Indiana Tribüne, Volume 27, Number 261, Indianapolis, Marion County, 24 June 1904 — Page 4
Judiana Tribülne, 24. Juni 190
Der Elircntag des Wpls. Männerchorl -. - . ! , Bon Nah und Fern wurde er mit Chmngcn überhäuft. Glänzender Verlauf des Begrüßungs-Abend's.'
Vom idealsten Sommerwetter begünstigt, wurde gestern die dreitägige Feier des Goldenen Jubiläums des JndianapotiS Männerchor" eröffnet. Viele Gebäude in der Stadt hatten reichen Flaggenschmuck angelegt und sowohl von der Kuppel des Capitols, als auch von dem Thurme des Gerichts Hauses flatterte zu Ehren des Jubi lars das Sternenbanner lustig im Winde. Es war ein Sommertag so . hell und , klar, als gestern Mittag die Mitglieder des Münnerchor sich in ihrer durch die Floristen Bertermann in solch wundervoller Weise decorirten Halle versam melten, um sodann mit fliegenden Fahnen und unter Vorantritt einer Musik- . Capelle nach dem Bahnhof zu marschi ren, um die eingeladenen Vereine, Cincinnati Liederkranz", Männerchor" von Columbus, ., und Sie derkranz" von Louisville abzuholen. Der Verein war in voller Stärke ausgerückt, selbst die beiden noch lebeu denden Mitbegründer fehlten im Zuge nicht, und derselbe machte überall Furore. Der Cincinnati Liederkranz mit seinem Präsidenten Albert Fuhrmann und Dirigenten Louis Ehrgott an der Spitze, langte zuerst an. Ihnen, sowie auch dem etwa 20 Minuten später anlangenden Männerchor ' von Colum- " bus Präsident Fritz Ganton, Dirigent Martin Gruenewaldt wurde eine herzliche Begrüßung zu theil. Der Louisville Liederkranz war leider nicht in Corpore erschienen, sondern nur durch eine Deputation vertreten. Dieselbe wurde natürlich ebenfalls herzlich willkommen geheißen. ' Hierauf wurde der Marsch nach der SSaUt angetreten. Als der itattlicbe Zug das Court House passirte, da erdröhnten vom Square desselben Böllerschüsse, welche laut der ganzen Stadt ankündeten, daß die Goldene Jubiläumsfeier des Männerchors eröffnet worden war. Nachdem die Gäste sich in der Halle etwas erfrischt hatten, wurden sie nach dem Claypool-Hotel geleitet, welches während der nächsten drei Tage ihre hiesige Residenz sew wird. Der Cincinnati Liederkranz" ist mit 40 Mann, der Columbus Männerchor? mit 30 vertreten. Am Nachmittag fand zunächst eine Trolley-Jahrt nach Woodruff Place statt, dann wurde in der GermaniaHalle kurze Einkehr gehalten. Herr Victor Jose hatte dieselbe durch tro- ' pische Gewächse in einen wahren SomAviflM ViA.VMAV.KaT4 rC f l H 1 msiyunni miivuuuiui vit juut ner in umsichtiger Weise für einen vortrefflichen Lunch Sorge getragen. Nachdem die Sangesbrüder sich gehörig re staurirt hatten, wurde noch eine Fahrt nach Fair Bank angetreten. Dann trat eine Ruhepause bis heute Abend ein. Der Ausflug ' am Nachmittag stand unter der bewährten Leitung von Capt. Paul Krauß. Mit dem Begrüßungs-Abend" fand die eigentliche Eröffnung der Feier des Goldenen Jubiläums des Männerchors -statt. Die Festlichkeit gestaltete sich zu einer der eindrucksvollsten in der Geschichte des Vereins. Weit über 700 Personen, Damen und Herren hatten in dem feenhaft beleuchteten Saale Platz genommen, während auf einer erhöhten vor der Bühne angebrachten und geschmackvoll decorirten Estrade, Herr Prof. Charles E. Emmerich, welcher dem Begrüßungs-Abend präsidirte, Mayor Holtzman, Bundes-Präfident Hanno Deiler, n cvi c cr rw i nr 5 rrt jütce Bunoes Pianoeni ,yar:es 9. Schmidt, Präsident Loüis Murr und Vice-Präfident Fred Mack vom Männerchor, Frau Adolph Scherrer, Präsi. dentin .des Damen-Vereins und die beiden Mitbegründer des Vereins, Fred Rush und Ed. Longerich saßen. An dem Begrüßungs-Abend nahmen , die Damen und Herren vom hiesigen Männerchor, der Cincinnati Liederkränz, der Columbus Männerchor, eine Delegation des Louisville Liederkranz, die Activen des Indianapolis Liederkränz, die Activen des Deutschen Club und Musikvereins, die Vertreter der drei hiesigen Turnvereine und andere
geladene Gäste theil. Im Ganzen wa
ren im Saale über 700 Jesttheilnehmer anwesend. Es war gegen halb neun Uhr, als Professor E m m e r i ch . die Feftversammlung mit folgender form vollendeten, packenden Rede begrüßte: Geehrte Festgäste, ' Meine Damen und Herren ! Mir ist die Ehre zu theil geworden, Ihnen im Namen des festgebenden Ver eins frohen Gruß und ein herzliches Willkommen zu entbieten. Eine außergewöhnliche Veranlassung hat uns heute Abend hier vereinigt, eine Feier, wie sie bis jetzt in diesem Lande nur höchst selten begangen worden ist das goldene Jubiläum eines Gesangvereins, des Indianapolis Männerchors. Um ein solches Ereigniß in würdiger, solenner Weise zu feiern sind wir heute zum frohen Feste versammelt und ein jeder Freund und Gönner unseres Ju bilars, der mit dessen Geschichte ver traut ist, kann mit freudiger Genug thuung sagen, daß dieser volle Ursache hat, seinen diesjährigen Geburtstag mit Sang und Klang festlich zu be gehend Denn seit fünfzig Jahren hat er den Stürmen 'der Zeit erfolgreich wider standen, 'ist er feinem sich von Anfang an vorgesteckten Ziele unentwegt treu geblieben, ist er, aus kleinem Anfange sich . entwickelnd, stetig gewachsen und auf der Höhe der Zeit geblieben. S Wohl find ihm in seiner langen Laufbahn Sturm und !Drang" Perioden nicht erspart geblieben; wohl hat er, gleich dem individuellen Menschen, zumal in seinen jüngeren Jahren dann und wann an kleinen Unpäßlichkeiten zu leiden gehabt, allein vermöge der ihm innewohnenden Kraft . und Dank der zähen Ausdauer und Opferwilligkeit Derer, die um feine Wiege standen, sowie Aller, die in späteren Jahren über sein Wohl und Wehe wachten, überwand er diese Anfälle und wuchs und gedieh. Wenn ein Mensch seinen 50sten Geburtstag feiert, fo ist er an einem Punkte angelangt, wo sein Lebensweg allmälich sich abwärts zu neigen beginnt. Nicht so mit einem Verein. Ein solcher, insofern er Zwecke und Ziele verfolgt, die sein Bestehen nicht nur rechtfertigen, sondern es zum Besten des Gemeinwesens wünschenswerth machen, wird niemals, im gewöhnlichen Sinne des Wortes, alt. Wie die Natur sich in jedem Jahre neu belebt und grünt und blüht, wie das Menschengeschlecht selbst nicht ausftirbt, sondern sich fort und fort ergänzt, so auch verjüngt sich ein solcher Verein fortwährend. Er hat auf dem Boden des gesellschaftlichen Lebens so tief Wurzel geschlagen, daß, wenn auch dann und wann einmal eine Trockenheitsperiode eintritt, ihm dies keinen nachhaltigen Schaden zufügen kann. Immer wieder fließen ihm frische Kräfte zu, die ihn verjüngen und neu beleben. Eine treffende Illustration zu ' dieser These bildet unser Jubilar. Derselbe hat eine ehrenvolle Ver gangenheit hinter sich und ich bezweifle nicht, daß ihm eine ebenso ehrenvolle Zukunft bevorsteht. Dies ' wird der Fall sein, wenn er, wie bisher, Gesang und Musik, deutsche Sprache und deut-
'is I t I i,8 , I y"y -' 7. I I J I I I- - ' I I 5 - ' ' . I I l f. - 5 - x I I " I ; .. I l J
fche Art, kurz, alles das pflegt und för
dert, was im , deutschen Wesen und Charakter gut und lobenswerth ist. Aus der Mischung der verschiedenen in diesem ' Lande vertretenen Völker wird sich die große Nation der Zukunft entwickeln, und zu diesem Zwecke muß ein jeder Stamm das Beste, das ihm innewohnt, zur Gesammtheit beitragen, und das Beste, das ihm von Anderen geboten wird, in sich aufnehmen und es sich zu eigen machen. Vor Allem ist es nun ein Element, das der Deutsche in die auf dem Boden dieses Landes sich vollziehende Völkervereinigung mitgebracht hat; ein Element, wofür nur die deutsche Sprache das Wort hat, nämlich das Gemüth mit seinem Leben und seiner Tiefe. Das deutsche Volk darf stolz in die Schranken treten, wo es die Arbeiten des Geistes gilt; an Muth und Freiheitsliebe steht es anderen Völkern nicht nach; allein das Gemüth mit seiner Weihe und Freude ist doch des deutschen Volkes Allereigenstes. Und eine der schönsten Blüthen und Blumen dieses Gemüthslebens ist die Musik,' ist der Gesang. Es ist wohl an dieser Stelle kaum nöthig, dem Gesang ein langes Loblied zu fingen. Was vermag veredelnder zu wirken, mächtiger zu ergreifen, alle besseren Gefühle mehr zu entflammen, als der Gesang und welches musikalische Instrument könnte sich mit der Menschenstimme vergleichen, welcher die Musik ihr Dasein verdankt und die stets das edelste, klangvollste und am mächtigsten zum Herzen sprechende Organ aller Musik sein und bleiben wird? " Der Sänger, der es mit setnem öiede ernft meint, bringt überall hin Freude, einen frohen Sinn, jene Heiterkeit und Lebenslust, welche die Sorge und den Trübsinn aus unserer Brust 'verfcheuchen und uns das nüchterne Alltags leben verschönern und versüßen. ( Wie herrlich ist dies in den Dichterworten ausgedrückt: .', Wer einsam steht im bunten Lebenskreisi, Und was das Leben theuer macht verlöt Wie bebt sein Herz trifft eine liebe Weise Aus ferner Jugenzdeit sein horchend Ohr. Willkommen Töne ! Eures Hauches Fächeln Weckt eine schlummernde Gedankenwelt ! Vermeinte Augen lernen' wieder lächeln. Die düstere Stirn ist plötzlich aufgehellt. Der Zephhr, der in reichen BlumendüftenDes Orients sich hin und her gewiegt. Verbreitet Balsam auch noch in den Lüften, Wenn fchondie Blume welk am Boden liegt So lebt, ist auch der Traum des Glücks entfchwunden Erinnerung im Hauche der Musik. , ', Ein kleinss Lied auS jenen besseren Stunden Bringt uns die alte Selig keit zurück. Musik ! Du Mächtige, vor dir entschwindet .uer armen Sprache ausdruckvollstes Wort; Warum auch sagen, was das Herz empfindet? Tönt doch in Dir die ganze Seele fort. : Der Freundschaft Worte haben oft gelogen Es täuscht die Liebe durch Beredsamkeit; Musik allein hat nie ein Herz betrogen : Und viele tausend Herzen hoch erfreut." , , Wie dem deutschen Liede, so müssen wir auch dem deutschen Worte, der deutschen Sprache jene Kraft wünschen, die lebendig macht und lebendig erhält. Daist es vor allem die Aufgabe der Vereine ihre ganze Energie einzusetzen, um der deutschen Sprache, welche die Muttersprache von vielen Millionen von Bürgern ist und die den Schlüssel zu einer Literatur bildet, wie es eine gedankenreichere nicht gibt, ihr in dieser Republik erworbenes HeimathSrecht zu wahren. Unser Jubilar Ist sich dieser seiner hohen Aufgabe stets bewußt gewesen und . hat sie nach besten Kräften und erfolgreich erfüllt. - Seine Räume waren immer der Sammelpunkt froher Menschen, gewidmet der Pflege der Musik und des deutschen Liedes und sie waren Allen geöffnet, ganz gleich, wo ihre Wiege stand, sosern sie ehrbare Menschen waren und kamen, um sich an deutschem Gesang zu ergötzen. So konnte er hebend und fördernd wirken für seine Bestrebungen und Ideale, für vernünftigen Lebensgenuß. Möge der Männerchor auf dem 'von ihm eingeschlagenen Wege rüstig . wei-
terschreiten;möge , seine Halle, nach wie vor, ein Tempel sein zur Pflege der - Kunst, . eine Stätte der Freude ; möge darin das deutsche Lied erschallen, die deutsche Sprache auch fernerhin und
immer, eine Heimstätte finden; möge darin aber auch ein freier Geist walten und das freie Wort, .welches begeistert für Fortschritt und Menschenwürde und Menschenfreiheit eintritt. Ich bitte Sie, meine Damen und Herren, mit, mir Ihr Glas zu leeren auf das Wohl und Gedeihen unseres Jubilares, der seit einem halben Jahrhundert hochgehalten hat die Fahne des deutschen LiedeS, deutscher . Sprache, echter, deutscher Art; auf daß er bleibe, was er immer war, ein starker Hort, eine feste Burg für alles Schöne und Gute und Edle, das wir von unseren Vorvätern ererbt, und das wir hoch und heilig halten wollen in unserem neuen Vaterlande ! Nachdem der Beifall, welchen die Rede des Herrn Emmerich gefunden hatte, sich gelegt hatte, wurde dessen Aufforderung, das Glas auf das Wohl des Jubilars zu leeren, bereitwilligst nachgekommen. Bei dieser Gelegenheit sei im Uebrigen gleich erwähnt, daß der gestern Abend servirte JubiläümSwein Erdener Treppchen" die ungetheilte Aner kennung aller anwesenden Weinken ner, und das waren so ziemlich alle Festtheilnehmer fand. Die Firma Richard Lieber u. Co.. welche diesen JubiläumS-Wein direct von den Ufern der Mosel impartirt hatte, hat entschieden mit diesem deli caten Weinchen Ehre eingelegt. Nachdem der Indianapolis Männerchor unter der Leitung seines bewährten Dirigenten Herrn Prof. Franz Bellinger das Lied m Meer" in vortrefflicher Weise vorgetragen hatte, brachte Herr Alois Geiger folgendes von Frau Lena Recker verfaßtes stim mungsvolle Gedicht zum Vortrag: Zum goldenen Jubiläum des Männerchors. O schöner Tag, 0 hoher Tag der Freude, Gegrüßet sei mit hellem Jubelklang ! O Männerchor vor fünfzig Jahren heute , Ertönte hier zum ersten Mal dein Sang. Vier Sänger gründeten zur guten Stunde Von Jugendlust nnd von Musik beseelt Dich, Männerchor, und in dem neuen Bunde Hat nie der Frohsinn und das Lied gefehlt. Das Volkslied ließen sie zuerst erklingen; Sie hatten 'Saus der Heimath mitgebracht. Wie schön kann es der deutsche Sänger singen Und wo er's singt, da übt er seine Macht. Im Laufe der Zeit ' und auch des Liedes Schwingen Hob sich empor ein fchöner Freundschaftsbund. Wer, frug man, kann so schöne Lieder singen? Da werdest du, 0 Männerchor, genannt. Das war dein Anfang und ein reiches Leben Liegt hinter dir, du warst der erste ja. Der eine Heimath der Musik gegeben. Als sie verlassen stand und einsam da. Wohl hast du manchen schweren Sturm er litten. Doch kämpftest du dich durch die finst're Nacht Und muthig hast du dir den Sieg erstritten. Heut' stehst du da m demer vollen Pracht. So hast du fünfzig Jahre dich erhalten Und deine Stirne schmückt das Lorbeerreis. Das schöne Lied ..Es bleiben treu die Alten" Zur Wahrheit ward es, dir zum Lob und Preis. O Männerchor, wie bist du groß geworden. Ein starker Stamm an Blüth' und Blättern reich ! Wir stehen stolz an deines Reiches Pforten: Wer trägt den gold'nen Lorbeerkrauz dir gleich? Wir reichen heute denen ein Gedenken, Die deren Kindheit ersten Traum bewacht. Sie mußten mühsam deine Schritte lenken Und haben dich an's hohe Ziel gebracht. O ehret sie nnd bringt die Dankesspende Am heut'gen Tag den treuen Sängern dar. Die unentwegt bis an ihr Lebensende Als Vorbild dienten für die Sangerschaar. ' Wohl legte Mancher sich zur Ruhe nieder Und träumte seinen letzten süßen Traum; Es nahmen Abschied seine alten Lieder Und tönten noch einmal im engen Raum. O Männerchor, dein Dasein ist ein Segen, Du hast den Frohsinn und den Ernst geweiht ! Dem Lied, es führt uns auf bekränzten Wegen Und giebt zuletzt dem Sänger das Geleit. D'rum lasset einen Jubelruf erfch allen, Ein dreifach Hoch, ihr Sänger nah und fern ! O möge nie dein letzte Lied verhallen - Steh ewig strahlend da du heller Stern. L. R. Das Gedicht fand sehr beifällige Auf. nähme. Der nächste Redner auf dem Programm war Mayor John W. Holtzm ann,, welcher u. A. in seiner Rede auf die vielen Verdienste hinwies, welche der Indianapolis Münnerchor sich während seiner lan gen Laufbahn um die Stadt Jndiana polis erworben haben. Dieselbe ,könne
stolz darauf sein, einen ' solchen Verein innerhalb seiner Mauern zu beherber' gen. Sehr schmeichelhaft waren auch seine Aeußerungen betreffs der von dem Männerchor herausgegebenen Geschichte des Vereins. Er zollte sowohl dem Verfasser derselben, Herrn Joseph Keller, sowie der Firma Gutenberg & Co. für die vortreffliche Durchführung
und Ausführung des Werkes hohes Lob. Als nächste Nummer auf dem Programm stand 1er . ,,L ouisville L ieder kränz" mit einem Lied. Allein da der Verein nur eine Dele gation gesandt hatte, so mußte das Lied ausfallen. Im Namen des Vereins hielt Herr CarlNeumayer hieeauf eine län gere Ansprache, in welcher er auf die langjährige Freundschaft hinwies, wel che den Jubilar mit dem Louisville Verein verbindet. Zum Schlüsse überreichte er im Namen des Louisville Liederkranz dem Männerchor eine kunstvoll ausgearbeitete bronence Tafel. Präsident Murr nahm sie mit Worten des Dankes entgegen. Der hiesige Deutsche Consular.Agent, Herr L orenzSchmidt überreichte sodann mit folgender Ansprache das vom Deutschen Kaiser dem Verein verehrte goldene Erinnerungs-Zeichen. Meine Damen und Herren! AM 14März d. I. erhielt ich vom Kaiserlich deutschen Konsulat in' Ein cinnati ein vertrauliches Schreiben, mit dem Ersuchen:' Um gefällige Ertheilung einer möglichft eingehenden Auskunft über den Zweck und die Verhältnisse des In dianapolis Männerchor. Ferner über die Zahl, die Nationalität, den Leu mund ?c. der Mitglieder, und insbe sondere darüber ob der Verein' eines allerhöchsten Gnadenbeweises in jeder Beziehung würdig sei." ' , ' In meiner darauf am-20. März nach dem kaiserlich deutschen Konsulat gerichteten Mittheilung habe ich in Kenntniß des Indianapolis Männerchor" seiner Vergangenheit über Pflege der Musik,, insbesondere des deutschen Gesanges und Förderüng des geselligen Lebens, nfr seiner 'heutigen Stellung; ferner, der Stimmung unserer hiesigen amerikanisches ürgn dütsHer Geburt und Abstammung meinen Gefühlen Ausdruck gegeben. ' Das Resultat ' hat ' sich als äußerst günstig erwiesen, indem ' daraufhin Seine Majestät der deutsche Kaiser und König von Preußen dem Indianapolis Männerchor" ein Zeichen Seiner Huld in Gestalt einer prächtigen goldenen Medaille als Erin nerungszeichen an seine 50-jährige Jubelfeier verliehen hat. Ihnen, Herr Murr, als dem Präsidenten des Indianapolis Männerchor", überreiche ich nun hiermit das kaiserliche kunstvolle Erinnerungszei chen." ' " ; Herr Murr nahm das kaiserliche Geschenk, welches direkt . an ihn adrefsirt worden war, mit warmen, ; Worte des Dankes entgegen. In seiner Erwiderung vergaß er nichts zu erwähnen, daß auf die alleinige Anregung des Täglichen Telegraph" hin der Deutsche I Kaiser dem Männerchor diese selten gewährte Auszeichnung verlieh. Dem Kaiser s 0 l l, p e r s ö n . Iich gedanktwerden. Herr Murr verlas sodann folgenden von Herrn Harry H. Thudium einge reichten Beschlußantrag: Beschlossen: Der Männerchor, von Dankesgefühl für die hohe Ehrung, welche ihm durch Verleihung des kaiserlichen Erinnerungszeichens wurde, erfüllt, beschließt, beim Feste versammelt, die Herren John P. Frenzel und Julius Keller als Boten des Männerchors an Seine Majestät Wilhelm ., Deutscher Kaiser und König von, Preußen, zu entsenden, um den Dank des Männer chors auszudrücken und ein PrachtExemplar der .Festschrift zu über bringen. Es wurde hierauf von Herrn Fred Mack. ein Antrag gestellt, diesen Be schluß anzunehmen. Derselbe wurde unterstützt und sodann einstimmig an genommen. - .' - Nobles Geschenk der Damen. . Frau Adolph S ch e r r e r, das jüngste Ehrenmitglied des Münnerchor und Präsidenten des Damen-Vereins, betrat hierauf die Bühne und hielt folgende treffliche Ansprache: Rede von Frau Scherrer. Werthe Anwesende, Herren und ' Damen! ."" . Es ist' hier zu Lande" ein ' seltenes
Fest, das uns heute versammelt. Ein Jubiläum, die fünfzig-jährige Feier der Gründung des Indianapolis Män nerchorS. - -y Im .Namen des Damen Vereins bringe ich dem Jubilar-Verein die herz lichsten Glückwünsche dar, möge er blühen und, weiter gedeihen, der Träger des Deutschen Liedes bleiben und in der Zukunft, ' wie in der Vergangenheit , der Hüter deutscher Sitten und der Bewahrer der deutschen Spra che sein. ' Der Indianapolis Männerchor darf mit Genugthuung auf seine Bergangenheit zurück blicken; er hat seine Aufgäbe im edelsten Sinne gelöst, in gesanglicher, sowie in socialer Beziehung, und wir Damen freuen uns und find stolz demselben anzugehören, dem Verein zu tiefem Danke verpflichtet, daß er uns Gelegenheit giebt, diese Räum lichkeiten zu allen Zeiten zu benützen und durch das öftere Hierherkommen in den letzten Jahren fühlten die Damen, wie wünschenswerth es sei, daß' der
.kNQkaNNtlNIkS H7rtnnirnr oirt ainaneS. W"- T" M4iuvtyfc fclll l IWHV Heim besitze, darum möchte der DamenVerein diese Gelegenheit wahrnehmen zur Gründung eines eigenen Heimes die Initiative zu ergreifen sinnbildlich heute den Grundstein zu legen zu diesem längst gewünschten eigenen Heim, hoffend, daß es uns mit der stets bereitwilligen Unterstützung unserer Mitglieder bald gelingen wird, un sere heutigen Gäste im eigenen Heim begrüßen und bewillkommnen zu kön nen und so übergebe ich diesen Grundstein dem Präsidenten Ihres Vereines mit der Versicherung, daß es das ernste Bestreben des Damens-Ver-eins sein wird, zur Ausführung dieses Gedankens das Unsere beizusteuern. ' 'Zum Schlüsse überreichte Frau Scherrer dem Präsidenten Murr eine von ihrem Sohne kunstvoll aus Stein gehauene Cassette. In derselben befanden sich fünfzig S10-Goldstücke. Die Summe ist, wie erwähnt, für den Fond für ein eigenes Heim bestimmt. Der Columbus Männerchor, welcher ebenfalls schon sein goldenes Jubiläum gefeiert hat, trug hierauf unter Leitung seines Dirigenten Herrn Prof. Grünewaldt ein Lied in ausgezeichneter Weise vor. Sodann hielt der Präsident des Vereins Herr Fred. C. I a n t 0 n folgende mit Beifall aufgenommene Ansprache: In Anbetracht der schon gehörten trefflichen Redeleistungen, sowie der langenReihe oraiorischer Genüsse, welche uns noch bevorstehen und mit denen ich meine Rednergaben nicht messen kann, und eingedenk der Worte des Dichters Ei mach er's kurz", so z'.emss dem Mann, und das so beherzizenswerthe Sprichwort von den kurzen Predigten und langen Bratwürsten, an welchen wir Deutschen so sehr Gefallen finden, Werde ich auch meine Bemerkungen sehr kurz fassen. Zu seinem Goldenen Jubelfeste des ältesten und besten Gesangvereins des großen Staates Jndiana, des Jndianapolis Männerchor", bringe ich die herzlichsten treudeutschen Glückwünsche und Grüße des ältesten Gesangvereins von Ohio, dem Columbus Männerchor",, den Ihr durch Entbietung zu diesem seltenen Fest so hoch geehrt habt. Ich brauche das Lob des Jndianapolis Männercher, nicht zu fingen. Er hat sich selbst in die Herzen aller Deutschen unseres großen Landes hineingesungen. Ich brauche seine Thaten nicht zu preisen, das Deutschthum von Indianapolis, das hier herrschende gemüthliche deutsche Leben, in erster Linie das Werk des Indianapolis Männerchor, verkünden hinlänglich seinen Ruhm, seine Ehre. Möge er fortschreiten auf seiner bisherigen rühm reichen Bahn. Zu einem Zeichen der Erinnerung an treue Freunde, der Anerkennung für wackeres Streben, der Ermuthigung nicht abzulassen im edlen Kampf für die höchsten Güter, welche unsere Vorfahren im alten Heimathlande uns übermachten, überreiche ich Euch hiermit eine kleine Liebesgabe in Gestalt einer Standarte mit der Inschrift: Ewig bleiben treu die Alten." Möge das lustige Fähnlein mit seinem bunten Wimpel stets vor Euch Cs AC AfY YLIl..u. 441 4v vt rniv ernsten Wegen wenn Euer größtes . teinoo, ure ereinssayne zur swo- " v rr cyi ? ttung im Schreine ruht. Möge es Euch stets erinnern ' an Eure treuen Sängerfreunde und deren Herzenswunsch, daß der CVY)Xi.v mXl! 4 St Lf;iC.uw TJjL LL1L 1LC I. IAJ Li L. llLU.LLJi.ILl 111 1 II 11 1 II IIPTT 11 y . ? 5, --""' ' wie an seinem heutigen Ehrentage, sein diamantenes, ja fein eisernes Jubelfest
