Indiana Tribüne, Volume 27, Number 260, Indianapolis, Marion County, 23 June 1904 — Page 6
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Knpserminen und Kupserge-fichter.
Ein verschollenes Blatt texanischer Ge schichte. Merkwürdige Expedition in den siebziger Jahren. Aus der Suche nach fabelhaften Kupfer Reichthümern. Die bösen Comanchen und die furchtsamen Tonkaways. Nicht alle fern-westlichen Episoden früherer Tage sind Grenzergeschichten. Die Grenzer selbst wenigstens würden nur spöttisch lächeln, wenn man die nachfolgende Geschichte in diese Klasse reihen wollte, obwohl sie auf einem Grenzer-Schauplatz erster Güte spielt, und auch wirkliche Grenzer Einiges mit ihr zu thun hatten. Einer dieser ist es sogar, welcher dieses vergessene Capitel west-texanischer Geschichte neuerdings wieder aufgerollt hat: Capt. L. P. Sicker. ein alter Späher und Jndianer-Bekämpfer und noch heute Quartiermeister der rühmlich bekannten texanischen Landjäger oder .Rangers". Nach europäischen Begriffen würde man sich wohl etwas verwundern, wenn von Dingen, die sich ' im Jahre 1872 abspielten, als verschollenen Ereignissen die Rede wäre, statt daß sie der lebendigen Neuzeit beigezählt wllrden. Aber in unserem schnelllebigen Lande wird eben Alles gar bald alt, im Westen noch mehr als im Osten, und in manchen Beziehungen muß man hier mit Jahrzehnten so rechnen, wie anderswo mit Jahrhunderten! Kein Wunder daher, daß die nachstehende Episode dem Gedächtniß der heutigen Generation fast ganz entschwunden ist. Und doch ist sie denkwürdig genug, daß sie der Nachwelt nicht verloren gehen sollte. Ist auch nichts dabei herausgekommen wie bei vielen andern historischen Ereignissen auch so erscheint die Geschichte selbst doch aufzeichnenswerth genug. Ihren Anfang nahm diese Episode, an welcher sogar deutsche Gelehrte betheiligt waren, nicht in Texas, sondern in unserer Bundeshauptstadt. Mehrere Jahre vorher war General George B. McClellan (der Vater des derzeitigen Bürgermeisters von Groß-New Dork) an der Spitze einer RegierungsMilitärexpedition in Texas gewesen, welche mit Feststellung der Grenze zwischen dem Staat des einsamen Sterns und dem heutigen Territorium Oklahoma zu thun hatte. Nicht der General selbst, aber mehrere seiner Leute brachten zu ihren erstaunten Freunden im Osten eine Geschichte von wunderbar reichhaltigen. Kupferminen, welche in der Region existirt'en, die sie besucht hatten. Sei ließen sich dabei offenbar von einer alten örtlichen Volkslegende leiten, wonach Spanier dortherum vor einem oder mehreren " Jahrhunderten solche Minen bearbeitet haben sollten. Aber derzeit so erzählte man weiter wüßten nur einige Banden feindlicher Rothhäute von diesen gewaltigen Schätzen und bewachten dieselben beständig mit eifersüchtiger Sorgfalt. In der Nähe, des Rio Grande sollten diese Stätten sein. Diese Erzählung fiel nicht auf undankbarem Boden. Vielmehr wurde bald unter dem Namen Texas Copper Co." eine'Gesellschaft organisirt, um diese angeblichen Kupferschätze, nach genauer Ermittlung ihrer Lage, den Kupfergesichtern zu entreißen und in großartigem Maßstabe auszubeuten. Es gehörten- hervorragende Personlichkeiten zu dieser Gesellschaft. Unter den finanziell am stärksten betheiligten Aktionären waren einige der höchsten Regierungsbeamten in Washington. Im Uebrigen wurden die meisten Aktien des Uüternehmens von Clerks der verschiedenen Regierungs -Abtheilun-gen verkauft. Wieviel Geld die verkauften Papierchen einbrachten, weiß anscheinend Niemand mehr genau; es müssen aber mindestens $100,000 geWesen sein. Das war immerhin mehr als genügend, um die Kosten der Expedition nach West-Texas zu decken. Kupferkönige sind freilich nicht aus ihr hervorgegangen! Die Expedition war jedenfalls die eigenthümlichste, welche in den texanischen Jugendtagen dorthin gekommen ist, und auch die buntscheckigste, die jemals in Texas auftauchte. Vom Standpunkt des richtigen Grenzers aber war sie nicht viel besser, als eine Carnevals-Affäre, und hätte allenfalls einem Operettendichter einen dankbaren Stoff bieten können, von ihrem militärischen Oberbefehlshaber bis herab zu der nachgezogenen Kanone. Und von Glück war sie a'lch begünstigt, denn es war kaum etwas mehr als Glück, daß sie nicht aufgerieben wurde. Ihre endgiltige Ausrüstung erhielt die Expedition in der Ludwigsstadt, woselbst sich eigentlich jetzt Ueberlebende," wenn sie noch den ganzen alten Plunder zur Verfügung hätten, auf der Weltausstellung sehen lassen könnten, wenigstens im Pike". An der Spitze der Expedition stand Oberst McCarty, ein großer kör per I i ch großer und höchst pompöser Mann, welcher um seine äußere Erscheinung mehr gab, als um irgend etwas Anderes, sogar auf den wildwestlichen Ebenen, so ein richtiger Coburger". Alle regulären Mitglieder waren das. was der Westländer serächtlich Tenderfeet" oder Gelbschnäbel nennt. Die Lager - Ausstattung allein kostete mehrere Tausend Dollars. Es gehörten zur Ausrüstung riesige gedeckte Eppenscheid-Wagen, im westli-
cyen BollZmund gewöhnlich Pratt Schooners" genannt, sowie eine Anzahl Gespanne großer Maulesel, welche auch eine tüchtige Last zu ziehen hatten, schon allein weil der feste und flüssige Proviant eine außerordentlich aro&e Rolle spielte. Die ganze Partie war schwer bewaffnet; wenn es aber zu wirklichen Kämpfen gekommen wäre, so" hätten sie wohl guten Grund gehabt, zu wünschen, daß die Waffen von selber gearbeitet hätten Notabene gegen den Feind und nicht nach hinten! .Als die Expedition in Texas angelangt war, wurden die nöthigen Spä her engagirt, darunter auch Capt. Sicker. Dieser möge nunmehr selber das Wort haben und frisch aus seinem Gedächtniß heraus erzählen: Es war in Gajnesville, wo ich mich der Partie anschloß. Nie ''werde, ich das wundervolle und amüsante Schauspiel vergessen, welches diese Expedition auf den texanifchen Ebenen bot! So etwas war an der Grenze unerhört; denn umherziehende ComödiantenTruppen und Circusse hatten diese Region noch nicht glücklich gemacht, und etwas Anderes konnten wir uns beim Anblick dieses Zuges nicht gut denken. Das Auffallendste und Belustigendste an der Ausrüstung aber war für uns eine sechspfündige messingne Kanone, welche an den hintersten Wagen gespannt war. Für uns Grenzer war es ein Geheimniß, was sie jemals mit diesem Geschütz zu thun erwarteten, und wir lachten nur jedesmal, wenn wir es ansahen. Denn vor Allem wurden damals in Texas keine feindlichen Indianer mehr geduldet; nur streifzügelnde Banden solcher machten öfters Einfälle in das Innere des Staates, und die einzigen Jndianer-Kämpfe, auf die wir uns gefaßt halten konnten, waren solche mit umherstreifenden Comanchen, welche sich noch immer Ansiedlern, auch rothhäutigen, ziemlich unangenehm machten. Sodann aber würde in einem Kampfe mit solchen Comanchen die Kanone für uns nicht mehr Werth gehabt haben, als ein Luftballon. Aber dieselbe wurde nicht nur überallhin mitgeführt, sondern auch jeden Morgen bei Sonnenaufgang und wiederum Abends bei SonnenUntergang geladen und mit großem Ceremoniell abgefeuert. Zur Zeit als wir Gainesville verließen auf dem langen Marsch nach West-Texas, gehörten 55 Mann zur Partie. Unter ihnen war ein junger Millionär aus der Stadt der Bruderliebe. Namens Peters, und ein junger Mann Namens Chanler aus einer vornehmen alt-virginischen Familie, und noch manche andere Nabob-Söhnlein. Aber es waren lauter grasgrüne Sonntags-Grenzer, und was . sie auf dieser Expedition sahen und erfuhren (auch erlitten) hat sich ihnen wohl zeitlebens unvergänglich eingeprägt. Wir hatten auch einen deutschen Professor aus Berlin, Dr. Lome, einen hervorragenden Chemiker, bei uns, und unser Geologe war Professor F. W. Roeßler. Am Fort Griffin stellte Oberst Mc-
Carty noch 12 Tonkaway-Jndianer ' als Späher an, und dieselben sollten uns auch als Krieger Beistand leisten, wenn die Comanchen uns angreifen sollten. Das waren fehr traurige Nothhelfer! Wahrscheinlich waren die Tonkaways die feigsten aller Indianer Nordamerikas; sie hatten besonders eine"Todesangst vor den Comanchen, und das freilich nicht ohne besondern Grund: denn die Comanchen hatten oft Streifzllge gegen ihren Stamm unternommen und erbarmungslos gemordet, geraubt, gesengt und gebrannt. Sie waren daher der reinste Gottseibeiuns für die Tonkaways, diese rothhäutigen Schindlüderchen. ' Letztere waren am Fort Griffin campirt. standen dort unter dem Schutz der Bundestruppen und wurden mit Regierungs-Rationen versorgt. Gegen meinen Rath engagirte Oberst McCarty die 12 Tonkaways als Späher; aber er wußte ja Alles besser. Sich im Kampfe zu bethätigen fanden sie zum Glück keine Gelegenheit; aber auch als Späher leisteten sie verzweifelt wenig. Obwohl wir keinen Zusammenstoß mit feindlichen Comanchen hatten, waren an vielen Stellen Zeichen derselben zu sehen. So oft die vorausgesandten Tonkaways auf irgend einem Pfade eine Spur der Comanchen bemerkten, rannten sie in panischem Schrecken davon und zur Hauptpartie zurück, ohne zu warten, bis sie einen der gefürchteten Feinde auch nur von Weitem in Sicht bekämen. Alles in Allem waren die Tonkaways nur ein Luxus für uns, und nicht einmal ein dekorativer. Ich habe mich oft mit Verwunderung gefragt, wie es uns wohl ergehen würde, wenn uns die Comanchen wirklich mit beträchtlicher Streitmacht angreifen sollten. Höchstwahrscheinlich hätte dann Jeder von uns in's Gras beißen müssen, trotz Oberst McCarty und der besagten Kanons, und die Cu-ster-Tragödie hätte ein klägliches Seitenstück erhalten! Alle Mitglieder der Expedition aus dem Osten waren mit weittragenden gezogenen Gewehren bewaffnet, und wir führten für 2000 Salven Munition. mit uns; aber keiner der Herren wußte irgend etwas von der thatsächlichen Bekämpfung von Indianern. Und bei verschiedenen Gelegenheiten waren Comanchen um. uns herum; aber es waren immer nur kleine Banden, und sie hatten offenbar nur wegen unserer numerischen Uebermacht keine
Neigung, einen Angriff zu machen. Eines schönen Nachmittags tni deckte ich frische Spuren von Comanchen, und ich sah auch von Sandhügeln in weiter Ferne Rauchsignal aufsteigen. Ich ritt zur Hauptcolonne zurück und erstattete dem Oberst McCarty Bericht. Wir rasteten für die Nacht, wo wir waren. Zu meinem Erstaunen sah ich, daß wiederum die Mes singkanone zum Abfeuern des AbendSaluts bereit gemacht wurde. Diesmal sah ich mich denn doch veranlaßt, Einspräche dagegen zu erheben. Wenn irgendwelche Comanchen auf zehn Meilen in der Runde sind," sagte ich, so wird ihnen ja der Kanonenschuß verra then, wo wir uns befinden, und es könnten vielleicht dann mehrere Banden vereint auf uns losrücken." Mein Herr," erwiderte der Oberst, die militärischen Verfügungen dieser Expedition müssen unter allen Umständen beobachtet werden, Indianer oder nicht Indianer, Kampf oder nicht Kampf!" Und damit ging er stolzen Schrittes weiter und ertheilte den Befehl zum Abprotzen des Geschützes. Ich sehe ihn noch heute vor mir, wie er sich in diesem Augenblick präsentirte; er trug seine beste Corduroy-Uniform und einen frischen Stehkragen, als gehe es direkt zur Parade vor irgend einem König der Wüste. Vielleicht hatte er es nicht so schlecht getroffen; vielleicht hatte der laute Knall des Geschützes die Wirkung, das kleine Häuflein Comanchen zurückzuscheuchen oder von einem Angriff abzuhalten, und die Comanchen, selbst, wenn sie nicht in bedeutender Musje auftraten, gehörten nie zu den Muthigsten. Aber sicherlich würde kein gewohnlicher Grenzer ein solches Mitttel angewendet haben, einen Kampf zu vermeiden. Thatsache ist, daß wir unbehelligt blieben. Wären wir am hellen Tag angegriffen worden, fo hätte sich namentlich unser Oberst gratuliren können! Denn sein Prachtgewehr, das er stets trug, und das von oben bis unten silberplattirt war, hätte den Indianern im Kampfe ein sehr gutes Treffziel geboten; wenn die Sonne auf dieses Ge wehr schien, so konnte man den Widerschein meilenweit sehen. Doch dergleichen machte diesem Marssohn niemals Gedanken. Die Expedition war übrigens nicht blos für den Kampf, fondern auch für den Frieden mit den Indianern reichlich gerüstet". Denn in einem der langen Prairie-Schooners waren mehrere Centner kleiner messingner Gefäße und Schmucksachen, wie Ketten u. s. w. verwahrt. Alle diese schönen Sächelchen waren als eventuelle Friedensgaben für die Indianer und als Tausch-Ob-jekte bestimmt. Auch das war eine Idee, welche jeden Grenzer nur zur Heiterkeit stimmen konnte, obwohl sie vielleicht bei einem Besuch 'irgendwo im Innern Afrikas noch heute angebracht gewesen wäre. So gab es Dinge genug, welche der Expedition einen burleskenartigen Charakter verliehen und ihr den Stempel des Ungewöhnlichen in diesen Regionen aufdrückten. Aber gerade deswegen war die Geschichte für Unsereins im Ganzen recht amüsant. Doch noch in einer anderen und unstreitig sehr wichtigen Hinsicht war die Expedition für uns fehr anziehend und denkwürdig. Obwohl mit den Grundsätzen sonstiger Militärs herzlich wenig vertraut, schien der Leiter der Expedition jedenfalls das Napoleonische Wort zu kennen und zu beherzigen, daß eine leistungsfähige Armee auf dem Bauch fortkriechen müsse". Denn es gab alle möglichen guten Dinge zu esfen, darunter fögar importirte deutsche Büchsenwaaren, und für uns WestTexaner, welche kaum je etwas Feineres gehabt hatten, als Büffelfleisch und Alkali-Wasser, gestaltete sich jede Mahlzeit zu einem wahren Bankett, zumal auch an anregenden Flüssigkeiten dabei kein Mangel war! Wir hatten ein regelrechtes Corps von KüchenChefs und Aufwärtern, und jedes Mahl wurde in Gängen servirt. Es wird mir allezeit unvergeßlich bleiben, was für erstaunte Blicke die alten texanischen Späher einander über die Tafel zuwarfen, als sie sich im Meßzelt" der Expedition zu ihrer ersten Mahlzeit niedergesetzt hatten! Was wir Alles zu essen kriegten, weiß ich nicht mehr genau, obwohl es unter den Umständen ganz interessant wäre, einen solchen Speisezettel für die, Nachwelt aufzubewahren. Ich erinnere mich jedoch, daß eines unserer ersten Gerichte geschmorte Morcheln oder Champignons waren, welche nur wenige von uns je zuvor gegessen hatten oder auch nur dem Ruf nach kannten. Und viele Kisten Wein sowie auch mehrere Fässer guten Whisky führte die Erpedition mit. Unser Appetit und unser Durst brauchten sich wahrlich keine Schranken - aufzuerlegen; auch nahmen wir uns hübsch Zeit für die Magen- und Gaumenpflege, und wir verlebten manche flotte Stunde dabei. In dieser Beziehung war es doch gar nicht übel, daß die Expedition nach den Begriffen und Bedürfnissen oftlicher Gelbschnäbel ausgerüstet war! Temperenzler waren unter uns keine. In jener altersgrauen" Zeit waren die texanischen Ebenen auch noch der Tummelplatz für Hunderttausende von Büffeln, und dieMitglieder der Texas Copper Co."-Expedition amüsirten sich auch prächtig auf der Büffeljagd, foweit sie Nimrode waren. Die BüffelAbenteuer boten Ersatz für IndianerAbenteuer, und ganz wünschenswert
then Ersatz;, denn diese Herrschaften konnten froh sein, daß sie mit feindlichen Indianern nur eine entfernte Bekanntschaft machten. , :v Mehr als 500 Meilen weit, nachdem wir Jacksbow hinter uns hatten, oder bis beinahe zur Grenze von New Mexico hm, bekamen wir keine Ansiedelung, ja kein einziges Haus in Sicht; das ist natürlich inzwischen doch bedeutend anders geworden, wie noch manche sonstige Dinge, denn drei Jahrzehnte sind ein langer Zeitraum für den westlich-amerikanischen Cul-tur-Fortschritt. Aber ich vermuthe fast, auch heute noch würde eine solche Expedition als eine große Curiosität in diesen Gegenden erscheinen. Von Gainesville aus bewegten wir uns westwärts nach der Region des Salt Fork und des Double Mountain Fork, der berühmten Verzweigungen des Brazosflusses. Dabei kamen wir in die unmittelbarste Nähe des Kiowa Gipfels, bei dem ich wegen seiner auffälligen Erscheinung, sowie auch wegen der Bedeutung, die er für die Geschichte der 'Texas Copper Co." in gefchäftli cher Hinsicht erlangte, einige Augenblicke verweilen will. Dieser kleine Berg läuft in eine Kuppel von gediegenem Gips-Fels aus, und im Sonnenschein schimmert dieselbe wie ein gewaltiger Gipfel aus lauter Silber. Dieser Umstand war es auch, welcher in weit früheren Ta gen einen Forschungsreisenden zu. der merkwürdigen Angabe bewog, dafz er einen Berg von gediegenem Silber entdeckt habe! Sein Bericht fand in der That nicht wenige Gläubige, und vergessen ist die Silberberg"-Sage auch jetzt noch nicht ganz. Hat sie doch eine internationale Verbreitungerlangt. Dr. Lome und Professor Roeßler, die genannten deutschen Gelehrten unserer Expedition, konnten zwar keine Spur von Silber hierherum bemerken, doch dafür waren wir ja auch ' nicht ausgezogen. Sie ermittelten aber eine Anzahl Kupfererz-Lagerungen um den Kiowa-Gipfel herum. Es wäre wohl besser gewesen, wenn die Expedition etwas längere Zeit zur Erforschung des Charakters, oder vielmehr der Ausdehnung dieser Kupfererz - Lagerungen gelassen hätte, und wir auch einen praktischen Metallsucher bei uns gehabt hätten. Statt, dessen wurden nur die Anzeichen an der Oberfläche festgestellt, und es verbreiteten sich alsbald sehr übertriebene Schätzungen darüber. Nach conservativer" Angabe sollten diese Kupfererz-Lager einen Werth von mindestens einer Million Dollars haben! Das war die Mär, welche im Osten in Umlauf gesetzt wurde, und als die hervorragenderen Mitglieder der Expedition glücklich nach der -Bundeshauptstadt zurückkehrten, brachte diese Kunde einen großen Buhm in den Aktien der besagten Kupfergesellschaft zuwegen. Natürlich kam schließlich die unvermeidliche Enttäuschung. Etwas über drei Monate dauerte diese texanische Kupferjagd-Tour. Es wurden außer den genannten Erz-La-gerungen noch eine Anzahl anderer ermittelt. Doch stießen wir niemals auf irgend welche der alten spanischen Minen", von denen so viel gekabelt worden war. Wir kehrten schließlich Alle nach Sherman, Tex., zurück, welches dem Schluß unserer Route am nächsten lag; dort wurde die Partie aufgelöst, und die Mitglieder kehrten heim, ohne daß einer von ihnen mit seinen Erlebnissen unzufrieden war. Eine Verlust-Liste brauchte . ja nicht aufgestellt zu werden; keinen unserer Scalpe hatten die Rothhäute, und nicht einmal Verwundete hatten wir aufzuweisen gehabt. Soviel ich weiß, hat die Expedition etwa $7Q,000 gekostet, und das war wohlfeil genug, wenn es üuch keine sehr gute geschäftliche Anlage war!" So weit die Erzählung von . Capt. Sicker selbst. Die Schlußgeschichie der Texas Copper Co." verliert sich etwas in Nebel, und es läßt sich nicht mehr genau sagen, was diese 'Gesellschaft eigentlich noch gethan hat, um die ermittelten und abgesteckten KupfererzAnspruchsstllcke wirklich auszubeuten. Sicher ist aber, daß diese Organisation, nicht mehr viele Jahre nach der Rückkehr der MetaUsucher- und Indianer-bekämpfer-Expedition am Leben blieb. Wie man hört, wurden die Anspruchsstücke später von texanischen Claim Jumpers", die ohnedies Interessen in der Nachbarschaft hatten, in Beschlag genommen, und die Texaner ließen es nicht an gründlichen AusbeutungsVersuchen fehlen, sie überzeugten sich jedoch bald, daß das Kupfererz lediglich in Gestalt kleiner Einschaltungen oder Pockets" existirte. Es war ein 'Reinfall, wie er in ähnlicher Form schon häufig erlebt worden ist; denn noch mehr, als in anderen Dingen, kann im Bergbauwesen der oberflächliche Schein trügen und unter Umständen sogar Professoren zu Gimpeln machen. Dem Ruf von Texas aber, auch in metallurgischer Hinsicht, hat die Geschichte nicht weiter geschadet, wenngleich man mit Bestimmtheit annehmen kann, daß die Spanier in der besagten Region niemals Kupferschätze ' gefunden, und auch die Indianer solche nicht gehütet hoben. Beleidigt. Wie . denken denn Gnädige über die Frauenfrage?" Aber bitte, so alt bin ich doch noch nicht!" , , -
Schülcrstrikcs in Japsn. VigenartigeS Mittel zur Abwehr ege pflichtvergessene Lehrer. Ein eigenartiges Mittel wenden laut den Aufzeichnungen einer Dame, die sich viele Jahre in Japan aufgehalten hat, die dortigen Schulkinder an, um sich gegen Ungerechtigkeit oder gegen Wergehen ihrer Lehrer zu wehren. ..Es ist dies der Strike. Wenn ein Lehrer ungerecht, parteiisch ist, "so fühlen und wissen die Kinder das sehr genau, denn Kinder haben ein klares Rechtsgefühl. Sie versammeln sich und beschließen gemeinsam, am nächsten Morgen die Klasse nicht zu besuchen. Schon neunbis zehnjährige Kinder handeln so; gewöhnlich ziehen sie ihre Eltern ,in's Vertrauen, und die Eltern sind auf ihrer Seite. Darauf wählen sie eine Deputation unter sich und diese begibt sich zum Bürgermeister, um ihm die Sache vorzutragen. Die Angelegenyeii wird untersucht, und stellt sich die Beschwerde der Kinder als begründet heraus, so wird dem Lehrer befohlen, sich zu bessern, oder er hat den Dienst zu quittiren. Die Schüler striken noch aus anderen Ursachen. Einmal, Bei einer Exkur-. sion, kam es vor, daß zwei Lehrer unter denen, die die Schüler begleiteten, Saki tranken, berauscht wurden und sich zu zanken anfingen. Die Schüler traten zusammen und machten aus, daß Lehrer, die zuviel trinken und sich zanken, ein schlechtes Beispiel geben und daß ein Lehrer dazu da sei, seinen Schülern ein gutes Beispiel zu geben. Sie strikten und verlangten vom Bürgermeister die Entfernung der zwei Leute, die sich vergessen hatten, und sie wurden entfernt. In einem Gymnasium war ein europ'äischer Professor angestellt. Sehr bald erfuhren die Primaner, daß ihr neuer Professor ein skandalöses Leben führte, und sie traten zusammen und beriethen Wir sollen diesem Manne Achtung erweisen, denn er ist unser Lehrer, aber seit wir wissen, wie er lebt, ist es unmöglich,' ihn zu achten; gehen wir zum Direktor und verlangen wir seine Entlassung." Der Direktor war sehr unglücklich. Der Schuldige bin allein ich," sagte er zu den jungen Leuten; ich habe mich nur nach seinem Können erkundigt, und Sie müssen zugeben, daß er eine bedeutende Jntelligenz ist." Er ist eine Intelligenz und ein Schwein," beharrten die Primaner. Leider ist er auf fünf Jahre engagirt. und wir können ihn nicht loswerden, ohne ihm die ganze Summe auszuzahlen." fuhr der Direktor fort. Ich bitte Sie daher, gehen Sie zum Bürgermeister und verlangen Sie meine Entlassung; ich bin bereit, zur Sühne für meine Unvorsichtigkeit, die uns in diefe unangenehme Lage gebracht hat, meine Stelle niederzulegen." Aber das betrübte die Schüler aufrichtig. Nein," sagten sie. nicht Sie dürfen von uns fortgehen, denn Sie stehen bei uns allen in hoher Achtung, aber wir werden selber zu jenem Herrn hingehen und ihm sagen: ,Wir kennen Ihr Leben und wir wollen Sie nicht mehr. Wenn Sie noch einen Funken Ehrgefühl haben, dann verlassen Sie Japan, ohne auf Ihrem Kontrakt zu bestehen.'" Und die Primaner thaten so. Der Professor dankte ab. Gefährlicher Koffer. Auf dem Bahnhöfe zu Kansas City. Mo., explodirte, ein Koffer, wodurch vier Personen verletzt wurden. Der Koffer enthielt Sprengstoffe und Maschinentheile. Er kam von Los Angeles, Kal., und war nach Minneapolis, Minn., bestimmt. Die Explosion erfolgte, als die Gepäckmeister den Kof fer in die Höhe hoben. Der Eigenthümer des Koffers hat sich nicht gemeldet. ' c Dynamit-Explosion. In der Nähe von Warwick, Tenn., fand eine Dynamit-Explosion statt, durch welche vier Leute getödtet wurden und ein Mann verletzt ward. Dem letzteren wurden die Augen ausgerissen. Der Unfall war die Folge von Fahrlässigkeit von Leuten, welche mit dem Sprengen von Steinen beschäftigt waren. - Strenge M a ß r e g e l. Der Stadtrath von Cleveland, O., hat eine Verordnung angenommen, welche es zum Vergehen macht, am 4. Juli in der Stadt eine als Spielzeug anIefertigte Pistole oder eine blinde Patrone zu benutzen, zu verkaufen oder zu verschenken. Betrunkener Elephant. Sambo," ein junger Elephant, welcher bei Vorstellungen . auf Coney Jsland bei New Fork mitwirkte, hatte sich bezecht, ritz sich von seiner Kette los und schwamm über die Bai. Er kam bei Tagesanbruch nach New Dorp auf Staten Island. Hier behagte ihm das schlammige Wasser von Kill Van Kull, und er wälzte sich, in demselben, bis er von Frank Keßler, welcher in einem Boote eine, Meile von New Dorp fuhr, gesehen wurde. Keßler erschrak, da er glaubte, eine Seeschlange zu sehen, bis Sambo" sich . erhob und trompetete. Jetzt erkannte Keßler das Ungethüm als einen Elephanten und warf ihm Nahrungsmittel'" zu. Sambo" verschlang dieselben und schwamm dann nach, Keßlers Boot, der dasselbe nach dem Ufer lenkte. Sambo" folgte ihm ruhig und erhielt am Ufer ein Bund Heu. Dann wurde die Polizei von New Dorp informirt, und derselben gelang es, den Elephanten ruhig in einen Stall zu bringen, von wo der Flüchtling später abgeholt wurde.
