Indiana Tribüne, Volume 27, Number 261, Indianapolis, Marion County, 24 June 1904 — Page 7
Indianer Tribüne, Juni 1904
Das Gymnasium
zu Ltttg lnun Eltt Schulroman aus der Ostmark Vsn gxavl ttfle
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v (Fortsetzung.) , lös war wirklich Doktor oljt gewefeit, den das Söhnchen vom süßen Strich beinah gestört hätte. Auf dem Festplatz ging die Fröhlichkeit schon drunter und drüber; die Gymnasiasten tanzten wie besessen, tanzten aus Damenmangel sogar unter sich. Und Gertrud Rüdiger kam überhaupt nicht zum Sitzen. Jeder junge Lehrer, jeder Primaner, jeder Sekundaner fühlte sich heilig -verpflichtet, mit ihr über den Rasen zu hopsen. Gleichsam als ob mon fies dstmtt fipt kem nrftrennpn N-
ter einen Stein in's Brett schaffen könnte. ' So flog, Fräulein Blücher aus einem Arm in den andern. Es machte ihr hellen Spaß: denn so begehrt war sie in ihrem Leben noch nicht gewesen. Auch Doktor Holst drehte sich ein paarmal im Kreis. Aber er tanzte eigentlich weder gut noch gern.- Er wartete nur auf eine Gelegenheit, seinen Groll vom Herzen reden zu können. Und darin störte ihn eben die Pflicht-
ersnge Tanzerschaar. Immer größer wurde sein Zorn.. Er trank ein paar Glas Bier und kränkte sich bitter. Würde denn das noch nicht bald aufhören? ,Sie war ja schon völlig außer Athem! Es konnte doch überHaupt kein Vergnügen mehr für sie sein! Und das Schlimmste war, daß sie nur in ihrem Größenwahn - bestärkt ward. Sieh malwie begehrt ich , bin, konnte sie lachend sagen. ? , Als sie' ein langer Laban von Primaner - jetzt zu ihrem Platz zurückführte, drang er entschlossen vor. Tanzen?"- fragte sie noch ganz außer Athem. Gönnen Sie mir nur ein bischen Ruhe." Eben deshalb bin ich hier. Sie er kalten', sich noch beim Sitzen. Langsam promeniren das ist das einzige." Und, als sie wirklich neben ihm ging und sich mit dem Taschentuch Kühlung zufächelte, sagte er: So lange Sie auf dem Platz sind, läßt man Sie doch nicht zufrieden." , Damit führte er sie seitab, in stille fr" . r.ir. m rjc.
üjciUTneiung, wo oas ieic yraujafcu der Wipfel noch nicht übertönt war von Lärm und Musik. jL'ara, Wie an dem Dahinrasen s? Gefallen finden," sprach er und ging langsam immer weiter. Sagte ich Ihnen nicht, daß man sich einmal austoben muß?" Das ist die ewige Entschuldigung!" Der innere Groll färbte seine Stimme. Entschuldigung," Erstaunt blieb das Mädchen stehen und blickte ihn mit großen Augen an. Seit wann habe ich eine Entschuldigung nöthig? Ich glaube, Herr Doktor, Sie sind wieder einmal zu sehr Lehrer." Ah, Pardon," erwiderte er, etwas verlegen und etwas ironisch; ich dachte nur,' zu warnen sei ein Freundschaftsrecht. Ich will's nicht mehr thun." Da lachte sie gutmüthig vor sich hin. Wenn es so gemeint war, acceptire ich es gern. Aber Sie schienen heute
oas ganze Feit uoer )qon o eine Art grollender Löwe zu sein. ,Und suchet, welchen er verschlinge Ich habe Sie mir vorhin angesehen und immer nur
den Kopf geschüttelt. Mitten in all der Seligkeit standen Sie da, als hätten Sie eine ganz persönliche Wuth auf sich selbst, auf jedsn Fröhlichen, ja,' auf den lieben Gott selbst, der den Himmel heute so blau gemacht. Empört -Sie denn wieder eine Begeisterung?" Nein," gab er zur, Antwort und reckte sich aus; als wollte er sich noch ein Ende größer machen und ganz auf sie herabschauen aber es ist gut, daß Sie selbst davon anfangen. Und ich leugne nicht, daß ich einen Groll mit mir herumtrage. Wissen Sie, wer daran schuld ist? , Niemand anders als Sie Sie Sie!" Ihre Hand griff in den Haselnußstrauch und brach lässig einen Zweig. Da bin ich aber neugierig " Er hatte jetzt den Ton gefunden; in seiner Brust kochte es gerade richtig. Kreuzte also die Arme über der -Brust.' Warum, mein gnädiges Fräulein, verachten Ste mich eigentlich? Darf ich das fragen?"
Jetzt war Gertrud Rüdiger doch
fassungslos. Ich?" Sie sah ihn einen Moment scharf an, ob er etwa aus Wuth schon ein Gläschen zu viel getrunken hatte.
Ja, Sie'" Unentwegt ging er vor-
Juans. Das damals im Garten war
bin Scherz vielleicht. Aber auch als solcher schon zü stark. Ich habe mir
das spater erst überlegt. Und tch er
kläre hiermit feierlich, daß ich ten Ver-i-vrr n rtirf rr orotfna Stfi JA mirf 'ft-
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- solut nicht daran blnde.
Aber, mein Himmel, was reden
,,S denn da?
Nur das, was mich schon lange drückt. Sie haben mir, ostentativ in's
Gesickit aesaat. daft Sie aar nickt dran
dächten, mich 'zu heirathen. Weswegen ist ja Nebensache; wahrscheinlich weil ich zu häßlich bin, und weil Sie keinen Lehrer wollen. , Und Sie haben mir . gleichsam verboten, überhaupt daran zu
denken,- was :ch jioncjens nie. gethan
hätte. In der Uebereilung denn solche Situation war mir doch noch nicht vorgekommenhabe ich , Ihnen wohl auch zu Munde geredet und zugestimmt. Erst später ging es mir auf, wie entwürdigend das Ganze für mich ist. Sie schalten mich einfach aus ich komme nicht in Beträchtlich bin für Sie ein Neutrum sächlich, nebensächlich!' Begreifen Sie denn nicht, wie kränkend das für mich ist?" Nein sie begriff es nicht, sie begriff überhaupt nichts. Reden Sie nicht so laut," sag!e sie, als die Büj'che in der Nähe rauschten. (Das war Robert - Strich, der den Kranz f'echten wollte.) Und dann erklären Sie mir, ob Sie im Scherz oder im Ernst reden. Ich verstehe noch gar nichts. Ich verstehe nur, wenn es keine Verstellung ist, daß Sie bitterböse sind-. Wahrscheinlich auf mich. Aber 'den Grund bringe ich nicht heraus. Also: Sie müssen schon deutlicher werden. Und noch eins: die Unterhaltung möchte ich nur fortsetzen, wenn sie sich ruhiger führen läßt. Nicht wahr, Sie vergessen auch nicht, daß ich nicht in der Sexta sitze." Die letzten Worte kamen sehr liebenswürdig heraus. Doch der Hilfslehrer hatte so viel mit. sich zu thun, daß er kaum darauf achtete. Es war ihm schon leichter. Die Hauptsache war vom Herzen. Er wiederholte den Grund seines Unwillens diesmal ruhiger. ' Da haben wir die Bescherung," nickte sie. Soll ich jetzt lachen oder mich ärgern? Wenn man mal eine Dummheit gemacht hat, kommt prompt die Strafe. Also mit einem Wort, Herr Doktor: Sie kündigen mir die Freundschaft." Nun war das Verblüfftsein an ihm. So war vas nicht gemeint," erwiderte er. Ich war es nur mir selbst schuldig, ein offenes Wort zu reden. Hier vor 'Ihnen zu erklären, daß ich mich auf das . Abkommen, das nicht hervorragend schmeichelhaft für mich ist, nicht festlegen kann. .Wer will mir verbieten, an Sie zu denken wie ich will? Es gibt einen Spruch: wenn ich Dich lieb habe, was geht es Dick an?" Fräulein Blücher wurde roth, das war nicht mehr vom Tanzen. . Was soll denn das alles?" fragte sie fast unwillig. ..Sie sind ein kurioser Mensch, der nicht einmal Spaß versteht.. Es ist hübsch, wenn man einen verläßlichen Freund hat einen Kameraden, der nicht gleich Liebesgedanken hat. Zu dem. darf man dock sagen: lieber Freund, machen wir fest, daß wir uns nicht heirathen wollen! lutan verkehrt dann so viel netter unv harmloser und freier. , Früher hatte ich meinen Vater noch mehr seit er aber Direktor ist" . . Da soll ich Vater sein?"-begehrte halb lachend Doktor Holst auf. Sie lachte mit. So was Aehnliches! Meinethalben Bruder! Warum kränkt Sie das denn so? Sie bilden sich doch nicht etwa ein, mich zu lieben?" ! Nein!" sagte er trotzig Ich ich habe ja sogar ich bin nämlich so gut wie verlobt." . Na also um so weniger begreife ich! Ihr Fräulein Braut" Q, vorläufig," wehrte er ab. Vorläufig sitzt sie nur in den Rauchringen, hätte er beinah gesagt. Es ist noch zweifelhaft," fügte er laut bei. Aber ich will kein Neutrum sein. Es denkt gewiß keiner von uns an die Heirath gut! Doch es ist ein starkes Stück, fi so in die Ecke gestellt zu sehen. Man soll 'nichts verschwören. Praktisch ist das alles ja ohne Bedeutung, aber theoretisch ich vertrage das nicht! i Ueörigens merke ich selbst, daß ich mich schlecht ausdrücke. Das kommt davon, daß ich so innerlich wüthend war. Wu-H ist auch eine Art von Begeisterung und lähmt' Kräfte. t Aber stellen Sie sich nur , vor: ich verliebte mich wirklich in Sie. Ich setze nur den Fall: es sind auf der Erde schon größere Wunder passiri. Und ich setze weiter den Fall, wenn wir mal zusammen sind, sage ich Ihnen das und küsse Sie erlauben Sie, es ist ja nur eine Annahme, und Verliebte sollen nicht ganz normal seindas wäre doch nach unserm Vertrag ein direkter ' Vertrauensbruch. Es wäre einfach schnäh.lich. f . Ohne diesen Vertrag jedoch wäre es entschuldbar. Sie konnten gleichsam, darauf gefaßt sein. ' Ja. bitte: d-nn schließlich wäre es doch kein Majestätsverbrechen von miv. die Augen zu Ihnen zu erheben. So schlecht bin ich doch nicht, so tief unten stehe ich doch nicht!" Wir wollen zurückgehen," unterbrach sie ihn und wandte sich. Dann sagte sie ruhig: Ich bin zu dumm, um ganz unterscheiden zu .können, was Ernst und Scherz bei alledem ist. Sie müssen aber . irgendwie gereizt sein und sich von mir gleichsam zurückgesetzt fühlen. Wenn das durch die Harmlosigkeit im Garten damals geschah, so thut - mir .das leid. Ich habe Sie nicht kränken wollen. Der Mund war vielleicht zu fix. Also ich nehme alles zurück: Sie sollen genau in der Linie aller andern zehntausend eventuellen Heirathskandidaten, die es für ein normales junges Mädchen geben kann, stehen. Nun aber verderben Sie sich und andern das schöne Fest nicht. Vor allem nicht durch solche Phantastereien. Ich' kann , Sie dersichern, daß ich keinen, aber auch keinen einzigen, kenne unter den Zehntausend, zu denen Sie feit dieser Minute auck
gehören, dem ich nicht im Ernstfall einen Korb gäbe." ' ' Sie waren schon wieder dem Festplätz nähegekommen,' von dem die Lampions leuchteten ' - Das verstehe ich nicht," sagte er. Ich habe Sie die ganze Zeit nicht verstanden, Herr Doktor," antwortete sie. Ich könnte meinen Vater nicht allein lassen Wie sollte er wohl zurechtkommen?" Mir scheint, es gab eine Zeit, wo er schon einmal ohne Sie gelebt hat." Sie lächelte. Wenn das ein Witz sein soll, dann trifft er nicht!" , Witz hin, Witz her! Ihr Herr Vater wird sich eine Haushälterin oder eine Frau nehmen." Was wollen Sie nur alle! Rektor Vrodnicki fing auch schon davon an! Das ist doch lächerlich!" Doktor Holst sah sie verwundert an. Ist der Herr Direktor denn schon so alt? Warum sollte das also lächerlich oder verwunderlich sein? Sehen Sie nur, wie liebenswürdig und galant Ihr Herr Vater sein kann!" Sie blickten Beide aus dem Schatten nach dem hellen Tisch hinüber, an dem Georg Rüdiger saß. Er beugte sich gerade vor, um Marie-Anna etwas zu sagen. Man denkt immer an siebzehnjährige Mädchen," fuhr der Hilfslehrer fort, und das mag Ihnen gewiß ko-. misch erscheinen, wenn Sie denken sollten, Ihr Herr Vater würde ein eben flügge gewordenes Jungfräulein in sein Haus führen. Gibt es nicht auch schöne Fragen?" Da wandte sie ihm rasch 'ihr Gesicht zu. Sie hatte eine Falte auf der Stirn. Nun heißt 'es noch, das Klatschen sei eine weibliche Eigenthümlichkeit. Darf Papa mit keiner Dame mehr reden?" Sie verstehen falsch. Sie denken nun gleich wieder an eine bestimmte Frau. Das Ganze ist doch nur eine Annahme, eine Möglichkeit, auf die Sie selbst mich brachten. Sie wollen Ihrem Vater gleichsam ein Opfer bringen, selbst nicht heirathen, um ihn nicht allein zu lassen. Haben Sie nie überlegt, gnädiges Fräulein, oo unter gewissen Umständen gerade dieses ,Opfer' nicht eine Quelle der Leiden für den andern Theil werden kann? Ich setze den Fall: Ihr Vater liebt wirtlich diese od:r jene Frau,, sehnt sich nack häuslichem IM, wie es die beste Tochter nicht verschaffen kann. Aber natürlich will er Ihnen, so lange Sie in seinem Haus sind, keine Stiefmutter vorsetzen. In diesem doch immerhin möglichen Fall wäre Ihr ,Opfer' völlig deplazirtUnd Ihr Vater würde es segnen, wenn Sie heiratheten!" Gertrud Rüdiger blieb eine Zeitlang still. Sie setzen heute immer Fälle, Herr Doktor," erwiderte sie endlich. Und und sind Sie eigentlich heute nur hergekommen, um Verwirrung zu stiften und einem die Freude zu verderben?" Ach," seufzte er, manchmal ist alles in mir, ich weiß nicht wie so recht zerquält. Seien Sie 'mir nicht böse. Ich bin heute wirklich ein unangenehmer Mensch. Mir selbst bin ich auch nicht recht." Es scheint so," antwortete' sie und lachte. Aber ihr Lachen war nicht mehr hell und klar. Es war unfrei. Und nun ist es Zeit, daß man sich wieder einmal sehen läßt am Tisch." Sie nickte ihm zu und schritt quer über den Platz, daß er ihr verblüfft nachsah. Uneinig mit sich selbst, ohne sonderlich frohe Miene, mischte auch er. sich unter die Fröhlichen und kümmerte xr um seine Sextaner. Aber es nützte nichts.' Es gährte heimlich in ihm. Und sonderbar: hatte sich sein ganzer Groll bisher gegen Gertrud Rüdiger gewandt, so richtete er sich jetzt gegen ihn selbst, gegen ihn, den Doktor Holst. O, nach seinen Gedanken hatte das heute eine herrliche Rede, ein großer Sieg werden sollen! Die Direktorstochter mußte sich ganz klein fühlen; sie sollte fehen, daß er nicht der Mann dazu war, sich in den Winkel stellen zu TsifTirn
I.V.t Und nun? V. V v v -v v 1 v f t iß
Zll) yao s iur oocn gejagt, murmelte er. ich Hab's doch nicht auf mir sitzen lassen!" Aber innerlich wußte er, daß er sich damit nur zu belügen versuchte, daß er im Grunde recht kläglich abgeschnitten hatte. Vor Gertrud Rüdiger selbst hatte er sich auf dem Gedanken ertappt: was will ich eigentlich? Und er war nach und nach in eine so große innere Verwirrung hineingerathen, daß er am liebsten das ganze Gespräch ausgelöscht hätte. War er denn eigentlich närrisch? Seit t.iann brachte ihn denn eine Harmlose Kleinigkeit so in Wuth und Aerger? , . , , Er sah sich noch einmal um. Niemand beobachtete ihn. Da verschwand er im dunklen Wald. Er ging vor sich hin, bis er einen gefällten Stamm fand, auf den er sich setzte. . Das Waldfest auf das sich alle gefreut , hatten, war ihm wieder einmal verdorben. Das war das böse Erbtheil einer entbehrungsreichen Jugend. Als Schüler hatte er wohl der einzige sich, vor diesem Fest ' gefürchtet, das ihm. stets nur Demüthigungen gebracht hatte. Oft hatte er nicht 'den Beitrag dazu schaffen können seine Mutter war so arm gewesen! Dann hatten die Lehrer wohl ausgelegt. Und
das war so schrecklich, daß er nachtelang sich geschämt und geweint hatte. Das Fest selbst schuf ihm nicht weniger Leiden. Er hatte zu Schweres mit sich allein zu durchringen, als daß er die harmlose Knabenfröhlichkeit, die sich ganz der Stunde hingab, hätte aufbringen können. In den höheren Klassen trat noch etwas anderes hinzu. Er hatte sein Herz an ein dunkeläugig Mädchen gehängt. Er sah sie am Waldfest fröhlich tanzen, sah, wie sie von einem Arm in den andern flog. Und er, der nicht tanzen konnte (wer hätte wohl das Geld für den Unterricht bezahlen sollen?), stand von fern und ballte die Hände zu Fäusten. Er hätte Jahre seines Lebens hingegeben für die harmlose Sicherheit seiner Mitschüler, die einfach, ihre Verbeugung machten, die schlanke Mädchengestalt in den Arm nahmen und fröhlich drauflostanzten. Erkam sich so deklassirt vor, und Groll, Neid, bitterer Kummer rangen in ihm. Aus lauter Unglück hatte er einst so viel getrunken, daß auch er auf den Wagen gepackt und heimgefahren werden mußte. In seiner Kammer hatte er dann bitterlich geschluchzt. Und nun wollte er sich wundern, daß auch dieses Waldfest wieder Schmerzen brachte! Er selbst nur er war daran schuld, kein anderer. , Und er fühlte, daß erst ein großes, reines Glück ihn erlösen würde von. dem bösen Erbtheil seiner Jugend. Ein großes, reines Glück! Nur Frauenliebe gewährte das wohl. Die müßte ihn umgeben, daß, er sich nicht mehr ausgeschlossen fühlte. Die müßte sein Herz so leicht allem Guten und Fröhlichen öffnen, ihn seiest harmonischer machen, alle Unruhe tilgen. Und wie ein läuterndes, erlösendes Feuer würde sie auch die Schlacken verzehren, die seine verkümmerte Jugend hinterlassen. Aber woher sollte ihm -auch wohl Frauenliebe kommen? Ihm, der durch fein . unleidliches Wesen mehr noch als durch sein unvortheilhaftes Aussehen die wenigen, die es doch wohl gut mit ihm meinten, zurückstieß? Viele Gertrud Rüdiger er hatte heute bei ihr verspielt, ob er auch unter die zehntausend eventuellen Heiräthskandidaten" eingereiht war., .' - Vorher nicht zufrieden jetzt nicht zufrieden! Er sah selbst ein, daß 'bm nicht zu helfen war. Und mit einem Seufzer erhob er sich von dem Stamm und schritt dem Festplatz zu. Aus dem Dunkel in's Licht. Wenn sein Leben doch gleiche Wege ginge! Es ward' später. Hoch über den Wipfeln schienen die Sterne auf die Fröhlichen und Traurigen. Müder ward die Musik. Schon rollten einige Wagen aus dem Wald der Chaussee zu, um ihre Insassen nach der Stadt zurückzubringen. Und nachdem noch ein SchÄerchor einige Gesänge zum Besten gegeben, ward zum Aufbruch gerüstet. Dem' Direktor war die Zeit vergangen, er wußte nicht wie. Mit einer Unzahl von Leuten hatte er gesprochen, und doch war ihm, er hätte mit keinem anderen geredet als mit Marie-Anna. Denn was er auch zu anderen sprach, konnte sie hören, und so war es gleichsam auch zu ihr gesprochen. Es erging ihr genau so. Und darum trugen sie beide eine stille gefaßte Freude im Herzen, von der auch ihre Augen erzählten. Sie dachten wohl nicht an die Zukunft; sie dachten kaum an die Vergangenheit. . Sie genossen ohne Wunsch beinah und ohne Erinnern die Gegenwart: daß sie zusammen waren, daß sie sich anblicken konnten, ohne scheu zu werden, , daß Gott es gut mit ihnen meinte an diesem sommerlichen Tag und Abend. , . So konnte sie auch niemand stören, ja es war ihnen recht, wenn andere bei ihnen und um sie herum waren. Zuletzt hatte sich Monsieur Jambon an sie attachirt. Er war müde geworden und redete nicht mehr viel, den Hut mit den vier Kränzen hatte er auf den Brettertisch gelegt, seine Augen glänzten, und er nickte immer vor sich bin. ' , Als der fliegende Holländer in seine Nähe kam, sagte er: Wer hat recht gehabt, Kollege? Wieder mal der Alte! So schön ist der Abend!" Und als die Klassen sich, sammelten und ordneten, war es ihm kaum recht, daß er nun schon nach Haus sollte. Vom Fahren wollte er nichts wissen. Wenn es recht ist, gnädige Frau," sagte er zu Marie-Anna, bleib ich bei Ihnen." . Sie hatte ihren Wagen schon vorsahren lassen, aber als der Alte sie bat und mit wartenden Augen auch Georg Rüdiger sie ansah, schickte sie ihn leer nach der Stadt zurück. Sie selbst schritt mit Monsieur Jambon und dem Direktor dem Zug ein wenig voraus, um dem Staub zu entgehen. (Fortsetzung folgt.)
lsMbKÄM - UKtzSPiKN.
leveland, Oncinnati, Chicago &St. Louis Railwa?.
Verheerender Brenner e i b r a n d. Bei einer Explosion, welche in der großen Whisky --Bren-nerei der Corning Distillery Co. in Peoria, Jll. stattfand, wurden zehn Personen getödtet und eine Menge verletzt. Auch 300,000 Faß Whisky wurden zerstört, und 3000 Stück Rindvieh kamen bei dem der Explosion folgenden Brande' in den Flammen um. Das immense Magazingebäude, in welchem die Explosion erfolgte, wurde total zerstört, und drei Nebengebäude wurden schwer beschädigt. Der finanzielle Schaden wird auf $2,(XX),Q00 ange-geben.
IBXCä- POUM. St. Louis Division.
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