Indiana Tribüne, Volume 27, Number 261, Indianapolis, Marion County, 24 June 1904 — Page 1

'S

' . -vi . - , - - r - - , ' 1 ' ' " V-...-. -- . " '.. . ; . ' ; . - - . - - - ' . ;: ' . ; ' ... : . . . ... v; f Q0 MMfl.ÄMMsp

t s .-. :-?.:.-v r-'.r r" FSGLSSK 9) fTn.iiV utiN : s H f'onutaotsblatt $ 10? per Woche. u VSX ? - - -1

Sgsbl lOcrSodje;

NlMM nt?

LASVEK?

tj

Ill l l I I

J v J

IKWV- U"

sX "S yy v

: " ' : ... . 1 ' .s - Erscheint feden NrKmtttag. ' - ; ; 1 ' ' - ' , - . . , , . ' : ... ' . - Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Freitag, 24. Juni 1904 No. 261. ,i -

. i U h

M

s y. , - :V L V. 5 i

Roosedelt und Mbanks Als Bannerträger der republikanischen Partei gestern einstimmig nomimrt. Der Verlauf der Verhandlungen. Black, Beveridge und Andere sprechen für Rooscvclt. Senator Dcpcw's Rede zu Gunsten von Fairbanks. Ovatton der Delegatcn von Jndiana.

C o l i s e u m, C h i c a g o, . 23. Juni. Der gestrige war der letzte und bedeutendste Tag der republikanischen National-Convention von 1904. Theodore Roosedelt wurde für Präsident, Charles Warren Fairbanks für Vice-Präfident nominirt. Beide Nominationen erfolgten durch Akklamation. Nachstehend der Verlauf im Einzelnen. WMrWW pM '! .(ifolfv, --l rrj " t&Ztä rrriin A lirnii a""" Präsident Theodore Roosevelt.

TmMämffim 1 f'JM'iWiw tiÄi'SMmllm i . M MwNVW Z, WW ' fdlp'Kf ' )' t K W 1 "" i I wimlr? h .-,4 5 $ ! i & .

- i .

z D i e Redner des N o m i n ationstags. - , Die republikanische National Convention trat-heute Vormittag 10 Uhr zusammen, in her Erwartung die l Candidaten zu nominiren und sich zur ! Zeit für die Nachmittagszüge zu dertagen. Der schöne Juni-Morgen der ging mit dem Packen von Koffern und dem Genuß kurzer Frühstücke. ( Dann ging's zum . Coliseum, wo Männer aus allen Klassen des Landes ! - ihre oratorischen Gaben boten. Root und Sprecher Cannon hielten Reden, deren trefflche Exposition und Logik jedem Campagne-Redner reiches Material zu Beweisführungen geben konnte. . Die Herren Black von New York, Beveridge von Jndiana, Knight von California, Edwards von Georgia, Cotton . von Minnesota, CummingS von Ma-

ryland. Dolliver von Iowa, Depew von New Jork und Foraker von Ohio, un , terzogen sich der Aufgabe, zu unterhalten, die Stimmung zu heben, Bewunderung hervorzurufen und den Glauben an die Candidaten, welche sie nominirten oder deren Ernennung sie " durch ihre Reden fekondirten. In den S t a a t s H a u p tquartieren. Das Colsseum begann sich um '9 Uhr mit den Tausenden zu füllen, welchen jenen Männern von seltener Rednerv gäbe zu lauschen vergönnt war. Keiner, so sehr.'sie auch an großeVersamm- " lungen gewöhnt sein mochten, hatte jemals ein so freundlich gesinntes, doch zugleich gleich kritisches Auditorium gehabt. . In den Frühstunden wurden einige der Hauptquartiere aufgelöst, Portraits - eingepackt und Dekorationen von den Wänden genommen. Die vorher so

'. belebten Räume machten in ihrer Un- , . ordnung und Leere einen trübseligen r -Eindruck. . Die Bureaus des Sergant at anrn ' ' ahen wie ein Gepäckraum aus. Hundert oder mehr Stücke Handgepäck hat"ten Delegaten dort gelassen, die , von der Halle gleich nach dem Bahnhof gehen wollten ; verschiedene hundert Delegaten und Correspondenteu sind . ' suf dem Wege zur Ausstellung.

Den Senatoren Depew, Cullom und Spooner wurden im Gedränge in den Hotels ihre goldenen . Abzeichen, jedes

etwa $25 werth, von ihren Röcken genommen und auch noch 4 andere Diebstähle wurden der Polizei gemeldet. Ankunft der Delegaten. Kurz vor der Eröffnungsstunde wurde vereinbart, daß Alabama, der erste Staat beim Namensaufrufe, zur Nomination Roosevelt's New Fork seinen Platz abtreten solle, ebenso bei der Nomination des Senators Fairbanks für die Vice-Prüfidentschaft an Iowa. Kurz vor 10 Uhr erschien die New Yorker Delegation, mit Senator Platt an der Spitze; als die ersten Delegaten aus dem Hoosier-Staate erreichten Senator Beveridge und Gouverneur Durbin ihre Plätze. Sekretär Cortelyou, der um 10 Uhr eintraf, begab sich sofort zu den Mitgliedern des NationalComites auf die Tribüne; bei der Ankunft Cannon's spielte die Kapelle die Nationalhymne und die Convention erhob sich.' .Zum ersten Male gab die Anwesenheit einer größeren Anzahl Damen in lichten ' Gewändern der Scene einen glänzenden Anstrich. Black nominirt Roosevelt. , Nachdem der Vorsitzende Cannon die Versammlung eröffnet' hatte und ein Gebet gesprochen war, kündigte er als erstes Geschäft einen Namensaufruf der Staaten zur Nomination eines Präsi-dentschafts-Candidaten der Ver. Staaten an. Als Alabama seinen Platz an New York abtrat, sprang die New York Delegation gleich einemMann auf, ihre Flaggen schwingend und wilde Begei sterungsrufe ausstoßend. Ex Gou verneur Black, der die Nominationsrede für Präsident Roosevelt hielt, schritt unter ungeheurer Begeisterung der Delegaten auf die Tribüne. Mit einigen Worten stellte ihn Cannon der Convention vor unh,. Herr Black begann feine Nominationsrede. 7 Der Redner' bot, wie er der Verfammlung gegenüberstand, eine packende Erscheinung. Das ursprünglich' dunkelbraune Haar ist dicht mit Grau vermischt und die dunklen Augen schauten hinter einer Brille und dichten Augenbrauen scharf hervor. Die Stimme des Redners, wenn auch nicht stark, wuchs allmählich, als er ordentlich im Zuge war. Seine Epigramme riefen Heiterkeit hervor und die knappen Sentenzen, derentwegen er einen Ruf besitzt, verfehlten nie ihren Beifall. , Es war gerade 11 Uhr 6 Minuten, als Black die - Nominations - Worte sprach. Er trat dann rasch von der Tribüne zurück." Aber die Worte Theodore Roosevelt" hatten seine Lippen noch nicht verlassen, als sich brausender Beifall erhob. Die Convention sprang auf und gleich dem Donner, der auf den Blitz folgt, begann die Begeisterung. Fahnen ' wurden geschwenkt. Hüte in die Höhe geworfen, Männer sprangen auf den Stühle, Frauen erhoben sich und schrieen. Die Luft war mit andauernden Rufen aus Tausenden von Kehlen erfüllt. In diesem Augenblick fiel die Musik ein und dann erschien Cannon vorne an der Tribüne, eine zerknitterte seidene Fahne entfaltend und schwenkend. Diese Flagge, dem Lincoln-McKinley-Denkmal-Verein in Missouri gehörend, erschien zuerst auf der Convention von 1860, die Lincoln nominirte. ; Beveridge s e k und! r t. Nach weiteren Scenen der. Begeisterung begann Senator Beveridge von Jndiana seine Unterstützungsrede der Nominativs . Er sprach mit Kraft und wachsendem Enthusiasmus und war wahrscheinlich

von allen Rednern, welche die Conven

tion bisher gehört, am leichtesten zu verstehen. G. A. Knight von Californien und die übrigen oben genannten Redner zur Sekundirung der No mination folgten. R o o s e v e lt e i n st i mm i g nominirt. Kurz nach 1 Uhr begann der Namensaufruf für die. Präsidentschaft? Nominationen. Als Alabama dem Aufrufe der Clerks mit allen Stimmen für Roosevelt antwortete, erregte dies Begeisterung. Die Staaten folgten in alphabetischer Ordnung; jede Antwort endete unter Beifall mit den Worten Theodore Roosevelt". New Jersey machte den Versuch, den weiteren Namensaufruf zu suspendiren, aber die Convention erhob lauten Protest. Am Schlüsse der Abstimmung verkündete Vorsitzender Cannon, daß Th. Roosevelt sämmtlicheStimmen der Convention, 994, erhalten und daß sich für ihn jetzt nur noch die Ankündigung seiner Nomination für die Präsidentschaft durch die republikanische Partei erübrige. Die Nomination von Fairbanks. Bei der Nomination für die VicePräsidentschaft trat Alabama seinen Platz an Iowa ab und Sekretär Dolliver hielt die erste Nominationsrede für Senator Fairbanks von Jndiana. Die erste Erwähnung von dessen Namen war das Signal zu Hochrufen, die sich wiederholten, als der Redner formell den Namen des Jndianaer Senators verkündete. FZN'. .i . -vv i i & VA ', Uti i " tj '3 TZ&f .'s . !xn "V "Ää' Senator Charles W. Fairbanks. Nachdem sich dzr Applaus gelegt, befürwortete Sen. Depew mit einer Rede die Nomination von Fairbanks. Er erklärte, Fairbanks sei ein Mann, der jeder Stellung im Lande gewachsen sei, was einen neuen Ausbruch der Begeifterung hervorrief. Auch die nächste Secundirungsrede des Senators Foraker von Ohio fand lebhaften Beifall bei der Versammlung. ' ' Der Ausspruch, die republikanische Partei habe bis jetzt auf ihrer Convention Gutes geleistet, und sie kröne ihr Werk mit der Nomination von Senator Fairbanks, machte einen vorzüglichen Eindruck. Während der folgenden Reden des Gouverneurs Pennypacker, Pa. und des Senators Carter, Mont., begann sich die Halle bereits zu lichten. Nachdem Senator Cullom den Rücktritt des Jllinoiser Abg. Hitt von der BeWerbung um die Nomination officiell mitgetheilt, , wurde von der Abstimmung abgesehen und Fairbanks durch Zuruf nominirt. Die Convention vertagte sich kurz vor 3 Uhr. Präsident beglück, wün s ch t. W a s h i n g t o n, 23. Juni. Präfident Roosevelt erhielt anläßlich seiner Nomtnalion' von 'allen Seiten Glück-wunsch-Depeschen. Außer von Sekretär Loeb, kam der erst eamtlicheGlückwunsch von HilfS-Staats-Sekretär Loomis; später erschienen auch noch andere Beamte im Weißen'Hause, um ihre Glück wünsche ' darzubringen. Die Jndiana Delegation und die Nominationen. . Senator Fairbanks sandte dem Präsidenten Roosevelt eine Glückwunsch-

prfe' 5 4mMr i .:"V',' '

w.

V V9 W"

K-

Depesche zu v seiner Nomination, auf

welche der Präsident entsprechend erwiderte. Als Antwort sandte der Senator eine Dank-Depesche, die sagt: Von der Convention zu Ihrem Gehil sen in dem großen Feldzug, der vor uns liegt, ausersehen zu sein, ist eine Auszeichnung, welche ich tief zu schätzen weiß. yi:. Die Jndiana Delegation marschirte in corpore nach dem Hotel des Senators und bereite ihm einen begeisterten. Willkomm. Der Senator und seine Gattin reisen morgen nach JndianaPolis. wo am 'Abende ihnen zu Ehren ein Empfang stattfindet. Aus allen Theilen des Landes gingen dem Senator Hunderte von Depeschen zu und am Abende konnte man überall Fairbanks-Knöpfe sehen.- Die Jndiana Delegation im AbgeordnetenHause sandte an den Präsidenten heute Nachmittag folgende Depesche: Wir beglückwünschen Sie zu der Einmüthigkeit und dem Enthusiasmus Ihrer Nomination. Roosevelt und Fairbanks werden das Electoral-Votum JndianaS im November erhalten." Jft T. F. Harrell irrfinnig oder nicht? Untersuchungen werden im Kreisgerichte beginnen um den Beschluß der Commission,, welche I. F. Harrell 916 Camp Str. irrsinnig erklärte, als irre gulär hinzustellen. Es wird kein Versuch gemacht werden, Harrell als geistig gesund hinzustellen, sondern ein Kadeas corpiis Verfahren soll eingeleitet werden. In einem Abstiege im Fallschirm aus einem Luftballon verletzte sich' Harrell am Rückgrade und seit der Zeit soll er Jrrstnnssymtome gezeigt haben. Harrell gehörte seil Jahren der 4. Christlichen . Gemeinde an und Mitglieder der tKirche" sagen, daß er den Gottesdienst häufig besuchte, daß er die Kirchen-Ceremonien unterbrach und sich als berr ' Erlöser hinstellte. . ., ' " Dr. George Pendleton, ein Mitglied der Gemeinde, machte.. Aussage,, daß Harrell geistig unzurechnungsfähig sei. Dr. Pendleton, C. F. Smith und Friedensrichter Nickerson bildeten die Commission, die Harrell für irrsinnig erklärten. Die Freunde Harrells sagen, daß Dr. Pendleton da er Aussagen gemacht hatte, zu keinem Sitze in der Commission berechtigt gewesen sei. Richter Nickerson sägte, daß solches schon verschiedentlich vorgekommen sei und daß kein Gesetz dieses verbiete. Schwere Beweise für . die Unzurechnungsfähigkeit Harrells hätten borgelegen und da derselbe außerdem noch sich mit einem Schießeisen herumschleppt, so solle er unbedingt als gefährlich unter Obhut gestellt sein. Alle nöthigen Schritte waren bereits gethan. Herrill nach Julietta zu Überführen, als seine Eltern baten, ihn vorläufig noch hier zu lassen, da er so flehentlich - bat, zu Hause bleiben zu dürfen. Noch' immer keine Spur von dem verschwu denen Knaben. Terre Haute 23 Juni. Dr. Beyers von Seelyville, der Vater des siet 29 Mai verschwundenen vierjähigen Richmond Beyers. kam am Dienstag Abend nach einer beschwerlichen Reise in Columbus, Ind. an, nachdem er zuerst irrtümlicherweise sich nach dem andern Columbus in Ohio begeben hatte Es hatte nämlich geheißen, in Columbus, Jnd; sei ein. Knabe ausgegriffen worden, dessen Gestaltsbeschreibung genau zu der von Richmond BeyerS gegebenen passe. j Und in der That fand Dr. Byers' als er sich dem Knaben gegenüber befand, daß die Ähnlichkeit des gefundenen Knaben mit feinem Sohne eine große, aber leider war es wieder einmal fein Kind nicht und so mußte der Vater schweren Herzens wieder heim reisen. LL? Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's Longfellow".

Ein Empfang snr Senator Fairbanks.

Senator Fairbanks, der nominirte Vicepräsidentschafts-Candidat der Republikaner, wird bei seiner Ankunft hier am Samstag Abend von einem Comite, bestehend aus Repräsentanten der verschiedenen Clubs und vom Ma rion Marching Club auf dem Bahnhose empfangen und nach seiner Wohnung an der Nord Meridian Straße geleit werden. Vor dem Hause werden dann die Begrüßungsreden von Mayor Holtzman und anderen prominenten Bürgern gehalten werden. Beftahl eineMitgefangene. Blanche Beckman, wurde wegen Trunkenheit verhaftet und eingesteckt. Nachdem sie nur kurze Zeit in der Zelle verbracht hatte, berichtete sie, daß ihr von der mit ihr zusammen eingesperrten Dora Charleton S20 gestohlen worden seien. Die Genannte wurde durchsucht, , ahtx kein Geld an ihr gefunden. Später wurdeDora Charleton im Poli zcigertchte verhört und zu $10 und Kosten verurtheilt; da sie sie jetzt mit einem Male S20 in ihrem Besitze hatte, um ihre Strafe zu zahlen, wurde sie sofort unter Anklage, des Kleindiebstahls wieder verhaftet. Eine andere Mitgefangene bezeugte später, daß sie gesehen habe, wie Dora Charleton das Geld an sich nahm. Raucht die Tih I Mingo. Feuer auf der W e l t a u.s -stellung. St. Louis, 24. Juni. Ein Feuer, welches eine Zeitlang viele .Weltausstellungsgebäude bedrohte, vernichtete heute das Hoo-Hoo-Gebäude. Das Bauwerk und der Inhalt sind ein totaler Verlust. Das Feuer verbreitete sich mit solcher Schnelligkeit, daß die fünf Bewohner des . Hauses nur . mit genauer Noth ihr Leben retteten, in dem sie an einem Baume herabkletterten. Der Verlust wird auf K50.000 geschätzt, dem eine Versicherung von S20, 000 gegenübersteht. Die Union Baking Co., welche ein Restaurant in demGebäude betrieb, verliert S8000. Wie' das Feuer entstand, ist noch nicht festgestellt worden, ein schadhafter Draht der elektrischen Licht - Anlage scheint die Ursache gewesen zu sein. : Die gesammte Feuerwehr leistete dem eingesandten Alarm in erstaunlich kurzer Zeit Folge, aber die sich rapide ver breitenden Flammen machten die Anstrengungen, das Hoo-Hoo - Geäude selber zu retten, zu nichte, und so mußte sie sich mit dem Bewußtsein begnügen, durch heroische Anstrengungen wenigstens die Gebäude Deutschlands, Oregons und Texas', sowie die metallurgi schen und Minengebäude, welche alle bedroht waren, gerettet zu haben. Erst 10 Minuten vorher hatte die Feuer wehr einen Alarm aus dem asiatischen Quartiere beantwortet, ' wo ein Feuer in dem Elephantenhause auSgebrochen war. , Hier jedoch war der, Schaden nur gering und es gelang Verhältnißmäßig schnell, die aufgeregten Elephanten zu beruhigen. " ' Aus Shanghai wird geschrieben: Das Bild der KaiserinWittwe, woran die amerikanische Künstlerin Fräulein Carl längere Zeit gemalt hat, ist jetzt (Ende April) fertig geworden. Eine gewaltige Anzahl von Eunuchen schleppte eö aufemer riesigen, roth überzogenen Tragbahre in das Pekinger Auswärtige Amt. Der Weg dahin war vorher mit geldem Sand bedeckt , worden. Einer Einladung an die Gesandtschaften, sich daZ Bild anzusehen, entsprachen viele Ausländer. Der Rahmen ist sechzehn Fuß hoch und sieben Fuß breit. Oben, verzieren ihn sehr fein geschnitzte Drachen. Die Gestalt der KaiserinWittwe, die etwa den vierten Theil der Fläche einnimmt, ist in ausgesucht schöne Gewänder-gekleidet. Im Hintergrunde befindet sich ein Schirm mit Pfauenfedern. Außerdem ist noch ein fliegender Phönix auf dem Bilde angebracht, Frl. , Carl hat die hübsche Summe von 20,000 Golddollars für ihre Arbeit erhalten. Wenn das Bild, in St. Louis ausgestellt gewesen sein wird, soll es dem amerikanischen Volke zum Geschenk gemacht werden.

Europäische Nachrichten

Hesterreick-'Zi.ngar. Wien. In der Kassenfabrik Tanczos in der Sechsschimmel' aasse gerieth der 17jährige Schlosserlehrling Franz Gundinger mit der linken Hand in eine Hobelmaschine und erlitt eine vollständige Zermalmung. Er wurde' in's allgemeine Krankenhaus gebracht. In den Anlagen des Votivkirchenparks entleibte sich der 57jährige Anton Kutschek durch einen Revolverschuß; e? war bis zum Oktober vorigen Iah res bei der Fabrikbesitzerswittwe Marie Edlen v. Haas, Franzensring No. 20, als Kammerdiener bedienstet. Wo er jetzt wohnte und weshalb er sich getödtet hat, ist unbekannt. Der hiesige Bautechniker Hans Trilety hat sich in Görz durch einen Revolverschuß ge tödtet. Trilety, ein junger Mann von L3 Jahren, ist Ende November vor:gen Jahres von hier nach Dolmein bei Görz abgereist und sollte jetzt wieder hierher zurückkehren, um seine Braut, die 21jährige Tochter eines in de, Rothenthurmstraße etablirten Kauf mannes, zum Traualtar zu führen. Die Motive, welche Trilety zum Selbstmorde veranlaßt haben, sini bisher unbekannt. Groß -Blatnitz. Im hiesigen Steinbruch wurde der 27jährige Taglöhner Johann Vyskoczil von einem aus beträchtlicherHöhe herabkollernden Steine getroffen und getödtet. Linz. . Der 41 Jahre alte Adjunkt der Werkstättenleitung der Staats babnen Konrad Sockbicbler stien sich hinter der Leichenkammer des FriedHofes ein Stilet zehn Centimeter-tief in den Magen, steckte daZ, Stilet wieder tn die Scheide und verwahrte es. 'Die Verletzung ist infolge innerer Blutung eine lebensgefährliche." Das Motiv des s3:Tfcftrttnrhvrritrfca , ItnS -5 nrrWt S J llllVVWVV 14 Vt (JVvt Wermögensverhältnisse und Krankheit - Olmütz. Der bei einer hiesigen Firma angestellte Magazineur Ferdl nand ' Dörrich stürzte von einer Leiter herab und hat sich so schwer verletzt daß er in die Landeskrankenanstalt transportirt werden mußte, wo er seinen Verletzungen erlag. Z w i ck a u. Im Vereinslokale des hiesigen Männergesangvereins fand eine Feier statt, die der 50jährigen ununterbrochenen Wirksamkeit des Mitgliedes Josef Stelzig galt. Der Vorstand des Vereins, Lehrer Martin Günther, hielt an den greisen Jubilar eine Ansprache und überreichte ihm . .. i re. . t (Ts (Tl.... - eine piaityugc v3.y1cuuii.uuvt. äiv owistand und Ehrendirigent Weiß beglück- , wünschten in der Wohnung den 81jährigen Jubilar Namens des Vereins. Luxemburg. Luxemburg. In Contern fiel der vierjährige Nik. Schmit von ei nem Mistkarren während der Fahrt so, unglücklich herunter, daß er auf der Stelle todt blieb. - E s ch. Während auf der Aachener Hütte der Arbeiter Heinrich Klein seiner Beschäftigung oblag, ezplodirte eine Röhre; der Bedauernswerthe erlitt durch die avsstromenden Gase dermaßen schwere Brandwunden, dgH er bereitsam Abend verschied ; Waden. fl.nrltu!6. 3Vm Sftrnfeffor Dr. Alfred Hoche an der Universität Freiburg und dem evangelischen Pfarrer Emil Himmelheber in Wollbach wurde das Ritterkreuz erster Klasse, des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen. Buchen. Hier starb nach längerem Leiden Bürgermeister Wilhelm; Kiefer, der nahezu ein Bierteljahrhundert an der Spitze der hiesigen StadtVerwaltung gestanden hat. Der Verstorbene wirkte seit Jahren als KreisAbgeordneter und früher auch als Landtags - Abgeordneter tn der Zweiten Badischen Kammer. F r e i b u r g. Ein Liebesdrama spielte sich im Sternenwald ab; zwei Studenten, die einen Spaziergang nach St. Valentin unternahmen, fan den am Wege liegend ein Paar mit Schußwunden. 5ver junge Man war todt, während daZ Mädchen, die öOjährige Dienstmagd Marie Mittel mann von Föhrenthal bei Waldkirch, noch lebte. Der Erschossene, der 27 jayrLge Hasner! Joy. Eck, litt an Lun genschwindsucht. Kürzlich kündigte er seinen College an, daß er Selbstmord begehen werde, was man ihm! aber nicht glaubte. Er holte das Mädchen ab und machte mit ihm einen Spazier gang nach dem Sternenwald, wo sich das Drama abspielte. Neckargemünd. Bei Arbeiten an der Beysel'schen Brauerei stürzte infolge Brechens zweier zusammenge bundener Leitern der 17jährige Sohn des Maurermeisters Jllenberger von großer Höhe so unglücklich herab, daß er bald starb.