Indiana Tribüne, Volume 27, Number 264, Indianapolis, Marion County, 28 June 1904 — Page 5

Jüdinn Tribune, 28. Juni 190.

Das erste Räthsel. ' Erzählung von L. Algenstaedi, . '" Vater und Mutter nennen Heinz klein, weil er erst vier Jahre ist; aber sind wohl zehn Erwachsene so weit hin zu hören wie er? Bei Regenwetter 'baut er auf dem Hausboden eine Räu berburg aus Kisten und schließt Ami, den freundlichen Pinscher, darin ein, um sie dann zu stürmen, daß keinStück auf dem anderen bleibt und das be freite Hündchen ihn plötzlich glüFselig umtanzt. . Er rollt dröhnend einen Wagen darüber und es ist kein Grund für sein Fräulein, ihn in das schwarze Buch zu schreiben, denn auch die Engel thun das beim Gewitter. Er knallt im Garten mit der Peitsche viel lauter, als man erwarten sollte, und rennt dort unter viel Geschrei mit Ami. Seine Eltern 'wissen stets ohne Nachfragen wo er sich befindet. Er kann nicht still am Tisch Fratzen oder Thiere malen oder eine Stunde lang Bilder besehen nein, wie wäre das wohl möglich? Müßte er nicht vor Unge duld vergehen? Es ist, schlimm genug, daß, man jeden Abend aufs Neue sich bequemen muß, den wonnereichen Tag ohne jede Nothwendigkeit zu beschließen ja, oft auf Grund des schwarzen Buches gar vor der Zeit! Eines Abend hört er den Vater ne benan sagen: Noch ist ihm der Schlaf der Sünden Sold später ist es manchmal die Schlaflosigkeit. Ich

denke, wir fangen ihn bald mit dem Lasso und lehren ihn lesen. Danach kann er wieder in Freiheit gesetzt werden." - Heinz spürt das Joch, unter dem er dann auch bald wird ziehen müssen, und als die Mutter wieder hereintritt, füg! er seinem Gebet die Worte hinzu: Lieber. Gott mach', daß der Vatet es wieder vergißt." Muß nicht jeder vernünftige Mensch ihm recht geben? .Und er denkt, indem er zurücksinkt, nur noch, ob nicht Ami an seiner Stelle es lernen fnt?nb itnk srfiTXFt (3r nefii kV4IVIk Wtl4iW ..p die Gefahr noch einmal vorüber. . s?2 tft in iXUitrf hrtfc YmZ ftrrtiiYptn Onaf t V tt VS 44Wf W jj 4 VW (JVV selten voraussieht, was Heinz unternehmen will; es ist schon zu lange her, daß sie ein kleiner Junge war. Und wenn , die Mutter ihn doch nicht verziehert' fiintf Inte fte snrtt snnhern die ' ganz kleine Schwester es am besten bei lbr haben muß, so tst es schon das zweitbestes'.wenn sie ihn oft lange Zeit gar nicht sieht. Und es ist gut, daß 'Ve Vater sich überhaupt um kleine Jungen nicht viel kümmern kann. Das begönne geraoe wuroen t iym vs! - verwehren, wie er deutlich fühlt. y ' Ami weiß, daß ba KUmenbe, "täp pische Kerlchen das Kind seines Herrn ist und, mal ein Mensch werden wird. Darum ehrt er ihn, und in seiner Em pslnoung sur oas Jungenyaste, 01173 deourftige uot er die angmuty oes Ueberlegenen, denn Ami ist kein junger Hund mehr. In seine Nackenhaare mischen sich silberne Faden. Die stur mischen Impulse seiner Jugend haben sich über Briefträgerhosen, Katzen und flirrende Radspeichen hinaus zu reme rer Weltanschauung geklärt. Was ihm am meisten entspricht das ist: mit dem Herrn zusammen em ruhigerSpaziergang, auf dem er tausend wohlriechende Dinge findet, und danach ein Stündchen Schlummer in feinem Korbe. ... Er siehtHeinz vieles nach, doch wenn dieser gar zu sehr auf gleichem Fuße mit ihm tollen will, dann zieht er sich gern unter ein Möbel oder unter einen Busch zurück und schützt Müdigkeit vor oder Interesse für irgend ein gar nicht vorhandenes Käferchen. Aber er thut das niemals maulend, sondern mit emem Milden, bescheidenen Lächeln und dem leichten Schneuzen der Hun dehöflichkeit, das zu fagen scheint: Nimm's nicht übel, ich bin alt - aber laß du dich nicht stören. Bas wurde anders, als die neue Dogge Diana ins Haus kam. Wenn sie den Kopf hob und die spitzen Ohren nach vorn geschoben funkelnd hinausspähte, dann war, sie so groß. daß Heinz zu ihren Augen hinaufsehen mußte. Das Herz schwoll ihm von scheuer Bewunderung, und verschämt und selig begann er, um d Freundscyaft des machtigen Thieres zu wer ben. Hochgeehrt fühlte er sich, wenn es eeruhte, ein gestrichenes Stück Brot aus seiner Hand anzunehmen und wenn es tn Erwartung dessen heran kam, wenn er es vom Tische aus rief. Die gewaltige Dogge, die den Kopf auf den Tisch legen und diesen um wandelnd alle Schüsseln leeren . konnte, wenn sie wollte, gehorchte den noch dem Vater und konnte einen im , ponirenden Freudenlärm machen, wenn dieser sich anschickte, mit xiji auszuge hen. Eine Zeit der Leiden hob für Ami an: er wurde vernachlässigt. Von sei nem Winkel aus mußte er sehen, daß die iunae, unerprobte Rivalin alles Interesse und alle Liebe an sich riß. Um sie mit ihrem furchtbaren Gevtn und ihren starken Läufen drehte sich alles r sie an das Haus zu gewöhnen, sie in geeigneter Weise zu ernähren, sie - gesund zu erhalten, sie in das richtige Verhältniß zu Heinz zu setzen! Selbst von den gemeinsamen Spaziergängen hielt er sich jetzt zurück, wenn er nicht ausdrucklich Besebl zum Mitgeben er hielt. Sollte er seine unscheinbare t stalt neben dem prahlerischen Thier -' zur Schern stellen, das ihn fast zu ver-

, höhnen schien für das er nur ein

Maulvoll gewesen Ware? Und Heinz

hatte dann doch nur Auge für jenes . Heinz, den er liebte wie ein Sklave und Vater zugleich!- Wenn es ihm nur gefallen hätte, wieder mit ihm zu spielen, so hatte er zetzt gern alle möglichen schmerzhaften Zufälligkeiten undPlotzlichkerten in Kauf genommen. Er be-

kam trübe Augen und verlor den Ap- Die Dogge kommt auf den Hos gePetit und lag mif Vorliebe unter, dem trottet und auf die Hausthür zu, als

Flurschrank, wohin weder Heinz noch der große neue Günstling ihm folgen konnten. Er ist krank," sagte man im Hause und begann,-auf seine körperuchen Funktionen zu achten, gab ihm auch des öfteren warme Milch. Ach : um warme Milch war es ihm nicht zu thun.' - - - Diana dagegen war auf der ganzen Linis Siegerin. Das Theilchen Furcht, das sich in den Umgang mit ihr der allen einstahl, weckte Dankbarkeit dafür, daß sie obwohl sie reizbar war und mit einem leisen, kurzen Knurr laut drohen konnte doch keinen Ge brauch machte von ihrer furchtbaren Waffe. " Heinz wurde anfänglich zuruckgehalten, weil" man sie erst kennen lernen wollte, doch bald wußte er sein eigenes Verhältniß zu knüpfen. Die Dogge nahm em gnadiges Wefen an gegen ihn, war aber hochfahrend und fpot tisch gegen Ami. Sie konnte diesem mit gesenktem Kopf aus tückischen Augen nachstarren, wenn ; er mit der schleppenden Ruthe unter einem Sovha verschwand. Heinz aber widmete ihr eine glühende Hingabe. Sein erster und letzter Gana des Taaes war zu ihr. Er . bewunderte sie wie Jit vom Laner aufsprang, sich schüttelte und ohne weiteres fertig war für den rv r, . i . r v - . r - I itag uno iperiic lieg gegen seis und Kamm. Aber was zur Regel ge hörte, wußte , sein Fräulein durchzusetzen; nur mit den zahlreichen Ausnahmen überraschte er sie. Auch Diana war einmal so gütig, Räuberburg" mit ihm zu spieln. Doch sie sprengie das Gebäude von innen, so ; daß- er von den fallenden Ki sten Schrammen bekam. Auch sie ließ sich einmal mit dem 'rothen Geschirr aufzäumen, doch urplötzlich stürmte sie davon und schleifte ihn an der Leine mit sich, bis die e rig und er eine Beule am Kopfe hatte. Auch ihr durfte er be: ihrer HauptMahlzeit qlücZwünschend zusehen, aber ganz nahe zu kommen, verbot sie ihm durck einen strenaen-Blick und ein Wegziehen derOberlippe von den glänzenden !abnen. V ... t:.?. 5? wu"3 S" ymiuv " I"? iVnimn r m tTir im sMnrtn (MrPttPTT und Jagen spielte, denn die Bewegung v ,. w w T w ' 1 war auch ihr angenehm." Wie sie auf und ab tollten, sich neckten und haschten! Hätte das Fräulein ihn dabei hüten wollen.-so hätte sie mitrennen mu sen, doch sie saß Mit einer Handarbeit unterm Goldregen. Wie Seinz Versteck spielt und, die spitzohriae Dogge mit den Raubthier auan ibn beschleicut wie lic die Nase in die Lust hebt und schnuppert und thut, als wüßte sie ihn nicht zu finden und dann zuspringt, ihm die msgt us die Schulter sckläat so daß Immer hitziger wird das Treiben das Thier läßt kein Auge von ihm. Heinz 'will Versteck spielen, aber es wird mehr eine Jagd. Er hat sich hinter einen Johannisbeerbusch ver krochen, um sich suchen zu lallen . ' , . . , i . r T . tl 1 W'Ua X?tvl rVv sir n st r ö rt wana fuwc-f, yww Nun sprmgt er urplotzlichhervor und rennt kreischend den Steig . entlang. Die Dogge erreicht ihn in drei Sätzen sie stößt ihn um und stellt ihm die Pfote auf die Brust. Da liegt er mit alubendem Gesicht, und das warme Blut pulsirt in. der Schlagader des Halschens wie etwas Lebendiges die Dogge läßt ein kurzes Knurren hö- !" c i i ??, . r waw tM t tdnrt Trti- fMt . "u uuu wt" . Diana!" ruft der Hausherr von der Gartenthür. iana ausgeben: , . .. n. f lil Die Dogge durchzuckt es, sie laßt von vem Kiemen uno zagr yinaus. zgemz folgt ihr, umtant lemes ater amtt und berichtet, wie freundlich und lustig fi t . i .nvi! f. " Wiana :n uno will oenangen ooren. van er nun oocy wenig arm maan habe. Doch tlt Maxm von Heinz zu lrennen? Jedes Wesen macht dasjenige Geräusch, zu' welchem es veranlagt tst. Der-Water aebt mit Diana vom Hofe. Nach zwei Stunden kommt er ohne sie zurück und ist zornig. Äus dem Heimwege zuletzt ist sie Plötzlich von ihm fort über das Feld gestürmt hinter einem Hasen. Eine, Zeit lang , , i. - n:.i. cf: fijc ..& yar oas geangiigie aijki uiu) Zickzacksprunge geholfen, dann ist es ihr . auf dem deckungslosen Gelände zum Opfer gefallen. Der Vater hat durch den Krimstecher gesehen, wie ne es sich um hui Kopf geschlagen, zerrissen wie sie es mit ungewöhnlicher Wuth zerfetzt und jeden Knochen zerbrechen hat. Er hat ihr eme gehörige Züchtigung zugedacht und legt sich dazu die Reitpeitsche zurecht . Heinz Hort es mit wenossenen Augen mit offenen Lippen.' Er bgreift nicht er kann es nicht aus denken: Diana mordet! Diana tst grausam! Er hat schon Hasen gesehen sie sind sanft und unschuldig und bange sie können Diana nicht böse gemacht haben! Da ist nicht Ursache und Wirkung, . nicht Vergehen und Strafe! Hasen können nicht unartig kann denn ein großer Hund ungerecht sem? Sem Vertrauen aus die

Weltordnung erleidet einen Stoß.

Große Thränen rollen ihm plötzlich über die Wangen. Weinst s du, weil Diana Schlage haben soll, mein Junge?" Nein nein, er schluchzt herzöre chend. Daß Diana so schlecht ist so schlecht o! rege ihr Gewissen sich nicht im geringsten. Ihr weiter Brustlatz ist mit Blut bespritzt und die Zunge läßt sie aus dem rothen Maul weit heraushängen. Heinz steht an der Thur der Veranda und will sie so schimpflich und verletzend anreden, wie er es nur auszusinnen weiß, aber sein Wortschatz ist zu arm und sem Groll zu groß; er wird nur dunkelroth. Ami laßt die Ruthe hängen und kriegt noch eiliger als sonst von bannen. . - Der Vater tritt mit der Reitgerte heraus und befiehlt das große Thier zu sich ,, es bleibt unbeweglich, wie gemeißelt, stehen. Er stoßt ein grimmiges Wort aus und geht heran. Da senkt das Thier den Nacken und strafft seine Muskeln. Es schiebt die spitzen Ohren nach "vorn, zieht die Oberlippe von den Zahnen zurück und stiert seinen Herrn tückisch an. . Heinz bekam ein strenges Verbot, in den nächsten Tagen sich dem Hunde zu nähern, und dem Fräulein wurde ganz besondere Aufmerksamkeit em geschärfte Kleinlaut kroch er unter den Tisch, um nach langer Zeit Amt wieder seine Aufwartung zu machen. Das freundliche Hündchen gerieth darob außer sich vor Glück. Es wiNselte und schob sich an ihn heran und l y , i c !!j..c... CC?. weoene mii oem ganzen utfci. is leckte seine Hände und heftete seine sprechenden Augen in Heinzens Augen, als ob es.Dmge zu sagen yaoe, mt ihm fast die Hundeseele sprengten. Was willst du denn Ami? Was willst du denn alter Guter r raunte Heinz. Bist du mir mcht mebr bose?" aber er Hatte Heinz etwas zu sagen. Wenn er ihn lange flebend angesehen hatte, winkte er mit den Augen zu Diana hm, d srecy und flegelhaft dalag und angenehm zu träumen schien. Heinz drückte seine Wange ihm in das Nackenfell und koste leise mit ihm. Dir soll sie nichts thun - ich will dich beschllken. Alle Kleinen wollen wir beschützen hu auch wenn die Großen schlecht smd." Doch Amt meinte etwas anderes er piepte . .!.,,. . L .2 uno TOinrnie uno es war eine Qual 'f.;,.: l.n Sa& or ,s m fas, vi,. vvv., ser. sagen konnte. Die Liebe zwychen veiiien waa):e ra vermehrter Stärke wieder auf. , Sie tollten und lärmten wieder zusammen, und alles -Greisenhafte fiel von Ami ab. Heinz fand ihn wieder begehrenswerth und sah ganz neue Reize an ihm. An der Dogge 'strich er mit vorwurfsvollem Schweigen vorüber. ' Doch kann man wohl. ein so großes. starkes Thier, das man so sehr verehrt hat, rasch ganz verge en? neizl es nicht, sich mit ihm zu beschäftigen r , r . itr.rt.ri. enn aucy nur, um ic luii ää wenn aucy nur, um eme xaiqna hen und es bestrafen zu helfen? Darf man auch seine Peitsche nicht benutzen, so kann man es doch durch schreckliche Worte beschämen, wie: UnHund du Unhold miserabler! 1TV Hoirrr Vr frPitttVtTirfti fTHttsfftr I VVitV VV4t4fc. VV . vvuuvviuv -y. wv I . ' ' ' ' . scheiden an seinem Futterteuer steht, und die Dogge lanösam und knurrend herankommt und die Oberlippe heraufzieht, daß ihr Gebiß schimmert so daß Ami vom bloßen Anblick aufheulend entflieht; jeder vernünftigeMensch urtheile selbst: , muß man über einen solchen Hund nicht mit Geschrei herfallen und ihn , am Schwanz zurückzieLno, I i . ... . . j , l?w fieTTea UUitthatiraeLit ertönt d das furchtbare Gebiß sckläat in ' ' Heinzens Sals. n Schrei des Fräuleins Hinzustürzen und Jammern! Ein Aus n,nn Dianas sie läkt los. an ib m Halse hängt Ami. Er hat sich I i . . , fstgebissen m ihrem Fell sie jucht vergeblich, ihn abzuschütteln. Heinz liegt scheinbar bewußtlos am Boden das Blut nnnt auf seme Matrosenjacke. Das Fräulein rafft ihn in ihre Arme. Jetzt erst stößt er den ersten Jammerlaut aus so aroß ist der Schreck gewesen. Bei diesem Ton laßt Am: sich fallen, um tm selben Augenblick im Maul des großen Thieres sein Leben auszuhauchen man Hort fern Genick krachen. I tv. . e"..Y.i Äas rauicm xiagi .sjsmj iiucui. Die Zahne sind haarscharf an der Pulsader vorbeigegangen die Mutter wascht und verbindet, der Vater laßt den geschlossenen Wagen anspannen, um Heinz zum Doktor zu bringen, Dann nimmt er die Büchse von der Wand, geht auf den Hos und ein Schuß kracht. . Die Wunde am Halse heilte rascher, als die an dem vierjährigen Herzen. W durfte es sein, daß Heinz, weil er Ami helfen wollte, gebissen wurde und daß Ami für seine Gutthat den Tod fand? Wenn auch die Gerechng keit Diana ereilte wie dürfte " eS überhaupt sein? Wie wenn jetzt noch mand über den Vater kam? , Er war monatelang ein stiller Junge und verlangte selbst danach, lesen zu lernen, weil er sehen' wollte, ob e? rn anderen Geschichten anderen kleinen Jungen auch so gehen kann.

Wom Ansianse.

Ein neues Beispiel von Blutrache unter den Maniaten, wie sie noch immer im Süden des Peloponnes gang und gäbe ist, wird jetzt aus Areopolls gemeldet. Ein dortiger Bauer hatte vor einiger Zeit emen Dorfangehörigen getödtet, und ein solcher Vorfall bedeutet für die Famtlie des Getödteten die Verpflichtung, blutige Rache zu nehmen. Der Sohn und die Mutter des Getodteten lauerten seit langem auf die Gelegenheit, diese Ehrenpflicht zu erfüllen. AIs vor einigen Tagen der Morder sem Haus, das wie eine Festung gesicher! war, wegen emer Geschaftsangelegenheit verlassen hatte, legten die. beiden Bluträcher Feuer an und brannten das Gebäude nieder. Die im Hause befindliche Schwester des Mörders erlitt einen , jämmerlichen Tod in den Flammen, da zwei drohend vorgestreckte Gewehre ihr den Ausgang aus dem Hause verwehrten. Die staatliche Justiz ist solchen Vorkommnissen gegenüber machtlos; denn sie sind eben Landessitte. In Paris betrat unlängst eine sehr elegant gekleidete junge Dame von auffallender Schönheit das Bureau eines Spezialitätentheaters der 'place de la Köpublique und verlangte den Direktor zu sprechen. Als dieser erschien und nach dem Wunsche der Besucherin ' fragte, entgegnete diese: Mein Herr ich habe die Absicht, mich für Ihr Theater engagiren zu lassen. Der Leiter des Vari6t6 war einigermaßen erstaunt darüber und erkundige sich, über welche theatralischen Fähigkeiten die Unbekannte verfügte. Die Antwort, die er erhielt, ließ ihn nicht daran zweifeln, daß er es mit einer Irrsinnigen zu thun habe. Die Unglückliche erklärte nämlich:' Mein Herr, Sie werden nicht zögern, mich zu engagiren, wenn Sie erfahren, wer ich bin. Ich bin nämlich die Gemahlin des Mikado. Mein erlauchter Gemahl hat mich nach Paris geschickt, damit, ich hier das Geld verdiene, das er aufbringen muß, um die Kosten des japänisch-russischen Krieges bezahlen zu können." Bei diesen Worten führte die Kranke einen Eake-Walk vor dem Direktor auf,, der sie unter einem Vorwand nach der nächsten Polizeiwache zu schaffen verstand, von wo sie nach einem Irrenhause transportirt wurde. i . . , Ein blutiges Liebesd r a m a hat sich dieser Tage in Paris aus der Straße abgespielt und die Passanten in Angst und Schrecken verscht. Der italienische Stuckateu? Jules Oletti wohnte mit seiner Frau und Tochter, einem bildhübschen jungen Madchen Coletta, m der Rue des Dunes Um die Gunst der schwarzäuaiaen Italienerin bewarben sich zwei ihrer Landsleute, Antonio Saldi und Jmpedetti. Der erstere fand Gnade vor den Augen des jungen Mädchens, und der Tag der Hochzeit wurde festgesetzt. Der abgewiesene Liebhaber beschloß, sich blutig zu rächen, und organisirte eine reguläre Vendetta. Als Oletti, der Vater von Coletta, ahnungslos über den Pont Secretan gina. wurde er von vier Jtalienern angefallen und durch Messerstiche so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. Fast zu ders elben Zeit fiel Antonio Saldi, der Auserwählte der Coletta, der Vendetta zum Opfer. In der Nähe des Hospitals SamtLouis stellten ihn drei seiner Lands-, leute und stießen ihm ihre Dolche in Brust und Nacken. Auf das Hilfegeschrei des Verletzten eilte ein Schutzmann herbei und nen den aus mehre ren Wunden Blutenden in das nahe Krankenhaus bringen. Aber ärztliche Hilfe war vergeblich, Salvr starb bald nach der Einlieferung im Krankenhaus. D i e gescheitelteTänz e r i n Cl6o de M6rode ist in StockHolm, wo sie im Residenz - Cncus auftrat, mit einem regelrechten Heulund Pfeifconcert ausgepfiffen worden. Gleich bei ihrem Entree wurde sie Mit einem so gewaltigen Pfeif-unison empfangen, daß die pro foraia am Saaleingang postirte Polizei sich veranlaßt sah, sofort auf telephonischem Wege von der Hauptstation Hilfe zu requiriren. Inzwischen machte der Circusdirektor mit emem Dacker (Stockholmer Spitzname für einen GeHeimpolizisten) hinter den Wandelgängen der oberen Gallerie eine Runde, um zunächst die Hauptstorenfriede aus den dichtgedrängten Zuschauermassen herauszufischen. Der Versuch erwies sich als fruchtlos, da die Demonstranten die Vorsicht gebraucht hatten, sich in größeren und kleineren Gruppen über das Haus zu. vertheilen. Sobald an einem Punkte infolge gegebenen Warnungszeichens die Vfeifattacken verstummten, begann der Krakehl um so energischer am entgegengesetzten Ende des Auditoriums. Um dem herrschenden Mißvergnügen noch lebhafteren Nachdruck zu derleihen, hatte sich me Mehrzahl der Spektakelmacher mit sogenannten Sirenen versehen, deren infernalischer Lärm zeitweilig selbst die im Schweiße ihres Angesichts kämpfende Orchestermusik übertönte. Ia belle 016 ließ den Sturm mit heroischem Gleichmuth über sich ergehen und zog sich erst, als die auf der Bildfläche erscheinenden Diener der Hermandad wieder Ordnung und Ruhe herstellten, in ihre Garderobe zurück. . : :.

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