter komme losse, wo mich gekennt Hot un hen gesagt, daß icb ; Ruhm mit e gutes Bett zu hawwe gleiche deht, wo ich bis zum Obend en gute Rest hawwe könnt. Ich wollt nit distörbt sein, eckzept, daß ich e forfchtkläß Dinner in mei Ruhm gesöhrft hen wollt. Ahlrecht Hot der Propreiter gesagt un Hot mich zu e Ruhm fromme, wo ich so schnell wie en Hun gauzt in das Bett gekroche sin und geschlofe hen als ob ich seit drei Wochen nur in Hchstäcks geschlofe hätt. Wies Dinncrzeit war, do sin zwei Wehtersch in mei Ruhm komme un hen mich e Miel in Front von den Bett gestellt mit e Battel feine Wein. Bei Galle, das is der Stoff hen ich zu mich gedenkt, do kann mer sehn, was die Selma so schlecht zu mich tende duht. Well, ich hen mei Miel gehabt un dann hen ich for e Tschchnsch widder geschlofe. Halb nach sechs scharp Hot meiSopper do gestanne un do kann mer sehn, was so en menschlicher Stommeck alles in sich uffnemme kann. Ecksecktlie wie e Garbetfch Kann. Wie ich mit denSopper dorchgewese sin, do hen ich mich Widder erum gedreht un hen Widder schlofe wolle. Nosser hen ich gedenkt, daddelduh. Jetzt is es Nacht un ich besser mache e Bielein for heim. So warsch. Ich hen den Propreiter gesagt, er soll alles tschartsche, bikahs ich hen doch kein Geld in mein Packet gehabt. Dann sin ich an die Stritt un ich hen Widder so gut gefiehlt wie e Springtschicken, wann's gesagt kriegt, daß ihn sei Ma e Regewermche for Breckfest mitbringe deht. Ganz schloh un mitaus Hurrie sin ich weiter gange un sin auch an die Bank vorbeigepäßt, wo off Kohrs schon lang geklost war. Ich hen in das Windoh geguckt un bei Galle, was is denn das, hen ich gedenkt, do is jo en Feller inseit gewese, wo an die Sehf erumgemonkied Hot. In den Moment. do hen ich awwer Widder ganz Sheriff von Appel Jack Holie Terrer Kauntie gefiehlt. Wann ich jetzt e Gönn bei mich gehabt hätt, dann hätt ich den Burkler doch stappe könne, awwer mitaus en Riewolver, do is es doch gar kein Juhs gewese, daß ich do ebbes gedahn hen. Es is mehbie das Beste, hen ich gedenkt, wann ich schnell zu die- Stehschen gehn un mich e koppele Kappersch kriege, denn ich meiselbst hen auch nit so recht eckstra gegliche mei Lewe zu riskire un en Burkler is zu einigem fähig. Wie ich die Sach noch e wenig iwwergedenkt hen, do hen ich inseit die Bänk mit einem mol en Fläsch gesehn un dann Hot's en Ecksplohschen gewwe un schuhr genug, die Dohrs von den Sehf Ware uff. Do hen ich uff eemol en große Korretsch in mich kriegt. Ich sin an e Seitwindoh un schuhr genug is das uffgewese. So schnell wie das bei meine zweihundertunzehn Pfund passibel war, sin ich inseit gekleimt un ganz nierbei hen ich en Botten gesehn wo e Sein dobei war un das Hot gesagt: In KehS von Emmertschenzie pusch den Botten. Mitaus e Neus zu mache hen ich den Botten en diesente Busck aewwe un dann, sin icb strebt a
den Gauner gange un uen geagi: Hello Partner .hau is Bissineß? Der is so geschZehrt gewesen, daß er sei Tuhls gedrappt Hot. Wie er mich gesehn Hot, do Hot er gelacht un sagt, ich wär en verdollte Fühl, daß ich ihn so geschkehrt hätt. Er hätt schuhr gedenkt, ich wär en Kavvcr. 5Zeut sollt icb emol e wenig watsche un er deht mich auch en diesende Schehr von den Bissineß gewwe. Ahlrecht hen ich gesagt un sin e wenig zurück gange. Zwische Jhne un mich sin ich froh gewese, daß der Gauner mich nicks gedahn Hot. Er Hot dann in den Gold erum gewühlt un Hot sich all seine Packeis voll gemacht un wie er grad im Begriff des Begrei fens war un' sich Hot uf die Lappe mache wolle, do hen ich Futtstepps autseit gehört un schuhr genug es warn unsere Kappersch, wo von alle Seite in die Bänk eingedrunge sind. Off Kohrs hen se mich zuerscht getäckelt un es hätt nit viel genomme, do hätte se mich alleins mit fortgenomme. Ich hen sie awwer en Peunter gewwe un erfcht dann hen se den Gauner getäckelt. Se hen mich gar nit riekanneist, un ich sin auch ganz ruhig mit nach die Stehschen gange.- Wie mer dort sin komme hen ich mich den Luhtennant zu erkenne gewwe un der Hot off Kohrs .nur den annere Feger ein gelackt. Wie ich meine Heldenthat ver-, zehlt hen, do hen se awwer die Auge uffgerisse un hen so tschiep gefiehlt, daß sie geguckt hen wie dreißig Cents. Das nächste mol mehr. Mit beste Riegahrds ' Juhrs Trulie. Meik Habersack, Eskweier un Scheriff don Apple Jack Holie Terrer Kauntie. Auch ein Talent.
Folgende Schnurre in westpfälzischer Mundart lesen wir in der Frankfurter Zeitung": Hinne bei Betschbach an der breissische Grenz erum, in eme kleene Derfche, betreibt der Müller-Schorsch sei' Werthschaft. Er kann's gut mache, denn die Bergleit hann e gurer Dorscht, unn daß isch jo for e Werth immer vun Vortheil. Weil awer dem Müller-Schorsch sei' Werthschaft so gut geht, hott er gedenkt, er kennt sei' Hannaaremche (Johann Adam) studire lasse; wann er noore Steckeferschderche werre dät, wär' er doch immer noch besser dran als e Werth, der wo sich vun jedem for sei paar Penning de Sauhund mache losse muß. Eß Hannaaremche, e ganz geriewenes Biebche vun elf Johr, isch also in die Ladeinschul geschickt worr. Sei Vatter hott em gleich e blooi Kapp kaaft, wie er uffgenumme war, un all die Buwe im Dorf hann gedenkt: Wam' mer noore aach so e scheene Kapp härren, wie 's Hannaaremche. Na. wie so e Verteljohr erum war, kret der Müller-Schorsch am' e scheene Daa' e Brief vom Subrekter so nennt mer oe Heekschkummandirende an de bayerische Ladeinschule , unn in dem Brief war geschrieb, deSchorsch sollt emol zum Subrekter kumme. Er hott also gleich sei' Nachtmohlsrock angezoo' un isch zu dem hoche Herr. Awer waß er do geheert hott, daß hott en fuchsdeiwelswild gemacht. De Subrekter hott em nemlich gesaat, es wär' s'bescht, wenn er de Hannaarem uff der Schdell aus der Ladeinschul erausnemme dät, der Bub wär' so dumm wie Saubohnestroh, unn hätt' net 's geringschde Talent. Do isch der Schorsch in die Woll summ unn hott dem Subrekter gesaat: Waß, mei' Hannaaremche soll keen Talent han? Kummen Se emol de Sunnda in mei Werthschaft, do kennen Se siehn, daß er Talent hat. S' isch keener im ganze Dorf, der die Bergleit beim Seelcheschbiele (Solospiel) so beschummele kann, wie mei Hannaarem." De Subrekter. hott nix weirer gepiepst, der Schorsch hott awer. sein Hannaaremche aus der Ladeinschul' genumme un will en de Herbschd in die Realschul schicke. Vielleicht wääß der Realschulrekter die Fähigkeit vum Hannaarem besser se wirdige aß der Ladeinschulsubrekter. Der Caf ji" deö SnltanS. Mahmud Bey, der Cafedji" oder Kaffeekoch des Sultans, ist unlängst zu den schönen Huris in Mohammeds Paradiese hinübergepilgert. Mahmud war ein einfacher Bauer, als er dem Sultan Abdul Hamid wegen seiner Kunst, einen geradezu idealen Kaffee zu brauen, warm empfohlen wurde. Der Sultan nahm ihn in seine Dienste und war von seiner Kaffeekocherei so entzückt, daß er ihn mit zahllosen Gnadenbeweisen überhäufte. Die Gunst des Großherrn fiel nicht auf , unfruchtbaren Boden, und Mahmud soll bei seinem Tode ein mühsam erspartes kleines Vermögen von etwa 3 Millionen Dollars hinterlassen haben. Der einzigen Schwester des Verstordenen kam aber die niedliche"Erbschaft nicht zugute, da sie, wie ihr halbamtlich mitgetheilt wurde, in ihrem bäuerlichen Unverstand mit soviel Millionen doch nichts anzufangen wisse. Das Geld kehrte daher dorthin zurück, von wo es gekommen war, nämlich zu Abdul Hamid. Damit aber die alte Dame ihren Bruder in guter Erinnerung.behalte, setzte man ihr großmüthig eine Jahrespension von 500 ' türkischen Piastern, das sind etwa $2, aus. Also berichtet ein französisches Blatt, dem wir die Verantwortung für diese schöne Geschichte überlassen müssen.
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