Indiana Tribüne, Volume 27, Number 264, Indianapolis, Marion County, 28 June 1904 — Page 6

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Jttdiaua Tribüne, 28. Juni 190Ä

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ommer. Wir nehmen unt im Sommer nicht genug in acht, wir essen gewöhnlich zu schnell und zu viel : Unser Magen kommt daher leicht auger Ordnung. Kopfschmerzen und Leberleiden stellen sich in. Man nehme in solche Fälle sofort Dr. August König's V ÄafX. W- K. -a v4i .mmiivuKixvi; KLf Cropen um da Blut zu reinigen und in kurzer Zeit erden alle Krankh,itrscheinunge ver schwinden. Warum nicht ü (ü 2 ß 2 P. 1? sparen beim Einkaufe ihrer Möbel .it ... -V ... Teppiche ... .sowie. ... Garlancl Oefeia und Ranges s WILLIG'S , 141 West Washington Str. IE0MD0 142 Nord Pennsylvania Straß.. Hauptquartier für . Lrtllen trni Gperngläse ' Brillen werden ach den beste Mstbode d Lugen angepaßt. Künstliche Augen werden schmerzlos eingesetzt. Big 4 Route ...Ezeursionen... Sonntag, 3. Juli. Lawrencedurg, Aurora und Zwischenftationen. Hl oder weniger die Rundfahrt. ispezia. Jg iugti buh Tiomnapou 7.30 Morgens ab und verläßt Aurora zur Rückfahrt um 7.20 Abends. H. M. Br o ns o n. A. G. P. A. 1 "U Ttablirt 1863, nimmt jederzeit Engage mentS entgegen. Irgendwelche Orchefter Wufik und irgend eine Anzahl von Mu iken, wird geliefert. Neue Ausstattung und neue Uniformen. A. A. Miller, Director. Henry Sprengpfeil, Geschäftsführer. . 301 Kentucky Avenue. Telephon Alt. roth 3311. Neu 4688.

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Europäische Nachrichten. 'F'rc'Vinz Westfaren. M ü n st e r. Der Rektor der hiesigen evangel. Volksschule, H. A. Engelttng, blickte auf eine 50jährige Amtsthätigkeit zurück. Der Jubilar, der seine Ausbildung auf dem hannoverschen Hauptseminar von 1851 bis 1853 genoß, leitete u. a. noch 8 Jahre die deutsche Schule in Konstantinopel und feierte schon vor 2y2 Jahren sein 25jähriges Jubiläum als Rektor der hiesigen Volksschule. Dortmund. Im benachbarten Hsbighorst machte der Kauenwärter Jungholt seinem Leben' durch Erhängen ein Ende. Er war verdächtig, auf Zeche Mont-Cenis und an anderen Stellen fortgesetzt Diebstähle ' ausgeführt zu haben. Hattingen. Justizrath Diedrichs, hier, der vor seinem Uebertritt zum Advokatenstande Krqisgerichtsrath im Ravensberger Lande war, konnte auf eine 50jährige Thätigkeit als Jurist zurückblicken. Der König verlieh dem Jubilar den Rothen Adlerorden 4. Klasse. H ö r st e l. Der in dem Kockmeierschen Steinbruch beschäftigte Arbeiter H. Wessels von hier fuhr als Bremser mit 4 .beladenen Kippwagen auf der stark abschießenden Feldbahn vom genannten Steinbruch nach dem Güterbahnhof Esch. Dabei entgleiste der Wagen, auf dem Wessels stand, wodurch dieser herunterfiel und schwere Verletzungen erlitt, denen er im hiesigen Krankenhause erlegen ist. I s e r l o h n. Das 3jährige Söhnchen des Gutsbesitzers Karl Beckmann, genannt Kalthof, fiel in den auf dem Hofe befindlichen Teich und ertrank. Schwerte. Der unverheirathete Eisenbahnwächter Louis Hönig wurde von einem Güterzug überfahren und vollständig zerstückelt. Die Leiche fand man zwischen den Geleisen auf. Der Verunglückte war der einzige Ernährer seiner verwittweten Mutter. W er n e (Münster). Schreckliche Brandwunden erlitt die Ehefrau des Lumpensammlers Kessebrock in ihrem mit Leinwand überspannten Wohnkarren, so daß sie auf dem Transport zum Krankenhause nach hier verstarb. Soweit durch Vernehmung des Ehemannes festgestellt werden konnte, muß sie beim Zubereiten des Abendessens in Schlaf gerathen und dem Feuer zu nahe gekommen sein. Der Mann wurde, erst wach, als auch seine Kleider bereits Feuer gefangen hatten. VheinproVinz. Köln. Sein fünfzigjähriges Berufsjubiläum konnte in der Buchdruckerei I. P. Bachem (Kölnische Volkszeitung") Josef Kisky begehen. Derselbe trat 1854 in der Buchdruckerei Pütz inKreuznach (der späteren Voigtländerschen Druckerei) als Schriftsetzer in die Lehre. Fabrikant Bauer wurde wegen Unterschlagung von 32,000 Mark zum Schaden der Westdeutschen Thonröhrenfabrik unter Anrechnung einer früheren gegen ihn erkannten Gefängnißstrafe von 1 Jahr zu 2 Jahren Gefängniß verurtheilt. Barmen. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete, sich bei einem Transport von Eisenträgern vom Wichlinghauser Güterbahnhof auf dem Fahrwege zur Schwarzbachstraße. In einer, scharfen Kurve schlug der Wagen um, wobei du den Wagen begleitende . Fuhrunternehmer Kulp unter denselben gerieth und sofort getödtet wurde. Die Leiche wurde mittels eines herbeibeorderten Wagens nach der Wohnung des Verunglückten gebracht. Duisburg. Im Hause Niederdorferstraße 84 hat der Handelsmann C. Domm den Gelegenheitsarbeiter Albert Lenzen mit zwei Beilhieben über den Kopf . niedergeschlagen. Lenzen, der verheirathet ist, wurde sterbend in das Krankenhaus gebracht. Düsseldorf. Den Geheimen Kommerzienrath Gustav Poensgen, den Senior-Chef des bekannten industiellen Hauses Poensgen, hat ein Schlaganfall plötzlich dahingerafft. Ein bleibendes Denkmal hat er sich in seiner Stiftung für Frauen und Töchter aus dem Staatsbeamtenund Militärstande gesetzt, für die er eine Summe von 250,000 Mark aus warf. Essen. Der 30jährige hiesige Kesselheizer Fritz Brenne, welcher seine in Hagen verheirathete Schwester besucht hatte, vergaß auf der Rückreise im Bahnhofe in Mitten umzusteigen. Der Zug, mit dem er gekommen war, hatte sich schon wieder in Bewegung gesetzt, als er so unglücklich vomTrittbreite absprang, daß er fiel und unter die Räder gerieth. Er wurde an Armm und Beinen überfahren. , Merchweilerbei Neunkirch e n. Hier erschoß der 13 Jahre alte Sohn des Krämers Barbian beim unvorsichtigen Hantiren mit einem geladenen Revolver seine 11 Jahre alte Schwester. Berginvalide Malter erstach im Streite den Ziegelarbeiter Maus. Der Thäler ist verhaftet. Provinz Keffen'Waffctu. Kassel. Ueber die Personalien einer Leiche, die mit einer Revolverkugel im Herzen in den Parkanlagen von WNhelmshöhe gefunden wurde, berlautet nachträglich, daß der in das Fremdenbuch eines hiesigen Gasthofes ingetragene Name O'Donnel objr O'-

Daniel ein angenommener gewesen ist. Der Todte, dessen Bestattung in Kirch ditmold erfolgte, hieß in Wirklichkeit Otto von Cronenfeld und stammte aus Solina in Galizien. Irgendwelche ehrlose Handlung ist nicht das Motiv getvefen. Die Firma Louis Boedicker. Wilhelmsstraße 13. Bettwaaren-, Lei-nen-und Aussteuergeschäft, welche sich in den weitesten Kreisen der allgemeinen .Werthschätzung erfreut, beging die Feier des 25jährigen Bestehens des Geschäfts. ... F r a n k f u r t. Die hintere Brandmaüer des Hauses No. 3 der Neugasse stürzte ein und verschüttete drei Arbeiter, die Maurer Hermann Koch und Johann Lüdecke, und einen Dritten, dessen Name nicht festgestellt ist. Sie erlitten schwere Schädelverletzungen, Arm-und ,Beinbrüche. Der in der Rothen Kreuzgasse wohnende Hausirer Bender tödtete,. anscheinend in einem Anfalle von Geistesstörung, zwei seiner Kinder und verletzte das dritte Kind und seine Frau schwer. Am 'Schleusencanal wurde die Leiche des Taglöhners Eduard Zitzmann aus Sonnenberg geländet. Es liegt Selbstmord vor. " - Karlshafen. Kinder spielten letztens in der Nähe einer sog. Fülle am Hafencanal, wobei der 3jährige Sohn des Bierschenkers Heede m das Wasser fiel, ohne daß es gleich bemerkt wurde. Passanten sahen den Knaben im Wasser liegen und konnten ihn nur als Leiche herausziehen. Der Schmerz der Eltern ist groß. K l e b a. Lehrer Paulus beging sein 25jähriges Amtsjubiläum. Während dieser 25 Jahre hat der Jubilar nur in Kleba gewirkt. Eine Anzahl Einwohner überreichten hm daher als Anerkennung einen schönen Sessel und noch andere Geschenke. N a u s i ß. Dem Bürgermeister Kurz wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Die Dekoration wurde Bürgermeister Kurz bon Landrath v. Schwertzell in Gegenwart der Gemeindevertretung in feierlicher Weise überreicht. S ch i e r st e i n. Die Leiche des 25jährigen Hoteliersohnes- Vogel von Wiesbaden wurde hier aus dem Rhein geländet. Mittecdeutschs Staaten. A u m a. Im benachbarten Muntscha ist das Richard Köhler'sche Bauerngut, eines der schönsten und größten des Ortes, vollständig niedergebrannt. In den Flammen sind u. A. sämmtliche Schweine 15 Stück umgekommen. Es scheint vorsätzliche Brandstiftung vorzuliegen. Braunschweig. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich auf der Cellerstraße bei der Reparatur des Schornsteins der Meinecke'schen Conservenfabrik. Zwei dort beschäftigte. Arbeiter, Thiele und Mörs, stürzten aus einer Höhe von etwa 30 Meter Hera. Ersterer war sofort todt, letzterer erlitt schwere innere Verletzungen. Großmühlingen. Bei dem dreißig Jahre, alte Sattlermeister Wilhelm Kühne zeigten sich. Spuren von Tiefsinn. In letzter Zeit bildete sich bei ihm Verfolgungswahnsinn aus; er glaubte, man Bewürfe ihn mit Gift. Weil er anfing, für seine Umgebung gefährlich zu werdensollte er in die anhaltische Landesirrenanstalt zu Bernburg überführt werden. Aus einer Zelle, in welcher er isolirt worden war, entfloh er. Er wurv. wieder eingefangen und erhängte sich, als man ihn unbewacht ließ. Kühne hinterläßt eine Frau und vier kleine Kinder. L o b a ch. Die goldene Hochzeit feierten der Leibzüchter Wilhelm Dörries und Frau. Zur Erinnerung an diesen Tag erhielten die 23 Großkinder je eine goldene Uhr von dem Jubel paare geschenkt. Meiningen. ' Auf schreckliche Weise verunglückt ist im benachbarten Walldorf die junge Frau des Mühlenbesitzers Salzmann. Die Frau wollte die Peitsche ihres kleinen Sohnes, die in der Nähe des Wasserrades in den Mühlbach gefallen war, aus dem Wasser herausholen, wobei sich ihre Kleider an der Welle der Kreissäge verwickelten. Der Körper der Unglücklichen wurde mit furchtbarer Gewalt herumgeschleudert und eingekeilt, so daß schließlich das ganze Triebwerk stehen blieb. Die Frau war so gräßlich verstümmelt, daß sie nach wenigen Augenblicken ihren Geist aufgab. O k e r. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich auf dem hiesigen BahnHofe. Der bei dem Maurermeister Dasecke in Goslar beschäftigte Maurerlehrling Paul Fricke aus Goslar wurde von der Lokomotive eines daherkommenden Zuges erfaßt und derartig zuerquetscht, daß er sofort todt war. V e l p k e. Die Bauverwalter Schraderschen Eheleute feierten das Fest der goldenen Hochzeit in körperlicher und geistiger Frische. Dem Jubelpaare wurde vom Pastor Andorf eine vom Regenten gestiftete Prachtbibel überreicht. Wichm arbei Camburg a. d. Saale. Hier ist das Gehöft des Landwirths August Thienemann zum größten Theile niedergebrannt. Sssmmtliche landwirthschaftlichenMaschinen und Geräthe wurden vernichtet, auch sind sieben Schweine in den Flammen umgekommen. Wolkenbüttel.. . Büraerfchul-

lehrer Wilhelm feierte sein 25jähriges Dknstjubiläum. 'Der Lehrkörper der 1. Bürgerschule brachte ihm im Conferenzzimmer seine Glückwünsche dar. Rektor Wienbreyer feierte den Jubilar in einer herzlichen Ansprache. Goldene Hochzeit feierte der Fabrikwächter Christian Sebastian, Kaiserplatz wohnhaft, mit seiner Gattin. Wanern. München. Schriftstellerin Amelie Godin ist hier im Alter von 80 Jahren an einem Herzleiden gestorben. Sie hat unter ihrem Mädchennamen Godin zahlreiche belletristische Arbeiten veröffentlicht. Sie war an einen preußischen .Oberst Linz verheirathet, der ihr im Tode vorangegangen ist. Das hiesige' Schwurgericht verurtheilte den Friseur Lakner, der den aus der Schweiz zugereisten KcllncrNachts verschleppte, auf der Straße erstach und an der Beraubung durch Dazugekommene verhindert worden war, zum Tode. Steindrucker Joseph Danhauser, welcher vom Schwurgericht am 8. März d. I. wegen Ermordung seiner Geliebten zur Todesstrafe verurtheilt worden war, wurde von dem Prinz-Regenten zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt. Die Leiche eines letztens im Müller'schen Volksbad infolge eines Schlaganfalls verstorbenen Mannes wurde als diejenige des städtischen Ingenieurs Karl Vollineier erkannt. Augsburg. Aus dem Lechflusse bei Großhofen wurde die Leiche des allgemein hochgeachteten und sehr begüterten Privatiers Johann Steger von hier geländet. Derselbe litt an Schwermuth. Bad Tölz. Die ledige Bauerstochter Ursula Hanfstängel von Hechenberg wurde im Heustadel des AnWesens erhängt aufgefunden. Da schon voriges Jahr Spuren geistiger Störung an ihr wahrzunehmen waren, dürfte der Selbstmord auch auf Geistesgestörtheit zurückzuführen sein. Donauwörth. Der Sch'äffler Huber in Wersmgen feuerte von der Straße aus durchs Fenster einen Revolverschuß'auf seine Geliebte, tödtete sie und erschoß sich dann selbst. Furcht vor Entdeckung eines Diebstahls veranlaßte Huber zu der That. Landshut. Landgerichts - Direktor Philipp Zierer wurde hier todt in seinem Bureau aufgefunden. Ein Schlagfluß hatte dem Leben des hochgeschätzten Beamten ein jähes Ende bereitet. Eine erst kürzlich vermählte Tochter empfing die Todesnachricht auf der Hochzeitsreise. Nürnberg. Beim SteintransPort vom Steinlagerplatz im Vorort Schweinau wurde der Steinhauer Johann Roth von einem umfallenden großen Sandstein erschlagen. Roth war 51 Jahre alt und hinterläßt eine Wittwe. Parten st ein. Der Werkführer der hiesigen großen Aktien.- Schwerspatmühle, Gruber, wurde von der Transmission an den Kleidern erfgßt und mehrere Male herumgeschleudert. Ehe man den Verunglückten aus feiner gräßlichen Lage befreien konnte, hatte er so schwere Verletzungen erlitten, daß er bald darauf starb. Straubing. Der 25 Jahre alte Bauerssohn Heinrich Kapleder von Hauptmannöberg, der seine Geliebte, die Bauerstochter Franziska Knab, mit der Hand erwürgt hatte, weil sie nichts mehr von ihm wissen wollte, wurde vom hiesigen Schwurgericht zu zehn Jahren Zuchthaus verurtheilt.

AufschrecklicheWeisedurch eine Dynamit - Explosion verstümmelt wurde dieser Tage. Ernest Rüssel von La Pointe, Wis. Während er mit dem Ausroden von Stumpfen beschäftigt war, entlud sich eine Ladung zu früh, schleuderte ihn gegen 60 Fuß weit, riß ihm beide Augen aus, je brach ihm die Nase und zertrümmerte ihm den Schädel. Ein Stück eines Vesens drang ihm durch die Hand und Arm . bis zum Ellbogen. Der Unfall ereignete sich auf der Insel Madeline und Russell mußte mit dem Boot die Strecke von 20 Meilen nach Ashland gebracht werden. Er war ein Student der North Wisconsin Academy und wollte im Juli sich mit Myra Bushey, einer Schullehrerin von La Pointe, verheirathen. Sein Zustand ist entsetzlich. Auf dem Lande giebt es noch viele Brunnen, die im Sommer auch als Jcebox" verwendet werden; man legt z. B. Butter in ein Blechgefäß, das man in den Brunnen hängt, wo feie Butter sich steif erhält. So verfuhr man auch auf der Farm der Frau Mary Dean in Elm, Camden County. N. I. Neulich wollte die 70 Jahre alte Farmbesitzerin die Butter aus dem 25 Fuß tiefen Brunnen herausziehen, wobei sie abtt bis Gleichgewicht verlor und hinabfiel. Es verging eine halbe Swnde, ehe man a:itc .c i'j.i. . ..e erst. iyie yuijctui yoiie, woraus sieg ein Farmarbeiter an einem Seil hinabließ und ein anderes Seil unter den Armen der Frau befestigte. Nachdem sie mit großer Mühe emporgezogen war,' ergab es sich, daß sie etliche Rippen gebrochen , hatte. - I5tn guter Schauspieler. Regisseur (eines Provinztheaters zu einem Schauspieler): O, unser Director ist ein Schauspieler durch und durch, da gibt's gar nix ist im Stande, sogar mit seiner Alten Liebesscenen zu spielen!" ,.,

Vahnwarter petermanu. Nach dem Leben erzählt von Waldema? MüllerHalensee. Modder, dat ward een bannig schlechten Tag hüt draußen," mit die. sen Worten war Petermann, völlig durchnäßt, in das kleine Bahnwärter Häuschen zurückgekehrt. Es war Nachj geworden und der Regenschauer fuhr eisig kalt durch die Thür in die überhitzte Stube, in deren Ecke der rothglühende Eisenofen bullerte. Modder, eenen Schluck Kaffee, brrr, ha!" ..Jo. Petermann, jo," schallte es aus der Küche zurück, ich bringe schon! Was hat's denn 'geben, heut? Was kummste denn so spät, Petermann?" DaS war een Wetter! Nu hab'n wer's aber geschafft, brrr ha!" Der graue, zerzauste Bart und die wirren Haarsträhnen trieften, und um den alten, wetterfesten Bahnwärter bildete sich auf dem Fußboden eine Lache. Der Ofen zischte, während Petermann die regenschwere Mütze ausschwenkte. Dat Geleise ward nu wohl halten," sprach er vor sich her, während er sich mühte, aus dem steifen, schweren Mantel herauszukommen. Nu komm 'mal her, Petermann, holt still," und seine Frau streifte ihm den Mantel mitsammt dem Rock ab. Min Jott, was für 'n Unwetter haste gehobt, Petermann, nu trink o mol, derweil häng ich alles am Leinel auf." Sie deutete auf den Kaffeetopf und den Brotknust mit der Wurst, die sie auf den Tisch gestellt hatte, und warf den Rock und Mantel über die am Ofen ausgespannte Leine. Weißt, das war een schlechten Tag, aber geschafft ist's." Du gehst gleich schlafen, Petermann, ich wer' wachen, wann der Schnellzug vorbeikommt. Hast Ruhe verdient." Jo, jo. Frau, man wird alt. Der Bahnmeister hat's auch g'sagt, als ich nicht so g'kunnt, wie die von seiner Kolonne, aber ich stand meinen Mann. Von's Pensioniren hat er was g'sagt." Nu, aber geh mer. das hat er geredt?" Jo, Modder!" - Schweigend schlürfte Petermann den Kaffee und schnitt sich ein Ende Wurst zum Brot ab. Es klatschte der Regen an die Scheiben und es hauchte der Sturm in den knarrenden Kiefernstämmen. Hörst das Wetter? So war's den ganzen Tag draußen am Damm, da ist keen beeten Schutz." Was hat's denn 'geben, Petermann?" Nu," kaute er, der Damm hat doch een Riß g'habt, da, wo das Bächel durch die Wiese kommt. Ich Hab's gleich g'sehen hüt früh und Hab's gemeldet, hab langsam Fahrt gegeben für die Züge, und dann hat der Bahnmeister mit der Kolonne und ich untergestopft das Geleise mit Kies . und Schwellen, bis es hielt. Nu ist's aber alles gut. Noch 'n Güterzug hat's sich nicht wieder gezeigt der Riß. Bis der Schnee fortgeschmolzen hält's, hat der Bahnmeister g'sagt. Jo, das hat er g'sagt. Jo. jo." Die nassen Kleidungsstücke begannen zu dampfen, die Uhr tickte laut und Petermann's Kopf glühte wie Feuer. Ihm fröstelte innerlich und er schüttelte sich leicht. Gehst mir in's Bett, Petermann, hast ja wohl Fieber," unterbrach die Frau ängstlich die Stille in der Stube und räumte das Essen ab. Hörst' nichts, Martha. draußen? Es ruft wer?" Wos häste denn g'hört, das ist der Sturm, Petermann, die Zweige sind's von den Föhren, die schlagen an's Dach. Geh in die Kammer, in een Stund kummt der Zug." In een Stund", wiederholte Petermann tonlos und stierte vor sich hin, und wieder durchschüttelte ein Frösteln seinen Körper. In een Stund ist's geschehen." Was ist geschehen, was soll geschehen, Petermann? Geh schon, geh, ich seh derweilen in der Küche und im Stall nach dem Rechten." Petermann blieb allein zurück. Er lehnte sich tiefer in die Ecke des Ledersophäs, und der Kopf fiel ihm auf die Brust. Die alte Petroleumlampe drohte zu verlöschen, und auch der Ofen bullerte nicht mehr. Dampfwolken aus den getrockneten Kleidern durchzogen die unerträglicheAtmosphäre. Draußen schien das Toben nachzulassen, nur ein Säuseln , umspielte das Fenster. Da Plötzlich machte ein Windstoß das Haus erschüttern und schreckte Petermann empor. Gleich ist's geschehen," stammelten seine Lippen, Modder, Modder, gleich ist's geschehen!" Er wankte zum Ofen, riß ock und Mantel hastig und zitternd von der Leine und quälte sich hinein. Modder, Modder," dabei zündete er die Blendlaterne mit der rothen Scheibe an und eilte hinaus in das Wetter. Klirrend flog die Thür in's Schloß. .,Petrmann, Petermann wchin?" hallte es im Winde hinter ihm hr; er aber stürmte durch das Dunkel den Bahndamm entlang: Modder, Modder, gleich ist's geschehen!" Gut zwanzig Minuten waren es bis zur Stelle, wo sie heute den ganzen Tag den Damm befestigt hatten. Es war Frühjahr, das Eis und der Schnee hatten sich von den Wiesen und Aeckern gelöst, und das sonst so ha?mlose Bächlein schoß am Bahnkörper, wo der Damm in sechs Meter Höhe 500 Meter lang angeschüttet ist, reißend dahin. Dreißig Jahre hqtte das Erdreich den Verkehr und Wind und Wetter über sich ergehen lassen, bis heute Morgen der im Dienst ergraute

aynwsrter den Ritz entdeckt hatte, dtt nun gebessert war. - . Athcmlos keuchte Petermann, mit der Laterne die Schienen beleuchtend, gegen die Regenböen an. Immer, im mer wieder war n noch nicht an der Stelle, täuschte er sich, oder wurde der Weg zur Unendlichkeit? Weiße Nebel wallten rechts und links über die Wiesen, ja es wurden Gestalten in weißen Gewändern mit langen Armen, und sie jagten sich und balgten sich herum und deuteten und zeigten vorwärts, von wo der Schnellzug kommen mußte. Mein Gott," stöhnte Petermann und raffte sich immer wieder auf, noch noch zehn Minuten, und die glühenden Feueraugen mußten sichtbar werden. Petermann, eile, Petermann, rette, so heulte es um ihn her, und immer neue Gestalten drängten sich an ihn heran. Da, o Gott, fast hätte ein Windstoß seine Later-' ne ausgeweht. Er barg sie unter dem Mantel und tappte vorwärts. Der Boden aber begann zu wanken, die Sinne wollen ihm schwindender sinkt. Mit der Aufbietung aller Kraft stemmt er sich an der Schiene empor, die Laterne mit dem Arm an den Körper gepreßt, endlich, endlich fühlt er eine Schwelle unter seinen Knieen. Er zittert und läßt den Schein der Lampe unter dem Mantel vorn auf den Damm fallen. Um des Himmels willen, der Damm, der ganze Damm ist fortgewühlt, das Geleise hängt mit den Schwellen auf drei Schienenlänge in der Luft. Der der Schnellzug," bewegen sich die Lippen des alten Mannes, aber schon schiebt er sich mit dem ganzen Körper auf der linken Schiene, von Schwelle zu Schwelle, ms? den Füßen Halt suchend, vorwärts, in einer Hand das Kostbarste das Licht. Bange, bange Sekunden; endlich fühlt' er wieder Erdreich unter sich er stürzt vor. Da er schallt das Läutesignal, in fünf Minuten muß also der Zug an der Biegung i-i-t rt n - V2 C "!- VlTXa V.

tiuytiutw, um vc ojiuuiitisiuiuui, ui dabin : bis dabin. Er beainnt zu lausen, und fester drückt er die Lampe an seinen Körper, jetzt kann er nicht mehr, es schwindelt um ihn,' die Knie wanken. weiter aber, weiter. Endlich, endlich, die Curve, und in der Ferne zwei lodernde Flammenaugen. Er sinkt in's Knie: Mein Gott, ich danke dir!" Auf hebt er das Licht, die , rothe Scheibe nach vorwärts gekehrt, und schwenkt und schwenkt. - - Näher aber und näher braust ber Zug, die Schienen beginnen zu zit-' tern und zu rascheln, mein Gott, mein Gott. Größer werden die Augen mein Gott, mein Gott da hatte er recht gehört da ein , Pfiff, ein zweiter und noch einer und dann nochmals kurz hintereinander das schrille dreimalige Pfeifen. Ein Zischen, ein Schlagen, Stimmcngewirr, Nacht und die Lampe verlischt. Sie fanden ihn, den alten Petermann, starr daliegend, wo der rothe Schein vor der Lokomotive hin- und hergetanzt hatte und brachten ihn in den Packwagen. Dann machten sie sich auf, der Zugführe? und ein Bremser, und langsam folgte . ihnen der Zug. Er hält und rückt vor, hält und rückt wieder vor. Nun stehen Bremser und Zugführer am Abgrund! Vierzehn Tage hatte man gearbei-, te! am Damm, der am nächsten Mor-. gen auf hundert Meter' völlig unterspült war und weiter in stch zusammensank. Man hatte den ganzen Modderboden rausgedrängt mit schwerem Kies, bis endlich der erste Zug wieder Passiren konnte. Während dessen kämpfte ein alter Mann im einsamen BahnwärterHäuschen wit dem Tode. Er übermannte ihn nicht, aber siech und dienstuntauglich hatte ihn diese eine Nacht gemacht. Der Bahnmeister hatte recht, Petermann war in einem halben Jahre in Penston, und 50 Thaler erhielt der Brave in Anerkennung seiner That. Falsche &ef)anMnuQ. Ein berühmter Sänger, der die lei-' dige Gewohnheit hat, stark zu schnarchen, heirathet. Nach Jahr und Tag gesteht ihm die junge Frau, daß sie jetzt zwar daran gewöhnt sei, in der rtrui o.:i ri. "jci.r. um..it4.cu ocu uvcr vii uuuueiunq nicht habe schlafen können. Ein ihr damals von einer guten Freundin angerathetes Mittel, durch Klatschen in die Hände, den Schnarcher zur Einstellung seiner Sägearbeit zu bringen, habe völlig versagt. Welch' unseliges Mißverständmß," sagte da der Künstler, ich hielt's natürlich für Beifall und schnarchte da capo." r Knopflöcher der. Kragen u n d H e m d e n z u s ch o n e n. Es kostet viel Mühe und Fingernägel, Hemden- und Manschettenknöpfe in steift Knopflöcher zu bohren. Dieser Uebelstand ist schnell beseitigt, wenn man die Knopflöcher auf der Rückseite etwas anfeuchtet. Man hebt mit dem Finger einen Tropfen Wasser aus dem Wasserglas und betupft damit das Knopfwch, läßt das Wasser einziehen und kann nun leicht die Knöpfe einstecken, ohne das Aussehen der Vorderseite zu beeinträchtigen. .Beim Her ausnehmen der Knöpfe hat man es noch bequemer, da man dann nicht so fparfam mit dem Wasser zu sein braucht. Die Knopflöcher waden durch dieses Verfahren sehr geschont.