Indiana Tribüne, Volume 27, Number 265, Indianapolis, Marion County, 29 June 1904 — Page 4
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Jndiana Tribüne, 29. Juni 190
Indiana Tribüne. Herausgegeben von der utbeg SB. ,. Indianapolis, Ind. Sarry O.Thudium Präsident. GeschäftSloealt No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE S6S. kntered at the Post Office of Indianapoli aa , second dass matter. Die demokratische Convention.
Am 6. Juli wird die demokratische Convention in St. Louis eröffnet werden. , Sie ist gerade das Gegentheil als die Ceremonie, welche die Republi kaner in Chicago durchführten, als sie oas jazon langn tm reißen Vuze fertig gestellte Programm durch die No mination Roofe Veits ratifizirten. ," ,Die St. Louiser Convention hat den ! Vortheil des gänzlich, Ungewissen und Unbestimmten für sich. Die . Bürger werden die dortigen Vorgänge mit der , größten Spannung verfolgen und den l Republikanern bleibt die Hoffnung, daß Dummheiten begangen werden, die 'ihrem' Candidaten den Sieg sichern. Selbst den routinirteften Politikern errcheint die , Situation so verschleiert, daß alle Spekulation über die die Perjon der etwaigen zkanolvaien unmöglich wird. Der Vortheil, den , diese Situation der demokratischen Partei giebt, ist ungeheuer, l Sie hat es in der fSsltih. durck die Nominiruna der reck ? "-7 & - - - -g ten Männer einen natürlichen VolksCiliyUlU9HIU9 U)UU3U.l4tU, Vt UV eine Ueberraschung, welche ja auf der republikanischen Convention gänzlich ausgeschlossen war. mit sich bringt, P fcMA9M11ltl(llt Vl rt V Vtltl und der zum Siege führen kann. Der stärkste Candidat für die Nomination an erster Stelle ist Richter Parker von New $ot!. Seine beste Cmpfehlung ist seine Endossirung durch Grober Cleveland und diese bat unter dem Volke ein großes wohlverdientes Gewickt' Ob dies'aenüaen wird, kann aber mit gutem Recht bezweifelt werden, denn außer dieser Empfehlung hat f -1 - CT - VIV At. IntM srZitX U tiY eilic vjuuuiuuun iciuc otuc, urni sich über keine der wichtigen Tagesfragen bislang geäußert hat. " (58 ist dnrckau nickt ausaescklossen. "I" ... y Ü'l T 1 1 " J ' daß die Eandidatur Parker's nur ein Fühler der Freunde Cleveland's ist, so daß dieser süchtige Staatsmann, trotz seiner veröffentlichten Ablehnung geaebenen Falles nominirt wird. Bryan wird auf der Convention eine untergeordnete Rolle spielen, durch sein Anbändeln mit allen Faktionen hat er das Vertrauen der Demokraten verloren, nicht nur die Parker und Hearst-Dele-gaten find gegen ihn, sondern auch sein früherer Einfluß über die früheren Bryan-Demokraten ist dahin. Etwa 1000 Delegaten werden auf Xi ZT am AHrtAn fttmtnüvAftAl Tat V b VV4t'b4ltV immivv v VAJ Davon sind für Richter Parker etwa 308, für Hearst 202 instruirt. Gorman, Olney, Gray und Wall kommen zusammen auf etwa 876 Delegaten; v? KfL.rt - v -.it..; ttf rr oie leuung oer uvrin c guten ist unbestimmt und die Frage ist, ob sie sich zersplittern werden oder sich insgesammt eiuem der genannten Candidaten zuwenden werden. Nicht minder intereffant wie die Candidatenfrage selbst ist die der Platform, daß eine große Anzahl Platformen vorgelegt werden wird steht außer Frage. Tarifreform und Wahl der BundesSenatoren durch direkte Volksabstimttiimrt. ftiprhptt ht? fimihHftckTtrfistim , "7 "r'i 7 - y ,-v.. Qftf V 55 JJlUHltll tUl. Jeoenfaus wiro o:e oemolrau cye , vUiivtiUtvii ukvmuj UUtl bringen, da selbst eine Nomination des : o . cvyi . v..jf...o :xi rt -r l t rtV v tost Ad ItdavrrtfAimAÄV iciauuujuiia tluu uueujuu mtyi zu X XYnfi&tHtokrt nf?kri -, Vfcll. W4UIVUtyIU4l Hv ' Das Deutschthum unserer Stadt hat in letzter Zeit viele Ehrungen von dem Deutschthum im Lande erfahren, einender bemerkenswertheften ist aber, daß mit Beiseitesetzung der Regeln die Bundes'Tagsatzung in Pittsburg nun zum 4-mal Indianapolis zum BundesVorort erkoren hat. Keine andere Stadt im Lande hat eine derartige Ehrung nach Einführung der neuen Regel erfahren. Wir find stolz auf unsere deutschamerikanischen Mitbürger, die Beamten deö BundeS-Vororts, denn ihrer thatkräftigen Leitung der Geschäfte des Bundes verdankt die Turnerschaft von Indianapolis diese neue. Anerkennung ein glänzender Empfang sollte den heimkehrenden Delegateu bereitet werden, der ihnen beweist, wie hoch die Jndianapoliser die Ehrung zu schätzen wissen. Der Einsanderungs Commifr gibt in seinem letzten Bericht, der die
Einwanderungsverhältnisse des mit dem 30. Juni 1903 zu : Ende gegangenen Fiscahljahres betrifft,unter anderem in tereffante Daten über . Geschlecht. Alter. Kenntnisse und Vermögenslage der Einwanderer, die in die Vereinigten Staaten und Canada Einlaß haben wollten. Danach waren .von insgesammt 857,046 im Zwischendeck anlangenden Ausländern 613,146 nkännli chen und 213,900 weiblichenGeschlechts. 102.431 unter 14 Jahre alt, 714,053 zwischen '14 und 45 Jahre. 40,562 fuiifundvierzigjährig und älter. Im einzelnen kommt der hohe Vorsprunz der männlichen Auswanderung vor der weiblichen besonders bei den romanischen und slavischen, vielfach nur als eine Art überseeischer ; Sachsengänger wandernden Völkerschaften des europüischen Südens und Südostens zur Geltung, namentlich bei den Italienern (189,000 zu 44,000), Kroaten und Slovenen (zusammen 29,000 zu 3600), Griechen (14,000 zu 491). Die englische, deutsche, holländische, skandinavische, jüdische Auswanderung rekrutirt sich dagegen zu einem Drittel nd mehr aus Frauen. Die weibliche Einwan' derung überwog die männliche nur unter den Iren (19,000 zu 16,000). Von den über 14 Jahre alten EinWanderern waren 668.038 des Lesens and Schreibens kundig. ,; 3.341 konnten lesen, aber nicht schreiben.,, 185,667 waren völlig Analphabeten. Unter letzteren bildeten annähernd 89,000 Italiener das Hauptkontingent, aus Deutschland rechneten 2,438 Personen, d. h. 3 Procent der deutschen Auswandernng zu dieser Gruppe. 76,702 Einwanderer waren schon früher einmal - in den Vereinigten Staaten gewesen. ;. darunter 17,000 Italiener, über 8,000 Skandinavier, 8,000 Engländer, 7,000 Iren und 5,590 Deutsche. Das Vermögen der Einwanderer stellte sich nach dem Gelde, das der EinWanderungsbehörde vorgezeigt wurde, auf 16,4 Millionen Dollars, und zwar verfügten 123.090 je über 30 Dollars und mehr, während 511,000 Personen weniger als 30 Dollars besaßen. Sehr intereffant ist der Nachweis des auf die einzelnen Nationalitäten entfallenden Antheils an diesem Gelde. 196.000 Süditaliener brachten 2,16 Millionen Dollars herein, d. h. nicht ganz so viel wie die 71,700 einwandernden Deutschen, deren Vermögen sich auf 2,48 Millionen Dollars belief. 28,000 Engländer konnten 1,4 Millionen Dollars, ungefähr ebensoviel Magyaren (27.000) nur 331.401 Dollars und 33.000 Kroaten und Slovenen nicht mehr als 407,117 Dollars vorweisen. In feiner Wohnung in Price, Md., starb kürzlich der Kaufmann Samuel W. Walls, der als der schwerste Mann von Queen Anne's County bekannt war; er wog 350 Pfund. Sein Tod war ein ungewöhnlicher. Er 'wurde von Husten befallen und erstickte. Mit einem s elts amen Anliegen erschien kürzlich vor einem Pariser Polizeicommissär eine hübsche ungarische Schauspielerin. Ganz ehrlich gestand die junge Ausländerin dem Vertreter der Hermandad, daß sie, wie alle ihre Landsleute, außerordentlich abergläubisch sei. Sie habe seit Monaten, unter furchtbarem Mißgeschick zu leiden. Einer herben Liebesenttäuschung sei der Verlust eines werthvollen Schmuckstückes -gefolgt. Ferner gelinge es ihr, obwohl sie von ihrer nicht unbedeutenden schauspielerischen Begabung überzeugt und auch eine talentirte Violinistin . sei, ; trotz aller Bemühungen, weder ein Engagement an einem Theater zu erhalten, noch als Lehrerin im Geigenspiel Beschäftigung zu finden. Sie fchützte sich vor Nahrungssorgen, indem sie in Caf6s chäntants zur eigenen Violinbegleitung singe. Dieses elende Leben habe sie jetzt satt und wolle nun einen letzten Versuch machen, an einer Bühne engagirt zu werden. Ehe sie jedoch von neuem mit Direktoren und Agenten in ' Unterhandlung trete, müsse sie sich mit einem wirkungsvol- , len Talisman versehen, und zwar hege sie die feste Ueberzeugung, daß nur ein Stückchen von dem Strick eines Erhängten ihr zn dem ersehnten Glück verhelfen könne. Am Tage vorher hätte sie von einem derartigen Selbstmord in dem betreffenden Stadtviertel gehört und sei sofort zu den Portiersleuten des Haufes gegangen, um ein Endchen von der zu einem so schauerlichen Zweck benutzten Schnur zu erbitten. Man habe sie aber an das Polizeicommissariat gewiesen, und nun bitte sie den Herrn Commissar so recht . dringlich, ihr doch das Gewünschte 'zuzuwenden. Der Hüte? des Gesetzes verschaffte der schönenUngarin das Stricktheilchen, und schon am zweit olgenden Tage empfing er von der Dame die von. überschwenglichen Dankesworten begleitete Nachricht, daß sie ein Theater-Enga-Ktment gefunden habe. :
AuS den Gerichtshöfen.
C r i m i n a l g e r i ch t. , William Morgan und Elmer Bradfhaw wurden von Richter Alford mit Gefängnißstrafen bedacht. Dieselben hatten 3 Anzüge, ein Paar Hosen, ein Paar Schuhe und einen Anzugkoffer aus der Wohnug von Thompson Alford gestohlen. Scheidungsklagen. Da er sich schon seit 2 Jahren nicht um sie kümmert und nicht für ihren Unterhalt sorgt, klagt Clara Wilson auf Scheidung von John B. Wilson, auch ersucht sie um Wiederführung ihres Mädchennamens Clara Clark. Aus genau demselben Grunde will auch Nellie Thompson von James H. Thompson geschieden sein. Archie D. L ancaster klagt auf Scheidung von Maud D. Lancaster, weil dieselbe ihm zu viel fluchte; sie soll ihm verschiedentlich gesagt haben, daß sie sich nach einer Scheidung von ihm sehne, daß sie ihn nicht liebe und daß sie eines schönen Tages mit einem ihrer Kostgänger durchbrennen werde, auch soll sie sich in Gesellschaft mit Männern dem Suff ergeben haben. Das Maaß seiner Leiden aber füllte sie, wie sie sich von ihm das zur Zahlung von Miethe, Kohlenrechnungen usw. nöthige Geld geben ließ, zur Bank ging und die dort stehenden Ersparnisse erhob und dann unter Mitnahme der 10jährigen Tochter verduftete. Er verlangt Scheidung und' Obhut über das Kind. - $19,000 Schadenersatz v e rlangt. Hattie W. Jones, Verwalterin des Nachlasses von Clinton W. Jones reichte im Namen der Hinterbliebenen desselben eine K10,000-Schadenersatz-klage gegen die Moore-Manssield Construction Co. ein. I. stand in Diensten der Verklagten und arbeitete bei einem Brückenbau in der Nähe von Guilford, Ind. Er bediente einen großen Krähn, der zum Heben der gemischten ConcreteMasse benutzt wurde. Die Klageschrift sagt, daß dieser Krähn einen großen Eimer in die Höhe hob und daß in dem großen Eimer gewöhnlich fast eine Tonne im Gewicht von der gemischten Masse sich befand, daß die den Krähn stützende Leine 30 Fuß lang, aber nur 6 Zoll dick gewesen sei und daß dieselbe die schwere Last nicht hatten tragen können folglich unter derselben zusammen gebrochen sei und daß Jones hierdurch so verletzt wurde, daß er wenige Tage später seinen Verletzungen erlag. Die City Bond Co. klagt gegen Avery B. Charpie und seine .Frau, Huntington & Page, John I. Clark und Frau, . Chas. Harrington und Frau und Geo. Holder und Frau auf Zahlung für gelieferte Straßenverbesserungen. Mary Sullivan und Emma Dillon reichten gegen John Templin, Alice McDaniel, Vicey ' Carter, Chas. Templin und Nancy Davis eine Klage auf Theilung von Grundeigeuthum ein. Erna Lehritter klagt gegen Abschluß einer.Mechanics Lien gegen Edgar B. Hetzell, James B. Alfree und Orville ?. Webb. ' Die City Bond Co. verklagt Samuel Rice und Frau, Clara D. Rice und ihren Mann, James A. Howard und Frau F. S. Meyers und Thomas Nesom und Frau auf Zahlung für gelieferte Verbesserungen. Bedeutende Schaden ers a tz k l a g e. $15,000 Schadenersatz verlangt Catharina L. Henly von der. Jndianapolis Terminal & Traction Co. für Verletzungen', welche sie sich beim Absteigen von einem Straßenbahnwagen zugezogen haben will. Sie giebt in ihrer Klageschrift an, daß, während sie an der Illinois und 14. Straße absteigen wollte, der Wagen weiterfuhr, ehe sie den Erdboden erreicht hatte, und sie so verletzt würde daß sie auf Lebenszeit daran zu leiden haben wird. - I R o m u l u s F. S t u a r t mit; seiner Klage a b g e wie s e n. Das Supreme-Gericht erledigte die Klage von Romulus F. Stuart ;ezen Sterling A. Holt, den früheren Schatzmeifter von Marion County. Stuart klagte auf Rückzahlung von $90,000, üb die Holt während seiner Amtszeit nicht Abrechnung geliefert haben soll. ' Die Entscheidungen des Kreisgerichtes und des Appellations gerichtes wurden durch das Supreme Gericht bestätigt, nämlich, daß Stuarts
Klage keinen Grund, aus welchem die Klage eingereicht wurde, angiebt. Stuart hatte kein persönliches Interesse in den genannten Geldern, folglich keine Entschuldigung sich drein zu mischen, wo er kein Interesse hatte und er kann auch keine Entschädigung für ihn erwachsene Kosten verlangen. Polizeigericht. : Arthur D. Gates, der vor etwas über Monatsfrist Fred. Knodle an der Ecke der Washington und Meridian Str. mit seinem Automobile überfuhr, wurde im Polizeigericht unter der Anklage des thätlichen Angriffs um $25 und Kosten gestraft. Weil er keine Namenszüge an seiner Maschine hatte, erhielt er $5 nd Kosten. Die anderen Anklagen gegen ihn, wurden fallen gelassen, Richter Whallon belehrte ihn, daß daß die Automobilefahrer auf die Fußgänger aufzupassen hätten, um sich zu bemühen, denselben auszuweichen. Jesse H. Moddvell, No. 18 West Ohio Straße, unter der Anklage, ein unmoralisches Lokal zu führen, erhielt seinen Fall auf den 1. Juli verschoben. Er behauptet, seine Wirthschaft sei ein Hotel.
Seinen eigenen Grabst e i n sah kürzlich Capt. Wm. Campbell von Lewisburg, Pa., der bei einem kürzlichen Besuche des Schlachtfeldes bei Fredericksburg. Va.. entdeckte, daß er seit 1864 zu den Todten gezählt werde. Er fand auf dem NationalFriedhofe einen Grabstein mit seinem Namen und der Angabe, daß er in der Schlacht zu Spotsylvania gefallen sei. Capitän Campbell war in der Schlacht gefangen genommen worden, ein Mann, der ihm sehr ähnlich war, war aber gefallen, und in der Weise wurde der Fehler gemacht. .. . . Ein vernünftiger Mann, scheint der New Yorker Detektiv Osterhaus zu sein, der kürzlich im HarlemGericht einen Schankwärter wegen Verletzung des Accisegesetzes vorführte. Er sagte, der Arrestant habe ihm zwei Glas Bier zu trinken gegeben. Hätte ein Glas Vier nicht auch genügt, um den Mann zu. überführen?" fragte der Richter. Sicherlich", erwiderte Osterhaus. aber ich war durstig; es war gestern ziemlich heiß." Mir chemt, Sie memen, daß die Wirtych asten an heißen Tagen offen sein ollten" äußerte der Richter. Nun ja, das ist so ungefähr meine Ansicht memte der Detektw. Bei einem Brande, im Kellergeschoß einer Wirthschaft am Broadway in New York wurden 35 Mann von der Feuerwehr durch Tabaksrauch und Schnappsgeruch betäubt. Das Feuer entstand im Lagerräume, wo . Cigarren, . Branntwein, Liqueure, Cognac, Whisky u. s. w. aufbewahrt werden, und die Dünste der brennenden Spirituosen waren so stark, der Rauch zahlloser Kisten werthvoller Cigarren so betäubend, daß die Löschmannschaft im Gebäude sich alle zwei Minuten ablösen mußte. Während des Brandes war ein Ambulanz - Wagen nebst Aerzten in der Nähe, um die überwältigten Feuerwehrleute zu behandeln. I n R e d w o o d F a l l s, M i n n., hat unlängst der Episkopal - Bischof Edsall den Indianer St. Clair feierlich zum Prediger ordinirt, welches mit allem Prunk der Kirche in Anwesenheit eine großen Anzahl Geistlicher aus allen Theilen des Staates qeschah. St. Clair ist ein Vollblut Sioux - Indianer und der erste, dem diese Ehre zutheil wird. Der verstorbene Bischof Whipple ließ ihn erziehen, und er vollendete seine theologischen Studien in der Seabury DivinitySchule zu Faribault. Rev. St. Clair ist zum Rektor : der Episkopal Indianer - Kirche auf der unteren Sioux - Agentur, zehn Meilen östlich von Redwood Falls, bestimmt. Zwölf Jnsektenarten fügen nach einer Schätzung des Ackerbau -Departements den Farmern dieses Landes einen Schaden von ungefähr 385 Millionen Dollars zu. Der Cinchbug" richtet für etwa 100 Millionen Dollars Schaden auf Weizenfeldern an, Heuschrecken vernichten für etwa 90 Millionen Ackerbauprodukte, die Hefsenfliege ist ein schlimmer Feind der Weizenfelder und zerstört etwa für 50 Millionen Dollars. Der vom Kartoffelkäfer angerichtete Schaden wird auf acht Millionen Dollars geschätzt, der durch die San Jose Schildlaus auf zehn Millionen. Getreidewanzen. Apfel- und Heerwurm vernichten je etwa für zehn Millionen Dollars landwirthschaftliche Erzeugnisse. Bolwiebel und andere Insekten verursachen auf den Baumwollpflanzungen einen Schaden von etwa 75 Millionen Dollars. BeiKrebs undBrandd'er O b st b ä u m e wird mit bestem Erfolg Holzessig verwendet. Die kranke Stelle wird mit einem scharfen. Messer bis auf das gesunde Holz ausaeschnitten und die Wunde mit einem in Holzessig getauchten Schwämmchen bestrichen. Das hilft viel besser, als das seither übliche Bestreichen mit Holz-theer.
Französischer Aberglaube.
L5ie man tu der Touraine die bösen eiste z vannen sucht. Keine Gegend Frankreichs ist wohl an Ueberbleibseln alten Volksglaubens so reich als die ehemalige Touraine. Die Sage vom Werwolf ist noch ebenso lebendig wie die von der wilden Jagd. Beide beruhen aus der Vorstellung, daß die Seelen von Menschen, die ihrem Nächsten unrecht gethan haben, nach dem Tode in Thiergestalt auf die Erde zurückkehren. Wer bei heftigem Winde stirbt, war. ob man es zu. seinen Lebzeiten wußte oder nicht, ein Hexenmeijter. Verwünschungen gelten , fast für allmächtig. So kehrte eine Sraut, die im gewöhnlichen Leben sich ganz geweckt zeigte, dreimal vor dem Standesamte um, weil eine alte Frau sie verwünscht hatte. Allerdings war die Alte die Mutter eines jungen Mannes, dem von der Braut ein Korb zu Theil geworden war. Um nicht behext zu werden, empfiehlt es sich, ein Kleidungsstück, wie Hemd, Weste oder Strümpfe, auf der verkehrten Seite zu tragen. Sehr zahlreich sind die untrüglichen Zeichen eines bevorstehenden Todes. Freitags darf keine Seifenlauge für die Wäsche gewärmt werden, da sonst der Hausherr in Jahresfrist sterben muß. Ebenso ist die Wäsche zwischen dem ersten und zweiten Sonntag nach St. Johann verpönt. sonst kann die Hausherrin sofort ihr Leichentuch bleichen. Um die zwölfte Stunde der Johannisnacht soll keine kluge Frau ein Huhn - brüten lassen, weil dies den Tod ihres Mannes im Laufe des i Jahres ' nach sich ziehen würde. - Gewissenhafte Gattinnen nehmen denn auch ihre Hennen in jener Nacht fünf Minuten vor Mitternacht von dem Neste, um sie erst zehn Minuten später wieder darauf zu setzen. Ebenso kündet das Vorhandensein geschälter Zwiebel im Hause den Tod des Mannes, das Krähen eines Hahns den Tod der Frau u. s. w.' an. Spukgeschichten sind allgemein verbreitet, sprechende Thiere, sind an der Tagesordnung. In der Weihnachtsnacht knieen sie vor ihrer Krippe nieder und beten. Stehen zwei Ochsen, die Brüder sind, in demselben Stalle, so reden sie mit einander. Der Wachtelschlag hat .nach seiner Art eine mehrfache Bedeutung und kündigt unter Anderem die bevorstehenden Getreidepreise an. Auch Goldammer und Nachteule haben eine bedeutungsvolle . Sprache. Von sonstigen abergläubischen Vorstellungen seien noch erwähnt: Wer am Neujahrstage zuerst Wasser aus dem Brunnen schöpft, schöpft sein Glück. Eine Braut darf sich am Hochzeitstage nicht im Spiegel besehen; sie würde den Teufel erblicken. Vor Einzug in ein neugebautes Haus muß man dessen Boden mit dem , Blut eines frisch geschlachteten Hahns besprengen. Bei einem Todesfall soll man die im Hause, vorräthigen Wassereimer ausgießen: die Seele' des Verstorbenen hat sich darin gewaschen. Begegnet man auf dem Wege einer Elster, so steht ein Unglück bevor, sieht man zwei, so verkündet das Glück. Zu Weihnachten darf man das Holz auf dem Herd nicht einmal mit einer Zange berühren, da man sonst Blutschwären zu befürchten hat. Zum Schutz gegen Schlangen ist am 1. Mai ein Weißdornzweig an die Hausthür zu stecken, zum Schutz gegen Kröten dagegen am Palmsonntag ein- gesegneter Buchsbaumzweig. Eine Ehe wird dadurch endgiltig befestigt, daß man das bei der Hochzeit gebrauchte Tischgeschirr zerbricht. Gewisse böse Einflüsse müssen an bestimmten Tagen gebannt werden. So zieht man am ersten Sonntag der Fastenzeit mit Fackeln durch die Weinberge und Obstgärten und verscheucht die bösen Geister durch Strohfeuer. ; ... . . Die Vierländer Tracht. Aus Hamburg wird vermeldet: Die alte Vierländer Tracht, das olle Tüch," wie die Vierländer sagen, verschwindet mehr und mehr. Die jetzige Generation der Vierländer hat den modernen Einflüssen gegenüber nicht jenen Konservatismus bewiesen, der in Oberbayern die Volkstracht nicht von der modernen Kleidung verdrängen ließ. Noch vor etlichen Jahrzehnten bot sich dem Fremden auf dem Meßberge in Hamburg ein malerisches Bild, als die Vierländer und die Leute aus dem Altenlande noch sämmtlich in ' ihrer alten ländlichen Tracht erschienen. In den letzten Iahren wurde die Zahl der Vierländer Gemüsehändler, die in alter Vierländer Tracht auf dem Meßberg ihre Waaren feilboten, immer geringer, und zuletzt war es nur noch einer, der zäh am Alten hing und sich von dem ollen Tüch" nicht trennen konnte. Es war Jürgen Neuwerk aus Neuengamme, der seit 57 Jahren ständiger Besucher des Marktes auf dem Meßberg war. Neuwerk hat jetzt mit Rücksicht auf sein hohes Alter (77 Jahre) den Gemüse- und BlumenHandel aufgegeben. Mit ihm ist der letzte der Vierländer, die in ihrer alten Tracht nach dem Hamburger Markt kamen, vom Meßberg verschwunden. Nur noch einige Vierländerinnen, die gleichfalls auf dem Meßberge Gemüse feilbieten, erblickt man dort in ihrer alten angestammten Tracht. Alle werthvollen Manuskripte sollen in der neuen Nationalbibliothek . zu Florenz nach einer Verordnung des italienischen Unterricküsministers in einem besonderen Raum aufbewahrt werden. Grund zu dieser Verordnung gab der große Brand in Turin, dem zahlreiche literarische Schätze zum Opfer fielen.
Frenzel Bros
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