Indiana Tribüne, Volume 27, Number 263, Indianapolis, Marion County, 27 June 1904 — Page 6
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Jndiana Tribun c, 27. Juni 1902.
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Europäische Nachrichten. Provinz ScHresn?lg-Korstein. A l t o n a. Der hier wohnhafte SchuhmacherSchirrmacher wurde beim Fifchmarkt als Leiche aus der Elbe ge zogen. Ob .ein Unglücksfall' vorliegt, ist nicht festgestellt. Sein 25jähriges Amtsjubiläum beging der in musikalischen wie in den weitesten Kreisen der Stadt bekannte verdienstvolle Organist und Chordirektor unserer Hzuptlirche, Eduard Hesse. E l m s h o r n. Unter großer Theilnähme feierten die Eheleute Storjohann in Alvesloe das Fest der goldenen Hochzeit. Graf Platen - Kaden überreichte die Ehejubiläumsmedaille und Pastor Hefke aus Kaltenkirchen hielt die Weiherede. Haseldorf. Schiffs - Zimmer mann I. Behrens aus Klevendeich feierte den Tag, an dem er auf eine 50jährige ununterbrochene Thätigkeit bei der hiesigen.Jirma D. Schwarz zurückblicken kann. Hohenwestedt. Infolge Blitzschlags wurde das Gewese des Landmanns Wichmann in Heinkenborstel ein Raub der Flammen. Das Wohngebäude war aus Fachwerk erbaut und brannte gänzlich nieder, von dem neu erbauten geräumigen Viehhaus blieben die Umfassungsmauern stehen; zehn Stück Vieh wurden vom Blitz erschlagen. Kiel. Das 50jährige Geschäftsjubiläum begingen die EisenwaarenHandlung A. Leopold und dieGetreideund Futterstoffhandlung Aug. Eckmann. L u n d e n. Allseitige Theilnahme erregt hier der Tod der Wittwe Schoof, die durch einen Fall vom Wagen sich eine Stirnwunde zugezogen hatte und infolge dessen am Starrkrampf erkrankte und starb. Südergellcrsen. Ein schreckliches Ende fand der Hofbesitzer Fritz Dützmann hier. Als er sich in den Viehstall begab, wurde er von demBullen angefallen und tödtlich verletzt. Der Tod erlöste ihn von seinen Leiden. T a n g st e d t. Der 79jährige I. H. Krogmann feierte mit seiner 8o-
jährigen Ehefrau das Fest der goldenen Hochzelt; beide sind geistrg frisch und körperlich sehr rüstig. Arsvinz Schlesten. B r e s l a u. Der 20 Jahre alte Arbeiter Paul Hoffmeister gerieth im städtischen Hafen beim Ueberschreiten der Geleise zwischen die Rampe des Speichers und den in Beweauna befindlichen Kralmen. Die hierbei erlittenen Verletzungen waren so schwer. daß der Tod alsbald eintrat. Der 78jährige Rentier von Thiele, hier, Bismarckstratze 15, ging mit Fräulein Thelka von Waltver, der Tochter des Obersten von Walther, die Ehe ein. Das Paar wurde tn der Wohnunq des Bräutigams von dem Pastor Späth getraut. Blumenau. Schwere Brandwunden zog sich die Ehefrau des Hechlers Albert Brefried von hier zu. "Dieselbe war im Begriff, ihrem 5wochiqen Kinde Milch auf Spiritus anzuwärmen. Dabei ergriff die Flamme das Hemde der Frau, so daß sie fürchterliehe Brandwunden im Gesicht, an Brust und Armen davontrug. G I e i to x tz. Beim Aufspringen auf einen in der Fahrt begriffenen elekirischen Wagen gerieth der Kellner Josef Winkelmann von hier m der Nähe des Waldfchlößchens unter die Räder. wurde überfahren und ihm' hierbei der rechte Unterschenkel zermalmt, der ihm im hiesigen Krankenhause amputirt werden mußte. K o se l. In Dziergowitz hiesigen Kreises starb im Alter von 104 Iahren der frühere Schindelmacher, Einlieger Johann Gwosdz. Der Mann führte eine sehr dürftige Lebensweise, den größten Theil seines Lebens brachte er im Sommer sowohl als im Wint im Walde in einer nothdürftig gezimmerten Holzhütte zu. Gleichwohl erreichte er dieses hohe Alter. Nimptsch. Im nahen Dittmannsdorf verletzte sich die Dachdeckersfrau Grögor durch einen Schieser ganz .unbedeutend an der Hand. Die kleine Wunde wurde nicht beachtet, Hand undArm schwollen an, und schon nach Verlauf kurzer Zeit war Frau Grögor todt. R e r n e r z. In dem Nachbarorte Rückers sah die Frau des Bäckermeisters Karger, wie das Kind des Dominmlarbeiters Kahlert m den nahen Mühlgraben fiel; die beherzte Frau sprang sofort nach und rettete das Kind vor dem sicheren Tode des Ertrinkens, sie selbst aber Mußte die That nnt dem eigenen Leben bezahlen, denn unmittelbar darauf verstarb sie am Herzschlage. Weißwasser. Unlängst spielte das ljährige Töchterchen des Gasanstalts Heizers Park merselbst rn der Wohnstube. Das Kind, welches unbeaussichtlgt war, kletterte auf die Fensterbank und stürzte eine Etage hoch herab auf das Steinpflaster. Der herbeigeholte Arzt konnte nur schwere m nere Verletzungen constatiren, und es ist sehr, zweifelhaft, ob das Kind mit dem Leben davonkommt. Frovinz 'I'osen. Posen. Die Frau des Professors der französischen Sprache an der Königl. Akademie, Bastier, stürzte sich aus ihrer Wohnung im vierten Stock auf den of blnab und starb nack wenigen Augenblicken. Die erst 22 Jahre
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Erschießung japanischer Spione durch die Russen zu Harbin. Nicht lange zurück wnrden der Hauptmann Otti und der Oberst Ukoko von
der japanischen Armee durch die Russen aufgegriffen und als Spione behandelt; sie waren in Civil und hatten den Versuch gemacht, eine Eisenbahnbrücke in der
Mandschurei zu sprengen. Ihr Todesurtheil lautete auf Hinrichtung durch den Strang, würde aber von General Kuropatkin zu Pulver und Blei umgeändert. Beide Männer blieben tapfer bis zur letzten Secunde, ja Otti ersuchte darum, daß man ihm die Augen nicht verbinden möge, er wolle dem Tode direct in's
Antlitz sehen; seinem Wunsche wurde in Ehren halten. alte Frau hielt seit Kurzem ihr erstes Wochenbett. Wahrscheinlich hat sie die unglückselige That im Fieberwahn oegangen. Ihr Mann hielt zu derselben Stunde seine Vorlesung in der Akademie. - 4 Krone a. B r. In einer Mergelgrübe in Wiensowno wurde die Leiche eines unbekannten, etwa 30jährigen Mannes gefunden. Bei der Leiche befand sich ein in Goscieradz auf den Namen des Knechts Auton Dogligalski ausgestelltes Abzugsattest. Verschiedene Spuren an der Leiche ließen darauf schließen, daß der Mann erschlagen wurde. Arbeiter Bronislaw Gackowski wurde unter dem Verdacht des Mordes verhaftet und in das hiesige. Gefängniß eingeliefert. N e u k r u g (Schokken). Dem Altsitzer Wilhelm Woltmann, 74, Jahre alt, starb im Februar die Frau. Dieses nahm er sich so zu Herzen, daß er in Tiefsinn verfiel. Letztens begab er sich in die Scheune seines Stiefsohnes und erschoß sich dort mit einem Jagdgewehr. O b o r n i k.' Kürzlich starb hier der Regierungsrath a. D. Geheime Medizinalrath Dr. Peters. Der Verstorbene, einer unserer geachtetstenMitbllrger, war eine lange Reihe von Iahren bis zum Zahre 1880 als Kreisphysikus in unserer Stadt thätig. K o s ch m i n. Kreisarzt Dr. Volkmann von hier ist infolge einer Operation in Breslau gestorben. L i s s a. Der verstorbene Oberbürgermeister Herrmann hat der Stadt ein Kapital von 3000 Mark vermacht, dessen Zinsen an bedürftige Bewohner der Stadt gezahlt werden sollen. . ArsVinz Sachsen. Magdeburg. Ein seltenes Jubiläum beging der Böttchermeister Gustav Lemke. Er wohnt jetzt 50 Jahre in ein und demselben Hause zur Miethe und zwar Grünearmstraße 1. Früher hatte er dort bei seinen Eltern gewohnt und nachher ' deren Wohnung mit seiner , Frau bezogen, während sich sein Geschäft schon seit langen Jahren im Hause Alte Markt 26 befindet. Friedrich Wilhelm Abel, der Inhaber und Begründer der bekannten, seit 1868 bestehenden PaPiergroßhandlung gleichen Namens, beging sein 50jähriges Berufsjubiläum. ' Ascherslebe n. Arbeiter Jacob Brandt und seine Ehefrau Hierselbst feierten die goldene Hochzeit und wurden vom Pastor Jahr in der Stephankircbe abermals eingeseanet. Burg bei Magdeburg. Bahnunterhaltungsarbeiter I. Oelke wurde auf hiesigem Bahnhof von einem Rangirzuge erfaßt und auf die Schienen geworfen, wobei ihm der rechte Oberschenkel und der linke Unterschenkel abgefahren wurden. Der Verletzte ist in das hiesige Krankenhaus gebracht worden. Ellrich. Ein fremder Arbeiter von der Juilushütte wettete um einige Flaschen Bier, den Pontelteich quer zu durchschwimmen. Als n die Hälfte durchschwömmen, überschlug er sich und versank. Der Unvorsichtige wurde als,Leiche an das Ufer gezogen. Vermuthlich hat ihn ein Herzschlag getroffen. Er heißt Traugott Worlischek und ist aus dem Kreise Strehlen. ' Halle. Ein dreifaches Jubiläum beging die durch ihren guten Ruf über ganz Deutschland bekannte hiesige Ka-
gewillfahrt. Ihr Andenken wird Japan
kao- und' Schokoladenfabrik 'von ' F. David Söhne. Vor 100 Jahren wurde das Geschäft gegründet, seit 50 Jahren gehört es der Familie David und 25 Jahre ist der jetzige Besitzer, Ernst David, Inhaber desselben unter izer letzigen Firma. Naumburg. Dem Direktor des hiesigen Domgymnasiums Professor Dr. Albrecht, der seine silberne Hochzeit feierte, brachten die Schüler der drei Oberklassen emen Fackelzug. Nordhausen Von der elektrischen Straßenbahn überfahren wurde in der engen Rautenstraße die 6 Jahre alte Toni Kargus. Das Kind erlag seinen schweren Verletzungen. Torgau. Infolge einesRohrbru ches strömte in einem Hause der Gartenstraße so viel Gas aus, daß die im Erdgeschoß wohnende 76jährige Frau Barth durch Vergiftung damit getödtet wurde, ihr 36jähriger Neffe wurde nur stark betäubt. Frovinz Hannover. Hannover. Sein 25jähriges Dienst - Jubiläum beging der BuchHalter der städtischen Armenkasse Sieversl Der Jubilar begann seineLaufbahn als städtischer Beamter imSteuerbureau, wurde später Revisor, bis er in seine gegenwärtige Stellung bei der städtischen Armenverwaltung eintrat. Ein schwerer Unfall ereignete sich auf dem Neubau eines GeschäftsHauses an der Osterstraße dadurch,datz ein mächtiger Steinquader, der zum Aufwinden vorbereitet war, umstürzte und mehrere Arbeiter unter sich begrub. Die' Bauarbeiter Wucherpfennig und Albrecht erlitten dabei schwere Verletzungen und wurden bewußtlos ins Krankenhaus 1 überführt. Die vorläufige Untersuchung ergab, daß wahrscheinlich beide außer anderen Verletzungen Schädelbrüche erlitten haben. eile' Fräulein " Algenstaedt Hierselbst, Lehrerin an der städtischen Mädchen - Mittelschule, ist an den Folgen eines Gehirnschlages und hinzugetretener Genickstarre verstorben. Sie war seit dem 21. April 1884 hier an der Schule angestellt. Gronau. Vom Zuge getödtet wurde auf dem hiesigen Bahnhofe der Arbeiter Busen. Er glitt, als er mit dem Putzen eines Personenwagens beschäftigt war, aus und fiel quer über das nächste Geleise. Im selben Augenblick fuhr ein Zug ein;, die Räder gingen dem Unglücklichen über Kopf und Brust. Hameln. Selbstmord beging der 54jährige Schneidermeister Karl Biermann, Stubenstraße 8 wohnhaft, indem er sich mit einem Rasiermesser die Halsschlagader, durchschnitt. Das Mo kiv zur That 'ist Schwermuth. Biermann hinterläßt eine Wittwe mit einigen noch unversorgten KinSent. Neundorf. Dir Scheune des Gastwirths Wischers Hierselbst ging in Flammen auf. Mit der Scheune war eine Windmühle mit Motorbetrieb verbunden, die ebenfalls in Flammen aufging. Die EntstehungsUrsache des Feuers ist unbekannt. Oldenrode. Beim Ausgraben -von Baumstämmen im elterlichen Garten' wurde hier der Sohn des Landwirths Ahlborn am Solling von einem fallenden Stamm so unglücklich gegen die Brust getroffen, daß er in der Göttinger Klinik, wohin er geschafft wurde, seinen Verletzungen erlag. ,. .
Die Blnme Glück.
Bon Georg Buffe-Palma. Die blaue Blume sucht ich jahrelang. Ich fand sie nirgends und mein Herz . r, yr . ward krank. Erst qeute weiß ich. wo die Seltne blüht: Allüberall, doch eng ist ihr Gebiet! soweit, als dir ein treuer Blick oll Liebe folgt: -dort wandelst du im Glück. Dort blüht sie dicht wie Unkraut um dich her Zwei Sch.7te weiter findst du keine mehr! Auf einer Bahnstation in Japans Aus dem Englischen übersetzt von L. Brix. Ein Telegramm aus Fakuoka hatte gemeldet, daß man dort einen gefährlichen Verbrecher aufgefunden babe; am nächsten Tage sollte er mit dem um die Mittagsstunde fälligen Zuge vor ferne Richter nach Kumamoto gebracht werden. Man hatte einen Polizeisergecmten hingeschickt, um den Gefangenen zu übernehmen. Es mochten ungefähr vier Jahre her sein, daß ein ungewöhnlich gefährlicher Dieb in ein Haus der W. . .straße ein gebrochen war, die vor Schreck erstarrten Bewohner geknebelt und eine Menge werthvoller Sachen davongetragen yane. Aus das emsigste von der Polizei verfolgt, wurde er nach vierundzwanzig Stunden eingebracht, noch bevor er über seinen Raub hatte verfügen können. Doch kaum war er auf die Polizeistation gebracht worden, da sprengte der kräftige Mann seme Fesseln, entriß seinem Aufseher die Waffe, tödtete ihn und entkam. Bis vor wemgen Tagen hatte man me wieder et was von ihm gehört. Da fiel einem Detektiv aus Kuma moto, der zufällig das Gefängniß von Fukuoka besuchte, unter den dortigen Arbeitern ein Gesicht auf, das sich vor vier Jahren aus s schärfste seinem Ge dächtniß eingeprägt hatte. Wer ist der Mann?" fragte er seinen Begleiter. Ein Dieb," lautete die Antwort, der hier unter dem Namen Kusab6 eingetragen ist. , Der Detektiv ging auf den Arbeiter zu und sprach: Nicht Kusab6 ist Euer Name. Ihr seid Nomura Teichi und müßt Euch in Kumamoto wegen Mordes dem Gericht stellen." Der Verbrecher bekannte alles. Eine große Menschenmenge begab sich auf den Bahnhof, um der Ankunft beizuwohnen. Es war vorauszufehen, daß es lebhaft hergehen würde, selbst Ausschreitungen standen zu befürchten. Der ermordete Beamte war sehr beliebt gewesen, seine Angehörigen würden gewiß unter den Zuschauern sein, und eine Volksmenge in Kumamoto zeichnet sich nicht durch besonders ruhige Art aus. Der Bahnhof würde gewiß unter solchen Umständen stark bewacht sein. Keine dieser Voraussetzungen traf zu. Die Ankunft des Zuges brachte das gewohnte hastige und geräuschvolle Getriebe mit sich. Das Durcheinander der Ankommenden und Abreisenden, die laut hinschallenden Rufe der Zei-tungs-undLimonadenverkäufer. Wohl fünf Minuten wartete die Menge vor dem Ausgange. Da wurde das Gitter geöffnet, und in Begleitung des Polizeisergeanten erschien der Gefangene, ein großer, wild ausfchauenoer Mann, den Kopf gesenkt, die Arme auf dem Rücken festgebunden. Beide blieben vor dem Gitter stehen, und die Menge drängte nach vorwärts, um besser zu sehen, aber völlig lautlos. Da rief der Polizist: Sugihara San! Sugihara O-Kibi! Ist sie anwesend?" Eine zarte, kleine Frau mit einem Kind auf dem Rücken, die in der Nähe stand, antwortete Hai!" und drängte sich durch die Menge. Das war die Wittwe des Ermordeten, das Kind, das sie trug, dessen Sohn. Auf eine Handbewegung des Polizisten hin trat die Menge zurück, so daß ein freier Platz vor dem Ausgang sich bildete. Dort stand die Frau mit dem Kinde dem Mörder gegenüber. Es herrschte Todtenstille. .Durchaus nicht an die Frau, nur an das Kind allein richtete der Polizist seine Worte. Er sprach gedämpft, aber doch so klar, daß man jede Silbe verstehen konnte: Kleiner Knabe, dies ist der Mann, der vor vier JahrenDeinen Vater getödtet hat. Du warst damals noch nicht geboren. Du ruhtest noch im Schooße Deiner Mutter. Daß Tu jetzt keinen Vater hast, der Dir Liebe bieten kann, das ist das Werk dieses Mannes. Sieh" ihn an (bei diesen Worten griff der Polizist nach dem Kinn des Mannes und zwang ihn, den Kopf zu erheben), sieh' ihn gut an, kleiner Knabe! Fürchte Dich nicht! Es ist schmerzlich, aber es ist Deine Pflicht! Sieh' ihn gut an!" Ueber die Schulter der Mutter hinweg starrte das Kind mit weitaufaerissenen Augen furchtsam hinüber; dann begann es zu schluchzen, die Thränen flössen, aber gehorsam und fest richtete es unverwandt den Blick auf das verzerrte Antlitz des Gefangenen. , - Athemlos hingen die Blicke derMenge an dem Schauspiel. , Man sah. wie es in den verzerrten Zügen des Verbrechers arbeitete. Psötzlich fiel er trotz seiner Fesseln auf die Knie, barg das Antlitz im Staub und heulte in leidenschaftlicher Reue laut auf, so daß das Herz des Zuschauers still stand. .Verzeihung! Ver-
zeihung! Verzeihe mir, kleiner 'cann: Was ich that, nicht aus Haß that ich es, nur in toller Furcht, in dem Wunsche, zu entkommen. Es war eine furchtbare, grausige That! Groß, ünsagbar groß war das Unrecht, das ich an Dir beging! Aber jetzt werde ich durch den Tod für meine Sünden büßen! Ich wünsche zu sterben, ich bin zufrieden, daß ich sterben werde! Deshalb, kleiner Mann, sei barmherzig! Verzeihe mir!" Das Kind . weinte imme? weiter still vor sich hin. Der Polizist hob den Verbrecher, der an allen Gliedern zitterte, in die Höhe, die stumme Men-' schenmenge, wich rechts und lir.ks zur Seite und machte für die beiden den Weg frei. Dann hörte man plötzlich von allen Seiten laut weinen und schluchzen. . Und man sah eines der seltensten Schauspiele, das man jemals zu erblicken Gelegenheit hat. Ueber das eherne Antlitz des japanischen Polizisten flössen warme Thränen nieder. Die Menge zerstob, und der stille Beobachter dieser Scene hatte voll Muße, über das eben Erlebte nachzudenken. Hier sah man unerbittliche und dabei mitleidsvolle Gerechtigkeitsliebe, die den Verbrecher auf die denkbar einfachste Weise das volle Bekenntniß seiner Schuld ablegen läßt. Da erlebte man das Schauspiel verzweiflungsvoller Reue, die nichts anderes als Verzeihung vor dem Tode begehrte. Hier endlich sah man. eine Volksmenge, die in aufgebrachtem Zustande zu der gefährlichsten in ganz Japan werden konnte, verständnißvoll und ergriffen der tiefen, an den Tag gelegten Zerknirschung und Reue gegenüberstehen, nicht der Aufwallung des Zornes folgend, sondern voll schmerzlichen Mitleids den Sünder betrachtend, in der schlichten Erkenntniß der grausamen Kämpfe des Lebens und der Gebrechlichkeit der menschlichen Natur. Der Bruder der Nihilistin.
Ein russischer Eorrespondent lenkt die Aufmerksamkeit auf die bemerkenswerthe Thatsache, daß General Sassulitsch, der Befehlshaber der russischen Truppen am Jalu, der Bruder von niemand Anderem als Vera Sassulitsch ist, der berühmten russischen Nihilistin, die im Jahre 1878 den Attentatsversuch auf General Trepow, den Polizeichef von Moskau, . machte. General Sassulitsch, damals ein junger Subalternofficier, kam bei Ezar Alexander II. um die Erlaubniß ein, seinen Familiennamen ändern zu dürfen, eine Bitte, dis ihm der Ezar in einem huldvollen Schreiben, worin er den Bruder von der Schwester wohl unterschied, ablehnte. Die Sassulitsch gehören dem altrussischen Kleinadel an. Ein Wissender. Ein Fremder, der sich das neue Denkmal in Straßburg betrachten will, läuft lange in. der Irre herum und fragt schließlich 'am Fischersiaden einen wackeren Vaterlandsvertheidiger: Sagen Sie mal, Musketier, wissen Sie vielleicht, wo der junge Goethe steht?" Der junge Goethe? Nee, das weiß ich nicht. Bei unserer Eompagnie steht er jedenfalls nicht!" Thu's it. Eine eigenartige Störung erfuhr die Aufführung von Beyerleins Zapfenstreich" im Dessau'schen Sommertheater. In dem Augenblicke, als am Ende des Stückes der Wachtmeister Volkhardt seine Tochter niederschießen will, stieß ein Besucher der Gallerie, der die Sache offenbar ernst nahm, einen furchtbaren Angstschrei aus. Thu's nit, thu's nit!" rief er dem Wachtmeister zu. Im Publikum machte sich eine große Bestürzung bemerkbar und auch auf der Bühne entstand eine lebhafte Unruhe, da man hier annahm, der Revolver sei vielleicht aus Versehen scharf geladen worden. Erst nach einigen Minuten wurde es wieder einigermaßen ruhig, sodaß die Vorstellung zum Schluß gelangen konnte., ' N a t u r g e s ch i ch t l i ch e s. Erster Herr: Reizend, dies Fräulein Ella., Die reinste Perle!' Ich möcht' sie besitzen! Zweiter Herr: Ich auch wenn nur die Perlmutter nicht Ware! schwierig. Nun, der Statistiker Wamperl ist wohl sehr erfreut über die Geburt feines Stammhalters?" Ueberglücklich! Er zählt ihn den ganzen Tag!" Einweisung. Schreiber (zum neu eintretenden College) : So - da ist Ihr Platz!... Der Maier wird Sie dann im Dienste eingehend unterweisen, damit Sie nicht etwa mehr arbeiten, als bei uns Brauch ist!" Ueoertrrebene Angst. Professor (der mit seiner Frau in der Sommerfrische ist, vor dem Schlafengehen): Aber Amalie, wie kannst Du mein Gebiß direkt in den Zug an's offene Fenster legen!... Bedenke doch. wie leicht konnte ich da Zahnschmerzen bekommen!" Eine praktische Neuerung. Diener (sich eine Cigarre von seinem Herrn nehmend): Hm, was mein Herr Baron seit gestern für einen komischen Ciaarrenkistendeckel hat. Baron (am Abend): Johann, Sie waren über meine Cigarren! Leugnen Sie nicht, hier, der, Kiftendeckel hat Sie selbstthätig photographirt.
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